Kapitel 57
Erster Geburtstag
In den Wochen und Monaten nach Weihnachten wurde die Lage in Hogwarts und vor allem auch Severus immer angespannter. Er machte sich seine Gedanken um Draco und vor allem um das, was er plante und in was er ihn partout nicht einweihen wollte. Bellatrix hatte bei ihrem Neffen ganze Arbeit geleistet, das musste man sagen. Sie misstraute ihm – Snape – und hatte dem jungen Malfoy daher offenbar ans Herz gelegt, seinen Lehrer nicht ins Vertrauen zu ziehen und zudem seine Gedanken gegen ihn abzuschirmen.
Neben dem Ärger und den Problemen, die Severus mit seinem Schüler hatte, machten ihm auch seine Aufgaben als Doppelspion immer mehr zu schaffen. Allen voran ging dabei Dumbledores Wunsch, wenn es an der Zeit war, durch seine Hand den Tod zu finden. Nicht das erste Mal seit der Schulleiter diese Bitte an ihn herangetragen hatte, hatte Snape mit ihm darüber diskutiert und gestritten und bestimmt auch nicht das letzte Mal. Immer wieder hatte ihm der alte Mann erneut das Versprechen abgerungen es zu tun, aber immer wieder übermannten Severus in stillen Stunden die Zweifel und die Angst vor den Konsequenzen. Dabei dachte er jedoch nicht an seinen Ruf oder seine Ehre, sondern vielmehr an Amanda und Christopher und an sein kleines privates Glück, welches er sich in all den Jahren so mühsam aufgebaut hatte. Er würde mit der Wahnsinnstat die Dumbledore von ihm verlangte alles zerstören, was ihm in diesem Leben noch lieb und teuer war. Der alte Zauberer verlangte von ihm mit weit offenen Augen das noch einmal zu tun, was er vor Jahren in seiner Jugend aus reiner Dummheit schon einmal getan hatte – geradewegs ins Verderben zu rennen und alles was er liebte zurückzulassen, ohne Aussicht auf eine neue Chance. Dumbledore verlangte das Schlimmste von ihm, nämlich seinen größten Fehler noch einmal zu wiederholen. Das war es, was Severus schlaflose Nächte voller Angst bereitete. Er war seinem schrecklichsten Alptraum, Amanda und nun auch seinen Sohn für immer zu verlieren, näher als je zuvor und gleichzeitig wusste er, dass er keine andere Wahl hatte als diesen Weg zu gehen. Er wusste, dass es die einzige Möglichkeit war, um weiter an der guten Sache mitzuwirken und gegen den Dunklen Lord zu kämpfen und dennoch – alles in ihm sträubte sich gegen das, was er wohl bald würde tun müssen.
Mittlerweile war es Ende Mai geworden und Christophers erster Geburtstag war gekommen. Severus hatte schon tagelang gehofft, dass kurz davor nichts Außergewöhnliches passieren würde und er sich somit einige Stunden aus Hogwarts würde entfernen können und er hatte Glück. Alles blieb ruhig und so machte er sich an besagtem Tag nach dem Mittagessen auf zu seiner kleinen Familie. Amanda hatte ihm geschrieben, dass sich gegen Nachmittag auch ihr Vater und ihr Bruder mit seiner Familie angekündigt hatten. Außerdem würde auch Alan Riley zugegen sein. So saßen sie also am frühen Nachmittag alle gemeinsam ihm Wohnzimmer bei Tee und Kuchen zusammen, während die beiden Kinder auf dem Teppich vor dem leeren Kamin miteinander spielten.
Severus, der bisher die meiste Zeit nur geschwiegen und den anderen bei ihren Gesprächen zugehört hatte, hatte gerade allen und sich selbst Tee nachgeschenkt, als es plötzlich und unerwartet an der Tür klingelte.
Amanda runzelte die Stirn. „Wer kann das denn sein?", fragte sie in die Runde und stand auf, um zu öffnen. Eigentlich waren schließlich so gut wie alle anwesend, die in den Zauber des Hauses eingeweiht waren.
Auch Severus fragte sich ebenfalls für einen Moment wer es sein konnte und sah kurz zu Carl, dann lauschte er jedoch in Richtung Tür, um sich unter Umständen noch rechtzeitig verbergen zu können, sofern jemand auftauchen sollte, der ihn hier nicht mehr antreffen durfte.
Während die übrigen Anwesenden ebenso darauf warteten zu erfahren wer dort Einlass begehrte, öffnete Amanda die Tür und entdeckte Albus Dumbledore. „Professor Dumbledore! Was treibt sie denn hierher? Schön sie zu sehen, kommen sie doch rein."
„Guten Tag Miss Brown", entgegnete der Angesprochene lächelnd, bevor er ins Haus trat und zwinkernd weitersprach. „Ich meine mich zu erinnern, dass heute mein kleiner Namensvetter Geburtstag hat und wollte ihm meine Aufwartung machen." Amanda musste lachen. „Oh, in der Tat. Das ist aber sehr nett von ihnen. Gehen wir ins Wohnzimmer, dort gibt es auch Kuchen." „Ah, wunderbar! Ich folge ihnen einfach."Als Severus meinte, Dumbledores Stimme zu erkennen, war er erleichtert und lehnte sich wieder etwas zurück. Kurz darauf trat Amanda mit dem neuen Gast ins Zimmer.
Die übrigen Gäste waren wie Amanda überrascht den Schulleiter von Hogwarts zu sehen und begrüßten ihn alle. „Setzten sie sich, Professor", forderte Amanda Dumbledore auf und zauberte schnell noch einen Stuhl herbei. Während Carl schon von Dumbledores veränderter Hand gehörte hatte, war Sandra erschrocken über diesen Anblick und konnte dies auch nicht ganz verbergen. Die beiden Kinder hingegen ließen sich von der Aufregung in ihrem Umfeld nicht beeindrucken und spielten friedlich weiter.
„Vielen Dank", entgegnete der alte Zauberer auf Amandas Aufforderung und setzte sich, als er ebenfalls alle begrüßt hatte. „Wo haben wir denn nun das Geburtstagskind?" Kurz sah er sich um, dann entdeckte er die beiden spielenden Kinder auf dem Boden. „Ah! Friedlich am Spielen, wie ich sehe. Und erstaunlich groß geworden, seit dem letzten Mal." Lächelnd sah er Amanda an. Ihm war noch gut sein letzter Besuch kurz nach Christophers Geburt in Erinnerung. „Ja zum Glück", erwiderte Amanda. „Er kann auch schon fast alleine laufen, bald muss ich alles weglegen was gefährlich sein könnte." Sandra lachte. „Leg besser auch alles andere weg, ich hatte neulich ein Kind mit schwarzen Händen und schwarzer Kleidung, als die Kleine die Tinte auf dem Tische entdeckt hatte."
Dumbledore schmunzelte aufgrund Sandras Geschichte. Dann wurde er von Severus angesprochen. „Tee und Kuchen, Albus?" Der Schulleiter bejahte und als Severus ihm eingeschenkt und aufgetan hatte, streckte er seine verbrannte Hand wie selbstverständlich nach dem Teller aus, der ihm gereicht wurde und bedankte sich. „Wie alt ist ihre Tochter, wenn ich fragen darf?", wandte er sich nebenbei fragend an Sandra. „Isabella ist knapp drei Monate älter als Christopher. Unfreiwillig sind wir da nahe zusammen", beantwortete Sandra die Frage.
„Ah!", lächelte Dumbledore. „Nichts desto trotz ist es sicherlich auch praktisch, einen gleichalten Spielkameraden direkt in der Familie zu haben." Der alte Mann trank einen Schluck Tee, dann wandte er sich kurz an Amanda, die wieder neben Severus Platz genommen hatte. „Wie ist das in diesem Alter eigentlich? Besteht da schon Interesse, die Geschenke selbst auszupacken?" Sandra bestätigte die Vermutung des Schulleiters kurz, bevor dieser sich bereits an Amanda wandte. Diese lächelte. „Nun ja, das was drin ist wird wohl erst irgendwann nach dem auspacken interessant, aber knisterndes Papier und Sachen zerreißen ist sehr spannend, also ja, großes Interesse."
„Sehr schön!", erwiderte der Schulleiter freudig und legte die Gabel wieder beiseite. Dann stand er auf und zog aus seinen offenbar vergrößerten Robentaschen zwei in quietschbuntes Papier gewickelte Päckchen. „Dann wird mein kleiner Freund daran hoffentlich seine helle Freude haben. Auch wenn ich fast befürchte, dass der Inhalt noch nicht ganz für sein Alter bestimmt ist. Nun ja..." Der alte Mann lächelte belustigt.
„Wow, da können wir ihn ja fast selbst einpacken", sagte Amanda lachend. „Das hätten sie nicht machen müssen, Professor. Vielen Dank."
Auch Dumbledore lachte, dann wiegelte er fröhlich aber bestimmt ab. „Ach papperlapapp! Wer weiß, wie oft ich noch die Gelegenheit dazu habe." Kurze Zeit später war er an Christopher herangetreten, beugte sich soweit es ihm in seinem Alter noch möglich war zu ihm herab und sprach ihn milde lächelnd an. „Junger Mann? Ich störe dich ja ungern bei etwas derart Wichtigem wie Spielen, aber ich würde dir gerne deine Geburtstagsgeschenke überreichen." Der lange Bart des Schulleiters baumelte dabei gefährlich nahe in der Reichweite der beiden spielenden Kinder herum.
Amanda, genau wie die anderen Anwesenden, beobachtete das Geschehen neugierig. Sandra durchaus mit dem Hintergedanken Christophers Geschenke vor dem Übergriff ihrer Tochter zu retten. Zunächst allerdings war es Dumbledores Bart, der die Aufmerksamkeit vor allem Christophers, gewinnen konnte. Der kleine Junge griff nach dem weißen Haar und zog laut quietschend daran. „Christopher!", ermahnte Amanda erschrocken ihren Sohn und wollte ihn so von weiteren Untaten mit dem Bart abhalten.
„Ohoho!", lachte Dumbledore halb erschrocken halb amüsiert auf, als der Kleine an seinem Bart zu ziehen begann und griff mit der freien Hand ebenfalls in seinen Bart, um einen Gegenzug zu erzeugen und Schmerzen zu entgehen. „Das ist aber mein Bart und nicht das Geschenk, mein Freund", ermahnte er ihn ruhig und freundlich.
Severus, der seit Dumbledores Eintreffen bisher fast alles nur still beobachtet hatte, huschte ein kurzes, flüchtiges Grinsen über die Lippen, als sein Sohn den Bart des Schulleiters ergriff und daran zog. Er hatte es schon fast geahnt, als er diesen so vielversprechend vor Christopher hatte herumbaumeln sehen. Da er jedoch befürchtete, dass Amandas und Dumbledores Ermahnungen in diesem Fall nicht den erwünschten Erfolg haben würden, stand er vorsorglich schon einmal auf, um dem Schulleiter helfen zu können. „Christopher...", sagte auch er dabei noch einmal und sah seinen Sohn gleichzeitig mit ermahnend hochgezogener Augenbraue an.
Christopher sah beide Männer mit großen Augen an und auch wenn sich nicht erkennen ließ, ob er aufgrund der Ermahnungen von dem Bart abließ oder einfach weil er zu sehr abgelenkt war, machte dies im Ergebnis keinen Unterschied. Stattdessen streckte Christopher nun seinen Arm aus und zeigte auf Dumbledore, während er seinen Vater ansah. „Da", brachte er unsicher hervor.
Severus war mittlerweile bei ihm angelangt. „Ja, das ist Professor Dumbledore. Er hat Geburtstagsgeschenke für dich." Snape deutete auf die bunten Päckchen die der Schulleiter im Arm hielt. „Der lange weiße Bart gehört nicht dazu", ergänzte er schließlich noch, bevor er sich zu seinem Sohn kniete und ihm mit offenen Armen anbot, ihn hochzuheben, um an die Geschenke zu kommen. „Komm, wir holen die Geschenke! Professor Dumbledore ist noch älter als der Opa und kann deshalb nicht mehr mit dir auf dem Boden herumkriechen."
Christopher ließ sich von seinem Vater hochheben und streckte sich schon auf dem Arm nach dem bunten Papier aus. „Das mit der Geduld ist wohl noch etwas was wir üben müssen", meinte Amanda lachend vom Tisch aus, bevor Carl einwarf: „Ach komm, Amanda. Bei dir und David hat das eher Jahrzehnte als Jahre gedauert." Durch eine kleine Handbewegung hielt Sandra unauffällig David davon ab lautstark zu protestieren.
„Ich fürchte, er wird keins davon alleine halten können", schmunzelte Dumbledore, als er bemerkte, wie Christopher sich streckte. „Vielleicht setzt du dich mit ihm hin, Severus?" „Ja, sicher", antwortete dieser nur ruhig, dann wartete er, bis Amanda, die bisher neben Dumbledore gesessen hatte, etwas zur Seite und auf seinen alten Platz gerutscht war, sodass er sich mit seinem Sohn nun neben den Schulleiter setzen konnte.
Sobald das bunte Päckchen vor ihm war, machte sich Chris daran es anzufassen und versuchte an den Inhalt heranzukommen. Je länger er es versuchte, desto weiter beugte er sich über den Tisch und zu Dumbledore hinüber. Schließlich bekam er eine der Schleifen in die Finger und zog daran, nach mehreren Versuchen gab das Papier endlich nach und der kleine Junge machte sich mit beiden Händen über das Papier her. „Die Verpackung scheint schon einmal zu gefallen, Professor", kommentierte Amanda kurz das Verhalten ihres Sohns.
Der alte Zauberer lächelte zufrieden und beobachtete den kleinen Jungen dabei, wie er eifrig das Geschenk auszupacken versuchte. „Es macht ganz den Eindruck", antwortete er amüsiert. „Ich hoffe, der Inhalt wird ihn irgendwann genauso begeistern." „Das kann ich wohl nicht beurteilen." Amanda freute sich über den vielen Besuch und die fröhliche Stimmung, das alles kam nur allzu selten vor in letzter Zeit. Ihr Sohn hatte in der Zwischenzeit den Großteil des Papiers von der Oberfläche entfernt und er drückte nun einen Papierball in seinen kleinen Händen zusammen. „Nun, ich auch nicht. Wir müssen wohl abwarten", zwinkerte Dumbledore ihr zu, dann sah er wieder Christopher an und lächelte. „Na, junger Mann? Ein bisschen Papier ist aber noch übrig." Sein langer, schmaler Finger deutete auf die letzten Reste bunten Papiers, die das Geschenk noch bedeckten.
Davon ließ sich Christophers Aufmerksamkeit tatsächlich auf den Papierrest lenken, so dass dieser schließlich auch mit den anderen auf dem Boden unter dem Tisch lag. „Na mein Kleiner, das sieht ja so aus, als hätten wir dann die nächste Zeit etwas zum Lesen", meinte Amanda und sah Dumbledore an. „Vielen Dank, das wird ihm sicherlich gefallen."
„Na das hast du ja wunderbar gemacht", sagte der Schulleiter schließlich überschwänglich und zeigte Christopher dann das Buch. „Dein Geschenk. Ich hoffe, du behandelst es pfleglicher als dein Geschenkpapier. Aber ich habe es zur Sicherheit noch etwas stabiler gezaubert. Immerhin hat es schon ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel als du." Der alte Mann zwinkerte.
Kurz fiel Christophers Blick auf das Buch, bevor er von dem zweiten buntem Geschenk abgelenkt wurde und sich danach streckte. Amanda hingegen hatte mehr Interesse an dem Buch und nahm es sich vom Tisch, wo Dumbledore es abgelegt hatte. „Ein wirklich sehr schönes Buch, Professor", sagte Amanda kurz bevor sie die erste Seite aufschlug. „Das ist ja toll! Das hat ja ihnen schon gehört", entdeckte sie auf der ersten Seite. Auch Severus warf einen Blick auf und in das Buch, als Amanda es sich nahm und während der Schulleiter Christopher das zweite Geschenk zuschob.
„Ja", antwortete der alte Zauberer schließlich. „Es ist in etwa so alt wie ich und mir kam der Gedanke, dass es nun langsam an der Zeit ist, es weiterzugeben."„Ein sehr schönes Buch, Albus. Danke", mischte sich nun auch Severus in das Gespräch ein. Er war die ganze Zeit ziemlich schweigsam gewesen, denn Amandas Freude über die fröhliche Stimmung konnte er nur bedingt teilen. Er versuchte zwar die Gedanken an die nahe Zukunft zu verdrängen, aber sie drängten sich ihm immer wieder auf. Und nun, da Dumbledore gekommen war, umso stärker. Hier saßen Amanda und ihre Familie in gelöster Eintracht, nichts ahnend, was bald passieren würde. Nichts ahnend, dass er - Severus - bald Dumbledore, der gerade so aufgestellt und fröhlich wie immer wirkte, womöglich bald ermorden würde müssen. Kurz presste Severus die Lippen zusammen und drängte diese Gedanken wieder zurück in die letzte Ecke seines Verstandes.
Während Severus und Amandas Sohn sich über das zweite Paket hermachte, wurde das Buch herumgereicht und eingehend bewundert. In der Zwischenzeit hatte auch Davids und Sandras Tochter Gefallen an den Geschenken gefunden und ihre Mutter hatte alle Mühe sie mit einem anderen Spielzeug soweit abzulenken, dass Christopher in Ruhe sein Geschenk auspacken konnte. „Wie läuft es in Hogwarts?", wollte Amanda schließlich von Dumbledore wissen.
„Ich kann nicht klagen", entgegnete dieser. „Jedenfalls nicht, wenn man die momentane politische Lage mit in Betracht zieht."
Severus atmete tief durch, als er die Antwort seines Chefs hörte. Das war doch alles nicht auszuhalten! Er konnte nicht klagen – wenn er das schon hörte! Nein, sicher konnte Dumbledore nicht klagen. Er war ja auch nur kurz davor, das Zeitliche zu segnen. Sei es nun durch diesen elendigen schwarzmagischen Fluch den er sich leichtsinnigerweise vor fast einem Jahr eingehandelt hatte, oder durch – Weiter wollte Snape nicht denken. Stattdessen beugte er sich etwas zu Amanda und fragte sie, ob sie nicht Christopher für einen Moment übernehmen könnte. Dieser war gerade dabei, das restliche Geschenkpapier von seinem zweiten Geschenk zu reißen.
Zwar machte Christopher einiges Theater, als er vom Schoß seines Vaters zu Amanda wechselte, aber dort pflückte er weiter das Papier auseinander. Schmunzelnd sah Carl dem Treiben zu. „Das Chaos wird auch die nächsten Jahre nicht besser werden befürchte ich, Amanda." Diese lachte. „Wohl eher größer, wenn dann gleichaltrige Gäste hinzukommen." Auch Dumbledore entging nicht, wie Severus den Raum in Richtung Terrasse verließ, ebenso wie ihm aufgefallen war, dass der Slytherin seit er anwesend war etwas angespannt wirkte. Zunächst blieb der Schulleiter jedoch sitzen und trank noch einen Schluck Tee.
„Guck mal, mein Kleiner", sprach Amanda ihren Sohn an. „Da kannst du nun auch noch halbwegs melodischen Krach machen. Am besten wir probieren das gleich mal aus." Dann nahm sie das Paket in die Hand, um das kleine Instrument auszupacken. Severus sprach sie nicht an, er würde schon seine Gründe haben Abstand zu suchen, auch wenn Amanda fand, dass sie eigentlich schon zu viel Abstand hatten in letzter Zeit und das leider nicht nur körperlich.
„Ich hoffe, es wird ihnen nicht allzu sehr auf die Nerven gehen", lächelte Dumbledore verschmitzt im Hinblick auf Amandas Kommentar. Sie schüttelte den Kopf. „Ach was, das wird schon gehen. Zur Not gibt es sicher auch einen Zauber dafür." „Da haben sie Recht. Ein Silentio wirkt in diesem Fall bestimmt Wunder." Zwinkernd erhob sich der alte Zauberer von seinem Platz und glättete seine wallenden Roben. „Sicherlich, ja", stimmte Amanda ihm zu und stellte das Glockenspiel vor sich und Christopher auf den Tisch. Der kleine Junge befühlte sogleich die bunten Holzplatten und ließ sich nur schwer von seiner Mutter überzeugen, dass der Holzschlägel dazu gedacht war auf die Tasten zu schlagen. Schließlich machte Amanda vor wie es ging und unbeholfen mit seiner kleinen Hand versuchte Christopher es nachzumachen.
„Na das klappt ja schon ganz gut. Mit ein wenig Übung wird er schon bald seine Umgebung mit Musik erfreuen", schmunzelte Dumbledore, als er die Bemühungen des kleinen Jungen sah. Dann machte er sich auf in Richtung Terrassentür, um nach draußen zu Severus zu gehen, denn er hatte das unbestimmte Gefühl, dass dies gerade dringend notwendig war. Immer mal wieder in den letzten Minuten seit der junge Mann den Raum verlassen hatte, hatte der alte Zauberer ihn durch die Glastür dabei beobachtet, wie er unruhig im Garten herumgelaufen war.
Amandas Blick fiel auf Isabella, die unruhig auf Sandras Schoß herum hüpfte und auch mit dem Glockenspiel spielen wollte. „Komm wir setzen uns zusammen auf den Boden, dann können beide spielen", schlug sie vor und ihre Schwägerin nickte. „Ja, bevor die Kleine hier über den Tisch krabbelt." Während beide Frauen mit den Kindern zur Spieldecke gingen, sah Amanda Dumbledore hinterher und hoffte, dass mit ihm und Severus alles in Ordnung war.
Dumbledore war inzwischen nach draußen gegangen und hatte sich zunächst nur stumm neben Snape gestellt, der gerade unbewegt in eins von Amandas Blumenbeete starrte. Nach einigen Sekunden des Schweigens sprach er ihn jedoch an. „Ist alles in Ordnung, Severus?"
Der Angesprochene schnaubte. Stellte ihm Dumbledore gerade tatsächlich [style type="italic"]diese[/style] Frage?
„Was glaubst [style type="italic"]du[/style] denn?", kam es daher bissig zurück. Snape wandte den Kopf und starrte den Schulleiter unbewegt an. „Ich denke du weißt ganz genau, dass überhaupt nichts in Ordnung ist!"
Der alte Zauberer seufzte. „Ich dachte, wir haben darüber schon zu Genüge geredet und alles geklärt, Severus", entgegnete er schließlich ruhig und erwiderte dessen Blick über die Brille hinweg. „Für mich ist nach wie vor überhaupt nichts geklärt!" Der Slytherin wandte sich wieder ab und starrte erneut in die Bepflanzung.
„Severus…", begann der Schulleiter erneut, doch er wurde unterbrochen und Snape starrte ihn erneut an, diesmal jedoch eindeutig wütend. Vor unterdrückter Wut begann der Jüngere den Älteren anzufahren. „Nein, nichts Severus! Verflucht! Ich will das einfach nicht machen! Ich [style type="italic"]will-es-nicht[/style] – und ich wollte es nie! Kannst du das eigentlich nicht verstehen?"
Dumbledore atmete tief durch. Nun fing diese Diskussion also schon wieder an. „Du hast es mir bereits versprochen, Severus", stellte er schließlich ernst aber ruhig fest. „Und du weißt auch – und ich erinnere dich wirklich ungern daran – was du mir vor 16 Jahren versprochen hast." „Als ob ich das je vergessen kann!", fauchte der Angesprochene zurück. „Denn trotz dass du es angeblich so ungern tust, erinnerst du mich des Öfteren daran!"
„Weil es in letzter Zeit auch nötig ist."Snape starrte den alten Zauberer neben sich nun äußerst grimmig an. „Glaubst du ernsthaft, ich mache das alles noch wegen Lily?", fragte er schließlich eisig und schmallippig, dann wandte er sich wieder ab. „Nein, das glaube ich nicht", gab Dumbledore zurück. „Wäre es dir etwa lieber, wenn ich an dein Pflichtbewusstsein gegenüber deiner Familie appellieren würde?" „Nein, wäre es mir nicht! Lass bloß Amanda und Christopher aus dieser Sache raus! Es reicht, wenn du mich mit meiner Schuld Lily gegenüber erpresst!"
„Ich erpresse dich nicht, Severus", kam es nun etwas strenger von Seiten des Schulleiters. Snape ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken, sondern zog lediglich skeptisch eine Augenbraue in die Höhe und sah den Schulleiter erneut an. „Natürlich tust du das", gab er schließlich konstatierend zurück.
Carl hatte sich zu seinen Enkeln gesetzt und spielte zusammen mit den Kindern. Trotzdem entging ihm die Unterhaltung zwischen Dumbledore und Snape im Garten nicht. Offensichtlich sprachen sie nicht nur über den Zustand von Amandas Blumenbeeten. „Ist da alles in Ordnung?", wollte er von Amanda wissen. Diese warf einen Blick nach draußen und zuckte mit den Schultern. „Ich denke schon", sagte sie so neutral wie möglich, um sich nicht anmerken zu lassen, dass sie sich durchaus Sorgen machte. In den letzten Wochen hatte sie zunehmend das Gefühl, dass Severus angespannt war, ohne dass er jemals auf Nachfragen etwas gesagt hätte. Nicht nur die Ahnung, dass mehr da war, als Severus sagen wollte, auch die Stimmung zwischen ihnen, wenn sie zusammen waren, war hin und wieder seltsam oder nicht so wie Amanda es gewohnt war. Schließlich wurde sie wieder von ihrem Sohn abgelenkt. „Ich wüsste nicht, was nicht in Ordnung sein sollte", wiederholte sie leise noch einmal.
„Wie auch immer – du musst es tun, Severus. Und das weißt du. Ganz unabhängig davon, ob ich dich verstehe oder nicht. Und glaub mir, das tu ich", begann Dumbledore nach kurzem Schweigen erneut. Seine Worte waren sachlich und ruhig, aber bestimmt.
Der Slytherin schnaubte. „Nein. Du weißt nicht einmal ansatzweise, wie es mir damit geht oder was du da eigentlich von mir verlangst! Ich habe mir endlich ein lebenswertes Leben aufgebaut und nun verlangst du einfach von mir, dass ich ohne mit der Wimper zu zucken wieder den gleichen Fehler wie vor sechzehn Jahren mache! Nein, was rede ich?! Es ist [style type="italic"]n[/style][style type="italic"]och[/style] schlimmer! Denn das damals ist nicht einmal [style type="italic"]ansatzweise[/style] mit dem zu vergleichen, was passieren wird, wenn ich dir tatsächlich deine Bitte erfülle! Oder glaubst du wirklich, dass mir noch irgendwer vertrauen wird, nachdem ich dich umgebracht habe?" Severus presste seine Lippen zusammen und schwieg einen Moment, bevor er leiser noch etwas anfügte. „Nicht einmal Amanda wird mir dann noch glauben."
„Das wird sie, wenn du ihr danach erklärst, wie sich alles verhält." Snape steckte seine Hände in seine Robe, senkte den Kopf und starrte vor sich auf den Boden. „Und wer soll ihr bitte garantieren, dass ich sie nicht anlüge? Jeder vertraut mir doch nur, weil du mir vertraust. Und als dein Mörder wird jeder denken, ich hätte dir all die Jahre nur etwas vorgemacht und hätte im Grunde doch nie die Seiten gewechselt. Ich will sie nicht verlieren, Albus. Ich darf sie nicht verlieren! Verstehst du das nicht?" Der Slytherin sah sein Gegenüber nun wieder an und seine Augen spiegelten die ganze Angst und Qual wieder, die er schon lange fühlte. „Ich schaffe das nicht noch einmal. Nicht Amanda und Christopher…"
Dumbledore sah Severus an und es war Verständnis, aber auch viel Traurigkeit in seinen Augen zu lesen. Er nickte leicht. „Doch, ich verstehe dich, Severus", sagte er dann leise und sein Blick war tränenerfüllt aufgrund der ungewohnt offenen Worte des Jüngeren. „Besser als du wahrscheinlich denkst. Und es tut mir wirklich aufrichtig leid, dass ich das von dir verlangen muss. Es vergeht kein Tag an dem ich nicht darüber nachdenke, was ich dir da eigentlich für eine schreckliche Bürde auftrage, aber wir haben keine andere Wahl. Glaub mir…" Vorsichtig legte er seine noch intakte Hand auf Snapes Arm. „Wenn ich eine bessere Idee hätte, dann würde ich das alles nicht von dir verlangen. Ich wünschte, es wäre so Severus. Wirklich! Ich wäre einer der Letzten, der dir etwas Böses wünscht. Bitte… Du [style type="italic"]musst[/style] es tun! Wenn du es nicht für mich oder für Lily tun willst, dann tu es für deine Familie. Wenn meine Zeit gekommen ist, dann ist das leider unsere einzige Möglichkeit, um für Harry und für die gute Seite wirklich etwas bewegen zu können." Severus seufzte leise, dann sah er auf. Sein Blick streifte Dumbledore, dann wandte er den Kopf weiter in Richtung Haus und sah durch die Terrassentür und auf die fröhliche Gesellschaft im Wohnzimmer. Dort waren sie, die Menschen die ihm alles auf der Welt bedeuteten und die er um keinen Preis mehr verlieren wollte. Er wollte ihnen und vor allem Christopher eine bessere Welt bieten. Er sollte nicht so aufwachsen müssen wie er oder Amanda aufgewachsen waren. Er sollte in einer friedlichen Welt leben und aufwachsen können. Wieder senkte Snape den Blick und nickte dann kurz. „Ich werde es tun", sagte er dann leise. Er würde Dumbledores Bitte erfüllen, auch wenn er das Danach schon jetzt mehr als alles andere fürchtete.
Der Schulleiter drückte sanft den Arm des Slytherins, wie um ihn zu bestärken, ihm zu danken und ihm Kraft zu geben, dann ließ er ihn los. „Ich werde jetzt wieder ins Haus gehen", sagte er schließlich. Der Jüngere nickte nur wortlos. Er würde dann später nachkommen. Amanda hatte in der Zwischenzeit versucht die Geschehnisse im Garten möglichst auszublenden, momentan konnte sie schließlich ohnehin nichts tun. Trotzdem seufzte sie leise, als Dumbledore schließlich ohne Severus ins Haus kam. Es wäre ihr lieber gewesen das Gespräch hätte beide wieder herein geführt. Das Schlimme war eigentlich, dass Amanda ahnte, dass Severus auch später auf Nachfrage nicht erzählen würde, was mit ihm los war. Er war momentan einfach noch verschlossener als ohnehin schon. Doch ebenfalls wie so oft in letzter Zeit hatte sie nicht viel Zeit darüber nachzudenken, da Christopher sie mit lautem Trommeln auf sein neues Glockenspiel ablenkte. Als Dumbledore wieder im Wohnzimmer war, setzte er sich nicht wieder auf seinen Platz zurück, sondern ging direkt auf Amanda zu. „Er hat offenbar schon den Dreh raus", kommentierte er schließlich lächelnd. Amanda lachte. „Ja, so scheint es."
„Ich würde mich nun gerne verabschieden", wechselte der Schulleiter nun das Thema. „Die Arbeit – sie wissen schon", lächelte ein wenig. „Natürlich, Professor. Ich bringe sie eben zur Tür", entgegnete Amanda und stand auf. „Ah, das ist nett." Nachdem sich Dumbledore noch in die Runde verabschiedet hatte, ging er mit Amanda in Richtung Haustür. Dort angekommen drehte er sich noch einmal zu ihr um. Einen Moment grübelte er noch, doch dann begann er, statt mit einer Verabschiedung, noch mit etwas anderem. „Dürfte ich sie, bevor ich gehe, vielleicht noch um einen Gefallen bitten, Miss Brown?" Fragend sah sie den Schulleiter an. „Was ist es denn?"
„Es geht um Severus... Ich möchte sie darum bitten, weiterhin für ihn da zu sein, auch wenn er momentan vielleicht noch verschlossener und problematischer ist als normalerweise üblich. Er braucht ihren Rückhalt sehr und es wäre mir wirklich ein großes Anliegen zu wissen, dass er ihr uneingeschränktes Vertrauen genießt und auf sie zählen kann. Er hat bedauerlicherweise nicht viele Menschen um sich, denen er vertrauen kann und die auch ihm vertrauen."Amanda seufzte. „Ja, natürlich. Es ist für alle eine schwere Zeit." Dumbledore nickte, dann lächelte er leicht. „Das ist schön. Sie machen damit einen alten Mann sehr glücklich. Und nun will ich sie nicht länger von ihren Gästen fernhalten. Vielen Dank für den Tee und den Kuchen." „Nach so langer Zeit wird uns das nun auch nicht mehr umhauen", sagte Amanda und versuchte dabei zu lächeln. „Ich wünsche es ihnen beiden von Herzen", lächelte der Schulleiter aufrichtig. „Vielleicht gehen sie kurz zu Severus nach draußen, wenn er immer noch im Garten ist. Ich glaube, er hat nun wieder genug vor sich hingebrütet. Und nun wünsche ich ihnen noch eine schöne restliche Feier und verabschiede mich." „Ich werde gleich mal sehen. Ihnen dann auch noch einen schönen Tag." „Vielen Dank. Auf Wiedersehen, Miss Brown." Mit diesen Worten verabschiedete sich der alte Zauberer und verließ das Haus.
Amanda sah Dumbledore eine Weile nach, bevor sie sich zusammenriss und zurück ins Wohnzimmer ging, wo die drei Erwachsenen mit den Kindern spielten. „Ich bin kurz draußen", sagte Amanda, als sie sah, dass Severus tatsächlich noch im Garten war. Langsam ging sie über den Rasen und auf Severus zu, um sich schweigend neben ihn zu stellen. Severus sah zur Seite als er bemerkte, wie sich jemand neben ihn stellte. Kurz zögerte er noch, doch dann zog er Amanda schweigend an sich und in seine Arme. Er hatte zwar gerade darüber nachgedacht, wieder ins Haus zurück zu gehen, aber dass Amanda nun zu ihm gekommen war, war ihm noch lieber. Amanda seufzte leise. Irgendwie mussten sie das ganze doch überstehen können, gemeinsam, auch wenn zurzeit kein Ende in Sicht war.
Auch Severus seufzte. Vorsichtig streichelte er ihr dabei durch die Haare und hielt sie weiter an sich gedrückt. „Danke dass du gekommen bist", sagte er schließlich leise. „Du bist doch gekommen", entgegnete sie. „Ich meinte hierher zu mir. In den Garten..." „Ich wollte doch nur einen Scherz machen." „Ach so", stellte Severus ruhig fest, doch es klang weder sonderlich gelöst noch amüsiert. Er war innerlich wie zerrissen und er hatte das Gefühl, als ob ihn die Dinge die er vor Amanda verbergen musste, langsam aber sicher auffressen würden. Am liebsten wollte er ihr alles sagen, doch er konnte nicht und er durfte nicht. Amanda fühlte, dass Severus angespannt war, allerdings war das inzwischen fast so zum Normalzustand geworden, dass sie sich kaum daran erinnern konnte wie es sich anfühlte, wenn er entspannt war. „Ich habe Angst, Amanda", kam es schließlich doch noch flüsternd von seiner Seite. Er wusste er war es Amanda schuldig, ihr wenigstens ein bisschen zu erklären, was in letzter Zeit mit ihm los war, denn er war sich sicher, dass es zurzeit alles andere als leicht für sie war, mit ihm umzugehen. „Mehr als sonst?" Sie sah ihn an.
Er erwiderte ihren Blick zunächst, dann senkte er für einen Moment die Lieder und nickte. „Viel mehr als sonst", entgegnete er schließlich leise und sah sie wieder an. Besorgt runzelte sie die Stirn. „Warum? Das macht mir nun Angst." Severus seufzte und lockerte seinen Griff um Amandas Hüften ein wenig. „Das hat mehrere Gründe." Kurz dachte er darüber nach, was er ihr alles erzählen konnte, doch dann fuhr er fort. „Es gibt immer mehr Misstrauen gegen mich in den Reihen um den Dunklen Lord. Noch habe ich sein volles Vertrauen, aber gewisse Leute tun ihr bestes, um das zu ändern. Sie warten nur auf einen Fehler von mir." Noch einmal grübelte der Slytherin kurz. „Außerdem", begann er schließlich erneut, doch er hielt wieder inne. Vielleicht sollte er das doch lieber für sich behalten. „Was noch?" Snape seufzte. Er hatte nun angefangen und musste es nun auch zu Ende bringen. Hätte er sich gerade bloß nicht verplappert! Amanda würde sich sicher nur noch mehr Sorgen machen, wenn er ihr das nun sagen würde. „Der Dunkle Lord setzt schon seit Wochen alles daran, um Dumbledore aus dem Weg zu räumen. Und es wird nur noch eine Frage der Zeit sein, bis es ihm gelingen wird. Ich fürchte das, was danach kommen wird." „Wer fürchtet sich nicht davor? Wobei es nicht besser wird, wenn man weiß, dass es intensive Bemühungen gibt." Amanda versuchte sich das wirkliche Ausmaß ihrer Sorgen nicht anmerken zu lassen. „Ich weiß." Zärtlich strich Severus ihr über die Wange und küsste sie kurz. Dann lehnte er seine Stirn an ihre. „Nein, wird es nicht. Du siehst ja, was es aus mir macht." Er lächelte schief. „Gegen Bellatrix und die anderen die mir misstrauen kann ich wenigstens noch vorgehen. Da spielt auch der Neid auf mein hohes Ansehen beim Dunklen Lord eine große Rolle. Aber Dumbledore... Danach liegt alles bei Potter und ich hasse den Gedanken, dass alles nur von diesem Bengel abhängt." „Ist das tatsächlich so?", wollte Amanda wissen. Sie konnte sich kaum vorstellen, dass Potter allein dafür verantwortlich sein konnte was mit Voldemort passierte. „Ich fürchte es", entgegnete Snape ein wenig grimmig. „Aber bestimmt bin ich nicht in alles eingeweiht, was Dumbledore so treibt. Er weiß mit Sicherheit mehr als das, was er mir bisher anvertraut hat." „Dann hoffe ich, dass beide wissen was sie tun", sagte sie ruhig. „Das hoffe ich auch. Angesichts der Tatsache, was ich schon alles für diese Sache geopfert habe und noch opfern muss." Severus seufzte. „Komm... Lass und wieder reingehen." Amanda schwieg einige Zeit bevor sie nickte und sich mit Severus auf den Weg ins Haus machte. Dieser Tag würde ihr noch länger zu denken geben, nachdem was sie alles erfahren hatte.
