Warnung: Enthält einen Abschnitt mit einer Folterszene. Meine Betas fanden es teils ‚recht heftig', deshalb erwähne ich es hier…

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Kapitel 13

Als sie alleine waren, wandte Vader sich Max' regloser Gestalt zu. Er überlegte kurz, den Helm abzunehmen oder die Handschuhe auszuziehen, entschied sich aber wegen des Droiden und unvorhergesehener Störungen gegen beides. Auch wenn die Wachen den Befehl hatten, niemanden einzulassen, es sei denn, Admiral Piett selbst käme mit einem wirklich ernsten Problem, so war es so doch einfach sicherer. So ergriff er Max' Hand, umfing sie behutsam und schloß sanft und nacheinander seine langen, mit schwarzem Leder umkleideten Finger um sie. Dann schloß er die Augen und ließ die Macht strömen. Er ließ sich von ihr durchdringen und von ihr tragen, gab sich ihr vollkommen hin, erfühlte die Schwingungen, die ihn sanft zum Kern des Problems trugen und ihm – dank Zarkeths Lehren – Wege aufzeigten, wie er es würde tun können. Hier zugreifen, sanft schieben, dort halten und fixieren… eine kleine mentale Bandage da… Langsam glitten die ersten Splitter an ihren Platz, fanden zueinander, schmiegten sich aneinander.

Anfangs zögernd und besorgt, es noch zu verschlimmern, dann zunehmend sicherer, machte er sich an die Arbeit. Es war eine seltsam meditative Aufgabe, die ihn gleichzeitig erfüllte und doch sein Bewußtsein treiben ließ…

Er sah sich selbst plötzlich an einem Tisch stehen, ein kompliziertes Puzzle legend, das, wie Vader bemerkte, kein Motiv hatte.

Der Tisch befand sich im Freien, unter einem grünlichen Himmel; das lange Gras zu seinen Füßen war rötlich bis violett. Die Landschaft war sonst karg, in einiger Entfernung ragten dunkelgraue Klippen auf.

Neben ihm stand Max, in Freizeitkleidung steckend – und er selbst, wie er feststellte, trug Kleidung, wie er sie vor dem Sturz bevorzugt hatte, ähnlich den Jedi-Roben, nur in schwarz.

„Wo sind wir hier?" Veers sah sich stirnrunzelnd um.

„Woher soll ich das wissen? Das hier ist dein Traum." versetzte Vader trocken.

„Könnte Shili sein… ich war da mal eine kurze Weile stationiert. Ich mochte es nicht."

„Das erklärt es wahrscheinlich. DAS hier magst du ganz sicher auch nicht."

„Was machst du da?" erkundigte sich der General neugierig und studierte das Puzzle.

„Ich versuche, deine Beine zu retten."

„Meine Beine?" wiederholte Max erstaunt. Vader wandte den Kopf und runzelte die Stirn.

„Kannst du dich nicht erinnern?"

„Da war ein… Gleiter, der auf uns zuflog. Und uns rammte. Dann wurde es dunkel… den Mächten sei Dank verdammt schnell. Was ist passiert?"

"Nur ein paar Knochenbrüche." sagte der dunkle Lord leichthin.
"Dava, versuch nicht, mich für dumm zu verkaufen. Um Knochenbrüche wieder zusammenzubasteln, gibt es die Medidroiden. Du würdest nicht hier sein und es selbst tun, wenn es nicht wirklich ernst wäre. Also - raus damit!"

Vader schwieg einen Moment. „Deine Beine wurden zerschmettert. Die Frakturen sind so kompliziert, daß die Medidroiden kapitulierten und die Beine amputieren wollten."

Veers wurde ein wenig blasser, blieb aber stoisch, auch wenn er haltsuchend nach dem Tisch griff. „Oh." Aus weiter Ferne hörte Vader ein plötzlich einsetzendes Piepsen, dann ein leises Zischen. Veers schloß kurz die Augen, schien stabilisiert. Das Piepsen verstummte. „Und nun?"

Vader lächelte ein wenig schwach. „Nun versuche ich, das komplizierteste Puzzle zu legen, das ich je gesehen habe. Aber ich habe eine starke Verbündete, die mir hilft."

Veers starrte auf den Tisch, ohne wirklich etwas zu sehen, seine Augen brannten. „Amputation…" wiederholte er tonlos.

„Ich tue mein Möglichstes, um das zu verhindern, Max." sagte Vader beruhigend. „Und selbst wenn alles schiefgehen sollte… heutzutage gibt es wunderbare Prothesen mit Synthehaut, die aussehen wie echt. Niemand wird etwas bemerken."

„Doch. Ich." sagte Veers leise. Vader wandte sich ihm zu, nahm sein Gesicht sanft in beide Hände.

„Max. Denkst du, ich würde dich weniger lieben, wenn du Prothesen hättest? Ausgerechnet ICH?"

Veers kicherte ein wenig hysterisch. „Nein… nein, natürlich nicht. Aber…"

„Ich weiß." Vader beugte sich vor und küßte ihn sanft. „Es kostet Überwindung, sich damit abzufinden. Aber man lernt, damit zu leben. Wirklich."

Veers sah ihn an und und versuchte ein Lächeln. „Ich liebe Dich, Dava."

Vader erwiderte das Lächeln herzlich und zog ihn an sich. „Und ich Dich. Und daran wird sich nichts ändern… mit Beinen oder ohne. Und jetzt vergiß das „ohne" ganz schnell, ja? Ich arbeite dran. Und es sieht verflixt gut aus."

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Vader arbeitete noch eine Weile weiter, beendete das ganze Bein, ohne zu bemerken, wie die Zeit verging. Er überprüfte noch einmal die gesamte Länge, um sicherzugehen, daß er keinen Splitter übersehen hatte, dann atmete er tief durch und lehnte sich zurück. Und erst jetzt bemerkte er an der Steifheit seiner Muskeln, wie lange er hier schon gesessen haben mußte. Er erhob sich, streckte sich unauffällig und warf einen Blick auf die Anzeigen der Scanner an der Wand. Alle Werte waren im grünen Bereich. Max war nach einer Weile wieder eingeschlafen und schlief noch ruhig.

„Wie lange war ich… in Trance, Droide?"

„Sechs Stunden zwölf Minuten vierunddreißig Sekunden, Mylord." antwortete der 2-1B umgehend. Vaders Augenbraue hob sich. Holla. Kein Wunder, daß er sich zerschlagen fühlte.

„Danke. Fixiere das Bein für die Heilung."

Er öffnete die Tür und wandte sich an einen der Sturmtruppensoldaten. „Benachrichtigen Sie Admiral Piett, daß ein Besuch jetzt möglich ist."

„Sofort, Mylord." Der Mann schaltete seinen Helmfunk auf einen anderen Kanal um und gab die Meldung durch, während Vader in den Raum zurückkehrte und den Erfrischer aufsuchte.

Piett ließ nicht lange auf sich warten. Offensichtlich hatte er Dienstschluß, denn er trug Trainingskleidung und hatte ein zugedecktes Tablett in den Händen, das er ohne Probleme an den Wachen vorbeibrachte – für Vader konnte es ja wohl nicht sein. Und wenn der Admiral sein Abendessen hier einnehmen wollte, dann mußte er das mit dem dunklen Lord ausmachen.

„Wurdet Ihr beim Essen gestört?" erkundigte Vader sich ein wenig indigniert.

Piett stellte das Tablett auf einem Tisch ab, trat hinter den Droiden und deaktivierte ihn auf die harte Tour – durch Betätigung des „Aus"-Schalters, den jeder von ihnen zwischen den Schulterblättern hatte.

„Nein. Das ist Eures, Mylord."

„Meins?"

„Habt Ihr keinen Hunger?"

„Nun, doch, aber…"

Piett zuckte die Schultern und hob den Deckel; Dampf stieg auf. „Gebratener Taurücken mit Gemüse, eine Früchtecreme, etwas Fruchtsaft und Wasser." Vader lief das Wasser im Mund zusammen.

„Soll ich gehen, Mylord?" fragte Piett nervös.

Vader konnte nicht anders, er mußte lachen. „Nicht nur Mechaniker haben Hunger, Admiral. Nein, bleibt ruhig – er schläft, aber ich denke, Ihr könnt es riskieren, ihn zu wecken." Er ließ sich nieder und begann, den Helm abzunehmen. Piett sah ein wenig scheu beiseite, als zischend Luft ins Vakuum des Helms strömte.

„Ich denke, wir lassen ihn schlafen…"

„Wie Ihr meint." Vader sparte es sich, auch die Halsbeuge abzulegen, und begann zu essen. Kauend wies er auf den Stuhl ihm gegenüber. Piett riß ein wenig die Augen auf, setzte sich aber schüchtern.

„Wie…", er schluckte, „wie lief es, Mylord?" Ihm fiel auf, daß Vaders Stirn glänzte und der Flaum auf seinem Kopf schweißnaß daran klebte.

Vader nickte und schluckte, bevor er antwortete. „Sehr gut. Das linke Bein ist ausgerichtet… jetzt muß es heilen. Nach dem Essen nehme ich mir das Rechte vor."

Pietts Kinnlade fiel herunter. „Es hat geklappt?" flüsterte er.

Vader nickte stumm, er kaute bereits am nächsten Bissen.

„Wie wundervoll… Mylord, ich…"

Vader schnitt ihm mit einer Geste das Wort ab, bevor Piett sich in hilfloses Dankesstammeln verstricken konnte.

„Er wird eine ganze Weile im Repulsorstuhl bleiben und neu laufen lernen müssen, aber es wird heilen."

Firmus strahlte. Er erhob sich und verneigte sich mit großem Ernst und tiefem Respekt, dann wandte er sich zum Gehen, als Vader ihn mit einem Nicken entließ. An der Tür fiel ihm noch etwas ein, und das Strahlen verwandelte sich in ein breites Grinsen.

„Oh, Mylord…?"

„Hm?" Er wandte den Kopf, mit dem Taurücken beschäftigt.

„Der Rebellenpilot, der in Max' Cockpit geflogen ist… er liegt ein paar Zimmer weiter, im Hochsicherheitstrakt. Er hat ebenfalls überlebt… und ich habe Anweisung gegeben, ihn unter allen Umständen am Leben zu erhalten."

Vaders Miene änderte sich schlagartig und erinnerte Firmus an ein Raubtier, das auf Beute gestoßen war. „Sehr gut." schnurrte er. „Ich werde mich bald um ihn… kümmern."

Piett verließ den Raum halb lächelnd, halb schauernd ob der tödlichen Endgültigkeit in Vaders Stimme.

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Vader beendete sein Mahl in aller Ruhe, öffnete dann zunächst die Wasserflasche und leerte sie durstig, dann öffnete er den Fruchtsaft und trank ihn ebenfalls, jedoch langsamer und mit mehr Genuß.

Er packte den Deckel wieder auf das Tablett, erhob sich und ging zu Max hinüber. Er schlief immer noch, einen ruhigen, vollkommen entspannten Ausdruck im Gesicht, und er entschloß sich, ihn schlafen zu lassen.

Seufzend streckte er sich nochmals. Auch er fühlte sich müde, aber an Schlaf war jetzt nicht zu denken. Er hätte sich nie entspannen können, wenn er Max' zweites Bein noch unbehandelt wußte. Das Essen hatte ihn für den Moment erfrischt und seinen Hunger gestillt, aber er wußte, daß es ihn später müde machen würde. Sollte er eine halbe Stunde trainieren gehen? Ah… nein. Da gab es ja etwas Besseres.

Sein tödliches Lächeln verschwand hinter der Maske, die sich mit dem vertrauten, ziehenden Schnappen schloß, und mit dem Aufsetzen des Helmes aktivierte sich auch der Beatmer wieder.

Er trat hinter den Droiden, rief ihn ins Leben zurück und nahm amüsiert eine beinahe entrüstete Reaktion zur Kenntnis.

„Mylord… ich habe keine Erklärung - "

„Ich schon. Admiral Piett hatte mir etwas Vertrauliches zu berichten." schnitt Vader ihm das Wort ab. „Ich werde kurzzeitig anderweitig benötigt. Bereite bis zu meiner Rückkehr das zweite Bein für die Stabilisierung vor."

„Ich verstehe. Selbstverständlich, Mylord."

Vader verließ den Raum, bedeutete den beiden Wachen, dort zu verbleiben, und wandte sich dem Hochsicherheitstrakt zu.

Den Rebellen zu finden, war nicht schwer – auch vor seiner Tür standen Wachen, die Haltung annahmen, als Vader zwischen ihnen durchging.

Wachen und ein Offizier in grau standen auch innen im Zimmer. Der Rebell lag im Bett, schwitzend und blaß – offensichtlich war der Befehl ergangen, mit Schmerzmitteln sparsam umzugehen. Als der dunkle Lord eintrat, nahmen auch die Wachen Haltung an, und der Offizier, der ein Datenpad in der Hand hielt, salutierte.

Der Rebellenpilot wurde noch blasser und begann zu zittern. „Vader!" keuchte er angstvoll.

Dieser trat einfach nur in die Mitte des Raumes, richtete sich zu seiner vollen, beeindruckenden Höhe auf, hakte die Daumen in den Gürtel und ließ seine Erscheinung wirken. Und diese genügte vollauf. Die mitternachtsschwarze Panzerung, die angsteinflößende Maske, das grauenerregende, den plötzlich totenstillen Raum erfüllende Geräusch des Beatmers… der Gefangene versuchte unwillkürlich, auf dem Bett weiter nach hinten zu rutschen, als könne er damit dem dunklen Lord entgehen. Bislang – ohne zu wissen, auf welchem Schiff er war – hatte er noch eine schwache Hoffnung gehabt, in einem Gefangenenlager des Imperiums zu landen… schließlich war er nur ein kleines Licht, einer unter vielen. Unwichtig. Aber Vaders Anwesenheit verhieß nichts Gutes.

Vader sah schweigend auf den Mann hinunter, und schweigend warteten seine Leute. Als er spürte, daß der Pilot kurz vor dem Abkippen in eine Ohnmacht stand, wandte er sich an den Offizier neben ihm. Um den Effekt noch zu verstärken, senkte er die Tonlage seiner Stimme noch weiter als üblich.

„War er kooperativ, Captain?"

Captain Freja Covell hatte schon oft für und mit Vader Befragungen durchgeführt. Er kannte seine Rolle und Vaders Signale genau – dieser Satz zum Beispiel war ein Todesurteil. Und deshalb fuhr er im grausamen Spiel so fort, wie seine Befehle lauteten.

„Er ist ein Rebell, Mylord." meinte er schulterzuckend. „Sie sind alle halsstarrig und so schweigsam wie ein baldavanischer Taschenhase."

Der Rebell reagierte nicht auf diese Beleidigung – das Tier galt als Symbol für Feigheit.

„Welche Fragen sind noch offen?" erkundigte sich Vader beiläufig.

Covell schürzte die Lippen. „Oh, eigentlich alle außer der nach seinem Namen und Rang, Mylord."

„Ich verstehe." Der schwarze Stahlschädel wandte sich wieder dem Rebellen zu und unterließ es, sich nach eben diesen beiden Informationen zu erkundigen. Ohne daß er sich bewegte, flog die Bettdecke zur Seite und entblößte die nackten Beine des Mannes, der in dunkler Vorahnung aufwimmerte.

„Nun… wo ist der Stützpunkt der Rebellen?" fragte Vader beinahe mild.

„Ich weiß es nicht, Lord Vader. Nur die Oberen wissen es vor dem Aufbruch." Die Stimme war ein kaum verständliches Zittern.

„Falsche Antwort..." Covell schüttelte sorgenvoll den Kopf, und beinahe zeitgleich ertönte ein hartes Knacken, wie von einem dicken, brechenden Ast. Der Rebell schrie auf und hielt sich das linke Bein, das in seltsamem Winkel dalag.

„Wo ist der Notfalltreffpunkt?"

Der Rebell schwieg, keuchte aber heftig in Erwartung des nächsten Angriffs, der umgehend kam… im anderen Bein. Wieder schrie er auf.

„Wie viele Schiffe hat eure Flotte derzeit?" Ein weiteres Knacken. „Welche sind die mächtigsten Waffen? Wie viele Leute habt ihr? Wie viele Anführer? Welche Welten unterstützen euch?" Knack. Knack. Knack. Knack.

Der Rebell heulte längst nur noch langgezogen und verzweifelt vor Schmerz und Todesangst.

„Laßt uns allein." befahl Vader. Covell und die beiden Sturmtruppen verließen den Raum, nicht ungern, was man aber allen dreien nicht anmerkte. Vor dem Raum blieben sie stehen, bei ihren beiden Kameraden. Sie schwiegen alle einen langen Moment.

„Er ist gut in Form heute." Die Vocoderverzerrte Stimme einer der Wachen ließ ein Schauern erahnen. „Der Kerl kann einem fast leidtun."

„Beherrsch dich, TK-2144." mahnte Covell leise. „Ich habe das nicht gehört. Der „Kerl" hat immerhin beinahe einen der besten Generäle des Imperiums auf dem Gewissen. Er - "

Ein irres Kreischen aus dem Raum, sich steigernd und begleitet von dumpfen Aufschlägen, unterbrach ihn und endete abrupt. Die Tür öffnete sich, Vader trat heraus und wandte sich an Covell.

„Entsorgen Sie das, Captain. Und lassen Sie aufräumen." Dann schritt er mit wehendem Mantel und knallenden Schritten davon.

Die Soldaten sahen sich untereinander an und warfen dann einen vorsichtigen Blick in den Raum… oder besser: die Hölle. Der Rebell auf dem Bett starrte mit toten Augen an die Decke, die Beine mehrfach gebrochen, das Gesicht eine Fratze panischer Angst, bläulich rot angelaufen, die Hände um den Hals geklammert. Auf ihm und um ihn lagen mehrere Gegenstände aus den Regalen ringsum, die meisten davon bis zur Unkenntlichkeit zerdrückt und verbeult; wo sie ihn getroffen hatten, waren Schrammen und blutige Wunden zu sehen.

„Sith…!" fluchte Covell leise. „Du hattest Recht, TK-2144. Er ist wirklich gut in Form heute."

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Vader kehrte zu Max zurück. Er fühlte sich so erfrischt, als hätte er eine ganze Nacht lang geschlafen – einer der Vorteile der dunklen Seite, auch, wenn sie auf Dauer einen üblen Preis hatte… wie man am Imperator sehen konnte.

Max war wach und saß halb aufrecht in dicke Kissen gelehnt.

„Wo war - " Er unterbrach sich und sah zu dem Droiden hinüber, dessen Kopf ruckartig hin und her schwang, als er sich bewußt wurde, was ihm gleich blühen würde. „Oh, nein! Nicht schon wieder! Bitte, Mylord, ich hasse es, dauernd abgeschal - " Die Augen erloschen.

„Tut mir leid." Vader zog sich einen Stuhl heran und nahm neben dem Bett Platz.

„Wo warst du?" fragte Max erneut. „Ich dachte, Du seist länger weg, schlafen oder meditieren… Übrigens: Danke." Er deutete lächelnd auf sein linkes Bein, das in einer bactagetränkten Stützbandage behutsam fixiert auf dem Bett ruhte. „Unser Freund hier war ganz aus dem Häuschen, sagte, er hätte so etwas noch nie gesehen und nie für möglich gehalten."

„Das wundert mich nicht… ich wußte ja bis vor ein paar Stunden selbst nicht einmal, daß es möglich ist." Vader lächelte und nahm Max' Hand. „Laß mich jetzt dein anderes Bein in Angriff nehmen. Wie ich sehe, hat er es schon vorbereitet… aber ich brauche ihn dazu, Max. Ich muß ihn gleich wieder anschalten."

„Schon gut, ich bin still. Aber willst du nicht zuerst ausruhen? Du mußt doch todmüde sein."

„Tatsächlich bin ich topfit. Ich habe mich eben ein wenig… ausgetobt." Vader wählte absichtlich einen beschönigenden Terminus.

„Ausgetobt, hm? Dava, der Todesschrei war nicht zu überhören." meinte Veers trocken.

„Hast du etwa Mitleid mit ihm?" fragte Vader überrascht.

„Nein. Wir sind alle nur Sklaven dieses sinnlosen Krieges…" murmelte Veers. „Hat er es absichtlich getan? Dann hat er die Strafe verdient. War es ein Unfall? Dann war er ein Opfer… genau wie alle anderen Gefallenen."

„Solche Reden sind gefährlich, Max." sagte der dunkle Lord leise.

„Ja. Die Rebellion muß niedergeschlagen werden, Dava, keine Frage. Aber muß es so brutal geschehen? Muß es so viele Tote geben? So viel Leid?"

„Nicht, wenn es nach mir ginge." brummte Vader und übte damit zum ersten Mal offene Kritik am Kaiser. „All diese brutalen Befehle sind von ihm, nicht von mir. Ich würde anders handeln. Aber ich bin sein Geschöpf… und ihm zu Gehorsam verpflichtet. – Genug jetzt davon. Entspann dich."

Veers öffnete den Mund, doch der Droide kam ihm zuvor.

„-tet zu werden! – Oh." machte er und sah sich um. War es nun passiert oder nicht?

„Wir machen weiter, Einheit. Das zweite Bein. Überwache ihn."

„Sehr wohl, Mylord…" Konnten Droiden seufzen, oder war das eine akustische Täuschung?

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Die Arbeit am zweiten Bein ging schneller und müheloser voran. Zum einen, weil Vader nun wußte, was und wie er es tun mußte, zum anderen, weil Max wach war und ihn aktiv unterstützte. Wieder standen sie gemeinsam an einem Tisch, der mit einem Puzzle bedeckt war, doch diesmal war die Umgebung angenehmer, und zu zweit ging das Lösen der Aufgabe leichter von der Hand. Sie arbeiteten Hand in Hand, schweigend und vertraut, als säßen sie über einer Droiden- oder Raumschiffbastelei, und wenn Max Schmerzen hatte, ließ er es sich nicht anmerken.

Zuletzt prüfte Vader wie gehabt noch einmal die gesamte Länge des Beins, während Max sich mental zurücksinken ließ.

„Fertig." befand der dunkle Lord zufrieden und laut. Er öffnete die Augen und half dem 2-1B, die vorbereiteten Bandagen zu fixieren, um das Bein ruhigzustellen.

„Wie lange werde ich liegen müssen?" erkundigte Max sich.

„Zwei Tage, General. Dann kann ich es verantworten, Sie in einen Repulsorstuhl umziehen zu lassen, mit gebeugten Gelenken. Die Knie dürfen nicht steif werden – aber wir werden künstliche Schwerelosigkeit einsetzen müssen."

„Damit kann ich leben. Und weiter?" Max schloß erschöpft die Augen.

„Eine Woche. Dann können Sie mit dem Training beginnen… eine halbe Stunde, vorerst."

„Gut." Murmelte der General schläfrig.

„Wann soll Piett zu Besuch kommen?" erkundigte Vader sich, aber Max schlief bereits. Der dunkle Lord lächelte und wandte sich an den Droiden. „Gib dem Admiral Bescheid, sobald General Veers erwacht. Und mir, wenn sich sein Zustand ändert – und zwar sofort, verstanden?"

„Selbstverständlich, Lord Vader."

„Oh, und noch etwas. Diese Heilung hat niemals stattgefunden."

„Ich… verstehe." antwortete der Droide ein wenig unbehaglich und fragte sich, ob er seine Erinnerungen behalten durfte. Überrascht beobachtete er, wie Vader das Zimmer verließ.