All: Ich habe auf meiner Profilseite ein Poll eingerichtet, um die weltenbewegende Frage zu klären: Wer mit wem? Bislang gibt es das Pairing Vader/Veers, und Leia/Han will ich beibehalten. Aber was ist zum Beispiel mit Luke? Oder gibt es eine andere Figur, die ihr in festen Händen sehen wollt? Helft mir und stimmt ab! (Mehrfachnennungen sind möglich)
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Kapitel 44
Die EXECUTOR schwebte majestätisch – und allein – im hohen Orbit um Tatooine. Nicht ein einziges Begleitschiff der sonst allgegenwärtigen Todesschwadron war bei ihr.
Vader stand auf seinem bevorzugten Aussichtspunkt am großen Panoramafenster der Brücke und starrte hinunter auf den gleißenden Ball, der auf den ersten Blick wie eine dritte Sonne wirkte. So viele Erinnerungen lagen für ihn dort unten begraben. Erfahrungen. Wegpunkte seines Lebens – und Lukes. Veers, der neben ihn trat, spürte seine Anspannung und folgte seinem Blick – sah aber nur einen großen, sandfarbenen Planeten.
„Warst du jemals auf Tatooine?" fragte Vader.
„Ein-, zweimal…" Veers zuckte die Schultern. „Es war heiß. Und staubig. Die Gesellschaft war nicht die beste, aber die Moral der Truppen erstaunlich hoch."
Der dunkle Lord lachte trocken. „Das liegt daran, dass keiner von ihnen länger als ein Jahr bleibt und sie alle eine Sondergratifikation bekommen in dieser Zeit. Sie sind recht motiviert, dort Dienst zu tun." Er schwieg einen Moment. „Es ist sonderbar. Ich bin dort aufgewachsen, bis ich neun war. Ich war ein Sklave, meine Mutter ebenfalls. Wir hatten nicht viel, aber es ging uns recht gut – ich hatte sogar das Glück, etwas tun zu müssen, das mir Freude machte, und durfte ab und zu Rennen für meinen Herrn fliegen. Aber… wir waren unfrei. Luke wuchs Jahre später ebenfalls dort auf. Er war frei, hatte aber weniger Freiheiten als ich zu meiner Zeit. Er war mehr Sklave seines Onkels als ich je wirklich einer war. Er wurde künstlich ruhiggestellt und eingesperrt, willentlich von seiner Bestimmung ferngehalten. Aber beide haben wir dort unten gelernt, zu überleben. Ich hasse Tatooine. Und doch ist es meine Heimat."
Mühsam riß er sich los und wandte sich Veers zu. „Komm. Hilf mir."
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„Wobei soll ich dir helfen?" fragte der General, als sie in Vaders Quartier angekommen waren. Die Gänge waren für ein Gespräch zu belebt gewesen.
Der dunkle Lord nahm Helm und Maske ab und sah ihn an. „Unser erstes Treffen mit der Prinzessin wird in einer Cantina in Mos Eisley stattfinden."
„Ja." Veers sah ihn verwirrt an. „Und?"
„Mos Eisley ist der Schmelztiegel aller dunklen Geschäfte in diesem Sektor. Die Cantina dort ist der Treffpunkt von Schmugglern, Raumpiraten und Söldnern – in Uniform können wir da nicht auftauchen. Also müssen wir uns verkleiden."
„Verkleiden." Veers' Stimme war deutlich anzuhören, was er davon hielt. Er war doch kein kleines Kind mehr!
Vader seufzte. „Max… wir werden uns lediglich so anziehen, dass uns die anderen ‚Gäste' abkaufen, dass wir von ihrem Schlag sind. Das ist alles. Nenn es, wie du willst." Er lächelte. „Und dein Bart und dein längeres Haar passen wunderbar zu einem Söldner im besten Alter."
„Und du?"
„Hier kommst du ins Spiel." Er fuhr sich mit einer Hand durchs Haar. „Du wirst mich scheren."
„Was?!"
„Schau nicht so entsetzt. Es wird ja wieder wachsen – aber ich werde auf diese Weise sogar einen Nutzen aus meinen Narben ziehen." Er warf einen Blick auf ein Chronometer. „In eineinhalb Stunden haben wir eine Verabredung, General. Also los."
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Eine halbe Stunde später musterte Vader sich prüfend im Spiegel. Durch die Heilung hatte seine fast weiße Haut wieder ihren natürlichen Bronzeton angenommen, und auf dem frisch rasierten Kopf hatten sie mit etwas Selbstbräuner nachgeholfen. Die Kleidung, die der Quartiermeister nach Vorgabe angefertigt hatte – eine Hose aus festem Stoff, dunkelblau, ein weites Hemd in einem schmutzigen Weiß und eine ärmellose Weste, ebenfalls blau - sah schon etwas abgetragen aus und war zerknittert und leicht staubig, ebenso wie die Stiefel, die aussahen, als hätte ihr Besitzer schon lange den Kampf gegen den allgegenwärtigen Sand aufgegeben und darauf verzichtet, sie laufend zu polieren. Er krempelte die Ärmel bis zu den Ellbogen hoch und stemmte die Hände in die Hüften. Ja… er würde ohne Probleme als Söldner durchgehen. Aber…
„Hm."
Veers, ähnlich herausgeputzt, trat neben ihn. „Was brummst du? Nicht zufrieden?"
„Doch… doch, schon."
„Aber? He, das scheren war deine Idee, nicht meine!" Veers hob die Hand und strich sanft über die frische Glatze, auf der sich heller die einstmals so furchtbaren und wulstigen Narben abzeichneten – ebenso wie im Gesicht, unter dem linken Auge. „Aber ich muß sagen, es sieht erstaunlich gut aus. Es steht dir."
Vader grinste. „Das ist es ja. Ich gefalle mir so – und das, obwohl ich so glücklich war, endlich wieder Haare zu haben!"
Veers lachte leise. „Spinner. Komm, es wird Zeit. Meine Männer haben eine kleine Yacht besorgt, die zu unserer Rolle passt – sie ist schnell, wendig und gut bewaffnet. Sie steht in deinem Hangar bereit."
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Leia hatte den ganzen Weg nach Tatooine gegrübelt. Sie saß auf dem Sessel hinter Lando und schien so abwesend und in Gedanken versunken, daß weder Lando noch Chewbacca sie ansprachen, bis sie endlich vor Tatooine aus dem Hyperraum austraten.
Was, bei allen Raumgeistern, wollte Vader von Luke? Was lag ihm an dem Jungen?
Luke war ein Feuchtfarmer, jung, naiv und so blauäugig, wie er war und aussah. Es war nichts Besonderes an ihm… oder doch? Na schön, er war ein wirklich guter Pilot. Und dann war da noch die Sache mit der Macht… er trug ein Lichtschwert, hatte schon auf dem Todesstern eines gehabt. Aber das jetzige war ein anderes – irgendwas war doch damit. Er hatte ihr etwas von seinem neuen Lichtschwert erzählt… und war es nicht grün statt blau? Sie versuchte sich zu erinnern, aber was auch immer es war, sie konnte es nicht greifen. Etwas mit Lichtschwert… und Vader. Und er schien keine Angst vor Vader zu haben. Oder hatte sie das geträumt?
Ein anderer Traum war ihr allerdings noch sehr präsent. So präsent, daß ihr beinahe schon wieder übel wurde.
Ich… ich liebe Dich.
Und ich dich. Niemand wird uns mehr trennen, Luke. Nie wieder.
Oh Mann. Der übelste Alptraum, den sie je gehabt hatte. Oder war es etwa gar keiner gewesen? Sollte Vader sich wirklich einen Geliebten angelacht haben? Vader? Ein Cyborg? Und noch verrückter: sollte Luke wirklich dazu bereit sein?
Nein. Das war ein Traum. Ein Zerrbild ihrer Ängste.
„Leia…", sagte Lando vorsichtig und drehte sich zu ihr um. „Wir haben Tatooine erreicht."
Sie riß sich zusammen und sah nach vorn. Die Doppelsonne beschien den Wüstenplaneten und ließ seinen Glast hell leuchten. Das letzte Mal, als sie hiergewesen war, wurde die TANTIVE IV von der DEVASTATOR gejagt. Heute…
# Dein Date ist schon da. # meinte Chewbacca und deutete auf den gigantischen Sternzerstörer, der unbeweglich und ruhig im stationären Orbit über dem Planeten hing.
Leia knurrte. „Besser er ist hier als über Risban, oder? Also schön. Landen wir."
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Vader und Veers hatten die Yacht inspiziert und die Maschinen gestartet. Veers nahm letzte Checks vor, während Vader sich mit Piett in Verbindung setzte.
„IANUS erbittet Starterlaubnis."
„Gewährt, IANUS. Viel Erfolg.", antwortete Firmus ruhig. Er hatte nur die Aufgabe, zu warten, und etwas später die PRIDE mit einer Kompanie Sturmtruppen nach unten zu schicken – den Rest wollte Vader allein erledigen. Die EXECUTOR war allein, DEVASTATOR und VENGEANCE waren nach Risban abkommandiert worden – sie sollten außer Sensorreichweite der Rebellen warten und einen Angriff durchführen, falls die Prinzessin die Verabredung nicht einhalten sollte. Der Rest der Todesschwadron lag auf Abruf zwischen den beiden Zielen.
Vader steuerte Mos Eisley an – er kannte die Stadt besser, als ihm lieb war. Über die Jahre war er immer wieder hiergewesen, aus verschiedenen Gründen. Es verband ihn eine seltsame Haßliebe mit dem Planeten.
Er landete in einer der öffentlichen Hangarbuchten in der Nähe der Cantina und verließ dann mit Veers das Schiff. Sie entrichteten die Mietgebühr im Voraus, vereinbarten noch das Anmieten eines der Gleiter, die hier zur Verfügung standen, und schlenderten dann durch die heißen und staubigen Straßen der größten Stadt Tatooines.
„Dies ist die heimliche Hauptstadt.", erklärte Vader und wich einem Ronto aus, auf dem ein winziger Jawa thronte. „Mos Eisley ist größer als Bestine und bedeutender… der größte Raumhafen und der größte Umschlagplatz für Schmuggler. Jabba unterhält hier einen Stadtpalast, bevorzugt aber nach wie vor den anderen."
„Bist du hier aufgewachsen?" Veers wischte sich den Schweiß von der Stirn und sah sich vergeblich nach Schatten um. Binnen Minuten war sein Hemd durchtränkt, während Vader nicht zu schwitzen schien. „Meine Güte… kein Wunder, daß du sonst immer frierst."
Vader lächelte darüber. „Das ist der einzige Vorteil: mir ist hier zur Abwechslung endlich mal angenehm warm, das ist richtig. - Nein, ich bin in Mos Espa aufgewachsen. Kleiner, aber berühmt für die Podrennen, die dort regelmäßig abgehalten wurden. Mos Eisley habe ich erst später kennengelernt… als Kind war ich nie hier. – Dort drüben ist es." Er deutete auf ein gedrungenes Haus, das, wie die meisten, keine Fenster aufwies. Der Eingang führte über ein paar Stufen nach unten in einen Vorraum und erst von dort weiter in den eigentlichen Gastraum, der düster, verwinkelt und voll war.
Veers fiel sofort in den ‚Kampfbereit'-Modus – gespannt, wachsam, nach allen Seiten sichernd und eine Hand bereit, nach dem Blaster zu greifen, den er offen trug - was Vader wieder leise lächeln ließ. Er – selbst ohne sichtbare Waffen - würde hier und heute als Leibwächter auftreten, aber Max konnte sehr gut selbst auf sich aufpassen.
Er sah sich um, aber die Prinzessin schien noch nicht eingetroffen zu sein. Er warf Veers einen Blick zu und deutete mit dem Kinn auf die Bar. Max nickte und ging voraus an die Theke.
Der Barkeeper starrte sie stumm an – eine Frage schien er für unnötig zu halten. Was natürlich in einer Bar nicht von der Hand zu weisen war.
„Zwei R'alla.", bestellte Vader.
„Wasser? Warum nicht gleich blaue Milch?", murrte der Barkeeper.
„Laktoseintoleranz." Vaders lächelte auf eine Weise, die den Mann hinter der Theke wissen ließ, daß er sich mit dem nächsten schlauen Spruch auch gleich einen Arzt suchen konnte. Umgehend und wortlos erschienen zwei gekühlte Flaschen vor ihnen auf der Theke.
„Idiot.", knurrte Vader, warf ein paar Münzen hin, nahm die Flasche und lehnte sich rücklings an den Tresen; einen Fuß auf die Stange hochgezogen, ein Ellbogen lässig auf die Theke gestützt – das perfekte Bild eines abgebrühten Söldners, der ein paar Creds nicht abgeneigt war. Seine Ausstrahlung sorgte dafür, daß man sie in Ruhe ließ und einen respektvollen Abstand hielt. Man sah ihm deutlich an, daß er den starken Mann nicht nur spielte – er WAR es.
Veers stand nur vorgeblich entspannt neben ihm – er war wachsam und ließ den Blick permanent über die anderen Gäste gleiten. Schmuggler, Kopfgeldjäger, Laufburschen für Hutts und anderes Gesindel, Drogendealer… teilweise schienen sie auf der Stirn eintätowiert zu haben, was sie waren. Aber auch Piloten, Söldner und anderes, halbwegs ehrbares Volk trieb sich hier herum, zwischen Animiermädchen, Tänzerinnen und der Band, die in einer Seitennische schräge, aber seltsam mitreißende und eingängige Musik spielte.
„Nett hier.", meinte er trocken.
Vader nickte nur, die Augen halb geschlossen. „Nichts hier, was uns gefährlich werden könnte. Ich hab alles im Blick… entspann dich."
„Ich BIN entspannt!" protestierte Max.
„Bist du nicht." Vader öffnete die Augen. „Sie kommt."
Veers folgte seinem Blick und sah die junge Frau die Cantina betreten und sich suchend umsehen. Erstaunlicherweise war sie allein – weder der Wookiee noch Calrissian war bei ihr. „Interessant."
„Sehr.", nickte Vader. Das erste Gespräch hier war nicht mehr als ein Versuchsballon – um die Intentionen und die Bereitschaft der Prinzessin in Erfahrung zu bringen. War sie bereit, gleich zu kooperieren und auf den Deal einzugehen – gut. Wenn nicht, folgte Phase zwei.
Veers hob die Hand, als Leia in seine Richtung sah, und machte ihr ein Zeichen. Vader hatte sich indessen nicht gerührt und tat es auch nicht, als die Prinzessin nun zu ihnen kam.
Sie steckte in einer Pilotenkombi in einem hellen Beige, die ihre Figur vielleicht ein wenig zu deutlich betonte. Nicht gut. Der dunkle Lord spürte bereits das Interesse einiger männlicher Wesen in der Umgebung sprunghaft zunehmen.
Um sie herum war einigermaßen Platz, was die Sache erleichterte – aber ein lautes Gespräch wäre dennoch unklug.
Sie stand nun vor ihnen, stemmte die Hände in die Hüften und blitzte beide wütend an. „Das darf ja wohl nicht wahr sein.", fauchte sie leise genug, um andere Gäste auszuschließen. „Ich komme den ganzen Weg hierher, um mit Vader zu reden, und er schickt mir nur euch zwei Clowns?"
Veers lächelte, allerdings ein wenig bissig. „Ich bin Maximilian Veers, General der Infanterie der EXECUTOR und der Todesschwadron.", stellte er sich knapp vor. „Ich genieße Lord Vaders volles Vertrauen und bin hier, um Ihnen seinen Vorschlag zu unterbreiten."
„Ein General, hm?" Sie sah ihn an und nickte. „So geschraubt, wie Sie reden, glaube ich Ihnen das sofort. Und er?" Sie nickte zu Vader hinüber. Wer er wohl war?, überlegte sie, während sie ihn neugierig musterte. Oder besser: was? Er schien vom Typ „zäher Hund", den kahlen Kopf zierten einige alte und übel aussehende Narben – eine recht große direkt unter dem linken Auge, eine offensichtlich ältere neben dem rechten – und auch sonst machte er den Eindruck, als sei Kampf sein tägliches Brot, auch wenn er auf den ersten Blick keine Waffen bei sich zu haben schien. Ihr Blick wurde ruhig und beinahe amüsiert erwidert. Er schien nicht der Typ zu sein, der sonst in einer weißen Stahlplastikuniform durch die Gegend lief – ein Offizier, also? Auf seine Weise strahlte er eine selbstverständliche Autorität aus, ähnlich wie Veers. Ein Anführer.
„Songan Tyee. Er… paßt auf mich auf." Veers lächelte ein wenig zweideutig.
Leia fragte sich plötzlich, ob es eine gute Idee gewesen war, allein zu kommen. Sie hatte Vader mit ihrem Mut beeindrucken wollen – einen Vader, der nicht da war. Natürlich nicht da war. Nicht in einer Bar, du dummes Ding.
Sie konnte nicht wissen, daß sie ihn tatsächlich beeindruckt hatte… und mehr noch, sie erinnerte ihn an Padmé während ihrer früheren Abenteuer. Genauso schnell mit Entscheidungen bei der Hand, die teils etwas übereilt und unüberlegt waren, aber mutig und immer mit dem Kopf durch die Wand.
Vader verengte die Augen. Sie sah Padmé sogar ähnlich. Das Haar… die Augen… war es möglich? Konnte Leia…
Ihre nächste Reaktion unterbrach seinen Gedankengang.
„Na schön. Hierherzukommen war wohl eine blöde Idee." Sie drehte sich auf dem Absatz um und marschierte hinaus, bemüht, ihrem Abgang wenigstens etwas Würde zu verleihen, wenn sie sich schon sonst blamiert hatte.
„Hallo, Süße." Ein gelbhäutiger Zabrak mit sehr spitzen Kopfdornen trat ihr mit einem breiten Grinsen in den Weg. „Sind die beiden nicht nach deinem Geschmack? Wie wäre es mit mir?"
Leia spürte nur einen Luftzug, als etwas an ihr vorbeistürmte und sie in einer fließenden Bewegung hinter sich schob. Tyee.
Sie blinzelte und starrte auf das breite Kreuz direkt vor ihr. Wie hatte er sich so schnell bewegen können? In ihrer Überraschung protestierte sie nicht einmal, was sie sonst auf jeden Fall getan hätte.
„Du bist nicht ihr Typ, fürchte ich." schnurrte der Leibwächter sanft.
„Aber dich wollte sie auch nicht, Kumpel." knurrte der Zabrak. „Du hattest deine Chance. Geh beiseite."
„Es wäre gesünder für dich, wenn du zu deinem gepanschten Drink zurückkehren würdest." Vader verzichtete darauf, die Macht einzusetzen – das hier versprach Spaß zu machen.
Der Zabrak sah einen Mann in mittleren Jahren vor sich - groß, muskulös und breitschultrig, lächelnd und selbstsicher - aber wie viele seiner Rasse neigte er zu Selbstüberschätzung. Und er war jung.
„Geh beiseite.", wiederholte er und trat einen Schritt vor.
Es war, als sei er gegen eine Wand gelaufen. Irgendetwas Massives war ihm plötzlich im Weg und schickte ihn durch seinen eigenen Schwung würdelos zu Boden. Erschwerend kam hinzu, daß – was immer es gewesen war – in seinem Solarplexus gelandet war und ihm nun leichte Atemprobleme bereitete. Mit anderen Worten: er bekam keine Luft.
Japsend sah er hoch und bekam eben noch mit, wie der Söldner gelassen seine Faust öffnete und wieder sinken ließ. Seine Faust? Das war alles?
Bei einem neuerlichen Überdenken der Situation, der fortgesetzten Sauerstoffknappheit und dem ungebrochenen Lächeln des Mannes über ihm verwarf er allerdings den Gedanken an einen zweiten Angriff – ebenso wie die Beobachter ringsum, die teilweise die Idee gehabt hatten, es anstelle des glücklosen Humanoiden selbst zu versuchen.
Vader nahm die perplexe Leia beim Arm und führte sie hinaus, Veers folgte breit grinsend. Er ahnte, daß Vader insgeheim bedauerte, daß der Zabrak zu keiner zweiten Runde bereitgewesen war.
Wir gehen zu Phase zwei über, Max.
In Ordnung.
Veers trat draußen zu Leia und sah sie ruhig an.
„Ein Gespräch mit Lord Vader ist leicht zu arrangieren. Er ist hier auf Tatooine – ich kann Sie hinbringen."
„Wo ist er?"
„Auf der Lars-Farm, südlich von hier. Ich habe einen Speeder."
Sie zögerte. „Warum sollte ich einem Imp vertrauen? Sie könnten mich sonstwohin bringen."
„Sie sind hier.", erinnerte er sie freundlich. „Wollen Sie noch jemanden mitnehmen? Den Wookiee oder Calrissian? Einverstanden. Einen von beiden."
„Und was erwartet uns auf dieser Farm? Eine komplette Garnison Sturmtruppen?"
Veers seufzte. „Das könnte Vader einfacher haben, oder? Selbst hier, mitten in Mos Eisley. Auf Tatooine sind genug Truppen stationiert – aber wir stehen hier allein."
Sie runzelte die Stirn. Etwas in ihr sagte ihr, daß sie ihm vertrauen konnte – und daß er die Wahrheit sagte. Aber woher wußte sie das? Und konnte sie ihrem Gefühl glauben?
„Er wird Ihnen einen Deal vorschlagen, von dem beide Seiten nur profitieren können, Prinzessin. Und ich gebe Ihnen mein Wort: wenn Sie nicht damit einverstanden sind, erhalten Sie freies Geleit. Sie werden Tatooine unbehelligt verlassen können, zusammen mit Ihren Begleitern."
„Na schön. Ich werde mir anhören, was er zu sagen hat."
Veers verneigte sich leicht. „Gut. Der Gleiter steht im Hangar – hier entlang."
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Wie gefiel euch die kleine Westerneinlage? ::g:: Mir hat es zumindest viel Spaß gemacht, sie zu schreiben, und ich glaube, Vader hat es genossen… ;o)
