Hier hat sich noch mal ein kurzes Kapitel dazwischengemogelt – aber das ist eine Ausnahme, keine Sorge :o)
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Kapitel 8
Zarketh fand sie später, über Vaders Helm und Maske sitzend, in einer heißen Diskussion, ob sie angepaßt und umgebaut werden sollte oder nicht. Noch unbemerkt von beiden lauschte sie einen Moment lang amüsiert, beobachtete die beiden Männer mit beinahe mütterlichem Blick. Sie hatte zwar geschlafen, aber dennoch Vaders Erregung gespürt, die zu einem bestimmten Zeitpunkt schlagartig anwuchs und über den euphorischen Zustand hinausging, in dem er sich seit seiner begonnenen Heilung befand. Seine Erregung… und die folgende Eruption schieren Glücks und unendlicher Zufriedenheit, der sich ein anderer, menschlicher Geist beigesellte, sich mit ihm vereinigte, ihn stützte und auffing. Maximilian Veers. Seine Liebe hatte ihn begleitet, wie sie es vorgeschlagen hatte… und sie freute sich darüber.
Vader hielt seine Maske in der Hand, deutete und erklärte, wie er sich Modifikationen vorstellte. Veers war offensichtlich dagegen, ganz der realistische Offizier. Sie stritten, ohne es wirklich ernst zu meinen, und unbewußt berührten sie sich immer wieder… sollten sie. Hier war es sicher. Aber sie würde sie darauf hinweisen müssen. Später.
„Guten Abend, General.", grüßte sie, näherkommend. Veers stand auf, schnell und ein wenig überrascht; Vader folgte ein wenig gesetzter – er hatte sie offensichtlich doch bemerkt. Seine Züge wurden gleichzeitig ruhiger, ein wenig maskenartig… noch kannte er sie nicht gut genug, um ihr so viel von sich zu zeigen, seine Gefühle preiszugeben.
„Jedimeisterin." Max verneigte sich knapp. „Ihr habt ein Wunder vollbracht."
„In gewisser Weise." Sie lächelte, was er nach einem Moment erwiderte, ihre Doppeldeutigkeit verstehend und bestätigend. „Ich hoffe doch, Sie bleiben zum Essen?"
„Gerne, wenn ich darf?" erwiderte er überrascht.
„Natürlich. Allerdings kann ich Ihnen leider nicht gestatten, während der Heilungen anwesend zu sein. Seine Lordschaft wird Sie benachrichtigen, wann Sie uns Gesellschaft leisten können."
„Selbstverständlich." Er nickte ohne Erstaunen. „Aber vielleicht darf ich meinen Teil beitragen und für Fleisch im Topf sorgen? Meine Leute würden sich auch über Abwechslung freuen. Jagdausflüge wären sehr willkommen."
„Natürlich. Die Wälder hier sind sehr wildreich – und es gibt nahebei auch einen See, der sich gut zum Fischen eignet… wollt ihr mir in der Küche Gesellschaft leisten? Ich würde mich über ein wenig Unterhaltung freuen."
Veers wechselte einen Blick mit Vader, der die Schultern zuckte und nickte. „Warum nicht?"
Sie lächelte und ging voraus.
Veers mochte sie auf Anhieb.
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Als er am nächsten Abend wiederkam, einen Hasen im Gepäck, fand er Vader fluchend und alle Beherrschung benötigend, sich nicht den Kopf blutig zu kratzen, der rosa schimmerte. „Es JUCKT!" grollte er, und Veers lachte schallend auf. Die Narben waren noch da, aber sehr viel weniger wulstig – im Laufe der Zeit würden sie nur noch weiße Linien sein, deutlich sichtbar, aber weniger entstellend.
„Weißt du überhaupt noch, wie man sich rasiert?" scherzte er. „Und für das Haareschneiden werden wir auch jemand finden müssen. Na, notfalls mache ich es selbst."
„DU?!"
„Einen militärischen Kurzhaarschnitt werde ich schon noch hinbekommen. Für etwas Eleganteres mußt du dir halt Landurlaub nehmen." Max grinste. „Oder die Lady Ex bekommt einen neuen Offizier, der zum Barbier gehen kann."
Vader fluchte erneut und setzte sich kurzerhand auf seine Hände – was er jedoch schnell wieder bleiben ließ. „Verdammt – ich wußte gar nicht, daß meine Prothesen DERART hart sind…!"
Veers ergriff samt Hasen die Flucht in die Küche, bevor er für seinen neuen Lachanfall irgend etwas an den Kopf bekommen konnte.
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Die Tage vergingen.
Am Folgetag wurde Max erst spät gerufen und durfte eine geheilte rechte Hand bestaunen – mit warmem, festem Fleisch, weicher Haut, gesund, empfindsam, LEBENDIG. An dem darauf war die Linke dran.
Vader konnte es sich anfangs nicht erklären, wie Zarketh – die langsam schwächer zu werden schien und müder – das machte, doch er begann, zu lernen und konnte sie langsam, doch zunehmend mehr unterstützen.
Dann war ein Tag Pause. Vader meldete sich nur kurz, um Bescheid zu geben, daß alles in Ordnung wäre und er sich keine Sorgen zu machen brauchte. Als er wieder kam, war ein Bein geheilt.
Wieder dauerte es… diesmal zwei Tage. Und diesmal war es Vader, der über Zarkeths Bett gebeugt saß, die Heilerin mit Kraft versorgte, seine eigene, noch nicht wieder vollständige Energie in sie fließen ließ.
„Närrin!" grollte er und schnitt der widersprechen Wollenden das Wort ab. „Wenn Ihr es mir gesagt hättet…! Es bestand doch überhaupt kein Grund zur Eile!"
„Was meinst Du?" fragte Veers besorgt, ein wenig dumm mit der heutigen Gabe, einem großen Fisch, dastehend. „Was ist passiert?"
„Sie wäre beinahe gestorben, das ist passiert! Sie hat ohne Rücksicht auf sich selbst all ihre Kraft in mich fließen lassen!"
„Ihr seid es wert… ich bin alt, meine Aufgabe ist erfüllt." Zarkeths Stimme war schwach, aber fest. „Ihr braucht all Eure Kraft für Eure Mission."
„Seid still! Ich lasse Euch nicht so gehen, nicht auf diese Weise – es mag noch mehr geben, die Eure Dienste benötigen werden!"
Er sprach nicht aus, was er meinte, aber sie verstand. „Eurem Sohn wird nicht dasselbe Schicksal widerfahren, wenn alles gutgeht."
„Wenn!" knurrte er. „Es ist noch ein verdammt langer Weg… und er ist vielleicht nicht der Einzige."
Sie lächelte ein wenig spöttisch. „Ihr betrügt Euren Meister schon wieder, Mylord… und widersetzt Euch Order 66. Sie wurde nie außer Kraft gesetzt, oder?"
„Und sie galt nie für die verlorenen Zwanzig. Offiziell geltet Ihr nicht als Jedi." konterte er.
„Augenwischerei." Sie schloß die Augen. „Ihr tut Verbotenes. Wissentlich und Willentlich. Ich wäre gegangen."
„Ich weiß." sagte er nach einer Pause verblüffend sanft und tupfte ihre Stirn ab. „Aber ich will, daß Ihr lebt."
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Zur gleichen Zeit saß Luke Skywalker im aktuellen Rebellenhauptquartier in Gedanken versunken vor dem Holovid. Prinzessin Leia, die das Zimmer auf der Suche nach dem Commander betrat, schauderte, als sie sah, was über den Bildschirm lief: ein offensichtliches Propagandavideo des von ihr meistgehaßten Mannes: Darth Vader, der „ruhmreiche Krieger" des Imperiums. Der Mörder Kenobis. Zerstörer von Alderaan. Ihr Folterknecht.
„He…", sagte sie sanft, als Luke auf ihr Eintreten nicht reagierte. „Denkst du an Kenobi?"
„Auch." Seine Stimme war überraschend fest. „Ich verstehe ihn nicht."
„Wen? Vader?" fragte sie überrascht und zuckte die Schultern. „Er ist ein Monster. Was gibt es da zu verstehen?"
„Nein." sagte er ruhig und deutete auf das Holovid. „Hast du ihm eigentlich je wirklich zugehört? Was er von sich gibt, ist wohldurchdacht und hat Hand und Fuß. Dein Haß macht dich ein wenig blind. Er ist ein ebenso guter Politiker wie Feldherr."
Leia keuchte entsetzt auf. „Luke! Er hat Kenobi ermordet! Er hat Alderaan zerstört und mich gefoltert!"
Luke lächelte leicht, was sie noch mehr erzürnte. „Ja, er hat Ben getötet. Aber das war etwas Persönliches – so viel war zwischen den Zeilen herauszulesen. Ben hat mir auch nicht erzählt, warum sie sich feindlich gegenüberstanden… aber es muß einen Grund gehabt haben. Die Folter… er hat dir physisch kein Haar gekrümmt, oder? Wir haben Krieg, Leia. Was hätte er machen sollen, dich zum Kaf einladen? Du gehörst zu den Rebellen! Er hätte dich auch verstümmeln können. Körperlich foltern. Oder töten. Der andere wollte dich tot, ER hat es verhindert. Und Alderaan… das wissen wir nicht. Du sagtest selbst, nicht er war Kommandeur des Todessterns, sondern dieser Moff."
„Tarkin, ja." zischte sie. „Ebenso ein Monster wie er! Aber er hätte ja widersprechen können, wenn es ihm nicht gefiel!"
„Dann wäre ein anderer Planet vernichtet worden." Lukes Stimme war beinahe aufreizend ruhig.
Leia war blaß vor Ärger. „Sag mal, auf wessen Seite bist du eigentlich? Weißt du, was er bei der Folter mit mir gemacht hat? Er hat sich als mein Vater ausgegeben, dem ich gehorsam sein und die Informationen übergeben sollte! Mein VATER, Luke! Wenn ich einen solchen Vater hätte… ich würde mich umbringen!"
Luke starrte immer noch auf den Bildschirm, wo Vader – düster, drohend, aber unzweifelhaft charismatisch – seine Rede schwang.
„Fürchtest du ihn denn gar nicht?!"
„Doch, natürlich." Er wandte den Blick nicht ab, war wie gebannt. Wieder klang er beinahe abwesend.
„Warum hast du dich so in dieses Ungeheuer verrannt, Luke?" fragte Leia wütend. „Was fasziniert dich so an ihm?"
„Ich weiß es nicht." sagte er leise. „Es klingt verrückt, aber… seit einer Woche bekomme ich ihn nicht aus meinem Kopf. Als ob er… mich gerufen hätte." Er lächelte schief, als sie ihn entsetzt ansah. „Ich sage doch, es klingt verrückt. – Na komm, laß uns Han suchen. Ich habe Mon Mothma versprochen, mir den Planeten Hoth mal anzusehen… könnte eine geeignete neue Basis für uns sein. Niemand wird uns auf einem Eiswürfel vermuten."
