Kapitel 72
„Ich bin sehr stolz auf dich, mein Sohn."
Luke sah überrascht zu Vader auf, doch beide verhielten nicht in ihrem Schritt. „Das freut mich, Vater… aber worauf genau bist du stolz?"
Vader ließ Luke mental sein Lächeln spüren, eine warme Welle der Zuneigung strömte zu ihm herüber. „Auf alles – aber ganz besonders auf deine Reaktion gegenüber Kenobi… und den Schild, den du im Anschluß gegen uns errichtet hast. Du hast uns alle gleichzeitig ausgeschlossen, konsequent und radikal. Hervorragende Arbeit."
„Du konntest es nicht durchdringen?" erkundigte Luke sich erstaunt.
„Ich hätte es vermutlich gekonnt, doch", gab Vader zu, „aber nur mit einiger Mühe. Und weder einfach noch schnell. Für den Kaiser ist es mehr als ausreichend."
Lukes Augen leuchteten. „Oh."
„Das heißt, du bist soweit." Vader blieb stehen und legte Luke beide Hände auf die Schultern. „Was bedeutet, daß wir von jetzt an den Schwerpunkt des Trainings auf den Kampf legen werden."
„Gegen wen?" Luke erwiderte den Blick seines Vaters ruhig und gelassen, was diesen überraschte. Er hatte in den letzten Tagen mehr die jugendliche, naive Seite seines Sohnes gesehen – im Vergleich mit Leia schien er doch sehr viel jünger und unreifer zu sein. Doch nun – Vader schüttelte den Kopf. Wie Jix war er augenscheinlich in der Lage, innerhalb von Sekunden umzuspringen, vom Bruder Leichtfuß auf den Krieger umzuschalten. Umso besser. Beruhigend. Und überaus beeindruckend.
„Teile der roten Garden – ich weiß nicht, inwieweit sie auf meiner Seite sind und sich heraushalten werden. Und natürlich den Kaiser selbst."
„Palpatine? Mit einem Lichtschwert?" fragte Luke erstaunt. „Er muß doch uralt sein!"
„Alter bedeutet nichts in der Macht.", erklärte Vader ruhig. „Er hat allein gegen vier hervorragende Schwertkämpfer des Jedi-Ordens gekämpft und drei von ihnen mühelos besiegt… nur Mace Windu konnte ihm die Stirn bieten und ihn beinahe überwinden. Und später trat er gegen Yoda an… die beiden haben die halbe Senatshalle zerstört bei ihrem Kampf."
Luke schüttelte nur den Kopf. „Das ist zwanzig Jahre her, Vater."
„Mach nicht den Fehler, ihn zu unterschätzen, mein Sohn."
„Das tue ich nicht, Vater.", brummte Luke. „Ich bin nur überrascht."
„Besser jetzt als während des Kampfes.", versetzte Vader amüsiert und ließ ihn los. „Komm, wir haben vielleicht noch jemanden, der uns hilft."
„Die geheimnisvolle Mara Jade.", murmelte Luke, während er ihm wieder folgte. „Vertraust du ihr?"
„Das weiß ich selbst noch nicht.". knurrte Vader. „Aber sagen wir so: wenn ich ihr nicht vertrauen kann, ist ohnehin schon alles zu spät, weil es dann auch der Imperator weiß. Sie ist nämlich Jix auf die Schliche gekommen, den ich beauftragt hatte, Dienstpläne der Garden und Kameracodes auszukundschaften. Aber wenn wir ihr vertrauen können, ist sie ein absoluter Hauptgewinn und wird uns Wege auf eine Weise ebnen, von denen wir nicht einmal zu träumen wagten."
Luke blieb abrupt stehen.
„Was ist?" erkundigte Vader sich erstaunt.
„Vater…", begann Luke zögernd. „Du hast doch einen Plan, oder?"
Vader nickte langsam, er wusste nicht, worauf Luke hinauswollte.
„Gut. Ich möchte dich um etwas bitten."
„Und worum, mein Sohn?"
„Weih mich nicht ein. Erzähl mir nichts darüber, außer Dingen, die ich unbedingt wissen muß. Ich vertraue dir, Vater. Ich vertraue dir mein Leben an, und ich weiß, dass ich es kann, dass ich sicher bin bei dir."
Vader starrte ihn überrascht an. „Du meinst, ich soll dich da mit reinnehmen wie einen Gefangenen? Der von nichts weiß und nicht ahnt, was auf ihn zukommt?"
Luke nickte. „Ja. Angst und ein wenig Panik sind ganz gut, sie bestärken den Imperator und geben ihm Sicherheit – genau die Sicherheit, die ihn vielleicht unvorsichtig macht. Ich kann echter reagieren, wenn ich nichts weiß."
Der dunkle Lord wurde ein wenig blasser unter seiner Maske. „Du bist dir aber schon im Klaren darüber, dass ich eine ziemliche Show geplant habe, die in Teilen äußerst brutal und schockierend sein wird? Daß du an mir zweifeln wirst – und nicht nur an mir – ob alles noch mit rechten Dingen zugeht oder ob wir verraten wurden und alle sterben werden? Ob ich dich und euch alle verraten habe? Daß es mehr als übel aussehen wird und du vielleicht nicht wissen wirst, wie schwer verwundet ich bin?"
Luke überlief ein Schauer, aber er nickte fest.
„Das ist verdammt viel, worum du mich bittest, Luke."
„Ich weiß, Vater."
Vaders Hände zuckten und suchten Halt im Gürtel. „Mein Sohn… ich habe dir bereits einiges vorenthalten, um dich zu schützen. Ich möchte nicht, dass du denkst, ich - "
Luke trat auf ihn zu, legte ihm die Hände auf die Arme. „Vater…! Was auch geschieht, was auch passiert: ich vertraue dir. Ich liebe dich, Vater."
Vader zog ihn wortlos an sich, hielt ihn fest. „Das ist das größte Geschenk, das du mir machen konntest, mein Sohn. Ich hoffe nur, dass ich deines Vertrauens würdig bin."
„Dessen bin ich mir sicher, Vater." Luke lächelte. „Ganz sicher."
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Die nächsten vier Tage verliefen in sonderbarem Rhythmus, gleichzeitig beruhigend und furchteinflößend.
Luke bekam seinen Vater zwar regelmäßig und ausgiebig zu Gesicht, aber gleichzeitig machte er sich auch für lange Perioden äußerst rar. Sie trainierten miteinander, lange und gründlich, und Vader brachte ihm geduldig nicht nur die Grundschläge des Djem So-Stiles bei, sondern auch einige Kniffe und Paraden aus verschiedenen anderen Stilen, da der Imperator keinen bestimmten von ihnen bevorzugte – was ihn zu einem sehr gefährlichen, da unberechenbaren Gegner machte.
Außerdem wurde er einigen Noghri vorgestellt, ihm bis dahin unbekannten Kreaturen, die ihn aufmerksam betrachteten, seinen Geruch aufnahmen und danach wieder verschwanden – obwohl er sie ab da immer wieder spüren konnte. Vader berichtete ihm, wie er in den Genuß ihres Dienstes gekommen war, und erzählte ebenso ruhig und genau dasselbe, was auch Leia gehört hatte.
Luke blieb aber auch oft auf sich allein gestellt und verbrachte die Stunden dann mit Arik, Max oder Corva, die alle versuchten, ihn zu unterhalten und ihm ihrerseits einiges beizubringen – über waffenlosen Kampf, zum Beispiel, oder Heiltechniken. Und wichtige Bedienelemente von Vaders Anzug.
Vader selbst ging seinem üblichen Dienst nach – und er führte ungezählte Gespräche. Mit Diplomaten, Herrschern und Häuptlingen verschiedenster Systeme, die er hinter sich holte, aber auch an Bord… mit Mara, Jix, Arik, Max und Corva, jeweils allein oder in unterschiedlicher Gruppierung. Luke bedauerte beinahe schon, sich aus diesen Planungen herausgenommen zu haben, als die Gesichter der Beteiligten immer ernster wurden, aber alle versicherten ihm, es könne gar nichts schiefgehen – alle, außer Mara. Die bekam er immer noch nicht zu sehen.
Und als sie von Bord ging, das Schiff verließ, wurde es langsam ernst.
Jix flog ebenfalls, nicht lange nach ihr. Er verabschiedete sich ungewohnt ruhig von Luke, umarmte ihn brüderlich mit einem warmen Lächeln – und tat dasselbe dann, sehr zu Lukes Erstaunen, bei Max und seinem Vater.
Max zog sich immer mehr zurück, wurde blasser und trainierte verbissen; die einzigen, die er außer Vader in seiner Nähe duldete, waren Firmus und Corva, die sich wiederum immer näher aneinander drängten. Und Corva hortete in ihrer Dienstzeit Taschen voll Medikamenten und Instrumenten, die sie wieder und wieder durchging und überprüfte. Außerdem programmierte sie stundenlang an zwei Medidroiden herum, ohne zu verraten, was genau sie tat.
Arik verbrachte nun Stunden mit seinen Kameraden, bzw. deren Commandern und Captains. Einige davon kannte Luke von Bast, sie schienen die erste Wahl für Nachwuchsoffiziere der EXECUTOR zu sein. Und nicht wenige davon sah er danach auch mit Vader reden.
Erstaunlicherweise waren aber alle Beteiligten nach außen hin, während ihres Dienstes, vollkommen entspannt und ruhig – niemandem merkte man die extreme Belastung an. Und doch vibrierte das ganze, riesige Schiff, spür- und sichtbar. Einmal mehr bewunderte Luke die enorme Disziplin der Leute hier… niemandem blieb verborgen, daß etwas Schlimmes bevorstand, die meisten ahnten auch, was, aber niemand kam auf die Idee, seine Pflichten zu vernachlässigen.
Vader war überall und nirgends. Er hatte für jeden ein ruhiges Wort, klare Anweisungen und – die Wunder rissen nicht ab – in besonderen Fällen sogar eine stützende, aufmunternde Berührung. Selbst Luke, der ihn früher nie wirklich unter seinen Leuten als Anführer erlebt hatte, konnte den Unterschied erkennen. Aber erstaunlicherweise brach für niemanden eine Welt zusammen, weil das Denkmal Vader von seinem Sockel gestiegen war, im Gegenteil – alle Beteiligten schienen sich als Teil eines großen Ganzen zu sehen, die ersten einer neuen Ära…
Sollten sie überleben.
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Am Vorabend des vorgeschriebenen Termins schwenkten sie in den Orbit über Coruscant ein.
Luke verließ die EXECUTOR mit Vader allein, an Bord der privaten Lambdafähre des dunklen Lords, und auch ihm war langsam, aber sicher verdammt mulmig zumute – obwohl sein Vater neben ihm die kühle Gelassenheit einer Statue ausstrahlte. Ob er sich Sorgen machte, konnte Luke nicht erkennen, denn Vader hatte seine Schilde vollkommen dichtgemacht.
Er versuchte sich abzulenken, indem er die Stadt betrachtete, die sie überflogen. Sie nahm scheinbar kein Ende – der komplette Planet schien überbaut zu sein, und es herrschte ein Verkehr, der ihn erschreckte.
Vader war ruhig, aber wortkarg; er wies ihn nur auf wenige herausragende Gebäude hin, die in Sicht kamen, wie die Senatshalle oder den alten Jeditempel. Ein anderes Gebäude kam ebenfalls in den Genuß seiner ungeteilten Aufmerksamkeit, er schwieg jedoch, und Luke fragte nicht – er vermutete zu Recht, daß dieser Block die Wohnung seiner Mutter oder gar seiner Eltern beherbergte.
Bald darauf erreichten sie einen der höchsten Türme, den er bislang gesehen hatte. Nur zwei andere, vergleichbare, standen dichtbei – einer höher, der andere auf den ersten Blick ziemlich genau gleich hoch.
„Dies ist Xizors Burg – der Anführer der dunklen Sonne, der größte Verbrecherfürst der Galaxis.", erklärte Vader, als er auf den gleichhohen wies.
„Wie bitte?"
Vader schnaubte. „Ein offenes Geheimnis. Nach außen hin ist er natürlich der ehrenwerte Geschäftsmann, der regelmäßig überaus großzügige Spenden an den Kaiser tätigt." Er deutete auf den anderen, höheren und weitaus prächtigsten Turm weit und breit – wobei ‚prächtig' untertrieben war. ‚Protzig' traf es eher. „Der imperiale Palast."
Luke öffnete den Mund – und schloß ihn wieder. Das war es also. Der Ort, an dem alles endete… oder alles begann.
Vader schenkte dem Prachtbau keinen weiteren Blick und hielt auf den dritten Turm zu, schwarz, schlicht, streng. Alles an ihm schrie geradezu nach Vader.
Er verhielt in respektvollem Abstand, gestattete es den zahlreichen Sicherheitsvorkehrungen seines Palastes, das Shuttle und ihn selbst zu identifizieren, ertrug die Scans und diversen Paßwortabfragen mit stoischer Ruhe, bevor er die Fähre ruhig in einem Hangar landete, als wäre er lediglich übers Wochenende hergekommen, um mal wieder nach dem Rechten zu sehen.
Auch hier waren Noghri – und andere Wachen und Bedienstete; und auch hier herrschte dieselbe Disziplin und Ruhe wie an Bord der EXECUTOR.
Der Palast war innen genauso schlicht und nüchtern wie außen. Keine protzigen Kunstwerke, kein Prunk, keine überladene Zurschaustellung von Vaders sagenhaftem Reichtum – und dennoch fühlte Luke sich irgendwie wohl. Der Palast atmete beruhigend Vaders Präsenz und Persönlichkeit.
Er hatte, wie er feststellte, nicht nur ein eigenes Zimmer, sondern ein komplettes, fertig eingerichtetes Apartment von ihm bislang unbekannten Ausmaßen – die gesamte Lars-Farm hätte bequem hier hereingepaßt! Offensichtlich war dies schon vor einer Weile vorbereitet worden – und obwohl die Farben hier wärmer, viel heller und freundlicher waren, erkannte Luke doch die Handschrift seines Vaters, und er war gerührt, weil dieser sich wohl bemüht hatte, dem Geschmack seines Sohnes entgegenzukommen und etwas zu schaffen, was ihm gefiel.
„Das ist wundervoll, Vater. Vielen Dank."
Vader nickte knapp. „Mach dich frisch, dann komm zum Essen herunter. Eines der Mädchen wird dir den Weg zeigen." Und damit verschwand er.
Eines der Mädchen? Und überhaupt – frischmachen… erst einmal mußte er frische Kleider finden…
Ein Signal an der Tür unterbrach ihn, doch als er sich umdrehte, stand bereits eine junge menschliche Frau hinter ihm, den Blick schüchtern zu Boden gesenkt.
„Ich bin Bhindi Anor, junger Herr.", sagte sie leise, aber deutlich. „Ich bin hier, um Euch zu dienen."
„Hallo, Bhindi.", sagte Luke freundlich. „Ich danke dir für deine Hilfe – aber sieh mich bitte an, wenn du mit mir sprichst, ich werde dir nichts tun."
Sie sah auf, ein wenig unsicher, aber deutlich neugierig auf den Sohn des Lords. „Ich werde Euch frische Kleidung herauslegen, junger Herr. Und dann bringe ich Euch hinunter."
„Einfach Luke, Bhindi.", lächelte Luke.
„Verzeiht, Herr, aber das wäre nicht angemessen. Mit Eurer Erlaubnis werde ich Master Luke sagen…?"
Luke seufzte und nickte. „Besser. Nicht gut, aber besser."
Sie grinste scheu. „Ihr werdet Euch schnell daran gewöhnen, Master Luke."
Er wurde ernst. „Das hoffe ich… in mehr als einer Hinsicht, Bhindi."
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Er zog sich um, auch wenn er die Notwendigkeit dessen nicht wirklich einsah, und legte die Kleidung an, die Bhindi ihm hingelegt hatte – Freizeitkleidung in hellen Farben und leichte, bequeme Schuhe.
Das Mädchen, das wohl seine persönliche Dienerin war, wartete vor der Tür und führte ihn dann über einen Aufzug in einen Speiseraum, der wohl eher selten benutzt wurde und rein repräsentativen Zwecken zu dienen schien. Jedenfalls waren hier tatsächlich Bilder an den Wänden zu finden und Statuetten schmückten Beistelltische und Nischen. Auch die Möbel waren erlesen und von schlichter Eleganz – wie zwar alles hier im Haus, aber diesen sah man ihren Preis von weitem an. Dennoch war der Raum weder überladen noch protzig, auch hier war der Geist des Hausherrn zu spüren, der die Schlichtheit liebte.
Es war nur für eine Person gedeckt – zu Vaders Rechter. Er hatte am Kopfende des Tisches Platz genommen und sah Nachrichten auf einem Datenpad durch, während er auf Luke wartete.
Als dieser eintrat, sah er auf und legte das Pad beiseite, dann wartete er, bis Luke sich gesetzt hatte.
„Letzte Chance, Luke. Möchtest du dich anders entscheiden und Teil haben an der Planung?"
„Nein, Vater.", antwortete Luke ruhig und fest.
Vader schloß kurz die Augen und seufzte unhörbar. Auf seiner Wange brannte immer noch der zärtliche Kuß, mit dem Leia sich von ihm verabschiedet hatte, gefasst, aber Angst in den Augen. Und auch Corva und Firmus hatten ihn zu einer Zeit aufgesucht, von der sie wussten, dass er ohne Maske war… Corva hatte ihn wortlos umarmt und geküsst, und Firmus, nach einigem Zögern und mit beunruhigend roter Gesichtsfarbe, hatte ihn ebenfalls umarmt, scheu und doch fest. Seine Freunde teilten sein Wissen und seine Sorgen – seine Kinder nicht. Eines hatte er selbst weggeschickt, und das andere lehnte es ab… Schöpfer! Dies war vielleicht ihr letzter Abend, und er hatte keine Möglichkeit, mit ihm zu essen, seinen Sohn in den Arm zu nehmen, ihn als Vater zu spüren, zu küssen…
„Vater?"
Er riß sich zusammen, als Luke ihn fragend berührte, und schüttelte den Kopf. „Ich bin in Ordnung, mein Sohn. Iß jetzt." Er gab den Dienern einen Wink, und sie servierten… Luke allein.
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Nach dem Essen schickte er die Dienerschaft hinaus und postierte Noghri vor jeder Tür.
„Wir werden jetzt Abschied nehmen, mein Sohn. Ich hoffe, dass wir beide den morgigen Tag überleben, aber die Zukunft ist ständig in Bewegung, und die nächsten Stunden sind ein einziger unentwirrbarer Wirbel… so viel kann schief gehen. Ich möchte dir nichts vormachen. Wir können sterben – beide.
Du hast dich entschieden, dass du nichts wissen willst von dem, was ich plane. Nun gut. Dann nur so viel: du hast mich in den letzten Wochen als Vater kennengelernt, als Mann, der dich liebt. Morgen früh, mein Sohn, werde ich wieder Darth Vader sein – das Monster. Der Henker. Ich kann dich nur bitten, dich dann daran zu erinnern, dass ich dich liebe, Luke. Ich will, dass du lebst – dass wir beide leben. Vertrau mir." Vader sprach eindringlich und ernst.
Luke schluckte trocken und nickte.
Vader zog ihn an sich. „Dann… lebe wohl, mein geliebtes Kind. Ich hoffe, wir sehen uns morgen lebend wieder."
Er hielt ihn umfangen, dann ließ er ihn abrupt los und ging eilig davon. Und Luke, blaß und angstvoll, starrte ihm nach.
