Narumi: Jetzt doch hier, ich komm nicht zum Mails machen… :o( Vielen Dank! :o) Und Leia… sie wird noch eine ganze Weile ahnungslos sein, Vader findett es ein wenig früher heraus. Aber auch das dauert noch ;o)

Jane: Danke schön! :o) Ja, die beiden werden von nun an immer wieder mal mit lernen beschäftigt sein – aber der Schwerpunkt der Geschichte wird sich bald verlagern… wär sonst ja auch langweilig ;o)

Yuiko: Ja, doch, Anakin hatte lt. den Clone Wars-Geschichten eine Padawan, Ahsoka Tano (eine Togruta). Davor war nie die Rede davon, deshalb kannte ich die auch nicht. Bei mir wird sie deshalb schlicht ignoriert ::g:: Und die Chars zu hinterfragen… du wirst lachen, das war mit ein Grund, warum ich diese Story schreibe – denn ich habe auch erst NACH der neuen Trilogie angefangen, darüber nachzudenken. Wer weiß, vielleicht liege ich mit meiner Meinung auch total daneben, aber so sehe ich das mittlerweile ;o)

Was das Beispiel mit einer Waffe angeht… ein Messer ist ein Messer, ob du damit ein Brötchen schmierst oder jemanden verletzt oder tötest. Dem Messer ist das, flapsig gesagt, wurscht. Ich kenne Leute, die könnten theoretisch jemanden mit einem Lippenstift umbringen – oder sogar einem Radiergummi. Im Ernst, ich weiß, daß das geht (und sogar ungefähr, wie, aber ich habe Kendo trainiert, nicht Ninjutsu). Schußwaffen hingegen wurden zu diesem Zweck erschaffen – sie sollen töten. Und ein Lichtschwert ist ebenfalls gezielt als Waffe entwickelt worden. Die Macht jedoch ist weder gut noch böse, sie kann verletzen, töten, heilen oder Dinge tun, die in keine dieser Kategorien passen.

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Kapitel 31

„Nein, im Ernst!" drängte Luke, als sie gemeinsam zum Eßzimmer zurückgingen.

„Hm… laß mich überlegen." Vaders Stimme ließ ein Grinsen erahnen. „Dreißig Jahre? Und jede Menge Stahl in Armen und Beinen.", ergänzte er ernster. „Du wirst es lernen, mein Sohn, keine Sorge. Aber du mußt deinen eigenen Stil finden – es gibt viele verschiedene. Ich werde sie dir alle zeigen. Und natürlich ist meine Version geprägt von der dunklen Seite, das heißt, so wirst du vermutlich – hoffentlich – niemals kämpfen. Aber nicht weniger effektiv." Er legte versuchsweise eine Hand auf Lukes Schulter und war erleichtert, als der Junge ihn nicht zurückwies. „Ich möchte noch einige Tage warten, bevor ich euch zeige, wie man ein Lichtschwert baut. Es braucht doch eine gewisse Erfahrung im Umgang mit der Macht, und selbst, wenn ich Arik helfe, wird es kitzlig werden. Wenn ihr einen Fehler macht, fliegt euch das Ding beim ersten Aktivieren um die Ohren – und das ist nicht witzig."

Luke lächelte zu ihm auf. Der Ausdruck in seinen Augen, seine ganze Haltung ihm gegenüber war offen und herzlich, und das freute Vader über alle Maßen. „Was hast du dann heute Mittag für uns auf dem Stundenplan, Vater?"

„Telekinese. Das hast du bei Yoda sicher schon geübt, aber für Arik ist es neu – und eine existentielle Fähigkeit."

Luke nickte, und Ariks Augen strahlten vorfreudig.

„Gibt es auch Dinge, die du uns nicht beibringen wirst? Du sagtest, die Macht IST, und alles hinge von der Anwendung ab." Wollte Luke wissen, als sie am Tisch Platz nahmen – bei Max, der sie schon hungrig erwartete.

„Das eine oder andere…" Vader lehnte sich zurück und beobachtete, wie das Essen aufgetragen wurde und die anderen begannen, es zu verspeisen. Auch er war hungrig, aber er würde sich gedulden müssen… oder sich entschuldigen, aber solange Fragen aufkamen, war ihm das wichtiger. „Es gibt einige Techniken, die doch zu dunkel sind."

„Zum Beispiel?"

„Das Macht-Zerdrücken. Macht-Blitze und Macht-Sturm, Macht-Verletzen und Macht-Leiden… Unter anderem. Es gibt einige Techniken, die wegen ihrer Grausamkeit nur von Sith angewendet werden."

„Und der Würgegriff?" wagte Arik zu fragen. Vader lächelte.

„Nein. Meine – zugegebenermaßen – Lieblingswaffe ist eine graue Form, sie wird von beiden angewandt. Der Unterschied liegt dabei in der Intensität des Griffes und der Dauer des Würgens. Bis zur Ohnmacht… oder bis zum Tod."

Luke runzelte die Stirn. „Deine Lieblingswaffe?"

Vader nickte. „Einfach und effektiv. Normalerweise gehört eine Geste dazu, aber ich beherrsche ihn mittlerweile so gut, daß ich selbst gefesselt in der Lage wäre, jemanden zu würgen… sehr hilfreich."

Die Falte auf Lukes Stirn wurde tiefer. „'Lieblingswaffe' impliziert, daß du sie mehrfach angewendet hast."

„In der Tat." Vaders Stimme war ruhig. „Luke, du weißt, daß ich Menschen getötet habe. Spielt es wirklich eine Rolle, wie?"

„Nein…" antwortete sein Sohn langsam. „Nein."

„Eben."

Max saß stumm dabei, lauschte und aß. Die Richtung, die das Gespräch nahm, gefiel ihm nicht, aber Luke schien insgesamt offener und weniger kritisch zu sein als noch vor einigen Tagen. Auch jetzt widmete er sich seinem Teller mit Appetit, wenn auch nachdenklich… bis er wieder aufsah.

„Bring ihn mir bei." sagte er dann vollkommen überraschend.

„Bitte wie?" sagte Vader verblüfft.

„Der Machtgriff. Bring ihn mir bei."

„Warum?"

„Wie du schon sagtest. Er ist auch effektiv, wenn man gefesselt ist. Eine letzte Rettung, unter Umständen."

„Luke, um ihn ohne Geste zu bewältigen, muß man sehr geübt sein. Das dauert Jahre – und braucht viel aktive Erfahrung. Ich glaube nicht, daß - "

„Trotzdem. Bring ihn mir bei." sagte Luke fest.

„Na schön. In Ordnung." Vader seufzte unhörbar. „Ich werde ihn dir beibringen – später. Erst muß ich sehen, wie gefestigt du bist… und was du bist, hell, grau oder dunkel."

„Grau?" echote Arik.

„Ja." Der schwarze Helm wandte sich ihm zu. „Es gab auch graue Jedi – sie bedienten sich beider Seiten, waren weder den Sith noch den Jedi eindeutig zuzuordnen. Oder die dunklen Jedi – immer noch Jedi, aber mit starkem Hang zur dunklen Seite. Ihr seht, die Grenzen verwischen, wenn man ein wenig tiefer gräbt. Natürlich waren solche Splittergruppen dem Rat ein Dorn im Auge und wurden teilweise verleugnet." Vader sah auf die leeren Teller, dann zu seinen Schülern. „Seid ihr fertig? Dann kommt. General Veers, wenn Sie wollen, können Sie gerne zusehen."

„Ich muß gestehen, ich bin neugierig." lächelte Max. „Ich komme gern."

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Der dunkle Lord führte die kleine Gruppe in einen leeren Raum, in dem sich lediglich einige Dutzend Kästen verschiedener Größe befanden.

„Luke, ich möchte, daß du Türme baust. Hoch, kunstvoll, egal wie – ich möchte erst einmal sehen, wie du dich dabei anstellst."

„Das ist doch Kinderkram!" murrte der Junge, als er die Kästen sah. „Soll ich allen Ernstes mit Bauklötzen spielen?"

„Tu es bitte." sagte Vader ruhig. „Wenn ich weiß, wo du stehst, bekommst du anspruchsvollere Aufgaben. Also los." Dann wandte er sich Arik zu. „Und du, mein Padawan, wirst jetzt die Grundlagen üben: einen von diesen Dingern schweben zu lassen. Erst einfach nach oben oder zu dir her, dann gezielt in verschiedene Richtungen."

Der Captain starrte ratlos auf die Box vor sich. „Und wie?"

„Durch schiere Willenskraft." Er sah zu seinem Sohn hinüber, der gereizt begonnen hatte, Kästen wild durcheinander schweben zu lassen und nicht zu einem Turm, sondern zu einer Art Burg zu stapeln. „Luke könnte dir jetzt Yodas Vortrag wiederholen, aber dummerweise muß ich mich tatsächlich einiger seiner Termini bedienen, um es zu erklären. Die Macht ist ein Energiefeld, das alle Lebewesen erzeugen. Es umgibt uns, durchdringt uns, verbindet alles miteinander. Es existiert überall und zwischen allem, toter und lebender Materie. Machtsensitive Wesen, gleich welcher Glaubensrichtung, können sie fühlen, in gewisser Weise zu ihr sprechen und sie verstehen. Um die Macht zu benutzen, mußt du sie spüren. Du mußt ihr gleichermaßen dienen wie ihr befehlen. Es ist ein offenes Geheimnis, daß die exzessive Nutzung der dunklen Seite Tribut fordert – das Aussehen des Kaisers kommt nicht von ungefähr. Auch haben Sith, wenn sie sich der dunklen Seite hingeben, gelbe, rotumrandete Augen."

Max, der sich an einer Wand postiert hatte, horchte erstaunt auf. Warum hatte Dava dann blaue?

Ich sagte, wenn sie sich ihr hingeben, Geliebter., kam postwendend die amüsierte Antwort. Oder aber sich so intensiv damit beschäftigt haben, daß der Zustand dauerhaft ist. Bei mir ist es nur temporär. Frag Firmus – er hat mich einmal so gesehen.

Oha., machte Max, und Vader wandte sich wieder seinen Schülern zu.

„Um den Kasten schweben zu lassen", erklärte Vader weiter, „mußt du zunächst wollen, daß er sich bewegt. Du mußt dir vorstellen, wie er sich hebt, vor dir schwebt. Dann, wenn du gleichermaßen konzentriert wie entspannt und offen bist, wirst du die Macht fühlen – da du bist, was du bist. Gib dich dann dieser Erfahrung hin, laß sie dich durchdringen, erspüre es – und mit der Zeit wirst du einfach hinausgreifen können, dich öffnen und von ihr füllen lassen wie ein Gefäß, um sie zu nutzen. Für viele verschiedene Dinge. Und durch den Unterricht wirst du ganz von allein herausfinden, wo deine Stärken liegen. – Versuch es. Sieh den Kasten an… versuche, dir vorzustellen, wie schwer er ist, wie er sich anfühlt. Und dann laß ihn schweben."

Arik sah ihn an, mit großen Augen, beinahe ein wenig panisch. Vader trat hinter ihn, legte ihm die Hände auf die Schultern, was ihn erschauern ließ. Er verehrte den dunklen Lord – aber noch nie war er ihm so nahe gewesen…!

„Schließ die Augen.", sagte Vader leise und ruhig, dicht neben seinem Ohr. „Entspanne dich… atme ruhig. Konzentrier dich." Arik folgte den Anweisungen, sowohl mental als auch körperlich gestützt von seinem Meister. „Stell dir den Kasten vor. Er steht vor dir." Arik nickte, als das Bild sich vor seinem geistigen Auge formte. „Gut. Nun stell dir vor, wie er langsam in die Höhe steigt. Dein Wille allein hebt und hält ihn. Er ist nicht schwer – nicht in der Macht, egal, wieviel er tatsächlich wiegt. In der Macht ist weder Größe noch Gewicht wirklich wichtig. Wenn es dir hilft, nimm die Hände dazu, führe eine entsprechende, begleitende Geste aus." Arik nickte wiederum und tat eben dies. „Gut… sehr gut." Der volle Baß neben ihm klang sehr befriedigt. „Öffne die Augen."

Der Captain öffnete zuerst eines… vorsichtig, doch dann riß er auch das zweite auf, als der Kasten in Augenhöhe vor ihm schwebte. Prompt war seine Konzentration im Eimer, und das Ding rauschte krachend in die Tiefe.

„Gratuliere!" Vader lachte leise, während Luke erschrocken herumfuhr.

„Ich… ich...", stotterte Arik und deutete auf den Kasten, während er abwechselnd ihn und Vader ansah.

„Du siehst, du kannst es. Kein Problem." Vader klopfte ihm auf die Schultern. „Mach eine Pause, bis deine Konzentration wieder da ist." Er wußte, daß Arik jetzt so aufgewühlt war, daß ein zweiter Versuch in die Hose gehen würde – und das wäre kontraproduktiv. Deshalb wandte er sich seinem Sohn und dessen Bauwerk zu – die Fassade eines Tempels mit gewagten Bögen und Säulen.

„Beeindruckend. Höchst beeindruckend." kommentierte er mit leichtem Spott. „Ich sehe, wir können zu etwas Anderem übergehen. Komm doch mal mit. Und ihr anderen könnt zusehen… aus einem Nebenraum."

Der Raum, in den er sie jetzt führte, war neben dem Trainingsraum gelegen und verfügte über eine Galerie, die durch eine Scheibe davon abgeteilt war. Auf dem Boden lag ein Ball, am anderen Ende, der Scheibe gegenüber, waren auf der Wand farbige Linien angebracht – wie auch auf dem Boden.

„Üblicherweise bediene ich mich eines Droiden als Partner." meinte Vader trügerisch harmlos, während er sich in der linken Hälfte des Spielfelds positionierte. „Ich habe noch keinen lebenden Gegner gefunden, der es mit mir aufnehmen könnte."

Luke sah sich um. „Wie funktioniert das?"

„Jeder schlägt den Ball so, daß er zurückprallt – der Gegner muß ihn dann aufnehmen und wieder abschlagen. Wer ihn nicht erwischt, hat verloren."

„Alles klar. Wo sind die Schläger?"

„Schläger?", echote Vader sanft. „Das ist doch Kinderkram."

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Was sein Vater damit meinte, wurde Luke bald klar… und innerhalb weniger Minuten war er nicht nur schweißgebadet, sondern getränkt bis auf die Unterhosen, während Vader kaum schneller atmete.

Der Ball wurde mit der Macht geworfen und geschlagen – die Hand mit einem Machtfeld ersetzte den Schläger. War man zu unkonzentriert, wurde es äußerst schmerzhaft. Und das Spiel war schnell. Verdammt schnell. Es war schon schwierig genug, dem Ball überhaupt mit den Augen zu folgen – bis Luke es aufgab und auch das mit Hilfe der Macht tat. Was, nebenbei bemerkt, Sinn und Zweck der Übung war.

Die beiden Zuschauer hinter der Wand aus Transparistahl hatten es längst aufgegeben, zu versuchen, den Ball zu sehen – sie konzentrierten sich lediglich auf die beiden Spieler, die in einem aberwitzigen, irren Tanz vor ihren Augen hin und herhechteten, Luke ein wenig eckig und abgehackt in den Bewegungen, Vader wie bei allem, was er tat, elegant und fließend.

Eine Viertelstunde später hatte der dunkle Lord ein Einsehen und fing den Ball scheinbar mühelos, obwohl er so schnell auf ihn zugeflogen kam, daß die Hand eines Menschen vermutlich hinterher ein einziger Klumpen Fleisch und Knochensplitter gewesen wäre.

Luke ließ sich japsend auf den Boden sinken und starrte seinen Vater ungläubig an. „Das… das nennst du… ein Spiel?" keuchte er atemlos.

„ICH schon." Vaders Grinsen war beinahe zu sehen. „Ich glaube, du würdest jetzt gern duschen, hm? Also, Schluß für heute."

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Die ganzen Machtfähigkeiten sind nicht von mir, sondern fein säuberlich unter Jedipedia aufgelistet :o) Das Spiel allerdings ist meine Erfindung. Ich stelle es mir wie eine Mischung aus Pelota und Squash vor.