Nach langer Pause endlich mal wieder ein Update :o) Ja, es gibt mich noch – und meine Muse ist in letzter Zeit sogar einigermaßen arbeitswillig und kommt immer mal wieder aus dem Musenbettchen im Vaderhelm heraus, und sehr zu meiner Freude und nach zwei kürzeren Ausflügen („When you wish upon a star" und „Something wicked this way comes") ist sie sogar bereit, am Auserwählten weiterzuarbeiten. Musen – aber da erzähl ich euch nichts Neues – sind mitunter extrem eigensinnige Wesen. Aber ich bin nach wie vor fest entschlossen, diese Geschichte zu Ende zu schreiben, und werde meine Muse mit allem bestechen, was zum Erfolg führen kann ;o)

Ich danke ganz herzlich für die Reviews und PMs!

Niju-Vala: Ja, es geht weiter! :o) Ich vermisse mehr Stories mit Veers – die sind extrem selten. Und ich glaube, das Pairing Vader/Veers ist sonst noch nirgendwo aufgetaucht... Was die Jedi angeht, so bin ich irgendwie seit den Prequels nur noch gegen sie eingestellt und muß mich jedesmal bremsen, nicht ZU heftig gegen sie zu wettern. Allerdings wird sich auch hierzu in dieser Story noch etwas tun, und das schon sehr bald ::nach unten deut':: Und: Vader wird NIEMALS wieder zu Anakin werden! Vader ist Vader – und der dreht sich nicht mal eben um 180° und rennt wieder in die andere Richtung... ::schauder:: Die Szene im Thronsaal... ja, mit der bin ich im Nachhinein auch nicht 100% zufrieden. Aber es kommen noch Gelegenheiten, das besser zu machen :o)

Black-Fl0wer: Lieben Dank und herzlich willkommen! Ich hoffe, die restlichen Kapitel haben dir genauso gut gefallen :o) Jix taucht meines Wissens das erste Mal in „Shadows of the Empire" auf, und Wookieepedia listet ihn auch sonst nur noch in „Shadow Stalker", das ich nicht kenne... aber es gibt auf Bast Castle DOT net einige wirklich gute Stories, in denen er auch dabei ist.

ObsesSeD_MeGaTroN_faNgiRL: Hier ist es, das Update. Und es kommen noch ein paar, bis ich wieder leerlaufe ;o)

ShadowMisha: Auch dir nochmals ein herzliches Willkommen – wir haben uns ja anderweitig schon ausführlich unterhalten und müssen das unbedingt fortsetzen, wenn du wieder da bist :o) Aber mit etwas Glück siehst du dies hier schon vor Ablauf deines Urlaubs ;o)

MoonySnape: Auch dir: herzlich Willkommen und vielen lieben Dank für deine PM! Ich freu mich sehr, wenn ich Vaders Weiterentwicklung glaubhaft hinbekommen habe – er sollte ja Vader bleiben, nur eben mit einer... privateren Seite. Und was Veers angeht, so sollte und soll nicht Sex und Küßchen-Schnüßchen im Vordergrund stehen, sondern die Partnerschaft, Freundschaft und das tiefe gegenseitige Vertrauen, das die beiden verbindet. Und auch die vorsichtig sich entwickelnden Freundschaften zu Piett, Corva und Arik. Letzterer hat sich selbst in die Story gemogelt, muß ich gestehen – das ist ein Charakter, der ein angenehmes Eigenleben entwickelt hat. Umso mehr freut es mich, daß er so gut ankommt – ich mag ihn nämlich auch :o) Die Szene auf Bespin aus Vaders Sicht zu erzählen, hat mir viel Spaß gemacht – vor allem, weil ich sie immer schon sonderbar fand. Vader agiert im Film dabei nicht wirklich logisch, IMHO. Und noch mehr Spaß machten die Szenen mit Leia – ein Charakter, den ich im Film eigentlich auch nie so ganz und gar mochte, aber im Auserwählten ist sie mir wirklich ans Herz gewachsen – und dabei bilde ich mir ein, sie einigermaßen stimmig hinbekommen zu haben ;o) Sie hat sich zu schnell überzeugen lassen von Vader? In meiner Vorstellung haben die beiden irgendwo schon eine latente Verbindung in der Macht – und es gibt auch hier sonderbare Szenen... in ANH zum Beispiel, als Alderaan zerstört wird. Vaders Hand auf Leias Schulter wirkt auf mich eher stützend und beschützend als brutal und herrisch. Sie lehnt sich sogar regelrecht bei ihm an ;o) Was Obi-Wan angeht... ich mag den Kerl einfach nicht, und ich gebe zu: das merkt man. Aber auch hier wird sich in späteren Kapiteln noch ein bißchen was tun ;o) Aber: Obi-Wan jahrelang um Luke herum? Lebend kannte er ihn nur ein paar Stunden, und als Geist... ich war immer der Meinung, er hätte sich einigermaßen rar gemacht..

Aber genug des Schwafelns – viel Spaß! Ein letzter, herzlicher Dank gilt dennoch meinen Groupieschwestern und Betas: Tlana, Malicean und Bookie, und liebe Grüße gehen an die anderen: Sol, Plantarius, Darth Pevra und Isabella Piett. Nicht zu vergessen: Seine Lordschaft, Alex ;o)

Kapitel 82

Unter diesem neuen Aspekt hieß Vader seinen Sohn noch warten, ließ aber dennoch den Jeditempel säubern und renovieren. Und natürlich drang diese Nachricht nach außen und sorgte für einigen Wirbel in den Medien. Niemand konnte sich so recht erklären, warum Vader – der ja bekanntermaßen damals Tod und Verderben über die Jedi gebracht hatte, ihre Nemesis gewesen war am Tag der Säuberung, zusammen mit der 501sten – nun den Tempel wieder herrichten ließ. Ausgerechnet Vader. Die Gerüchte kochten hoch, im Duett mit den Schlagzeilen.

Und der Verursacher? Grinste sich eins, schwieg und gab seinen Padawanen Unterricht – im stillen Kämmerlein. Noch, jedenfalls.

Langweilig wurde es keinem von ihnen in diesen ersten, aufregenden Wochen nach der Machtübernahme, und doch fand der dunkle Lord immer irgendwie Zeit, sich um seinen Sohn und seine Schüler zu kümmern. Und selbst mit Leia konnte er das eine oder andere Mal sprechen – nach kurzer Absprache über ihr Gedankenband suchte sie sich ein ruhiges Örtchen, an dem sie ungestört reden konnte.

Mittlerweile hatten die Noghri sich ihr offenbart, auch wenn sie ihr nicht verraten hatten, wo sie sich aufhielten. Aber mehr als einmal zeigte sich ihr einer von ihnen kurz in der Rebellenbasis, bevor er sich scheinbar wieder in Luft auflöste. Es wurde nie ein Alarm ausgelöst, und keine der Wachen erwähnte eine Sichtung oder einen sonderbaren Vorfall, und mit der Zeit begann Leia, das Ganze als spannendes Spiel zu sehen, sie selbst dabei als Beobachter der Partie. Mothma und ihre Offiziere ahnten nie, wie nahe sie in dieser Zeit dem Tod waren – theoretisch, zumindest. Und Leia fragte sich, nicht zum ersten Mal, warum Vader nie Gebrauch von diesem Vorteil gemacht hatte. Aber dieser Gedanke war mittlerweile ohne jeglichen Groll – und sonderbarerweise fühlte sie sich nur sicherer dadurch. Um in der Analogie des Spiels zu bleiben: sie hatte einen Joker im Ärmel, der alles trumpfen würde, was Mothma auf den Tisch bringen würde.

Dachte sie zumindest. Was sie nicht wusste: auch Mothma hielt einige Asse verborgen… und das selbst vor Madine, im Detail, jedenfalls. Was wiederum zwischen den beiden hin und wieder zu Streitereien führte.

Auch Mon Mothma war im Besitz eines Kommunikators, der sich dank eingebauter Scanner nur von ihr bedienen ließ – und ab und zu, viel zu häufig für Madines Geschmack, zog sie sich damit an einen abhörsicheren Ort zurück und führte Gespräche.

„Mon, verdammt, mit wem redest du? Wer ist dieser geheimnisvolle Verbündete? Weih mich endlich ein!"

„Eine hochgestellte Persönlichkeit mit viel Einfluß. Mehr musst du nicht wissen."

„Und wenn dir etwas passiert? Die Rebellion ist zu wichtig, um solche Informationen zurückhalten zu - "

„Nein, Crix. Ich werde es dir nicht sagen."

„Ein ehemaliger Senator? Ein Planetenherrscher? Ein Piratenfürst?"

„Crix!"

„Verflucht, Mon! Je verstockter du bist, desto misstrauischer - " Ein Verdacht keimte plötzlich in ihm, der ihm die Zornesröte in die Wangen trieb. „Betrügst du mich mit ihm?"

„Das ist doch Unsinn!" rief sie, eine Spur zu schnell vielleicht – doch bevor er darauf eingehen konnte, trat sie zu ihm, umarmte und küsste ihn. „Ich liebe nur dich. Das weißt du doch.", schnurrte sie ihm ins Ohr und registrierte zufrieden, dass er sich ein wenig entspannte. „Aber meine Quelle ist… sehr sensibel. Man hat mich Stillschweigen schwören lassen. Wenn ich den Schwur breche, entzieht man uns die Unterstützung… jegliche Unterstützung."

„Oh." Madine wusste sehr wohl, dass die Allianz zum Großteil aus dem Topf dieses ominösen Gönners finanziert wurde, und legte – wie üblich – den Rückwärtsgang ein. Der allerdings klemmte. „Es gefällt mir nicht, Mon. Ganz und gar nicht."

Es würde dir noch weniger gefallen, wenn du wüsstest, wer es ist, dachte Mon Mothma. Laut sagte sie nur: „Vertrau mir, Crix. Ich habe alles unter Kontrolle."

Daß dies eine Lüge war, wusste sie jedoch nicht einmal selbst…

Eine Woche später traf Nejaa Halcyon wieder bei Vader ein. Ein leises Flirren in der Macht hatte die Wachsamkeit des dunklen Lords geweckt und ihn vorgewarnt, als der alte Freund sich vor ihm manifestierte.

„Vader.", grüßte er freundlich, in der Erinnerung daran, dass dieser nicht bei seinem alten Namen genannt werden wollte.

„Nejaa." Vader wandte sich von seinem Computer ab und nickte dem Besucher zu. „Ich bin gespannt auf deine Neuigkeiten."

Halcyon ließ sich, zu Vaders neuerlichem Erstaunen, in einem Sessel gegenüber von ihm nieder und schlug die Beine übereinander. „Nun, die Ergebnisse sind… gemischt."

„Gemischt." Vader lehnte sich zurück, die Arme auf den Lehnen, und sah neugierig zu ihm hinüber. „Inwiefern?"

„Da durch die Medien ging, dass du den Jeditempel renovieren lässt, brachte es nicht viel, deine Identität zu verschleiern. Ich habe also offen berichtet."

Vader brummte. Vielleicht hätte er warten sollen… „Und?"

„Ich habe acht von uns aufgesucht. Zwei sind bereit, mit dir zu reden."

„Ich hatte weniger erwartet.", versetzte Vader trocken, aber angenehm überrascht. „Nämlich Null. Und der Rest?"

„Drei lehnen kategorisch ab. Weitere drei wollen abwarten, was das Gespräch mit den zweien ergibt, und es von ihrer Entscheidung abhängig machen."

Vader nickte langsam. „Wenn ich dich richtig einschätze, hast du diese Acht sehr sorgfältig ausgewählt."

Nejaa grinste. „Habe ich. Auch wenn du nur die fünf im Sack hast, fallen die restlichen wie Dominosteine."

„Ich danke dir, mein Freund. Willst du dabeisein?"

„Warum nicht? Ich hab ja bereits meinen Kopf für dich hingehalten. Sollen sie ruhig sehen, dass wir wirklich an einem Strang ziehen."

Vader zögerte einen Augenblick, dann griff er hinauf und nahm Helm und Maske ab. Halcyon beobachtete ihn neugierig und aufmerksam.

„Ein historischer Moment.", meinte Vader dann und grinste.

„Ich nehme nicht an, dass du damit meinst, mir dein Gesicht zu zeigen." Halcyon erwiderte das Grinsen. „Sondern die Tatsache, dass Sith und Jedi das erste Mal Hand in Hand arbeiten… für ein gemeinsames Ziel."

„Korrekt." Vader legte den Kopf ein wenig schräg. „Ich habe beinahe Yodas Stimme im Ohr…"

„Unerwartet, das ist.", quakte Nejaa in einer gar nicht so üblen Parodie. „Und beunruhigend. Gegner wir sind, nicht Verbündete. Rein bleiben muß der Jediorden, darf nicht sich vergiften lassen von der dunklen Seite."

Vader lachte schallend, und Halcyon dachte bei sich, dass der Moment wohl noch historischer war als angenommen – denn wer hatte Lord Vader jemals lachen hören? Und gesehen schon gar nicht. Er betrachtete ihn, versuchte, den jungen Mann in ihm zu erkennen, den er früher gekannt hatte – und fand ihn, wenn auch sehr verändert… und das nicht nur durch die schrecklichen Narben, die Zeugnis seines Leidens ablegten.

„Ich fürchte, er wird sich dran gewöhnen müssen. Ich freue mich schon richtig auf den Besuch bei ihm. – Schön. Bei wem fangen wir an?"

„M'Sekhmet.", erwiderte Halcyon. „Sie war eine der ersten, die sich heimlich davonmachte und eine Familie gründete. Mittlerweile ist sie bereits Großmutter."

„Ich erinnere mich dunkel an sie." Vader grübelte. „Eine Frau von herber Schönheit und großer Eleganz. Ich beobachtete sie einige Male beim Schwerttraining und bewunderte ihren Stil – wenige kämpften mit solcher Grazie wie sie. Sie war sehr angesehen unter den Jünglingen. Viele wollten bei ihr Padawan sein. Sie war berühmt für ihre ruhige, besonnene Art und ihre Gelassenheit." Er fuhr sich nachdenklich über das glattrasierte Kinn. „Ich meine, mich zu entsinnen, dass ich einmal mit ihr im Simulator war – bereits gegen Ende meiner Ausbildung. Das Programm war recht extrem und beinahe aussichtslos…"

Nun war es an Nejaa, ein Lachen zu unterdrücken. „'Aussichtslos' existierte in deinem Wortschatz nicht, wenn ICH mich recht entsinne! Wohlmeinende Lehrer bezeichneten dich als ‚kreativ', bösartige als ‚vollkommen wahnsinnig'."

Vader unterdrückte ein Grinsen und bemühte sich um einen harmlosen Gesichtsausdruck. „Ich hatte zwei, drei Ideen, wie diese Simulation zu lösen war, ja…"

„Und sie?"

„Sie war eine der wenigen, die überhaupt noch bereit waren, mit mir einen Gang zu tun – und eine, die das bis dahin noch nie getan hatte. Sie kannte mich kaum, war zwar gewarnt worden, hatte es aber in den Wind geschlagen. Wir gingen rein, das Programm lief an – und dann brach die Hölle los."

„Hm?"

„Na ja, ich KANNTE diese Simulation – ein Angriff eines großen Rudels Raubkatzen auf einer Dschungelwelt, eine Übung zum Thema Strategie und Zusammenarbeit eines Teams. Ich hatte sie bis dahin schon über zehnmal gemacht, jedes Mal mit einem anderen Meister, und jedes Mal knapp verloren. Dieses Mal, das hatte ich mir geschworen, würde ich gewinnen. Und so fegte ich los, kaum dass die Tür zu war, und ohne etwas zu sagen. Drei Minuten später wateten wir knietief im Blut."

„IHR?" echote Nejaa erstaunt.

„WIR. Sie hat nicht einmal zehn Sekunden gezögert, dann machte sie mit. Wir tanzten gemeinsam – und sie richtete sich nach MIR, nicht umgekehrt. Und wir gewannen."

„Und dann?"

„Offensichtlich hatte sie zuvor keiner über den Inhalt der Simulation informiert. Sie ließ ein paar der wildesten Flüche vom Stapel, die ich bis dahin gehört hatte, warf sich dann weg vor Lachen und marschierte schnurstracks in den Rat, um zu verlangen, mich umgehend zum Ritter zu schlagen – da mir ihrer Meinung nach niemand mehr etwas beibringen konnte." Über sein Gesicht glitt eine dunkle Wolke, nur für Sekundenbruchteile, doch Nejaa hatte sie gesehen.

„Laß mich raten. Sie fanden zig Argumente dagegen und lehnten ab."

„Wie hast du das nur erraten?" fragte Vader zynisch. „Natürlich. Ich sei zu jung, zu unerfahren, zu widerspenstig, zu rebellisch, zu draufgängerisch, überhaupt absolut undiszipliniert und hätte beständig ein Bein auf der dunklen Seite. Und noch einige Nettigkeiten mehr."

Nejaa schüttelte mitfühlend den Kopf. „Palpatine rannte wirklich offene Türen bei dir ein, oder?"

„Könnte man so ausdrücken, ja."

„Und was geschah dann?"

„Dann?" Vader schürzte die Lippen, starrte nachdenklich in die Nebel der Vergangenheit. „Danach habe ich sie kaum noch gesehen, fällt mir jetzt auf. Sie war immer öfter und immer länger weg, auf Außenmissionen… so hieß es zumindest damals. Gut möglich, dass sie zu dieser Zeit die ersten Schritte unternommen hat, sich heimlich zu lösen." Er lächelte leicht. „M'Sekhmet. Ich freue mich darauf, sie wiederzusehen."

„Sie und noch jemand anderen, fürchte ich." Nejaa zog eine leichte Grimasse. „Und dieses Jemandes wegen würde ich dir raten, deine Identität zunächst geheimzuhalten."

„Wer ist es?"

„Nokan-Ner. Er… hm… wollte sich diesem Gespräch gerne anschließen. Meinte, es sei doch praktischer, alles gleich in einem Aufwasch zu erledigen."

„Schöpfer!" stöhnte Vader. „Ausgerechnet Nokan-Ner… Und dass ich nicht lache, ‚praktischer'! Er ist immer noch so feige wie früher, wie?"

„Noch feiger. Seine Schleppenträger existieren noch – deshalb hatte ich ihn ja auch angesprochen – aber sie sind mittlerweile über die ganze Galaxis verstreut, und er ist allein."

„Verdammt. Brauchen wir ihn wirklich?"

„Er ist sehr bekannt, sein Wort hat Gewicht. Auch wenn er ein Arschloch ist."

Vader grinste wider Willen. „Pointiert und direkt, so liebe ich das. Schade, dass du ein Geist bist."

„Für die Theorie bin ich immer noch gut. Und ich verursache keinerlei Kosten, denk dran." Auch Nejaa grinste breit. „Also – was aus seinem Stall kommt, zählt sicher nicht zur Elite, aber wer weiß. Jeder Kopf mehr an der Akademie bringt dir Prestige."

„Hm." Der dunkle Lord brummte zustimmend, aber ein wenig abwesend. „Wo treffen wir sie?"

Nejaa wurde schlagartig ernst. „Nokan-Ner bestand auf Naboo – neutraler und geschichtsträchtiger Boden, wie er es nannte. Der Heimatplanet Palpatines." Er verstummte und sah Vader aufmerksam und bedauernd an. „Deine Frau… Amidala. Sie kam von Naboo, nicht wahr? Tut mir leid, mein Freund, aber ich konnte nichts dagegen tun. Er wollte wohl einen Stachel setzen und sehen, ob er schmerzt – aber ich denke, er ahnt selbst nichts von dem Gift daran."

Vaders Kopf fuhr herum. „Woher weißt du - ?"

„Sie starb zeitgleich mit deinem Fall, exakt am Imperiumstag. Ein Zufall? Ich denke nicht. Und sie war schwanger."

„Sie folgte mir nach Mustafar.", sagte der dunkle Lord sehr leise. „Mein erster Auftrag als Vader. Die Separatistenanführer zu töten. Sie erfuhr von Obi-Wan, dass ich mich Palpatine angeschlossen hatte… und er schmuggelte sich an Bord ihres Schiffs. Ich musste annehmen, sie hätte mich verraten."

„Anakin!" Nejaa sah ihn entsetzt an. „Hast DU sie getötet?"

„Ich glaubte es, all die Jahre." Seine Stimme wurde noch leiser, erfüllt von Trauer, er ging nicht einmal auf die Anrede ein. „Aber ich erfuhr vor kurzem, dass sie noch einige Stunden lebte – und meine Kinder gebar. Sie starb nicht durch meinen Zorn… sondern an gebrochenem Herzen."

„Deine… Kinder? Du hast nicht nur einen Sohn?"

„Nein." Vader lächelte leise, aber stolz. „Ich habe auch noch eine wundervolle, starke Tochter. Es sind Zwillinge."

Nejaa runzelte die Stirn. „Aber warum… wo waren sie? Warum wusstest du nicht von ihnen?"

Ein leises Grollen untermalte die Worte des dunklen Lords, und seine Augen wurden für einen kurzen Moment heller, beinahe bernsteinfarben – er zügelte sich jedoch, bevor sie gänzlich zum rotumrandeten Sith-Gelb mutieren konnten. „Obi-Wan nahm und verbarg sie. Luke brachte er nach Tatooine, zu meinem Stiefbruder, Owen Lars. Er wusste, dass ich diesem Ort niemals freiwillig nahe kommen würde. Und Leia versteckte er quasi direkt vor meiner Nase, in aller Öffentlichkeit: bei Breha und Bail Organa von Alderaan."

„Leia ORGANA ist deine Tochter?" Der Geist waberte vor Überraschung. „Ausgerechnet eine der Rebellenführerinnen?" Er gluckste, versuchte, das jäh aufsteigende Lachen zu unterdrücken, was ihm allerdings nicht gelang.

„Ironie des Schicksals, hm?" Vader lächelte. „Ja. Und nun ein Stachel in ihrem Fleisch, ein Spion."

„Das ist verdammt riskant, mein Freund." Nejaa wurde ernst.

„Weiß ich, und sie auch. Aber sie ist nicht allein. Dieser Schmuggler, Solo, ist ihr Freund, und sie haben einen Wookiee-Piloten bei sich. Und ich habe einige Noghri zu ihrem Schutz abgestellt. Wenn nicht gerade spontan jemand auf sie schießt, ist sie so sicher wie die Coruscanti Zentralbank."

Halcyon lehnte sich zurück und betrachtete schmunzelnd den stolzen Vater. „Diese Geschichte wird immer unglaublicher. Was hast du noch zu bieten?"

„Nichts, das dich etwas anginge." Vader grinste.

„Oho! Kenne ich sie?" erkundigte sich der Geist neugierig, was das Grinsen nur noch verbreiterte.

„Nein, kennst du nicht."

„Pfui, wie gemein." Nejaa grinste ebenfalls. „Ich bekomme es schon noch heraus, früher oder später."

„Wenn du meinst.", versetzte Vader gespielt gelangweilt. Tatsächlich genoß er dieses zwanglose Gespräch unter Freunden mehr, als er je zugeben würde. Wie lange hatte er das nicht gehabt – Freunde, Spaß, einfaches Zusammensitzen, sich unterhalten, sich necken. Und wie viel war ihm nun geschenkt worden – überreich! Er sog alles in sich auf wie ein trockener Schwamm, weit entfernt davon, es für selbstverständlich zu halten. „Also dann. Wann sollen wir auf Naboo sein?"

„In zwei Tagen. Schaffen wir das?"

„Mit der LADY EX? Kein Problem. Und wo dann dort? In Theed?"

Nejaa schnaubte. „Ja. Nokan-Ner wollte das Treffen auf einem öffentlichen Platz abhalten - "

„Dieser Feigling!"

„ – aber M'Sekhmet hustete ihm was. Sie wollte sich in den Wäldern treffen. Dann war der königliche Palast im Gespräch und noch einige andere Lokationen. Schlußendlich haben sie sich auf ein Hotel geeinigt."

„Du liebes Bisschen. Auffälliger ging es nicht?"

„Das war das am wenigsten Auffällige, was auszuhandeln war. M'Sekhmet kocht."

„Glaube ich… laß mich raten, es gibt auch Auflagen bezüglich der Anzahl der Wachen?"

„Natürlich. Nicht mehr als sechs Begleiter. Das kam von IHR, und diesmal ließ sie sich nicht herunterhandeln – du hättest dein Gesicht zu wahren, meinte sie."

„Mist."

„Was?"

„Das ist nett von ihr – dann muß ich das auch tun. Ansonsten hätte ich IHN gern geschockt und wäre ganz ohne Wachen gekommen. Na, mal sehen, wie ich das drehe. Moment – du sagtest „Begleiter", richtig?"

„Ja. Warum?"

„Sehr schön. Als da wären du, Luke, General Veers, Jix und meine beiden anderen Padawane. Macht sechs, richtig?"

„Anakin, ich traue ihm nicht… du solltest nicht alleine - "

Vader hob die Hand und stoppte ihn sanft. „Nejaa. Ich bin der Auserwählte. Ich bin geheilt. Ich werde wohl noch mit zwei Jedirittern fertigwerden!"

„Sperr wenigstens das Areal ab. Mir wäre einfach wohler."

Vader seufzte. „Na schön, meinetwegen. Als Kompromiß."

„Was hast du mir zu berichten, Guri?" erkundigte sich zeitgleich ein hochgewachsener, schlanker Mann auf Coruscant. Seine Haut war grünlich und wies auf den reptilischen Anteil hin, der seine Rasse prägte. Der menschliche Anteil hatte unter anderem einen Zopf seidigen Haars hervorgebracht, der lang über seinen Rücken wallte. Er saß in einem luxuriösen Sessel hinter einem ebenso teuren – und leeren – Schreibtisch in einem riesigen Büro, dessen Lage hoch über der Stadt sowie die spärliche, aber exzellente Möblierung ebenfalls darauf schließen ließ, dass er sehr mächtig und sehr reich war.

Die angesprochene Frau war von erlesener Schönheit. Ihre Züge waren exquisit, ihr Körper perfekt, das lange, lockig wallende Haar glich gesponnenem Weißgold – und doch war etwas an ihr, das diesen Traum vieler Männer trübte, auch wenn es nur eine Ahnung war und sich nicht fassen ließ. Ihre Stimme war sanft und weich, und doch hatte sie etwas Stählernes.

„Ihr hattet Recht, Mylord. Skywalker ist tatsächlich bei Vader – und auf seiner Seite. Er ist ihm bereits treu ergeben."

„Das ist alles?" Der Mann runzelte die Stirn, unterließ es aber umgehend wieder, weil er Faltenbildung befürchtete. Und dies war unter allen Umständen zu verhindern – denn unter seinesgleichen galt er als ebenso perfekt wie die Frau ihm gegenüber unter Menschen. „Ich zahle diesem Spion viel Geld. Die Information ist ein wenig… dünn. Und außerdem nur eine Bestätigung für etwas, das wir bereits vermuteten."

„Ihr HABT gezahlt, Mylord. Ich musste den Mann eliminieren."

„Du hast ihn getötet?" Erstaunen überwog Ärger – noch. „Es war außerordentlich schwierig, einen Mann auf die EXECUTOR zu schleusen. Ich habe ihn gebraucht. Er war wichtig."

„Aber er lief über. Er wurde Vader treu."

„Oh." Erneut umwölkte sich die faltenlose Stirn des Halbreptils. „Das ist… ärgerlich."

Die Frau schwieg. Zustimmung war überflüssig.

Der Mann seufzte. „Sonst gibt es keine Neuigkeiten?"

„Eine. Aber nur eine Vermutung."

Das Gesicht ihres Gegenübers hellte sich auf. „Deine Vermutungen haben sich bislang fast immer als Tatsachen entpuppt, Guri. Also, was ist es?"

„Leia Organa von Alderaan ist keine leibliche Tochter Bail und Breha Organas."

„Das weiß ich bereits." Leichter Ärger durchzog die Stimme – üblicherweise ein Alarmsignal für seine Umgebung, doch die Frau schien davon gänzlich unberührt.

„Ich war noch nicht fertig, Mylord. Ich habe Grund, anzunehmen, dass sie Skywalkers Schwester ist."

Die Stille wurde beinahe greifbar.

Der Mann lehnte sich langsam in seinem Sessel zurück, der unter leise surrenden Servomotoren seine neue Sitzposition unterstützte. „DAS ist mehr als informativ, Guri. Das ist von unschätzbarem Wert." Er drehte den Sessel, sah aus dem bodentiefen Fenster hinter ihm hinaus auf die den ganzen Planeten bedeckende Stadt, die tief unter ihm lag. „Vaders Tochter. Wie interessant."