Narumi: Ich hoffe, daß es bei einem anderen Event klappt, daß wir uns mal live begegnen! :o) Im Bayernpark sind wir jedes Jahr anzutreffen, ebenso wie auf der Spielemesse in Salzburg – und ab dem nächsten Jahr vermutlich auch in größerer Anzahl im Legoland. Aber die Events werden ab sofort auch auf unserer Homepage nachzulesen sein (vadergroupies dot net)
Shadowmisha: Vielen Dank, darüber freue ich mich sehr! Aber das war ja auch der erhoffte Effekt ;o) Ich hoffe, das nächste Kapitel gefällt dir auch!
OBsesSeD MeGaTroN faNgiRL: Nein, Ysanne Isard wird definitiv nicht auftauchen (und ich zweifle mittlerweile auch selbst, ob ich Thrawn mit mehr als ein paar Sätzen unterbringen kann...) Und was Zev und seinen Vater angeht: laß dich überraschen... ;o)
Vaders Haare wuchsen nach der Heilung wieder, ja – aber er hat sich ja dazu entschieden, doch lieber Glatze zu tragen... also bleibt er der „vernarbte Kahlkopf mit den eisblauen Augen" ;o) Veers mit Bart und langen Haaren – Bilder von ihm als Richard in „Ivanhoe" sind leider ziemlich selten, aber mir gefällt er da wirklich gut :o)
Sag mal, wolltest du mir nicht Drabbles und Bilder schicken? ;o)
Samancha: Vielen lieben Dank auch Dir – und aus deinem Munde bedeutet mir ein Lob noch mal so viel, eben WEIL du eigentlich kein Star Wars Fan bist! :o) Und natürlich fühlt sich die Blechbüchse angesprochen... (hust) Mittlerweile sogar doppelt, auch als Darth Revan ;o)
Was die Muse angeht, so habe ich mit Bookies Hilfe während eines laaaangen Telefonats (habt ihr es schon mal geschafft, ein Telefon klinisch totzukriegen? So, daß es nicht nur fiept, weil es Hunger hat, sondern es sich nach dem Auflegen schlicht abschaltet?) die Notizen, die sie, Malicean und ich auf der Fahrt nach Reisbach relativ wild durcheinander gewürfelt auf Bookies Ei-Pätt abgelegt hatten (das Schwesterchen mal mehrfach dafür niederknuffelt, und Malicean gleich mit) zu sortieren und sogar zu ergänzen. Jetzt muß ich nur noch Zeit zum Schreiben finden...
mastedisk: Vielen Dank für das Lob! Ich hoffe, die nächsten Kapitel haben dir genauso gut gefallen? Ich würd mich über weitere Reviews von dir freuen! :o)
Vor knapp einem Monat fand die Spielemesse in Salzburg statt – ein fantastisches Event! Ich habe immer noch ein Treteimergrinsen im Gesicht, wenn ich daran denke... Einige Bilder gibt es auf DeviantArt anzusehen, außerdem drei kurze Vignetten, die alle zusammengehören und auf einem der Bilder basieren. Und ich hoffe, bald den Besuchsbericht fertig zu haben (… und auch den für die Swiss Fantasy Show in Morges... und der für den Bayernpark muß auch noch an den Admin zum Hochladen geschickt werden... Note to self: Machen. Am nächsten Wochenende.)
Dieses Kapitel widme ich dem Rest der schwarzen Schwesternschaft – danke, daß es euch gibt, ihr Lieben!
Kapitel 84
Zwei Tage später schwebte die EXECUTOR im Orbit um Naboo. Die PRIDE verließ sie kurz nach dem Eintreffen und steuerte Theed an, und ein Lambdashuttle folgte ihr eine knappe Stunde später.
„Keiner von euch wird in diesem Hotel etwas zu sich nehmen, verstanden?" schärfte Vader, der im Pilotensessel saß, seinen Begleitern ein. „Es mag unhöflich sein, aber nicht wir haben dieses Hotel ausgesucht. Und haltet eure Schilde dicht. M'Sekhmet ist vielversprechend, aber Nokan-Ner ist ein Opportunist und käuflich. Laßt euch nicht provozieren – von keinem der beiden."
„Wir überlassen das Reden dir und bleiben brav im Hintergrund." Luke grinste Arik zu, der neben ihm saß; Mara rollte mit den Augen.
„Keine Sorge, Mara.", kam es umgehend trocken von Vader, obwohl dieser sich nicht umgedreht hatte. „Wenn er gar zu frech wird, überlasse ich ihn euch, zum spielen."
„Aber nicht vorher kaputtmachen!" verlangte Mara.
„Kann ich nicht versprechen." Vader klang nicht eine Spur bedauernd.
„Und was ist mit Max und mir, Onkel D?" erkundigte Jix sich.
„Ihr repräsentiert das Imperium."
„Militär?" Jix runzelte die Stirn. „Hältst du es für klug, dem Ganzen den Anschein eines Militärstaates zu geben?"
„Noch sind wir das. Aber ihr beide werdet auch ein Teil meiner zukünftigen Regierung sein."
„Nur müssen wir ihnen das nicht unbedingt auf die Nase binden.", brummte Veers.
„Nein. Und wenn wir schon mal dabei sind: ich bin ihnen keinerlei Rechenschaft schuldig." Vader konsultierte seine Bildschirme, um die Landezone zu finden. „Ah, hier. Ein Landeplatz ist freigeräumt… aber soviel zum Thema ‚Unauffälligkeit'. Verflucht noch eins!"
Das ausgewählte Hotel war keins der größten oder nobelsten, aber es machte einen guten, gepflegten Eindruck und lag in einem der Gartenviertel Theeds – rückseitig zu einem der weitläufigen Parks, die Front einem hübsch gestalteten Platz zugewandt. Und dieser Platz war nun ausreichend groß abgesperrt, um das Shuttle landen zu lassen, und gesäumt von Sturmtruppen – beides zusammen hatte jedoch die Massen angelockt, und es wurden noch mehr, als nun die elegante, weiße Fähre niederging und die Schwingen an die Hauptfinne anklappte.
Vader seufzte, erhob sich und ließ die Rampe herunter. „Bringen wir es hinter uns."
Als er seinem Vater die Rampe hinunter folgte, spürte Luke dessen Besorgnis – nicht um sich selbst, weniger auch um ihn, Luke, als vielmehr um Veers, der über keine Jedisinne verfügte und Angriffen schutzloser ausgeliefert war als sie. Wortlos bewegte er sich auf Max' andere Seite und streckte ebenfalls seine mentalen Fühler aus, nahm jedoch nur Aufregung, ein wenig Nationalstolz und Neugier wahr.
Vader hielt sich nicht lange auf. Er blieb kurz stehen, ließ einen Blick über die Massen schweifen und nahm zur Kenntnis, daß einige niederknieten, andere jedoch nicht. Dies – zum Erstaunen der rebellischen Einwohner – ignorierend, steuerte er mit seinen üblichen, weitausgreifenden Schritten und wehendem Mantel das Hotel an.
Die Türen standen weit offen, links und rechts flankiert von Sturmtruppen. Im Inneren wurden sie von der gesamten Belegschaft erwartet, die sofort und synchron auf ein Knie niedersanken, den Kopf gesenkt. Zu seinem Erstaunen spürte Luke Stolz, daß ihr Hotel ausgewählt worden war, Neugier – was natürlich war – und erstaunlich wenig Nervosität oder Angst. Woran lag das?
„Willkommen, Sire, meine Herren.", sagte der Hotelmanager, ein Naboo von etwa dreißig Jahren, der an der Spitze seines Trosses kniete, und sah auf – mit einem Lächeln, was nicht nur Luke überraschte. Er sah zu seinem Vater hinüber und spürte außerdem noch ein klein wenig Misstrauen und Vorsicht – was sich allerdings schnell wandelte: in Verblüffung und Trauer, als der Manager weitersprach. „Mein Name ist Kiran Naberrie. Ich fühle mich geehrt, Euch in diesem Haus begrüßen zu dürfen."
Vader zögerte nur den Bruchteil einer Sekunde – und ungefähr genauso lange brauchte Luke, um zu begreifen, was ihn so entsetzt hatte. Naberrie. Der Mädchenname seiner Mutter. Dies musste ein Verwandter sein!
Mit einer Geste hieß der dunkle Lord sie aufstehen. „Ich bin überzeugt, daß dieses Haus adäquat für das Treffen ist und die Begegnung… erfolgreich sein wird." Er war äußerlich ruhig und gelassen, doch durchbohrte er den Manager mit Blicken. Weißt du, wer ich bin? Diese Frage marterte ihn.
„Unser Hotel ist für Geschäftstreffen konzipiert, Euer Majestät, anders als beispielsweise die Häuser im Seendistrikt.", erwiderte der Manager ruhig, mit fester Stimme. „Wir stehen Euch gänzlich zur Verfügung und werden alles tun, was in unserer Macht steht, um Eure Besprechung zum Erfolg zu führen." Ein kleiner, subtiler Hinweis, der nur für Vaders Ohren bestimmt war und ihn an unbeschwerte Tage mit Padmé erinnerte. Sicher gab es dort, im als Urlaubsziel überaus beliebten Seendistrikt, auch Hotels, aber das Haus, in dem sie damals logiert hatten, war in Privatbesitz gewesen. Der Mann wusste, wer er war, und versicherte ihn seiner Unterstützung… aber warum, beim Schöpfer? Dies konnte nur bedeuten, daß Padmés Eltern nicht wussten, wie sie ums Leben gekommen war. Sollte Kenobi so nachlässig – oder so gnädig gewesen sein? Oder hatte Palpatine seine Hand im Spiel gehabt?
Er war so beunruhigt, daß er etwas tat, was ein Lord Vader ohne zu zögern getan hätte – ein Kaiser jedoch eigentlich nicht tun durfte. Er winkte den Mann heran und einen Schritt beiseite.
„Ihr wisst ein klein wenig zuviel für meinen Geschmack, Naberrie.", grollte er so leise, daß es sonst niemand mitbekam – seine Padawane einmal ausgenommen. „Woher?"
Der Manager war ein wenig blasser geworden, schien aber immer noch ruhig und gefasst. „Padmé war meine Lieblingscousine, Sire.", antwortete er ebenso leise. „Ich war noch sehr jung damals, aber ich liebte sie sehr und fragte sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit über sie und das Leben auf Coruscant aus. Und sie vertraute mir einige Dinge an, die sie sonst niemandem sagte – daß sie Euch liebte, einen Jediritter, und später, daß sie schwanger von Euch war und Ihr sie geheiratet hattet, hier, auf Naboo, in aller Heimlichkeit." Vader fühlte das Blut aus seinem Gesicht weichen und wahrte nur mit Mühe den Anschein der Ruhe. „Sie hat mir auch erzählt, daß sie sich um Euch sorgte, weil Ihr so nah am Kaiser wart, dem sie misstraute, und er Euch beeinflusste. ‚Er verändert sich, Kiran.', sagte sie. ‚Aber ich liebe ihn, und er liebt mich. Er wird mir niemals etwas tun, das weiß ich.' Sie hat Euch immer geliebt, Mylord."
Vader rang um Beherrschung. „Aber hat Kenobi nicht erzählt, wie es dazu kam, daß… sie starb?" Er benötigte alles an Kraft, um seine Stimme ruhig zu halten, als diese zu brechen drohte.
„Doch, das hat er, Sire." Naberrie blieb ruhig. „Er erzählte, daß Ihr sie getötet habt – so schwer verwundet, daß sie starb, sobald die Kinder auf der Welt waren."
„Und Ihr habt ihm nicht geglaubt?"
„Ihre Eltern glaubten es. Ich nicht, Sire. Ich wusste mehr als sie… mehr über Euch." Kiran schluckte. „Was auch immer dort geschah, ich bin überzeugt, es war ein Unfall… oder ein Missverständnis. Und Kenobi log – oder bog die Wahrheit so, wie es ihm passte."
Vader schwieg, nickte nicht einmal, doch dem jüngeren Mann schien dies Bestätigung genug. „Dieses Haus ist ein sicherer Hafen, Mylord. Ich bin sehr stolz, Euch persönlich sprechen zu dürfen – stolz über die Ehre, die Ihr unserem Haus mit Eurer Anwesenheit erweist. Ich werde helfen, wo ich kann. Wir haben ein Auge auf… Ecken und Kanten." Unauffällig ließ er den Blick schweifen, in die Tiefen der Halle hinter Vader, und hob leicht das Kinn in diese Richtung.
Der dunkle Lord starrte den Mann vor ihm an wie eine Erscheinung. Nach einem langen Moment nickte er langsam.
„Ihr habt Recht.", sagte er dann leise. „Ich liebte sie sehr. Und es war… ein Missverständnis. Eines, das mich immer noch quält, nach all den Jahren." Er wandte sich ab, ließ seinen Blick über die Hotelhalle gleiten, in der auffallend viele auffallend unauffällige Männer saßen, die aber scheinbar nicht zum Personal gehörten, und nun war es an Kiran, ihm nachzustarrten und sich zu fragen, ob er richtig gehört hatte, während Vader eine junge Angestellte ansprach, die vor Schreck beinahe einen Ohnmachtsanfall erlitt. „Ich denke, wir werden erwartet. Führt uns."
Der Besprechungsraum ging auf den Park hinaus und bot einen wahrhaft überwältigenden Ausblick, der Augen und Seele erfreute. Es waren bereits mehrere Personen dort versammelt, die sich nun dem Eingang zuwandten, als Vader und sein Gefolge eintraten.
M'Sekhmet war von feliner Rasse. Sie war groß, sogar einige Zentimeter größer als Vader, und trug – aus Überzeugung oder als Herausforderung – eine Jedirobe, ebenso wie alle anderen in diesem Raum, mit einer Ausnahme. Ihr Pelz war von einem warmen, seidig glänzenden Grau, ihre Augen groß und golden. Die mit feinem Haar bedeckten, spitzen Ohren legten sich für einen kurzen Moment eng an den Kopf an, doch sie entspannte sich beinahe umgehend wieder und richtete sie auf. Als sie den Blick über die Eintretenden gleiten ließ, bildete ihr langer Schweif eine amüsierte Helix; sie lächelte und entblößte dabei einen beeindruckenden Satz milchweißer Fangzähne.
Bis auf eine Person im Raum waren alle Anwesenden von ihrer Art, mussten also Verwandte sein – Kinder, vermutlich, vielleicht auch der oder die Kindsväter und Ziehmütter. Alles in allem waren es über ein Dutzend, alle in Jediroben, und alle mit einem Lichtschwert an der Seite.
Die einzige Ausnahme war ein menschlicher Mann, der sich ein wenig abseits der Gruppe hielt. Luke schnappte nach Luft, als er ihn bemerkte – er hatte noch nie einen so schönen Mann gesehen, und selten hatte ihn ein Wesen so stark angezogen wie dieses. Auch er war groß und schlank, mit breiten Schultern und schmalen Hüften, überaus elegant gekleidet, ohne geckenhaft zu wirken, und langes, lackschwarzes Haar fiel ihm bis fast zur Taille über den Rücken. Er lächelte gewinnend, als sie eintraten, und wandte sich ihnen offen und aufmerksam zu. Und dennoch… er fühlte sich gleichermaßen angezogen und abgestoßen, etwas warnte ihn vor ihm.
„Reiß dich zusammen…", sang Arik neben ihm leise und legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Kämpf dagegen an. Er versprüht Pheromone wie ein Falleen!"
„Was?" murmelte Luke irritiert.
„Sexuelle Lockstoffe. Eine Eigenart seiner Rasse. Es verwirrt den Gegner, schwächt ihn, macht ihn angreifbar."
„Ich WEISS, was Pheromone sind!", knurrte Luke. „Mir war nur nicht bewusst, daß es intelligente Wesen gibt, die das tun."
„Leider ja." Arik schien ihm den Anraunzer nicht übel zu nehmen. „Aber Falleen sind noch schlimmer."
„Er sieht fantastisch aus – aber irgendwas an ihm stört mich. Keine Ahnung, was."
Arik wusste, was es war, aber er würde es ihm nicht sagen – noch nicht. Luke musste selbst darauf kommen, daß er verliebt war… und in diesem Fall die Pheromone nutzlos waren. Das war der große Unterschied zwischen den beiden Rassen: bei den Falleen wirkten sie selbst dann noch, und es war einzig von der Willensstärke des „Opfers" abhängig, ob es widerstehen konnte oder nicht.
Vader war ebenfalls stehengeblieben und musterte die Anwesenden kurz. Für einen Moment war die Spannung im Raum fast sichtbar – auch wenn sie nichts Bedrohliches hatte, wundersamerweise. Lediglich Nokan-Ner, der seltsamerweise keine Waffe trug, jedenfalls nicht offen, schien nervös, M'Sekhmet und ihre Familie waren sämtlich bewaffnet, aber absolut entspannt und neugierig.
Der dunkle Lord nahm dies zur Kenntnis, ebenso überrascht wie erfreut, bevor er den beiden zunickte, wegen der er hergekommen war. „M'Sekhmet. Nokan-Ner."
„Vader." Die Felidin schien gänzlich unbeeindruckt und unvoreingenommen, als sie nun mit dem wiegenden, schwebenden Schritt ihrer Rasse vortrat und sich ihm näherte. „Ich muß sagen, die Einladung hat mich sehr überrascht."
„Ich hoffe stark, daß ich noch mehr von uns überraschen – und überzeugen kann.", erwiderte Vader ruhig.
„Warum will der Zerstörer des Ordens ihn wiedererrichten?" ließ sich Nokan-Ner vernehmen, der ein wenig mehr Abstand hielt.
„Aus vielerlei Gründen.", kam die gelassene Antwort. „Zum Beispiel aus dem Allereinfachsten: weil es uns gibt. Und weil jeder Machtbegabte ausgebildet werden muß, um sich selbst und andere um ihn herum nicht zu gefährden. Aber ich werde garantiert nicht zulassen, daß es derselbe verbohrte, engstirnige Haufen wird, der es vor der Säuberung war. Keine schöngefärbte „Lichtschwertdiplomatie" mehr, die von Friedensbringern weit entfernt ist. Wenn Härte notwendig ist, soll sie auch so genannt werden und gezielt eingesetzt. Wenn sie vermieden werden kann, dann ist dieser Weg auf jeden Fall vorzuziehen. Kein Zölibat mehr. Kinder sollen nicht mehr aus der Wiege ihren Eltern entrissen werden, Ältere nicht abgewiesen, weil sie „zu alt" seien. Im Gegenteil – diese sollten extra vertieften Unterricht bekommen. Kein pauschales Ablehnen dunkler Techniken – und sie unter anderem Namen dennoch anwenden. Und so weiter."
„Hehre Ziele, die ich sofort unterschreiben würde.", meinte M'Sekhmet. „Was noch?"
„Das wird sich finden – zusammen mit dem neu zu besetzenden Rat."
Die Schnurrhaare der Katze wölbten sich erstaunt nach vorn. „Ihr wollt wieder einen Rat einsetzen?"
„Natürlich. Die Leitung der Akademie selbst wird mein Sohn übernehmen, aber die Geschicke der Machtbegabten sollten wie früher mehr als einer leiten." Er sah sie an und zitierte einen alten Lehrspruch: „Ich erfreue mich an unseren Unterschieden."
„…denn sie sind nicht Fluch, sondern Reichtum.", ergänzte sie. „Sehr gut. Wen habt Ihr dafür im Auge?"
„Mich, Nejaa, Euch, wenn Ihr wollt – das weitere wird sich entscheiden, wenn wir noch ein paar Ritter oder Meister gewinnen konnten."
„Das wird schwierig werden.", ließ sich Nokan-Ner vernehmen. Seine Stimme war auf erster Ebene freundlich und höflich, doch er machte sich nicht die Mühe, sein Misstrauen und seinen Haß allzu tief zu vergraben. „Schließlich habt Ihr die meisten von uns umgebracht."
Vader unterdrückte sowohl das Seufzen, das in ihm aufstieg, als auch den Zorn, der sich heißglühend zu sammeln begann. „Das ist nicht korrekt, Nokan-Ner. Ich zeichne verantwortlich für die Säuberung des Jedi-Tempels und den Tod der meisten, die noch hier waren – darunter die Jünglinge. Das ist wahr. Aber all die Meister und Ritter, die auf Außenmission in den Klonkriegen waren, wurden von den Klontruppen getötet, als Order 66 aktiviert wurde."
„Und die, die den Krieg überlebten, verborgen in irgendwelchen Verstecken, und danach von Euch gejagt und erlegt wurden wie Tiere?"
Die Antwort ertönte als tiefes Grollen. „Ich befolgte Befehle meines Meisters – eines Meisters, der nicht sehr geduldig war und Fehler oder Versäumnisse nicht verzieh. Und dennoch tötete ich nicht jeden, der auf seiner Liste stand, obwohl ich in den meisten Fällen die Möglichkeit gehabt hätte. Ungefähr ein Zehntel entkam auf wundersame Weise."
„Ihr wollt behaupten, Ihr habt willentlich Befehle missachtet?" Nokan-Ner runzelte ungläubig die Stirn. „Ihr meint, Ihr habt versagt. Sie waren Euch über. Oder Ihr wusstet nicht wirklich, wo sie waren."
Vader wandte sich ihm zu, setzte sich in Bewegung und minimierte den Abstand zwischen ihnen mit langsamen, gleitenden Schritten, die dem Anschleichen eines Raubtieres nicht unähnlich waren. „Ihr habt bis vor drei Jahren und fünf Monaten auf Malastare gelebt, zusammen mit Eurer Frau und drei Kindern." Seine Stimme war samtig und weich, doch das Grollen schwang immer noch mit. Eine Drohung. „Dann wurde Euer Ältestes verletzt – ironischerweise bei einem Podrace - und Ihr habt Malastare verlassen und seid nach Sullust neun gezogen, wo Ihr bis heute lebt. Korrekt?"
Nokan-Ner war blaß und blasser geworden. Wo er anfangs noch versucht hatte, Vader standzuhalten und stehenzubleiben, wich er nun zurück, bis er mit dem Rücken an eine Wand stieß. M'Sekhmet und ihre Brut beobachteten ihn mitleidslos.
„Korrekt.", krächzte er nun heiser. „Aber warum…?"
„Warum Ihr noch lebt, wenn ich genau wusste, DASS Ihr noch lebt und wo?" Vader schnaubte. „Aus demselben Grund, aus dem auch die anderen Jedi noch leben: Ihr, sie habt Familie. Eure Kinder wurden bereits damals gezeugt und teilweise geboren, als der Orden noch existierte. Ihr habt Euch gegen ihn gestellt, seine Lehren in Teilen in Frage gestellt und Euren Kopf benutzt, anstatt alles blind und dumm nachzuplappern, was man Euch lehrte. Darum."
„Beeindruckend, Vader.", warf M'Sekhmet belustigt ein. „Ich sehe, Ihr habt Eure Hausaufgaben gemacht, im Gegensatz zu Eurem Vorgänger. Ich nehme an, mit der Rebellion verhält es sich ähnlich?"
„Aber, aber…", brummte Vader im selben Tonfall. „Ich werde doch nicht alle meine Geheimnisse verraten."
Die Katze musterte ihn nachdenklich. „Ich nehme ebenfalls an, Palpatine war über Eure scheinbaren Misserfolge nicht sonderlich amüsiert."
Vader unterdrückte mit Mühe ein Schauern des Abscheus in der Erinnerung an die Strafen, die er erlitten hatte. „Nicht… wirklich. Sagen wir einfach, dieser Anzug war abgesehen von Mustafar mehr als einmal und in mehr als einer Beziehung notwendig. Palpatine war recht kreativ, was Strafen anging."
Luke und Arik wurden blasser, als sie einige der Bilder auffingen, Mara, die nicht so begabt war, was Telepathie anging, spürte dennoch die Schwingungen und runzelte die Stirn.
„Nun gut." M'Sekhmet befand es an der Zeit, das Thema zu wechseln. „Wollt Ihr uns nicht Eure Begleiter vorstellen?"
„Und umgekehrt.", versetzte Vader.
„Das ist einfach.", lachte sie und wies mit einer großen Geste auf ihr Gefolge. „Mein Clan – besser gesagt, ein Teil davon. Alle hätten nicht ins Schiff gepasst. Dies ist meine Älteste, M'Bruna." Sie wies auf eine schlanke, hochgewachsene Frau an ihrer Seite, dann auf den Rest. „Meine anderen Töchter… zwei Stillmütter… meine Söhne… die Väter."
Luke grinste verhohlen, als er die Reihenfolge der Vorstellung bemerkte ebenso wie die Tatsache, daß nur die zweite der Rangfolge mit Namen vorgestellt wurde – und daß die Söhne zwar an vorletzter Stelle, aber noch vor ihren Vätern genannt wurden. So ein Matriarchat war schon eine witzige Sache.
Vader, der das bereits kannte, zeigte sich nicht überrascht und nickte M'Bruna höflich zu, bevor er seinerseits vorstellte. „Einer meiner Stellvertreter, General Maximilian Veers. Meine Padawane, Luke, Arik und Mara. Mein Adjutant, Wrenga Jixton. Und Nejaa Halycon, den Ihr kennen dürftet."
Daß er, wie Arik und Mara, nur mit dem Vornamen vorgestellt wurde, sagte Luke, daß sein Vater Nokan-Ner misstraute. Allerdings fragte er sich halb amüsiert, halb eingeschnappt, ob die Reihenfolge in einem besseren Falle dieselbe gewesen wäre… Vermutlich ja, sagte er sich. Max war nicht machtbegabt, sein Verhältnis zu ihm war ein viel zerbrechlicheres, ungewollt distanzierteres und dennoch engeres als zu ihm. Er würde wohl immer an erster Stelle kommen, aus verschiedenen Gründen.
„DREI Padawane, Vader?" Nokan-Ner zog erstaunt eine Augenbraue hoch.
„Ja. Und?" versetzte der dunkle Lord angriffslustig. „Ich sagte doch, ich werde die Regeln ändern. Zudem bin ich derzeit noch der einzige, der unterrichten kann. Und diese drei brauchen Unterricht."
„Liebes Bisschen, hab dich nicht so, Ner!", fauchte M'Sekhmet, die Ohren flach am Kopf. „Sei lieber froh, daß die drei überhaupt ausgebildet werden!"
„In den dunklen Künsten – vergisst du, was er ist?", fauchte dieser zurück. Seine perfekte Maske verrutschte ein wenig und zeigte ein hässliches Gesicht der Missgunst.
M'Sekhmet und Vader wechselten einen Blick. „Hast du denn gar nichts gelernt?" fragte die Katze schließlich, der Schweif vor Erstaunen und Entrüstung aufgeplustert. „Kannst du es nicht spüren? Nur in der kleinen Weiblichen ist ein wenig Dunkelheit, in den anderen beiden nicht. Und du willst ein Meister - "
Veers trat vor und bewies einmal mehr, daß er ein Händchen für Diplomatie hatte. „Bitte, Herrschaften. Dieser Streit führt doch zu Nichts. Haben wir nicht noch Wichtigere Dinge zu besprechen?" Furchtlos stand er zwischen ihnen, sie abwechselnd ansehend, obwohl beide die Hand auf dem Griff ihrer Schwerter hatten – nun konnte man auch sehen, wo Nokan-Ner seines versteckt hatte: im Ärmel, wie einst Palpatine.
Vader stand reglos hinter ihm, doch Luke, der ebenso wie Arik wachsam das Geschehen verfolgte, konnte spüren, daß jeder Muskel seines Vaters zum Zerreissen gespannt war. Sollte einer der beiden Kontrahenten auch nur mit einer Wimper zucken, wäre Max schneller auf der anderen Seite des Zimmers, als er blinzeln konnte.
M'Sekhmet nahm dies ebenso erstaunt zur Kenntnis wie Nokan-Ner. Beide warfen Vader, der zuließ, daß einer seiner Generäle das Wort ergriff und die Führung übernahm, verdutzte Blicke zu und entspannten sich dann langsam.
„Danke.", sagte Veers schlicht mit einem freundlichen Lächeln und wies auf den Konferenztisch. „Darf ich dann bitten, Platz zu nehmen, damit wir beginnen können?" Er wandte sich zu Vader um und trat mit einem Grinsen, das er vor den anderen in einer knappen Verneigung verbarg, beiseite.
Vader, unter seinem Helm mittlerweile ebenfalls breit grinsend, ging gelassen auf den Tisch zu und nahm an einer der Kopfseiten Platz, die anderen folgten einer nach dem anderen, Jix, der zum Schriftführer verdonnert worden war, zog ein Datenpad heraus. (Vader hatte später Gelegenheit, Jix' unverfälschte Notizen zu lesen, bevor dieser sie murrend und seufzend in das übersetzte, was sein Chef als „vernünftige Sprache" bezeichnete, und amüsierte sich köstlich über Sätze wie diese: „1) D schwingt Verkaufsreden, faltet Schnösel zusammen, das Kätzchen scheint ganz vernünftig; 2) Schnösel muckt schon wieder auf, Loverboy geht dazwischen – Mann, hat das Onkelchen nervös gemacht – und dann setzten sich alle wie vernünftige Wesen an den Tisch…" Oh ja, der Helm HATTE seine Vorteile. Eindeutig.)1
„Punkt eins: Der Zustand des Jeditempels.", begann Vader übergangslos. „Die Renovierungsarbeiten sind bereits im Gange…"
1 Lieben Dank an meine Beta Malicean für diese herrlichen Notizen, die ich einfach zu gut fand, um sie in den Kommentaren stehen zu lassen :o)
