Fröhliche Ostern allerseits! Legt ihr mir ein paar Reviews ins Nest? ;o)

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Kapitel 57

Das nun ausbrechende erregte Murmeln wurde gar nicht erst versucht, zu unterdrücken. Vader stand vollkommen entspannt da, die Daumen in den Gürtel gehakt, und wartete ab. Veers und Piett neben ihm bemühten sich ebenfalls um eine gelassene Miene, sie hatten wohl Bescheid gewußt – ebenso wie Arik, der einen wachsamen Ausdruck hatte und nach innen zu lauschen schien – oder nach hinten?

Und Luke wurde schlagartig auch klar, warum, als Vader weitersprach.

„Dieser Spion hat meine unbedingte Treue zum Imperium in Abrede gestellt, indem er dem Kaiser berichtet hat, daß ich meinen Sohn bereits bei mir habe. Er hat den Kaiser mit Interna über die Abläufe an Bord dieses Schiffes versorgt und damit unser aller Vertrauen gebrochen."

Die Männer sahen sich an, unruhig, nachdenklich, erregt, erschrocken. Vader wartete, reglos.

Und Luke dachte: Oh, Scheiße.

War sein Vater denn vollkommen verrückt geworden? Er stand alleine – nahm man Veers, Piett, Cass, Jix und ihn selbst einmal aus – vor einhundert bewaffneten Offizieren des Imperiums und teilte ihnen mit, daß einer von ihnen ein Verräter sei… weil er seinen Job gemacht hatte? Nachdem er soeben drei Männern einen Orden dafür verliehen hatte, sein Leben gerettet zu haben – und er somit zugegeben hatte, durchaus verletzbar und sterblich zu sein? Er lieferte sich gleichsam aus. Das war doch Selbstmord! Und eine solche Unbesonnenheit vom genialsten Taktiker des Imperiums?

Ein kurzer Scan zu den anderen aus Vaders engstem Kreis zeigte ihm, daß sie zwar wachsam waren, aber nicht übermäßig besorgt. Was zum rasenden Rancor…

Und dann ging ihm ein Licht auf. Vader WAR der beste Taktiker. Es war riskant… aber die Chancen auf einen Sieg waren hoch. Die EXECUTOR und die gesamte Todesschwadron waren Vader unterstellt – wie zwar die gesamte Flotte, aber dies war sein Schiff. Seine Crew. Sie erlebten ihn täglich, sie sahen ihn in Einsätzen an vorderster Front, sie sahen ihn kämpfen wie den geringsten von ihnen. Sie kamen in den Genuß all der besonderen Einrichtungen, die es nur an Bord seiner Schiffe gab – den Garten, hervorragende medizinische Versorgung, bestes, frisches Essen, umfangreiche Sportstätten und vielfältigste Freizeitmöglichkeiten, harten, aber fairen Dienst. Er behandelte sie hervorragend, solange sie seine Standards erfüllten, die zwar hoch waren, aber nicht unerfüllbar. Er war der unangefochtene Boss – und doch Teil von ihnen. Was er von ihnen verlangte, war nicht mehr, als er bereit war, selbst zu tun und zu geben, und gute Leistung wurde honoriert und belohnt – hatte er nicht eben elf von ihnen ausgezeichnet und geehrt? Er war stets in ihrer Mitte, jederzeit erreichbar, zwar eine absolute Respektsperson – aber er kannte jede Schraube dieses Schiffes, jeden Ablauf an Bord, konnte ihre Arbeit einschätzen und bewerten, weil er wußte, was sie taten. Von welchem anderen Kommandeur konnte man das behaupten?

Dieses Schiff war etwas ganz Besonderes. Ein in sich geschlossener Mikrokosmos – die Elite des Imperiums. Des eigentlichen Imperiums. Sie waren sich dessen alle bewußt. Und wer dies verriet, verriet sie alle – unabhängig davon, ob er nun seinen Job machte oder nicht. Hier war Vader Chef im Ring, nicht der Kaiser. Und diese Erkenntnis wurde ihnen allen nun zum ersten Mal richtig klar, obwohl sie schon lange entsprechend gehandelt hatten. Und eine sanfte Welle des Wandels lief in konzentrischen Kreisen durch das Schiff, beginnend in diesem Raum. Eine Welle des Stolzes, Teil hiervon zu sein. Sie waren das Imperium. Und dessen wahrer Herrscher stand hier… bei ihnen.

„Wer es auch war…" Einer der Männer hob nun den Kopf, seine Augen blitzten. „Wer es auch war – er hat beinahe Euren Tod verschuldet."

Vader bestätigte dies weder noch dementierte er es, doch seine Haltung straffte sich noch ein klein wenig mehr; seine Hände verließen den Gürtel und hingen nun locker an seinen Seiten, vom schweren Cape, das von den breiten Schultern floß, bedeckt und verborgen – was ihn noch erhabener erscheinen ließ.

Luke fühlte eine erneute Welle sacht durch den Raum rollen, die er nicht recht deuten konnte. Am Besten ließe es sich wohl mit einem Bild aus feudalistischen Regierungen vergleichen, überlegte er, nur, daß dies hier freiwillig war. Vader war nicht mehr nur Oberkommandierender der Flotte, er hatte sozusagen die Zügel der Lehnsherrschaft aufgenommen – die ihm gleichsam gereicht worden waren! Dies war ein Wendepunkt… der Punkt ohne Wiederkehr, erkannte Luke. Hier waren soeben die Weichen gestellt worden für das weitere Schicksal des Reiches – endgültig.

„Nennt seinen Namen!" forderte nun ein anderer.

„Ja! Zeigt ihn uns!" rief eine weitere Stimme. Mehr folgten in Zustimmung, doch bevor die Stimmung umschlagen und die Versammlung zum Mob werden konnte, hob der dunkle Lord leicht die Hand, und sofort kehrte Ruhe ein. Dann riß er sie ruckartig noch weiter nach oben, was seinen Mantel aufwallen ließ, und mit einem erschrockenen Aufschrei wurde einer der Offiziere aus ihrer Mitte nach oben geschleudert und hing, von Vaders Macht gehalten, hilflos und auf dem Rücken liegend wie ein Käfer, fünf Meter über ihnen.

„Sen Wan.", stellte einer der unter ihm stehenden trocken fest. „Das ist… überraschend."

„Er war nie auffällig…", ergänzte der Mann neben ihm und sah mit vor der Brust verschränkten Armen nach oben, als würde er eine Schaufensterauslage betrachten. „War er nicht bei dir in der Abteilung?" fragte er einen Offizier ein paar Schritte weiter.

Von oben ertönte ein gequälter Laut, der aber unten schlicht ignoriert wurde.

„Nein. Ich dachte, er war bei Hiran?" Er sah fragend zu einem älteren Offizier hinüber, der den Kopf schüttelte. „Nie. Ich dachte immer, er sei bei Norn."

„Muß ich verneinen.", kam die Antwort.

„Er war beim imperialen Geheimdienst.", sagte Arik ruhig und trat zwischen den anderen vor, an den Rand des inneren Kreises, der sich gebildet hatte. „Sonst nirgendwo. Aber er verstand es meisterhaft, jeden glauben zu lassen, er sei woanders… und er schien wirklich immer beschäftigt. Er hatte ja Zugangscodes zu allen Abteilungen und verfügte über relevante Informationen und Daten, um sich überall einmischen zu können… Niemand wäre je auf die Idee gekommen, ihn zu verdächtigen."

Luke wunderte sich einen Moment lang, daß keiner der Männer die Wahrheit der ganzen Sache bezweifelte – aber das lag vermutlich einfach daran, daß Vader ihnen gegenüber stets von einer geradezu brutalen Ehrlichkeit war. Anschließend wunderte er sich darüber, daß der Beschuldigte weder um Hilfe rief, leugnete oder um Gnade flehte… was ja wohl einem Schuldeingeständnis gleichkam. Oder schlicht aus der Erfahrung rührte, daß es sinnlos war, etwas davon zu tun, wenn Vader sein Urteil gefällt hatte.

Er vertraute seinem Vater und glaubte ihm – dennoch war er neugierig. Er sondierte den Schwebenden und stolperte gleichsam sofort über die diversen Gespräche mit Palpatine, vermengt mit einerseits Panik und Angst, irrationalem Ärger über mangelnde Vorsicht, aber auch glühendem Haß auf Vader. Luke zog sich schnell wieder zurück, als die Gefühle und Gedanken unkontrolliert auf ihn eindrangen.

„Und wer hat ihn dann entdeckt?" fragte einer der Jüngsten währenddessen.

„Die EXECUTOR." Arik lächelte. „Ich bat sie, zu suchen, nachdem offensichtlich war, daß ein Informant an Bord sein mußte. Ich denke, sie wird in Zukunft besser aufpassen…"

Die Männer ringsum zogen zunächst die Augenbrauen hoch oder runzelten die Stirn, doch dann grinsten sie.

„Ein feines Schiff."

„Das Beste."

„Sehr schön."

Dann, wie auf ein unausgesprochenes Signal, wandten sie sich nacheinander Vader zu, der immer noch unbeweglich auf seinem Platz stand, den Arm längst wieder gesenkt, obwohl der Verräter immer noch über ihnen hing. Niemand sprach, doch jeder wartete… darauf, daß Vader ihn töten würde.

Und dieser sah nun zu Luke hinüber. „Komm zu mir, mein Sohn."

Luke runzelte die Stirn, als er näher trat. „Vater?"

„Du wolltest, daß ich dir den Distanzgriff beibringe. Ich werde ihn dich nicht an jemand Unschuldigem üben lassen und auch an keinem Tier." Er sah nach oben. „Beide Definitionen treffen auf ihn nicht zu. Du wirst an ihm üben."

Lukes Augen weiteten sich unbehaglich, aber er konnte jetzt keinen Rückzieher machen. Er hatte diesen Wunsch geäußert, ja – und immerhin hatte Vader nichts von ‚töten' gesagt, nur von ‚üben'. „Ich bin bereit, Vater."

„Gut." Vader wandte sich ihm nun gänzlich zu, als würde er ihm nur erklären, wie er er einen Gegenstand levitierte oder etwas ähnlich Harmloses. „Nimm die Hand, die dir sympathischer ist – es muß nicht unbedingt deine Rechte sein. Fokussiere mental auf den Hals desjenigen, den du würgen willst. Stell dir die Punkte links und rechts seines Halses vor, die deine Hand tatsächlich berühren und drücken würde… und dann führe diese Geste aus. Mit Daumen und Zeigefinger – langsam zudrücken."

Luke leckte sich nervös über die Lippen, während Vader entspannt nach oben sah und der dort Hängende seine Position veränderte: er kippte nun in eine aufrechte Haltung und sank ein wenig tiefer, so daß Luke die Wirkung seiner Aktion besser verfolgen konnte. Die anderen Offiziere wichen ein wenig zurück, um Platz zu schaffen, beobachteten jedoch interessiert und aufmerksam. Mitleid zeigte keiner von ihnen.

Luke schloß langsam den Ring der beiden Finger, doch es war kein Effekt zu beobachten.

„Nein… du mußt wirklich wollen, Luke.", korrigierte Vader entspannt. „Stell dir deine Hand an seinem Hals vor – und dann drück zu. Den Level bestimmst alleine du." Dieser letzte Satz beruhigte Luke irgendwie.

Er schloß kurz die Augen und konzentrierte sich, dann fixierte er sein Opfer erneut. Er blendete alles um ihn herum aus, sah den Schwebenden an, ohne ihn wirklich als Person wahrzunehmen. Dieser Mann dort hatte dafür gesorgt, daß sein Vater bestraft worden war… daß er grausame Schmerzen litt… daß er beinahe gestorben wäre. Er hatte auch Arik Schmerzen bereitet – und ihm selbst. Er hätte ihm beinahe den Vater genommen, den er eben erst gefunden hatte und noch nicht einmal richtig kannte.

Wut flammte in ihm auf, und wie von selbst legte seine Hand sich um den Hals des Mannes, er konnte beinahe seine Haut spüren, den Schweißfilm der Angst darauf, den schnellen, panischen Puls unter seinen Fingern. Er drückte zu.

Sekunden später fühlte er die Hand seines Vaters auf seinem Arm. „Gut gemacht, Luke. Laß ihn jetzt los."

Der junge Jedi mußte sich gewaltsam losreißen und sah nach oben. Sen Wan umklammerte seinen Hals, holte mühsam Luft und hatte einen leicht bläulichen Ton angenommen. „Warum?"

„Weil du ihn sonst töten würdest.", sagte Vader ruhig. „Und ich möchte nicht, daß das passiert. Du bist ein Jedi… du darfst dich nicht von der Rache lenken lassen oder zulassen, daß dein Haß die Oberhand gewinnt."

Luke starrte immer noch auf sein Opfer, die Hand wie verkrampft. Vaders schwere, gepanzerte Pranke legte sich sanft darum und löste die Geste behutsam. „Laß los, mein Sohn."

Luke schloß die Augen und holte Luft, bemerkte jetzt erst, daß er sie angehalten hatte. Er nickte knapp.

„Gut. Den Rest übernehme ich."

Ohne daß er sich weiter bewegt hätte, ertönte ein scharfes Knacken, das Röcheln verstummte, und Vader ließ den leblosen Körper langsam zu Boden schweben, wo er liegenblieb, den Kopf in einem unnatürlichen Winkel neben der Schulter.

„Danke, meine Herren. Das war alles."

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Luke blieb bei Vader, während die übrigen Offiziere sich zerstreuten – bereits in angeregte Diskussionen vertieft, noch bevor sie den Raum verlassen hatten. Der junge Jedi zweifelte nicht daran, daß das ganze Schiff binnen einer Stunde brummen würde wie ein Schwarm Summkäfer – und mit etwas Verzögerung auch die anderen der Schwadron.

Da nach einem kurzen Nicken Vaders auch Veers, Piett, Cass und Jix gegangen waren, standen sie bald allein, und er wandte sich seinem Sohn zu.

„Komm – ich bringe dich zu Leia."

„Das war… genial, Vater!" Luke sah zu ihm auf, während sie langsam nebeneinander zum nächsten Lift gingen.

„Die erste oder die zweite Hälfte?" erkundigte Vader sich trocken.

Luke grinste. „Das weißt du ganz genau. Die zweite Hälfte war… heftig, aber notwendig, schätze ich. Aber auch sehr gefährlich… Ich habe die Kameras gesehen. Ist es nicht riskant, die Bestrafung überall zu zeigen? Du hast dich offen gegen den Kaiser gestellt." Sie blieben vor einem Liftschacht stehen; Luke betätigte den Rufknopf.

„Ja, das wäre riskant… zu riskant.", antwortete Vader ruhig. „Und aus genau diesem Grund haben die Kameras nach der Ordensverleihung nicht mehr übertragen. Ich habe noch eine Woche, und die will ich nutzen – und zwar ungestört."

Der Lift kam, sie traten ein und Vader gab den Code für die Sektion des Schiffes ein, in der Leia untergebracht war.

Sein Sohn schüttelte lächelnd den Kopf, während sich der Lift in Bewegung setzte. „Ich hätte es wissen müssen."

„Der Bericht wird sich von ganz allein verbreiten, auch über die Grenzen der Schwadron hinaus. Aber langsamer. Bestrafung ist nicht ungewöhnlich, nicht einmal die Hinrichtung – daß du die Macht an ihm eingesetzt hast, allerdings schon."

Luke sah zu ihm auf. „Ich konnte es fühlen, Vater. Ich konnte seine Haut unter meinen Fingern spüren, seinen Puls, seine… Angst."

Vader nickte langsam. „Ich weiß. Aber du hast dich von deinen Gefühlen beherrschen lassen. Du hast deine Wut auf ihn kanalisiert – was sehr schnell zum Erfolgt geführt hat, wie du gemerkt hast. Aber wenn ich dich nicht gestoppt hätte, hättest du ihn Sekunden später getötet."

„Ich habe bereits getötet, Vater.", erinnerte ihn Luke.

„Ja, das hast du.", erwiderte Vader. „Aber immer anonym. Du hast deine Gegner nicht gesehen – und du hast nicht bewußt und mit Vorsatz jemanden umgebracht, dessen Gesicht du gesehen hast… und ihn nicht gespürt. Das ist die dunkle Seite, Luke. Sie ist schnell und effektiv – und sie kann dich deshalb mitreißen, dich in einen Rausch versetzen. Ich werde das nicht zulassen. Du wirst den Machtgriff trainieren, ja… aber ich werde mir eine andere Methode überlegen müssen."

Sie verließen den Lift und gingen einen weiteren Gang entlang. Besatzungsmitglieder, die ihnen entgegenkamen, grüßten respektvoll – und teilweise mit einem Lächeln, das überraschenderweise ihnen beiden galt.

Vor Leias Tür standen zwei Wachen, die salutierten, als sie näherkamen. Eine davon wandte sich wortlos um und betätigte den Türsummer für sie. Sekunden später öffnete sich die Tür, Leia, die offensichtlich nur Vader oder auch Corva erwartet hatte, fiel ihrem Bruder freudestrahlend um den Hals.

„Luke! Wie geht es dir?"

„Hervorragend – aber laß uns erstmal rein!" Luke lachte und schob sie behutsam zurück.

Vader folgte ihnen, und die Tür schloß sich hinter ihm, während er amüsiert und mit einem angenehm warmen Gefühl der Zuneigung seine beiden Kinder beobachtete.

„Du siehst aus wie neu…", stellte Leia kritisch fest. „Und das in so kurzer Zeit. Wahnsinn. Wenn wir nur auch die Möglichkeiten hätten…" Sie verstummte, warf einen peinlich berührten Blick zu Vader. „Verzeihung. Ich habe tatsächlich vergessen, wo ich bin."

Der dunkle Lord schmunzelte unsichtbar. Seiner Stimme war nur ein klein wenig Amüsement anzuhören, als er antwortete. „Die habt ihr jetzt. Euch wurden immerhin drei Kisten reines Bacta geliefert."

„Was? Wann?" Sie riß die Augen auf und starrte ihn ungläubig an.

„Zusammen mit der Ladalum. Ich brauchte doch einen offiziellen Grund." Nun grinste er und ließ es auch hören.

„Ihr seid ein verdammt gefährlicher Mann, Vader.", sagte sie leise, aber nicht anklagend, sondern respektvoll, und fuhr anerkennend fort: „Und ich muß Euch Abbitte leisten – das vorhin war eine schlichtweg begnadete Aktion. – Du hattest Recht.", wandte sie sich an Luke. „Er ist ein genialer Politiker."

„Man lernt das eine oder andere im Laufe der Jahre…" Vader zuckte in schönster Bescheidenheit die Achseln, doch Luke sah sie erstaunt an.

„Du hast es gesehen?"

Sie lachte. „Tatsächlich blieb mir nichts anderes übrig. Mein Bildschirm wurde von der Übertragung schlichtweg komplett überlagert. Überaus beeindruckend, wirklich."

Vader verneigte sich knapp und wechselte dann das Thema. „Wie geht es Eurer Hüfte?"

„Ganz gut, danke. Das Pflaster löst sich bereits." Sie lächelte ein wenig vorsichtig zu ihm auf. Der Gedanke, daß er für ihre Heilung gesorgt hatte – noch dazu teilweise persönlich! – war immer noch sonderbar.

„Hüfte?" echote Luke. „Was beim wuschigen Wookiee hast du angestellt?"

„Bei was für einem Wookiee? Wuschlig?" fragte Vader verdutzt. „Ich glaube nicht, daß Chewbacca das gerne hören würde."

„Wuschig." korrigierte Luke seinen alten Herrn. „Kennst du das nicht? Wuschig… wie verwirrt, irritiert. Etwas nicht auf die Reihe kriegen. Durcheinander."

„Aha.", sagte Vader.

„Naja… es hat eigentlich auch noch eine andere Bedeutung…", murmelte Leia und wurde etwas rot.

„Aha?"

„Ja? Was denn?" wollte Luke neugierig wissen.

„Err… ein andermal, ja?" Sie wurde noch roter.

„Aha.", kam es erneut, diesmal eindeutig spöttisch.

„Vader!" knurrte sie ärgerlich.

„Ja, Prinzessin?" fragte er samtig.

„Ich glaube, du machst sie wuschig.", grinste Luke.

„Luke!" fauchte sie nun gereizt, und er duckte sich feixend weg.

Vader lachte leise, ein erstaunlich angenehmer Laut. „Na dann. Ich lass euch mal alleine. Man hat Euch informiert, daß sich die Ankunft des Falken noch verzögern kann, Leia?"

„Ja, danke." Sie seufzte. „Männer und ihr Schraubfimmel. – Hups… tut mir leid…", ergänzte sie kleinlaut, als zwei wütende Blicke sie trafen. „Anwesende ausgenommen, schätze ich mal…"

Vader schüttelte nur den Kopf. „Ich hole euch ab, wenn sie eintreffen."

„Vater, hast du etwas dagegen, wenn ich Leia das Gärtchen zeige?"

„Das Gärt- oh. Natürlich." Er lachte nochmals. „Nein. Findest du hin? Oder sollen dich meine Leute begleiten?"

„Nein, ich denke, ich finde es…" Luke nannte ihm die Koordinaten sowohl des Gartens als auch von Leias Quartier, die er behalten zu haben glaubte, und Vader nickte. „Korrekt. In Ordnung. Dann bis später."