Noch ein Update, bevor es zum Troopen in den Bayernpark geht :o) Falls jemand von euch in der Nähe davon ist (Dingolfing): am Samstag, 18.08.12, ist dort das zehnjährige Stormtrooper-Treffen mit über 160 Kostümierten und vielen Aktionen (Jedi-Akademie für Kinder, Fotopoint, Gaststar und vielem mehr). Es lohnt, hinzugehen!

ObsesSeD_MeGaTroN_faNgiRL: Laß dich überraschen :o)

narumi-gth: Danke! :o) Poolboy? Eher der Typ hinterm Cocktailtresen... Aber ab und zu ist albernes Gekicher aus dem Helm zu hören, offensichtlich packt sie zuweilen doch das Heimweh. ;o)

Malicean: Ich freu mich schon drauf, wenn wir nachher und am restlichen Wochenende der Muse zu dritt vors Schienbein treten! (also ausgenommen die Zeit morgen im Park und mit den Schwestern) Und den bösen Bullen kann ich dabei gut gebrauchen – du hattest so viele tolle Ideen, die wir noch genauer definieren können... ich freu mich!

Bookie, liebes Schwesterchen: du sitzt grade neben mir und liest mit (grins) – Veers ist dir nicht ganz grün, aber trotzdem findest du ihn mittlerweile „ganz nett", (ein deutliches „HMPF!" von der Seite) – und das ist ein Riesenkompliment („HMPF!") Und lieben Dank für ALLES von dir :o) Du weißt, was ich meine ;o) Das Wochenende wird so toll! (und schweißtreibend. Ächz... Wer hat eigentlich ausgerechnet für dieses Wochenende die heißesten Temperaturen des Jahres bestellt? Wenn wir in so viel Stoff und Material stecken?)

ShadowMisha: Dankeschön! :o) Nejaa ist auch ein Charakter, der sich verselbständigt hat – aber ich mag ihn auch ;o) Und das Update hat diesmal nicht gar so lange auf sich warten lassen... (hust)

Schirokko: Wenn du dich registrierst, kann ich dir auch zwischendrin antworten – per Mail :o) Erst einmal: ein herzliches Willkommen und vielen Dank für deine lieben Reviews!

Vader IST ein sehr vielschichtiger Charakter – und genau das kommt in den Filmen und in vielen Stories IMHO leider zu kurz. Das ist, um ehrlich zu sein, einer der Gründe, warum ich überhaupt selbst angefangen habe, FFs über ihn zu schreiben :o)

Und daß die Imperialen nicht so dröge sind, wie sie immer dargestellt werden, wollte ich auch mal herauskehren (He, das IST ein Imperium, das Ding existiert schließlich nicht umsonst und ist so riesig! Da können nicht nur Pfeifen sitzen, sonst würde das ganze Ding auseinanderbrechen – egal, ob ein SithMeister das Sagen hat oder nicht...) Im Umkehrschluß können die Rebellen nicht nur aus strahlenden Überwesen bestehen. Auf beiden Seiten gibt es Deppen – und auf beiden Seiten gibt es gute Leute. Punkt.

Vader und Veers – ich glaube, das Pairing IST auch einmalig (hab ich zumindest bis jetzt noch nirgendwo sonst entdeckt...)

Thrawn wird noch vorkommen, ja – aber das dauert noch ein wenig...

Die Führungsriege der Rebellen... naja, Mon Mothma und Madine waren mir wirklich nie sympathisch, nein. Ackbar hat sich auch irgendwie selbständig gemacht – aber Rieekan mochte ich schon immer, deshalb ist der der einzig aufrechte unter ihnen ;o) Nach dem Abgang des Imperators brauchte es doch neue böse Buben ;o)

Keine Sorge, bei mir wird es keinen Character Death geben – jedenfalls nicht bei den guten Jungs! (ich hasse das nämlich! Übelstes Beispiel: Trudi Canavan, Die Meisterin. NEIN!)

Goldene Zukunft? We'll see... ;o)

Die Rebellen? Da kommen Konflikte auf uns zu... Thrawn? Ja, später. :o) Nachwuchs? Nicht so schnell – es wird keine so großen Zeitsprünge geben... und vorher gibt es noch einige Knoten zu lösen, es gibt ja noch die Rebellen und die schwarze Sonne :o) („Stirb! Stirb!" ← Bookie ;o)) Aber vielleicht im Epilog – die Vorstellung „Vader als Babysitter" hat schon was, aber im Privaten würde er ja die Rüstung nicht tragen, und damit wär der Effekt verpufft. Aber eine passende Story wäre „Jaina's Trip", hier auf – eine sehr schöne Geschichte! Oder auch „Lord Vader's Limpet" auf Bastcastle dot net!

Ja, ich muß gestehen, ich schreibe nur, wenn die Muse sich mal aus dem Helm bequemt – den hab ich zwar ständig im (mahnenden) Blick, aber sie krabbelt da leider nur ziemlich selten raus... ich hab sie im Verdacht, daß ihre Brieffreundschaft mit Bookies Muse mittlerweile in ausgedehnte Besuche ausgeartet ist. Und oft hocken sie beide bei meiner Groupieschwester (oder beide bei mir und feiern ausgedehnte Parties, was natürlich dann nicht durch Arbeit unterbrochen werden kann...) Und ich halte es da mit Tolkien: die Geschichte wächst und wächst, während ich sie erzähle. Es gibt einige Zwischenziele, die geplant sind, aber der Rest kommt spontan. Oder durch Inspirationen durch meine Betas Malicean, Bookie und Tlana Isimi :o) (Danke an euch drei, ich liebe euch!) Und es kommen noch viele Kapitel – ich lass mich treiben, und es wird meist mehr, als ich denke :o) Die Story WIRD beendet werden – ich weiß nur noch nicht, wann... (räusper)

Genug geschwafelt – viel Spaß mit

Kapitel 83

Han steckte mit dem Kopf mal wieder tief in einem Wartungsschacht und fummelte missmutig an einem dicken Kabelstrang, von denen eines schadhaft war – nur, welches? Ein Aggregat litt unter Kurzschlüssen, und ein rotes Kabel führte dorthin. Überaus hilfreich, denn fast das ganze Bündel in seiner Hand war rot. Um das beschädigte zu finden, musste er es wohl oder übel auseinandernehmen, doch das bedeutete, dass die mühsam zusammengefassten Leitungen wieder kreuz und quer im Wartungsschacht hängen würden – dies war eine der Arbeiten, für die man eigentlich drei Hände brauchte. Mindestens.

Vorsichtig löste er den Kabelbinder und bemühte sich, den dicken Strang mit der freien Hand zusammenzuhalten, während er versuchte, das eine zu finden und zu lösen – doch ein nervtötender Klingelton ließ ihn zusammenfahren, und prompt entglitt ihm das ganze Ding und verteilte sich fröhlich im Schacht, so dass er mit dem Kopf unversehens in einer Wolke Plastik steckte.

„Verflucht noch eins!" Mühsam zog er sich zurück und rieb sich erst einmal den Schweiß von der Stirn, bevor er in die Hosentasche griff, um den Kommunikator herauszuziehen… und in der Bewegung wurde ihm klar, dass es DER Kommunikator war. Leia war zu einer Besprechung gerufen worden und hatte ihn ihm zur Aufbewahrung gegeben.

„Fantastisch.", murmelte Han. „Der fehlt jetzt grade noch. Wobei – jetzt könnte ich ihn und seine Fähigkeiten gut gebrauchen…" Er grinste schief und nahm das Gespräch an. „Lord Vader. Oder muß ich jetzt auch „Sire" sagen, oder „mein Kaiser"?"

„Solang Sie mich nicht „Schwiegerpapi" nennen, ist mir das in Ihrem Fall herzlich egal, Solo.", grollte der dunkle Lord, doch sein Tonfall ließ ahnen, dass er amüsiert war. „Wo ist Leia?"

„Besprechung, mit Rieekan. Und dem Neuen, Veers." Han legte den Kopf schief. „War das nicht der Sohn Ihres Generals?"

„Ja." Irrte er sich, oder klang Vader tatsächlich ein wenig niedergeschlagen? „Wie geht es ihm?"

Han zuckte die Schultern und lehnte sich neben die offene Wandung, den Kommunikator vor sich haltend. „Die meisten Überläufer sind nicht wirklich glücklich, sie hadern mit sich selbst, fragen sich, ob es die rechte Entscheidung war. Zev auch. Und er vermisst seinen Vater, sorgt sich um ihn."

„Seinem Vater wird kein Haar gekrümmt werden, so lange ich atme, Solo.", versetzte Vader todernst. „Nur leider - "

„Nur leider kann ich ihm das nicht sagen, Sir. Ja, ich weiß." Solo seufzte. „Er würde mir ohnehin nicht glauben."

„Vermutlich nicht." Vader schien zu lächeln. „Darth Vader hat keine Freunde. So etwas gehört sich nicht für Monster."

Solo erwiderte das Lächeln vorsichtig; er gewöhnte sich nur langsam an den Gedanken, dass sie auf derselben Seite standen und Vader plötzlich einer von den Guten war. Hatte nun aber Vader sich geändert oder die Definition von ‚gut'? „Was soll ich ihr ausrichten, Mylord?"

„Ich dachte, es freut sie sicher, zu erfahren, dass ich in den nächsten Tagen die ersten Gespräche mit Jedi führen werde – um den Orden neuzugründen. Ich fliege nach Naboo, Luke wird mich begleiten."

„Klingt gut.", meinte Solo neutral. Jedi waren für ihn immer noch ein Buch mit sieben Siegeln, viel wusste er nicht über sie – nur eben, dass Vader wohl einer war und nun auch Luke und Leia. Und natürlich einiges über die Säuberung - aus dem Geschichtsunterricht. Und darin hatte Darth Vader die Rolle des Schurken übernommen, einmal mehr. Warum er den Orden nun neu gründen wollte, war ein weiteres Mysterium für ihn.

„Ich hoffe, dass es das ist, Solo. Einfach wird es nicht werden."

„Was ist schon einfach?" Solo seufzte, als ihm sein aktuelles Problem wieder in den Sinn kam.

Vader stutzte kurz, als er den Gedanken aufschnappte, dann sah er an Solo vorbei, in den Wartungsschacht hinein. „Was beim heiseren Hutt ist das eigentlich für ein Durcheinander da hinter Ihnen?"

„Das? Das ist auch ‚nicht einfach' Mylord. Eins dieser blöden Dinger ist schadhaft und verursacht einen Kurzschluß, aber ich weiß nicht, welches."

„Näher ran.", verlangte Vader.

„Bitte was?"

„Halten Sie den verdammten Kommunikator näher ran, Solo!"

Der Schmuggler stöhnte. „Was immer Sie sagen, Mylord." Er drehte sich um und hielt augenrollend und grimassierend das Gerät in seiner Hand in die Öffnung, so dass die Kamera einen besseren Fokus bekam – wobei er sich ziemlich idiotisch vorkam.

„Stecken Sie Ihre Hand hinein, ich leite Sie.", tönte die tiefe Stimme nur wenige Sekunden später aus dem Schacht.

„WAS?"

„Wollen Sie es reparieren oder nicht? Nun machen Sie schon, Solo, ich habe nicht ewig Zeit!"

Kopfschüttelnd griff Han in die Öffnung, verharrte vor dem bunten Gewirr.

„Weiter rechts. Noch weiter… noch… Stop. Das linke der beiden."

„Aber das ist schwarz!"

„Und?"

„Es muß ein rotes sein!"

„Warum?"

„Weil aus dem Aggregat ein rotes rauskommt, darum, Blechbirne!" entfuhr es Han, bevor ihm bewusst wurde, was er gesagt hatte.

Überraschenderweise ertönte ein Glucksen, das mit viel Phantasie als Lachen gedeutet werden konnte. „Drehen Sie es doch mal um."

Solo knurrte, schnappte nach dem flachen Kabel, drehte es um und erstarrte.

„Rot genug, Captain?" kam es umgehend amüsiert.

„Bastard!" fluchte Solo frustriert.

Nun kam ein deutliches Lachen über den Äther. „Nichts zu danken, Solo. Sagen Sie Leia, ich rufe sie an, sobald ich kann."

Solo knurrte, zwang sich aber zu einem: „In Ordnung, mach ich."

„Danke, Captain. Vader Ende."

Han starrte verdutzt den Kommunikator in seiner Hand an, der sich eben deaktiviert hatte. Ein ‚Danke' vom mächtigsten Mann der Galaxis, der nicht eben für Höflichkeit berühmt war? Und das, nachdem er ihm gleich zwei Beleidigungen an den Kopf geworfen hatte? Hatte er Armageddon verpasst? Kopfschüttelnd steckte er das Gerät weg, kennzeichnete das Kabel, das Vader für ihn gefunden hatte, und machte sich auf die Suche nach Leia.


Er fand sie in einem der Besprechungsräume, zusammen mit Ackbar, Rieekan und Zev – und die Männer waren in eine hitzige Diskussion verstrickt, während Leia sich nachdenklich in ihrem Sessel zurückgelehnt hatte und sich an einer Tasse Tee festhielt.

Han glitt neben ihr in einen Stuhl und lächelte ihr kurz zu, während der Streit weiterging – hauptsächlich zwischen dem Mon Calamari-Admiral und dem Überläufer, wie es schien. Rieekan war einmal mehr in der vermittelnden Rolle des Schlichters.

„Worum geht es?" flüsterte er Leia zu.

Sie zuckte die Schultern und lächelte schief. „Hör einfach zu – seit einer Stunde drehen sie sich im Kreis."

„… bleibe dabei, Admiral. Keine Informationen über die EXECUTOR."

„Das ist Insubordination! Das ist Verrat!" fauchte der fischköpfige Admiral.

„Ackbar…", mahnte Rieekan ruhig. „Immer langsam. Zev ist neu – und er ist in Sorge - "

Aha., dachte Han. Das alte Spielchen, mit Ackbar in der Rolle des Bösen Bullen?… allerdings ist mir neu, daß man es auch mit den eigenen Leuten spielen muß. Wir haben genug Gegner außerhalb, wir sollten innerhalb zusammenhalten!

„Wir alle haben Verwandte, die in Gefahr sind! Aber niemand von uns sträubt sich - "

„Maximilian Veers ist mein Vater, und er dient an Bord der EXECUTOR! Und ich werde Ihnen nichts verraten, was ihn in Gefahr bringen könnte!" bellte Zev zurück.

„Wenn Sie nicht kooperieren, ziehe ich andere Saiten auf!" drohte Ackbar. „Ich werde Sie inhaftieren lassen!"

„Ich kam freiwillig hierher, um euch zu unterstützen, und Sie wollen mich einbuchten? Was soll das?"

„Ackbar! Es gibt wirklich keinen Grund für eine solche Drohung, das ist vollkommen haltlos!" Selbst Rieekan wurde nun ein wenig lauter.

Während Zev und Ackbar sich weiterstritten, schüttelte Han den Kopf und sah Leia halb entsetzt an. „Wir sind nicht zufällig ins Irrenhaus geraten, oder?"

„Scheint fast so." Leia seufzte. „ Früher wäre es uns nie in den Sinn gekommen, unsere eigenen Leute zu bedrohen. Aber seit Vader das Imperium übernommen hat, scheinen ein paar Leute zum Angstbeißer zu werden." Sie hielt ihre Stimme so leise, daß nur Han sie verstehen konnte – und doch wagte sie nicht, von Vader als ihrem Vater zu sprechen. „Mir wird richtig übel davon. Wie gern hätte ich jetzt eine Tasse Kaf…! Können wir nicht zurück – dahin, wo wir bis vor kurzem waren?" ergänzte sie dann ebenso.

Han grinste schief. „Wenn ich das so höre, erscheint mir das beinahe erstrebenswert. Aber wir haben leider einen Job zu tun."

„Ja…" Die Prinzessin zog eine Grimasse. „Und ich wünschte, es wäre schon erledigt. Habe ICH mich verändert oder das hier? Irgendwie scheint sich meine Welt auf den Kopf gestellt zu haben. Liegt das an meinen erwachten Machtfähigkeiten?"

Ihre Stimme wurde noch ein wenig leiser, während sie ihre Tasse aufnahm und den letzten Satz dahinter sprach.

„Alles hat sich geändert, Süße. Alles. Er – die – und wir."

„Hm." Sie nippte am Tee. „Was führt dich her?"

„Anruf. Dein Onkel." Auch Han flüsterte nun schon beinahe.

Sie sah ihn alarmiert an. „Ist was passiert?" antwortete sie genauso leise.

„Nein, keine Sorge. Er sagte nur, er würde nach Naboo fliegen, um - ", er dachte nach, suchte nach einer harmlosen Umschreibung, „sich dort mit ein paar alten Kumpels zu treffen und über die guten alten Zeiten zu quatschen. Sie wollen vielleicht eine neue Mannschaft gründen."

„Wirklich wahr? Er hat ein paar gefunden, die mitmachen würden?" Sie riß die Augen auf und strahlte.

„Um das herauszufinden, fliegt er ja hin."

„Allein?"

„Nein – zumindest der Kleine ist dabei."

„Das ist gut." Sie nickte. „Vermutlich auch der Rest der Familie, wie ich ihn kenne." Sie sah auf, als der Streit wieder lauter wurde.

„…nein! Sie ist neunzehn Kilometer lang, und das ist alles, was ich Ihnen sagen werde! Kein Wort über Bewaffnung oder Besatzung - "

„Oder Panzerung?" schnappte Ackbar. „Ihre Informationen sind nutzlos!"

„Ackbar, bitte..." Rieekans Miene war deutlich anzusehen, daß er diese Eskalation nicht guthieß. „Wir arbeiten doch alle für dasselbe Ziel. Uns gegenseitig zu zerfleischen, nutzt doch kei-"

„Mann! Sie bräuchten einen verdammten TODESSTERN, um die EXECUTOR zu zerstören!" explodierte Zev nahezu gleichzeitig, dann wurde er blaß. „Das war's. Mir reicht es jetzt – so brauche ich mich nicht behandeln zu lassen."

„Was für ein Glück, dass das Ding zerstört wurde…" murmelte Leia, doch augenscheinlich nicht leise genug.

„Wie bitte?" Sechs Augen starrten sie an – Zev überrascht und… erleichtert?

„Ich sagte: er wurde zerstört. Offensichtlich gibt es sonst also kein Mittel, um gegen Vaders Flaggschiff anzukommen – sucht also am Besten ein anderes."

„Und was?" knurrte Ackbar gereizt.

„Was weiß ich? Irgendwas, worauf er anspringt."

„Selten so gelacht. Die Jedi hat er alle abgeschlachtet, und daß jemand aus unserer Führungsriege den Lockvogel spielt, ist keine Option! Nicht auszudenken, was da passieren könnte...!"

Leia öffnete den Mund, wollte sagen, dass sie sich ja mit ihm treffen wollte – und schloß ihn schnell wieder. An einer Falle für ihren Vater mitzuarbeiten, brachte sie wirklich nicht fertig.

Rieekan musterte Zev nachdenklich. „Die Idee hat was. Was meinen Sie, Zev, wäre Ihr Vater vielleicht bereit, ebenfalls überzulaufen?"

„Niemals." Zev schüttelte den Kopf. „Er ist Vader treu ergeben."

Ackbar gab ein Blubbern von sich, die Mon Calamarische Version eines – ziemlich bösen – Lachens. „Aber er wird sicher weniger scharf bewacht, oder?"

Zevs Kopf fuhr herum. „Was wollen Sie damit andeuten? Wollen Sie ihn entführen?"

„Ich denke nur laut nach, Veers." Ackbar grinste, was Leia dazu brachte, einen Blick in seinen Kopf zu werfen.

Was sie dort sah, gefiel ihr gar nicht. Er hatte die Idee, das Gerücht zu streuen, Zev sei nun ein Gefangener der Rebellion und würde gefoltert - und in seinen Gedanken ging er sogar weiter, machte aus dem Gerücht Wahrheit. Und kein Vater der Welt, der seinen Sohn liebte, würde sich das ruhig anhören können ohne etwas zu unternehmen… nicht, wenn er Möglichkeiten hatte, zu agieren. Und ob er nun allein kam – ideal – oder mit einigen Sturmtruppen, man würde ihn überwältigen können… und dann Vader mit einem General statt eines dummen Jungen erpressen. Denn dass dieser für einen subalternen Offizier, auch wenn dieser der Sohn eines seiner Generäle war, sich persönlich einsetzen würde, glaubte er nicht. Daß Vader es tatsächlich tun würde, konnte er nicht ahnen – aber Leia wusste auch, dass er es nicht tun durfte, um den Schein zu wahren. Theoretisch, jedenfalls. Kein Herrscher der Weltgeschichte durfte sich erpressen lassen oder einer Drohung nachgeben. Aber ihr Vater war jetzt Kaiser und hatte sie bereits mehrfach überrascht. Vielleicht würde er das auch nun wieder…? Ein großangelegter Angriff war nicht das, was sie unter „einer Drohung nachgeben" oder „sich erpressen lassen" verstand. Wußte Ackbar überhaupt, dass er hier mit den großen Jungs spielte, mit denen man sich besser nicht anlegte? Vermutlich nicht… Nur, weil Vader in der Vergangenheit gewartet hatte, gelauert, das Wild geschont, sozusagen, dachte die Rebellion nun scheinbar, das Imperium sei unfähig und so wenig gefährlich wie ein zahnloser, alter Köter. Leia seufzte. Sollte sie warnen oder sich zurücklehnen und zusehen, wie die Lunte des größten Feuerwerks abbrannte, das die Galaxis jemals gesehen hatte?

Überrascht analysierte sie diesen Gedanken. Was bedeutete ihr die Rebellion? Sie war wichtig gewesen, als Palpatine noch lebte – als Gegengewicht, als Kerze in der Finsternis, als mahnendes Stimmchen gegen Gewalt und Unterdrückung. Und nun? Sie hatte das Ziel aus den Augen verloren. Oder besser: die Parameter hatten sich geändert. Das IMPERIUM hatte sich geändert. Und ihre Ansichten ebenfalls. Sie hatte begonnen, nachzudenken, und war sich darüber bewusst geworden, dass es in einem Reich dieser Größe unabdingbar war, mit Härte durchzugreifen, wenn man schlimmeres verhindern wollte. Sicher, Palpatine hatte es übertrieben. Bei ihm war es nicht nur Härte gewesen, sondern Angst, Terror, Brutalität. Und natürlich nahm von Vader, dem Kettenhund, dem Adlatus, dem Ziehsohn und kaiserlichen Schlächter jeder an, dass er auf dieselbe Weise weitermachen würde wie der Mann, der den Thron für ihn angewärmt hatte. Und er würde es tun müssen… bis zu einem gewissen Grad, eine geraume Zeit, um seine Glaubwürdigkeit nicht in Frage zu stellen. Ein Vader, der niemanden mehr umbrachte, der nicht drakonisch strafte, war ungefähr so realistisch wie ein Vader, der plötzlich in Rosa statt in Schwarz gekleidet war und sich Blumengirlanden um den Helm wand. Eher fror die Hölle zu.

Was also tun? Ackbar starrte, immer noch lächelnd, Zev nach, der eben den Raum verlassen wollte und von Rieekan aufgehalten wurde, der leise und ruhig auf ihn einsprach, und der Plan in seinem fischig kalten Hirn nahm immer mehr Gestalt an. Bilder von einem angeketteten, blutig geschlagenen Gefangenen, der den Kopf apathisch gesenkt hatte und kraftlos in den Fesseln hing, die ihn an einer Wand halbwegs aufrecht hielten. Leia schauderte. Schöpfer! Und sie hatte Vaders Methoden für brutal gehalten? Das hier erinnerte stark an Lukes Zustand auf – Moment! War die Ähnlichkeit wirklich Zufall? Oder hatte die Allianz – zumindest einige ihrer Mitglieder – hier doch die Finger im Spiel gehabt? Sie musste mit ihrem Vater sprechen, sofort.

Leia?

Vater! Überrascht beantwortete sie den mentalen Ruf. Ich dachte eben daran, daß ich dich anrufen muß…

Ich weiß. Die Stimme klang nach einem Lächeln. Deshalb melde ich mich ja. Was ist los? Anrufen ist gerade… ungünstig, ich bin nicht allein und werde es eine Weile auch nicht sein.

Leia warf einen Blick zu Ackbar, froh, daß niemand sonst hier über Jedikräfte verfügte. Ich bin in ein Irrenhaus geraten, Vater. Irgendwas ist hier faul. Ackbar würde gern Zev als Lockvogel verwenden, weil dieser sich weigert, Informationen über die EXECUTOR zu geben.

Als Lockvogel?, kam es scharf zurück. Wie?

Er will das Gerücht streuen, daß Zev sich nicht der Allianz angeschlossen hat, sondern ihr Gefangener ist. Und in seinem kranken Hirn stellt er sich gerade eine nette kleine Folter vor. Leia knurrte. Meine Faust will in sein Gesicht und darf nicht.

Ruhig, Tochter, ruhig. Ich weiß genau, was du meinst – mir ging und geht es allzu oft genauso. Warte ab. Beobachte. Warne Zev, wenn die Pläne konkret werden sollten, aber vorher unternimm nichts – viele Leute haben Phantasien, die aber immer genau das bleiben: Phantasie. Wenn er es sich vorstellt, bedeutet das nicht, daß er es auch tun wird.

Sie seufzte. Ich hoffe, du hast Recht, Vater.

Das hoffe ich auch., kam es nach einer kleinen Pause leise. Wenn es ernst wird, gib mir Bescheid. Ich habe Max versprochen, daß Zev nichts passiert, und dieses Versprechen werde ich halten.

Aber du kannst nicht das Wohl des Reiches aufs Spiel setzen für einen Einzelnen!, protestierte sie schwach.

Ich werde einen Weg finden. Es muß kein Angriff sein – notfalls komme ich allein. Oder du sprichst mit den Noghri. Aber warte noch ab, Leia. Bleib ruhig. Du weißt nichts davon, denk daran.

Sie stöhnte mental. Das ist verdammt schwer, weißt du das? Das ‚ich komme allein' überging sie – in der Hoffnung, daß dies nicht notwendig werden würde, da sie wußte, daß sie Vader nicht davon abhalten konnte. Niemand außer Max würde das schaffen… und vielleicht nicht einmal er.

Natürlich weiß ich das, mir ist bewusst, was ich von dir verlange. Aber es muß leider sein. Du bist stark, Prinzessin. Du schaffst das. Ein mentaler Kuß streifte sie zärtlich. Ich melde mich bald wieder. Bis dann.

Bis dann, Vater… Leia seufzte und sah zu Han. „Komm, ich glaube, wir sind hier fertig." Ich muß hier raus… dachte sie. Sofort. Bevor ich Ackbar erwürge. Wie konnte ich in diesem Mann je einen Führer sehen? Das ist… widerlich.

Sie verließ den Raum mit Han hinter sich, benötigte ihre ganze Beherrschung, um dem Mon Calamari kurz zuzunicken, und schenkte Rieekan und Zev ein vorsichtiges Lächeln. Niemand hielt sie auf.