Six: Vielen Dank für dein Review! Ich freue mich, wenn es gefällt :o) Und es kommen definitiv noch weitere Kapitel – ich habe absichtlich erst angefangen, hochzuladen, als ich genug „Munition" für einige Wochen Upload bzw. genug Luft zum Weiterschreiben hatte. Derzeit hat die komplette Story ca. 139.000 Wörter, und sie wächst mehr oder weniger täglich.

Besonderen Dank auch an attack09 – ohne deine Hilfe wäre dieses Kapitel nicht on ;o)

An alle Leser: eine meiner Betas hat erst neulich bei einem Nochmal-Lesen einen ‚Filmfehler' entdeckt, der in einem der noch kommenden Kapitel passiert. Da er beim ersten Lesen keinem von uns aufgefallen ist und mir beim Schreiben nicht bewußt war, wir außerdem keine elegante Lösung fanden, wie wir es nachträglich erklären können und uns allen die Szene so gefällt, wie sie ist, weil sie eben stattfindet und das weiter soll (können mir noch alle folgen? g), lufthol'… möchte ich nun einfach sagen: Die Szene bleibt drin. Wer sie bzw. den Fehler findet und ihn mir nennt, bekommt nach Abschluß der Story eine illustrierte Komplettfassung, also die ganze Story samt Bildern (aus Filmen, Comics und sonstigen Quellen) per Mail gezippt zugeschickt. Und damit meine ich alle, die es finden ;o)

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Kapitel 16

Vader stand vor einem imperialen Captain namens Lorth Needa, Kommandeur der AVENGER. Wie erwartet, hatte das Schiff die Beute – den Millenium Falken – verloren. Needa war gekommen, sich zu entschuldigen… aber der dunkle Lord war nicht in der Stimmung, diesen Fehler zu vergeben. Nicht nach den ausdrücklichen Befehlen, die er gegeben hatte.

Der Mann hatte längst seine Hand an der Kehle, versuchte, die unsichtbare Klaue, die langsam zudrückte, zu öffnen. Umsonst, wie immer. Der Machtgriff war Vaders Spezialität – und mittlerweile beherrschte er ihn sogar ohne die dazugehörige Geste.

Langsam ging der Captain zu Boden, sah Vader um Gnade flehend an, rang nach Atem, doch vergeblich. Schließlich sank die Hand schlaff zu Boden.

„Ich nehme Ihre Entschuldigung zur Kenntnis, Captain Needa." sagte Vader mit einem beinahe amüsierten Unterton. Sein langer Mantel streifte über den Leichnam, als er sich abwandte und zu Piett trat, der einige Schritte entfernt bei zwei Technikern und ihren Sensoren stand.

„Lord Vader, unsere Schiffe haben die Abtastung des Gebiets beendet und nichts gefunden. Falls der Millenium Falke zur Lichtgeschwindigkeit übergegangen ist, könnte er mittlerweile schon am anderen Ende der Galaxis sein."

Nein… das war unwahrscheinlich, entschied Vader. Es sei denn, es war Solo gelungen, den augenscheinlich defekten Antrieb zu reparieren…

„Versetzen Sie alle Einheiten in Alarmbereitschaft. Berechnen Sie gemäß ihrer letzten uns bekannten Flugbahn jeden in Frage kommenden Zielort." befahl er deshalb.

„Ja, mein Lord." sagte Piett fest. „Wir werden sie finden."

Mehr fürs Protokoll und die sie umgebenden Zuhörer, aber nicht ganz ohne Ernst, sah Vader ihn an. „Keine… weiteren… Fehler." Pause. „Admiral." Die Betonung war so gewählt, daß sie verschiedene Drohungen vermittelte. Zum einen gemahnte sie an Needas Schicksal… zum anderen, durch den abgesetzt betonten Titel, sagte sie: Paß gut auf, Junge. Ich habe dich zum Admiral gemacht – aber den kann ich dir auch ganz schnell wieder wegnehmen. Piett verstand sehr gut… und er war klug genug, sich nicht auf den jüngsten Lorbeeren und dem Wissen, daß Vader ihn mochte, auszuruhen. Vaders Geduld war nicht gerade sprichwörtlich…

Er wandte sich zu seinen Offizieren um, ein wenig blasser nun. „Alle Einheiten in Alarmbereitschaft! Ausschwärmen!"

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Als Boba Fett die AVENGER erreichte, hätte er beinahe gelacht. Kein Wunder, daß Vader – einer der besten Taktiker und Jäger des Imperiums – die Kopfgeldjäger nicht wieder nach Hause geschickt hatte, als die Meldung über den Zugriff kam. Fett hatte gewartet, während die anderen schon hinausgestürmt waren, ziellos und gierig, bevor Vader es sich anders überlegen konnte. Er, Fett, haßte Verschwendung jeglicher Art. Er war geblieben und hatte Vaders Entscheidung abgewartet, sich dann die Koordinaten der AVENGER geben lassen und einen Kontakt an Bord. Nicht umsonst…

Sein Schiff, die SKLAVE 1, trieb gerade noch in Sensorenreichweite vor dem Zerstörer. Er zweifelte bei dem Anblick nicht daran, welches Schicksal der Captain des Schiffes erlitten hatte – und er hatte es wahrlich verdient für so viel Dummheit. Das ganze Schiff gehörte bestraft.

Auf dem Brückenaufbau, dem ‚Kopf' des Zerstörers, klebte der Falke wie ein Mynock. Hatte denn niemand an Bord soviel Verstand, das im wahrsten Sinn naheliegendste zu prüfen? Nun, gut für ihn…

Der Falke schien tot, hatte offensichtlich alles abgeschaltet, auch die Sensoren, um sich nicht durch Signale zu verraten. Solo schien zu warten… worauf? Er würde ja sicher nicht ewig da hängenbleiben wollen… Die AVENGER würde bald neue Befehle erhalten und verschwinden. Vor dem Eintritt in den Hyperraum pflegte die imperiale Flotte den Müll zu verklappen – was bedeutete, daß einige Brocken auch sehr großen Materials zurückbleiben würden. Konnte Solo dies wissen? Seinen Unterlagen zufolge war er einmal bei der Navy gewesen – also ja.

Gut. Dann wußte er, was er zu tun hatte. Fett öffnete einen Kanal und ließ sich mit seinem Kontakt auf der AVENGER verbinden.

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Luke Skywalker stand wieder einmal Kopf. Doch diesmal, ohne jemanden auf seinen Füßen zu balancieren. Statt dessen ließ er Dinge schweben – Steine, Ausrüstungsgegenstände, schließlich sogar R2, der nervös seinen Kuppelkopf drehte und pfiff, als er angehoben wurde. Seine Schubdüsen waren schon vor langer Zeit kaputtgegangen und nie repariert worden – er fühlte sich hilflos.

Yoda stand vor dem Jedianwärter, kommentierte und gab Ratschläge.

„Konzentriere dich… fühle, wie die Macht fließt. Ruhig, ja. Durch die Macht Dinge wirst du sehen, fremde Orte. Die Zukunft… die Vergangenheit. Alte Freunde, längst entschwunden."

Als hätte er damit einen Hebel umgelegt, wurde Luke von einer Vision überfallen. Er verlor die Konzentration, geriet ins Schwanken.

„Han? Leia!"

Die schwebenden Dinge – einschließlich des armen Astromech – verloren ebenfalls den Halt und stürzten unsanft zu Boden, während Luke sich abrollte.

Yoda schüttelte mißbilligend den Kopf. „Hm. Beherrschung, Beherrschung! Lernen mußt du, Beherrschung zu üben!"

Luke hob den Kopf, setzte sich dann auf. „Ich sah… ich sah eine Stadt in den Wolken." sagte er mit vor Entsetzen großen Augen.

„Mmmm. Freunde hast du dort."

„Sie haben gelitten!"

„Es ist die Zukunft, die du siehst." kommentierte der Jedimeister, als könne seinen Schüler das beruhigen.

„Die Zukunft? Sterben sie, Yoda?"

Yoda schloß die Augen, senkte den Kopf, versuchte, das Bild zu erfassen. „Schwer zu sehen. In ständiger Bewegung ist die Zukunft."

„Ich muß zu ihnen, Yoda!" sagte Luke fest.

„Entscheiden mußt du, wie du ihnen am besten dienen kannst. Helfen könntest du ihnen, brichst du jetzt auf. Aber alles zerstören würdest du, wofür sie gekämpft haben und gelitten." Yoda wandte sich ab, ließ seinen Schüler mit seiner Entscheidung allein.

Luke sank in sich zusammen. Was sollte er tun? Die Vision war so deutlich gewesen, so real… die Gefahr WAR da, sie war nah und groß. Warum sollte er nicht gehen? Was, fürchtete Yoda, könnte ihm passieren?

Natürlich. Vader. Die Erkenntnis kam ebenso schlicht wie schnell. Vader war von Anfang an hinter Leia hergewesen, er mußte sie weiter jagen – seine Spione hatten ihm sicher berichtet, daß sie in der Hierarchie der Allianz ganz oben stand, und er hatte noch eine persönliche Rechnung mit ihr offen.

Weder Leia noch Han konnten sich Vader stellen… aber konnte er es? War er schon soweit? Er hatte viel gelernt hier auf Dagobah, und Yoda hatte selbst gesagt, er würde seinen Freunden helfen können. Aber…

Vader. Die Begegnung in der Höhle hatte ihn verunsichert. Vader war auf ihn losgegangen, ohne zu zögern, und mit der eindeutigen Absicht, ihn zu töten, ohne Gnade. So wie er schon so viele andere getötet hatte… Ben. Biggs. Die Vernichtung Alderaans. Und der Bericht über die Auslöschung von 200.000 Falleen… und mehr. Viel mehr. Wenn er ihn tötete, würde er der Galaxis damit vermutlich einen großen Dienst erweisen… in der Höhle hatte er es geschafft. Aber dann… als der Helm aufplatzte und er sein eigenes Gesicht darin sah… Ihm war bewußt geworden, daß er selbst der Mörder von Tausenden, Hunderttausenden oder noch mehr war, als er den Todesstern zerstörte. Yoda hatte ihn davor gewarnt, die dunkle Seite zu beschreiten. War es Mord, wenn er Vader tötete – und damit die dunkle Seite? Oder war es ein Akt der Gerechtigkeit – und damit des Lichts? Er wußte es nicht.

Han… Leia… sie litten. Er konnte ihnen helfen, er fühlte es. Was sollte er nur tun?

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Ein Rumpeln zeigte an, daß es soweit war: die AVENGER schleuste ihren Müll aus.

Fett wartete noch und beobachtete durch das Cockpitfenster aus Transparistahl, wie große Brocken an ihm vorbei und davontrieben. Erst, als er in einem der Brocken den Falken erkannte, löste auch er seine Landeklampen, die sein Schiff an die andere Seite des Brückenaufbaus geheftet hatten, und trieb in den letzten Stücken des Mülls mit.

Er hatte es sich zunutze gemacht, daß der Falke seine Sensoren deaktiviert hatte, und sich aus einem weiten Radius von der anderen Seite genähert. Der neue Captain der AVENGER war nicht begeistert gewesen, als Fett ihm seinen Plan erklärte, hatte aus Angst vor Vaders Zorn jedoch zugestimmt.

In einem Aufblitzen von Licht verschwand der Sternzerstörer im Hyperraum, und sofort zündete Solo seine Triebwerke und zog davon. Fett folgte in ausreichendem Abstand und berechnete den Kurs, nachdem dieser festzustehen stand.

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„Lord Vader, eine Nachricht von Boba Fett." meldete eine Ordonnanz mit erstaunlich sicherem Ton. Offensichtlich ein Beförderungskandidat.

„Stellen Sie ihn durch." Der dunkle Lord drehte den Sessel in seiner Meditationskugel und wandte sich dem großen Bildschirm zu, auf dem soeben die Büste des Kopfgeldjägers erschien. Vader lächelte leicht – Fett und ihn verband tiefer, beiderseitiger Respekt wie eine Art sonderbarer Freundschaft. Sie hatten zusammen bereits einiges erlebt, und keiner machte mehr den Fehler, den anderen zu unterschätzen. Außerdem würde Vader es niemals vergessen, daß Fett einmal sein Leben in der Hand gehabt – und ihn verschont hatte. Damals, während der Icarii-Krise… sie hatten am Rand einer Klippe um das Ziel der Mission gekämpft, den lebenden Kopf der Icarii-Hohepriesterin. Unter ihnen brodelnde Lava, Mustafar nicht unähnlich. Fett war ihm letztlich unterlegen – nachdem er allerdings Vader durch einen mutigen und erstaunlichen Zug beinahe besiegt hatte – und überraschte ihn damit, daß er die Schatulle mit dem Kopf in die Lava stieß. Vader riskierte alles, um die Schatulle zu retten, und setzte damit sein Leben aufs Spiel – doch Fett unternahm nichts, floh nur. Vader belohnte diese Geste in der Zukunft mit vielerlei Aufträgen und der Dankbarkeit des Imperiums, auch wenn er, um den Schein zu wahren und die Gildengesetze einzuhalten, meist mehrere Kopfgeldjäger beauftragen mußte. Was nichts an den Ergebnissen änderte. Fett war der Beste… der wahre Sohn seines Vaters Jango, der nicht umsonst Urvater der ersten Klone gewesen war.

Den Kopf der Seherin hatte Vader dennoch verloren – oder, besser: sie selbst getötet, bevor sie Palpatine in die Hände fallen konnte, was seinen eigenen Tod bedeutet hätte.

„Der Falke ist auf dem Weg nach Bespin." sagte Fett ohne Einleitung und ohne Gruß. Er war einer der wenigen, die sich das erlauben konnten, ohne Vaders tödlichen Groll hervorzurufen.

„Eine Tibanna-Gasmine? Was will er dort?" Eine rein rhetorische Frage, doch Fett hatte überraschenderweise eine Antwort für ihn.

„Mit einem defekten Hyperantrieb mitten im Anoatsystem hat er keine große Auswahl. Zudem ist als Betreiber der Gasmine in meinen Unterlagen ein gewisser Lando Calrissian verzeichnet… und ein Querverweis listet ihn außerdem als Vorbesitzer des MILLENIUM FALKEN."

Vader holte tief Luft. Wie interessant. „Ich verstehe. Was gibt es sonst noch über Calrissian?"

„Spieler. Schmuggler. Bespin ist eine Schildfirma, die diverse kleine bis mittlere illegale Geschäfte deckt. Zudem bietet er bereitwillig Unterschlupf für Freunde, die anderen Gaunern oder dem Imperium aus dem Weg gehen wollen." Eine kleine Pause. „Und es gab wohl in der Vergangenheit ernstere Differenzen mit Solo."

Vader fühlte ein siegessicheres Grinsen auf sein Gesicht treten, aber seine Stimme blieb emotionslos. „Klingt, als ließe sich da eine Vereinbarung treffen. Ich nehme Kurs auf Bespin. Schließen Sie sich über dem Planeten meinem Konvoi an. Wenn er auf Unterlicht fliegen muß, haben wir mehr als genug Zeit, um mit Calrissian zu reden."

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Daß Vader über Needas Leiche amüsiert klingt, ist nicht meine Erfindung – hört mal in den englischen Film rein. Ist zwar böse, aber wahr :o) Und in diesem Abschnitt habe ich einen Satz nicht aus dem Dialogdrehbuch übernommen, sondern geändert und so übersetzt, daß er dem englischen Original entspricht: Im Deutschen sagt Vader auf Pietts „Wir werden sie finden" wörtlich „Enttäuschen auch Sie mich nicht noch einmal, Admiral", aber ohne besondere Betonung, einfach runtergeleiert. Halt so „böse" wie im ganzen Film. Aber im englischen kommt das sehr viel drohender rüber, und zwar durch sehr einfache stilistische Mittel, die mich jedesmal neu beeindrucken. Er macht nämlich zwischen jedem Wort eine kleine Pause, und eine längere vor dem Titel: „Don't… fail me… again……. Admiral." Was auch endlich Pietts sichtliches Unbehagen erklärt, das im deutschen eigentlich so gar keine besondere Grundlage hat, finde ich… Und die tiefere Bedeutung dahinter, wie ich sie sehe, siehe im Abschnitt oben. Auch wenn sie in dieser Geschichte nicht so gemeint ist ;o)

Die 200.000 Falleen, die von Vader getötet worden sein sollen, sind ein Fakt, der in „Schatten des Imperiums" erwähnt wird, dem Roman, in dem diese Rasse überhaupt das erste Mal erwähnt wurde. Angeblich hat Vader auf dem Planeten ein biologisches Experiment durchgeführt, das schiefging und somit den Tod eines Teils der Bevölkerung zur Folge hatte. Worin dieses Experiment bestand und was der Hintergrund war, wird leider nie wirklich erklärt. Aber es ist der Grund der Feindschaft zwischen dem Kopf der ‚Schwarzen Sonne', Prinz Xizor, der bei diesem Vorfall seine Familie verlor, und Vader.

Zuletzt noch die Icarii-Krise. Sie kommt in dem (wirklich hervorragenden) Comic „Boba Fett – Feind des Imperiums" vor – wobei der Titel irreführt, denn dieser ‚Feind' ist nich der Kopfgeldjäger, sondern ein abtrünniger imperialer Offizier. Fett bekommt von Vader einen Auftrag, erfüllt ihn, doch bei der Übergabe des Gegenstands von Vaders Begierde (dem lebenden Kopf einer fremdrassigen Hohepriesterin, die seherische Fähigkeiten hat) gibt es Schwierigkeiten und es kommt zum Kampf zwischen den beiden. Fett hätte Vader töten können, da dieser mehr Gewicht auf das Retten des Kopfes gelegt hatte als auf den eigenen Schutz, doch er verschont ihn und ergreift statt dessen die Flucht. Ich sehe hierin den „Beginn einer wunderbaren Freundschaft", auch wenn die offizielle Geschichte den Fortgang ein wenig anders beschreibt ;o)