"Stehenbleiben!" Kim rannte so schnell sie nur konnte durch die Straßen. Ihre Lunge schmerzte und ihr Herz schlug so heftig das sie beinahe sicher war das es jeden Moment aus ihrer Brust springen würde. Hinter sich höhrte sie die vertraute Stimme ihres besten Freundes, doch mit jeder Sekunde wurde der Abstand zwischen den beiden größer. "Schneller KP! Gleich ha ... hast du ... ihn!" Feuerte Ron Stoppable seine leichtfüssige, rothaarige Freundin an. Während Kim tatsächlich sogar noch etwas mehr beschleunigte wurde der blonde Junge mit den Sommersprossen immer langsamer, und auch das Anfeuern des rosa Nacktmules in seiner Tasche half ihm nicht. Obwohl ihm seine Lunge inzwischen fast aus dem Hals heraushing gab das Helferlein sein Bestes, seine Beine aber waren wie aus Blei und schließlich stolperte er über seine eigenen, mit jedem Meter schwerer werdenden Füsse. Unsanft fiel er auf den harten Gehweg und konnte nur noch mitansehen wie Kim um eine viel zu weit entfernte Ecke bog. 'Schnapp ihn dir, Kim! Oh man, hätte ich das gewusst hätte ich das zweite Maxi-Menü sein lassen.' Wer konnte denn damit rechnen das sie so kurz nach einer Mission auch noch einen Einbrecher durch die halbe Stadt jagen würden? Erst vor zwei Stunden waren er und Kim aus dem Amazonas zurückgekommen und Kims Mum hatte darauf bestanden das sie beide sofort zu ihr ins Krankenhaus kamen um sich eine nachträgliche Impfung gegen die verschiedenen Krankheiten und/oder Parasiten geben zu lassen mit denen sie sich dort hatten infizieren können. In solchen Sachen war mit Possible, Kim Possibles Mutter und begnadete Hirn-Chirurgin, wirklich nicht zu spaßen, erst recht nicht nachdem der letzte Ausflug ihrer Tochter in einen Dschungel mit einem leichten Fall von Gelbfieber geendet hatte. Gerade hatte die Ärztin ihm und Kim die für Rons Geschmack viel zu große Spritze geben wollen, als ein plärrender Alarm ausgelöst wurde. Nur Sekunden nachdem der Alarm ertönte hatte Ann an ihrem Computer auch schon die Quelle dieses herausgefunden. In einen der Lagerräume im zweiten Stock war der Alarm losgegangen, nur wenige Zimmer von Anns Büro entfernt. Natürlich waren die beiden Possible Frauen nicht zu halten gewesen. Als sie den Lagerraum erreichten erwartete sie dort eine Szene eie aus einem schlechten Film. Der Kühlschrank in dem die Blutkonserven der Patienten für Operationen bereitgehalten wurden war brutal aufgebrochen worden. Ein mit abgenutzten Bandagen vermummter Mann stopfte die lebensrettenden Beutel Blut hecktisch in einen zerlumpten Rucksack als er von ihnen überrascht wurde. Eine. Augenblick lang war er wie erstarrt als er sie bemerkte. Er presste den Rucksack fest an seine Brust, seine Augen zucktem wirr durch die dünnen Schlitze der Bandagen hindurch. "Meeeeeiiiins!" schrie er und stürmte mit seiner 'Beute' ('Was zum Teufel will einer mit ein paar Litern Blut?') zum aufgebrochen Fenster durch das er überhaupt erst in den Lagerraum gekommen war. Ohne auch nur eine Sekunde zu zögern sprang der offensichtlich vollkommen Verrückte einfach durch die zersprungene Scheibe hindurch, die Scherben schoenen ihn nicht zu kümmern. Ron konnte kaum glauben was er gerade gesehen hatte. Etwas sagre ihm das es besser war diesen Verrückten einfach laufen zu lassen. Er wollte Kim festhalten als diese dem Dieb aber auch schon furchtlos folgte. Sie ihren Missionsstiefeln löste sie die letzten im Ramen verbliebenen Scherben und sprang dann ebenfalls auf die Strasse hinab. Mit der Grazie einer Raubkatze landete die Heldin auf dem Asphalt zwei Stockwerke unter ihnen und verfolgte den Verbrecher durch die mitternächtlichen Straßen. Ron, bei weitem nicht so furchtlos, nahm die Feuerleiter vor einem der nebenliegenden Räume nach unten um dann seiner Freundin zu Hilfe zu eilen. Er gab sein Bestes Kim noch einzuholen, die und der Dieb aber waren viel zu schnell für ihn und hatten obendrein bereits einen ordentlichen Vorsprung. Er konnte Kim immer nurbgerade noch so im Aufe behalten, bis sie schliesslich die Ecke erreichte und verschwand. Nachdem Ron gestürzt war brauchte er etwas bis er sich wieder aufgerichtet hatte, er war so erschöpft das er kurz ernsthaft überlegte einfach dort liegen zu bleiben, Luft zu holen und Kim die Sache alleine regeln zu lassen. Was konnte denn schon passieren? Kim Possible war immerhin eine echte Heldin die mindestens einmal pro Woche gegen ein Dutzend muskelbepackter Handlanger kämpfte und meisten am Ende nichteinmal schwitzte. Sicher konnte sie mit einem Dieb ohne Probleme fertig werden, egal wie verrückt er war, oder nicht? Sein Pflichtgefühl ihr gegenüber aber trieb Ron weiter voran, und obwohl ihn seine Füsse fast umbrachten folgte er seiner Freundin in die Gasse in der sie den Dieb getrieben hatte. So schnell er noch konnte bog er um die Ecke als plötzlich ein heller Schrei durch die Nacht hallte. Mit einem Mal war jede Erschöpfung vollkommen vergessen und er rannte schneller als jemals in seinem ganzen Leben. Ron rannte! Rannte wie noch niemanls zuvor denn der Schrei war der seiner besten Freundin gewesen. "KIIIIMMM!" Panik kroch in seine Knochen als er zwischen den Häusern hindurch lief und nach der rothaarigen Heldin suchte. Er gelangte an eine Kreuzung an der der Weg sich in zwei teilte. Verzweifelt horchte er nach den Geräuschen eines Kampfes oder zumindest einem weiteren Schrei der ihm verriet in welche Richtung Kim gelaufen war, doch ihn erwarteten nichts als Stille und die Geräusche der Stadt um ihn herum. "KIIIIIMMM! KIIIIIMMMM, WO BIST DU?!" Er rief so laut er nur konnte, aber die einzigen die antworteten ware. einge sehr übellgelaunte Hausbewohner, doch kein Zeichen von Kim. Nichts, es war als wäre sie vom Erdboden verschluckt worden. "Rufus, du gehst dalang, ich nehm den anderen Weg. Wenn du etwas findest ruf mich!" "Okie!" Quieckte der kleine Nager, sprang aus Rons Tasche und rannte überraschend schnell auf allen Vieren die dunkle Gasse entlang. Ron folgte der anderen und je tiefer er zwischen den zwei Häuserreihen entlang lief desto verzweifelter wurde er. Wo war Kim? Ging es ihr gut? War sie verletzt? 'Wenn das Schwein ihr etwas angetan hat werde ich ihn' " ..on ..." Sofort horchte er auf und suchte nach der Quelle. " ... Ro ...n ..." Es war kaum mehr als ein Flüstern, so schwach das schon das winzigste Lüftchen Wind es übertönt hätte. Er sah sich um doch ohne das Licht der Strasse konnte er in der beinahe Dunkelheit kaum etwas erkennen. "Kim, Kim!" "... hie ... r ..." wie um ihm den Weg zu leuchten brach die Wolkendecke auf und ließ den Mond in die Gasse hinabstrahlen Dann endlich sah er eine schlanke Hand hinter einem Haufen schwarzer Müllsacke hervorragen. Im Bruchteil einer Sekunde war er bei Kim und was er sah sollte er bis an sein Lebenende nicht mehr vergessen können. In dem Moment als er seine beste Freundin sah ging seine Welt in einem Meer von Rot unter. "KIIIIIMMMM!" Auf dem Dach des Gebäudes stand der Vermummte. Die Bandagen seines Gesichtes waren schmutziger ald zuvor, besonders um den Mund herum. Im Licht des Mondes glänzte das Blut fast schwarz. Mit der Zunge saugte er an den Stofffetzen und machte Schmatzlaute. Durch die Schlitze strahlten seine Augen als er auf Kim hinabblickte die in den Armen ihres besten Freundes wild zu zucken und schreien begann.