So. Hier ist das nächste Chap :) Ich bin nicht besonders zufrieden damit, aber gut. So ist das manchmal. Lest aber selbst :)
Lufa: Irgendwo tief in Sevi schlummert ein Pädagoge… das Biest wird nur nicht wach ;)
NickTessFan: Du hast Recht… und sie tun es ;)
Yusuria: Elena ist ja erst 12. Ihr erster Impuls ist einfach, zu glauben, dass wenn ihr Vater böse ist, sie das auch sein muss. Sie hat einfach noch nicht die Ruhe und die „Weisheit", sich die Sache erstmal genau anzugucken, bevor sie über sich urteilt. Aber da hat Sevi sie ja zum Glück mit der Nase drauf gestoßen :)
ZauBaerin: Severus und James Potter… kein Dreamteam :D Aber Severus war ja noch nie potterkompatibel… was soll man machen ;)
Amelie: Willkommen :D Und hier ist das nächste Chap ;)
23. Planung
Hermine wartete schon gemeinsam mit Minerva McGonagall vor seiner Wohnungstür – ohne Ignorierzauber, wie er stirnrunzelnd bemerkte.
Die Augenbrauen der beiden Frauen schossen in die Höhe, als sie Severus in dem viel zu großen Umhang sahen. So würdevoll wie möglich rauschte er an ihnen vorbei und betrat seine Wohnung. Eine blassrote Elena folgte ihm mit einem vorsichtigen Blick zu ihrer Mutter, deren Blick beim Anblick ihrer Tochter sofort besorgt geworden war.
Minerva berührte Hermine aufmunternd an der Schulter und ging dann vor ihr in die Wohnung – Hermine folgte.
Drinnen hatte Severus Elena schon auf dem Sofa platziert und ihr eine Tasse heißen Tee in die Hand gedrückt, damit sie sich nach der Kälte draußen keine Lungenentzündung holte. Den riesigen Umhang hatte er bereits von sich geworfen.
Die Tür fiel leise ins Schloss und Hermine trat rasch zum Sofa.
„Geht es dir gut, Herz?", fragte sie ihre Tochter leise und Elena versteckte sich hinter ihrer Tasse und nickte.
„Ich hoffe, du warst nicht zu streng zu dem Kind, Severus", richtete Minerva halblaut das Wort an Severus, der genervt schnaubte.
„Sie lebt noch oder?"
Beschwichtigend hob Minerva die Hände. „Dann bin ich ja schon beruhigt." Sie sah zu Elena. „Sie haben das Abendessen verpasst, Miss Parker. Ich nehme an, die Hauselfen können Ihnen noch eine Kleinigkeit bringen. Kehren Sie bitte zur Sperrstunde in Ihren Turm zurück… Ihre Freunde machen sich außerdem große Sorgen um Sie."
Elena nickte.
„Dann überlasse ich Ihrer Mutter und Professor Snape das Feld. Denken Sie daran, dass Sie eine Gryffindor sind, Miss Parker. Guten Abend, die Damen." Minerva zwinkerte Severus zu und er schenkte ihr einen ungnädigen Blick, bevor er die Tür hinter ihr schloss.
Hermine setzte sich zu ihrer Tochter und beschwor auch sich eine Tasse Tee.
Eine Weile sagte niemand etwas, bis Severus das Schweigen zu viel wurde. Er ließ sich in seinem Sessel nieder und legte die Fingerspitzen aneinander.
„Elena hat Bedenken angemeldet, dass jemand von ihrer Verwandtschaft mit dem bekannten Individuum erfahren könnte. Vielleicht solltest du ihr von unserer kleinen Idee berichten."
Hermine sah Elena fragend an und die tauchte vorsichtig hinter ihrer Tasse auf und warf ihrer Mutter einen fragenden Blick zu. Idee?
Ihre Mutter musste sich ein erleichtertes Lächeln verkneifen. Elena war wie sie… egal, wie sehr man sie verletzt hatte – wenn es etwas zu erfahren gab, war sie dabei.
„Professor Snape hatte eine interessante Idee betreffend dieses… Problems, Elena. Du musst aber einverstanden sein." Hermine warf dem Professor einen Blick zu und er nickte bekräftigend. Dann sprach sie weiter: „Professor Snape hat angeboten, dich als seine Tochter anzuerkennen. Wir haben vor der entscheidenden Schlacht eng zusammengearbeitet und von daher könntest du auch seine Tochter sein, wenn wir die Geschichte entsprechend drehen und wenden. Er hat sich dazu bereit erklärt, einen entsprechenden Test so zu fälschen, dass zweifelsfrei bewiesen wird, dass er dein Vater ist." Sie lächelte leicht. „Das werden die Leute sicherlich auch interessant finden… damit hast du dann aber weniger Ärger als er und ich. Du bist dann halt einfach seine Tochter. Durch deine schwarzen Haare und dein Talent für Zaubertränke können wir die Verwandtschaft ohnehin bestätigen. Du könntest selber entscheiden, wem du die Wahrheit erzählen willst. Für alle anderen wirst du Professor Severus Snapes Tochter sein."
Elena war sprachlos.
„Du brauchst das nicht heute zu entscheiden. Du kannst eine Nacht darüber schlafen und dir das genau überlegen. Und jede Antwort ist in Ordnung, Schatz."
In Elenas Kopf rasten die Informationen. Das waren definitiv zu viele Väter an einem Tag. Viel zu viele. Von Null auf zwei… und dann gleich auf solche zwei… das war zu viel.
Zahlreiche Fragen und Gedanken prasselten durch ihren Kopf. Würde ihre Mutter dann den Professor heiraten müssen? Musste sie selber bei Professor Snape wohnen? Würden Lily und James sie dann noch mögen? Und vor allem…
„Muss ich dann eine Slytherin werden?"
Nun musste Hermine lachen und Severus sah fassungslos drein. Hatte das Kind keine anderen Sorgen?
„Natürlich nicht, mein Schatz. Man verändert doch seine Hauszugehörigkeit nicht. Es gibt auch Kinder, deren Eltern in zwei unterschiedlichen Häusern waren."
Nachdenklich nickte Elena. Das war ja schon mal eine gute Nachricht. Dann überlegte sie weiter und überschlug die sich eröffnenden Möglichkeiten.
„Werden Sie dann netter zu den Gryffindors sein, Professor Snape?"
„Nur weil ich dich als meine Tochter anerkenne, adoptiere ich nicht gleich den ganzen Gryffindorclan!" Professor Snape war offenbar völlig entsetzt von ihrer Idee, nett zu den Gryffindors zu sein… und obwohl ihr richtiger Vater ihr noch immer nicht aus dem Kopf ging, hatten Professor Snapes Worte ihr vorhin doch enorm geholfen… und so zeichnete sich ein kleines Lächeln auf ihrem Gesicht ab.
„Darf ich Sie dann ‚Daddy' nennen?"
Nun sahen die beiden Erwachsenen sie gleichermaßen geschockt an, Hermine verschluckte sich gar an ihrem Tee.
Rasch winkte Elena ab. „War nur ein Scherz."
Hermine warf ihrem Retter unter krampfhaftem Husten einen bedrohlichen Blick zu. Er musste ihrer Tochter da draußen Drogen gegeben haben. Ihre aktuelle Laune war nicht normal. Vor zwei Stunden hatte sie noch komplett unter Schock gestanden und jetzt machte sie schon wieder Scherze?
Mit einem süffisanten Lächeln beugte er sich vor und schlug ihr ein paar Mal kräftig auf den Rücken.
Als sie wieder atmen konnte, richtete sie ihren Zauberstab unmerklich auf Elenas Tee und sprach einen kurzen Analysezauber – aber bis auf etwas Baldrian, Johanniskraut und Melisse war nichts Stimmungsaufhellendes darin.
Severus bemerkte das wohl und schnitt ihr eine Grimasse.
„Dobby!", bellte er und Dobby erschien mit einem Knall und stürzte sich direkt auf Hermine, um ihre Beine zu knuddeln.
Severus stöhnte leise. „Dreimal Abendessen, bitte!", befahl er dann mit schneidender Stimme.
Der Elf schnitt ihm respektlos eine Grimasse und verschwand wieder mit einem Ploppen, um gleich darauf mit einem riesigen, schwebenden Tablett aufzutauchen.
Jammernd beklagte er die Platzverhältnisse und hexte dem Tablett schließlich kurzentschlossen vier Beine an, sodass es mitten im Raum zu Stehen kam und eine Art Büffet bildete. Dann knuddelte er Hermine noch einmal und verschwand dann wieder.
Mit einer einladenden Geste wies Severus zu dem Tabletttisch. „Die Damen?"
Hermine erhob sich und nickte auch ihrer Tochter zu, die ebenfalls aufstand und sich bediente.
Als sie alle zu Essen hatten und wieder saßen, erinnerte Elena sich an den Zeitungsartikel und zog ihn hervor.
Sie reichte ihn stumm ihrer Mutter und die warf einen raschen Blick darauf. Ihr Gesicht wurde blass, als sie die drei Gesichter ihrer Peiniger sah und sie legte den Artikel rasch weg.
„Ist das mein Vater, Mom?"
Hermine atmete tief durch. Noch immer – trotz der Übungen an dem Irrwicht – brachte das Gesicht sie aus der Fassung. Doch sie versuchte sich zusammen zu reißen, denn sie merkte, wie Elena sie genau betrachtete.
„Das ist der Mann, der dich gezeugt hat, Schatz. Das ist nicht dein Vater."
„Ist das nicht dasselbe?"
„Nein." Hermine rieb sich die Stirn. Ihr war der Appetit vergangen und auch Severus hatte die Gabel sinken lassen. „Das ist nicht dasselbe. Ein Vater kümmert sich um sein Kind. Er ist für es da, liebt es und sorgt für es. Ein Vater und ein Erzeuger müssen nicht zwingend dieselbe Person sein."
„Gibt es auch Mütter, die nur Erzeuger sind?"
„Ja. Die gibt es leider. Wesentlich seltener, denn eine Mutter hat von Anfang an eine sehr intensive Beziehung zu ihrem Kind… schließlich trägt sie es 9 Monate in ihrem Bauch… aber manchmal können Mütter diese Beziehung aus welchen Gründen auch immer nicht aufbauen. Dann sind sie nur Erzeugerinnen."
„Woran merkt man, ob jemand jemanden liebt?"
Hermine versuchte, sich nicht panisch nach Severus umzublicken. Warum trat dieses Kind eine solche Diskussion ausgerechnet beim Abendessen los?
„Nun…" Sie suchte nach Worten. „Man spürt es einfach. Wenn man jemanden liebt, ist dieser Mensch einem unendlich wichtig, vielleicht sogar wichtiger als alles andere. Und es ist in diesem Moment auch nicht wichtig, ob der andere genauso empfindet. Man will einfach für den Menschen da sein, ihm helfen, ihn unterstützen… ohne etwas dafür zu verlangen."
„Ist man dann selbstlos?"
„Ja. Im Prinzip ist das Selbstlosigkeit. Man denkt nicht an sich selber, sondern nur daran, wie man dem Anderen helfen kann."
Nachdenklich stocherte Elena in ihrem Gemüse und starrte auf ihrem Teller ins Leere, während Hermine und Severus über ihren Kopf hinweg ratlose Blicke tauschten.
Schließlich sah Elena wieder auf. „Kann man jemanden auch lieben, wenn man manchmal böse auf ihn ist?"
„Natürlich. Es gibt keine menschliche Beziehung, in der nicht manchmal der eine böse auf den anderen ist. Aber wenn man den Menschen liebt, kann man ihm verzeihen."
„Glaubst du, dass mein… Erzeuger irgendjemanden liebt?"
Erschreckt sah Elena, dass der Blick ihrer Mutter nun sehr traurig auf ihr ruhte, als sie antwortete: „Nein, Elena. Menschen wie Rabastan Lestrange lieben niemanden, außer sich selbst… und vielleicht nicht einmal das."
Unter dem Blick ihrer Mutter war Elena die Fragerei vorerst vergangen.
Sie streckte die Hand nach dem Artikel aus. „Ich muss ihn James wieder geben. Er ist nur geliehen."
„Von James?"
„Ja. Er sammelt alles, was mit Onkel Harry zu tun hat."
Hermine zog die Augenbrauen hoch, aber zu Elenas Erleichterung wich dafür der traurige Blick aus ihrem Gesicht. Severus schnaubte.
„Heißt das, dein Potterfreund betreibt einen Götterkult um seinen Vater?"
Elena zuckte die Achseln. „Er ist echt stolz auf Onkel Harry."
Ihr Professor ächzte leise und Hermine warf ihm einen tadelnden Blick zu, sagte jedoch nichts, sondern widmete sich wieder ihrem Teller, nachdem sie Elena mit spitzen Fingern den Artikel wieder gegeben hatte.
Die entfaltete ihn und strich ihn glatt.
„Oh nein."
Erschreckt sahen die beiden Erwachsenen auf und zerknirscht präsentierte Elena den großen Riss in der Mitte, wobei sie es vermied, das finstere Gesicht ihres… Erzeugers anzuschauen.
Fast synchron zückten Severus und Hermine ihre Zauberstäbe. Sein „Reparo" kam eine Millisekunde früher als ihrer und sie lächelte ihn an.
Elena war fasziniert.
„Den Zauber kannte ich noch gar nicht."
Nun war es an ihrem Professor ihre Mutter tadelnd anzusehen. „Wieso kennt sie den Reparo nicht?"
„Weil ich ihn für gewöhnlich nonverbal benutze." Hermine grinste und er verdrehte die Augen.
Elena nickte. „Mom macht immer alles heil… aber ich kannte den Zauber dafür nicht. Es ist sowieso unfair, dass wir zuhause nicht zaubern dürfen."
„Wenn du dir deine Schulkameraden mal genau angucken würdest, wüsstest du, warum das so ist", knurrte Severus. „Sie würden sich und ihre Mitmenschen in Gefahr bringen… nicht, dass das nicht nach ihrer Schulzeit anders wäre…"
„Aber wenn man nicht übt, lernt man es auch nicht." Altklug sah die Kleine ihn an und er verkniff sich ein ungläubiges Kopfschütteln.
Sie hatte wirklich überhaupt keine Angst vor ihm. Und sie war verdammt noch mal genauso vorlaut wie ihre Mutter.
„Das ist genau richtig, mein Schatz." Hermine grinste Severus an – offenbar ahnte sie genau, was ihm durch den Kopf ging. „Aber so etwas sollte man unter Aufsicht üben, damit nichts schief geht. Einer meiner Mitschüler hat einmal den halben Gryffindortisch verwüstet bei dem Versuch Wasser in Wein zu verwandeln."
„Ich erinnere mich", ätzte Severus. „Diese Tische haben Jahrhunderte überdauert… bis er kam und einen der fünf vernichtete."
„Du übertreibst."
„Unser Tisch sieht aber heil aus."
„Reparo." Hermine zwinkerte ihrer Tochter zu und ein Lächeln huschte über das Kindergesicht.
Sie beendeten ihr Abendessen schweigend und als Dobby das Büfett wieder abgebaut hatte, sah Hermine ihre Tochter fragend an.
„Hast du noch Fragen, Engel?"
Elena schüttelte den Kopf, obwohl ihr noch dutzende Fragen auf der Zunge brannten.
Hermine kannte ihre Tochter zu gut, um deren Gesichtsausdruck nicht deuten zu können, wollte sie aber nicht drängen und so nickte sie nur.
„Lass dir Professor Snapes Vorschlag durch den Kopf gehen. Du kannst mir eine Eule schicken oder selber vorbei kommen – wie du möchtest. Oder du sagst ihm morgen in der Projektstunde, wie du dich entschieden hast."
Elena nickte stumm.
„Gut. Dann schlage ich vor, dass du jetzt in deinen Turm zurück gehst und James und Lily beruhigst. Sag ihnen einfach, dass du erfahren hast, dass ich bei dem Überfall verletzt wurde, es mir aber jetzt wieder gut geht. Das beruhigt sie vielleicht."
Wieder nickte Elena und Hermine seufzte innerlich.
„Okay… dann schlaf gut, mein Schatz." Sie zog ihre Tochter an sich und küsste sie auf die Nase. „Ich hab dich lieb."
Nach einem kurzen Augenblick des Zögerns schlang Elena ihrerseits die Arme um ihre Mutter. „Ich dich auch, Mom."
„Gut." Hermine lächelte sie an. „Dann ab die Post."
Elena nickte und löste sich von ihr. „Gute Nacht, Professor Snape… und… danke."
Er neigte nur abwehrend den Kopf und für einen Moment bohrten sich seine dunklen Augen in die dunklen Augen des Mädchens.
Sie hielt dem Blick für einen Moment stand und lief dann hinaus.
Elena war verwirrt. Verwirrt und auch noch ein wenig verstört. Sie hatte heute viel erfahren. Viel zu viel.
Ihr Erzeuger war ein Monster.
Severus Snape wollte ihr Vater sein. Und außerdem war er augenscheinlich verknallt in ihre Mutter. Und ihre Mutter in ihn.
Aber sie glaubte, dass er sie selbst, Elena, auch mochte. Schließlich war er meistens nett zu ihr und er machte das Projekt, ohne zu meckern. Und er hatte sie gesucht und nett mit ihr geredet.
Trotzdem war sie nicht sicher, was sie tun sollte. Kurz entschlossen entschied sie, dass Lily alles erfahren sollte. Sie würde ihr sagen, ob sie einwilligen sollte, Severus Snapes Tochter zu werden. Und sicherlich würde Lily sie trotzdem noch mögen, obwohl ihr Erzeuger ein Mistkerl war. Elena erlaubte sich keinen Zweifel daran.
Elena beschleunigte ihre Schritte gen Turm. Es gab viel zu besprechen… und sie würde sich eine Frageliste an ihre Mutter machen müssen.
Das könnte ein interessantes Gespräch zwischen den beiden Mädchen werden.
