Ja, ich weiß, daß Veers nicht bei Vader war, als Ozzel umgebracht wurde, aber ich brauchte ihn da ;o) Außerdem bedaure ich es, daß mal wieder der deutsche Dialog so viel weniger an Gefühl und Bedeutung rüberbringt… „You have failed me for the last time, Admiral" kommt einfach so viel besser, vor allem, wenn James Earl Jones mit Genuß sich jede einzelne Silbe auf der Zunge zergehen läßt… aber was soll's, muß auch so gehen.

Das Ende dieses Kapitels ist übrigens kanonisch, auch wenn es im Film nicht vorkommt. Nur ändere ich das, was im Kanon darauf folgt.

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Kapitel 11

Einige Tage später erregte ein aufgewühlter Captain Piett Vaders Interesse, als er sich seinem direkten Vorgesetzten näherte.

„Admiral!"

„Ja, Captain?" Ozzels Stimme zeugte wie immer von einer gewissen aufgeblasenen Überlegenheit, die ganz bestimmt nicht auf seinen Leistungen beruhte und die Vader zutiefst verabscheute. Wie hatte dieser Mann es eigentlich geschafft, den Oberbefehl über sein Flaggschiff zu bekommen? Beziehungen und Bestechungen, vermutlich. Nun… irgendwann würde er… abgelöst werden.

„Ich glaube, wir sind auf etwas gestoßen, Sir." berichtete Piett atemlos. „Die Meldung ist nur unvollständig, von einer Sonde im Hoth-System, aber bisher der beste Hinweis." Er schob einen Datenkristall in eine Ladeeinheit und aktivierte damit einen Bildschirm. Veers, der neben Ozzel stand, musterte das Bild aufmerksam und sah dann alarmiert zu Vader hinüber, gab ihm ein unauffälliges Zeichen.

„Tausende von Suchdroiden durchkämmen die ganze Galaxis." verkündete Ozzel selbstgefällig. „Ich will Beweise, keine Hinweise!"

Piett deutete auf den Bildschirm. „Die visuelle Übertragung läßt auf Lebensformen schließen."

„Das könnte sonstwas bedeuten. Wenn wir jeder unbedeutenden Spur nachgehen…"

„Aber im Hoth-System soll es keinerlei menschlichen Lebensformen geben!" protestierte Piett.

Vader, der mit Hilfe der Macht der erregten Diskussion gelauscht und Max' Hinweis wahrgenommen hatte, kam näher. „Sie haben etwas entdeckt?" fragte er ruhig und zwang das Prickeln einer Vorahnung nieder.

„Ja, mein Lord." sagte Piett sofort. Erleichterung, daß Vader sich von selbst einmischte, war deutlich zu hören.

Vader sah nun ebenfalls auf den Bildschirm. Ein Energiegenerator… inmitten von Eis und Schnee! Zum ersten Mal war er froh darum, die Maske noch zu tragen, als Triumph sich auf seinen Zügen abzeichnete. „Das ist es. Die Rebellen sind dort."

„Ähm, mein Lord." mischte Ozzel sich ein, aufgebracht, daß wieder einmal Piett die Lorbeeren einzuheimsen schien. „Es gibt viele Niederlassungen, die nirgendwo verzeichnet sind. Es könnten Schmuggler sein, oder…"

„Das ist das richtige System." schnitt Vader ihm kalt das Wort ab. „Ich bin überzeugt, Skywalker ist dort. Nehmen Sie Kurs auf das Hoth-System! General Veers, bereiten Sie Ihre Männer vor!"

Max unterdrückte ein Grinsen und nickte Ozzel zu, bevor er dem Befehl nachkam. „Admiral…"

Wenn Blicke töten könnten, wäre Piett jetzt leblos zu Boden gesunken, doch so wandte der Admiral sich nur wortlos ab und ging.

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Einige Stunden später betrat Veers die Kammer des dunklen Lords, um ihm Bericht zu erstatten. Was er zu sagen hatte, würde Vader nicht gefallen, so viel stand fest.

Diesmal öffnete sich die Meditationskammer sofort und gab seinen Geliebten frei – wie zu erwarten, in Anzug und Maske.

„Ja, Max?"

„Die Flotte hat den Hyperraum verlassen. Unsere Abtaster haben ein sehr starkes Energiefeld entdeckt, und zwar über dem sechsten Planeten des Hoth-Systems. Das Feld ist stark genug, um jedes Bombardement abzulenken."

Vader knurrte böse. „Die Rebellen befinden sich also bereits in Alarmbereitschaft. Admiral Ozzel war dem Hoth-System zu nahe, als er den Hyperraum verlassen hat."

Max zögerte, versuchte, ein wenig zu beschwichtigen. „Nun, er hielt wohl einen Überraschungsangriff für das Klügste…"

Vader war nicht in Stimmung, Fehler dieser Größenordnung zu vergeben. „Er ist ebenso ungeschickt wie töricht. Bereite deine Truppen für einen Bodenangriff vor!"

„Ja, mein Lord." sagte Veers förmlich und sah ein wenig unbehaglich zu, wie der Sessel Vaders zu einem Bildschirm herumschwenkte, der sich umgehend aktivierte und die Brücke zeigte. Ozzel und Piett kamen ins Blickfeld, ersterer lächelte selbstsicher.

„Lord Vader, die Flotte hat den Hyperraum verlassen; wir bereiten uns jetzt auf einen… Aaargh!"

„Sie haben sich das letzte Mal als Versager erwiesen, Admiral. Captain Piett."

Piett trat vor, während Ozzel neben ihm beunruhigend blau anlief und mit der Hand an der Kehle versuchte, den tödlichen Griff zu brechen, der ihn gepackt hielt. „Ja, mein Lord."

„Treffen Sie alle Vorkehrungen für eine Landung jenseits des Energiefeldes. Die Flotte in Gefechtsformation. Es darf kein Rebellenschiff aus dem System entkommen! Ab jetzt übernehmen Sie das Kommando, Admiral Piett!"

„Ich danke Euch, Lord Vader." Er war erfreut – aber dennoch beschlich ihn ein sonderbares Gefühl, als sein gehaßter Vorgänger neben ihm sein Leben aushauchte.

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„Nun, Max?" fragte Vader ruhig, als der Schirm sich wieder deaktiviert hatte.

Veers brachte es nicht fertig, sich für den Tod eines Mannes zu bedanken, auch wenn dieser ein Strohkopf gewesen war und mehrfach das Leben seiner Männer und das Wohl seines Schiffes durch Fehlentscheidungen riskiert hatte. Es war nicht das erste Mal gewesen, daß er Vader hatte töten sehen, aber wohl das erste Mal, seit sie zusammen waren… und ein wenig erschreckte ihn schon die scheinbare Gefühlskälte, mit der er das tat.

„Firmus wird ein hervorragender Admiral sein, Dava." sagte er deshalb nur.

„Natürlich wird er das." versetzte Vader mit leichtem Amüsement. „Ich warte schon lange auf die Gelegenheit, ihm zu dem Titel zu verhelfen, den er verdient. Ich bin mir durchaus klar darüber, wer mein Schiff tatsächlich führt, Max."

Veers schwieg. Menschen machten nun einmal Fehler. Wie groß…

„Meine Toleranzschwelle ihm gegenüber ist beinahe so hoch wie gegenüber Dir." Vader schien zu lächeln, als er seine Gedanken las oder erriet. „Ich kenne Firmus recht gut mittlerweile. Er ist ein guter Mann und tut sein Bestes – und das honoriere ich. Keine Sorge. Wenn er so weitermacht wie bisher, wird er als alter Mann in seinem Bett sterben."

Max erwiderte das Lächeln ein wenig schwach. „Dann geh ich mal, meine Leute warten bereits."

„Ja…" sagte Vader nachdenklich. „Tu das."

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Firmus Piett betrachtete von der Brücke aus das Geschehen in einem der größten Hangars, wo sich die Truppen für die Bodenattacke versammelten. Haushohe, schwer gepanzerte Geher, die derzeit kampfstärkste Bodenmaschinerie des Imperiums, marschierten nacheinander gleich im halben Dutzend in zwei Frachter, umschwirrt von einigen schnelleren und wendigeren zweibeinigen Kampfläufern. Die Truppen, die sie bemannten und begleiteten, formierten sich ein wenig abseits und wurden von ihren Offizieren instruiert. Und inmitten von ihnen – alle in tarnendes Weiß gekleidet, in eine spezielle, für den Einsatz auf Welten wie Hoth entwickelten Rüstung – stach die imponierende schwarze Gestalt Darth Vaders deutlich hervor, begleitet von Maximilian Veers, der ebenfalls eine spezielle Rüstung angelegt hatte… samt einem Helm, der dem Vaders nicht unähnlich war. Er zoomte näher.

Die beiden Männer diskutierten angeregt miteinander, deuteten auf Truppen und Gerät, verglichen mit Listen auf einem Datendisplay in Max' Händen. Piett lächelte und freute sich über die offensichtliche Freundschaft der bei- Moment! Er erstarrte, blinzelte und beugte sich ein wenig vor. Hatte er richtig gesehen? Ja – da war es wieder! Vader hatte Max flüchtig an der Schulter berührt, drehte ihn in eine Richtung und gestikulierte. VADER? Er berührte niemals jemanden, nie! Und – Firmus fiel das Kinn auf die Brust, als Veers nun seinerseits die Hand auf Vaders Arm legte und seine Aufmerksamkeit auf das Datenpad lenkte. Wenn schon Vader niemanden anfaßte, so wagte dies unter tödlicher Sicherheit niemand bei ihm! Die beiden Männer schienen das nicht einmal zu bemerken, sie handelten so natürlich, daß es auch niemandem in ihrer unmittelbaren Umgebung auffiel. Pietts Augen weiteten sich, als er seine Vermutung bestätigt sah. Das hier ging über bloße Freundschaft hinaus. Eindeutig. Und erklärte auch Max' gerötete Wangen…

Er grinste breit. Wie wundervoll… für beide!

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Veers und Vader hatten sich getrennt. Letzterer nahm ein kleineres Schiff, das ausschließlich mit Soldaten bemannt war und den Stützpunkt selbst angreifen sollte, aber zunächst mußten Veers und seine Leute den Generator zerstören. Bis das geschehen war, verblieb Vader mit dem Schiff im Orbit.

Die Landung erfolgte außerhalb des geschützten Sektors, aber nah genug, um den langsamen Maschinen keinen zu weiten Weg zuzumuten. Das Wetter schien auf Seiten der Rebellen – strahlender Sonnenschein und klare Sicht auf Kilometer. Veers nahm es schulterzuckend zur Kenntnis. Soweit man wußte, hatten die Rebellen den AT-AT nichts Adäquates entgegenzusetzen und verfügten nach den Berichten der Scouts nur über eine einzige Ionenkanone.

Sehr bald schon waren die Maschinen auf dem Weg, in einigem Abstand zueinander, die kleinen Scoutläufer an den Flanken, und schnell kam am Horizont der Stützpunkt in Sicht – zusammen mit einer Schneegleiterstaffel der Rebellen. Doch die machten Veers keine Kopfschmerzen. Einer der Kampfläufer zu seiner Rechten drehte auch bereits den ‚Kopf' und feuerte auf einen Gleiter, der ihm zu nahe gekommen war – ein Feuerball war das Ergebnis.

Nun eröffneten auch die anderen Läufer, einschließlich Veers' eigenem, das Feuer und begannen, die Staffel zu dezimieren. Die Schüsse der Gleiter auf die Geher verpufften hingegen wirkungslos an der starken Panzerung.

Während die Geher um ihn herum sich um die Gleiter kümmerten, hielt Veers selbst zusammen mit einem weiteren AT-AT auf den Energiegenerator zu, dem sie beständig näherkamen. Ohne Vorwarnung erschien plötzlich ein Hologramm Vaders vor ihm auf dem Kontrollpult.

„Ja, Lord Vader." beantwortete Veers die ungestellte Frage. „Wir haben die Hauptenergiefeld-Generatoren erreicht. Das Energiefeld wird jeden Moment außer Kraft sein, und Ihr könnt mit der Landung beginnen."

Das Bild löste sich wieder auf, und Veers sah plötzlich auf einem Monitor, wie einer der Geher hinter ihm in die Knie sackte wie ein angeschossenes Tier. Unmöglich! Was war passiert? Waren das… Kabel um die Beine? Verdammt… die Rebellen waren findiger, als er dachte… aber darum konnte er sich jetzt nicht kümmern. Nur noch ein paar Dutzend Meter…

Er kontrollierte die Werte auf dem Display und aktivierte dann das Com für den ganzen Verbund.

„Alle Truppen bereitmachen zum Bodenangriff. Zuerst greifen wir frontal den Hauptgenerator an."

Auf den Monitoren ging plötzlich ein weiterer Geher in einer Explosion zugrunde. Veers schloß kurz die Augen und konzentrierte sich wieder auf seine Aufgabe, wobei ihm auffiel, daß die Bodentruppen der Rebellen sich zurückzuziehen schienen. Die Zeit wurde knapp.

„Entfernung zu den Hauptgeneratoren?" fragte er kurz.

„Eins-Sieben Komma Zwei-Acht." erwiderte der Pilot umgehend. Max griff nach dem Elektro-Fernglas und richtete es auf den Generator.

„Sind im Ziel. Maximale Feuerkraft!"

Er wandte den Blick ab, als sein Ziel in einem Flammenmeer verging. Nun mußte Vader übernehmen.

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Und dieser wiederum schwebte längst mit der PRIDE knapp über dem Energieschild, wachsam, sprungbereit. Als der Schild verging, landete er, und seine Truppen schwärmten aus. Die Zugänge waren versperrt – und wurden kurzerhand mit einer mobilen Kanone aufgebrochen. Vader war bei den ersten, die durch die Wolke von Eiskristallen in den Stützpunkt eindrangen… und ihn leer fanden. Sie waren offensichtlich zu spät gekommen.

Seine Truppen verteilten sich in den Gängen, er folgte ihnen, erwartete aber nicht, noch etwas zu finden. Seine Sinne waren sämtlich geweitet; daß Luke nicht hier war, hatte er bereits auf dem Schiff gespürt. Sein Sohn war bei den Gleiterpiloten und kämpfte gegen Max' Truppen. Nicht erstaunlich. Wenn er nur einen Bruchteil seines Talents geerbt hatte, mußte er fliegen. Er trat beiläufig einen Schritt zur Seite, und ein großer Eisbrocken prallte auf die Stelle, an der er eben noch gestanden hatte. Etwas war noch hier. Dort… dort drüben.

Er drehte sich, kurz bevor er das Dröhnen von Motoren hörte und die verbeulte Form eines YT-1300-Frachters an ihnen vorbeischoß und die Flucht ergriff.

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„Admiral Piett, Sir!" Eine Ordonnanz stoppte keuchend neben ihm, blaß und erschrocken aussehend.

„Was gibt es, Leutnant?"

„General Veers, Sir… Sein Geher wurde frontal von einem Gleiter der Rebellen gerammt, er prallte direkt ins Cockpit. Er ist schwer verwundet, Sir…"

„Wo ist er?!"

„Er war noch im Haupthangar, Sir, als ich loslief, aber MedBay wurde bereits benachrichtigt und war auf dem Weg."

Piett erbleichte, scheuchte den Offizier mit einem knappen Dank weg und versuchte, Kontakt mit Vader aufzunehmen. Umsonst. Mit ein paar knappen Befehlen gab er Anweisung an nicht weniger als 50 Mann, den dunklen Lord im Schiff zu suchen, ihn unter allen Umständen so schnell wie möglich zu finden und ihn zu ihm, Piett, zu bitten – dringender Notfall! Dann drehte er auf dem Absatz um und suchte eilig die Krankenstation auf.