So… das „richtige" Leben hat wieder angefangen – von daher schaffe ich es wahrscheinlich nicht mehr jeden zweiten Tag ein Chap hochzuladen und noch ein neues dazu zu schreiben ^^
*stellt Kürbiskuchen und Tee für alle Mitleser hin*
Viel Spaß jetzt aber erst einmal mit dem nächsten Chap. :)
6. Probleme
Der Dezember lief in schöner Eintönigkeit fort. Die Potters und Hermine hatten ihren Sprösslingen einstimmig geschrieben, dass sie über Weihnachten in Hogwarts bleiben sollten, was die drei Kinder nicht sonderlich störte. Hermine feierte Weihnachten mit den Potters und sie gestatteten sich alle keine finsteren Gedanken. Von Lestrange hörte Hermine nichts. Sie vermisste ihre eigenen vier Wände, traute sich aber nicht dorthin.
Sie arbeitete nur noch wenig, sie müsse aus privaten Gründen etwas zurückstecken, hatte sie ihrem Vorgesetzten gesagt. Da sie sowieso unzählige Überstunden abbauen musste, war die Reduzierung ihrer Arbeitsstunden kein Problem gewesen.
Den Rest ihrer freien Zeit verbrachte sie damit, die Bibliothek des Hauptquartiers quasi auswendig zu lernen.
Seitdem Voldemort besiegt und die Todesser zerschlagen waren, fanden nur noch selten Treffen des Ordens statt, sodass Hermine keine Abwechslung hatte. Manchmal besuchten Ginny und Harry sie, manchmal kam Ginny auch allein. Trotzdem konnten sie die gähnende Langeweile kaum vertreiben – Hermine brauchte Arbeit, irgendetwas, womit sie sich beschäftigen konnte.
Winky, die von Albus geschickt worden war, um Hermine zu unterstützen, tat ihr Bestes, um die langsam aber sicher trübselige Frau zu unterhalten, aber sie war nun mal nur ein Hauself und mehr als gutes Essen und freundliche Worte konnte sie Hermine kaum bieten.
Und mit ihrem Frust wuchsen auch ihre Wut und ihre Entschlossenheit. Sie konnte nicht ewig warten. Sie konnte sich nicht ewig verstecken. Irgendwann würde sie sich Lestrange stellen müssen, ob sie wollte oder nicht. Sie konnte schließlich nicht darauf warten, dass ein Blitz vom Himmel fuhr und den Zauberer erschlug. Oder noch abwegiger: Dass das Ministerium ihn fasste.
Bei diesem Gedanken musste sie fast lachen, während sie in einem Sessel in der Bibliothek saß und seit geraumer Zeit „Die Magie der Hauselfen" von Dorothea Drewish aufgeschlagen auf dem Schoß liegen hatte, ohne überhaupt hinein zu blicken. Das Ministerium war auch fast 13 Jahre nach Kriegsende noch kein bisschen weiter als vor dem Krieg. Wenn es den Krieg nicht gegeben hätte, würden sie noch heute leugnen, dass Voldemort überhaupt jemals existiert hatte.
Kurz nach dem Krieg, als Arthur Weasley Zaubereiminister geworden war, war es besser geworden. Die Todesser wurden aktiv verfolgt, Splittergruppen zerschlagen, die Rechte von nicht-reinblütigen Zauberern und die von Werwölfen wurden gestärkt und insgesamt wurde mehr Wert auf wichtige Dinge gelegt. Doch Arthur Weasley war vor 3 Jahren in seine wohlverdiente Rente gegangen und war jetzt damit beschäftigt, die Muggel und ihre Technik zu erforschen. Der neue Zaubereiminister war ein Kerl namens Miffy Bilsham und er war genauso bescheuert wie sein Name. Konnte man nicht anders sagen.
Sie starrte kurz auf das Buch, die Buchstaben ergaben jedoch keinen Sinn (das Buch war gelinde gesagt stinklangweilig und obendrein noch schlecht recherchiert) und so starrte sie wieder in den Kamin.
Seit Bilsham das Sagen hatte, war man langsam aber sicher zu alten Denkmustern zurückgekehrt. Die Gleichheitsbestimmungen waren zwar vorhanden, wurden aber von bequemer Dekadenz überdeckt. Bilsham, selber ein Reinblüter, pflegte engen Kontakt zu den alten Familien, die zu seinem großen Gönnerkreis gehörten und wenn die Sprache auf noch immer frei herumlaufende Todesser kam, verwies er meistens darauf, dass sie nicht auffielen und deshalb auch nicht gefunden werden konnten.
Kurzum, der Minister und sein Ministerium waren größere Stümper, als Professor Snape sie jemals in seinem Zaubertrankunterricht hatte ertragen müssen.
Als sie an den finsteren Professor dachte, musste sie lächeln. Elena hatte ihr freudestrahlend von dem Verlauf des Projekts und von dem Lob des Professors erzählt. Hermine war aus allen Wolken gefallen, als sie gehört hatte, dass Elena Punkte für ihren Trank bekommen hatte... andererseits war das Blutbildende Serum alles andere als leicht und so waren die Punkte mehr als verdient (wobei so etwas Snape nie gestört hatte).
Nun ja... Hermine war erleichtert, dass ihre Tochter mit dem Professor so gut klar kam, auch wenn es sie kaum überraschte. Elena kam eigentlich mit jedem gut aus. Wobei man allerdings betonen musste, dass Professor Snape eigentlich mit niemandem gut auskam. Zwei Gegensätze prallten aufeinander.
Aber bitte. Es funktionierte. Elena war glücklich und vor allem war sie in Sicherheit.
Nachdenklich blickte Hermine durch das Fenster in die Dunkelheit, wo sie nur die Schneeflocken wirbeln sah und ihre Gedanken schweiften ab in die Vergangenheit.
Kurzentschlossen legte sie schließlich das Buch weg und stand auf.
Unten in der Eingangshalle rief sie nach Winky, die sofort mit einem Plopp erschien.
„Miss hat gerufen?"
„Ich besuche Ginny, Winky. Warte mit dem Essen bitte nicht auf mich."
„Aber, Miss, es ist schon dunkel draußen."
„Ach Winky, es wird doch den ganzen Tag kaum hell... wieso sollte ich..."
Ein Klopfen von nebenan am Küchenfenster unterbrach sie. Eine Eule? Von wem mochte die sein?
Sie ging hinüber in die Küche und öffnete dem Vogel das Fenster. Nass und mit Schnee bestäubt hoppelte er in die warme Küche und reckte Hermine das Bein hin.
Vermutlich eine Hogwarts Schuleule.
Winky war gefolgt und schloss das Fenster hinter der Eule.
Vorsichtig löste Hermine das Band, mit dem der Zettel an das Bein der Eule gebunden war. Bevor dieser zu Boden fallen konnte fing sie ihn auf und spürte sofort das vertraute Reißen unter dem Bauchnabel. Der Zettel war ein Portschlüssel.
Winky stand wie erstarrt und disapparierte dann in Panik mit einem lauten Plopp.
„Severus,
bitte komm sofort in mein Büro.
Albus"
„Was will er denn jetzt schon wieder?" Aufgebracht knüllte Severus den Zettel zusammen und warf ihn ins Feuer. Wann lernte der alte Narr endlich aussagekräftige Zettel zu erstellen? Was war es diesmal? Er war sich keiner Schuld bewusst. Er hatte den Gryffindors in letzter Zeit viel zu wenig Punkte abgezogen (bis auf den Abend der Weihnachtsfeier... aber das zählte nicht!), daran konnte es also nicht liegen. Die kleine Miss Parker? Hatte er bisher heil gelassen, sie lag wohlbehalten in ihrem Bett. Granger? Saß wie die Made im Speck im Grimmauld Platz.
Also WAS zum Geier war los?
Er kam nicht drum herum, das war klar... also machte er sich unwillig und träge auf den Weg. Sicherlich wieder irgendein hirnverbranntes Projekt.
„Kirschnougat", zischte er den Wasserspeier an, der ihn daraufhin einließ.
Zu seiner Überraschung war nicht nur Albus anwesend, sondern auch Minerva McGonagall und Madame Pomfrey.
„Was ist hier los?", fragte er mit stirnrunzelndem Blick in die Runde, als er die angespannte Stimmung bemerkte. „Was hab ich diesmal verbrochen?"
„Er hat Miss Granger."
Der Zaubertrankprofessor verzog das Gesicht. Na wundervoll. „Sie war doch im Hauptquartier?"
„Ein simpler Portschlüssel, transportiert von einer Eule. Winky hat es mir erzählt, sie hat Miss Granger dort bedient."
„Das arme Mädchen", wimmerte Poppy und Albus tätschelte ihr die Hand, während Severus schnaubte. Für so dumm und unvorsichtig hätte er das Superhirn nicht gehalten.
„Wir finden sie schon." Er sah Severus an. „Du musst uns helfen, du kennst Lestrange am besten. Wo kann er sie hinbringen?"
Mit einem tiefen Seufzen ließ Severus sich in einen Sessel fallen. Ganz toll. Der Abend war dann wohl gelaufen.
„Das Cottage der Lestranges ist auf Anweisung des Ministeriums schon vor 7 Jahren niedergebrannt worden – dort also nicht. Malfoy Manor gehört Draco, der niemals einen Lestrange beherbergen würde. Voldemorts Hütte ist ebenfalls abgebrannt..." Er versank in dumpfes Brüten, während Poppy sich die Haare raufte und Minerva und Albus ernste Blicke tauschten.
Nach einer schieren Ewigkeit sah Severus auf. Eigentlich gab es nur die Möglichkeit. „Macnair."
„Walden Macnair?"
„Natürlich Walden Macnair." Seine Stimme war ätzend. „Wie viele Macnairs kennst du denn sonst noch, Poppy?"
„Severus, bitte, dafür haben wir keine Zeit. Wo genau hat Macnair seinen Unterschlupf?"
„In London am East End. Ich bringe euch hin."
„Gut. Ich sage Harry und seinen Leuten Bescheid, sie warten nur auf Nachricht. Poppy, du bereitest auf der Krankenstation bitte alles für Miss Grangers Ankunft vor. Ich schätze, ihre Verfassung wird eher schlecht sein. Sie war jetzt ungefähr anderthalb Stunden dort."
Severus unterdrückte ein lachendes Schnauben. „Eher schlecht" war wohl die Untertreibung des Jahrhunderts. Nach einem Date mit den Lestranges waren die Longbottoms nur noch winselndes Gemüse und Walden Macnair war auch nicht gerade als sanftmütiger Philanthrop bekannt.
„Minerva, du gehst in den Gryffindorturm. Weck Elena nicht, wir wollen sie nicht unnötig beunruhigen, aber pass unbedingt auf sie auf. Ein paar zusätzliche Schutzzauber könnten nicht schaden, denke ich."
„Natürlich, Albus."
Der Direktor kritzelte eine rasche Notiz und warf sie mit den Worten „Harry Potter" in den Kamin, wo sie in einer grünen Stichflamme verschwand. Dann nickte er Poppy aufmunternd zu.
Sie presste ein „Viel Glück" heraus und stürmte aus dem Büro.
Minerva nickte den beiden Männern zu und ging ebenfalls, allerdings gemessenen Schritts.
Die Flammen färbten sich grün und ein Zettel schoss ins Zimmer. Geschickt fing der Direktor ihn auf und überflog ihn kurz.
„Wir treffen uns mit ihnen an der Tower Bridge."
Severus nickte und einvernehmlich eilten die beiden Männer gen Appariergrenze.
Als sie diese endlich überschritten hatten (Severus hoffte, dass es in London etwas wärmer war als hier, denn er fror in seiner Robe), apparierten sie gemeinsam nach London.
Harry war bereits da und mit ihm Lupin, Tonks, Nigel und ein Auror namens Williams.
Severus beschrieb ihnen kurz den Ort und nannte auch die Adresse, sodass sie schließlich alle gemeinsam erneut apparieren konnten.
Die Gegend im Londoner East End war trostlos, insbesondere im Dunkeln. Im Haus von Macnair schien es still zu sein, die Fenster waren mit Brettern vernagelt.
,Dämpfungszauber', schoss es Severus durch den Kopf, während die Auroren sich daran machten, die Abwehrzauber so unauffällig wie möglich zu knacken.
Wenn Hermine Granger hier war, war sie im Keller... und wenn er sich in seiner Vermutung geirrt hatte, würde Elena spätestens im Morgengrauen Vollwaise sein.
Die Sache mit dem Keller gab er leise an Harry und Albus weiter, die Sache mit Elena verschwieg er.
Nigel hatte in der Zwischenzeit gemeinsam mit Tonks die Abwehrzauber geknackt und öffnete vorsichtig die Eingangstür.
„Wer sie findet, appariert sofort nach Hogwarts", befahl Harry. Obwohl es um seine beste Freundin ging, war er völlig ruhig und Severus musste eingestehen, dass aus dem verunsicherten, jungen Mann, der Voldemort eher durch Zufall getötet hatte, ein einigermaßen kompetenter Auror geworden war. Einigermaßen. Man musste es ja nicht gleich übertreiben.
„Nigel, Tonks, Lupin, ihr geht nach oben. Williams und Albus bleiben im Erdgeschoss. Professor Snape und ich gehen runter."
Alle nickten und strömten dann leise aus, nachdem sie ihre Geräusche mit einem Dämpfungszauber unterdrückt hatten.
Aus dem Keller drang kein Laut und so schlichen Severus und Harry mit gezückten Zauberstäben nach unten, immer wieder innehaltend, ob sich etwas regte. Sie gelangten in eine Art Flur, es war quasi stockfinster. Obwohl Severus es für unklug hielt, erleuchtete Harry sie mit einem Lumos und so tasteten sie sich vorwärts, immer bereit, einen unbekannten Gegenüber anzugreifen.
Der Gang teilte sich und mit gegenseitigem Zunicken trennten sie sich.
Severus bevorzugte es, sich in der Dunkelheit voran zu tasten, seine Augen gewöhnten sich schnell an die Finsternis und er konnte Schemen ausmachen. Ein Ortungszauber lotste ihn weiter – er war auf dem richtigen Weg. Nach einigen Schritten gelangte er an eine Tür, die halb auf stand. Drinnen herrschte undurchdringliche Dunkelheit und so trat er vorsichtig ein. Anscheinend befand er sich in einer Art Lagerraum.
Die Luft anhaltend lauschte er, doch er konnte keinen Laut vernehmen. Als er sich weiter in den Raum wagte, bemerkte er, dass der Boden klebrig und die Luft mit dem metallischen Geruch von Blut geschwängert war. Sie war hier. Auch der Ortungszauber bestätigte das.
„Lumos!"
An der Spitze seines Zauberstabes entflammte das Licht und er sah sie sofort, wenn er sie auch nicht gleich erkannte. Der Ortungszauber bestätigte, dass sie es war. Sie lag direkt vor ihm, zwei Schritte weiter und er wäre auf sie getreten.
Ob das für sie noch ein Problem war, konnte er nicht sagen. Sie bewegte sich nicht. Er tastete an ihrem Hals nach Puls und fand ihn nach kurzem Suchen zart und langsam.
Gut. Sie lebte also noch. Fragte sich allerdings, wie lange dieser fragile Zustand noch anhielt, denn soweit er erkennen konnte, starrte ihr nackter Körper vor Blut.
Um sicher zu gehen, dass kein Fluch mehr auf ihr lag, sprach er rasch einen Finite Incantatem über sie aus und wickelte sie dann kurzerhand in seinen Umhang, bevor er sie hoch levitierte und sich hinaus schlich.
Von oben tönte Kampflärm, doch hier unten stellte sich ihm nur ein alter Hauself entgegen, den er mit einem derart kraftvollen Stupor außer Gefecht setzte, dass es dem Kleinen vermutlich alle Knochen zerschmettert hatte.
Er vertiefte sich ein wenig in die Legilimentik und fand Harry – schlecht abgeschirmt wie immer.
„Ich habe sie", übermittelte er dem Auror, der anscheinend gerade Macnair höchst persönlich außer Gefecht gesetzt hatte und die Erleichterung, die sich in Harry ausbreitete, sagte ihm, dass Harry ihn verstanden hatte.
Auf der Straße apparierte er mit Hermine nach Hogwarts.
Mit langen Schritten eilte er mit dem leblosen Körper über die Ländereien und durch Hogwarts, das in friedlichem Schweigen da lag.
Auf der Krankenstation wartete Poppy schon angstvoll und schrie auf, als der Zaubertrankprofessor herein kam und Hermine auf einem Bett ablegte.
Als sie ihn bei Seite drängen wollte, gab er ihr mit einem verärgerten Knurren einen leichten Schubs.
Er war hier der Experte für schwarze Magie.
Mit einem Schwung schlug er die Robe zurück. Poppy sprach geistesgegenwärtig einen Reinigungszauber und Blut und Schmutz verschwanden von Hermines Körper. Zurück blieben Wunden, Prellungen und Blutergüsse auf der wächsernen Haut, die Poppy sofort behandelte.
Severus allerdings nahm sich kurz Zeit, um die Bewusstlose zu betrachten und erkannte drei Dinge: Erstens war Hermine Granger dem Cruciatus ausgesetzt gewesen und das in möglicherweise nicht unbeträchtlicher Stärke und Länge. Zweitens war sie mindestens einmal vergewaltigt worden – er kannte diese Art von Verletzungen, auch wenn er nach dem Krieg gehofft hatte, dergleichen nie wieder zu sehen. Drittens hatte sie ihr Aussehen so sehr verändert, dass ein ungeübtes Auge sie nicht erkennen würde. Ihre Haare waren vollkommen glatt und hatten nicht mehr ihre goldbraune, sondern eine eher rötliche Mahagonifärbung. Zugegeben... beim Aufzählen klang das nicht besonders gravierend. Die Hermine Granger, die er gekannt hatte, war jedoch völlig von dem Busch um ihren Kopf dominiert worden. Diese hier eindeutig nicht. Auch ihre Hautfarbe war nicht mehr die, die er gekannt hatte – die leichte Sonnenbräune war einer nahezu durchscheinenden, porzellanartigen Blässe gewichen. Zudem war jede Kindlichkeit, die ihre Züge gehabt hatten, als er sie das letzte Mal gesehen hatte, aus ihrem Gesicht gewichen.
„Accio Cruciatustrank", murmelte er mit einem leichten Schwenk seines Zauberstabes und wenig später flog der Trank herbei – Severus hatte ihn in seiner Todesserzeit entwickelt, um die Flüche besser wegstecken zu können, die Voldemort unter seinen Anhängern gerne verteilte, um zu unterstreichen, wer der Chef war. Der Trank half zwar nicht gegen die psychischen Schäden, dämmte aber die physischen recht gut ein.
Vorsichtig flößte er ihn Hermine ein. Poppys Aufkeuchen erklärte ihm, dass auch sie nun Punkt 2 entdeckt hatte.
Mit einigen weiteren Heilsprüchen waren allerdings auch hier schnell die körperlichen Verletzungen geheilt.
Als Poppy einen Moment wegwuselte, sprach der Zaubertrankmeister einen raschen Zauber aus, der verhindern würde, dass aus der Vergewaltigung eine Schwangerschaft entstand – er war sich aus irgendeinem Grund sicher, dass Miss Granger das gut heißen würde.
Poppy kam mit einem Stärkungstrank zurück und während sie ihn der Patientin einflößte, gestatte Severus sich unverschämterweise erstmals ausgiebige Blicke auf die Frau, die er da gerade gerettet hatte. Sie war schlank, geradezu grazil (er vermutete, dass sie zu viel arbeitete und zu wenig aß) und nachdem Poppy ihre Wunden geheilt hatte, wirkte ihr Körper nahezu makellos... doch Severus' geübtes Auge erkannte fast unsichtbare Narben überall auf dem zarten Körper, von denen er vermutete, dass es Überbleibsel des Krieges waren.
Bevor er die Narben eingehender betrachten konnte, zauberte Poppy Hermine endlich ein Nachthemd an den Körper und deckte sie zu.
Dann sah sie Severus an. „Mehr können wir nicht tun", seufzte sie. „Das arme Mädchen."
Er verkniff sich die Bemerkung, dass das arme Mädchen eine Frau Anfang 30 war. Und er verbot sich jede Regung, als eine kleine, fiese Stimme in ihm stichelte, dass sie nicht nur hübsch war, sondern wunderschön. Das brauchte sie gerade wirklich nicht.
Ein Blick auf die Uhr zeigte ihm, wie schnell die Zeit während der Behandlung vergangen war – es war fast fünf Stunden her, dass Albus ihn gerufen hatte.
Poppy machte ihnen Tee, während sie auf Harry und den Direktor warteten und Severus verabreichte Hermine zur Sicherheit noch eine Portion des Blutbildenden Serums – er würde ihr später sagen, dass es das war, welches ihre Tochter selbst gebraut hatte.
Wenn sie ihn erkannte... und ihre Tochter.
Unschöne Situation. Wird Hermine wieder bei klarem Verstand aufwachen? :) *zum Reviewbutton schiel*
