Kapitel 34

Er bekam die Episode natürlich erzählt und konnte dann mitlachen – aber noch mehr staunte er über seinen Vater und die Abenteuer, die dieser erlebt hatte. Offensichtlich hatte Vader nicht übertrieben, als er die Bemerkung über Bravsein und Ruhe gemacht hatte. Und das war sicher nicht die einzige Episode dieser Art gewesen…

„Yoda sagte, Jedi suchten nicht nach Abenteuern." Er sah seinen Vater fragend an, während er seinen Platz an der Säge für Arik räumte und diesem die Schutzbrille reichte.

Vader schnaubte. „Ja, das habe ich gehört. Sie suchten deshalb nicht danach, weil die Abenteuer immer zu ihnen kamen. Täglich. Stapelweise. Luke, in meiner Zeit als Padawan gab es kaum eine Woche, die ich am Stück im Tempel verbrachte. Wir waren laufend unterwegs, um irgendwo in der Galaxis irgendeinen Konflikt zu lösen. Manches davon diplomatisch mit Worten – aber vieles auch per Lichtschwert-Diplomatie. Jedi lernten nicht umsonst schon als Jünglinge, mit dem Lichtschwert umzugehen… Diese Bemerkung Yodas ist ein wirklich guter Witz, glaub mir. Und Jedi waren niemals eine Friedenstruppe, die tonnenweise Honig um Mäuler geschmiert hat! Ganz im Gegenteil."

Luke sah ihn ein wenig zweifelnd an. „Aber Obi-Wan sagte etwas Ähnliches." Er versuchte, sich an die genauen Worte zu erinnern. „'Über tausend Generationen waren die Jedi die Hüter von Frieden und Gerechtigkeit in der Sternenwelt. Bevor es dunkel wurde. Vor dem Imperium.'"

Vader atmete tief ein und kämpfte den plötzlich aufsteigenden Zorn hinunter, der ihn beinahe immer überfiel, wenn die Rede auf seinen alten Meister und dessen verfälschenden Einfluß auf Luke kam. Und sein Sohn konnte es fühlen, die Kälte, den Haß, der seinen Vater plötzlich erfüllte – und er erschrak, war nicht darauf gefaßt gewesen. Für einen Moment empfand er wieder die alte Angst.

„Obi-Wan", sagte Vader beherrscht, „betreibt hier wieder einmal die typische Jedi-Schönfärberei. Ich will nicht leugnen, daß das Imperium manchmal grausame Dinge tut – aber ich schwöre dir, Luke, auch die Jedi haben zu ihrer Zeit derlei Dinge getan. Dieses Ding, das du hier eben bauen willst, ist die Seele eines Jedi, richtig?"

Luke nickte stumm.

„Schön. Aber es ist verflucht nochmal eine Waffe. Und als solche wurde sie auch eingesetzt, ‚über tausend Generationen' lang!" Vader fluchte kurz, aber so heftig auf Huttisch, daß Luke, der es verstanden hatte, rote Ohren bekam. „Chess ko, Luke! Sie waren keine Heiligen. Wir waren keine Heiligen, verdammt!" Er atmete tief durch, stützte sich schwer auf den Tisch auf und bemühte sich um Ruhe, seinem Sohn zuliebe. „Es ist egal, welche Farbe die Klinge hat, Luke. Es ist egal, wer die Befehle gibt oder gegeben hat. Ich war – in gewisser Weise – immer ein Mörder und bin es noch." Er löste sich vom Tisch und sah beide ernst an. „Macht weiter. Und diesmal folgt mir nicht, verstanden?" Damit ließ er sie stehen und verließ die Werkstatt mit wehendem Mantel und knallenden Schritten.

Arik sah ihm nach und schürzte die Lippen, während R2 leise pfiff.

„Luke?"

„Hm?"

„Vielleicht wäre es ratsam, den Namen ‚Obi-Wan' aus deinem Vokabular zu streichen."

Luke zog eine Grimasse und nickte. „Ich fürchte, du hast Recht."

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Seine beiden Schüler bekamen Vader an diesem Tag nicht mehr zu Gesicht – ein Zeichen dafür, wie erregt er war. Veers, der sich in der Bibliothek aufhielt, hörte schon von weitem die knallenden Absätze des dunklen Lords, dessen Laune ganz offensichtlich gerade so schwarz war wie seine Rüstung… ein Zustand, in dem Max ihn schon sehr lange nicht mehr erlebt hatte.

Nachdenklich sah er ihm nach. Vader würde sich abreagieren und danach wieder zur Ruhe kommen… aber angespannt sein. Seiner Erfahrung nach dauerte es mindestens zwei Tage, bis er wieder vollkommen abgekühlt war.

Zwei Tage kühle Distanz? Dafür war Bast nicht groß genug.

Konnte er ihn irgendwie entspannen? Natürlich. Er lächelte. Aber Vader würde nicht in Stimmung dafür sein… es sei denn, er brachte ihn in Stimmung. Aber wie?

Wenn er ihn überwältigen könnte… spielerisch…

Moment! Er hatte doch bei seiner persönlichen Entdeckungstour im Schloß etwas gesehen, in einem besonderen, sorgfältig abgeschirmten Raum… ja. Das müßte gehen.

Innerlich vorfreudig stemmte er sich aus dem Sessel hoch und begann seinen immer noch recht mühsamen Marsch durch die weitläufige Burg.

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Als Vader abends das gemeinsame Schlafzimmer betrat, fühlte er sich durch das intensive Training körperlich zwar vollkommen entspannt und angenehm müde, mental aber immer noch unruhig und uneins. Er wünschte sich eine heiße Dusche und ein paar Stunden Schlaf – aber schon beim ersten Schritt hinter die Tür erkannte er, dass beides würde warten müssen.

Da war es wieder, das Gefühl von einem Vakuum in der Macht. Löcher in seiner Empfindung. Er spürte es, bevor er registrierte, dass es dunkel war – und beinahe stockfinster, als die Tür sich hinter ihm schloß – nur ein Nachtlicht brannte noch.

Und dann begann er plötzlich zu grinsen, als ihm im Abstand von wenigen Sekundenbruchteilen verschiedenes klar wurde.

Ohne Vorwarnung wurde er von hinten gepackt und nach hinten gezogen – wobei sein Gegner neben ihm gezielt zu Boden ging, was für einen guten, erfahrenen Kämpfer sprach – und landete flach auf dem Rücken. Seine Gegenwehr war zwar mehr symbolisch, aber ein anderer als Vader hätte doch Schwierigkeiten gehabt, hier etwas auszurichten. Und sein Angreifer war auch gleich über ihm, sobald er den Boden berührte, fixierte einen Arm mit dem Knie und zwang das Handgelenk des anderen in eine Schelle, wiederholte die Aktion dann mit dem bislang blockierten Arm. Innerhalb weniger Sekunden war er so geschickt gefesselt worden – und nun ließ sein Angreifer, der noch keinen Ton von sich gegeben hatte, von ihm ab, stand auf und verschwand ein paar Meter in der Dunkelheit.

Es klirrte leise, dann fühlte er Zug an beiden Handgelenken und wurde langsam, aber unerbittlich nach oben gezogen. Er rappelte sich auf in den Stand, was jedoch vom Ziehenden geschickt und sofort ausgeglichen wurde – der Zug war wieder da, sobald er aufrecht stand, es blieb ihm keine Chance für einen Gegenangriff. Seine Hände nun hoch über sich, in eine aufgerichtete Haltung gezwungen, drehte Vader suchend den Kopf, doch sein Gegner blieb noch unsichtbar.

Es dauerte scheinbar endlose Sekunden, in denen Vader zunächst unruhig, dann ärgerlich wurde, bis jemand um ihn herumkam und sich vor ihm aufbaute, die Hände in die Hüften gestemmt: Max. Er trug keine Uniform, was er aber auch nicht getan hatte, seit sie hier angekommen waren, hatte jedoch seine Kleidung dem leicht verwegenen Erscheinungsbild angepaßt, das er durch den wachsenden Bart und die längeren Haare hatte: ein weißes Hemd mit recht weiten Ärmeln, dazu eine enganliegende schwarze Hose und die kniehohen Uniformstiefel. Vader sah ihn – und sein Atem beschleunigte sich unwillkürlich, was ebenso zu hören war wie das leise Klirren der Ketten, als er sich unwillkürlich regte.

Über Max' Gesicht glitt ein kurzes Lächeln, dann schlüpfte er in die Rolle zurück, die er sich offensichtlich ausgedacht hatte.

„Lord Vader. Welch unerwartetes Vergnügen, Euch so… hilflos zu sehen."

„Wer auch immer Ihr seid…", knurrte Vader in seinem besten grollenden Tonfall, „Ihr werdet dafür bezahlen!"

Max lachte. „Leere Worte, Vader. Wenn Ihr imstande wäret, etwas anderes zu tun, als Drohungen auszustoßen, wäre ich schon tot." Er begann, langsam um den dunklen Lord herumzugehen – ausgiebig den Anblick genießend. Und Vader spürte, daß er beginnen sollte, seine Schilde zu verstärken… nicht daß Luke ihm beim Frühstück wieder neugierige Fragen stellte…

„Was wollt Ihr von mir? Imperiale Geheimnisse? Keine Chance." zischte er dann, um das Spiel voranzutreiben.

„Nein… so dumm bin ich nicht, so etwas zu verlangen." Max beendete seine Runde und blieb vor ihm stehen. „Ich werde Euch quälen…" Er legte eine Hand auf Vaders Brust, spreizte die Finger und ließ sie langsam in tiefere Regionen gleiten. Vader schloß die Augen unter der Maske und unterdrückte ein erregtes Stöhnen. Als Max' Hand allerdings auf seinem Suspensorium angekommen waren, wurde es darunter bereits recht eng. „…und ich will, daß Ihr leidet."

Und während Max genüßlich und aufreizend gemächlich den Verschluß des Capes öffnete, schob Vader den Gedanken an Dusche und Schlaf wohlig seufzend weit in den Hintergrund seines Denkens…

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Später.

Max lag auf dem Rücken im Bett, die Arme hinter dem Kopf verschränkt, die Augen geschlossen, und lächelte breit.

„Warum grinst du so?" fragte eine tiefe, sehr sanfte Stimme neben ihm – und als er die Augen öffnete und zu Vader hinübersah, zuckten dessen Mundwinkel ebenso verdächtig.

„Aus dem gleichen Grund wie du, schätze ich." Max stützte sich auf einen Ellbogen und sah auf seinen Partner hinunter, dann begann er zärtlich, mit einem Finger sein Gesicht zu streicheln, fuhr über Augenbrauen und Wangen, über Lippen und Kinn. „Ich liebe Dich, Dava."

Als Antwort zog Vader ihn zu sich herunter und küßte ihn leidenschaftlich.

„Hat es dir gefallen?" fragte Max, als er wieder Luft bekam. Er legte eine Hand auf Vaders Brust und stützte sein Kinn darauf.

„Sehr." Der dunkle Lord lachte leise. „Auch wenn das in Wirklichkeit nie geklappt hätte. Selbst mit dem Ysalamir, den du hier versteckt hast, Geliebter. Aber es hatte eine interessante Nebenwirkung, beziehungsweise bringt es mir eine wertvolle Erkenntnis: ein einzelner Ysalamir beeinträchtigt mich nicht im Mindesten." Er hob die Hand und ließ zum Beweis das Durcheinander von Kleidern auf dem Boden schweben, das wirr so lag, wie sie es hatten fallen lassen.

„Kleine Korrektur." Veers grinste. „DREI Ysamaliri."

„Drei?" echote Vader verblüfft.

Ein Nicken. „Drei."

„Wow. Mann, bin ich gut."

Veers lachte schallend und so laut, daß Vader ihn schnell mit einem weiteren leidenschaftlichen Kuß stummstellte – und eine weitere Runde des Spieles begann, was mit einem glücklichen Schnurren und einem zärtlichen Biß in den Hals quittiert wurde.

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Am nächsten Morgen erschien Songan statt Vader zum Frühstück, zusammen mit Max, und beide schenkten sich erst einmal große Tassen mit Kaf ein. Sie wirkten entspannt und gutgelaunt, aber müde, und Arik konnte sich ein „Kurze Nacht gehabt?" nicht verkneifen.

Der Heiler starrte ihn über den Rand seiner Tasse hinweg an, wohl überlegend, was für eine Antwort er geben sollte – höflich, nichtssagend oder scharf, doch Max war schneller.

„Nur kein Neid, Arik." sagte er mit einem Lächeln. „Wozu ist ein Urlaub gut, wenn man ihn nicht ein wenig ausnutzt?"

„Ihr habt's gut…" seufzte der junge Captain, was Vader nun endlich zum Grinsen brachte.

„Sehnsucht?" erkundigte er sich.

„Doppelte, wenn man so will." Arik nickte.

Luke runzelte schon eine ganze Weile die Stirn, er schien mit der Tatsache, dass Männer Männer liebten, nicht wirklich zurechtzukommen. „Doppelt? Hast du gleich zwei Freundinnen?"

Arik lachte und schüttete blaue Milch in seine Flocken. „Nein, nur eine – Neeja, eine Twi'lek. Sie lebt auf Coruscant, und ich sehe sie nur selten, nur, wenn wir zuhause sind. Aber ich bin auch mit einem Captain an Bord der EXECUTOR zusammen – Freja Covell. Wobei das mehr tiefe Freundschaft mit Sex ist, keine Liebe."

Songan schmierte reichlich Butter auf eine dicke Scheibe Brot. „Ah, Covell, ja… ich kenne ihn. Guter Mann."

Arik nickte. „Ja… und sehr loyal gegenüber Lord Vader."

Der Heiler nickte dankend für diese Information, während er Honig auf das Brot tropfen ließ und ein Schmunzeln unterdrückte. Wie gern würde er seinem Sohn sagen, wer er war! Lukes Schilde machten gute Fortschritte… aber er war noch nicht gut genug für die Tatsache, dass der Kaiser stark an ihm interessiert war. Noch konnte er sich nicht offenbaren… leider. Arik hingegen zeigte verblüffende Erfolge – er schien ein sehr begabter Telephat zu sein, ein Naturtalent. Er konnte sich jetzt schon besser abschirmen als sein Sohn. Erstaunlich. Nun – genaugenommen hatte er das wohl schon lange gekonnt… immerhin hatte er Jahre direkt unter seiner Nase gedient und er hatte ihn nicht bemerkt. „Solltet ihr nicht längst beim Training sein?" fragte er dann harmlos.

Arik seufzte, setzte die Schüssel an und trank die letzten Schlucke. „Wie war das mit ‚Urlaub'?" murrte er, stand aber auf. „Komm, Luke. Tun wir was für unser Geld."

„Wir werden bezahlt?" wunderte sich sein Freund, als er seinen Stuhl zurückschob.

„Ich schon." grinste Arik. „Auf geht's!"

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Vader gesellte sich erst eine halbe Stunde später zu seinen Schülern. Luke half Arik im Raum mit den Kästen dabei, seine telekinetischen Fähigkeiten zu verbessern, und Vader bemerkte mit Befriedigung die Fortschritte, die sein zweiter Schüler dabei machte.

„Guten Morgen." grüßte er. „Wie steht es mit ein wenig Kampftraining?"

„Ich dachte schon, du fragst nie!" versetzte Luke begeistert.

„Ich will euch beide unterrichten, und Arik war schlicht noch nicht so weit. Also kommt." Er drehte sich auf dem Absatz um und ging voraus zu der Trainingshalle, die die beiden bereits kannten – von ihrem kurzen, eigentlich verbotenen Besuch.

Die IG-100 Magna-Wächter standen abrufbereit, aber deaktiviert an der Wand – und nicht nur drei, sondern zehn Stück. Und daneben lagen Einzelteile von weiteren, die offensichtlich bei Kämpfen auseinandergenommen worden waren. Es war deutlich, daß dieser Raum rege genutzt wurde.

Vader wies auf die Wand, an der verschiedene Lichtschwerter hingen. „Die links sind Ersatzklingen von mir – echte. Finger weg. Die rechten sind Übungsklingen. Ihr werdet keine anderen anfassen, bevor ich es euch nicht erlaube, verstanden? Und ich meine es ernst. Wenn ich euch mit einer echten Klinge erwische, war's das mit der Ausbildung. Habe ich mich klar ausgedrückt?"

Arik nickte nur – er war vollkommen offen für Vaders Lehren und Prinzipien. Luke hingegen…

„Vollkommen." murrte dieser.

„Mein Sohn, die schlichte Tatsache, daß du auf Bespin bereits mit mir gekämpft hast, qualifiziert dich nicht für das Training mit einer echten Klinge. Ebensowenig wie der Fakt, daß der senile Greis Kenobi dies schlichtweg ignoriert hat, indem er dir mein altes Schwert schenkte. Er brachte dich damit in mehrfache Gefahr, ist dir das nicht klar?"

„Wieso? Ich hab mich ganz gut geschlagen auf Bespin, oder?" Lukes Ton war patzig. Er war enttäuscht – Übungsschwerter waren für ihn Kinderspielzeuge. Nichts, was man ernstnehmen konnte.

Vader seufzte. „Hast du denn gar nichts begriffen, Luke? Ich wollte dir nicht wehtun. Habe ich dich nicht schon in den ersten Sekunden entwaffnet? Ich habe mit dir gespielt. Ich wollte dich müde machen, damit du irgendwann bereit sein würdest, mit mir zu reden. Leider umsonst. Und irgendwann war meine Geduld am Ende, auch etwas, was du zu spüren bekommen hast."

Luke zog einen Flunsch, er wußte, daß sein Vater Recht hatte.

„Außerdem – wenn dich irgendein Imperialer mit mehr Verstand als ein Dornbusch mit dem Lichtschwert gesehen hätte, wärst du schneller in einer Zelle gelandet, als du ‚Rebellion' hättest sagen können. Order 66 gilt noch immer! Und Kenobi wußte das. Er hätte dich wenigstens warnen müssen und dir sagen, daß du es verborgen halten solltest. Was für ein Idiot!"

Arik sah ein wenig unbehaglich zwischen den beiden hin und her. Vater und Sohn waren sich ähnlicher, als sie dachten – beide schnell in Wut zu bringen. Doch ausgerechnet der Sith hatte sich augenscheinlich besser im Griff – jedenfalls bemühte er sich nun um Ruhe und fuhr gelassener fort.

„"Es gibt sieben verschiedene Hauptstile des Lichtschwertkampfes. Ich werde euch nacheinander alle sieben zeigen, aber wir werden mit dem ersten beginnen, der lange Zeit der einzige war und die Grundlage für alle anderen bietet. Man nennt ihn Shii-Cho oder den ‚Weg des Sarlacc'. Er erfordert weniger Einsatz der Macht als alle anderen und versucht, seinen Gegner dadurch zu besiegen, daß man ihn schnell ermüdet. Es ist ein schneller und wilder Stil, einfach und für Anfänger gut zu erlernen. Das Ratsmitglied Kit Fisto bediente sich seiner bis zuletzt… gegen den Imperator hielt er damit nur ein paar Sekunden durch." ergänzte er trocken. „Den zweiten Stil nennt man Makashi. Er erfordert eine große Geschicklichkeit und lockere Handgelenke – und am besten ist er zu beherrschen, wenn man ein Lichtschwert mit gebogenem Griff verwendet. Count Dooku, auch Darth Tyranus genannt – einer der verlorenen Zwanzig – beherrschte ihn bis zur Perfektion. Heutzutage wird er kaum noch verwendet. Soresu ist der dritte Stil. Obi-Wan Kenobi und Luminara Unduli sind zwei prominente Liebhaber dieser Variante. Sie legt Schwerpunkte auf Verteidigung und Schutz und entstand, als die Blaster in Mode kamen. Angeblich sind die wahren Meister dieser Form unbesiegbar…" Er kämpfte eine erneute Welle der Wut bei der Erwähnung seines alten Feindes und noch älteren Freundes Kenobi nieder und begann eine kleine Wanderung im Raum, die Hände auf dem Rücken ineinandergelegt, während er weiter dozierte. „Ataru nennt man die vierte Form. Sie ist sehr aggressiv und erfordert eine große Verbundenheit mit der Macht. Man beherrscht Ataru erst, wenn man imstande ist, sich gänzlich von der Macht durchströmen zu lassen. Yoda und Qui-Gon Jin bevorzugten diese Form – zu ihren Techniken gehören Sprünge, Salti und ähnliches mehr, sie ist sehr schnell und sehr artistisch." Ein paar weitere Schritte. „Die fünfte Form ist eigentlich zweigeteilt: Shien und Djem So. Erstere ist sehr gut geeignet zur Verteidigung gegen Laserbeschuß, letztere ist die Form für das Duell. Sie sind zusammen die mächtigste Form von allen. Sie verbindet Lichtschwertattacken mit weiteren Kampftechniken, in denen zum Beispiel auch Tritte oder Hiebe zum Einsatz kommen. Auch Djem So verlangt nach großer Beherrschung der Macht und viel Geschick, es ist eine sehr wilde und aggressive Technik. Die sechste Form, Niman genannt, ist sehr defensiv – meist bedienen sich Diplomaten ihrer. Niman-Meister werden fast immer besiegt." Ein leichtes Lächeln huschte über seine Züge. „Ich würde euch empfehlen, diesen Stil NICHT zu wählen – ebensowenig wie die letzte für euch geeignet ist: Vaapad. Sie ist die schwierigste von allen und erfordert viel Erfahrung in verschiedenen anderen Stilen, deren Elemente sie benutzt. Zudem bedient sie sich psychischer Tricks, reflektiert zum Beispiel die Ängste eines Gegners und wirft sie auf ihn zurück. Mace Windu hat sie erfunden – und obwohl er Palpatine beinahe besiegt hätte, empfinde ich diese Form als ehrlos. Aber das ist meine persönliche Meinung."

Beide Schüler hatten interessiert gelauscht – zunehmend fasziniert, aber auch ein wenig überrollt von der Masse an Information.

„Welche Technik bevorzugt Ihr, Meister?" fragte Arik dann und kam Luke so kurz zuvor.

„Shien und Djem So." erwiderte Vader sofort. „Allerdings in einer sehr persönlichen, ein wenig modifizierten Form. Die Prothesen schränken mich in mancherlei ein, ebenso wie der Anzug, aber andererseits habe ich durch sie auch gewisse Vorteile gegenüber jedem anderen – wie zum Beispiel ein Sprungvermögen, an das kein lebendes Wesen heranreicht – sowohl auf etwas hinauf als auch von etwas herunter. Die Federn in meinen Beinen sind stärker als alles, was die Macht ausgleichen kann." Er fühlte Ariks Blick auf seinen Waden ruhen und lachte leise. „Geduld, mein Padawan. Es gibt noch einen anderen Übungsraum mit einigen… Hindernissen darin. Du wirst es schon noch sehen, wenn du die Grundlagen erlernt hast.

Fangen wir an. Holt euch jeder ein Schwert – und dann nehmt die Grundstellung ein, rechter Fuß vorn, linker zurück, fünfundvierzig Grad nach außen gedreht, mit dem Fußballen abgestellt und federnd. Rechte Hand am Griff vorn, linke Hand am Ende. Lichtschwerter können mit einer und mit zwei Händen geführt werden. Erster Schlag…"