Sooo weiter gehts! Ich häng momentan mit meiner Bachelorarbeit in der Luft - irgendwas ist ja immer *seufz* Aber es geht weiter. Langsam aber stetig.

Schön, dass soviele noch mitlesen :) Wenn mir jetzt auch noch ein paar ein Review da lassen, bin ich rundum glücklich (was sich natürlich positiv auf die Story auswirkt :D)

30. Verwandlung 2

Der Computer beendete die Berechnung am frühen Morgen. In der Zwischenzeit hatten Hermine und Severus nicht nur angeregt über die Personalisierung von Tränken diskutiert, sondern Hermine hatte ihm auch genau erläutert, wie die Veränderung von Elenas DNA vor sich gehen würde. Er wusste nun, wie man den Zauberspruch entsprechend kalibrierte und das Gen veränderte. Zwar waren ihm die genauen biochemischen Prozesse noch nicht klar, doch dafür hätte er sich genauer mit der DNA des Menschen auseinander setzen müssen.

Er hatte in Hermines Labor eine Muggelzeitschrift entdeckt, das Biochemical Journal. Nur unwillig ließ er die Zeitschriften dort zurück, als sie das Labor endlich verließen, doch Hermine versprach ihm, ihm die Zeitschriften einmal mitzubringen, wenn sie wieder arbeitete.

Das stimmte ihn auf zweierlei Art zuversichtlich: Erstens konnte er sich dann mit den offensichtlich durchaus intelligenten Ansätzen der Muggel beschäftigen und zweitens würde er sie dann wiedersehen.


Sie kehrten müde, aber erfolgreich im Morgengrauen nach Hogwarts zurück. Geschickt hatten sie im St Mungos alle Zeichen ihrer Anwesenheit verwischt und den Zauberstab der Reinigungsangestellten zurück gebracht – tatsächlich hatte diese das Fehlen nicht bemerkt. Offensichtlich war sie dem Elfenwein verfallen und schlief so ihre Nächte im Rausch regelmäßig durch. Hermine hatte gut gewählt.

Obwohl sie beide müde waren, blieb keine Zeit zu schlafen. Nach einer Dusche und einem schnellen, gemeinsamen Frühstück verabschiedete Severus sich in den Unterricht, während Hermine daran ging, alles genau vorzubereiten, um ihre Tochter zu der von Severus Snape zu machen.

Gegen Mittag trudelte eine – sich augenscheinlich sehr wichtig fühlende – Ministeriumseule ein, die hoheitsvoll einen dicken Umschlag an Hermine übergab.

Der Brief kam von Dennis Creevey und mit etwas zittrigen Fingern entfaltete sie den Wust an Papier.

Es waren offensichtlich noch einige Formulare und ein Anschreiben, das sie sich zuerst vornahm.

Liebe Hermine,

ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich dich noch immer beim Vornamen nenne. Bitte entschuldige, dass ich erst jetzt antworte – dein Brief hat mich etwas aus dem Konzept gebracht, da ich – wie auch alle anderen – seit dem Krieg vermutet hab, dass du tot seist. Deine Geschichte zeigt, warum. Ich bin natürlich unglaublich erleichtert, dass du lebst… und du hast eine Tochter! Natürlich erstaunt die Sache mit Severus Snape mich doch sehr, aber das geht mich natürlich nichts an. Offensichtlich habt ihr eure Differenzen ja jetzt beigelegt – das wird deine Tochter sicherlich freuen.

Anbei findest du noch einige abschließende Formulare, die ich unterschrieben zurück brauche, damit der Vorgang abgeschlossen werden kann. Zudem brauchen wir für diese Art nachträglicher Anerkennung, wie du sicherlich weißt, einen Vaterschaftstest, der die Vaterschaft bestätigt. Das verlangen die Auflagen, zum Schutz des Kindes. Natürlich bist du über jeden Zweifel erhaben, aber da du schon bald im Licht der Öffentlichkeit stehen wirst, ist sicherlich allen Beteiligten daran gelegen, die Sache korrekt über die Bühne gehen zu lassen. Du kannst mir die Testphiole mit den Formularen zukommen lassen.

Ich bin zuversichtlich, dass wir das Ganze dann spätestens nächste Woche Mittwoch über die Bühne gebracht haben.

Dir und deiner Tochter für die Verhandlungen alles erdenkliche Gute,

Dennis Creevey

Leiter der Abteilung für Familienangelegenheiten bei Magiern und magischen Wesen

Abteilung 17

Zaubereiministerium

London, England"

Irgendwie erleichtert ließ Hermine den Brief sinken. Es schien gut zu laufen. Endlich schien mal etwas zu funktionieren. Sie hatten also das Wochenende über ausreichend Zeit, um Elenas Haare mit der richtigen DNA zu züchten und den Test durchzuführen. Und dann würde Elena vermutlich relativ problemlos – wenn man Dennis glauben durfte – als Severus' Tochter anerkannt werden.

Sie betrachtete die Tränke, die sie auf dem Couchtisch angerichtet hatte. Das immer brennende Feuer ließ die Phiolen geheimnisvoll funkeln und warf grüne und rote Schatten durch sie hindurch auf die Couch.

Obwohl sie tagsüber zu schlafen verabscheute, machte ihr ihr Körper jedoch deutlich, dass er es noch nicht wieder duldete, in 24 Stunden nicht eine Sekunde Schlaf zu bekommen und so kapitulierte sie vor ihm und legte sich „für ein Stündchen" auf die Couch, wo sie sich vom Lichtspiel des Feuers in den Phiolen einschläfern ließ.

Aus der Stunde wurden vier, nach denen sie nur aufwachte, weil Severus herein kam.

Ihm entfloh ein belustigtes Lächeln, als er die klügste Hexe des alten und sicherlich auch des neuen Jahrhunderts zerzaust und verschlafen hinter seiner Sofalehne auftauchen sah.

Sie rieb sich verschämt die Augen.

„Wie spät ist es?"

„Gleich drei."

„Wirklich?" Mit einem resignierten Seufzer ließ sie noch immer verschlafen ihren Kopf auf die Sofalehne sacken. „Ich wollte nicht so lange schlafen."

„Dein Körper nimmt sich, was er braucht. Lass ihm noch ein bisschen Zeit." Severus' Blick fiel auf den Brief auf dem Couchtisch. „Vom Ministerium?"

Hermine nickte. „Er ist von Dennis Creevey. Es geht alles glatt über die Bühne… bis Mitte nächster Woche, wenn wir ihm noch den Vaterschaftstest und die Formulare da schicken."

Severus nickte. „Ich habe Minerva gebeten, Elena anzuweisen, statt zur Projektstunde hier her zu kommen. Wie lange wird es dauern, bis wir mit ihrem neuen Haar den Vaterschaftstest machen können?"

„Je nachdem wie sie reagiert… aber spätestens Sonntag."

Erneut nickte der Tränkemeister und beschwor für sie beide etwas Tee und Gebäck, bevor er sich in seinen Sessel fallen ließ.

Gemeinsam warteten sie, dass es vier schlug.


Elena sah zweifelnd auf die Unmengen an Phiolen.

„Muss ich die alle trinken?"

„Aber nein, Schatz, um Merlins Willen." Hermine lachte – nun doch etwas nervös. Immerhin würde sie gleich an ihrer Tochter herumdoktern. „Ich werde gleich den Zauberspruch sprechen und ab da müssen wir sehen, was du an Tränken brauchst, damit deine Mähne wieder ordentlich nachwächst."

„Nachwächst? Heißt das, sie fallen aus?" Nun sah Elena doch etwas beunruhigt aus.

„Sie bilden sich natürlich neu, Schatz. Aber wir haben ja genug Tränke – in zwei Stunden hast du genauso volles Haar wie jetzt… nur mit anderer Erbinformation."

„Wirklich?"

„Ganz wirklich. Im schlimmsten Fall dauert es bis morgen."

„Hm… okay."

„Okay… dann fang ich jetzt an, ja?"

„Wenn es sein muss…"

„Wir müssen das nicht machen, Elena", schaltete Severus sich nun zum ersten Mal ein. „Wir können immer noch behaupten, ich hätte es mir anders überlegt."

Elena warf ihm einen schrägen Blick zu. „Aber ich möchte, dass Sie… du mein Dad wirst."

„Dann Ruhe jetzt." Hermine wollte es hastig über die Bühne bringen, bevor Severus Elena doch noch mit seinen Selbstzweifeln Flausen in den Kopf setzte… obwohl ihre Tochter im Grunde sehr gut wusste, was sie wollte.

Sie entfaltete das Pergament, auf das sie den ellenlangen Zauber zur Erinnerungsstütze geschrieben hatte – obwohl sie und Severus genau wussten, dass sie den Spruch tadellos auswendig aufsagen konnte.

Elena zweifelte offensichtlich an den Fähigkeiten ihrer Mutter und wich etwas zurück.

„Willst du den Spruch etwa ablesen, Mom?"

„Schatz, dieser Spruch geht über ungefähr drei Zeilen. Du wirst mir sicher zustimmen, dass es besser ist, ihn vor Augen zu haben, auch wenn ich ihn auswendig kann." Hermine klang durch ihre Nervosität langsam etwas genervt, weil sich das Ganze schon wieder verzögerte.

Elena jedoch sah noch misstrauisch drein. „Bist du sicher, dass du mir nicht die Nase weghext?"

„Hab ich dir jemals die Nase weggehext, ohne es zu wollen, Elena Parker? Und jetzt Ruhe – ich muss mich konzentrieren."

Severus sah belustigt drein, wenngleich er auch Hermine jetzt noch mehr bewunderte – dafür, dass sie 12 Jahre alleine eine naseweiße kleine Tochter großgezogen hatte. Zweifellos könnte er von ihr viel über den Umgang mit Kindern lernen… könnte.

„Granger", murmelte die Kleine nun auch schon altklug und Hermine schlug leicht mit dem Zauberstab nach ihr, ohne sie treffen zu wollen, natürlich.

„Ruhe jetzt. Sonst kannst du sehen, wie du Severus zu deinem Vater machst."

Endlich verstummte die Kleine und Severus betrachtete interessiert, was Hermine tat.

Sie krempelte die Ärmel ihres Cardigans hoch und hob den Zauberstab. Als sie begann den Spruch zu intonieren, sah Severus, wie Elena den Atem anhielt und ohne es selber zu bemerken, tat er es ihr gleich.

Hermines Zauberstab flog in komplizierten Schnörkeln um Elenas Kopf herum, während sie den Spruch mehr sang als sagte. Natürlich musste sie nicht auf den Zettel gucken, der vor ihr lag. Fehlerfrei vollendete sie den Zauber – auswendig.

Aus ihrem Zauberstab löste sich ein grüner Schimmer, der sich auf Elenas Haare legte. Fasziniert sah Severus, dass der Schimmer sich nicht nur auf ihr Haupthaar legte, sondern einen leichten Film über jeden Streifen Haut legte, den er sehen konnte. Natürlich. Der Mensch war im Grunde am ganzen Körper behaart – wenn auch in der Regel unsichtbar.

Als Hermine endete und den Zauberstab senkte, stießen sie alle drei gleichzeitig die Luft aus. Zweifelnd betrachtete Elena ihre Handrücken, auf denen es grün schimmerte.

Als sie etwas sagen wollte, hob Hermine die Hand und so blieb sie stumm.

Ohne etwas zu sagen warteten alle drei. Interessiert sah Severus, dass der Grünschimmer schwächer wurde. Auf ihrer Haut verschwand er zuerst, dann auf ihren Augenbrauen. Der Grünschimmer auf ihren Haaren hielt sich am längsten, doch schließlich verschwand auch er. Als hätte ihr Körper den Zauber absorbiert.

Elena sah mit leichter Panik in den Augen zwischen ihrer Mutter und ihrem fast-Vater hin und her, traute sich jedoch nicht, etwas zu sagen.

„Es ist in Ordnung, Lena. Es hat funktioniert." Hermine lächelte und Elena seufzte.

„Bist du sicher, Mom?"

„Na, wenn ich es dir doch sage." Zärtlich strich Hermine Elena über die Wange. „Und jetzt nimmst du diesen Trank hier und dann gehen wir gleich mal Haare kämmen."

„Aber…"

„Kein aber."

„Ich kann das alleine, Mom! Ich bin 12."

„Nun… von mir aus. Erschrick dich aber nicht, wenn du ziemlich starken Haarausfall bekommst. Das haben wir in null komma nix wieder hinbekommen, okay?" Hermine beschwor einen Kamm herauf, dessen Zacken ungefähr im Abstand von 3mm zueinander standen und reichte ihn Elena zusammen mit einer Phiole.

„Mit dem reiß ich mir bestimmt alle Haare heraus. Der ist viel zu klein, Mom."

„Tja… dann kämm halt vorsichtig. Und kämm im Badezimmer." Mit einem Wink ihres Zauberstabs öffnete sie die versteckte Tür zum Badezimmer und mit eher verdrießlichem Blick trank Elena den Trank, nahm den Kamm und zog ab.

„Ein zu enger Kamm." Severus lächelte schmal. „Sie wird ihre Haare sowieso alle verlieren. Warum hast du ihr keine Bürste gegeben?"

„Es ist ein ziemlich schockierender Anblick sich selber mit Glatze zu sehen, Sev. Ich hab das selber einmal durchgemacht. Deshalb hab ich verhindert, dass alle ihre Haare gleichzeitig ausfallen, obwohl im Grunde eine Abstoßungsreaktion geschehen müsste – laut ihrer DNA gehören diese Haare nicht mehr zu ihrem Körper. Diesmal läuft der Prozess verlangsamt ab. Es geht langsam los… allmählich. Die neuen Haare schieben von unten gegen die alten und durch die verschiedenen Wachstumsintervalle wird sie nie ganz kahl sein, wenn sie nicht grade abrupt an den Haaren reißt. Die Wurzeln sind natürlich nicht mehr besonders fest. Und der Trank imitiert im Prinzip nur das ganz normale Haarwachstum und verschnellert es. Bei diesem wachsen auch nicht alle Haare zur gleichen Zeit gleich schnell. Deshalb wird sie nicht gleichzeitig alle Haare verlieren." Sie grinste. „Abgesehen davon hast du Elena noch nie schimpfen gehört, wenn sie gezwungen ist, eine Bürste zu benutzen."

Severus lächelte nun doch richtig. Er kannte die Mutter – er konnte sich lebhaft vorstellen, wie das Temperament der Tochter war. Seiner Tochter… schon bald. Sein Herz schlug schneller und um sich keine Blöße zu geben, erhob er sich rasch.

„Nun – wenn Elena ohnehin erst einmal beschäftigt ist, werde ich in mein Büro gehen. Ein gewaltiger Haufen an gehaltlosen Schreibergüssen erwartet mich."

Hermine lachte. „Viel Spaß. Ich halte hier die Stellung, falls da drinnen doch noch etwas schief geht."

Wie auf Abruf tönte unterdrücktes Fluchen aus dem Bad.

Severus erlaubte sich ein schmales Lächeln. „Mir scheint, der Kamm ist zu eng."

Die Frau auf seinem Sofa lachte diabolisch und kopfschüttelnd wandte er sich ab und verschwand in sein Büro.


Elena hatte nie geahnt, dass sie so viele Haare hatte. Nur wenige Minuten nachdem sie den Trank eingenommen hatte, setzte die Wirkung ein – ihr Kopf kribbelte, als wäre ein Ameisennest darin. Brav begann sie also, ihre Haare mit dem verfluchten Kamm zu kämmen. Solange sie durch die Spitzen und Längen fuhr, hielten sich die losen Haare in Grenzen – sobald sie jedoch in die Nähe ihres Kopfes kam, wo sie die Haarlängen nicht mehr festhielt, um sie besser kämmen zu können, war der Kamm voller Haare.

Ängstlich suchte sie mehrmals nach kahlen Stellen, doch die Haare auf ihrem Kopf sprossen mit atemberaubender Geschwindigkeit. Wo eines ausfiel, befand sich bereits ein neues, bevor sie die Stelle überhaupt gefunden hatte. Nach einer dreiviertel Stunde fluchenden Kämmens stand Elena in einem Berg aus schwarzen, ausgefallenen Locken und so langsam wurden ihr die Arme lahm. Ihr Kopf sah aus wie ein explodiertes Vogelnest – überall standen neue, verschieden lange, störrische Locken in alle Richtungen ab. Sie glaubte zu sehen, dass das Schwarz einen anderen Ton hatte, doch es könnte auch Einbildung – Wunschdenken – sein.

Irgendwann klopfte es an der Tür und ihre Mutter steckte den Kopf herein. Ihre Augenbrauen gingen hoch, als sie ihre Tochter sah, dann lächelte sie.

„Alles in Ordnung?"

„Meine Arme brechen ab", klagte Elena ihr ihr Leid.

„Soll ich weiter machen?"

„Wenn du nicht so ziehst…"

„Na, los. Setz dich auf den Toilettendeckel."

Elena tat wie ihr geheißen und gab ihrer Mutter den Kamm. Dann drehte sie sich so, dass Hermine sie gut erreichen konnte.

Vorsichtig setzte Hermine das Kämmen fort – nur um festzustellen, dass die neuen Haare keinen Deut weniger störrisch waren, als die alten. Das waren wohl ihre Gene.

Nun, da sie vom Kämmen befreit war, geriet Elena ins Nachdenken.

„Wenn Professor Snape mein Dad ist, Mom, hab ich dann auch Großeltern?"

Hermine dachte nach. Hatte Severus eine Familie? Sie wusste es nicht.

„Ich weiß nicht, Schatz. Das musst du ihn bei Gelegenheit selber fragen. Ich weiß nicht, ob seine Eltern noch leben."

„Und wenn er jetzt mein Dad ist… und ihr mögt euch auch… kann ich ihn in den Ferien mal besuchen?"

„Ich glaub, das musst du mit ihm ausmachen, Schatz. Wenn er das auch möchte, kannst du ihn natürlich besuchen." Hermine konnte nicht verhehlen, dass die Worte ihrer Tochter einen leisen Stich der Eifersucht in ihr auslösten. Elena sah den Tränkeprofessor jeden Tag im Unterricht – wieso wollte sie sogar ihre Ferien lieber bei ihm verbringen, als bei ihrer Mutter, die sie das ganze Jahr über nicht sah?

Doch Hermine rief sich selbst zur Ordnung. Ihre Tochter hatte niemals einen Vater gehabt und dafür 11 Jahre lang eine Familie, die nur aus einer Mutter bestand. Natürlich versetzte der Gedanke an einen Vater sie in helle Aufregung und erschien ihr attraktiver, als der Gedanke an die ohnehin immer verfügbare Mutter.

„Wenn die Verhandlungen sind, ja, Mom?"

„Was ist mit denen, Engel?"

„Kann ich da mit kommen?" Elena hoffte sehr, dass ihre Mutter jetzt nicht überreagieren würde – insofern kam die Frage eher zaghaft.

Und die Antwort kam so prompt wie erwartet. „Nein. Das ist keine Fernsehshow, Elena. Das ist real und ich will dich da nicht mit reinziehen. Es ist auch so schwer genug. Du bleibst hier, wo Professor McGonagall die ganze Zeit ein Auge auf dich haben kann."

Elena schob die Unterlippe vor. „Warum kann Professor Snape nicht ein Auge auf mich haben?"

„Weil er auch bei den Verhandlungen sein wird."

„Aber wieso?"

„Weil er als ehemaliger Spion sehr viel über die Todesser weiß, die dort verhandelt werden. Er ist ein wichtiger Zeuge, genauso wie ich."

„Und wieso kann ich nicht mitkommen?"

Das Kämmen hielt inne und Hermine ging um ihre Tochter herum und vor ihr in die Hocke, so dass sie sich in die Augen sahen. Hermine sah Elena sehr ernst an.

„Die Männer, um die es dort geht, haben sehr schreckliche Dinge getan, Elena. Der Krieg war Realität, keine Geschichte aus einem Buch. Viele Menschen haben darunter sehr gelitten, auch Professor Snape und ich. Wenn bei den Verhandlungen all diese Geschichten auf den Tisch kommen, ist das zwar wichtig, aber auch nicht einfach. Für keinen von uns. Ich möchte dich nicht dabei haben, weil ich möchte, dass der Krieg für dich nicht so real wird, wie er es für mich ist. Außerdem möchte ich nicht, dass Lestrange die Gelegenheit bekommt, dich genauer unter die Lupe zu nehmen. Er kann uns eine Menge Schwierigkeiten machen, wenn er es drauf anlegt. Obwohl er ein Gefangener ist. Das sind Todesser, Elena. Das ist kein Zirkus. Und auch Verhandlungen können gefährlich sein. Deshalb bleibst du hier. Ich möchte, dass du vernünftig bist und das akzeptierst."

Elena sah etwas verstimmt drein, nickte dann aber.

Ihre Mutter nickte ebenfalls und küsste sie auf die Wange. „Ich glaub, wir haben jetzt genug gekämmt. Ich gebe dir jetzt noch einen Trank gegen Kopfschmerzen und einen Vitamintrank und dann kannst du erst einmal zurück in den Turm. Komm bitte morgen nach dem Frühstück kurz vorbei, dann können wir deinen neuen Haarschopf ein bisschen in Form bringen und dann den Test durchführen. In Ordnung?"

„Okay."

Hermine sah etwas bedauernd auf den See aus tiefschwarzen Haaren am Boden. „Schade um die schönen Haare. Aber behalten können wir sie nicht – zu gefährlich, dass jemand falsches sie in die Hände bekommt." Mit einem Wink ihres Zauberstabes ließ sie die Haare verschwinden. „Kämm vor dem Schlafengehen noch einmal gründlich deine Haare. Es dürften jetzt nur noch letzte Reste ausfallen." Ein weiterer Wink ihres Zauberstabes flocht die Haare ihrer Tochter in einen ziemlich stacheligen Zopf, der zudem noch immer bedeutend kürzer war, als ihre ursprüngliche Haarlänge. „So… das sollte niemandem auffallen. Falls doch hattest du in der Projektstunde einen Unfall mit einem Haarwuchstrank."

Gemeinsam verließen sie das Bad und Hermine gab ihrer Tochter die besagten Tränke, welche sie auch brav trank.

Dann verabschiedete Hermine ihre Tochter und komplimentierte sie heraus.

Erleichtert seufzend fiel sie anschließend aufs Sofa.

Na? Ob das wohl geklappt hat? ^^