Kapitel 41

~ Übergriff auf dem Heimweg ~

Inzwischen waren einige Wochen vergangen. Amanda und auch ihre Familie und Freunde, hatten den ersten Schreck über Voldemorts Rückkehr verkraftet. Natürlich machte sich Amanda noch immense Sorgen um Severus, doch er war bisher nicht noch einmal von Voldemort so malträtiert worden wie bei ihrem ersten Zusammentreffen. Das Ministerium hatte tatsächlich überhaupt nicht auf dieses Ereignis reagiert, so dass der Grossteil der Zauberergesellschaft sein Leben ganz normal weiter lebte und somit auch Amandas Geschäfte wie gewohnt verliefen. Ihr Umfeld jedoch wusste es besser und nachdem Severus einige Schutzzauber auf ihr Haus und um ihr Grundstück gelegt hatte, bekam Amanda sehr viel öfter Besuch von ihrer Familie oder von Freunden. Wie nicht anders zu erwarten gewesen war, hatte allerdings Amandas Mutter überhaupt kein Verständnis für die Situation gezeigt und freute sich mehr über Voldemorts Rückkehr, als das sie beunruhigt war.

An diesem Abend Mitte August, arbeitete Amanda noch spät bei Felonwood, da ein Trank, den sie am Morgen angesetzt hatte, fertig gebraut werden musste. Gerade schüttete sie die letzten beiden Zutaten in den Kessel, als eine Stimme aus dem Kamin sie aufschrecken ließ. Es war ihr Bruder, der sie sehr verstört darum bat, so schnell wie möglich zu kommen. Verwundert und besorgt sagte Amanda zu sich zu beeilen, so dass sie einige Minuten später an Davids und Sandras Wohnungstür klingelte. Ihr Bruder machte ihr auch kurz darauf auf und bat sie hektisch hinein. „Was ist denn los", wollte Amanda wissen. „Es ist etwas mit Sandra! Sie ist vorhin nach Hause gekommen und zittert am ganzen Körper, sagt aber kein Wort. Ich weiß gar nicht was ich tun soll oder was passiert ist!"

Stirn runzelnd folgte Amanda ihrem Bruder ins Wohnzimmer, wo Sandra zusammengesunken auf dem Sofa saß und trotz der Wärme und der zusätzlichen Decke tatsächlich am ganzen Körper zitterte. Langsam setzte sich Amanda neben sie und sprach sie vorsichtig an. „Sandra? Was ist denn los? Was ist passiert? Kann ich dir irgendwie helfen?" Doch Davids Freundin schüttelte nur den Kopf und sagte noch immer kein Wort. „Hat dir jemand wehgetan? Bist du verletzt?" Erneut nur ein Kopfschütteln. Fragend sah Amanda daraufhin David an. „Ich weiß es auch nicht. Bleib du doch bei ihr, ich sehe mich mal eben in eurer Küche um." Zwar war David ein wenig verwundert, setzte sich aber zu seiner Freundin, während Amanda in die Küche ging um zu sehen, ob sie einige Zutaten für einen Beruhigungstrank finden konnte. Doch wie beinahe nicht anders zu erwarten, war nichts Passendes dabei. Dann würde sie doch Severus um Hilfe bitten müssen, dachte sie sich. Vielleicht konnte er zur Not noch mit Legilimentik herausfinden, was mit Sandra geschehen war. So griff sie in den Topf mit Flohpulver, entzündete im Kamin ein Feuer und warf es schließlich hinein, um kurz darauf nach Severus zu rufen.

Der war, wie so oft um die Zeit, noch in seinem Büro und arbeitete und auch er war sofort alarmiert, als Amandas Kopf im Feuer erschien. „Amanda! Was ist los?", fragte er schon von Weitem, noch bevor er überhaupt am Kamin angelangt war. „Bei mir ist alles in Ordnung", beruhigte sie Severus gleich wieder. „Aber mit Sandra stimmt etwas nicht. Sie ist nach Hause gekommen und ist noch immer vollkommen aufgelöst, zittert und spricht kein Wort." „Nach Hause gekommen von wo? Arbeit?" Sonderlich beruhigend klang auch diese Neuigkeit nicht in Severus' Ohren, auch wenn er natürlich froh war, dass es Amanda gut ging. „Ja ich denke von der Arbeit. Es wäre gut, wenn du kommen könntest. Ich bin ziemlich ratlos und natürlich haben die auch nichts zum Beruhigen zu Hause." „Ich mache mich gleich auf den Weg und bringe auch etwas mit. Dein Bruder sollte sich einmal eine ordentliche Hausapotheke zulegen, sag ihm das. Einen schönen Gruß von mir", sagte Severus, keineswegs verwundert über diese Tatsache. „Vielen Dank! Sag es ihm dann selber. Bis gleich!" „Bis gleich."

Kaum war Amandas Kopf wieder aus dem Feuer verschwunden, ging Snape zu einem seiner Schränke und holte ein paar Phiolen heraus, die er danach sorgsam in eine kleine Transportbox steckte. Dann schnappte er sich seinen Umhang vom Haken, löschte das Licht im Büro und verließ das Schloss.

David stand im Rahmen der Küchentür, als sich Amanda vom Kamin erhob. „Musstest du Snape da mit hineinziehen?", wollte er wissen. „Hast du eine bessere Idee? Ich nämlich nicht. Sei froh, dass er Zeit hat und vorbeikommt. Geh lieber zu Sandra und versuch sie zu beruhigen." Noch leicht grummelnd ging David zurück ins Wohnzimmer, wohin Amanda ihm kurz daraus folgte.

Es dauerte eine Weile, bis Severus schließlich klingelte und Amanda ging, um ihn zu öffnen. „Danke noch mal, dass du gekommen bist", bedankte sie sich erneut. „Es bleibt mir ja wohl kaum etwas anderes übrig. Wer weiß, was mit ihr ist", entgegnete Severus. „Wo ist sie jetzt?" „Im Wohnzimmer." „Dann nach dir." Daraufhin folgte Severus Amanda nach nebenan, während er im Gehen schon seinen Umhang von den Schultern streifte, den er schließlich im Wohnzimmer über einen der Sessel warf. Seine Augen richteten sich derweil sofort auf Sandra, die noch immer verstört auf dem Sofa saß. David begrüßte Snape kurz. Auch wenn er es nicht zugeben würde, hoffte er doch, dass dieser herausfinden würde, was mit Sandra los war. Amanda lehnte sich an die Balkontür und wartete darauf was als nächstes geschehen würde. Sandra hingegen reagierte kaum auf Snapes Eintreten, sondern starrte weiterhin auf den Fußboden vor sich. Auch Severus begrüßte seinen Schwager in spe knapp, dann zog er die Box mit den Phiolen aus dem Umhang und stellte sie auf den Tisch. Kurz darauf richteten sich seine Augen wieder auf Sandra. „Miss Adams", sprach er sie schließlich an, um abzuwarten, wie und ob sie überhaupt darauf reagieren würde.

Als sie angesprochen wurde, sah Sandra nur kurz auf, um gleich darauf wieder in ihr altes Verhaltensmuster zurückzufallen. Severus hob langsam eine Augenbraue, dann kam er etwas näher und sprach Sandra erneut an. „Sehen sie mich an und erzählen sie mir, was passiert ist." Noch war seine Stimme ruhig und für seine Verhältnisse fast schon einfühlsam. Sandra schüttelte nur schweigend den Kopf und sah Snape nicht an. Besorgt beobachtete Amanda die Situation, während David ungeduldig im Raum stand. „Na schön", sagte Snape ruhig. „Wenn sie es keinem von uns sagen wollen..." Dann wandte er sich kurz an David, während er seinen Zauberstab zog. „Brown, sie halten jetzt die Füße still, egal wie ihre Freundin reagieren wird. Sollten sie unerlaubt eingreifen, dann erleben sie ihr blaues Wunder. Ich hoffe, das war deutlich." Amanda ahnte, was Severus tun wollte und auch wenn es ihr eigentlich nicht gefiel, so sah sie gerade auch keine andere Möglichkeit, denn im Moment war ja nicht einmal klar, ob ihr etwas Ernsthaftes fehlte. David dagegen gefiel es überhaupt nicht, dass Snape seinen Zauberstab in der Hand hielt und ihn auf Sandra richtete, doch aufgrund der Aufforderung und Amandas ruhigem Verhalten, riss er sich zusammen und wartete darauf was geschehen würde. Severus, der eigentlich mit Davids Widerrede gerechnet hatte, ging nun zu Sandra und setzte sich neben sie. Dann befahl er ihr erneut, ihn anzusehen, diesmal allerdings mit einer Bestimmtheit in der Stimme, die keinen Widerstand duldete. Sandra hob auf Snapes Aufforderung dann doch kurz den Kopf und sah ihn schüchtern an. Kaum hatte er den Blickkontakt hergestellt, drang Severus auch schon mit einem unausgesprochenen Legilimens in ihren Geist ein. Es war ein Leichtes für ihn, zu finden, wonach er suchte. Schnell fand er ihre Erinnerung von diesem Abend und dem, was sie offenbar so verstört hatte. Mit großen, erstaunten Augen sah Sandra entsetzt in Snapes, als sie durch seinen Zauber noch einmal erleben musste, was ihr geschehen war:

Sandra verließ mit ihrer Freundin Anna das Geschäft in dem sie arbeitete. Kaum waren sie einige Meter gegangen, als sie beide in eine Seitengasse der Winkelgasse gezogen und gegen die Häuserwand geschubst wurden. Es waren zwei Todesser, die begannen, die beiden jungen Frauen verbal anzumachen und auch anzufassen. Sandra war mit Panik erfüllt und konnte sich nicht wehren, da sie mit einem Zauber festgehalten wurde. Die beiden Männer wurden immer zudringlicher und als es Sandra schaffte, sich etwas aus dem Zauber herauszuwinden, schlug einer der Todesser sie so hart, dass sie auf dem Boden landete. Dieser Sturz ließ nun endgültig auch Angst um das Baby in ihrem Bauch aufkommen, doch bevor sie noch weiter darüber nachdenken konnte, wurde sie auch schon wieder auf die Beine gerissen und an die Wand gedrückt. Aus den Augenwinkeln konnte sie sehen, wie sich der andere Mann daran machte, Anna an die Kleidung zu gehen. Während diese Erinnerungen vor ihrem inneren Auge vorbeizogen, begann Sandra noch stärker zu zittern und begann stumm zu weinen. David bemerkte diese Reaktion besorgt und wollte bereits dazwischen gehen, als er von Amanda abgehalten wurde, die nur stumm den Kopf schüttelte. Zwar war sie auch beunruhigt über Sandras Reaktion, aber Severus wusste schon was er tat. Anna versuchte zu schreien und sich zu wehren, doch der Fluch, welcher auf ihr lag, hielt sie davon ab. Nun fühlte auch Sandra die fremden Hände auf ihrem Körper und sie versuchte immer verzweifelter sich zu wehren, aber erfolglos. Ein plötzliches lautes Geräusch jedoch, ließ die Todesser zusammenzucken und als sie bemerkten, dass sich vom anderen Ende der Gasse eine Person näherte, warfen sie sich kurz einen Blick zu und disapparierten kurz darauf.

Auch wenn Severus spürte, dass Sandra sich dagegen wehrte, dass er diese Erinnerungen noch einmal abrief und es ihm selbst alles andere als angenehm war, dies zu tun, forschte er weiter. Und das was er schließlich gesehen hatte, bestätigte nur seinen vorher gehegten Verdacht und auch die Notwendigkeit, Sandra dazu gezwungen zu haben, sich ihm zu offenbaren. Kaum hatte er diese Szenen noch einmal Revue passieren lassen, zog er sich aus ihrem Geist zurück. Sein Gesicht war versteinert und schweigend erhob er sich wieder vom Sofa und gab den Weg für David frei. „Gehen sie ihre Freundin trösten, Brown."

Schluchzend holte Sandra Luft, als Snape seinen Zauber abbrach. Was hatte er da nur getan? Genau das wollte auch David nun wissen: „Was haben sie mit ihr gemacht?" Wütend auf Snape setzte er sich neben Sandra und nahm sie in den Arm, in dem Sandra sogleich weinend ihren Kopf vergrub. Amanda hingegen sah Severus nur fragend an. „In Erfahrung gebracht, was mit ihr los ist", gab Snape ein wenig barsch zurück, denn ihn beschäftigten gerade selbst noch die Dinge, die er gesehen hatte. Da werden zwei Personen wohl gehörige Probleme bekommen, wenn sich die Gelegenheit bieten würde. Kurz verschmälerten sich seine Augen bei diesem Gedanken, doch dann fing er Amandas fragenden Blick auf und atmete hörbar aus, während sein eigener Blick nichts Gutes verhieß. „Und da gab es keinen anderen Weg?", wollte David gereizt wissen. „Doch, natürlich. Veritaserum zum Beispiel", gab Snape ein wenig giftig zurück. „Aber denken sie, das wäre angenehmer gewesen?" Dann ging er zurück zum Tisch und holte eine Phiole aus seinem mitgebrachten Sammelsurium. „Hier", er stellte sie vor dem Pärchen auf den Tisch. „Ein leichtes Beruhigungsmittel. Sie wird es brauchen und sie wahrscheinlich auch, sobald sie erfahren, was mit ihrer Freundin passiert, oder glücklicherweise nicht passiert ist." Skeptisch sah David erst Snape dann die kleine Flasche an, doch in Anbetracht der noch immer bebenden Sandra in seinem Arm, griff er schließlich danach und versuchte dann mit sanften Worten Sandra davon zu überzeugen, etwas davon zu trinken. Amanda hingegen hatte noch immer keine Vorstellung davon, was denn nun los war und wartete noch immer auf eine Erklärung.

„Also...", begann Snape schließlich, als David das Fläschchen ergriffen hatte, um Sandra den Inhalt einzuflößen. „Miss Adams war auf dem Heimweg von der Arbeit, zusammen mit ihrer Freundin oder Arbeitskollegin, als sie von zwei Maskierten überfallen wurden - höchstwahrscheinlich Todesser. Die beiden wurden körperlich und verbal ziemlich zudringlich und verhinderten durch Zauber, dass die beiden Frauen sich großartig wehren konnten. Die weiteren Details erspare ich uns allen jetzt. Jedenfalls war es reines Glück, dass die zwei Täter gestört wurden und nicht mehr passiert ist."Nach kurzem Schweigen fügte er an Sandra gewandt hinzu: „Miss Adams, ich lege ihnen wirklich nahe, künftig noch an Ort und Stelle zu apparieren, vor allem nach Einbruch der Dunkelheit. In Anbetracht der Umstände..." Ganz bewusst ließ er es offen, wie man seine letzten Worte deuten konnte, denn es war nicht seine Aufgabe zu verkünden, dass sie schwanger war, denn vielleicht wusste es noch nicht einmal David. Doch Snape war sich fast sicher, dass Sandra ganz genau verstehen würde, auf was er abzielte.

Amanda war erschrocken, als sie erfuhr was geschehen war. Immerhin war dieser Überfall am frühen Abend und am helllichten Tag geschehen! Es wurde wohl doch immer deutlicher, dass das Leben nicht mehr so sicher war. Auf Snapes Worte hin, sah Sandra kurz auf und ihn an, bevor sie nur schweigend nickte. Sie ahnte was er meinte und war dankbar, dass er die Schwangerschaft nicht direkt angesprochen hatte, auch wenn David natürlich Bescheid wusste. Aber es war nun wirklich nicht der Zeitpunkt, diese Sache öffentlich zu machen. David hatte derweil natürlich auch mitbekommen was Snape berichtet hatte, aber ganz klar war ihm das Ausmaß noch nicht geworden. Allerdings war diese Tatsache auch für Sandra besser, denn so konnte er sie trösten, anstatt sich darüber aufzuregen. Severus hingegen nahm es beruhigt zur Kenntnis, dass Sandra verstanden hatte, was er mit seiner Andeutung gemeint hatte und schwieg. Es wunderte ihn jedoch, dass David so ruhig war, denn er hatte damit gerechnet, dass er, noch bevor er selbst überhaupt richtig geendet hatte, voller Zorn und Rachegedanken aufspringen würde, um Vergeltung üben zu gehen. „Severus", sprach Amanda ihn ruhig an. „Lass und doch eben in die Küche gehen, ich möchte etwas trinken." Eigentlich wollte Amanda Sandra und David nur einen Moment alleine lassen, es aber so direkt nur nicht sagen. Snape sah Amanda an und nickte nur, dann folgte er ihr schweigend in die Küche.

„Da kann ich gut verstehen, dass Sandra verstört ist", meinte Amanda, als sie dort angekommen waren. „Sicherlich. Das wäre wohl jeder, in ihrer Situation", entgegnete Severus. Amanda nickte. „Möchtest du wirklich etwas trinken?" „Nein", antwortete er daraufhin, während er kurz aus dem Küchenfenster blickte und den Anschein machte, als ob ihn noch irgendetwas beschäftigen würde. Verwundert sah Amanda ihm dabei einen Moment zu. „Ist sonst noch etwas? Du wirkst so nachdenklich." „Es ist nicht meine Aufgabe, dir das zu sagen", entgegnete Severus und wandte sich wieder ihr zu. „Wie meinst du das denn nun? Wessen Aufgabe ist es denn dann?" „Die deines Bruders, oder Miss Adams. Es sind schließlich nicht meine Erinnerungen." „Was kann es denn so geheimes geben, was du gesehen haben könntest", wollte Amanda verwundert wissen. „Ist Sandra schwanger, oder was", meinte sie scherzhaft grinsend. Nach diesem Kommentar sah Severus sie mit einem Blick an, der verriet, dass sie gerade ins Schwarze getroffen hatte und er es aufgrund der momentanen Umstände alles andere als witzig fand, allerdings schwieg er weiter. „Ach Quatsch, das war ein Scherz. Jetzt guck nicht so, als hätte ich Recht", sagte Amanda nun sehr irritiert. „Nein, das ist kein Scherz. Du hast Recht", sagte Severus ernst.

Eine ganze Weile sah Amanda ihn nur schweigend an. Sie wusste wirklich nicht was sie davon halten sollte. „Da hätten sie sich wohl auch einen passenderen Moment aussuchen können", meinte sie dann nur trocken. „Tja. Dazu muss ich wohl nichts sagen", entgegnete Severus nur, denn ihr war ja seine Meinung zu diesem Thema hinreichend bekannt. Amanda seufzte leise und verschränkte die Arme vor dem Körper. So ganz wusste sie nicht was sie mit dieser Information nun anfangen sollte. Es war ein seltsamer Gedanke, dass ihr Bruder vor ihr Kinder haben würde. Severus beobachtete ihre Reaktion währenddessen ganz genau und ihm war nicht wohl bei der Sache, denn er konnte sich gerade sehr wohl denken, was in ihrem Kopf vorging. Doch auf eine erneute Diskussion über Kinder hatte er alles andere als Lust, denn seine Meinung diesbezüglich hatte sich nicht geändert, schon gar nicht jetzt, nachdem Voldemort wieder zurückgekehrt war. Amanda hatte nicht vor, erneut mit Severus über dieses Thema zu sprechen, aber dennoch konnte sie die Gedanken daran nicht unterdrücken oder verdrängen. „Ich sehe mal nach Sandra", sagte sie schließlich ruhig und wendete sich zur Tür. „Tu das", sagte Snape daraufhin nur und blieb noch einen Moment allein, doch dann folgte auch er ihr wieder zurück ins Wohnzimmer.

Sandra lag noch immer in Davids Arm, machte aber einen sehr viel ruhigeren und gefassteren Eindruck als zuvor. „Das sieht ja schon besser aus, als vorhin", meinte Amanda lächelnd zu den beiden. Sandra nickte und erwiderte das Lächeln, wenn auch kurz und noch halbherzig. Severus schwieg. Das was er bei Amanda gerade gesehen und erahnt hatte, beschäftigte ihn und außerdem war er sich nun nicht sicher, ob er sich bei Sandra für seine unkonventionellen Methoden, die Wahrheit herauszufinden, entschuldigen sollte. „Kann ich noch etwas für euch tun", fragte Amanda ihren Bruder und seine Freundin, denn irgendwie fühlte sie sich nun etwas fehl am Platze. Severus ging es nicht anders, deshalb hatte er auch gerade nach seinen Tränken gegriffen, um sie wieder einzustecken. Doch vorher nahm er noch eine zweite Phiole aus der Box und stellte sie auf den Tisch. „Falls sie heute Nacht schlecht schlafen können..." „Danke", sagte Sandra leise und sah Snape kurz an. David verneinte Amandas Frage, denn vermutlich war es am besten, wenn Sandra sich gleich etwas hinlegen und versuchen würde, sich weiter zu beruhigen. Amanda nickte daraufhin. „Gut, dann denke ich, werde ich jetzt wieder gehen und euch alleine lassen." „Keine Ursache", entgegnete Snape Sandra nur und fing ihren Blick einen kurzen Moment auf, dann wandte er sich an Amanda. „Ich werde mitkommen." Gemeinsam verabschiedeten sich beide daher von dem jüngeren Paar und standen schließlich zusammen vor deren Wohnungstür. „Gehst du gleich zurück nach Hogwarts", wollte Amanda wissen. „Wenn du willst, komme ich noch mit dir mit", entgegnete Snape. „Ja, schon. Es wäre schön." Kurz lächelte Amanda Severus an, bevor sie dann beide zu ihrem Haus apparierten und den restlichen Abend ruhiger verbrachten.