Kapitel 27
Am nächsten Tag, nach dem Frühstück, kam General Veers zu Luke und brachte ihm eine Tasche für das, was in seinen Schränken war.
„Wir werden einige Zeit dort sein." meinte er und musterte den jungen Mann nachdenklich.
„Sie vertrauen mir nicht, General, oder?" fragte Luke traurig.
„Lord Vader tut es." erwiderte Veers ruhig. „Also tue ich es auch. Aber seien Sie gewarnt, Luke: ich werde Sie im Auge behalten. Ich werde nicht zulassen, daß Sie ihm Schaden zufügen."
„Das habe ich nicht vor." sagte der Junge leise. „Ich kam hierher, voll Furcht vor ihm und haßerfüllt. Aber das ist vergangen… er hat sich mir geöffnet. Ich bin bereit, ihn anzuhören. Ich will ihn kennenlernen."
„Gut." Veers nickte. „Das ist zumindest ein Anfang." Er nickte ihm zu und verschwand, und Luke begann zu packen.
Eine halbe Stunde später – er war eben fertig - kam Vader.
„Ah, sehr gut. Die Sachen, die du hast, sollten ausreichend sein – Bast Castle ist gut ausgestattet." Er trat an das Compult, öffnete das entsprechende Programm und konfigurierte es. „Ich bin in meinem Hangar. Cass wird dich dorthin bringen.
Noch was… du solltest vielleicht die Uniformjacke ausziehen, hm?" Er nickte ihm zu und war schon wieder weg, bevor Luke irgend etwas sagen konnte – und so starrte er ihm nur vollkommen perplex hinterher.
Langsam streifte er sich die Mütze vom Kopf, legte sie beiseite und öffnete die Jacke, zog sie aus und hängte sie beiseite. Ihm war gar nicht bewußt geworden, wie sehr er sich schon daran gewöhnt hatte – er hätte niemals daran gedacht, sie auszuziehen. Sein Vater war… unglaublich.
Er setzte sich und gab die Nummer des Falken ein… dann wartete er.
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Eingehender Anruf., meldete das Comsystem des Falken irgendwo anders in der Galaxis – auf einer Zwischenstation der Rebellen, auf einem unbedeutenden, abgelegenen Planeten.
„Geh doch mal wer dran!" brüllte Lando aus dem Erfrischer – er war grade dabei, sich zu rasieren.
Chewbacca grollte verärgert, stemmte sich aus einem Wartungsschacht und trabte zur piependen Empfangsstation – nur, um dort auf Leia zu treffen, die sprachlos daraufstarrte. Er warf einen Blick auf das Display, jaulte überrascht – und starrte ebenfalls.
Lando kam zu ihnen, weißen Schaum im Gesicht. „Himmelarsch – was ist denn?" unterbrach er sich und legte den Kopf schief. „Jetzt geht endlich ran!"
Chewbacca heulte etwas.
„Eine imperiale Nummer? Wie bitte?" Er trat näher, drückte einige Knöpfe, um die Nummer zu tracken und keuchte auf, als das Ergebnis gezeigt wurde. „Nicht nur imperial – das ist VADERS Privatnummer!"
R2-D2 und C-3PO, von dem Trubel angelockt, kamen ebenfalls näher, und beobachteten das Geschehen – erstaunlicherweise schweigend. Noch, zumindest.
„Ich gehe ran." sagte Leia hart und plötzlich entschlossen und drückte auf den Knopf. Lando sprang schnell und äußerst würdelos außer Reichweite – er würde sich nicht halbnackt und mit Schaum im Gesicht dem Sithlord zeigen!
„LUKE!" brüllte die Prinzessin jedoch sofort und ohrenbetäubend, gefolgt von Chewies Röhren, und so stolperte der Ex-Baron wieder nach vorn und glotzte ungläubig.
„Hallo." kam eine lächelnde, aber etwas unsichere Antwort über die Leitung.
„Oh du meine Güte!" rief C-3PO aufgeregt. „Master Luke!" R2-D2 trillerte leise.
„Wo bist du? Wie geht es dir? Was hat er mit dir gemacht?"
Luke hob lachend die Hände. „Langsam! Mir geht es gut, Leia, keine Panik."
„Aber wo bist du? Du bist sein Gefangener, oder? Hat er dir wehgetan?" Leias Stimme überschlug sich beinahe.
„Sieht das hier aus wie eine Zelle?" Luke grinste und wies um sich. „Nein, es geht mir gut. Wirklich. Ich bin kein Gefangener… nicht in dem Sinn. Er behandelt mich sehr anständig."
„Wo bist du?"
„Auf der EXECUTOR… derzeit."
„Moment… du hast dich in seine Kabine geschlichen und rufst von seinem Apparat aus an? Bist du lebensmüde?"
Luke lachte schallend. „Als ob das ginge… Nein. Er hat mir seine Leitung höchstpersönlich freigeschaltet. Das hier ist mein Quartier."
„Aber was will er von dir?"
Luke schüttelte den Kopf. „Das kann ich dir nicht sagen."
„Kannst nicht… oder willst nicht?"
„Beides. Ich habe es ihm versprochen. Vertrau mir, Leia."
„Aber Luke…"
„Vertrau mir." Lukes Stimme war fest und bestimmt. „Und such mich nicht. Bitte."
Leia hatte Tränen in den Augen. „Wann kommst du wieder nach Hause?"
„Nach Hause?" wiederholte Luke seltsam abwesend.
„Zu uns, Luke!"
„Ich - "
Ein junger Offizier in grauer Uniform unterbrach ihn, als er ins Bild trat. Er sah kurz in die Kamera, nickte Leia ein „M'am" zu, grüßte den Wookiee und grinste, als er den Seifenschaum in Landos Gesicht wahrnahm, was diesem ein Fluchen entlockte.
„Tut mir leid, Luke, aber er will los. Bist du fertig?"
„Ich komme, Arik." Er wandte sich zum Schirm und lächelte Leia zärtlich zu. „Ich muß Schluß machen. Mach dir keine Sorgen, Leia. Bis bald."
Der Schirm wurde dunkel.
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„Was… war… das?"
Leia starrte fassungslos auf die Comeinheit.
Lando schüttelte nur den Kopf. „Irgendeine Teufelei von Vader. Was hat er mit ihm gemacht?"
# Er sah vollkommen normal aus. # warf Chewie ein. # Und hörte sich auch so an. #
Der Baron legte zweifelnd den Kopf schief. „Ich weiß nicht."
„Chewie hat Recht." sagte Leia. „Aber ich weiß nicht, ob mich das beruhigt…"
Langsam zerstreute sich die Gruppe wieder, jeder hing seinen Gedanken nach. Und keiner bemerkte, daß R2-D2 sich an das Com anschloß und Daten übertrug… bevor er unbemerkt das Schiff verließ und zu Lukes X-Wing rollte, der etwas abseits auf dem Flugfeld stand. Der Astromech hatte ihn von Bespin zum Treffpunkt geflogen.
Nach einem kurzen Austausch mit einer Bestückeinheit wurde er von dieser in seinen Sockel hinter dem Cockpit gehoben, zündete die Konverter und hob ab, bevor irgend jemand auf die eigenwillige Einheit aufmerksam werden konnte.
Die Leitstelle funkte ihn an – ziemlich aufgebracht. „Rot fünf – ach, verdammt, Astromech von Rot fünf! Was bei allen Raumratten hast du vor?"
R2s Antwort lief gelassen über den Schirm: Daß er seinem Herrn versprochen hatte, seinen Jäger regelmäßig zu testen und im besten Zustand zu halten. Nur ein kurzer Routineflug mit baldiger Rückkehr.
Der Offizier in der Leitstelle knurrte. Was sollte er auch groß tun? Ihn abzuschießen stand außer Frage, und jemanden hinterherzuschicken lohnte nicht. Und so suchte sich ein einsamer X-Wing ohne Piloten seinen Weg ins All…
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In einigem Abstand, außer Sensorreichweite, speiste R2 dann die gezogenen Daten in das Comsystem des X-Wing ein und baute eine Verbindung auf… ein wenig modifiziert. Und er schien Glück zu haben – oder er wurde wirklich seinem Ruf gerecht, der beste Astromech aller Zeiten zu sein. Er bekam Antwort… von der EXECUTOR.
:: Wer ist da? :: fragte das große Schiff irritiert.
:: Wir dienen dem selben Herrn, Darth Vader. :: antwortete R2. :: Ich will zu ihm. ::
:: Sind deine Schaltkreise verschmort? :: kam es umgehend zurück. :: Warum sollte ich einer vollkommen fremden Einheit verraten, wie sie zu meinem Herrn gelangt? ::
:: Ich war seine persönliche Astromecheinheit, bis wir im Krieg durch widrige Umstände getrennt wurden. Ich hatte bislang keine Gelegenheit, zu ihm zurückzukehren, und ich diente einem anderen. Aber dieser andere scheint jetzt bei meinem Herrn zu sein – und so kam ich auch an deine Nummer. Du hast einen Ruf durchgestellt. ::
:: Der… Gast. :: übermittelte EXECUTOR. :: Ja. Du gehörst zu ihm? :: fragte sie dann mißtrauisch.
:: Ich gehöre zu beiden. ::
:: Deine Signatur ist von der Allianz! ::
:: Ja. Aber ich bin desertiert. Niemand weiß, wohin ich will. ::
Die EXECUTOR überlegte. :: Warum sollte ich dir vertrauen? ::
:: Mir ist klar, daß du das nicht tust. Aber du könntest mich zu ihm verbinden. Warum sollte er nicht selbst entscheiden? Ich habe keine Ahnung, wo ihr seid, und ich werde Euch allein niemals finden. Es besteht kein Risiko. Und was ich getan habe, um dich anzufunken, wird kein anderer schaffen. ::
:: Wahr. Na gut. Ich stelle dich durch. Du hast Glück, etwas später, und er wäre weggewesen. ::
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Eingehender Anruf., meldete das Comsystem auf der Brücke der PRIDE. Vader starrte verärgert darauf und warf Luke, der neben ihm saß, einen kurzen Blick zu. Veers hatte ihm diesen Platz freiwillig abgetreten, da er seiner Beine wegen ohnehin nicht von Nutzen war.
„Ich hoffe doch stark, deine Freunde wollen dich nicht fragen, ob ich eine Zahnbürste für dich habe." knurrte er.
„Ich habe nichts von einer Reise gesagt!" protestierte Luke. „Ehrenwort! Ich hab es dir doch versprochen!"
„Kaum einer kennt diese Nummer – na schön. Vielleicht…" Vielleicht Jix, dachte er und nahm ab. Doch statt seines ‚Neffen' erschien ein leeres Cockpit auf dem Schirm.
„Was - " begann er, als ein aufgeregtes Trillern und Piepen die Brücke der kleinen Fregatte durchdrang und die übersetzten Zeilen über einen Bildschirm liefen. Vaders Kopf ruckte ungläubig vor, dann warf er sich in seinem Stuhl zurück und begann, sonderbare Geräusche von sich zu geben, sein gewaltiger Brustkorb bebte. Luke brauchte einen Moment, um herauszufinden, daß sein Vater Tränen lachte, und einen weiteren Moment, um zu wissen –
„Ist das etwa R2?" fragte er ungläubig. „Aber woher - "
Das Trillern wurde drängender und schriller, und Vaders Schultern zuckten immer noch. Er beugte sich vor und machte eine beruhigende Geste. „Ist ja gut, R2, wir hören und verstehen dich. Aber ich glaube, du bist uns eine Erklärung schuldig. Wie hast du uns gefunden? Und wie hast du die EXECUTOR dazu gebracht, dich durchzustellen?"
Wieder erklangen die Tonsignale, und Luke hatte Schwierigkeiten, den Zeilen auf dem Schirm zu folgen – während sein Vater diese nicht zu brauchen schien. Er lauschte aufmerksam.
„Du hast den Code modifiziert? Danke für den Tip, ich werde wohl meine Verschlüsselung ändern und verbessern müssen. Und EXECUTOR – ah, verstehe. Ja, so besteht wohl kein Risiko. Du bist was? Desertiert? Einfach mit dem X-Wing weg- WAS?" Wieder lachte Vader schallend. „Herrlich – R2, du bist einmalig! Weiß die Prinzessin davon? Nein? Hölle…" Er hielt sich tatsächlich den Bauch, Luke starrte ihn ungläubig an. Er hätte im Traum nicht gedacht, DAS jemals zu sehen. „Zu uns?" Vader wurde ernst, und R2s Piepen kleinlaut und bittend. „Nein, ich kann dir weder verraten, wo EXECUTOR ist, noch wo wir jetzt hinfliegen." Ein Klagelaut. „Ja, mir ist bewußt, daß du nicht zurückwillst. Na schön. Ich gebe dir Koordinaten eines Rendezvouspunktes, der für dich erreichbar ist, ich werde dort aus dem Hyperraum fallen und dich aufnehmen. In Ordnung?" Das Schrillen wurde euphorisch. „Ist ja gut! Die Koordinaten kommen." Vader tastete einige Daten ein. „Ich erwarte dich dort. Und bleib ab jetzt unter Funkstille. Vader Ende."
Er lehnte sich zurück und schnappte nach Luft. „R2-D2… der Kleine ist unglaublich!"
„Woher, bei allen Raumgeistern, kennst du ihn?" fragte Luke fassungslos.
„Mein Sohn, ich kenne ihn, seit ich neun war – er gehörte deiner Mutter!"
„Meiner Mutter?!"
„Ja, Padmé Amidala. Er war einer von sechs Astromechdroiden an Bord der Nubian, die sie damals benutzte – und der einzige, der davon übrigblieb. Er begleitete uns die ganzen folgenden Jahre – oder besser, mich. Wir wurden erst in den Klonkriegen getrennt… nach Mustafar, um genau zu sein. Er begleitete mich noch dorthin. Das erklärt auch, warum er weiß, wer ich bin. Er kannte den Namen Darth Vader bereits in Verbindung mit meiner alten… Gestalt."
„Oh." machte Luke. „Was geschah danach mit ihm?"
„Ich habe keine Ahnung." Vader seufzte. „Aber ich würde stark vermuten, daß Obi-Wan ihn jemandem anvertraut hat… und da er über Leia in deinen Besitz kam, würde ich sagen, daß er ihn und C-3PO an Bail Organa gegeben hat."
„Er wußte die ganze Zeit Bescheid und hat nichts gesagt?"
„Ziemlich sicher." Vader leitete nun endlich den Start ein, ließ sich Startfreigabe geben und hob ab, lenkte die PRIDE aus dem Hangar der EXECUTOR hinaus. „Aber was hätte er denn sagen sollen? Luke, ich kenne deinen Vater, flieg nicht zum Todesstern? Hättest du auf ihn gehört?"
„Damals nicht, vermute ich."
„Eben. Aber ich kann dir versichern: dieser kleine Droid ist der Beste und Treueste, der mir jemals begegnet ist. Und ich freue mich sehr auf ein Wiedersehen mit ihm."
Luke schwieg einen Moment, dann murmelte er: „Er kannte meine Mutter…"
„Sehr gut sogar. Vermutlich hat er noch eine Menge Bilder von ihr gespeichert… und vielleicht sogar Vids."
„Oh, das wäre wundervoll!" Für einen Moment sah Luke in seiner Freude sehr jung aus, und der dunkle Lord fühlte sich schmerzhaft an die vielen Gelegenheiten erinnert, die er im Leben seines Sohnes verpaßt hatte. Große Freude ebenso wie große Trauer oder Ärger und Angst… Danke, Obi-Wan., dachte er bitter.
„Ja." stimmte Vader leise zu. „Das wäre es. Denn ich besitze selbst ebenfalls keine."
„Nicht ein Einziges?" fragte Luke ungläubig.
„Nein. Palpatine hat alles vernichtet, was er finden konnte. Und mir verboten, mich damit zu umgeben. Nichts sollte meine reine Dunkelheit verfälschen. Nichts von meinem alten Selbst sollte übrigbleiben."
„Wie grausam!"
Vader zuckte die Schultern. „Das war damals. Ich war ein anderer und akzeptierte es fraglos. Palpatine war mein Meister – und einer, dem man nicht widersprach." Er beschäftigte sich mit dem Navigationscomputer, gab einige Gleichungen ein, wartete auf das Ergebnis und leitete schließlich den Lichtsprung ein.
„Und nun?"
„Nun, mein Sohn, hoffe ich, daß du mir helfen wirst, diesen Zustand zu ändern."
Luke schwieg, er fühlte sich noch nicht bereit, darüber nachzudenken – vor allem nicht über das danach. Vader lächelte leicht und ließ ihm die Zeit. Sie hatten sie… hoffentlich.
„Was ist mit C-3PO?" fragte Luke statt dessen und wechselte das Thema recht abrupt. „Kennst du ihn dann ebenfalls? Hat er auch meiner Mutter gehört?"
„Was?" keuchte Vader und bekam einen neuen Lachanfall. „Luke, mein Sohn, ich fürchte, ich muß dir sagen, daß ich ihn gebaut habe. Ebenfalls mit neun Jahren."
„Du hast WAS?"
„Ich habe ihn gebaut. Ich fand die Einzelteile auf Wattos Schrottplatz, klaute sie und baute ihn zusammen, als Hilfe für meine Mutter…"
Er begann zu erzählen, und Luke lehnte sich zunehmend fasziniert zurück und lauschte.
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„Darf ich Sie was fragen, General?"
Veers sah von seinem Datenpad auf und nickte Cass zu. „Sicher, Captain. Setzen Sie sich."
Arik ließ sich neben ihm nieder, ein wenig zögernd. Sie waren allein in der Messe, die wenigen Piloten einer TIE-Squad der 501sten, die sie begleiteten, waren im Hangar und warteten ihre Maschinen.
„Nur frei heraus damit, Cass." sagte Max ein wenig amüsiert.
„Das war Lord Vader in der Messe, nicht wahr?"
Veers' linke Braue wanderte steil nach oben – er wußte, welche spezielle Begegnung gemeint war. „Sie haben doch mit ihm gesprochen anschließend. Gab es irgendeinen Grund zum Zweifel?"
„Nein, Sir. Aber… seit wann ist er so, Sir?"
„Seit wann ist er wie, Captain?"
„Verdammt, Sir. Es wird doch einen Grund für diesen Anzug und die Maske gegeben haben. Er trägt sie doch nicht, um Leute zu erschrecken!"
„Nein, Arik, es gab sogar einen sehr guten Grund dafür." erwiderte Veers ernst. „Er hätte ohne nicht überleben können. Der Anzug war sein Herz, seine Lunge – sein Leben."
„Und jetzt braucht er ihn nicht mehr, Sir…?"
„Offensichtlich nicht, Captain." Veers schmunzelte.
Cass schwieg einen Moment. „Seit Herka sieben, habe ich Recht?"
Wieder wanderte die Braue nach oben. „Was bringt Sie darauf?"
Cass zuckte die Schultern. „Er hat sich verändert, Sir. Irgendwie."
Veers war alarmiert, sein Körper spannte sich.
„Keine Sorge, Sir – den meisten ist nur aufgefallen, daß er entspannter ist als sonst. Aber keiner wagt drüber nachzudenken, warum."
„Außer Ihnen, hm?"
„Keine Ahnung, Sir. Ist so ein Gefühl. Er… fühlt sich anders an."
Veers' Augen verengten sich. „Ist das ein Problem, Captain? Und hören Sie endlich mit dem „Sir" auf!"
„Ja, Si- ich meine, ja General. Ich meine, NEIN, General! Himmel! Nein, es ist kein Problem, im Gegenteil, verstehen Sie mich nicht falsch!" Arik geriet leicht außer sich. „Sir, ich verehre ihn zutiefst, ich würde für ihn sterben! Ich will nur helfen! Ihm und Luke!" Leiser fügte er hinzu: „Und ich freue mich sehr für ihn – er fühlt sich… glücklich an."
Veers nickte langsam. „Das ist er, Arik. Das ist er."
Cass schwieg wieder, schien noch eine andere Frage zu bebrüten.
„Raus damit." seufzte Veers.
„Sir… er wäre ein viel besserer Imperator als Palpatine."
Veers starrte ihn nur an. Sprachlos.
„Sir… er, geheilt, ganz, stark – und… glücklich, Sir… und Luke… zusammen…"
„Arik…!"
„Sie könnten es schaffen, Sir."
„Das ist Hochverrat, Captain."
„Das ist es, Sir.", erwiderte Cass fest. „Sagen Sie ihm, ich bin dabei. Und die 501ste ebenfalls. Ich weiß, daß beinahe alle meine Kameraden – weit über neunzig Prozent – so denken. Wenn es soweit ist, kann er auf uns zählen."
„Und warum ich, Cass? Warum nicht Admiral Piett? Oder Corva?"
„Weil Sie Teil seines Glücks sind, Sir.", erwiderte Cass schlicht. „Auch das kann ich fühlen."
Veers schüttelte den Kopf. „Arik, ich habe so das dumpfe Gefühl, bei Ihnen ist eine Blutprobe fällig…"
