So... und es geht weiter :) Bitte seid weiterhin nachsichtig mit mir - mein Tag bräuchte momentan 36 Stunden und da steht Schreiben leider meist hinten an. Aber wie versprochen: Es geht weiter. Auch wenns mal dauert.

Nine: Hier kriegt jeder sein Päckchen zu tragen ;) Aber bald wird alles besser ;D Und nuja... wär ja fies, wenn Magie ein Allheilmittel wäre... also noch mehr als eh schon :D

Yusuria: Schön, dass du auch noch dabei bist ;) Ja, Hermine hats faustdick hinter den Ohren... aber das wussten wir ja. Baumschlangenhaut und so? ;)

ARSnape: Freu mich, dass du auch noch mit dabei bist :D Ich geb mir Mühe!

Nicktessfan: Ich kenn leider auch einige dieser Stories und finds immer total schade. Das wollte ich eigentlich nicht für meine Geschichte ;) Ich will ja selber wissen, wies ausgeht :D (wobei ich da was mit JKR gemeinsam hab: Mein letztes Chap steht quasi schon ;)) Aber es wird nix verraten :)

Und weiter gehts also... viel Spaß :)

28. Beklemmung

Mit dem Tarnumhang kamen sie gut an den Nachtschwestern und den wenigen Patienten, die sich außerhalb ihrer Zimmer aufhielten, vorbei. Noch seltener begegneten ihnen Heiler und so machten sie ihren Weg in den zweiten Stock unbehelligt.

Hermine führte ihn zielstrebig zu dem Zimmer der Longbottoms – irgendwie war er sich sicher, dass sie häufiger hier war…

„Wie oft warst du schon hier?", raunte er ihr deshalb ins Ohr und er war sicher, dass sie errötete.

„Nur… zwischendurch. Ich bin die Leiterin der Forschungsabteilung, Severus, natürlich bin ich recht häufig hier bei den hoffnungslosen Fällen."

„Und wie oft speziell bei den Longbottoms?"

Sie schwieg und als er schon keine Antwort mehr erwartete, erwiderte sie leise: „Zu oft, Sev. Und es ist frustrierend. Neville kommt immer noch jede zweite Woche – er hat jetzt eine kleine Tochter, weißt du? Ich hab immer versucht, ihn zu meiden, weil er mich so gut kennt…"

Severus schnaubte. Longbottom würde nicht mal seine Schwester erkennen, wenn sie etwas verändert vor ihm stehen würde…

„Er ist ein guter Kerl, Sev. Er glaubt nicht mehr an eine Heilung seiner Eltern, deshalb kommt er alle zwei Wochen für eine Stunde, bringt Blumen und Kaugummi und Alice gibt Oma und Opa ein Küsschen und erzählt ihnen von ihrer Woche und dann gehen sie wieder."

Ob es wohl eine Mrs Longbottom noch gab? Severus verkniff sich die Frage. Was interessierte ihn Neville Longbottom – schlechtester Tränkeschüler aller Zeiten?

„Luna kommt nie hierher."

Severus erstarrte. Erstens… warum konnte sie seine Gedanken lesen? Zweitens… Luna Lovegood?

„Die kleine Verrückte mit den Froschaugen?"

„Severus!"

Hermine klang ehrlich empört und so schwieg er und folgte ihr nur stumm weiter. Bei Longbottom hatte er ohnehin nichts anderes erwartet.

Glücklicherweise erreichten sie die Tür rasch. Hermine blickte sich um, ob die Luft rein war und öffnete dann das Zimmer mit dem Zauberstab der Putzfrau, ohne durch das kleine Sichtfenster zu gucken.

Drinnen war es dunkel – es musste jetzt ungefähr 9 Uhr sein und offensichtlich hatten die Schwestern das Ehepaar schon ins Bett gebracht.

Severus wusste, dass hier auf der Abteilung niemand normal schlief. Schlafmittel und Beruhigungsmittel waren Grundnahrungsmittel und so war die Gefahr gering, dass einer der beiden aufwachte.

Beim Eintreten bemerkte er angewidert, dass die beiden offensichtlich nicht immer gut gepflegt wurden, denn in dem Zimmer hing ein muffiger Hauch.

Auch Hermine bemerkte dies, denn mit finsterem Gesicht war ihre erste Handlung, das Zimmer und Nevilles Eltern mit einem Reinigungsspruch in einen menschenwürdigen Zustand zu versetzen. Dann sah sie ihn an.

„Kannst du das auch ohne einen Trank zur Erweiterung des Geistes?"

„Ich bin Legilimentikmeister, Hermine."

Unter seinem empörten Blick entfloh ihr ein Lächeln und sie machte eine einladende Handbewegung in Richtung Mr Longbottom, der ihnen am nächsten lag.

„Dann mal los."

„Ich fange lieber bei ihr an."

„Weshalb das?"

„Frauen sind in der Regel empfänglicher für Legilimens, deshalb ist es bei ihr gegebenenfalls einfacher."

„Ich schätze jedoch, dass sie die schlimmeren Erinnerungen hat."

„Das spielt vermutlich keine Rolle, da Frauen meist mehr Schmerzen ertragen können, als Männer."

Hermine verkniff sich ein Seufzen und trat schlicht beiseite. Severus trat an das Bett der kleinen Frau mit dem runden, freundlichen Gesicht, das jetzt im Schlaf so friedlich aussah, dass man meinen konnte, eine gesunde Frau vor sich zu haben.

Innerlich unruhig und unwillig versetzte Severus sich mit dem gemurmelten Spruch in die Gedankenwelt der Frau.

Hermine beobachtete ihn genau und als sein Gesicht sich zu einer Grimasse verzog, packte sie ein tiefes Schuldgefühl. Wie konnte sie sich anmaßen, schon wieder von ihm zu erwarten, dass er sich die grauenvollen Erinnerungen eines anderen aufhalste, nur um ihr einen Gefallen zu tun?

Sie wollte ihn gerade unterbrechen, als er von selbst wieder auftauchte.

„Ihre Gedanken sind noch so viel chaotischer als deine es gewesen sind. Ich weiß nicht, ob Alice noch irgendwo da drin ist… aber wenn, dann ist sie weit weg und ich bekomme sie nicht ohne Hilfsmittel da raus."

Hermine hatte noch nie gehört, dass Severus einen Longbottom beim Vornamen genannt hatte, aber natürlich – Alice und Frank Longbottom waren im ersten Krieg gegen Voldemort schon Auroren gewesen und so musste Severus die beiden persönlich kennen. Wenngleich auch nichts darauf hinwies, dass ihn ihr Schicksal irgendwie berührte.

Andererseits hatte er 30 Jahre Zeit gehabt, sich mit dem Gedanken anzufreunden, was eigentlich Erklärung genug war…

„Was für Hilfsmittel wären das?"

Severus seufzte. „Ausreichend Trank zur Beruhigung und zur Erweiterung des Geistes… und irgendeinen starken Alkohol."

Sie zog die Augenbrauen hoch. „Wofür soll der sein?"

„Für mich. Für hinterher. Um mir die Gedanken aus dem Kopf zu schlagen."

In seiner Stimme lag kein Vorwurf, aber Hermine fühlte sich trotzdem schuldig. Sie dachte kurz nach und ließ den Blick über das schlafende, ältere Paar streichen. Irgendjemand musste versuchen, ihnen zu helfen… aber offensichtlich war Severus dazu nicht in der Lage, wenn er es auch niemals zugeben würde.

„Glaubst du, du könntest die Methode, mit der du mir geholfen hast, jemandem beibringen, der Legilimentiker ist?"

„Es war nur eine Art von Extraktion. Jeder Legilimentiker sollte mit etwas Übung dazu in der Lage sein."

„Gut. Dann lass uns gehen."

„Ich dachte, du wolltest Seelen retten?"

„Das werde ich auch. Aber ohne dich. Ich kann dir nicht noch mehr zumuten, nur um mein Helfersyndrom zu befriedigen. Ich werde mir einen Legilimentiker suchen und ihn dafür anstellen. Ich kann ihm erklären, was du gemacht hast."

„Beleidige mich nicht, Hermine. Bis auf Albus Dumbledore bin ich der beste Legilimentiker, den ich kenne. Und ich hab das schon einmal gemacht."

„Hör mal, ich will nicht, dass du am Ende dieses Zimmer hier beziehst, nur weil deine Psyche unter all den Erinnerungen irgendwann schlapp macht."

„Bei Merlins Eier, Hermine. Deine Bedenken in allen Ehren, aber bis gerade war in Alice Longbottoms Gehirn nichts mehr, was in irgendeiner Form als schrecklich zu bezeichnen wäre. Dort ist einfach nichts Sinnvolles mehr zu finden. Du hast das Gefühl, als wärst du in einem Kaleidoskop von Verrücktheit gefangen."

„Vielleicht ist es ansteckend."

Sein Blick wurde spöttisch. „Also bringst du lieber einen externen Legilimentiker in Gefahr? Ich bin gerührt, Hermine."

„Der hat wahrscheinlich nicht so eine Vorbelastung wie du."

„Da wäre ich mir nicht sicher. Menschen mit besonderen Begabungen sind immer unter Belastung, Hermine." Irgendwie hatte er ein Deja-Vu. Hatte er nicht genau das auch schon zu Elena gesagt? „Du solltest das eigentlich gerade wissen."

Sie warf ihm einen nichtssagenden Blick zu und seufzte dann. „Also?"

„Du wirst mir jetzt die notwendigen Tränke besorgen und dann sehen wir weiter. Und jetzt etwas plötzlich, Miss Granger, sonst stehen wir morgen früh noch hier."

Sie lächelte. „Natürlich, Professor."

Als sie an ihm vorbei ging, knuffte sie ihn absichtlich mit der Schulter an und wieder überkam ihn dieses wahnwitzig warme Gefühl.

Ohne weiter darüber nachzudenken, schnappte er sie sich und zog sie leicht an sich. „Lassen Sie sich nicht erwischen, Miss Granger", schnurrte er in ihr Ohr und sah im Halbdunkel überaus erfreut, dass sie eine Gänsehaut im Nacken bekam.

„Ich bin eine Meisterdiebin, Professor", raunte sie zurück. „Oder haben Sie den Dieb der Baumschlangenhaut je erwischt?"

Er verstärkte seinen Griff. „Genau in diesem Moment festgesetzt."

Sie lachte leise dieses unglaubliche Lachen. „Sollte ich nicht Tränke holen?"

„Ich bin geneigt, es mir anders zu überlegen." Mutig geworden drückte er seine Nase in ihr duftendes Haar und spürte, wie sie sich für einen kurzen, perfekten Moment an ihn lehnte, bevor ihr Pflichtgefühl und ihr Helfersyndrom wieder Oberhand gewannen und sie sich los machte.

„Wir müssen hier vorankommen. Warte kurz."

Sie verschwand leise und vorsichtig nach draußen und Severus blieb im Halbdunkel zurück.

Er ertappte sich dabei, wie er ihr hinterher sah, wie ein goldsüchtiger Niffler und schüttelte den Kopf über sich selbst. Sein Blick huschte zu den Longbottoms und mit einem Seufzen fragte er sich, für wen er das hier eigentlich machte.

Die Longbottoms waren schon immer nette Menschen gewesen, aber genauso wie ihr Sohn hatten sie Severus stets gemieden und gefürchtet. Er war nun mal nicht der nette Junge von nebenan gewesen und die Longbottoms hatten schon immer ein Faible für Menschen mit blütenreiner Weste gehabt… was er ihnen nicht einmal zum Vorwurf machen konnte.

Er war in der Nacht hinzugekommen, als den beiden das passierte, aber da hatte er schon nichts mehr tun können. Sie waren zwei weitere Menschen auf der Liste derer, an deren Leid er mindestens eine Teilschuld trug. Er hatte aufgehört zu zählen, wie lang die Liste war. Trotzdem… egal, wie sehr ihn das Leid der zwei berührte… er war nicht ihretwegen hier. Das einzusehen war er realistisch genug. Er war ihretwegen hier. Hermines.

Irgendwie brachte sie ihn dazu, Schuldigkeiten wenigstens teilweise einzulösen. Mit ihr hatte es begonnen und offensichtlich setzte es sich mit den Longbottoms fort.

Wieder einmal fragte der Zaubertrankprofessor sich, wie ein einziger Mensch so eine geballte positive Energie versprühen konnte, dass es sogar auf einen ehemaligen Todesser abfärbte. Sie war ein Phänomen. Und hier war er nun. Auf Mission, das Unmögliche zu schaffen.

Im Gegensatz zu Hermine hatte er kaum Hoffnung, einen der beiden zurück zu bekommen. Sie waren zu lange in diesem Zustand und sie hatten nicht das Genie, das Hermine hatte. Er hatte keine Mauer bei Alice Longbottom angetroffen – kein Schutz, keine Barrikade. Und er hatte Hermine angelogen.

Natürlich waren zwischen den wirren, verrückten Gedanken auch schreckliche zu finden. Er hatte versucht, sie nicht anzusehen, aber obgleich sie wie alles in Alice Longbottoms Kopf blass und unwirklich wirkten, hatten sie nur wenig von ihrem Schrecken verloren.

Auroren waren immer mit schrecklichen Dingen konfrontiert. Da sie quasi das Pendant zur Muggelpolizei waren, waren sie stets die Ersten an einem Tatort und bekamen den geballten Schrecken begangener Straftaten ab. In einem Fall wie dem der Longbottoms konnten diese Erinnerungen – obwohl in einem gesunden Geist gut verarbeitet – zum Verhängnis werden. Sie hatten nicht eine spezielle Sache, die ihren gesamten Horror verursachte, so wie es bei Hermine gewesen war. Sie hatten viele, die in solch einem Moment aufbrachen und einen Geist so völlig überfordern konnten, dass er quasi implodierte. In dem sich ein Mensch immer mehr in sich zurückzog, blieb immer weniger von ihm übrig.

Es war ein beklemmendes Gefühl zu wissen, dass er wieder dorthin würde abtauchen müssen… aber es ging hier um mehr, als nur um ihn. Es ging um sie.

Kurz dachte er über ihre Befürchtungen nach, dass sein eigener Geist unter dieser Belastung zerstört werden könnte. Er selbst glaubte das nicht. Sein Geist war stark und leiderprobt und zudem war er in der Lage, die Gedanken zu übersehen. Er brauchte sie nicht, um bis zu Alice vorzudringen. Sie würden später bei der Rekonstruktion der Erinnerung und des Geistes eine Rolle spielen, aber die konnte getrost jemand anders übernehmen.

Die Tür öffnete sich wieder und riss ihn aus seinen Gedanken. Schneller als ein Wimpernschlag hatte er seinen Zauberstab auf den Ankömmling gerichtet, doch es war nur Hermine, die die Hände hob, als sie ihn sah.

„Ich bin's nur", flüsterte sie und winkte mit einigen Phiolen, während sie mit dem Fuß vorsichtig die Tür zu schob.

Er griff an ihr vorbei und schloss die Tür lautlos.

„Das ging schnell."

„Der Vorratsraum ist hier um die Ecke… die Nachtschwester sitzt und liest Liebesromane. Nicht mal eine Bombe könnte sie stören."

„Na wundervoll. Wie ermutigend, dass das qualifizierte Personal des Krankenhauses sich mit Fachliteratur beschäftigt…"

„Ach, lass ihr doch den Spaß."

Sie hielt ihm die Tränke hin und ihre Hände berührten sich, als er danach griff. Für einen Moment hielt sie die Phiolen gemeinsam mit ihm fest und sah ihn ernst an.

„Wenn es zu schwierig wird, dann hör auf, Sev. Bitte."

„Sei versichert, dass ich mich nicht für sie in Gefahr bringen werde."

„Ich bin mir bei dir nicht sicher."

„Du bist nicht meine Mutter, Hermine. Ich tue, was ich für richtig halte. Du musst mir einfach vertrauen."

Sie seufzte und nickte. „Da hast du Recht."

Ihr Griff um die Phiolen verlor sich und sie trat etwas zurück. „Ich warte hier auf dich."

„In Ordnung. Pass auf, dass niemand reinkommt."

„Natürlich. Pass auf dich auf."

Er nickte ihr zu und flößte Alice Longbottom dann mit Hermines Unterstützung vorsichtig einen Trank zur Erweiterung des Geistes ein. Dann setzte er sich an die Bettkante und seine Augen schlossen sich, als er sich in die Psyche der Frau vor ihm vergrub.


Die bangen Minuten des Wartens begannen nun. Hermine wusste kaum, wo sie hinsehen sollte… in Alice Longbottoms Gesicht oder in Severus… doch obwohl sie beide gleichmäßig im Auge behalten wollte, war es Severus, zu dem ihr Blick am häufigsten huschte.

Sein Gesicht war angestrengt, wenn gleich auch keine Grimasse und so wartete sie.

Erst in diesen Minuten des Wartens wurde ihr klar, wie sehr sie sich auf die Anwesenheit des Zaubertränkemeisters verließ und auf ihn baute. Sie versuchte sich ein Leben ohne seine spöttischen Bemerkungen und seinen messerscharfen Verstand vorzustellen und kam zu dem Schluss, dass sie es nicht mehr konnte. Er war so sehr zu einem Bestandteil ihres Lebens geworden, dass es schon unheimlich war. Ihr Leben vor ihrem „Unfall" kam ihr plötzlich grau und unwirklich vor, als hätte etwas Wesentliches gefehlt. So wie sie die Sonne von Australien zur Erholung benötigt hatte, benötigte sie jetzt den finsteren, zwanzig Jahre älteren Professor. Ihren ehemaligen Lehrer. Sie musste hart an sich halten, um nicht in hysterisches Gekicher auszubrechen. Ron würde sie massakrieren.

Vermutlich würde er das ohnehin tun, wenn Severus' angebliche Vaterschaft bekannt würde. Ron war immer eifersüchtig gewesen und er hatte es gehasst, dass sie so viel Zeit mit dem verhassten Professor verbracht hatte. Und waren seine Befürchtungen nicht letzten Endes sogar berechtigt gewesen?

Noch immer überkam Hermine ein Gefühl der Schuld, wenn sie daran dachte. Sie war eigentlich niemand, der seinen Partner für ein bisschen Stressabbau betrog. Aber Severus hatte schon damals recht gehabt – wie so oft. Ihre Beziehung hatte damals schon in den Brüchen gelegen und was ihr Verstand nicht akzeptieren wollte, hatte ihr Unterbewusstsein ihr sehr plastisch klar gemacht.

Sie fragte sich, ob Severus damals genauso reagiert hätte wie Ron, wenn er es gewesen wäre, mit dem sie in einer Beziehung gelebt hätte.

Sie musste fast lachen. Severus war vermutlich schon als 6 Jähriger zu erwachsen für solch einen Blödsinn gewesen. Auch er hatte kindische Phasen, aber nicht bei so etwas. Er nicht.

Ein Laut riss sie aus ihren Gedanken und besorgt wandte sie sich wieder Severus zu, nachdem sie festgestellt hatte, dass Mrs Longbottom noch immer wie festgepinnt dort lag.

Auf seinem Gesicht standen Schweißperlen und er hatte den Mund leicht geöffnet. Seine Augen waren zusammen gekniffen und seine Nasenflügel bebten. Hermine beschlich das unschöne Gefühl, dass irgendetwas nicht in Ordnung war.

„Severus?" Sie sprach nur leise, vorsichtig, um ihn nicht zu abrupt aus seinen Gedanken zu reißen, doch er reagierte nicht.

Auch als sie vorsichtig mit zwei Fingern über sein Gesicht strich, reagierte er nicht. Zu vertieft war er in die Legilimentik.

Unsicher, was sie tun sollte, verharrte sie. Sie konnte mit medizinischen Notfällen souverän umgehen, aber sie hatte keine Ahnung, wie man mit einem Legilimentiker umging, der gerade tief in seinem Element versunken war.

„Nein!", stieß er plötzlich wild hervor und Hermine sah, wie seine Augäpfel wild unter den geschlossenen Lidern zuckten. Er begann, gefährlich vor und zurück zu schwanken und rasch eilte sie an seine Seite und schlang einen Arm um ihn, um ihn vor dem Fall von der Bettkante zu bewahren.

„Warte!"

Der Ausruf veranlasste die nun vollends besorgte Hermine, einen Schallzauber über den Raum zu legen. Sie konnte nur mutmaßen, dass er einen Weg zu Alice gefunden hatte und diese ihm jedoch wieder zu entgleiten drohte.

„Severus?" Sie strich ihm zärtlich die Strähnen von der schweißnassen Stirn. „Sag irgendwas. Geh nicht zu weit, bitte. Komm zurück."

Noch immer reagierte er nicht, stattdessen ging sein Atem zunehmend schwerer und seine Haut wurde selbst im fahlen Halbdunkel sichtlich blasser.

„Severus?" Hermine konnte nicht verhindern, dass sie langsam in Panik abrutschte. Warum zum Geier reagierte er nicht auf sie? „Severus! Antworte mir gefälligst!"

Statt einer Antwort kam nur ein Knurren aus seiner Kehle und sie spürte wie all seine Muskeln sich anspannten, wie ein Tiger, der zum Sprung ansetzte.

„Severus!"

Als auch der Ruf keine Reaktion hervor rief, schüttelte sie ihn leicht, doch der Körper war zu verspannt, als dass sie ihn großartig bewegen konnte.

Also griff sie zu dem einzigen Mittel, was ihr einfiel.

Mit einer gemurmelten Entschuldigung holte sie weit aus und ohrfeigte Severus mit aller Kraft.

Von der Wucht ihres Schlages wurde sein Kopf beiseite gerissen und sein widerstandsloser Körper aufs Bett über Alice Longbottoms Beine gestreckt.

Angstvoll beugte Hermine sich über ihn, als er einfach liegen blieb.

„Severus?"