So… wieder einmal ein Jahr meines Lebens vorbei ;) Hier kommt deshalb ein kleines, nettes Chap für euch, das wesentlich netter ist, als die paar vorher. (Wer schenkt mir da drauf ein Review? :D)

ZauBaerin: Natürlich schmeißt er sie nicht wirklich raus. Aber ihm wächst die ganze Geschichte auch teilweise ein bisschen über den Kopf und er würde sie am liebsten los werden ;) Aber das geht vorüber :D

Fiirvogel: Hahaha, den Trick mit dem Mittagsschlaf muss ich mir merken! :D Willkommen bei den Reviewern, die sich getraut haben ;) Freut mich, dass es dir bisher gefällt. Ich geb mir Mühe ^^ (Hoffentlich haben sich deine Augen wieder beruhigt ;))

NickTessFan: Dann red ich gar nicht groß drum rum, sondern weise auf dieses Chap hin ;)

Das ist btw. das vorletzte fertige Kapitel. Ab Chap 15 geht's etwas langsamer voran, da ich dann quasi parallel schreibe und hochlade. Ich hoffe aber, dass ich soweit im Flow bleibe, dass ich es einmal die Woche schaffe, hoch zu laden. Jetzt aber los hier ^^

*Kaffee und Kuchen hinstell*

14.Wiedersehen

Mit langen Schritten ging Severus zur Tür, um zu öffnen. Draußen standen die Potters und starrten ihn mit unverhohlener Aufregung an.

„Da sind wir", bemerkte Harry überflüssigerweise. „Wo ist sie?"

„Sie ist drinnen", schnarrte Severus und senkte dann die Stimme. „Sie hatte vorhin einen Albtraum – beherrschen Sie sich mit ihrer überschäumenden Wiedersehensfreude ein bisschen."

Die beiden nickten ungeduldig und er gab den Weg frei. Immerhin – sie folgten seinem Rat und stürzten sich nicht wie zwei Niffler im Goldrausch auf seine Patientin, sondern gingen langsam zu ihr zum Kamin, sodass sie Zeit hatte, sich auf die beiden vorzubereiten.

Argwöhnisch beobachtete Severus von weitem, wie Ginny es schließlich nicht mehr aushielt und Hermine mit einem Schluchzen um den Hals fiel. Es versetzte ihm einen kleinen Stich, dass Hermine diese Berührung ohne weiteres über sich ergehen ließ und die Umarmung sogar erwiderte.

‚Sie ist nur höflich', beruhigte die kleine Stimme in seinem Kopf seine Eifersucht. ‚Sie kann sich doch ohnehin kaum an die beiden erinnern. Was sind schon die blassen Erinnerungen an drei Hogwartsjahre und ein bisschen Krieg?'

Als Ginny Hermine endlich freigab, fiel nun auch Harry der Freundin um den Hals. Hier bemerkte Severus mit einer gewissen Erleichterung, dass es Hermine nicht ebenso leicht fiel, seine Berührung zu erwidern, wie bei Ginny. Offensichtlich hatte sie es momentan nicht so mit Männern.

Zu seiner Überraschung schien Potter das zu registrieren und er ließ recht schnell wieder von ihr ab.

„Ich weiß nicht, ob die Frage dumm ist… aber ich stell sie trotzdem. Wie geht es dir, Hermine?" Besorgt sah Harry sie an.

‚Jetzt, wo du deine grabbeligen Finger von ihr gelassen hast, sicherlich besser', zischte das kleine Stimmchen in Severus' Kopf.

„Danke, Harry… es geht mir gut." Hermines Augen trugen noch immer den schläfrigen Schimmer des Trankes. „Es wird besser."

Ginny trat vor, sie hatte ihre schlichte, schwarze Handtasche umklammert. In ihren braunen Augen glänzten noch Tränen.

„Wir haben dir was mitgebracht. Wie sie uns gebeten haben, Professor." Sie öffnete die Tasche und holte eine kleine Plastiktüte heraus. „Alles, was wir gestern finden konnten, befindet sich verkleinert in der Tüte." Sie reichte ihrem ehemaligen Zaubertrankprofessor die Tüte und als er für einen Moment in die Augen seiner ehemaligen Schülerin sah, erschrak er fast vor dem Ausdruck aus brennender Wärme und Dankbarkeit. Mrs. Potter, geborene Weasley, hatte nie besonders seine Aufmerksamkeit erregt. Sie hatte Angst vor ihm gehabt wie jeder Schüler außerhalb von Slytherin. Diesen Gesichtsausdruck, auf dem so ehrlich geschrieben stand, wie sie nun für ihn fühlte, hatte er noch nie bei einer (ehemaligen) Schülerin gesehen. Noch nie.

„Wir sind ihnen ewig zu Dank verpflichtet, Professor", sagte sie so leise, dass Harry und besonders Hermine es nicht hören konnten. „Hermine ist unsere Schwester und Elena fast wie unsere eigene Tochter. Wenn die Sache anders verlaufen wäre…" Sie schüttelte den Kopf, unfähig in Worte zu fassen, was sie empfand.

Er nickte ihr ernst zu. „Gern geschehen."

In letzter Zeit bedankten sich die Leute nahezu inflationär häufig bei ihm. Und obwohl er sich davon nicht berühren lassen wollte, stieg von irgendwoher wohlige Wärme in ihm auf. Er kämpfte sie nieder und sah lieber wieder zu, wie die Potters sich sanft mit Hermine unterhielten.

Puzzle und Bell waren, wie Hermine in diesem Gespräch erfuhr, Elenas Zwergkaninchen, die bei den Potters wohnten, seit dem Hermine ins Hauptquartier gegangen war. Beide erfreuten sich glücklicherweise bester Gesundheit.

Obwohl Hermine kaum Erinnerungen an die beiden Freunde hatte, fühlte sie sich trotzdem vertraut mit ihnen. Ihr Unterbewusstsein signalisierte ihr, dass dies Menschen waren, mit denen sie gerne zusammen war und denen sie vertraute.

Und so erzählte sie ihnen von ihrer Legilimentiktherapie bei Prof. Snape, von ihrem Umzug in die Kerker und umriss, über welche aktuellen Erinnerungen sie verfügte, wobei sie die düsteren Erinnerungen ausließ.

Und ihre Freunde, so schien es Severus, waren nicht gewillt, düstere Stimmung aufkommen zu lassen. Zu euphorisch schienen sie selber wegen der Rückkehr ihrer Freundin ins Leben zu sein. Kaum erwähnte Hermine ihre Erinnerungen an die ersten drei Schuljahre, als beide schon mit „Weißt du noch…"-Anekdoten anfingen. Gegenseitig überboten sie sich darin, Hermines fröhliche Erinnerungen an die Schulzeit zu wecken und zu Severus' tiefstem Erstaunen musste Hermine irgendwann lachen.

Abseits von den drei Freunden stehend beobachtete er, wie sich ihr erschöpftes Gesicht in einem ehrlichen Lachen verzog und kam, trotz des überwältigenden Gefühls der Einsamkeit, das ihn bei diesem Anblick überkam, nicht umhin, Hermine in diesem Moment wunderschön zu finden.

Während seine Augen auf ihr ruhten, schweiften seine Gedanken ab, zurück zu ihrer Zusammenarbeit während des Krieges. In dieser Zeit hatte niemand etwas zu lachen gehabt, doch auch in dieser Zeit hatte Miss Granger sich ihr fröhliches, gelassenes Naturell stets bewahrt. Sogar während ihrer Zusammenarbeit. Er hatte bald herausgefunden, dass sie über einen feinen, mitunter tief schwarzen Humor verfügte. Die Zeiten, in denen sie über seinen selten auftretenden, englischen Humor gelacht hatte, waren jene, an die er sich später gern erinnert hatte. Sie lachte niemals künstlich, zu laut oder überdreht. Und auch, wenn er damals kaum tiefere Gefühle als Freundschaft für Hermine empfunden hatte, hatte ihr Lachen ihn stets verzaubert.

Nun war es wieder da. Und obwohl die Frau, die aus Hermine Granger geworden war, keine Ähnlichkeit mehr mit dem Mädchen Hermine Granger hatte, erkannte er das Lachen und seinen Klang wieder. Und nun wusste er plötzlich auch, warum ihm Elena Parkers – oder sollte er sagen: Elena Grangers – Lachen so bekannt vorgekommen war. Sie lachte wie ihre Mutter.

Als ihm klar wurde, dass das Lachen der Mutter ihm nie mehr gelten würde, erfasste ihn eine merkwürdige Traurigkeit. Wenn sie in der Legilimentik weit genug fortgeschritten waren, würde sie erkennen, dass alles, was ihr passiert war, seine Schuld war. Dann würde keine Freundschaft mehr zwischen ihnen möglich sein.

Nur mühsam bekämpfte er die Gedanken. Er würde Miss Granger therapieren, ihr durch die Verhandlungen helfen und sie dann in ein freies Leben entlassen. Sie würde endlich frei sein, sie selbst zu sein, sich einen netten Mann zu suchen und Elena endlich das Leben eines normalen Kindes zu bieten. Damit würde er zufrieden sein müssen, denn er hätte seine Schuld dann zumindest gemindert. Mehr konnte er nicht erwarten.

„Severus?" Hermines laute Stimme drang zu ihm durch und er sah auf. Offensichtlich hatte sie ihn nicht zum ersten Mal gerufen.

Der dumpfe Glanz des Trankes hatte sich aus ihren Augen verzogen, doch sie sah trotzdem ruhig aus und lächelte ihn gar an.

„Willst du dich nicht zu uns setzen?"

Sein Blick fuhr kurz über die Potters, aber die schienen nichts dagegen zu haben, denn ihre Mienen waren ebenso freundlich wie Hermines.

Er riss sich zusammen. Sie fragte nur aus Höflichkeit. Schließlich waren sie in seiner Wohnung.

„Nein, danke. Ich habe noch im Labor einiges zu erledigen. Streng dich nicht zu sehr an. Wenn ihr nach Dobby ruft, bringt er euch sicherlich etwas zu essen." Er nickte knapp in die Runde und verschwand dann eilig hinaus.

Harry schüttelte den Kopf. „Ich werde nicht schlau aus ihm."

Hermine seufzte. „Ich auch nicht. Mal habe ich das Gefühl, dass wir uns ganz gut verstehen und dann wieder, dass er mich möglichst schnell loswerden will und entweder sauer auf mich ist, weil ich seine Ruhe ruiniere, oder sich in Schuldgefühlen wälzt, weil er sich schuldig an meiner Lage fühlt."

„Er fühlt sich schuldig an dem, was dir passiert ist?" Ginny runzelte ihre glatte Stirn. „Weshalb denn das? Er hat doch nichts unversucht gelassen, um dir zu helfen."

„Ehrlich gesagt, kann ich euch das noch nicht sagen. Ich… meine Erinnerungen reichen nicht." Unwillkürlich fasste Hermine sich an die Schläfe. „Es ist… falsch. Es ist falsch, sich an sein Leben nicht erinnern zu können. Ich weiß, die Erinnerungen sind da, aber wenn ich versuche, sie zu greifen, rücken sie in weite Ferne. Als wollten sie nicht, dass ich von ihnen erfahre. Es gibt Dinge, an die ich mich einfach erinnern sollte. Aber… ich kann mich nicht mal daran erinnern, wann Elenas Geburtstag ist. Oder deiner, Harry. Oder deiner, Ginny. Ich versuche, zu rekonstruieren, wie der Fuchsbau aussah und mein Zimmer bei meinen Eltern. Aber alles, was ich kann, ist mir Fantasieräume erdenken.

Aktuell kann ich mir auf so vieles einfach keinen Reim machen."

Tröstend legte Ginny ihre Hand auf die der Freundin. „Das kommt wieder. Bald bist du wieder die Alte."

Hermine nickte und starrte nachdenklich ins Feuer.

„Wann wirst du Elena sagen, was passiert ist?", fragte Harry schließlich. „Snape hat uns gebeten, uns eine Erklärung für deine seltsame Art auszudenken, aber im Ernst: Ich glaube, Elena wurde lange genug belogen."

Erneut nickte Hermine. „Du hast Recht. Ich habe schon viel darüber nachgedacht." Ihre Miene umwölkte sich etwas und sie fixierte ihre Freunde angestrengt. „Ihr müsst jetzt ehrlich zu mir sein. Weiß ich sicher, wer Elenas Vater ist? Habe ich das damals überprüfen lassen? Oder gibt es auch nur die geringste Hoffnung, dass sie nicht ist, von dem ich aktuell glaube, dass sie es ist?"

Ginny und Harry wechselten kurz einen Blick und er nickte seiner Frau schließlich zu. Die nahm Hermines Hand fester.

„Remus und Harry haben dich damals im Wald gefunden… mit ihm. Bevor die beiden aber reagieren konnten, hat er dich mit einem Fluch irgendwohin gehext… er selber ist entkommen, wie du weißt. Wir haben Wochen nach dir gesucht, zuerst nur in England, dann in Europa und dann auf der ganzen Welt. Ohne Hilfe vom Ministerium – die haben dich für tot erklärt. Als wir dich endlich in dem Muggelkrankenhaus in Peru gefunden hatten, und du schließlich wach geworden bist, hast du es zuerst noch nicht gewusst. Du hast fast vier Monate im Koma gelegen und in dieser Zeit ist der Körper auf Sparflamme, haben die Muggelärzte uns gesagt. Es sei also normal, dass dein Zyklus in dieser Zeit nicht… nach Vorschrift lief. Erst als du wieder wach warst und es so weiter ging, wurden die Ärzte misstrauisch. Als du dann erfahren hast, dass du schwanger warst, warst du dir keinen Moment unsicher, von wem. Du bist sofort zusammen gebrochen und wir hatten tagelang Angst, dass du… nicht mehr normal werden würdest. Ron hat im St. Mungos seine Vaterschaft testen lassen, aber die war absolut negativ. Und als Elena auf die Welt kam, mit einem Kopf voller schwarzer Locken, hattest du keine Zweifel mehr."

Mit einem resignierten Seufzer ließ Hermine den Kopf auf die Hände sinken.

„Hermine." Ginnys Stimme ließ sie aufhorchen. „Du warst zu der Zeit von dieser Sache überzeugt. Und irgendwann hast du gesagt, dass es keine Rolle mehr spielt. Es war dir egal. Was geschehen war, war geschehen und wir waren uns schließlich nur noch einig, dass Elena schlicht und ergreifend keinen Vater hat. Aber weder Harry noch ich wissen, ob du irgendwann mal einen Test betreffend irgendeiner anderen möglichen Person gemacht hast. Das weißt nur du selber."

Dann war es vielleicht doch möglich. Vielleicht waren Severus' Befürchtungen doch begründet.

Hermine klammerte sich mit aller Macht an diesen Strohhalm. Was, wenn sie niemals einen Test hatte machen lassen. Was, wenn Elena doch, wie von Severus befürchtet, seine Tochter war. Was, wenn sie einfach nicht an diese Möglichkeit gedacht hatte, weil es ihr zu abwegig erschienen war oder zu zufällig. Sie schätzte Severus nicht als jemanden ein, der sich ohne Vorkehrungen in ein One-Night-Stand warf. Was, wenn sie zwar verhütet hatten, aber irgendetwas dabei schief gelaufen war?

Dann erschrak sie plötzlich. „Oh Merlin."

Nun erschraken auch die Potters, die sie beunruhigt betrachtet hatten. „Was?"

„Was ist, wenn ich jetzt… wenn es wieder passiert ist?"

Ginny lächelte traurig. „Nein, Hermine. Das wird es nicht."

Ängstlich sah Hermine sie an und verfluchte wieder einmal ihr Gedächtnis, das sie wichtige Dinge vergessen ließ. „Wieso nicht? Was ist passiert, Ginny?"

„Nichts ist passiert, Hermine." Eine Träne stahl sich aus Ginnys linkem Auge und sie wischte sie energisch weg. „Du hast damals Elena zur Welt gebracht und du hast sie von Anfang an so sehr geliebt, wie eine Mutter nun mal ihr Kind liebt. Aber du hattest immer Angst davor, eines Tages noch ein Kind zu bekommen und es möglicherweise mehr zu lieben, weil es auf andere Weise gezeugt wurde als Elena. Du hast dir nicht getraut, obwohl wir alle überzeugt waren und auch immer noch sind, dass dies niemals passieren würde. Aber du wolltest schon immer auf Nummer sicher gehen. Es ging dir immer nur um Elena, Hermine. Du wolltest, dass sie niemals in die Situation kommt, in der sie, das Vergewaltigungskind, gegen ein Kind aus einer liebevollen Beziehung bestehen muss. Und deshalb hast du…", sie schluchzte kurz und Hermine wurde kalt, als sie erkannte, was kommen würde, „…deshalb hast du verhindert, dass du jemals wieder Kinder bekommen kannst. Du kannst nicht mehr schwanger werden, Hermine. Nie mehr."

Hermine war gelinde gesagt geschockt über das, was sie über sich selbst erfahren hatte. Doch unter dem Schock breitete sich eine zarte Erleichterung aus. Wenigstens in dieser Sache brauchte sie sich keine Sorgen mehr zu machen. Ihr eigener, von Ginny vorgetragener Gedankengang erschien ihr logisch und sinnvoll und da sie sich selber ohnehin nicht als Menschen einschätzte, der gerne eine große Familie haben wollte, erschien ihr die Sache auf den zweiten Blick weniger schockierend als sie für Ginny zu sein schien.

Als sie in Ginnys trauriges Gesicht blickte, musste sie plötzlich lächeln – zu sehr rührte sie der Gedanke daran, dass ihre Freundin so viel mehr unter dieser Tatsache litt, als sie selber.

„Ich schätze mal, das ist durchaus keine schlechte Nachricht."

Ginny sah erstaunt auf und auch Harry blickte milde überrascht drein – wenngleich auch nicht so sehr wie seine Frau. Zu gut kannte er die Freundin und ihre Gedankengänge.

„Das nimmt mir schon mal eine akute Sorge von den Schultern. Und so wie du es erzählst, erkenne ich mich durchaus und kann meine eigenen Gedanken nachvollziehen. Sei nicht traurig, Ginny. Ich bin doch ohnehin nicht der Typ für eine Horde Kinder. Dafür bin ich doch sicherlich viel zu sehr mit meine Arbeit verheiratet."

Nun kam Harry nicht umhin, zu lächeln. „Das sind in etwa dieselben Worte, die du damals auch benutzt hast. Nur, dass du damals noch im Brustton der Überzeugung hinzugefügt hast, wie froh du bist, nie wieder mitten in der Nacht Windeln wechseln zu müssen."

Hermine kicherte. „Daran kann ich mich momentan glücklicherweise nicht erinnern. Aber wenn du es sagst, muss es bestimmt grauenhaft gewesen sein."

Ihr bester Freund verzog übertrieben das Gesicht. „Es gibt nichts schöneres, glaub mir. Und mit zwei so kleinen Hosenscheißern wird das Leben nicht grad leichter."

Ungewollt entfloh nun auch der noch immer den Tränen nahen Ginny ein kurzes Lachen und sie ließ sich von der entspannten Stimmung der anderen beiden anstecken.

„Ich werde nie vergessen, wie Harry das erste Mal mit James' Windeln gekämpft hat. Dauernd hat er sich gedrückt und irgendwann hab ich ihn dran gekriegt. Er hat fast eine dreiviertel Stunde mit dem Wicht gekämpft, bis ich mich erbarmt und ihm den Spruch genannt hab, mit dem das Ganze quasi von selbst geht."

„Ich war 18!", rief er theatralisch aus. „Mein ganzes Leben wurde ich darauf trainiert, Voldemort zu massakrieren… aber von Babys großziehen hat nie einer was gesagt!"

Die beiden Frauen lachten und die heitere Stimmung war wieder hergestellt. Es folgten noch mehr Babyanekdoten aus dem reichen Erfahrungsschatz der beiden Potters, die nicht nur von ihren eigenen Sprösslingen erzählten, sondern auch von Elena und den Weasley'schen Nichten und Neffen, derer es mittlerweile auch schon reichlich gab. So hatten Bill und Fleur laut Ginny mittlerweile schon drei Kinder, Fred und Angelina sogar vier und Percy brüstete sich mittlerweile stolz mit einer zweijährigen, zu seiner unendlichen Freude goldblonden Tochter.

„Freds Rasselbande ist kaum zum Aushalten", stöhnte Harry. „Vier Jungen, die nichts als Flausen im Kopf haben. Wie Angelina dabei den Durchblick behält, ist mir völlig unverständlich. Aber sie ist tatsächlich die Einzige, die die ganze Bande inklusive Fred und George im Zaum halten kann."

Obwohl Hermine sich weder an Fred noch an Angelina noch an George erinnern konnte, musste sie erneut lachen und lehnte sich entspannt wie schon lange nicht mehr zurück.

„Danke, dass ihr da seid", meinte sie unvermittelt. „Das ist der netteste Abend, seit ich aufgewacht bin."

Ginny drückte zärtlich ihre Hand.