Ich konnte nicht widerstehen – in diesem Kapitel ist ein Zitat aus einem anderen wundervollen Fantasyfilm/-buch versteckt. Wer es findet, bekommt einen Keks :o)

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Kapitel 76

Leia, an Bord des Falken, hatte nun endlich Zeit und Muße, Wiedersehen mit Han zu feiern. Sie unterhielten sich lange, küssten einander ausgiebig und genossen die schiere Nähe des Anderen. Lando und Chewbacca, im Cockpit, gönnten ihnen diese Zeit miteinander und ließen sie in Ruhe – selbst C-3PO hatten sie zu sich beordert, um ihnen Ungestörtheit zu garantieren.

Die Prinzessin saß auf Hans Schoß, den Kopf an seiner Schulter, das erste Mal seit Wochen vollkommen entspannt – bis ihr einfiel, wo sie hinflogen. Umgehend versteifte sie sich.

„He, Süße… was ist?" erkundigte Han sich umgehend, dem diese Veränderung nicht entging.

„Die Allianz.", flüsterte sie. „Ich hasse es, sie belügen zu müssen."

„Dann hättest du dir einen anderen Job suchen müssen.", versetzte Han grinsend. „Steht das bei Diplomaten nicht in der Stellenbeschrei- AU!" Brummend rieb er sich seine plötzlich schmerzende Schulter.

„Das ist nicht witzig, Han.", knurrte die Prinzessin.

„He, nicht nur dein Weltbild wurde auf den Kopf gestellt, mein Schatz.", brummte er. „Versetz dich doch mal in meine Lage: dein Erzfeind friert dich ein, und gefühlte zwei Minuten später taut dich derselbe Mann wieder auf – nur ist es plötzlich dein Schwiegervater und gehört zu den guten Jungs. Du hattest wenigstens Zeit, ihn kennenzulernen…"

„Dann glaubst du aber wenigstens das? Daß er einer der Guten ist?"

„Leia. Liebste." Er schob sie ein wenig von sich weg, um ihr in die Augen sehen zu können. „Ich habe im Lauf der Jahre als Schmuggler eine ganz gute Leutekenntnis entwickelt. Ich bin zwar keiner dieser Zauberer, aber ich kann spüren, wenn es einer ernst meint. Und Vader meint es ernst. Ja, ich glaube daran, dass er grundsätzlich Gutes im Sinn hat – dass er nicht die Linie weiterführen will, die Palpatine ausgezeichnet hat. Aber er ist der Kaiser, verflucht. Er kann sich den Luxus nicht leisten, nur Lollies an Kinder und Blümchen an alte Damen zu verschenken, dessen musst du dir bewusst sein. Er wird Kriege führen müssen, um das Reich zu sichern, wenn er Frieden und Zufriedenheit haben will – und solang Mothma nicht auf seine Linie einschwenkt, bedeutet das auch: Krieg gegen sie… und gegen alle, die ihr folgen. Und dann musst du dich entscheiden. Spion für Daddy – oder du läufst zu ihm über."

„Wir.", verbesserte sie automatisch.

„Wir.", nickte er. „Es wird hart werden… und ein Scheißjob. Aber du kannst deinem Vater helfen, wenn du ihn von innen heraus unterstützt. Es wird schneller gehen und leichter."

„Aber es wird verdammt gefährlich…"

„Das wird es. Aber ich bin da… und Chewie und Lando auch."

„Und die Noghri.", ergänzte sie ein wenig abwesend.

„Die wer?"

„Oh, das hatte ich ganz vergessen zu erzählen… kurz vor dem Abflug hat Vater mich noch mit einem seiner Leibwächter bekannt gemacht – Sakhisakh, Clan Tlakh'sar, vom Planeten Honoghr. Er und einige seiner Clansbrüder werden auf mich aufpassen."

Han runzelte die Stirn. „Warte mal… Honoghr. Da war doch was… richtig. Der Planet, der vom Imperium absichtlich verseucht wurde, um sein Volk zu versklaven."

„Nein." Leia schüttelte den Kopf, ein wenig traurig, dass sie erklären und korrigieren musste – aber gleichzeitig dankbar, dass sie korrigieren durfte. Bei der Allianz musste sie ins gleiche Hörnchen stoßen, um den Schein zu wahren, über Vader fluchen und auf alles, wofür er stand. Schöpfer! Wie sollte sie das durchhalten, ohne permanent den Wunsch zu verspüren, sich zu übergeben? „Während der Klonkriege ist dort ein Schiff mit einem Giftstoff abgestürzt, das den Planeten verseuchte. Vater ließ den Planeten entgiften und renaturieren – zunächst, das hat er zugegeben, aus recht unlauteren Motiven – aber er lernte schnell das Volk der Noghri zu schätzen und respektieren. Allerdings sabotierten einige imperiale Offiziere das Projekt, was man ihm in die Schuhe schob. Er beendete die Sabotage und entschuldigte sich bei den Häuptlingen. Sie nahmen an und dankten ihm – für seine Ehrlichkeit."

Hans Augenbraue stieg langsam bis zum Anschlag. „Sind diese Noghri zufällig machtbegabt?"

„Ich glaube nicht, aber sehr weitsichtig und mit einer überaus feinen Nase. Vielleicht können sie Ehrlichkeit riechen…"

Der Schmuggler lachte. „Na klar, bestimmt."

„Lach nicht. Jedenfalls konnten sie riechen, dass ich Vaders Tochter bin."

„Was? Quark. Er hat es ihnen gesagt."

Sie schüttelte den Kopf. „Hat er nicht, ich war dabei. Sakhisakh war wirklich überrascht, das konnte ich sehen."

Han brummte. „Sowas… Na schön. Und wo sind diese Noghri? Hier auf dem Schiff ist keiner."

Sie grinste. „Ganz sicher wäre ich mir da zwar nicht, aber vermutlich hast du Recht. Vater nannte ihnen das Ziel, und ich denke, sie sind vorausgeflogen und erwarten uns da. Er sagte, sie seien Meister der Tarnung und wären fortan immer in meiner Nähe."

„Im Rebellenstützpunkt? Na, da bin ich mal gespannt."

„Ich auch…"

Eine weitere Unterhaltung wurde vorerst dadurch verhindert, dass Leia aus dem Augenwinkel eine Bewegung sah. Sie fuhr herum und quiekte erschrocken, als sie Kenobis Geist dicht neben ihr stehen sah. Han konnte sie eben noch auffangen, bevor sie von seinem Schoß kippte.

„Was ist denn jetzt - " begann er, doch Leia gab ihm bereits selbst die Antwort – wenn sie auch, für ihn, mit der leeren Luft sprach.

„General Kenobi…?"

„Was? Wo?" Han sah sich um. „Der alte Knacker ist tot, Leia. Träumst du?"

„Nein – er ist da, Han. Sein Geist. Siehst du ihn denn nicht?"

Han unterdrückte mühsam den Reflex, nach seinem Blaster greifen zu wollen. „Nein.", knurrte er stattdessen gereizt.

„Er kann mich nicht sehen, Leia.", sagte der Jedi ruhig. „Und hören auch nicht. Nur Machtbegabte können das."

Sie machte große, runde Augen, während sie innerlich grinste. „Oh." Ja! Genial! Genau das brauchen wir – auf diese Weise kannst du mir schon nicht bei den Rebellen querkommen…!

„Was führt Euch zu mir, General?" erkundigte sie sich nur halb gespielt neugierig.

„Wie geht es Euch?" Kenobi schien zu zögern.

„Gut. Aber das ist doch sicher nicht der Grund Eures Hierseins." Dann, als wäre es ihr eben erst aufgefallen, fügte sie hinzu: „He, Moment! Machtbegabt? Wenn ich Euch sehen kann, bin ich machtbegabt?"

„Ja, mein Kind.", bestätigte der Geist und schien erleichtert, dass sie es ihm leichtmachte.

Nenn mich nicht Kind, du grausamer alter Mann!, fauchte sie in Gedanken, achtete aber darauf, ihre Schilde dichtzuhalten. „Aber das kann doch nicht sein… woher soll ich das denn haben?" In ihrem Inneren kochte es, am liebsten hätte sie dem Alten die Meinung gegeigt und ihn dann vom Schiff geschmissen wie Bruder und Vater, aber sie beherrschte sich.

„Du hast es geerbt, Leia. Du bist nicht die Tochter Bail und Breha Organas…"

„Das weiß ich.", antwortete sie ein wenig kühler. „Aber wenn ich es nicht gewusst hätte, wäre das eine äußerst feinfühlige Art gewesen, mir das beizubringen, meint Ihr nicht auch?"

Sie klingt wie ihr Vater… und ihr Bruder in jüngerer Zeit., dachte Kenobi bei sich und seufzte. „Es tut mir leid, Leia. Umstände zwingen mich leider dazu, dich einweihen zu müssen."

„Umstände? Was für Umstände?"

„Was hat Luke dir über seine Familie erzählt?"

„Er ist eine Waise, wie ich. Er sagte mir, dass Sie ihm erzählt hätten, Darth Vader hätte seinen Vater verraten und ermordet." Jetzt bin ich gespannt, ob er bei der Lüge bleibt…! Sie spürte einen Geist, der sich in den ihren schleichen wollte, aber ihre Schilde waren dicht und ermöglichten ihm keinen Einlaß. Innerlich grinste sie.

„Ja, Leia. Darth Vader, der mein Schüler war, bis er dem Bösen verfiel, hat Lukes Vater verraten und ermordet. Anakin Skywalker war ein guter Freund von mir."

Das darf ja wohl nicht wahr sein! Er versucht es tatsächlich nochmal!

„Und was hat das mit mir zu tun?"

„Nun ja…" Kenobi zögerte erneut. „Luke hat den Todesstern zerstört…"

„Erzählt mir was Neues."

„… aber danach scheint er jetzt keine Anstalten zu machen, weiter gegen das Imperium zu kämpfen. Oder gegen Vader, im speziellen."

„Und was hat das mit mir zu tun?" wiederholte sie, ein wenig ungeduldiger.

„Ich möchte dich bitten, nach Dagobah zu gehen."

„Dagobah? Was soll ich denn dort? Da gibt es nichts – keine Städte, keine Leute, gar nichts! Nur Sumpf!"

„Und Yoda.", ergänzte Kenobi trocken.

„Wer oder was ist Yoda?"

„Hat Luke Euch nicht davon erzählt?" fragte Kenobi verblüfft.

„Wovon?"

„Yoda ist ein Jedimeister. Einer unserer größten – und einer der wenigen, die noch leben. Er hat Luke ausgebildet. Er wird auch Euch ausbilden."

„Ausbilden.", echote Leia. „Ah. Und worin? Und warum?"

„Er wird Euch in der Macht unterweisen… damit Ihr lernt, wie man Vader besiegen kann."

„Vader besiegen? ICH? Kenobi, habt Ihr mich schon mal angesehen? Ich gehe dem Kerl grade mal bis zum Bauchnabel! Wie soll ich da eine Chance gegen ihn haben? Ganz zu schweigen davon, ihn zu besiegen? Vader ist ein Cyborg, er ist unmenschlich stark, eine Kampfmaschine, die seit ich weiß nicht wie vielen Jahren Jedis jagt und tötet – erfahrene Jedi, die im Tempel ausgebildet wurden! Wie soll ich das je aufholen können?"

„Die Macht ist stark in dir. Dein Vater war einer der mächtigsten Jedi, die jemals - "

„Kein Interesse." Leia stand auf.

„Wie bitte?"

„Ich sagte: kein Interesse. Danke. Ich will und werde das nicht tun."

„Aber Leia - "

„Nichts ‚aber Leia'! Ich mache das nicht! Habt Ihr verstanden? Laßt mich in Ruhe damit! Wiedersehen – oder nein, besser nicht." Sie marschierte davon, Richtung Kabine.

Kenobi starrte ihr sprachlos hinterher, und Han, obwohl er ihn nicht sehen konnte, grinste. „Vergeßt es, Mann. Wenn sie nein sagt, meint sie nein – was das angeht, ist sie äußerst männlich."

Der Jedi sparte sich eine Antwort, aber zu seiner Verblüffung sah er Leia auf dem Absatz kehrtmachen und zurückkommen. Hatte sie es sich doch noch anders überlegt?

„Eine Frage noch…" begann sie.

„Ja, mein Kind?"

Leia unterdrückte ein Knurren bei dieser Anrede. „WARUM unterstützt Luke euch nicht mehr?"

Kenobi öffnete den Mund, vollkommen baff – er wusste nicht, was er sagen sollte. Die Frage führte ihn aufs Glatteis, ohne Chance auf festen Boden. Egal, was er als Grund angab, er würde verlieren. Schließlich entschied er sich für etwas annähernd Neutrales. „Ich weiß es nicht, Leia."

„Ah. Ihr wisst es nicht. Hat es vielleicht damit zu tun, dass er unnötigen Gefahren aus dem Weg gehen will – und schlicht sein Leben schützen? Vader und der Imperator sind nicht grade die bösen Nachbarsjungen, die einem das Taschengeld klauen wollen, wisst Ihr?"

„Der Imperator ist tot.", versuchte Kenobi das Gespräch in eine etwas andere Richtung zu führen.

„Tot? Ihr seid ein Geist, General. Woher wollt Ihr das wissen?" Sie schaffte es, genügend Misstrauen in diese Frage zu legen, um zu verschleiern, dass sie es bereits wusste.

„Palpatine war Darth Sidious, ein Sith-Meister. Ich konnte seinen Tod fühlen. Ich vermute, Vader hat ihn umgebracht."

„Ist doch schön.", ätzte sie. „Nur noch ein Monster übrig. Aber das ist kein Grund für mich, Euch zu helfen."

„Ihr versteht nicht – Vader hat seinen Meister getötet, er ist jetzt machtvoller und gefährlicher als je zuvor! Jetzt ist ER der Meister und wird sich einen neuen Padawan suchen!"

„Und?"

„Es gibt nicht mehr viele Machtbegabte. Es könnte Luke treffen – oder Dich."

„Und woher soll er wissen, dass ich machtbegabt bin, wenn ich es nicht mal selbst wusste?"

Kenobis Mund klappte auf und zu wie bei einem Fisch. „Er…", begann er verzweifelt. Das Gespräch entglitt ihm immer mehr. „Er kann es spüren…"

„Kann er? Wenn er das kann, warum hat er mich nicht getötet auf Bespin?"

„Ich kann nur vermuten, er war abgelenkt…" Die Stimme wurde zunehmend leiser und nervöser. „Er hatte sich auf Luke konzentriert…"

„Warum ist Luke so wichtig für ihn?"

„Von ihm wusste er, dass er machtbegabt ist… Der Schuß auf den Todesstern… er hat ihn gespürt…"

Leia zog eine Augenbraue hoch, beschloß aber, ein wenig Leine zu geben, und wandte sich einer anderen Frage zu. „Noch was. Warum hat man Luke und mich getrennt und bei fremden Leuten aufziehen lassen?"

„Um euch zu schützen." Kenobi schien wieder etwas sicherer.

„Vor wem?"

„Vor dem Imperator… und Vader."

„Ahja. Scheint ja geklappt zu haben soweit… auch wenn man sich wohl nicht die Mühe gemacht hat, Luke einen anderen Namen zu geben als den seines Vaters. So häufig ist der ja auch nicht. Ein Wunder, dass er nicht gefunden wurde, hm? Und dann kommt Ihr an und schleppt ihn auch noch direkt zu Vader."

„Um dich zu retten!" kam es überraschend scharf, anscheinend verlor Kenobi die Geduld.

„Das hättet Ihr auch allein geschafft. Dazu brauchtet Ihr keinen Bauerntölpel."

„Ich bin ein alter Mann - "

„ – der Luke zielgenau zum Feind und danach an die Front führte. Klar. In dieser Geschichte klaffen mir immer noch viel zu große Lücken, durch die sogar Vaders Flaggschiff ungestreift durchpassen würde. Aber na schön, belassen wir es dabei… ich glaube nicht, dass ich jemals vernünftige Antworten bekommen werde. Nicht von Euch."

„Und vom wem sonst?" kam die zynische Antwort. „Vader, vielleicht?"

„Mal sehen, wenn er mich das nächste Mal zum Kaf einlädt… warum nicht?" Leia knurrte. „Ich könnte ja mal mit Luke anfangen, hm?"

„Weißt du denn, wo er ist?" fragte Kenobi lauernd.

„Das letzte, was ich weiß, ist, daß er auf eine Mission für die Rebellen geschickt wurde. Vermutlich ist er mittlerweile wieder im Hauptquartier.", antwortete sie gelassen – wenn auch unter Aufbringung ihrer ganzen Schauspielkunst.

„Bist du sicher?"

„Was soll das heißen, General? Was wißt Ihr, was Ihr mir verschweigt?"

„Nichts.", brummte er mißmutig. „Das ist es ja. Er hält sich vor mir verborgen."

„Warum nur…", spottete sie. „Er scheint schlauer zu sein als ich."

Kenobi riß den Kopf hoch. „Leia, bitte – du bist unsere letzte Hoffnung!"

„Worauf?"

„Gegen Vader zu siegen!"

„Du liebes Lottchen…" Sie schüttelte den Kopf. „Arme Welt. Ich, eine Prinzessin, die keine ist, die einigermaßen mit einem Blaster umgehen kann, ein wenig vom Fliegen versteht, eine nutzlose diplomatische Ausbildung hat und deren ganzes Leben sich eben in Rauch aufgelöst hat, bin die letzte Hoffnung von wem-auch-immer, gegen den mächtigsten Mann der Galaxis zu siegen. Fantastisch. Ich fühl mich wahnsinnig motiviert. Und stolz obendrein."

Der alte Jedi ließ den Kopf hängen. „Luke wollte wenigstens seinem Vater nacheifern… und ein Jedi werden…"

„Jetzt kommt mir bloß nicht mit der ‚für Frieden und Gerechtigkeit'-Ansprache, General. ICH habe in der Schule aufgepaßt und war intelligent genug, zwischen den Zeilen zu lesen. Mag sein, daß sie Gutes taten und Gutes im Sinn hatten. Aber MEIN Weg ist das nicht – und ich bin durchaus nicht mit allem einverstanden, was sie getan haben. Und manches davon war in meinen Augen ziemlich grenzwertig…"

„Dann heißt du gut, was das Imperium tut?" fragte er bitter.

„Hallo? Wäre ich Mitglied der Rebellion, wenn ich das täte? Nein! Aber ich bin nun mal nicht zum Märtyrer geschaffen, und ich habe keine Anwandlungen von Größenwahn oder suizidalen Gedanken… ICH werde mich garantiert nicht vor Vader stellen und ihm sagen: ‚Hallo. Mein Name ist Leia Organa. Du hast meinen Vater getötet. Mach dich bereit zu sterben!' Verstanden?"

Kenobi starrte sie fassungslos an. So hatte noch nie jemand gewagt, mit ihm zu reden.

„Ich kämpfe gegen Ungerechtigkeit und das Böse in der Welt. Aber auf MEINE Art."

„Das Wissen um die Macht könnte dir dabei helfen…"

„Möglich. Aber mir ist der Preis zu hoch."

„Der Preis?"

„Sicher. Luke hat seine Kräfte dazu benutzt, den Todesstern zu zerstören."

„Der sonst Yavin zerstört hätte!"

„Ja. Und nun darf er sich freuen, das Leben seiner Freunde gerettet zu haben – aber dafür Hunderttausende auf dem Gewissen zu haben. Schöner Trost. ICH könnte nicht mehr ruhig schlafen. Ihr?"

Kenobi schüttelte langsam den Kopf. „Es tut mir leid, Leia."

„Was?"

„Das ich geglaubt habe, Hilfe bei dir zu finden… oder Verständnis."

„Das tut Ihr tatsächlich nicht." Wenn auch aus anderen Gründen, als du denkst, alter Mann…

Der Alte seufzte schwer. „Nun denn… es war ein Versuch. Ich gehe."

„Schön."

„Falls du es dir doch anders überlegen solltest…"

„Werd ich nicht!"

„… ruf mich.", fuhr er unbeirrt fort. „Ich werde dich hören." Er nickte ihr zu und löste sich auf.

„Aber ich werde dich garantiert nicht rufen, Kenobi… niemals.", knurrte sie leise, als sie sicher war, daß er weg war.

Han, der die ganze Szene wortlos beobachtet hatte, stand auf und nahm sie in den Arm. „Sowas nennt sich also Diplomatie?" foppte er sie liebevoll.

„Nicht wirklich. Sowas nennt sich eher ‚Flucht nach vorn' und ‚mühsam beherrschter Zorn'…" seufzte sie. „Ich fürchte, Vater wird nicht wirklich zufrieden mit mir sein, aber mehr war nicht drin…"

„Du hast nichts verraten.", beruhigte er sie. „Ich bin sicher, er hat es nicht herausgefunden. Also kein Problem."

Sie lächelte schwach. „Hoffen wir's. Und hoffen wir, daß Mothma nicht die Inquisition auffährt…"