Jubiläum! Die Story hat 200 Seiten geknackt ;D *kekse verteil*
Yusuria: Da muss ich doch mal nach deiner FF linsen gehen :)
ARSnape: Wir gucken mal drauf ;)
NickTessFan: Sie hat halt doch irgendwie einen Helferkomplex. Und Sev kann ihr ja nix abschlagen…
Liesl Snake: Willkommen bei den geouteten Lesern ;) Schön, dass du reviewst! Wir gucken mal, was wir in Sachen unbeschwertes Leben machen können ;) (Mit einem cholerischen Tränkemeister und einer notorischen Besserwisserin…schwierig! :D)
Lisi: Vielen Dank!
Und weiter geht's ;)
29. Verwandlung
Zu ihrer unendlichen Erleichterung waren seine Augen offen, wenngleich er auch noch etwas benommen aussah.
Offensichtlich jedoch war er klar genug, um Sprüche klopfen zu können.
„Wenn Sie das noch einmal machen, Miss Granger, werde ich Sie höchstpersönlich übers Knie legen und Ihnen den Hintern versohlen", schnarrte er sie noch im Liegen an und sie konnte nicht anders, als erleichtert zu lachen und ihm einen Kuss auf die Lippen zu hauchen.
Sogleich wurde seine Miene milder.
„Und jetzt hilf mir hoch. Wenn du mich niederschlagen kannst, kannst du mir auch ruhig aus der misslichen Lage helfen."
Mit einem noch immer breiten Grinsen zog sie ihn hoch, nur um dann so gleich tadelnd drein zu blicken.
„Es gab Schwierigkeiten oder nicht?"
Er befühlte, trotz des Kusses noch missmutig, seine Wange, die sich von dem Schlag heiß und taub zu gleich anfühlte und vermutlich feuerrot war.
„Dein rechter Haken hat es in sich, wusstest du das?"
„Severus! Was ist da passiert?"
„Wie wäre es mal mit einer Entschuldigung?", schnappte er nun offensichtlich wirklich gereizt, während er weiter seine Wange betastete. „Du hast mir vermutlich drei Zähne heraus geschlagen."
„Ach, Sev… hätte ich gewusst, dass du so eine Mimose bist, hätte ich dich mit Federn aus deinem Delirium gekitzelt." Sie verdrehte die Augen und wies mit ihrem Zauberstab auf ihn und mit einem gemurmelten Spruch ihrerseits verschwanden die Schmerzen und das dumpfe Pochen.
„Ich weiß ja nicht, wie du dir das vorgestellt hast, Hermine Granger, aber es ist nicht möglich, mal eben in den Kopf einer komplett verwirrten Frau zu hüpfen, ‚Hallo' zu rufen und sie damit an der Angel zu haben." Offensichtlich war er wirklich sauer auf sie.
„Das weiß ich, Sev." Nun piesackte sie doch das schlechte Gewissen. Hatte sie überreagiert? „Es tut mir Leid. Aber du sahst aus, als würdest du dich immer weiter verlieren und das konnte ich nicht zulassen. Bei aller Menschenliebe, Sev… lieber lasse ich sie in diesem Zustand, als dich daran zu verlieren."
Ohne es zu wollen, glätteten sich die tiefen Zornesfalten auf seinem Gesicht, als er ihre Begründung hörte. Trotzdem konnte er nicht anders, als noch einmal zu schnauben.
„Lass uns gehen", murrte er dann und strich seine Robe glatt. „Ich bin raus und es war anstrengend. Heute klappt nichts mehr."
„Hast du denn etwas gefunden?"
„Du meinst, bevor du mich verprügelt hast?"
Sie verdrehte die Augen.
„Ich bin mir nicht sicher. Es war alles sehr wirr."
Offensichtlich war er nicht in auskunftsfreudiger Laune und stapfte an ihr vorbei zur Tür, wo er den Unsichtbarkeitsumhang aufhob und sie unwillig ansah.
„Kommst du jetzt?"
„Wir haben es nicht eilig, Sev, der Computer braucht noch…ungefähr sechs Stunden."
„Ich möchte gerne aus diesem Irrenhaus weg, bevor die pflichtvergessene Nachtwache doch noch herum geht." Seine Stimme schnarrte und Hermine unterdrückte nur mühsam ein Seufzen.
Wieso war er bloß wegen einer kleinen Ohrfeige so sauer?
Sie schlüpfte schweigend zu ihm unter den Umhang und er zog sie wieder vor sich. Obwohl die Stimmung angespannt war, genoss sie es, an ihn geschmiegt durch das leere Krankenhaus zu schleichen.
In ihrem Labor trennten sie sich und Hermine warf einen Blick auf den Computer. Der Ladebalken zeigte tatsächlich noch sechs Stunden und 27 Minuten bis zur endgültigen Entschlüsselung an. Severus fluchte leise und sah sich um.
„Was machen wir jetzt noch so lange?"
„Ich weiß nicht genau…" Hermine sah sich um. „Ich könnte dir erzählen, woran wir forschen."
„Gibt es da etwas Interessantes?"
„Nun, die DNA-Geschichte ist nicht das einzige Thema, womit wir uns beschäftigen. Unsere Aktien daran waren hier nicht sehr groß – wir haben uns der bereits existierenden Möglichkeiten der Muggeltechnologie bedient und sie an unsere magischen Techniken zumindest zum Teil angepasst. Soweit, so unspektakulär." Hermine schob Severus einen der Schreibtischstühle zu und sie setzten sich. Mit einem Wink ihres Zauberstabes hatte jeder von ihnen eine Tasse Tee.
Sie überlegte kurz, dann holte sie einen Ordner hervor.
„Da stehen alle Forschungsansätze drin, über die wir uns Gedanken gemacht haben, die aber noch nicht weiter verfolgt werden konnten. Aktuell forschen wir unter anderem an der Personalisierung von Zaubertränken, das heißt, wir versuchen Heiltränke wirksamer zu machen, in dem wir sie an unsere Patienten anpassen. Aktuell haben wir noch keine Möglichkeit zu dieser Anpassung gefunden, aber wir arbeiten dran. Möglicherweise muss es so gehen, dass wir wieder über eine Art DNA-Anpassung gehen… aber wie gesagt, momentan rätseln wir noch daran."
Severus legte die Stirn in Falten – die Aussicht auf eine fachliche Diskussion lenkte ihn ein bisschen von seiner schlechten Laune ab. „Sinnvoll wäre es durchaus. Ich habe das auch schon versucht."
„Wirklich?" Hermine beugte sich interessiert vor, erleichtert, dass er offensichtlich nicht schmollte. „Wie bist du da heran gegangen?"
Der Tränkeprofessor blätterte durch die Unterlagen und überflog die bereits unternommenen Versuche.
„Ich habe versucht, das Personalisierungsprinzip des Vielsafttrankes zu übernehmen. Auch Vielsafttrank ist personalisiert, allerdings ja mit etwas anderer Wirkung wie du weißt."
Hermine nickte. Die Idee war nicht schlecht. Durch die Personalisierung bekam der Vielsafttrank seine spezielle Wirkung… und aus diesem Grund war er auch nicht zur Verwandlung in Tiere geeignet.
„Leider konnte ich das Prinzip nicht ausreichend abwandeln, um die Wirkung zu verändern." Severus schnappte sich von dem Schreibtisch vor ihm einen Zettel und eine Feder und begann für Hermine seinen Versuchsaufbau zu skizzieren und zu beschreiben.
Schon bald verloren sie sich in der Diskussion.
Im Hause Potter hatte Harry seiner Frau von Hermines Plan erzählt und ihre Augen wurden zunächst riesig groß vor Erstaunen, bis sich ein wissendes Lächeln auf ihrem Gesicht ausbreitete.
„Severus Snape hat sich also freiwillig dazu bereit erklärt, Elena als seine Tochter anzunehmen?"
Harry nickte und rieb sich die Stirn, bevor er das kleine Lächeln auf dem Gesicht seiner Frau sah.
„Was gibt es daran zu grinsen?", rief er aus. „Der Mann ist mitnichten der richtige Vater für Lena. Er ist ein ehemaliger Todesser und der Kinderhasser in Person. Hermine sagt zwar, dass die beiden sich gut verstehen, aber ich bitte dich… nenn mir ein Kind, das keine Angst vor Fledermaussnape hat!"
„Ach, Harry, das ist albern. Hermine hatte zum Beispiel nie Angst vor ihm."
„Hatte sie doch!"
„Na gut… ganz früher vielleicht. Aber mittlerweile hat sich vieles verändert… auch Professor Snape… auch wenn es dir vielleicht nicht aufgefallen ist. Er hat Elena doch sogar schon Hauspunkte gegeben. Und obwohl keine Gefahr mehr besteht, führt er den Projektunterricht weiter."
„Nur weil er freiwillig Unterricht mit ihr macht, macht ihn das noch nicht zu einem guten Vater?"
„Du hast doch keine Ahnung von Elenas Verhältnis zu Professor Snape, Harry. Du bist nicht dort und von Hermine oder Lily haben wir noch nie eine Klage Elenas über den Professor gelesen oder gehört. Er hat Hermine gerettet und ist nebenbei bereit seine Ungebundenheit und sein Vermögen für Elena einzusetzen. Wenn du mich fragst, ist eine derartige Aufopferungsbereitschaft definitiv ein gutes Zeichen dafür, dass er ein guter Vater wird! Gib dem Mann eine zweite Chance, Harry. Er hat es verdient, nach allem, was er für uns alle getan hat!"
„Aber… das ist Snape, Gin. Er wird Elena verletzen."
„Tatsächlich? Weil er in letzter Zeit so viele Menschen verletzt oder weil du ihn einfach noch immer in schlechter Erinnerung hast?"
Harry zog einen Flunsch und Ginny strich ihm über die Wange.
„Du brauchst kein Fan von ihm zu werden, Harry. Aber akzeptier die Situation für Hermine und für Elena. Er hat das selber vorgeschlagen und ich sehe nicht, dass für ihn irgendein Vorteil dabei herausspringt. Also müssen seine Absichten ehrlich sein und deshalb wird er seine Sache gut machen." Ginny grinste. „Schließlich musst du ja nicht gleich deinen Sohn nach ihm benennen aus lauter Freundschaft."
Harry warf ihr einen entrüsteten Blick zu und strich dann mit einer zärtlichen Geste über ihren noch flachen Bauch. „Soweit kommt's noch. Das irgendeines von meinen Kindern den Namen dieser Fledermaus trägt…"
Ginny lachte und überlegte kurz, ob sie Harry ihre leise Vermutung bezüglich des Professors und Hermines mitteilen sollte… doch im Anbetracht seines aktuellen Zustands entschied sie sich vorerst dagegen. Er sollte sich zuerst an die Idee gewöhnen, dass Severus Snape Elenas Vater sein würde.
Das Seufzen ihres Mannes riss sie aus ihren Gedanken und sie sah ihn fragend an.
„Ich musste nur grade daran denken… Ron wird durchdrehen, wenn er das mitbekommt… also das mit dem Vater und so." Harry schüttelte sorgenvoll den Kopf. „Damals im Krieg hat er schon dauernd irgendwelche Andeutungen gemacht, weil Hermine so viel mit Snape zu tun hatte… durch die Forschungsarbeit, erinnerst du dich?"
Ginny nickte. Sie erinnerte sich gut daran, wie Ron in ihrem Wohnzimmer gesessen und die Wand angestarrt hatte, als Hermine die gemeinsame Wohnung verlassen hatte.
„Sie hat ihm nie gesagt, ob das Kind wirklich von Lestrange war."
„Er wird durchdrehen, wenn er das in der Zeitung liest. Er hat das immer vermutet und du weißt ja, dass er sich nicht vom Gegenteil überzeugen lassen wird, selbst wenn sie ihm die Wahrheit sagen würde."
„Hoffen wir, dass er Hermine alleine erwischt, wenn er wie ein wütender Stier auf ihrer Matte steht. Denn wenn Severus Snape dabei ist, werden die beiden sich vermutlich duellieren. Und wer dabei den Kürzeren zieht, kann ich auch ohne Abschluss in Wahrsagerei ganz genau sagen." Ginny schüttelte sich. Ihr Bruder war ein Idiot. Aber sie liebte ihn und hoffte, dass er sich trotz seines voraussichtlichen Wutanfalls vor Severus Snape hütete. Denn so sehr sie dem Mann auch vertraute und dankte – seiner Selbstbeherrschung dann, wenn einer seiner Schutzbefohlenen in Gefahr oder Bedrängnis war, vertraute sie nicht.
