Kapitel 39
~ Die Rückkehr des Dunklen Lords ~
Während der Frühling und danach der Sommer in Hogwarts einzogen, fand Severus bedauerlicherweise immer weniger Zeit, sich mit Amanda zu treffen. Da es noch nicht genug war, dass er ständig Igor Karkaroff am Robenzipfel hängen hatte und sich Sorgen um Potters Unversehrtheit während des Turniers machen musste, zeichnete sich sein Mal auch immer deutlicher auf seinem Unterarm ab.
Ende Juni fand schließlich die dritte und letzte Aufgabe des Trimagischen Turniers statt, welche am Ende nicht nur für Severus einen sehr unliebsamen Ausgang nahm. Als Potter zusammen mit Cedric Diggory verschwunden war, dauerte es nicht lange und Severus verspürte ein schmerzhaftes Ziehen im Unterarm, was nichts Gutes zu bedeuten hatte. Er informierte sofort Dumbledore über dieses schlechte Zeichen und wenig später gesellten sich noch weitere böse Omen hinzu, als Harry mit seinem toten Mitschüler zurückkehrte. Auch wenn Snape Harry Potter überhaupt nicht ausstehen konnte, so ärgerte es ihn doch maßlos, dass der Zaubereiminister seinen liebsten und tollsten Zaubererhelden nun plötzlich als unzurechnungsfähig hinstellte, als es darum ging, anzuerkennen, dass der dunkle Lord zurückgekehrt war. Selbst das überdeutliche dunkle Mal auf seinem – Snapes Unterarm konnte den Minister nicht davon abhalten, sich weiter dumm zu stellen. So war Severus seine Aufgabe schon klar gewesen, noch bevor Dumbledore sie ihm gegenüber überhaupt erst angesprochen hatte.
Ohne noch ein weiteres unnötiges Wort zu verlieren verließ er schließlich den Krankenflügel, als er seinen Auftrag vom Schulleiter erhalten hatte und machte sich auf den Weg in seine Kerkerräume. Er wusste, er hatte jetzt keine Zeit mehr, Amanda über die jüngsten Vorfälle zu informieren und so beließ er es dabei, Dumbledore noch eine Nachricht zu hinterlassen und ihn darin zu bitten, das für ihn zu übernehmen, sobald er etwas Zeit dafür fand. Er selbst eilte, noch bevor die Bitte den Schulleiter erreicht hatte, Richtung Apparationsgrenze, um wieder in eine alte und verhasste Rolle zu schlüpfen und zum Todesser zu werden.
Dumbledore erhielt Severus' Nachricht wenig später und fand einige Zeit später auch ein wenig Zeit, um seiner Bitte nachzukommen und Amanda zu informieren. Natürlich hatte er Verständnis für die Bitte des Tränkelehrers, denn wer wusste schon, wie sein erster Besuch bei Voldemort ausgehen würde und so klingelte der alte Schulleiter am späten Abend an Amandas Haustür und wartete geduldig, bis sie öffnete.
Amanda war schon zu Bett gegangen, als es klingelte. Im Bademantel und mit ihrem Zauberstab in der Hand ging sie deshalb nach unten, um zu öffnen. Severus konnte es kaum sein, denn an diesem Abend war das Finale des Trimagischen Turniers, aber sie konnte sich auch nicht vorstellen, wer es sonst sein könnte. Als sie schließlich die Tür öffnete und Albus Dumbledore vor sich stehen sah, ahnte sie gleich nichts Gutes. Was sonst, abgesehen von schlechten Nachrichten, würden den Schulleiter an einem solchen Abend zu ihr kommen lassen. Sichtlich beunruhigt, begrüßte sie Dumbledore knapp und trat einen Schritt zur Seite, um ihn einzulassen.
„Guten Abend, Miss Brown", begrüßte dieser sie freundlich und leicht lächelnd wie fast immer und trat anschließend ein, während er sich dafür bedankte. „Ich will nicht lange um den heißen Brei herumreden", fuhr er dann auch gleich fort, nachdem Amanda die Tür wieder geschlossen hatte, „denn ich sehe, sie waren schon im Bett und ich selbst sollte darüber auch noch nachdenken. Wie dem auch sei… Ich bin hier, weil mich Severus darum gebeten hat." Amanda runzelte die Stirn. „Was ist denn los? Was ist passiert", wollte sie besorgt wissen. „Nun, was mit Severus momentan passiert, das kann ich leider nicht sagen, aber er hat mich gebeten, sie darüber zu informieren, dass Voldemort seit einigen Stunden wieder körperlich in unserer Mitte weilt und er seinem Ruf gefolgt ist."
Zunächst sah Amanda ihren ehemaligen Professor nur erschrocken und schweigend an, dann nickte sie. Eine ganze Flut von Sorgen und Befürchtungen schoss auf sie ein, so dass es einen Moment dauerte bis sie ihre Fassung wiedererlangte. „Vielen Dank, dass sie sich die Mühe gemacht haben herzukommen", bedankte sie sich dann dennoch möglichst gefasst und höflich. Dumbledore lächelte sie aufmunternd an, denn er bemerkte und verstand natürlich ihre Sorgen. „Er wird sich bei ihnen melden, sobald er kann, da bin ich sicher." „Ich hoffe es." Amanda rang sich ein Lächeln ab, was aber nicht ganz gelingen wollte. „Bestimmt", lächelte Dumbledore Zuversicht ausstrahlend zurück. „Severus weiß was er tut und wie ich ihn kenne, wird er sich am Ende noch eher bei ihnen melden, als bei mir." Kurz zwinkerte der Schulleiter, dann fuhr er fort: „Aber jetzt werde ich sie nicht mehr länger stören..."
„Ja, natürlich. Sie haben sicherlich viel zu tun jetzt. Vielen Dank noch einmal." Dumbledores Ruhe beruhigte Amanda zumindest ein wenig. „Bitte, bitte. Gute Nacht, Miss Brown."
Während Dumbledore wieder ging, sah sich Severus schon länger mit Lord Voldemort konfrontiert und seine Qualen schienen noch immer kein Ende zu nehmen. Er hatte damit gerechnet, dass der dunkle Lord ihn für sein Nichterscheinen bestrafen würde, aber dass es so schlimm werden würde, hätte er nicht gedacht. Doch Durchhalten hieß die Devise und so ließ er weiterhin jede Beschimpfung, Demütigung und Folter möglichst ohne Schmerzenslaute über sich ergehen, auch wenn er spürte, dass sein Körper so langsam ans Ende seiner Kräfte gelangte. Amanda hingegen hatte jeden Gedanken an Schlaf verworfen. Unruhig lief sie zunächst im Wohnzimmer auf und ab und versuchte irgendwie mit dieser neuen Information zurechtzukommen. Gerade war ihr größter Alptraum wahr geworden und beinahe wünschte sie sich, Severus hätte ihr erst am nächsten Tag davon erzählt, wenn er hoffentlich wohlbehalten wieder zurückgekehrt war. Sie wagte nicht sich auszumalen, was ihm alles zustoßen konnte oder was er womöglich gerade erleiden musste.
Nachdem Amanda den ersten Schock überwunden hatte, ging sie doch wieder nach oben und ließ sich auf ihr Bett sinken. Dabei fiel der Teddy um, welcher an Severus Kissen gelehnt hatte. Seufzend griff Amanda nach ihm und drückte ihn an sich, doch natürlich konnte auch das nur wenig von ihrer Besorgnis nehmen. Severus versuchte indes beharrlich, seinen Herrn und Meister von seiner unerschütterlichen Treue zu überzeugen und letztendlich gelang ihm dies auch, nicht zuletzt durch sein langes, schweigendes Leiden unter Voldemorts durchbohrenden Blicken und seiner Folter. Körperlich und geistig vollkommen ausgezehrt und erschöpft wurde er schließlich mitten in der Nacht von Voldemort zurück nach Hogwarts geschickt, im erneuten Irrglauben, er wäre wie vor Jahren der Todesser-Spion an Dumbledores Seite.
Als Severus an den Grenzen Hogwarts reapparierte, hatte er Mühe, sich noch auf den Beinen zu halten, da sein Körper vor Erschöpfung und Folter zitterte. Mit einem kurzen Blick auf den Weg der noch vor ihm lag, bevor er in seinem Büro endlich zusammenbrechen konnte, war ihm klar, dass er das heute nicht mehr schaffen würde. Deshalb schloss er seinen Griff noch einmal fester um seinen Zauberstab und versuchte sich ein letztes Mal zu konzentrieren. Wenig später reapparierte er vor Amandas Haustür erneut und klingelte. Während er darauf wartete eingelassen zu werden, steckte er zitternd seinen Zauberstab zurück in seine staubigen und an manchen Stellen zerrissenen Roben und lehnte sich, erschöpft ein wenig die Augen schließend, an den Türrahmen. Als es klingelte, schreckte Amanda aus dem leichten Schlaf, in den sie gefallen war. Sie sprang aus dem Bett und lief die Treppe hinunter. Schnell öffnete sie die Tür und erstarrte für einen Moment, als sie entdeckte, wie schlimm Severus aussah. „Severus..." Sanft legte sie die Arme um ihn und zog ihn ins Haus. Leise stöhnend vor Schmerzen, als sie ihn anfasste und er sich erneut bewegen musste, ließ sich Severus ins Haus bringen und sank dann auch schon kurze Zeit später auf den Treppenstufen nieder. Erst jetzt, als seine Anspannung immer mehr nachließ, spürte er, wie sein Körper schmerzte, wie erschöpft er tatsächlich war und wie stark er wirklich zitterte. Um wenigstens das vor Amanda zu verbergen, ließ er seine Hände in den Weiten seiner Robe verschwinden. „Du musst Dumbledore rufen, Amanda", sagte er dann leise und ein wenig bebend vor Schmerzen. Trotz aller Erschöpfung noch immer ganz pflichtbewusst wollte er sich erst dann völlig zur Ruhe begeben, wenn der Rapport beim Schulleiter erledigt war. Besorgt strich Amanda die Haare aus Severus Gesicht. „Das kann auch noch einen Moment warten", sagte sie so ruhig wie möglich, wenn sie auch gerade sehr erschrocken über Severus Zustand war. „Nein", antwortete er zitternd und suchte ihren Blick. „Er soll meinen Trank bringen... Im Schreibtisch... oberste Schublade, rechts." In Severus Augen lag eine stumme Bitte und seine versteckten Hände ballten sich ein wenig zu Fäusten, um dem immer stärker werdenden Muskelzittern Einhalt zu bieten, das sich über seinen Körper ausbreitete. Daraufhin nickte Amanda nur stumm und erhob sich, um ins Wohnzimmer zu eilen und Dumbledore über das Flohnetzwerk zu rufen. Hoffentlich erreichte sie ihn so auch, immerhin war es gut möglich, dass er sich ganz woanders aufhielt. Ungeduldig wartete sie die viel zu langen Momente bis Dumbledore antwortete. Nachdem sie ihm eilig über Severus Zustand und seine Bitte berichtet hatte und der Schulleiter versprach, so bald wie möglich zu kommen, ging Amanda zurück zu Severus. „Kann ich denn gar nichts für dich tun", wollte sie etwas hilflos wissen. Severus öffnete wieder die Augen, als sie ihn erneut ansprach. „Es reicht schon, dass du da bist", antwortete er leise, dann wartete er weiter, bis Dumbledore endlich kam. Dieser ließ sich auch nicht lange bitten, denn auch er hatte, genau wie Amanda, bisher kaum ein Auge zugetan in dieser Nacht. Nachdem er zunächst in Severus' Büro geeilt war, um die Phiole in seinem Schreibtisch zu holen, erschien er wenig später und ungewöhnlich zeitnah nach Amandas Aufruf vor ihrem Haus und klingelte.
Amanda traute sich beinahe nicht Severus anzufassen, während sie auf Dumbledore warteten, aus Angst, ihm nur noch mehr Schmerzen zu bereiten. Als es schließlich viel früher als erwartet klingelte, zuckte Amanda zunächst erschrocken zusammen, öffnete dann aber gleich die Tür und war schließlich erleichtert, dass Dumbledore so wenig Zeit gebraucht hatte. Wortlos trat dieser ein, während hinter ihm ein roter Vogel folgte, der sich sogleich, als er im Haus war, würdevoll auf dem Treppengeländer niederließ und alles weitere von dort aus beobachtete. Dumbledore, der selbst im Morgenrock erschienen war, ging indes sofort zu Severus und musterte ihn kurz über seine Brillengläser hinweg, bevor er eine Phiole aus der Tasche zog und sie ihm reichte. Severus sah den Schulleiter nur müde an und nahm dann wortlos das kleine Glasgefäß, das er kurz danach auch schon mit einem Schluck geleert hatte. Angewidert vom bitteren Geschmack seines eigenen Gebräus verzog er noch das Gesicht, doch wenig später verspürte er schon die Wirkung, die sich langsam und angenehm warm durch seinen ganzen Körper auszubreiten begann. Noch immer besorgt, aber erneut beruhigt durch Dumbledores Anwesenheit, lehnte sich Amanda an die Wand neben der Treppe und sah Severus und Dumbledore schweigend an. Kurz nachdem Severus die kleine Flasche geleert hatte, schien sich sein Körper etwas zu entspannen.
Eine knappe Minute später fühlte sich Severus schon wieder bedeutend besser, auch wenn das Zittern noch immer nicht ganz verschwunden war. Er sah Dumbledore nun an, jedoch ohne ein Wort zu sagen. Dieser erwiderte seinen Blick einen Moment lang schweigend, doch dann sagte er: „Ich denke, du solltest dich nun ausruhen, Severus. Du kannst mir morgen alles im Detail berichten." Momentan gab sich der Schulleiter gerne damit zufrieden, nur zu wissen, dass es seinem Tränkelehrer einigermaßen gut ging und Voldemort den Köder offenbar erneut geschluckt hatte. Eigentlich konnte Amanda Dumbledore nur Recht geben, war sich aber nicht sicher, ob Severus das auch so sehen würde, daher schwieg sie besser weiterhin. Severus schwieg ebenfalls und nickte nur. Auch er war froh, dass er nun nicht noch alles berichten musste, was ihm bei seiner Begegnung mit dem Lord widerfahren war, denn er war müde. „Gut", ergriff nun wieder Dumbledore das Wort. „Dann also bis morgen. Es ist schön, dass du wieder wohlbehalten zurück bist. Jetzt haben wir vielleicht doch noch die Chance auf eine Mütze Schlaf." Dabei sah er kurz zu Amanda und für einen Moment blitzte der Schalk aus seinen Augen. „Fawkes", sprach er dann seinen Phönix an und streckte seinen Arm aus, wie um ihm die Gelegenheit zu geben, sich darauf niederzulassen. „Wärst du bitte so freundlich?" Der Vogel setzte sich in Bewegung und kaum hatte er Dumbledores Arm berührt, waren beide auch schon verschwunden. Einen Moment überrascht blickte Amanda auf die Stelle, wo Dumbledore kurz zuvor noch gestanden hatte, dann wandte sie sich an Severus. „Komm, du solltest ins Bett", sprach sie ihn sanft an und griff nach seinem Arm, um ihm beim Aufstehen zu helfen. Ohne Widerworte stand Severus auf und folgte Amanda nach oben. „Ich will mich noch schnell duschen", sagte er schließlich, als sie vor der Schlafzimmertür angelangt waren. Mittlerweile fühlte er sich dank des starken Trankes nicht mehr ganz so kaputt, dafür aber umso schmutziger. „Bist du sicher? Schaffst du das alleine?" Amanda wollte auf keinen Fall, dass Severus nachher noch unter der Dusche zusammenbrach. Trotzdem betrat sie mit ihm das Badezimmer. „Ja. Geh schon mal ins Bett. Ich komme bald nach." Erschöpft und irgendwie in sich gekehrt sah er sie an, als sie ihm ins Bad folgte, bevor er damit begann, langsam und noch ein wenig unkoordiniert seine verschmutzte und zerrissene Robe aufzuknöpfen. „Warte, ich helfe dir", meinte Amanda ruhig, als sie seine Bemühungen sah und öffnete schnell die Knöpfe seiner Robe. „Ich hol dir etwas Sauberes zum Anziehen", sagte sie, nachdem sie fertig war.
Auch wenn es ihm gerade ein wenig unangenehm war, sich von ihr helfen zu lassen, schwieg Severus und ließ es zu, denn er wollte Amanda, die es natürlich nur gut meinte, nicht wegstoßen. „Ja", sagte er lediglich auf ihren Vorschlag hin, während er sich die Robe von den Schultern schob und sie achtlos zu Boden gleiten ließ. Als er nun kurz flüchtig in den Spiegel sah, bemerkte er, dass sich schon der eine oder andere blaue Fleck auf seiner blassen Haut abzuzeichnen begann. Stumm seufzend wandte er sich wieder ab und hob stattdessen seine Robe auf und warf sie in den Wäschesack. Amanda nickte und ging ins Schlafzimmer, um Severus einen Schlafanzug zu holen. Wieder im Badezimmer legte sie ihn auf die Wäschekommode. „Wenn du Hilfe brauchst, sagst du bescheid ja?" „Ja, mach ich", sagte Severus und bedankte sich noch bei ihr. Dann wartete er, bis sie das Badezimmer verlassen hatte, bevor er sich vollends entkleidete und schließlich in die Dusche stieg, um sich gründlich zu waschen. Doch nicht aller Schmutz, den er an sich fühlte, ließ sich mit Wasser und Seife entfernen. Während Severus duschte, war Amanda in ihr Arbeitszimmer gegangen und mischte schnell noch einen Trank zusammen, der zusätzlich zu Severus Trank dafür sorgen würde, dass er sich bis zum Morgen erholen würde. Damit konnte sie zumindest ein wenig für ihn tun. Severus zog sich gerade wieder an, als Amanda fertig war und den Becher mit dem Trank auf seinen Nachttisch stellte. Unruhig wartete sie anschließend darauf, dass Severus fertig wurde und ins Schlafzimmer kam. Es gefiel ihr nicht, dass er in seinem Zustand alleine im Bad war.
Eine viertel Stunde später erschien Severus wie versprochen geduscht und bettfertig im Schlafzimmer und er konnte nicht leugnen, dass er sich nun schon sehr auf das bequeme und weiche Bett freute. Amanda stand vom Bett auf, als er das Zimmer betrat. „Da steht noch ein Trank für dich. Tu mir den Gefallen und trink ihn, ja? Dann kannst du in jedem Fall gut schlafen." „Was für ein Trank? Du weißt, ich habe schon etwas genommen..." Severus ging zu seiner Bettseite, setzte sich, griff dann nach dem Becher und schnupperte kurz am Gebräu darin. Amanda seufzte. „Ja, weiß ich und darüber habe ich schon genügend nachgedacht." „Also? Willst du es mir sagen, bevor ich trinke, oder soll ich mich auf dein Urteil verlassen?" Er sah sie fragend an.
„Was sagen?" Verwundert sah sie ihn an. „Der hat keine Wechselwirkungen mit deinem Trank." „Na was, die Zutaten sind natürlich." Ohne zu trinken stellte Severus den Becher wieder ab und schlug stattdessen die Bettdecke auf, um sich endlich hinlegen zu können. Mit großen Augen sah sie ihn an. „Das meinst du nicht ernst, oder?" Durchaus angefressen, wartete Amanda gar nicht auf eine Antwort, sondern ging ins Nebenzimmer und kam mit einem Stück Pergament zurück, um es neben den Becher zu legen. „Ich hoffe, das reicht dir an Information." Ein wenig verwundert über ihre burschikose Reaktion sah Severus ihr nach und griff dann kurze Zeit später nach dem Pergament, welches sie ihm hinlegte, um einen Blick darauf zu werfen. Er hatte ihr ja gerade keinesfalls unterstellen wollen, dass sie ihm etwas unverträgliches vorgesetzt hatte und so hätte es ihm eigentlich auch gereicht, hätte sie ihm einfach nur gesagt, was enthalten war, aber ein Rezept war ihm natürlich auch recht. Eigentlich wollte er gerade gar keinen Trank mehr nehmen, um gut durchschlafen zu können, denn es gab noch so vieles, was ihm durch den Kopf ging, doch nun blieb ihm wohl keine andere Wahl als zu trinken, wollte er Amanda nicht noch weiter verärgern. Leise seufzend und mit dem flüchtigen Gedanken, sich doch nach Hogwarts hätte schleppen sollen, legte er das Pergament wieder weg und sah dann Amanda an, die noch immer im Raum stand. „Willst du dich nicht hinlegen?" Anstatt auf seine Frage zu antworten, sah sie ihn an. „Du musst es nicht trinken, es ist nur gut gemeint", sagte sie sanfter als zuvor, bemüht sich den Unmut darüber nicht anmerken zu lassen. „Das weiß ich", sagte er und noch einmal glitt sein Blick forschend über ihr Gesicht. Wieso kam sie nicht ins Bett oder beantwortete wenigstens seine Frage? Wollte sie etwa gerade nicht neben ihm liegen? Und wenn ja, warum? Doch bevor seine Gedanken noch weiter abdriften konnten, wandte Severus wieder den Blick ab, schloss kurz die Augen und schüttelte kurz den Kopf, wie um zu vertreiben, was ihm gerade im Kopf herumspukte. Dann griff er erneut nach dem Becher und trank ihn ohne erneut die Miene zu verziehen leer. Nachdem er ihn wieder abgestellt hatte, legte er sich bequem hin und zog die Decke etwas mehr zu sich hoch. „Es wäre schön, wenn du jetzt auch ins Bett kommen würdest", sagte er dann nur noch, ohne Amanda jedoch noch einmal anzusehen.
Diese war durch die ganze Situation und ihre gerade geführte Diskussion einfach viel zu aufgewühlt gewesen, um sich ruhig ins Bett zu legen, aber nun ging sie auf Severus Bitte ein und legte sich zu ihm. Kaum hatte sie sich ebenfalls zugedeckt, nahm sie ihn sanft in den Arm und hielt ihn fest. Er seufzte leise, als er sie nun endlich bei sich spürte und zog sie sanft noch näher an sich. Darauf hatte er eigentlich schon die ganze Zeit gewartet, seit er aus dem Bad gekommen war und nichts anderes hatte er auch gewollt. Sanft strich Amanda durch seine Haare und anschließend beruhigend über seinen Rücken. Eigentlich hatte sie auch nur gewollt, dass er sich so bald wie möglich hinlegte, aber scheinbar waren sie beide zu aufgewühlt gewesen, um diese Diskussion um den Trank nicht zu führen. „Versuch zu schlafen" murmelte Severus noch, als er schon längst die Augen geschlossen hatte und spürte, wie ihn die Erschöpfung erneut zu übermannen begann. Er konnte sich denken, dass Amanda nun noch ewig wach liegen würde, während er aufgrund des Trankes schon längst eingeschlafen war. „Mach ich", sagte sie leise und nahm zufrieden seinen ruhiger werdenden Atem wahr. Selbst fand Amanda erst in den Morgenstunden, als sie Sonne bereits aufging, in einen unruhigen und kurzen Schlaf.
