Nicole: Mein erstes Review! Vielen lieben Dank! *stolzsei* Das wird eingerahmt und aufgehängt. Jawoll. ;o)

Nangijala: Vielen Dank für das Deine – das mir um so mehr bedeutet, als daß du ja schon die ganze, bisher geschriebene Geschichte kennst :o)

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Kapitel 7

Vier Tage später schwenkten sie in den Orbit über Herka 7 ein. Vader hatte sich das Vergnügen gegönnt, selbst zu fliegen, und Veers saß als Copilot neben ihm.

Noch bevor der schwarze Lord den Befehl geben konnte, hatte Max bereits die Scanner aktiviert, was Vader zum Grinsen brachte. Er brauchte kein Kindermädchen, aber es war amüsant, eines zu haben – so lange es sich zurückhielt mit dem Betütteln.

„Nur animalische Lebenszeichen." meldete Veers. Dann, einige Momente später: „Korrektur. Humanoide Lebensform – eine einzelne."

„Sehr gut. Suchen Sie einen Landeplatz in angemessenem Abstand." befahl Vader ruhig.

„Zu Befehl, Mylord." antwortete Max gelassen. „Übermittle die Koordinaten." Ohne sich abzusprechen, hatten sie hier auf dem Schiff nach außen hin wieder die alte Distanz und Kühle – zu eng war es hier, zu wenig Privatsphäre. Zwar hatte Vader einen eigenen Raum, aber eben nur den einen. Und sie waren nie wirklich allein – außer in ihren Gedanken.

Die PRIDE durchstieß die Atmosphäre und schwenkte auf einen ruhigen Kurs in Richtung des Tempels ein, in dessen Nähe sie kurze Zeit später landete – in einem Abstand von ungefähr einer halben Stunde Fußmarsch oder fünf Minuten mit dem Speeder.

„Ich gehe allein." verkündete der schwarze Lord bestimmt, sobald das Schiff aufgesetzt hatte und die Motoren verstummt waren. Und versuch nicht, mir das auszureden., fuhr er in Max' Geist fort. Ich rufe dich, sobald es soweit ist.

Kein Gedanke., antwortete Veers ein wenig ärgerlich. Kennst du mich so schlecht? Warum sollte ich jetzt plötzlich damit aufhören, mich so zu verhalten, wie ich es seit zwanzig Jahren tue? Du bist zuallererst mein kommandierender Offizier, ich kenne deine Verhaltensweise und weiß, wozu du fähig bist. Das bedeutet nicht, daß ich mir keine Sorgen mache, aber ich werde mich hüten, dir irgendwelche Vorschriften machen zu wollen, nur, weil wir befreundet sind.

Vader starrte ihn einen Moment lang verblüfft an.

Nun geh schon! scheuchte ihn Veers lächelnd. Ein offener Mund – wenn auch mental – paßt nicht zu einem Sith-Lord.

Der schwarze Hüne schüttelte nur den Kopf – damit hatte er nicht gerechnet. Es freute ihn – und er war stolz auf Veers. Er lachte leise. Ich liebe dich, Max. Danke.

Veers lief leicht rot an und grinste scheu. Und rot zu werden wie ein Schuljunge paßt nicht zu einem gestandenen General. Verschwinde!

Nach außen hin zeigte Vader wie immer keine Regung, als er das Schiff verließ und mit wehendem Mantel seinen Weg nahm, doch sein schallendes Lachen klang laut und deutlich in Max' Kopf.

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Eine knappe halbe Stunde später erreichte Vader den verlassenen Jeditempel. Er war in einen Fels hineingesprengt worden und schien noch vollkommen intakt zu sein – als ob die heilenden Kräfte des Planeten sich auch auf ihn ausgewirkt hätten.

Ein Jeditempel. Ein Ort des Lichts – und damit etwas, dem er sich normalerweise fernhielt. Doch hier stieß ihm keine Ablehnung entgegen, im Gegenteil – er fühlte sich willkommen.

Eine heitere Atmosphäre empfing ihn im Inneren, licht und beruhigend, aber nicht einlullend. Er fühlte sich nicht beschnitten oder sediert, nur… zuhause. Verwirrend.

Unwillig knurrend streckte er seine mentalen Fühler nach der lebenden Quelle der Macht aus, die sich hier aufhielt, und fand sie kurze Zeit später ohne Probleme.

Die Iktotchianerin verneigte sich höflich und überraschend tief, als er sich ihr näherte, aber sie lächelte offen und warm.

„Lord Vader. Ich freue mich sehr, daß Ihr gekommen seid." Sie drehte sich, forderte ihn mit einer Geste auf, sie zu begleiten.

Ihr Lächeln verbreiterte sich, als er begann, sie zu sondieren und die Umgebung zu erforschen, und sie öffnete ihren Geist bereitwillig und weit für ihn. Da war nichts… keine Gefahr, keine Fallen, kein Verrat. Nur der Wunsch, zu helfen… zu heilen. Erstaunt sah er sie an.

„Ja, ich bin Heilerin. Die letzte. Das war auch der Grund, weshalb ich den Orden verließ – als sie die Heiler abschafften und durch Droiden ersetzten."

Er nickte. Das war ein Grund, den er gut verstehen konnte.

Ihr Weg führte sie in einen Wohnbereich etwas abseits der großen Hallen, durch eine unscheinbare Tür. Er spürte ein Flackern der Macht und ahnte, daß Nicht-Sensitive diesen Eingang schlicht übersehen würden. Im ersten Raum standen sowohl Tisch und Stühle als auch einige bequeme Sessel, alles war licht und hell.

„Ich war immer hier… hielt mich verborgen, wenn sie suchen kamen, und half denen, die Hilfe benötigten. Und Ihr… Euch beobachte ich schon lange. Den Sohn der Sonnen. Den Auserwählten." Sie lächelte wieder, trat ohne Scheu näher und legte eine Hand auf seinen Arm. „Wie schön… wie wunderbar! So stark… so machtvoll. Ich wüßte zu gerne, welchen Wert Ihr auf der Skala der Midichloriane tatsächlich habt…" Ihre Hand glitt sanft über seinen Arm, seine Brust. „Wie schön Ihr seid… viel beeindruckender als in den Holovids, die sie senden."

Er ließ ihre Berührung zu, stand ruhig wie eine Statue, aber diese Worte waren ihm dann doch zu viel. „Dame, ich denke nicht, daß ich hergekommen bin, um mit Euch über die Attraktivität meines Anzugs zu diskutieren. Ihr wißt sehr wohl, daß er eine Notwendigkeit ist, ohne die ich nicht überleben könnte."

Sie lachte hell. „Nein, dazu seid Ihr nicht hergekommen, aber ich genieße den Anblick trotzdem. Und keine Sorge: bald werdet Ihr den Anzug wirklich nur noch aus strategischen, notwendigen oder", sie grinste, ein wenig anzüglich, wie es schien, „modischen Gründen tragen."

Er knurrte leise. Einen Eingriff in seine Privatsphäre, wenn auch angedeutet, ließ er nicht zu. Die Heilerin, unbeeindruckt, behielt ihr Lächeln jedoch bei.

„Mylord, Ihr seid der Auserwählte. Aus verschiedenen Gründen. Einer ist schlicht der, daß Ihr lieben könnt."

Das Knurren wurde lauter, im selben Maße, wie ihr Lächeln sich vertiefte.

„Bitte, beruhigt Euch. Es ist ja keine Kritik, im Gegenteil! Es macht Euch zu etwas Einzigartigem. Ihr vereint beide Seiten in Euch. Ihr wart ein Jedi – doch Ihr lehnt, zu Recht, Ihre Lehren in Teilen ab. Ihr seid ein Sith und dient treu – und doch tut Ihr Verbotenes, widersetzt Euch Eurem Meister in Winzigkeiten. Ihr seid beides, Ihr kennt beide Seiten, ihre Schwächen und Stärken. Ihr kennt beide Seiten, doch noch könnt Ihr die Prophezeihung nicht erfüllen. Man hat Euch in Eurer Macht beschnitten, Euch kleingehalten, mehrfach. Zuerst die Jedi im Tempel. Sie haben Euch nicht alles gesagt, nicht alles gelehrt, Euren Geist eingeschnürt und Verbote auferlegt. Sie haben Euch zum Ratsmitglied gemacht, ohne Euch den Rang eines Meisters zu gewähren, haben Euch nicht vertraut."

Vader beruhigte sich langsam ein wenig, auch wenn der Boden, auf dem sie sich bewegte, immer noch schlüpfrig war.

„Ich wollte Euch schon früher initiieren. Aber Ihr mußtet erst fallen, die Tür zur dunklen Seite gänzlich aufstoßen und ein Sith werden, die andere Seite kennenlernen. Und dann war Sidious schneller als ich – und es war zu spät."

„Der Kanzler war immer für mich da." knurrte Vader. „Er gab mir das, was mir der Tempel verwehrte, er lehrte mich, was sie mich nicht lehrten. Unter ihm als Meister erreichte ich endlich Größe und meine Bestimmung!"

„Nur einen Teil davon." korrigierte sie sanft. „Palpatine ist gerissen. Er bemerkte, daß Eure Macht geringer wurde, als Ihr Eure rechte Hand verlort, und begann, nachzuforschen. Und deshalb sorgte er dafür, daß Euch bei Eurem letzten Kampf mit Obi-Wan möglichst viel lebendes Fleisch verlorenging… und schaut Euch an! Ihr seid verstümmelt, aber selbst so noch gefährlich für ihn!"

„Unsinn! Ich bin sein Schüler, ihm treu!"

Ihr Lächeln blieb, wurde aber trauriger. „Noch. Ihr habt noch nicht erkannt, welche Möglichkeiten Euch gegeben sind, wohin der eigentliche Weg Eurer Bestimmung führt… Palpatine hat dies schon lang gesehen und alle Hinweise verborgen und vernichtet."

„Nein! Er hat mich viel gelehrt und lehrt mich noch! Ich - "

Sie unterbrach ihn, sanft, aber bestimmt. „Er hat zum Beispiel dafür gesorgt, daß Padmé starb. Obi Wan war nie unschuldig, aber Sidious beeinflußte ihn mehrfach. Zum einen im Duell. Zum anderen, indem er durch ihn dafür sorgte, daß Padmé Euch nach Mustafar folgte – und Ihr sie dort im Zorn indirekt getötet habt." Eine schwarze Wolke seines Ärgers stieg beinahe sichtbar auf, doch sie blieb unbeeindruckt und sprach weiter, wohl wissend, daß der leise Zahn des Zweifels längst an ihm zu nagen begonnen hatte und er ihr zuhörte. „Ohne Eure Liebe, als reiner, kalter Sith, wart Ihr nur schwarz… Euer Ausgleich fehlte. Der Auserwählte ist deshalb Besonders, weil er beide Seiten vereint. Licht und Dunkel. Grausamkeit und Liebe. Freude und Schmerz."

Er schwieg – eine erste, vorsichtige Zustimmung.

„Aber jetzt liebt Ihr wieder. Er ist das Licht in Eurer Dunkelheit, wie Ihr das Dunkel in seinem Licht seid. Er ist ein treuer Offizier des Imperiums, doch er hat sich seine Menschlichkeit bewahrt. Er hat ein Gewissen. Und er liebt Euch, wie Ihr seid… er hat Euch erkannt."

„Laßt Veers aus dem Spiel." knurrte er drohend.

„Das werde ich – und doch auch wieder nicht. Denn Ihr braucht ihn. Als Ausgleich." Sie legte wieder sanft eine Hand auf seinen Arm. „Werdet Ihr mich Euch heilen lassen?"

„Das ist unmöglich." sagte er beherrscht, doch Erregung stieg in ihm auf, ebenso wie Hoffnung. „Glaubt Ihr nicht, ich hätte nicht längst alle Möglichkeiten geprüft? Ich habe mit sämtlichen berühmten Ärzten des Imperiums gesprochen. Sie sind sich alle einig. Die Schäden sind irreversibel."

„Es ist nicht unmöglich." Sie lächelte warm. „All diese Ärzte… sie waren, sie sind Machtblind. Und hat nicht die Macht bereits mit der Heilung begonnen? Verbergt Ihr nicht, daß es Euch möglich ist, einige Minuten ohne den Anzug zu sein… und daß diese Intervalle langsam länger werden?"

Regulatoren klickten leise, als sein Herzschlag sich beschleunigte, und paßten seinen Atemrhythmus an. Woher wußte sie das?

„Ich kann es spüren." sagte sie leise. „Ich wurde dafür ausgebildet. Ich kann es ebenso leicht tun, wie Ihr telekinetisch Dinge bewegt. Die Macht drängt in Euch, sie will wachsen, braucht Raum."

Er öffnete den Mund – und schloß ihn wieder, ohne etwas zu sagen. Heilung. Er würde wieder er selbst sein. Ganz. Vollkommen.

Würde er? Würde er „vollkommen" sein?

WOLLTE er?

Wollte er so wie früher sein… schwach. Menschlich? Er hatte Vorteile durch den Anzug, ebenso wie Nachteile. Sie wogen sich auf… in gewisser Weise. Der Panzer verlieh ihm übermenschliche Stärke, die Maske Schutz und Macht.

„Auf all das müßt Ihr nicht verzichten." drang die sanfte Stimme der Heilerin in seine Gedanken. „Knochen kann ich nicht erschaffen. Nur Fleisch. Das heißt, Eure Stärke, Eure Gewandtheit und in gewisser Weise Unverletzlichkeit bleiben Euch durch die Prothesen als „Knochen" erhalten. Aber Muskeln, Fleisch, Adern und Haut darum herum, das wird sich neu bilden. Im Kern bleibt Ihr gleich… Und an Eurer Stelle würde ich den Anzug dennoch weiterhin tragen… zur Tarnung vor Palpatine, und zur Erhaltung Eurer Aura. Dann darin muß ich Euch vollkommen Recht geben: er verleiht Euch Macht. Große Macht. Er macht Euch zum Gott in den Augen der Meisten. Und er schützt Euch… auf vielerlei Art. -

Laßt mich Euch heilen. Laßt es mich Euch beweisen, daß es geht… an Euren Lungen."

Der schwarze Helm drehte sich langsam, der Blick senkte sich und fräste sich ein weiteres Mal in den ihren.

„Meine… Lungen."

Sie nickte lächelnd. „Ich behaupte nicht, daß es einfach wird… und es wird auch nicht schnell gehen. Aber es sollte Euch überzeugen, daß auch der Rest möglich ist."

„Wie lange?" verlangte er knapp zu wissen – barscher im Ton, als er eigentlich wollte, doch hier drang eine gewisse Nervosität durch, die niederzukämpfen er bemüht war.

„Vier Stunden… vielleicht fünf. Da sie schon begonnen hat, zu heilen."

Wieder drängte sein Blick in den ihren, suchten seine Sinne einen Weg hinter ihre Stirn… und fanden – nichts. Nichts außer dem echten, wahren Willen, ihm zu helfen.

„Nichts auf dieser Welt ist umsonst. Was ist Euer Preis?" knurrte er kalt.

„Tötet das Monster auf dem Thron und nehmt ihn selbst ein… zusammen mit Eurem Sohn."

„Was?" fauchte er, doch wiederum ließ sie sich nicht davon beeindrucken.

„Das Reich braucht eine starke Hand, aber keinen Tyrannen. Die Macht wird Euch leiten – euch beide. Er Jedi, Ihr Sith. Zwei Schalen einer Waage, beide die letzten ihrer Art der alten Generation, zusammen im Ausgleich. Vater und Sohn. Ihr müßt ihn für Euch gewinnen. Nicht für Euren Weg, nein, im Gegenteil… er muß licht bleiben. Aber für Eure Seite. Und Ihr könnt es. Ihr könnt lieben. Er ist Euer Sohn."

„Er muß mich hassen. Ich habe seine Verwandten töten lassen, ich habe seinen Mentor umgebracht. Ich bin der Zweite des Imperiums. Er wird mich verantwortlich halten für die Zerstörung Alderaans. Und für die Morde an - "

Ihr Lächeln wurde ein klein wenig wölfischer. „Ihr seid gewiß kein Heiliger, Lord Vader. Ihr seid ein Kriegsherr, Ihr habt viele getötet, aus den unterschiedlichsten Gründen und auf vielerlei Art. Aber ER hat den Todesstern zerstört… und damit wie viele Leben auf dem Gewissen? Seid Ihr sicher, daß IHR die Liste anführt?"

Er starrte sie an, ungläubig, dann lachte er leise. „Und Ihr wollt eine Jedi sein, Ihr perfides Weib? Ein guter Punkt. Grausam, aber wahr. Und verdammt, Ihr habt Recht. Ich will ihn haben. Ich will meinen Sohn haben… und meinen Platz als Vater einnehmen."

„Noch ein Grund mehr, meinem Vorschlag zu folgen." Sie schmunzelte. „Er wird sicher nicht erwarten, Euch anders zu sehen als in Eurer Rüstung…"

Er schüttelte den Kopf, ein Lächeln auf den Lippen. „Nein. Das würde er nicht… und ich könnte leichter mit ihm reden. Von Mensch zu… Mensch."

Ihre Hand wanderte nun auf seine Brust, drängte ihn sanft, aber bestimmt rückwärts. „Dann setzt Euch endlich."

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Er saß auf dem Sessel, äußerlich ruhig, innerlich aufgewühlt und ängstlich. Was, wenn es schiefging? Dann sind immer noch die Maschinen da, Dummkopf. Genau DAFÜR hast du sie! Weil deine Lungen nicht mehr sind als nutzlose Fetzen! Nein… das stimmte nicht. Das waren sie, nach seinem Fall in die Grube. Doch mittlerweile… die Heilerin hatte Recht. Er konnte normale Luft atmen, für eine kostbare, kleine Weile, selbständig und aus eigener Kraft. Nicht lange… aber es ging. Und das bedeutete ihm viel.

Ruhig… Ihr Lächeln war sogar in seinem Kopf. Sie saß ihm gegenüber, hatte die Augen geschlossen und hielt seine Hände in der Karikatur eines Liebespaars. Ich beginne nun. Entspannt Euch. Laßt die Macht Euch durchdringen… gewährt ihr den Raum, den sie braucht, der ihr zusteht. Es wird nicht wehtun.

Und er konnte es fühlen… Wärme durchdrang ihn, floß von ihren Händen durch die seinen in seinen Körper, suchte sich einen Weg in seinen Brustkorb und sammelte sich dort. Es… es fühlte sich an wie ein Stern, ein kleiner Punkt an Kraft, Macht und Wärme… sehr angenehm, beruhigend, tröstend irgendwie. Es wuchs, erfüllte ihn, breitete sich aus und fühlte sich einfach… richtig an. Vader entspannte sich und bemerkte nicht, wie die Zeit verging, wie er in eine Art Trance hinüberglitt, wie seine Macht sich mit der der Heilerin vereinte…

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Du kannst kommen, Max.

Die Stimme klang… eigenartig. Ruhig, gelassen – und heiter. Überdreht, irgendwie. Aber glücklich. Hatte es geklappt?

Er hob eine Hand an sein Ohr, als hätte er etwas über ein Implantat gehört, denn er war nicht allein. „Jawohl, Lord Vader." sagte er laut und ließ die Hand wieder sinken, als er sich an den Offizier wandte, der neben ihm stand. „Seine Lordschaft befiehlt mich zu sich. Sie haben das Kommando, Commander Cass."

„Zu Befehl, General." Der in die weiße Uniform eines Sturmtrupplers gekleidete Offizier nickte nicht überrascht und fuhr in seiner Arbeit fort. Es war ja auch nicht überraschend… so war es besprochen gewesen. Warum also war Veers nervös, als täte er etwas Verbotenes?

Er knurrte innerlich, während er ohne äußerliche Regung ein bereitstehendes Düsenrad bestieg und es in Richtung des Jedi-Tempels in Bewegung setzte.

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Der Tempel war riesig. Und leer. Wie Vader hier finden?

Er ging schnellen, aber nicht zu eiligen Schrittes durch endlos scheinende Gänge und gigantische Hallen, suchend und innerlich fluchend. Erwog zu rufen und verwarf es wieder.

Verflucht, Dava, wo bist du?

Eine Hand packte ihn mit knochenzermalmender Kraft, schleuderte ihn herum und gegen eine Wand. Er keuchte auf vor Entsetzen – und dann wurde sein zum Schrei oder Protest geöffneter Mund abrupt verschlossen… mit einem leidenschaftlichen Kuß.

„Wer sind Sie, und was haben Sie mit Lord Vader gemacht?" keuchte er, als er wieder Luft bekam.

Vader lachte – was für ein Anblick! Der schwarze Lord der Sith stand da, gekleidet in seinen Anzug, jedoch ohne Maske und Helm, grinste wie ein übermütiger Schuljunge und wirkte mindestens zwanzig Jahre jünger. Für einen kurzen Moment sah Veers Anakin Skywalker dort stehen, den „Helden ohne Furcht", wie er in den Holovids gefeiert wurde für seine Einsätze mit seinem Mentor und Freund, Obi-Wan Kenobi.

„Der hat sich Urlaub genommen für ein paar Stunden. Oh, Max, es hat funktioniert! Sie kann mich heilen… meine Lungen sind geheilt, ich kann atmen!" sprudelte er regelrecht hervor, begeistert wie ein Kind.

„Und um das zu beweisen, hast du mir die Luft abgeschnürt?" fragte er trocken, doch dann grinste er ebenfalls, trat auf ihn zu und nahm seine Hände, die immer noch in den Stulpenhandschuhen steckten und sich… hart anfühlten. Kalt. „Dava, das ist wundervoll! Ich - "

„Schhhh…" Vader legte ihm sanft einen Finger auf die Lippen. „Das ist mein erster Urlaub seit über zwanzig Jahren, und er wird nicht lange dauern." Er lächelte und beugte sich vor, und wieder küßte er ihn, sanfter diesmal, zärtlich, doch nicht weniger leidenschaftlich. Und ich möchte die wenige Zeit lieber… anders verbringen. Zarketh schläft, sie ruht sich von der Anstrengung aus. Wenn sie erwacht, werde ich wieder Vader sein müssen… Aber bis dahin…

Veers erschauerte, seine Lippen öffneten sich leicht und hießen Vaders Erregung willkommen.