Malicean: Zuerst wieder den ultimativen, heftigen und dicken Umknuffler an dich: Vielen, vielen Dank für deine Kritik, deine Kommentare und Ideen! Du findest Dinge, die mir niemals aufgefallen wären, und unterbreitest mir Ergänzungen, die schlicht genial sind und die ich nur zu gerne stehenlasse! Danke! (kuß)

Mal sehen, ob ich diesmal die Trennstriche gleich alle reinkriege... ;o)

Narumi: Dein Weihnachtswunsch ist hiermit in Erfüllung gegangen - ich hoffe, das Kapitel gefällt ;o)

Die Celebration... ich hadere noch, ob ich hinfahre. Ist ja schon eine ganze Ecke weg, ein Hotel ist unumgänglich, alle Tage mitzunehmen, ist ohne Wechselkostüm nicht drin, vermutlich treten sich die Leute tot und der einzelne Trooper geht vollkommen unter... ich warte mal ab, bis mehr über das Programm bekanntgegeben wird, und entscheide dann.

Mara wird, fürchte ich, nicht so oft auftauchen – sie ist mir einfach zu fremd; ich habe zwar Romane gelesen, in denen sie vorkommt, aber irgendwie konnte ich nie groß was mit ihr anfangen. Überhaupt bin ich kein so großer Fan der Geschichten nach Endor... Na, mal sehen. Was Padmé angeht, so wäre diese Idee sehr reizvoll – aber für mich war sie definitiv nicht machtsensitiv und lebt auch nicht irgendwo im Verborgenen ;o)

Niju: Lieben Dank und willkommen! :o) Allerdings gebührt dein Lob für Jix' schräge Notizen nicht mir, sondern Malicean, an die ich es somit gerne weiterleite :o)

OBsesSeD MeGaTroN faNgiRL: M'Sekhmet ist keine Felinx, sondern eine Farghul. Wobei sie eigentlich ein Zitat auf einen meiner Charaktere aus dem Play-by-Email-Rollenspiel „Chrestonim" ist – dort gibt es eine Rasse namens Chirà, ebenfalls felidisch, die sich im Aussehen von den Farghul allerdings dadurch unterscheiden, daß sie keine langen Haare haben sondern eben wie Katzen auch am Kopf nur Fell. Die Männer sind dort eher Raub-, die Frauen mehr Hauskatzenartig.

Die Art Fregatte für die PRIDE? Örf... keine Ahnung? Wenn ich mir auf wookieepedia mal so die Auswahl ansehe, tendiere ich in Richtung der Victory II-Fregatten... Aber leider steht da nicht dabei, wie groß die Dinger sind.

Schnösel, Kätzchen und Loverboy sind in dem Fall nicht „mein" Jix, sondern Maliceans ;o) Aber ich bin stolz und glücklich, es übernehmen zu dürfen :o)

Die Drabbles – ich freu mich drauf, aber ich kenn das Zeitproblem. Und glaub mir: wenn du erst mal in Lohn und Brot stehst, hast du mindestens genausowenig Zeit zum Schreiben... :o(

Die pdf ist vermutlich nicht von irgendwo, sondern von Sol Deandes (auch ein Vader-Groupie!) StarWars-Fanfic-Archiv :o)

Auf Max' weitere Entwicklung darfst du gespannt sein... ;o) Daß ich ihn mag, merkt man ja deutlich (grinsend zu Bookie winkt)

Kiran allerdings hatte nur dieses kurze Gastspiel, sorry ;o)

Quinn: Herzlich willkommen im Kreis, und vielen lieben Dank! :o)

Die Geschichte ist ja AU, dennoch versuche ich, meine Hauptcharaktere einigermaßen original zu halten – allerdings ist das teilweise deutlich geprägt von meinem persönlichen Verständnis der Figuren nach häufigem, intensiven und – geb ich ja offen zu – Vaderlastigem Betrachten der Filme. Deshalb kann ich dir zwar versprechen, daß Yoda bald auftauchen wird – aber anders, als man ihn kennt, wenn auch so, wie ich es als logische Konsequenz in der Fortführung der Story und seines Handelns im Lauf der Filme verstehe... Ich hoffe, es gefällt dir trotzdem... (hust)

Was Mothmas Kontakt angeht, so hast du absolut Recht – es ist Xizor. :o)

Lieben Dank für die vielen Einzelreviews! Du bekommst noch Antworten drauf, versprochen, aber die besser in einer PM oder per Mail – ich hoffe, ich krieg das nächste Woche hin.

Masterdisk: Danke schön :o) Macht mir einfach Spaß, Han/Vader-Szenen zu schreiben :o)

Auf diesem Weg frohe Weihnachten an alle - ich wünsche euch entspannte Tage und eine schöne Zeit!

Dieses Kapitel möchte ich „unserem" Qui-Gon widmen – fühl dich umarmt und gedrückt, lieber Freund! Ich freue mich schon auf die nächsten Events mit dir, meinen Schwestern, seiner Lordschaft und allen anderen!


Kapitel 85

Leia hatte sich indessen auf die Suche nach Zevulon Veers gemacht, um den sie sich immer noch sorgte. Sie hatte seit dem Eklat im Besprechungsraum ein Auge auf ihn gehabt, um zu verhindern, daß Ackbar irgendeine Teufelei mit ihm anstellte, und dabei bemerkt, daß sie nicht die einzige war, die ihn beobachtete. Spontan beschloß sie, mit ihm zu reden und unter Umständen einen halben Schritt aus der Deckung zu kommen.

„Hey, Zev.", sagte sie sanft, als sie neben ihn trat. Sie hatte ihn in der Messe entdeckt und ihren Status in die Waagschale geworfen, um zwei Tassen des raren Kafs zu bekommen.

Zev schnupperte, als er aufsah, und seine Augen weiteten sich ein wenig, als er die dampfenden Becher in ihren Händen entdeckte. „Hallo, Leia… ist das wirklich Kaf?" erkundigte er sich mit der Vorsicht eines Koffeinjunkies, der nicht glauben kann, seine Droge zu bekommen. „Ich dachte, den gibt es hier nicht?"

„Eigentlich nicht." Sie grinste flüchtig. „Ich musste ein wenig… Druck ausüben, um ihn zu bekommen. Normalerweise ist er für ‚besondere Gelegenheiten' reserviert." Sie glitt in einen Sitz neben ihm und schob ihm einen Becher zu.

Milch und Zucker standen auf den Tischen, aber er ignorierte beides und nippte genüsslich an dem schwarzen Getränk.

„Herrlich, danke." Neugierig sah er sie an, die Hände um den Becher geschmiegt, als wolle er sie wärmen. „Und welcher ‚besonderen Gelegenheit' habe ich nun diesen Genuß zu verdanken?"

Sie zuckte die Schultern. „Eigentlich keiner. Naja, vielleicht, um den Ärger mit Ackbar ein wenig zu kompensieren."

Er knurrte. „Fürs Protokoll: es ist keine rassistische Aussage, sondern eine persönliche Beleidigung, wenn ich ihn als „Scheiß Fischkopf" tituliere."

Ein Lächeln zuckte um ihre Lippen, das sie schnell hinter der eigenen Tasse verbarg. „Zur Kenntnis genommen."

„Ist es denn so unverständlich für ihn, daß ich meinen Vater schützen will?"

„Für ihn, ja.", seufzte sie. „Ich für meinen Teil kann es verdammt gut verstehen." Sie beobachtete ihn genau, als sie ihm diesen Köder hinwarf, und tatsächlich schnappte er danach, ließ aber noch nicht zu, daß der Haken sich festzog.

Er sah sich schnell um, sie waren bis auf eine Handvoll Piloten an einem Tisch am anderen Ende des großen Raumes allein. Dennoch flüsterte er. „Das klingt, als hätten Sie ebenfalls einen Verwandten auf der EXECUTOR… oder irgendwo im Imperium."

„Und wenn?" versetzte sie neutral.

Er zögerte, setzte zu sprechen an, schwieg aber.

„Bereuen Sie es, hergekommen zu sein?" fragte sie leise.

Wieder zögerte er. „Ich weiß es nicht.", antwortete er dann ebenso gedämpft. „Manchmal ja. Ich weiß nicht mehr, was ich denken soll… nicht mehr, nachdem ich die neusten Nachrichten höre." Er sah sie an. „Warum, zum Beispiel, baut Vader den Jeditempel wieder auf? Und warum werden Proteste gegen ihn, Demonstrationen auf offener Straße, geduldet und nicht blutig niedergeschlagen wie früher unter Palpatine?" Er trank einen Schluck. „Solche Dinge machen mir Hoffnung – und lassen mich denken, daß ich vielleicht doch nicht hätte desertieren müssen. Daß ich im Imperium mehr bewirken könnte als hier."

„Wie Ihr Vater.", sagte Leia ruhig.

„Mein Vater…", wiederholte er langsam. „Ich frage mich, ob er zumindest zum Teil dafür verantwortlich ist, was Vader tut. Den Gerüchten zufolge ist er ihm mittlerweile sehr nah… er ist schon länger einer seiner Stellvertreter, soweit ich weiß. Glauben Sie, daß Vader irgendjemanden so nah an sich heranlassen könnte? Was da passiert, klingt nicht wirklich nach dem schwarzen Monster."

Leia zögerte, ihre Zungenspitze berührte nachdenklich ihre Oberlippe. „Was, wenn Vader gar nicht das Monster ist, für das ihn alle halten? Wie gesagt: er hatte mich schon mehrfach in seiner Gewalt. Ich lebe noch, und er hat mir keinen bleibenden Schaden zugefügt. Und als Alderaan zerstört wurde… er war damit nicht einverstanden, soviel konnte ich sehen." Noch einmal zögerte sie, entschied sich dann dafür, ihm einen weiteren Brocken hinzuwerfen. „Er stand hinter mir, als Tarkin den Feuerbefehl gab und mich zwang, zuzusehen. Er… legte mir eine Hand auf die Schulter, ganz so, als wolle er mir sagen, daß es ihm leidtäte… und er bedaure, es nicht ändern zu können. Er stützte mich, in gewisser Weise. Und ganz ehrlich: die Flucht vom Todesstern war viel zu einfach. Ich glaube mittlerweile, er hat uns entkommen lassen. Absichtlich. Als… Entschädigung? Als Chance, weiterzumachen?"

Zevs Augen wurden immer größer. „Das soll Vader getan haben? VADER?" Er schüttelte den Kopf. „Unmöglich."

„Nein." Sie seufzte. „Ich habe mich wieder und wieder gefragt, warum er mich nicht getötet hat, als er mich in seiner Gewalt hatte – einmal auf der DEVASTATOR und dem Todesstern, und dann wieder auf Bespin. Schließlich hat er uns exzessiv gejagt. Aber die Folter, der Han und ich unterworfen waren, war bei genauerer Betrachtung ein Witz, gemessen an seiner Person und seinem Ruf und meiner – ganz unbescheiden gesagt – Bedeutung für die Rebellion. Und Sie wissen selbst, daß die Armee des Imperiums kein Haufen tumber Toren ist, nicht mehr als jede andere auch. Denken Sie wirklich, die sind so blöd, daß ihnen gleich zweimal wichtige Gefangene entkommen? Was würden SIE tun, wenn Sie mich gefangen hätten?"

Zev nickte langsam. „Hochsicherheitstrakt, doppelte Wachen, Monitore, ein Sender am Gefangenen, den dieser nicht entfernen kann – ein Halsband oder eine Fußfessel, zum Beispiel. Notfalls unter Betäubung halten. Solcherlei Dinge."

„Eben. Und was tat er? Nichts dergleichen. Ich sage doch: viel zu einfach."

„So gesehen…", begann Zev zögerlich.

Leia brummte und nippte am Kaf, innerlich äußerst zufrieden. Der Same des Zweifels war gepflanzt und keimte bereits.

Erneut sah Zev sich vorsichtig um, was die Prinzessin dazu brachte, sich noch ein wenig weiter vorzuwagen. Sie berührte ihn am Ärmel und zog einen Kommunikator aus der Tasche, den sie ihm zeigte, bevor sie ihn wieder verschwinden ließ. „Störsender.", sagte sie leise. „So kodiert, daß er nicht auffällt. Wenn es hier Wanzen gibt, bekommen die Lauscher nichts mit." Daß es tatsächlich welche gab, konnte sie spüren – diesen nützlichen Trick hatte ihr Vater ihr gezeigt, bevor sie flog.

„Und die Kameras? Das wird sie nur noch misstrauischer machen, wenn sie sehen, daß wir uns unterhalten…"

Sie schüttelte den Kopf. „Keine Kameras."

„Woher wissen Sie - "

Sie seufzte. „Ich weiß es einfach. Vertrauen Sie mir."

„Und die da hinten?" Er deutete auf die kleine Gruppe Piloten.

Sie warf einen Blick hinüber. Hm. Unschön. Zu weit weg, um mitzuhören, aber sie wurden gesehen… Schließlich zuckte sie die Schultern. „Sie sind neu, unsicher, hadern vielleicht mit Ihrer Entscheidung. Und ich? Bin neugierig, was einen Offizier der Imps zu uns treibt. Sollte Grund genug sein."

„Na schön." Er war misstrauisch, aber vermutlich dachte er, sie hätte bezüglich der Wanzen irgendwo einen Zuträger unter den Technikern sitzen. „Selbst wenn ich zurück wollte… es gibt kein Zurück, oder?"

„Warum nicht? Ich denke, es ist schwerer, aus dem Imperium zu fliehen als aus der Rebellion."

„Und wie sollte ich das anstellen, wieder zurückzugelangen? Ich bin ein Deserteur und werde gesucht."

Sie schürzte die Lippen. Gutes Argument. Zeit für einen weiteren kleinen Brocken. „Vielleicht kann ich etwas… arrangieren. Aber ich brauche Zeit."

Seine Augen wurden wieder groß und rund. „Also doch."

„Also doch was?"

„Also doch jemand im Imperium. Ein Verwandter? Ein Freund?"

Sie schnitt eine Grimasse. „Beides."

„Und warum sind Sie dann noch hier?" Eine Augenbraue wanderte steil nach oben. „Uh-oh. Ein Spion, hm?"

Ihr wurde heiß und kalt – sie war zu weit gegangen. Vater wird nicht erfreut sein. „Zev, ich…"

Er grinste. „Keine Sorge, Leia. Sie helfen mir hier raus – und ich halte den Mund. Einverstanden?"

Sie seufzte. „Einverstanden." Ganz und gar nicht erfreut.

Keiner von beiden bemerkte die Augen, die immer wieder aufmerksam auf ihnen ruhten.


„Sie sind sicher?", fragte Madine zehn Minuten später misstrauisch.

„Ganz sicher." Der Humanoid, der vor ihm und Mothma stand, sah nicht nur rattenähnlich aus, er hatte auch dieselben negativen Eigenschaften, die man dieser Art zuordnet – verschlagen, hinterhältig, auf seinen Vorteil bedacht… und nicht wirklich dumm. Ganz im Gegenteil. „Die Prinzessin und der Imp haben mindestens eine Viertelstunde lang die Köpfe zusammengesteckt. UND sie hat ihm Kaf mitgebracht." Bei diesen Worten schwang eindeutig Neid mit.

„Kaf?" Madine war nur wenig amüsiert, mehr beunruhigt.

„Ja, Kaf. Klingt für mich entweder nach Bestechung oder Einschleimerei."

„Danke, Banth. Halten Sie weiterhin die Augen offen – es soll Ihr Schaden nicht sein.", sagte Mothma mit der sanften Stimme, die sie immer gegenüber ihren Untergebenen benutzte. Sie sollte Leichtgläubige täuschen und ihnen die schwache Frau vorgaukeln, die sie ganz und gar nicht war.

Ein kleiner Beutel wechselte diskret den Besitzer, der Rattling verneigte sich mit gefletschten Zähnen, was wohl ein Lächeln darstellen sollte, und verließ den Raum.

„Was denkst du?" Mothma wandte sich ihrem Geliebten zu, der sich nachdenklich mit einem Finger gegen das Kinn tippte.

„Sorge um Skywalker, vielleicht? Könnte sein, sie nimmt an, das Imperium habe ihn geschnappt – daß die Verhandlungen auf Desevro sabotiert wurden. Wurden sie ja auch – wenngleich nicht so, wie man denkt."

Mothma schürzte die Lippen. „Möglich. Aber irgendetwas sagt mir, daß es nicht das ist… oder nicht nur das."

„Was denn noch?"

„Solos Befreiung kommt mir immer noch sehr verdächtig vor. Das ging viel zu leicht, viel zu einfach… niemand marschiert einfach so durch einen vollbesetzten huttischen Palast, befreit einen in Karbonit eingefrorenen Gefangenen und hinterlässt nur Leichen und einen rauchenden Schuttberg. Du hast die Bilder gesehen."

Madine brummte. „Ja." Oh ja, er hatte sie gesehen – zur Verfügung gestellt von Mothmas ominöser Quelle und ihrem geheimnisvollen Mäzen. „Und die Geschichte mit Fett?"

Mothma zögerte. „Nun ja – er wäre der Einzige, der so etwas schaffen könnte. Und den Berichten zufolge war er während des fraglichen Zeitraums tatsächlich dort. Aber warum sollte er mit der Prinzessin Geschäfte machen?"

„Soweit ich weiß, macht er Geschäfte mit jedem, der ihn bezahlen kann."

„Mag sein. Aber vielleicht kann meine Quelle doch noch mehr herausfinden… ich werde nachfragen."

Sie verließen den Raum – und keiner von beiden hatte die Augen bemerkt, die die ganze Zeit aufmerksam ihr Gespräch verfolgt hatten.


„Sollen wir sie warnen, Mylord?" fragte die Stimme aus dem Kommunikator ungefähr eine Stunde später. Vader starrte nachdenklich auf das Bild des Noghri auf dem Display seines Kommunikators und warf Veers, der in dieser Verhandlungspause neben ihm in einem kleineren Besprechungsraum des Hotels saß, einen Blick zu.

„Nein… nein, noch nicht.", entschied er dann. „Haltet weiterhin die Augen offen. Seid ihr einigermaßen sicher?"

Der Noghri schnaubte abfällig. „An Bord jedes imperialen Sternzerstörers wären wir schon längst entdeckt worden. Für eine derart paranoide Truppe sind sie innerhalb ihres Stützpunkts erstaunlich blind."

Vader schmunzelte über den Stolz in der Stimme seines Agenten und sparte sich den Hinweis, weiterhin vorsichtig zu sein – er wusste, daß sie es waren. Der Erfolg der Mission ging ihnen über alles. „Habt ihr zusätzlich noch Wanzen platziert?"

Das Wesen schüttelte den Kopf. „Nein, zu riskant. Wir bleiben immer in Bewegung, sind mal hier, mal dort, deshalb entdeckt man uns nicht. Statische Dinge jedoch würden von den Droiden aufgespürt."

Vader nickte. „Danke, Sakhisakh. Halte mich auf dem Laufenden. Ich werde mir etwas einfallen lassen, sollte es eskalieren."

„SOLLTE es eskalieren, wird die Mal'ary'ush umgehend dort herausgeholt, Mylord." Der Noghri blinzelte unsicher, außer Vader konnte er niemanden sehen, auch wenn er wusste, daß Veers dort war. „Und nach Möglichkeit auch ihre Freunde." Er verneigte sich und unterbrach die Verbindung.

Vader legte den Kommunikator weg und seufzte. „Verdammt."

„Leia ist sicher, Dava.", bemerkte Veers ruhig, in seinem Stuhl zurückgelehnt, die Arme auf den Lehnen.

„Um sie mache ich mir weniger Sorgen.", brummte Vader. „Mehr um Zev. Ich fürchte, er wird zum Spielball zwischen der Allianz und uns werden – und ich fürchte, er wird dabei Schaden nehmen."

Max schloß kurz die Augen, blieb aber ruhig, das Gesicht sonst unbewegt. „Es ist Krieg. Wir alle wussten, worauf wir uns einlassen. Er ist Soldat, er ist Offizier – er kennt seine Pflicht."

„Das würde ich unterschreiben, wäre er noch an Bord eines unserer Schiffe. Aber das ist er nicht."

„Umso schlimmer. Er ist desertiert." Veers' Stimme war emotionslos, doch seine Augen straften ihn Lügen – allerdings war das nur zu sehen, wenn man ihn sehr gut kannte. Und Vader, als Empath, konnte jedoch nur zu gut spüren, daß sein Partner gerade innerlich am Verbluten war, weil sein einziges Kind allem ins Gesicht gespien hatte, wofür er lebte ...(1) verraten hatte, wofür er stand ... mit Füßen getreten, was er repräsentierte … und worauf er, verdammt noch mal, immer schon und immer noch stolz war! Veers schloß kurz die Augen, atmete tief durch, versuchte, sich noch weiter emotional abzugrenzen und soweit wie möglich zu distanzieren. Er war schließlich zuallererst ein Offizier des Imperiums, der -

Vaders sonore Stimme schnitt scharf wie ein Vibromesser in seine Gedanken. „Verdammt, Max, hör auf damit! Er ist dein Sohn!"

„Er ist ein Deserteur. Rein rechtlich gesehen. Und ich – gerade ICH!, in deiner unmittelbaren Nähe – darf mir keine Sonderrechte herausnehmen, nur weil es zufällig mein Sohn ist. Er ist ein erwachsener Mann und hat sich für eine Seite entschieden – die falsche in meinen Augen. Aber er ist aus dem Alter heraus, in dem ich ihm vorschreiben könnte, was er zu tun und zu lassen hat."

Vader fluchte unterdrückt, er wusste, daß Max Recht hatte. „Nennen wir es Spion für das Imperium."

„Dazu ist er zu ehrlich."

„Ein Irrtum?"

„Blödsinn!"

Vader seufzte. „Dann muß ich wohl ein Wunder wirken. Ich weiß nur noch nicht, wie."


Die Pause war vorüber, und die Beteiligten kamen wieder zusammen. Die anderen hatten die Zeit genutzt, um etwas zu essen – aus Höflichkeit Vader gegenüber, der ja bekannterweise außerhalb seines Quartiers nichts zu sich nehmen konnte – und hatten sich dabei und danach besprochen. Nun wollten sie dem dunklen Lord, dem neuen Kaiser, ihre Entscheidung mitteilen.

Vader saß hochaufgerichtet in seinem Sessel am Kopfende des Besprechungstisches und sah ihnen aufmerksam entgegen, seine Leute neben und hinter sich. Er schien entspannt, doch alle Anwesenden wussten, daß dies täuschte – dieser nützliche kleine Trick fand auf beiden Seiten Anwendung, um Nicht-Machtbegabte in Sicherheit zu wiegen. Den meisten war er in Fleisch und Blut übergegangen.

„Wir sind uns einig geworden, Vader.", begann M'Sekhmet ohne Präliminarien. „Ich werde Euch begleiten, zusammen mit fünf meiner jüngeren Kinder. M'Bruna wird mit dem Rest des Clans nach Hause zurückkehren – bis eine endgültige Entscheidung über Sinn und Nutzen der Akademie getroffen wird. Auf dem Weg dorthin wird sie die drei anderen Meister aufsuchen und ihnen über dieses Treffen Bericht erstatten. Nokan-Ner wird sich uns ebenfalls anschließen, aber erst auf Coruscant zu uns stoßen."

Es war klar gewesen, daß nicht beide Frauen kommen würden, wenn überhaupt – M'Sekhmet würde keinesfalls sich und ihre Erbin in Gefahr bringen wollen. Daß sie selbst kam, war ein immenser Erfolg. Und vielleicht würde M'Brunas Bericht bei den anderen Jedi auch noch einen Umschwung erwirken… Luke unterdrückte mit Mühe ein ebenso erfreutes wie triumphierendes Grinsen, das unbedingt auf sein Gesicht wollte, doch er konnte seine Freude nicht schnell genug unter dem mentalen Schirm verbergen und strahlte quer durchs Zimmer, was bei der Felidin ein amüsiertes Lächeln hervorrief. Vader und Veers jedoch waren trainierte Diplomaten, beide ließen sich nichts anmerken.

Vader neigte den Kopf. „Ich bin erfreut, das zu hören. Willkommen im Rat, M'Sekhmet."

Luke warf bei diesen Worten Nokan-Ner einen sondierenden Blick zu – doch dieser schien erstaunlicherweise nichts dagegen einzuwenden zu haben, daß man ihn hier überging, und das auch noch offen. Erstaunlich.

„Ich bin ein unbequemer Geist, der viel hinterfragt und abwägt, Vader." Das Katzenwesen grinste. „Freut Euch nicht zu früh."

„So ist es gedacht.", versetzte er entspannt. „Jasager sind leicht zu finden. Ich brauche Denker um mich."

Sie schien überrascht, nickte aber nur. „Habt Ihr noch mehr auf Eurer Liste?" erkundigte sie sich dann.

„Eine. Eine der verlorenen Zwanzig, die ein großer Gewinn für uns wäre. Wir werden sie aufsuchen, bevor wir nach Coruscant zurückkehren."

„Und Yoda?" Ihr Schweif zuckte, die Lefzen ebenfalls – eindeutig ein wenig boshaft.

Vader blieb gelassen. „Vielleicht. Ich glaube aber nicht, daß er sich uns anschließen wird."

„Mag sein, aber ich will mir keinesfalls die Show entgehen lassen."

„'Show' könnte durchaus… zutreffend sein."

„Werdet Ihr ihn töten?"

Vader seufzte unhörbar, die Frage war wohl unvermeidlich gewesen. „Ich will es nicht. Aber ich werde es tun, wenn er mir keine Wahl lässt – wenn er meine Padawane angreift, zum Beispiel. Aber vielleicht sorgt Eure Anwesenheit sogar dafür, daß das Gespräch etwas ziviler vonstatten geht."

Ihr Schweif plusterte sich zur Flaschenbürste, die Ohren klappten zurück. „Ziviler?" echote sie gespielt aufgebracht. „Wo bleibt denn da der Spaß?"

Mara grinste verhalten und beugte sich von ihrem Platz halbschräg hinter Vader ein wenig vor. „Sagtet Ihr nicht, wir würden JEDI aufsuchen?"

„Ich scheine mich geirrt zu haben.", meinte der dunkle Lord. „Glücklicherweise."

Überall im Raum wurden Schweife zur Helix. „'Es ist leichter, eine Flamme auf der Hand erblühen zu lassen, als einen Farghul zur Ruhe zu zwingen.'", zitierte M'Sekhmet amüsiert ein Sprichwort, das zwei Unmöglichkeiten beschrieb. Sie grinste breit und hob die Hand. „Stimmt." Eine kleine blaugrüne Flamme brannte darin und knisterte vernehmlich.

Vader lachte leise, ein Geräusch, das alle Anwesenden außer seinen Begleitern überraschte. „Ich sehe, wir werden uns gut verstehen. Emotionen sollen zukünftig nicht mehr unterdrückt, sondern sinnvoll eingesetzt werden… ich denke, Ihr werdet Euch damit leicht tun."

Die Flamme erlosch. „Das sollten alle Kandidaten, Vader.", meinte M'Sekhmet und grinste „Kinder zu bekommen, erfordert Emotionen."

„Was nicht bedeutet, daß ich der Disziplinlosigkeit Tür und Tor öffnen werde.", fuhr Vader ruhig fort. „Im Gegenteil. Ich will keine hirnlosen Drohnen, aber Gehorsam wird eingefordert werden."

„Das bedingt aber, daß die Lehrer selbst keine Fehler machen.", warf Nokan-Ner zwar absolut korrekt, aber dennoch ein wenig boshaft ein.

„Richtig. Deshalb werde ich auch die Struktur ändern. Es soll nicht mehr das Tandem Meister-Padawan geben, sondern Klassen. Die Meister sollen das unterrichten, worin sie am Besten sind. Und später, bei eventuellen Einsätzen, wird es Wechsel geben. So hat ein Meister mehrere Padawane – und jeder Padawan mehrere Meister."

„Wo bleibt da das Vertrauen? Das alte, enge Verhältnis?" wollte Nokan-Ner wissen. „Und woher wisst Ihr all diese Details über den Tempel?"

„Das Vertrauen wird wachsen – zusammen mit dem Verständnis für die Macht und der Empathie, wenn Gedanken, Gefühle erspürt werden können. Woher ich das weiß? Ich bin einer der Verlorenen.", erwiderte Vader gelassen. „Ich weiß, wovon ich rede. Ich habe all diese Schwachstellen selbst erlebt und will sie abstellen. Künftige Generationen sollen sich nicht mit den gleichen Probleme herumschlagen müssen wie ich seinerzeit, sollen nicht in dasselbe enge Korsett gepresst werden, das den eigenen Willen unterdrückt und einen zum Sklaven des Rates macht."

„Ihr seid einer der Verlorenen?" hakte Nokan-Ner misstrauisch nach. „Ein Verräter also."

„Wer ist der größere Verräter? Der es offen tut oder heimlich und verborgen?" schoß der dunkle Lord zurück. „Ich war ehrlich, ich ging und nahm die Konsequenzen in Kauf. Nicht freiwillig, aber ich folgte meinem Weg."

„Konsequenzen?", höhnte Nokan-Ner. „Nicht mehr behütet zu sein und versorgt zu werden, meint Ihr?"

„Nein. Diesen Anzug. Eine neue Sklaverei. Aber auch mehr Macht… mehr Freiheit, in gewisser Weise. Während Ihr Sklave bliebt und Eure Herren betrogt, diente ich dem meinen treu – bis kurz vor Ende."

„Genug davon!" fauchte M'Sekhmet. „Diese Kindereien führen zu nichts! Wir hatten uns entschieden und waren uns einig. Es bleibt dabei!"

Der Schönling knurrte, was ihn entstellte, doch er beherrschte sich schnell wieder. „Natürlich. Verzeihung. Für all die Feinheiten ist später noch ausreichend Zeit."

Vader deutete eine leichte Verneigung zum Zeichen seines Einverständnisses an – was nicht nur seine Begleiter erstaunte, sondern auch ihn selbst. Du wirst weich, schalt er sich. Zu höflich. Du brauchst sie, ja, aber reiß dich zusammen!

„Gut.", fuhr die Katze fort, immer noch ein leichtes Knurren in der Kehle. „Sind noch Fragen offen, die hier geklärt werden müssen? Nein? In Ordnung. Gehen wir."

Vader wandte sich an M'Bruna, die Stimme amüsiert. „Ist sie immer so?"

„So was?" antwortete diese lächelnd, der Schweif einmal mehr so verdreht, daß es beinahe schmerzte, zuzusehen. „Tyrannisch? Befehlend? Ich fürchte, ja – sie herrscht über ihr Imperium wie Ihr über Eures."

Ein schneller Tatzenhieb, beide Katzen fauchten sich an – doch genauso schnell beruhigten sie sich wieder und leckten schnurrend das aufgestellte Haar nieder.

Vader beobachtete das Geschehen mit hochgezogener Augenbraue, er hatte sich, im Gegensatz zu Arik, dessen Reflexe teils noch stärker waren als das neu gelernte, nicht gerührt. „Gehen wir.", wiederholte nun er mit deutlichem Lächeln. Diesmal wartete er nicht ab, sondern drehte auf dem Absatz um und rauschte mit wehendem Mantel hinaus, ohne sich darum zu kümmern, ob die anderen folgten.


(1) Auch hierfür – für diese wundervolle, tiefemotionale und sehr berührende Formulierung ein dickes „Danke!" an Malicean. Das möchte ich genau so stehen lassen.