Kapitel 33

Vader kehrte nun endlich in sein eigenes Schlafzimmer zurück. Er bemühte sich, leise zu sein, aber Max wachte dennoch auf.

„Du bist spät…" murmelte er schläfrig.

„Ich habe auf Firmus' Bericht gewartet. Er läßt dich grüßen." sagte Vader müde, während er Helm und Maske abnahm.

„Danke… aber verschiebt sich die Bordzeit so sehr?" wunderte sich sein Geliebter, der einen Blick aufs Chronometer warf.

Vader öffnete den Verschluß seines Capes und hängte es beiseite, dann öffnete er den Riegel des Schulterpanzers und hob ihn herunter. „Nein… ich habe noch einen Bericht fertig gelesen und wollte dann ins Bett, aber ich spürte, daß Luke einen Alptraum hatte. Ich habe ihn geweckt… und dann haben wir uns noch eine Weile unterhalten."

Veers, auf seine Ellbogen gestützt, sah ihn lächelnd an. „Ein gutes Gespräch, nehme ich an."

Der dunkle Lord beugte sich hinunter, um seine Beinschienen abzuschnallen, dann benutzte er einen Stiefelknecht und befreite sich ein wenig mühevoll von seinen Stiefeln. „Ja. Aber wie kommst du darauf?"

„Du siehst sehr zufrieden aus, Dava. Wie eine Katze am Sahnetopf."

„Er hat mich umarmt, Max." Vader lächelte.

„Er hat was?" Veers war plötzlich hellwach.

Vader zog die Handschuhe ab und öffnete dann den Gürtel, um auch ihn beiseite zu legen. „Umarmt. Von sich aus. Und er hat es genossen."

„Wow." Max lächelte warm, er wußte, was das für seinen Geliebten bedeutete. „Das freut mich!"

„Allerdings – der Alptraum handelte von mir. Als ich ihn weckte, schreckte er panisch vor mir zurück." Zu der bereits ansehnlichen Sammlung von Rüstungsteilen gesellten sich nun auch der Tiefschutz und der innere Mantel. Vader öffnete die Hose, dann das Oberteil und schlüpfte erst aus dem letzteren, bevor er die Hose nach unten schob und herausstieg, sich gleichzeitig von den Socken trennend.

„Oh…! Wie das?"

„Du erinnerst dich an die Vision, in der ich geköpft wurde?" Hose und Oberteil wurden sorgsam auf Bügeln verstaut und an den Schrank gehängt – Vader trug nun nur noch ein T-Shirt und enganliegende Shorts, beides umspielte seinen straffen, jugendlich wirkenden Körper.

„Ja." Max schloß die Augen und unterdrückte ein Schauern – das ausnahmsweise weniger mit dem anregenden Anblick seines Partners zu tun hatte als vielmehr mit der Erinnerung an den Vorfall. „Das war der Alptraum? Der arme Junge."

„Umso mehr, als das Yoda ihn damals mit der wahren Deutung alleingelassen hat.", sagte Vader und schlüpfte zu Max ins Bett. „Er dachte, es sei sein Schicksal, zu werden wie ich. Daß dies so nicht stimmt und ich sein Vater bin, hat er ihm tunlichst verschwiegen. Ebenso wie die wahre Natur der Macht."

„Kein Wunder, daß es so lang gedauert hat." Max lächelte und beugte sich herüber, um ihn zu küssen. „Du mußt müde sein."

Vader lächelte und erwiderte den Kuß zärtlich. „Und du bist stachlig."

„Entschuldige." Max lachte. „Ich werde mich gleich morgen früh rasieren. Und vielleicht könntest du mir die Haare schneiden – ich hätte noch einmal zum Frisör gehen müssen, bevor wir EXECUTOR verlassen haben. Sie werden langsam zu lang…"

Vader stützte sich auf einen Ellbogen und berührte nachdenklich und sanft Max' Wange, fühlte die Stoppeln unter seinen Fingerkuppen und staunte wieder einmal über die schiere Empfindung, die ihm zwanzig Jahre lang verwehrt gewesen war. Ein so schlichtes Gefühl – das er so sehr genoß und das ihm so viel bedeutete. „Nein…" sagte er langsam, als sich ein Bild vor seinem inneren Auge formte. „Laß es wachsen, bitte. Und auch den Bart. Ich glaube, das würde mir gefallen."

„Mylord!" protestierte Max gespielt entsetzt. „Das widerspricht jeglicher Flottenregel!"

„Dann nimm es als einen persönlichen Befehl deines kommandieren Offiziers." Vader grinste und küßte ihn nochmals. „Und jetzt laß uns schlafen… ich bin hundemüde."

„Zu Befehl, Mylord." Max lachte und löschte das Licht – und genoß anschließend das Gefühl von Vaders starkem Körper, der sich an seinen Rücken schmiegte.

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Als sie am nächsten Morgen erwachten und Vader sich nach dem Duschen anzog, fiel ihm auf, daß er den Anzug nun beinahe gerne anlegte. Er gab ihm die Möglichkeit, seinem Sohn nahe zu sein – so verrückt das auch klang – ihn zu lehren, Zeit mit ihm zu verbringen, Vater zu sein.

Nachdenklich hielt er inne, einen Stiefel in der Hand. In den letzten zwanzig Jahren hatte er den Anzug zuerst gehaßt, weil er ihm Schmerzen verursachte und ihn einschränkte, ihn zwang, sich an ihn anzupassen statt umgekehrt. Dann, mit Corvas Hilfe, hatten sie die Fehler nach und nach beseitigt, bis er sich mit ihm arrangiert hatte und die Vorteile, die er unzweifelhaft bot, zu schätzen lernte. Und nach seiner Heilung… Max hatte ihn erkennen lassen, daß es notwendig war, ihn weiterhin zu tragen, und die Faszination, die sein Geliebter für ihn empfand und die beinahe noch größer war, wenn er den Anzug trug, erleichterte es ihm zusätzlich.

Und jetzt?

Der Anzug schränkte ihn in manchem noch immer ein. Sein Sehvermögen war nicht das eines normalen Menschen. Es war in mancherlei Hinsicht besser, aber dennoch war er froh, Luke auch als Songan mit seinen eigenen Augen sehen zu können. Und heute Nacht… er hätte seinen Sohn gerne umarmt, ohne daß die Rüstung zwischen ihnen war. Aber er war nun einmal Darth Vader – und als solcher gehörten Anzug, Maske und Cape einfach zu seiner Person.

Seufzend zog er den zweiten Stiefel über, ganz froh, daß Max noch mit Duschen beschäftigt war und ihn nicht so gesehen hatte.

Max kam auf seinen eigenen Beinen aus dem Erfrischer, sichtlich stolz, und Vader – mittlerweile vollständig bis auf Maske und Helm - lächelte ihm entgegen. „Überanstreng dich nicht…", mahnte er sanft.

„Ganz im Gegenteil.", versetzte Max. „Es tut mir gut, zu gehen. Meine Muskeln brauchen das. Und ich auch. Ich hasse es, in diesem Stuhl sitzen zu müssen."

„In Ordnung. Aber für die Treppen wirst du ihn weiterhin nehmen… zumindest noch ein oder zwei Tage. Sonst trage ich dich!"

„Eine schreckliche Drohung!" lachte Max, während er sich anzog. „Was hast du heute mit den Jungen vor?"

„Im Prinzip dasselbe wie gestern… Grundlagen für Arik und für Luke… nun, mal sehen. Ich würde gern mit ihm trainieren, aber das sollte er mit seiner eigenen Klinge tun. Und dafür ist es noch ein wenig früh. Aber es gibt noch genug andere Dinge zu lernen…"

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Tatsächlich entschied Vader schon drei Tage später, daß seine beiden Schüler mit dem Bau ihres Lichtschwerts anfangen sollten. Bei Arik würde er natürlich genauer aufpassen müssen und mehr Hilfestellung leisten als bei Luke, vor allem beim Einsetzen der Kristalle, aber er konnte es nicht erwarten, mit Luke das Kampftraining zu beginnen.

„Kommt mit." forderte der dunkle Lord die beiden ohne Ankündigung auf, als sie das Frühstück beendet hatten.

„Wo gehen wir hin?" fragte Luke neugierig, während sie ihm folgten und Max sich in die Bibliothek zurückzog.

„In die Werkstatt."

„Werkstatt?" Arik und Luke wechselten einen Blick. „Sagtet Ihr nicht, es sei noch zu früh, Meister?"

Vader hielt in seinem Schritt nicht inne, aber er wandte den Kopf. „Sith sind nicht gerade für ihre Geduld bekannt, mein Padawan. Sie betrachten es als Schwäche, zu warten, Jedi bezeichnen das als Tugend. Was meint ihr?"

Die beiden schwiegen. „Es kommt darauf an…?" schlug Arik vor. „Von Fall zu Fall?"

Vader schmunzelte. „Wenn wir anfangen, hier Lehrsätze aufzustellen, sollten wir gleich eine neue Richtung begründen. Ihr seid die ersten… was-auch-immer, weder-noch, jedenfalls. Ja, richtig. Von Fall zu Fall – meine ich. So, hier sind wir."

Der dunkle Lord öffnete eine Tür und betrat das Paradies jeden Bastlers und Schraubers. Große, hervorragend ausgeleuchtete Werkbänke mit dicken Holzplatten standen hier; vor ihnen, an den Wänden, hingen Werkzeuge höchster Qualität griffbereit, weitere warteten in Schubladenwägen auf Rollen. Weiter hinten im Raum standen verschiedene Profimaschinen, um größere Arbeiten zu erledigen – Drehmaschinen, Bohrer, Fräsen, Sägen verschiedener Art und mehr. Platz war mehr als genug da, um selbst große Dinge wie einen Gleiter oder einen Jäger zu bauen, zu reparieren oder zu modifizieren, und an einer der Wände führte ein großes Tor offensichtlich zu den Hangars hinüber.

„Wau!" stieß Luke hervor, während Ariks Kinn Anstalten machte, auf seine Brust zu fallen.

„Ja, ich denke, hier kann man arbeiten." Vaders Grinsen war wie immer durch die Maske verborgen, doch die beiden kannten ihn inzwischen gut genug, um es zu erahnen. „Also… hier haben wir die speziellen Bauteile…" Er ging zu einem großen Safe aus Metall, der in einer der Ecken stand und durch mehrere Schlösser gesichert war, öffnete ihn und wies auf einige Behältnisse darin. Einen großen Kasten nahm er heraus und trug ihn zur nächstgelegenen Werkbank. „Als der Jeditempel damals… geschleift wurde, trug ich einigen der Klone auf, den Inhalt der Werkstätten sicherzustellen. Ich wollte verhindern, daß dies alles hier in unwissende Hände geriet. Deshalb kann ich euch jetzt auch mehr Auswahl bieten als… rot." Er lächelte und wies auf die vielen Kristalle in der großen Box. Rote fehlten allerdings, sie befanden sich in einem kleineren Extrabehälter noch im Safe.

„Rot steht für Sith?" fragte Luke, während sie nähertraten und die Kristalle betrachteten.

„Ja." Vader nickte. "Blaue Schwerter werden meist von Jedi gewählt, die sich als Krieger sehen, grüne von jenen, die mehr auf Diplomatie setzen. Seltener sind gelbe – sie werden den Wächtern zugeordnet. Violett ist die rarste Farbe, nur sehr machtvolle Jedi trugen sie – Mace Windu, zum Beispiel, hatte eine violette Klinge. Meine und Obi-Wans waren blau, Yodas grün. Welche Farbe ihr für euch wählt, ist eine Entscheidung, die nicht überstürzt werden sollte. Meditiert darüber… nehmt die Kristalle in die Hand, laßt sie euch finden. Laßt euch so viel Zeit wie nötig."

Vader nickte ihnen zu und verschwand, während Luke und Arik sich ansahen und dann, ein wenig ratlos, die große Box vor ihnen auf der Werkbank.

„Ausleeren?" meinte Luke.

„Ich weiß nicht… widerstrebt mir irgendwie. Laß sie uns lieber so herausnehmen… dann haben wir sie auch mal in der Hand gehabt."

„Okay." Luke nickte und nahm den ersten Stein, einen gelben, heraus. Und ahnte sofort, was sein Vater meinte – der Stein war kalt und irgendwie… abweisend. Er reichte ihn Arik, wissend, daß er nicht für ihn bestimmt war. Und auch dieser bekam nun weite Augen, als er es ebenfalls fühlte… beziehungsweise nicht fühlte. Er nickte verstehend und legte den Stein beiseite. Luke lächelte, ein wenig unsicher, und nahm den nächsten zur Hand.

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Etwas über eine Stunde später hatte jeder von ihnen drei Kristalle vor sich, den Rest hatten sie wieder sauber in die Kiste gepackt. Lukes Schwert würde grün werden und Ariks… nun, das war noch nicht zu erraten, denn er hatte zwei blaue und einen gelben Kristall gewählt.

„Soll ich…?" Luke sah Arik an. In den letzten Tagen waren sie so eng zusammengewachsen, daß sie sich auch ohne viele Worte verstanden.

„Versuch's. Ich hab jedenfalls keine Ahnung, wo er steckt… suchen können wir ihn immer noch."

Luke brummte und schloß die Augen.

Vater?

Er bekam keine Antwort und sah enttäuscht zu Arik hinüber. „Geht ni- "

Vaders Antwort in seinem Kopf unterbrach ihn. Ich spreche eben mit Firmus. Fünf Minuten, mein Sohn.

Überrascht lachte er auf. „He, es hat geklappt! Er kommt gleich."

Arik grinste und versuchte, die Kiste in den Safe zurückzuwuchten, scheiterte aber am schieren Gewicht. „Hölle, ist die schwer! Wie hat dein Vater es geschafft, die zu tragen?"

„Vermutlich eine Mischung aus übermenschlichen Kräften durch die Prothesen und der Macht… soll ich dir helfen?"

„Ja. Aber nicht wie du denkst… ich würd es gern per Telekinese versuchen. Kannst du sie auffangen, wenn ichs nicht schaffe?"

„Denke schon… ich hab auch R2 schon schweben lassen. Müßte gehen. Fang an."

Arik konzentrierte sich, schloß die Augen und atmete tief durch. Die letzten Tage hatte er viel geübt und es schon geschafft, drei der Kisten auf einmal schweben zu lassen… die Kisten, von denen er mittlerweile wußte, wie schwer sie waren. Das hier sollte problemlos gehen. Eigentlich.

Er hob die Hände, als wolle er die Griffe umfassen, und hob sie noch ein wenig weiter an. In seinem Geist levitierte die Box von der Werkbank und schwebte zum Safe hinüber. Er öffnete die Augen und sah befriedigt, daß Vorstellung und Wirklichkeit übereinstimmten, unterdrückte aber seine Freude, damit die Konzentration nicht nachließ. Ruhig dirigierte er die Box weiter zum Safe, zielte sorgfältig und setzte sie sanft auf ihrem alten Platz ab. Erst dann gestattete er sich ein erleichtertes Ausatmen und wischte sich den Schweiß von der Stirn.

Luke, der die ganze Zeit wachsam danebengestanden hatte, grinste und klopfte ihm auf die Schulter.

„Gut gemacht." sagte Vaders tiefe Stimme hinter ihnen, und sie fuhren herum, weniger erschrocken durch die Tatsache, daß er da stand, sondern eher, weil sie beide seine Annäherung nicht bemerkt hatten – so sehr hatten sie sich auf die Box konzentriert. „Du lernst schnell, mein Padawan. Ich bin sehr zufrieden mit dir." Er legte Arik kurz die Hand auf die Schulter, was diesen wieder wachsen ließ, und musterte dann die Kristalle auf der Werkbank. „Grün?" kommentierte er Lukes Steine. „Wundert mich nicht." lächelte er. Stirnrunzelnd nahm er dann die Mischung bei Arik zur Kenntnis. „Blau und gelb… hm. Ich habe noch nie von einem Jedi gehört, der keine reine Farbe hatte… könnte interessant werden. Aber da die Kristalle dich gewählt haben, sollte es keine Probleme geben. Schön. Legt sie beiseite, wir fangen mit den Handgriffen an. Dazu braucht ihr Durastahlrohre, die ihr hier drüben findet…"

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Die beiden jungen Männer arbeiteten in den folgenden Tagen zwischen den Trainingseinheiten immer wieder an ihren Schwertern, schufen die Handgriffe und versahen sie mit Schalteinheiten und Einsätzen, die die Griffigkeit erhöhen sollten. Sie konstruierten die Verkabelung, die Leiterplatten und die diversen Reglereinheiten, die Klingenlänge und anderes steuerten, und brachten jeder viel von sich selbst in ihr Schwertdesign ein. Lukes Schwert war zwar einfarbig silbern, aber vom Design her ein wenig verspielter als Ariks, der zwar blaue Schmuckelemente verwendete, aber im Stil her schlicht blieb.

Vader leistete den beiden in diesen Zeiten der Arbeit natürlich Gesellschaft. Aber anstatt sich in ihr Tun einzumischen, hatte er sich R2 geholt und verbrachte die Zeit damit, den Astromech ordentlich zu reinigen und zu reparieren – und war doch immer für Fragen und Hilfestellung erreichbar.

Am ersten Tag, als er den blauen Droiden auf seine Werkbank gehievt hatte und mit der Untersuchung der Schäden begann, wandte er sich allerdings ein wenig ärgerlich an Luke.

„Warum hast du deinen wertvollsten Helfer und den besten Freund, den du in einem Raumkampf jemals haben kannst, so vernachlässigt, mein Sohn?"

„Vernachlässigt?" Luke sah auf und schob die Schutzbrille zurück – er war eben dabei, den vorbereiteten Handgriff, ein Stück Rohr, der Länge nach durchzusägen. „Wieso?"

R2 trillerte ein wenig beschämt und verteidigend.

„Du hast ihn nie darauf hingewiesen?" echote Vader verdutzt und sah auf den Blauen hinunter. „Aber wieso denn nicht?"

Der Droide antwortete etwas, und Vader schnaubte. „Du hast es nie gebraucht? Und wenn du es mal gebraucht hättest?"

Eine Geräuschfolge ertönte, die irgendwie spöttisch klang, gefolgt von einem Keckern, das eindeutig ein mechanisches Lachen war. Und auch Vader lachte.

„Ja… da stimme ich dir zu. Luke ist viel ruhiger als ich – und sehr viel braver, als ich es jemals war." Er drehte sich zu Luke um, lässig auf die Werkbank gestützt – und selbst R2 sah plötzlich aus, als würde er grinsen. „Er würde bestimmt jeden Befehl seines Meisters befolgen und keine Alleingänge unternehmen… was meinst du, R2?"

Eine lange Folge von Pfeif- und Trillertönen erklang.

„Die INVISIBLE HAND? Ach, komm. Wenn man berücksichtigt, daß das Schiff niemals dafür konstruiert wurde, auf einem Planeten zu landen, habe ich doch erstaunlich viel davon heil runtergebracht. Immerhin mehr als die Hälfte."

Arik hatte mittlerweile Mühe, sein Prusten zu unterdrücken – als Offizier des Imperiums kannte er die Geschichte, auch wenn auf der Akademie keine Verbindung zwischen Anakin Skywalker und Darth Vader geknüpft worden war. Aber immerhin war an diesem Tag das Leben des Kaisers gerettet worden, und deshalb fand die Episode ihren Weg in die Lehrbücher, obwohl die verhaßten Jedi Hauptprotagonisten dabei waren.

„Wovon, bei allen Raumgeistern, sprecht ihr zwei eigentlich?" wollte Luke mittlerweile erbost wissen.

„Eigentlich", Vader warf R2 einen vorgeblich verärgerten Blick zu und drohte ihm spielerisch mit der Faust, „nur davon, daß dein kleiner blauer Freund hier fliegen kann. Oder besser gesagt: es können sollte. Wenn er ordentlich gewartet und repariert worden wäre."

„Er kann was?!?"

„Fliegen." wiederholte Vader gelassen. „Er verfügt über Schubdüsen. Das hat ihm und deiner Mutter und mir schon mal das Leben gerettet. Aber, wie gesagt: du kommst ja nicht in solche Situationen…" neckte er.

„Ich hatte ja keine Ahnung!" rief Luke.

„Nein, da er nichts gesagt hat…" Vader schüttelte wieder den Kopf. „Aber kein Problem, ich kümmere mich darum. Und auch um alles andere. Wenn ich mit dir fertig bin, bist du wie neu, R2, versprochen."

„Das kann ich doch…" wandte Luke ein, der sich immer noch von dem Vorwurf getroffen fühlte, er hätte sich nicht gut um den Droiden gekümmert.

„Nonsens. Ich hatte schon lang nichts mehr, das mich richtig herausgefordert hat!" Vader stand vor der Werkbank, musterte R2 und überlegte bereits, wo er anfangen sollte. Es fehlte nicht viel, und er hätte sich in Vorfreude die Hände gerieben. „Außerdem hast du ja wohl genug zu tun, hm?"

Luke brummte und beugte sich wieder über die Säge – doch eine Frage konnte er sich nicht verkneifen. „Und was war mit der INVISIBLE HAND?"

Vader gab einen Laut von sich, der beinahe an ein Kichern erinnerte und deshalb eine akustische Täuschung gewesen sein mußte. Sithlords kicherten nicht.

„Würdest du versuchen, einen Sternzerstörer auf Coruscant zu landen, mein Sohn?"

„Natürlich nicht! Viel zu groß!"

„Genau. Das hat Obi-Wan damals auch gesagt." versetzte Vader gelassen und griff nach einem Werkzeug. Und Luke wunderte sich sehr, warum alle drei – Vader, Arik und R2 – plötzlich in schallendes Gelächter ausbrachen.

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Wer sich für die Lichtschwerter interessiert, findet hier eine interessante Seite: http:// encyclopedia. / / Lightsaber (Leerzeichen entfernen)

Ach ja… zu Max' künftigem Aussehen gibt es einen YouTube-Link. Interessiert? Mailt mich an ;o)