Whooop... das Kapitel war irgendwie fix fertig ^^ (Und das, obwohl ich eigentlich an der vermaledeiten Bachelorarbeit sitzen sollte...waaaah) Nächstes ist schon in Arbeit und da gehts dann wieder mal richtig rund ;)
Nicktessfan: Sev arbeitet ja fleißig dran ;) Aber er ist ja nicht besonders erfahren in Beziehungen... da dauerts alles etwas länger :D
Hexchen: Ja... Elena kommt ganz nach ihm ;)
Yusuria: Naja...ihre Haare waren vorher auch schon schwarz ;) Viel ändert sich nicht. Deshalb können sies ja machen. Sonst wärs auffällig.
Und weiter gehts ^^
31. Eifersucht
Elenas Haare waren am nächsten Tag fast hüftlang und so blieb ihr nichts anderes übrig, als allen die Geschichte mit dem Haarwuchstrankunfall zu erzählen. Schließlich war sie heilfroh, sich in die Kerker absetzen zu können.
Ihre Mutter und Severus – noch traute Elena sich nicht von ihnen als von ihren „Eltern" zu denken – zogen quasi synchron die Augenbrauen hoch, als sie Elenas Haarpracht sahen. Dann lächelte Hermine schmal und verwandelte eine Feder in eine riesige Schere.
„Friseurin kannst du also auch?", spottete Severus, als er um Mutter und Tochter herum schlich, während Hermine an Elenas Haaren herum schnibbelte.
„Mom kann alles", erwiderte Elena – doch im Gegensatz zu jener verhängnisvollen Zaubertrankstunde mit dem Trollkraut, in der sie eher ehrfürchtig geklungen hatte, klang sie nun eher resigniert.
Hermine schnitt ihr und Severus eine Grimasse. „Du kannst dir auch selber die Haare schneiden, wenn dir meine Schneidkunst nicht genehm ist, Fräulein."
„Nein, nein, Mom… ist schon alles super."
Schnaubend senkte Hermine wieder den Kopf über den Haarwust und Severus hörte nur noch aus ihrem Gemurmel vereinzelte Wörter wie „Frechdachs", „undankbar" und „naseweis" heraus.
Dann kam die Stunde der Wahrheit. Severus hatte den Trank schon vor dem Frühstück vorbereitet und so war alles zum Test bereit.
Hermine suchte wahllos ein hübsch gelocktes Haar von denen aus, die sie eben abgeschnitten hatte und reichte es Severus.
„Dann los."
Er nahm es entgegen und fügt es gemeinsam mit einem langen, glatten, schwarzen Haar – seinem eigenen – dem Trank hinzu.
Atemlos starrten alle drei in die Phiole – Elena hatte natürlich schon vor Tagen in der Bibliothek recherchiert, wie der Trank aussehen musste… und tatsächlich.
Ganz gemächlich färbte der Trank sich blau. Blau – das bedeutete, dass eine Blutsverwandtschaft bestand. Das bedeutete, dass Severus Snape jetzt ein Teil von ihr war. Das bedeutete, dass Severus Snape jetzt ihr Vater war.
„Es hat geklappt", murmelte Hermine und musste sich setzen.
„Hast du daran gezweifelt?" Severus zog die rechte Augenbraue hoch und musterte sie, doch auch er sah erleichtert aus.
„Nein… aber… es hat geklappt." Hermine sah von Severus zu Elena und wieder zu Severus. „Ihr… seid jetzt verwandt… zumindest eure Haare." Ihr entfloh ein ungläubiges Lachen.
Elena strahlte. Severus sah unbehaglich aus, als wisse er nichts mit der Situation anzufangen. Was auch die Wahrheit war… Erwartete Elena jetzt, dass er sie umarmte oder so?
„Dann sollten wir den Trank und die Formulare sofort abschicken", meinte er schließlich in das kurze Schweigen hinein und Hermine nickte.
„Ja. Dann bist du Dienstag vielleicht schon offiziell Elenas Vater." Sie lächelte etwas verunglückt und Elena bemerkte erst jetzt durch ihren innerlichen Freudentaumel, dass bei den Erwachsenen irgendetwas seltsam war.
Sie schienen irgendwie… peinlich berührt.
Warum, wusste Elena nicht. Doch sie zuckte innerlich nur die Schultern und sprang dann auf. Die Augen wandten sich ihr zu.
„Ich geh dann jetzt." Unverändert strahlend sah sie von Professor-Vater zur Mutter. „Heute ist Quidditchtraining und wir wollen die Gryffindors anfeuern. James ist jetzt Jäger!"
Das rief bei beiden ein Schnauben hervor. Bei Severus, weil er James nicht leiden konnte, und bei Hermine, weil sie Quidditch nicht leiden konnte. Elena lachte und küsste ihre Mutter auf die Wange… und dann im Affekt auch den völlig perplexen Professor.
„Bis demnächst dann… Mom… Dad…" Aufgedreht kichernd über die Bezeichnung rauschte Elena hinaus.
Hermine konnte nicht anders, als über das völlig versteinerte Gesicht des Professors zu lachen.
„Willkommen im Familienleben, Professor Snape."
Etwas unsicher hob er die Hand an die Wange, dort, wo der Kuss seiner 12 jährigen Schülerin und jetzt quasi-Tochter noch brannte.
„Ich glaube… daran muss ich mich erst noch gewöhnen", murmelte er.
Sofort wurde Hermines Blick etwas besorgt. „Sev… Elena kann etwas überdreht sein…wenn es dir zu viel wird, weise sie ruhig zurecht."
Sein Blick wurde spöttisch und er wandte den Kopf betont langsam zu Hermine. „Miss Granger… hat es je den Eindruck gemacht, dass ich dazu aufgefordert werden muss, eine Schülerin zu Recht zu weisen?"
„Eine Schülerin nicht." Hermine lächelte. „Aber vielleicht deine Tochter."
Nun gesellte sich auch seine linke Augenbraue zu seiner rechten direkt unter seinen Haaransatz.
Doch er kam nicht dazu etwas zu erwidern, denn Hermine rutschte näher zu ihm und legte ihre Hand auf seine.
„Ich kann dir gar nicht genug danken…"
„Das brauchst du auch nicht." Seine Stimme klang schroff. „Ich weiß, was ich tue."
Sie lächelte aufrichtig. „Das weiß ich. Schon immer. Ich glaube, es gibt niemanden, der so wenig dem Zufall überlässt wie du."
Der Professor schnaubte spöttisch. „Wenn du mir früh genug Bescheid sagst, kann auch ich spontan sein, Hermine."
Ihr Lächeln wurde noch strahlender, wurde zu dem Lächeln, das ihn innerlich wärmte. Ihre Hand schloss sich fester um seine und er ließ es zu. Er war ihr verfallen. Ihr und dem kleinen Mädchen mit den seidigen, schwarzen Locken.
Und wieder verfluchte er seine Selbstzweifel, die ihn im selben Moment überfielen und ihn jetzt den Moment fürchten ließen, an dem er beide wieder ziehen lassen musste. Nach den Verhandlungen. Wenn alles wieder gut war.
Hermine drückte seine Hand und er blinzelte, als er aus seinen Gedanken auftauchte. Er wurde wirklich weich. So abwesend zu sein war nicht seine Art.
„Ich werde heute in mein Haus apparieren, Severus. Ich will nach dem Rechten sehen und anschließend treffe ich mich mit Ginny und Harry zum Kaffee."
Er versteckte seine Enttäuschung geschickt. Eigentlich hatte er ihr seinen Versuchsaufbau zur Personalisierung von Zaubertränken zeigen wollen… aber sie wollte natürlich allmählich zurück zu einem normalen Leben.
„Das trifft sich gut", log er deshalb schnell. „Ich bin heute mit den Malfoys verabredet."
„Lucius Malfoy?", erkundigte Hermine sich misstrauisch und Severus winkte ab.
„Draco, Hermine. Draco. Er ist mein Patensohn, genauso wie sein Junge – Geoffrey."
„Ja… stimmt. Ich erinnere mich. Lucius sitzt in Azkaban, nicht wahr?" Sie hatte die Geschichte damals über die Zeitung verfolgt.
Severus nickte. „Sein Geld hat ihn vor einem Todesurteil bewahrt… obwohl ich nicht sicher bin, dass seine jetzige Situation besser ist. Er wird Azkaban nie wieder verlassen."
„Gut."
Er lächelte schmal. „Das liegt im Auge des Betrachters."
„Findest du es nicht gut?"
„Das spielt keine Rolle, Hermine."
„Doch. Ich würde gerne deine Meinung kennen, Sev. Du hattest möglicherweise eine andere Beziehung zu Lucius Malfoy als ich."
„Lucius Malfoy ist ein Mistkerl, Hermine. Aber wie du weißt, war und bin ich gut mit Narcissa Malfoy bekannt und Draco ist mein Patensohn. Narcissa hat ihren Mann aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen geliebt und es tut ihrer Psyche nicht gut, dem Verfall ihres Mannes zuzusehen. Sie ist keine besonders starke Frau und Lucius war stets der starke Mann an ihrer Seite, der ihre Angelegenheiten geregelt und ihr ein gutes Leben beschert hat. Jetzt, wo er nicht mehr da ist, ist sie ihrer stärksten Stütze beraubt. Draco steht seinem Vater nicht besonders nahe, zumal er seine Ansichten in Bezug auf… Reinblütigkeit nicht teilt. Aber Draco liebt und verehrt seine Mutter und sorgt auch jetzt für sie… insofern leidet auch er irgendwie darunter, dass sein Vater nicht mehr da ist."
Hermine versuchte, sich Lucius Malfoy als liebevollen, unterstützenden Ehemann vorzustellen… aber es gelang ihr nicht.
Severus bemerkte wohl das Mienenspiel auf ihrem Gesicht, denn er lächelte nun sichtbarer. „Lucius Malfoy war und ist ein Todesser mit Leib und Seele. Und er stand immer hinter dem, was er getan hat. Für ihn zählt tatsächlich nur die Reinheit des Blutes. Die Überlegenheit der Zauberer gegenüber den Muggel. Er glaubte wirklich daran, dass es für Muggel besser wäre, unter der Herrschaft der Zauberer zu leben… aufgrund ihrer… Beschränktheit. Aber damit geht ein Prozess der Entmenschlichung einher, Hermine. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass er durchaus in der Lage war, daheim zärtlich und liebevoll zu seiner Frau zu sein, während er draußen Muggel und Schlammblüter quält. Das ist, wie wenn du Elena ins Bett bringst und anschließend eine Mücke erschlägst, die dich stört."
Ein Schauder überlief Hermine, doch sie wusste, dass er Recht hatte. Natürlich hatte er Recht. Bloß machte es das alles keinen Deut besser. Nur noch grotesker.
„Natürlich war Lucius Malfoy kein wunderbarer, liebevoller, lustiger Papa." Severus' Stimme wurde etwas dunkler als er zurück dachte an die Zeit, in der Draco unter der Fuchtel seines Vaters stand… unter seinem Druck und seinen Gewaltausbrüchen, mit denen er zu erreichen versuchte, was er bei seinem Sohn augenscheinlich nicht mehr erreichen konnte. „Er war trotz allem ein Todesser. Und Draco hat das zu spüren bekommen."
Erneut schauderte es Hermine.
Severus zuckte die Achseln. „Was vermutlich ganz gut für den Jungen war. Dadurch hat er eine gesunde Abscheu gegen seinen Vater und dessen Ideen entwickelt."
„Und du stehst noch in regelmäßigem Kontakt zu Draco?"
„Ja. Malfoy Manor gehört jetzt ihm. Ich bin dort regelmäßig zu Gast."
„Und das Frettchen hat eine Frau abbekommen… faszinierend." Hermine schüttelte den Kopf. Malfoys Liebesleben interessierte sie in etwa so sehr, wie Severus an dem von James interessiert war. Natürlich hatte sie damals die Anzeige in der Zeitung gesehen. Adrianna Malfoy sah aus wie eine jüngere Narcissa Malfoy und man sagte, ihre Großmutter sei eine Veela gewesen.
„Adrianna", nickte Severus lächelnd und betrachtete Hermine dabei lauernd. Zufrieden sah er, wie etwas in ihren Augen aufblitzte, als er Mrs Malfoy beim Vornamen nannte.
„Ihr seid also per du?" Ihre Stimme klang zu gespielt beiläufig, als dass er ihre Neugier übersehen konnte.
„Ich war Trauzeuge bei der Hochzeit der beiden, Hermine… natürlich sind wir per du." Innerlich breitete sich ein zufriedenes mentales Grinsen in ihm aus, als er erneut das Blitzen in ihren Augen sah.
„So… warst du das…" Für einen Moment überlegte Hermine, wie sie der verdammten Veela am besten die Augen auskratzen konnte… dann rief sie sich zur Contenance. „Dann hat Malfoy ja doch alles erreicht, was es zu erreichen gilt. Ein Erbe, eine hübsche Frau, die sein riesiges Haus hütet…"
So langsam machte Severus die Sache Spaß. „Ach…", erwiderte er wegwerfend, „…Adrianna hütet mitnichten das Haus. Sie ist ständig auf Achse."
„So?"
Hermines schlecht zurück gehaltene Neugier sprang Severus fast an und biss ihn.
„Ja." Er liebte es, sie zu quälen.
Sie schien gespannt zu warten, dass noch etwas kam… also tat er ihr nach etwas längerer Pause den Gefallen.
„…sie ist als Tränkemeisterin für Dracos Unternehmen unterwegs."
Die Bombe saß. Hermine war fassungslos und Severus quietschte innerlich vor Entzücken darüber.
„Sie ist Tränkemeisterin?", echote Hermine schließlich schrill.
„Ja." Fast vergeblich versuchte Severus, sein Grinsen zu unterdrücken und betont beiläufig zu bleiben. „Sie war eine der Besten in ihrem Abschlussjahrgang in Beauxbatons und hat hinterher in Paris an der Universität Tränkewissenschaften bei Professor Sansbatous studiert und mit einer Summa cum laude abgeschlossen."
Vielleicht war die Information mit der Summa cum Laude doch zu viel gewesen… Hermine wurde blass.
Professor Sansbatous war eine Legende. Eine Korefähe auf dem Gebiet der Zaubertränke. Jeder Zauberer, der sich für die Tränkekunst interessierte, musste zwangsläufig auf eine seiner vielen Publikationen stoßen.
„Was will so eine mit Draco Malfoy?", fand Hermine schließlich ihre Sprache wieder.
Nun grinste Severus doch offen. „Frag sie doch irgendwann einfach mal selber. Sie wird die berühmte Hermine Granger bestimmt einmal kennen lernen wollen – vor allem wenn bekannt wird, dass wir eine gemeinsame Tochter haben."
Hermine schickte ihm einen undeutlichen Blick… aber irgendwie hatte er das Gefühl, dass sie eher wenig ambitioniert war, eine ihr vergleichbare Alleswisserin zu treffen… vor allem, wenn diese mit ihrem Erzfeind verheiratet war.
„Hoffentlich ist sein Sohn nicht auch so ein Klugscheißer", murmelte sie in ihren nicht vorhandenen Bart. „Sonst verliebt Elena sich nachher noch in ihn." Sie sah schon einer düsteren Zukunft entgegen, in der sie die Schwiegermutter eines Malfoys war.
Diese Vorstellung ging offensichtlich auch durch Severus' Kopf, denn zu ihrem unendlichen Erstaunen entfloh ihm ein grollendes Lachen. Sie hatte Severus Snape noch nie lachen gehört und es ging ihr von Kopf bis in die Sohlen und hinterließ an ihrem ganzen Körper ein interessantes Kribbeln.
„Oh Merlin… Severus", nuschelte sie und er sah sie, prompt wieder ernst fragend an.
„Ja?"
„Mach das bitte öfter."
Er sah irritiert drein. „Was denn?"
„Du könntest die gesamte weibliche Zauberwelt mit diesem Lachen in deinen Bann schlagen." Sie wurde etwas rot, als sie sich der Worte und ihrer Bedeutung bewusst wurde.
Er zog die Augenbrauen hoch. „Der Liebling der gesamten weiblichen Zauberwelt? Der neue Gilderoy Lockhart? Und am Ende muss ich noch Lockharts Blendend Weiß Zahncreme mit Glitzereffekt benutzen?"
Nun war es an Hermine zu lachen, was ihm wiederum durch Mark und Bein ging.
Er half sich jedoch anders, zog ihren Kopf kurzentschlossen zu sich und erstickte ihr Lachen in einem tiefen Kuss.
Wie gewohnt versteifte sie sich zuerst, entspannte sich jedoch dann und erwiderte den Kuss sogar, eine Hand an seine Wange legend, während die andere die seine noch immer festhielt. Ihre Lippen waren weich und warm unter seinen und sie schmeckte… nach Honig, Blumen und irgendetwas, das verdammt noch mal das heftigste Aphrodisiakum war, was er je erlebt hatte.
Ihre Küsse wurden heftiger… er bemerkte nur durch einen Schleier, dass sie seinen Kopf jetzt mit beiden Händen festhielt.
Irgendwann unterbrach er den Kuss atemlos und sah sie an. Mit den leicht geschwollenen Lippen und den glänzenden Augen sah sie aus wie eine weibliche Reinkarnation eines Engels.
„Du bist atemberaubend", murmelte er.
Sie lächelte und strich ihm zärtlich über die raue Wange. „Gleichfalls, Professor."
Er hätte das gerne vertieft… aber er traute sich nicht. Sie war zu sehr verletzt worden und es stand ihm nicht zu, den ersten Schritt zu machen.
Sie sah ein bisschen enttäuscht drein, als er keine Anstalten machte, sie wieder zu küssen und erhob sich.
„Ich appariere dann jetzt mal." Trotz ihrer leichten Resignation stahl sie sich noch einen kurzen Kuss von Severus und verließ den Raum.
Er starrte ihr hinterher und als er sicher war, dass die Tür hinter ihr zugefallen war, entfloh ihm ein tiefes Seufzen. Wann war er eigentlich so ein verdammt sentimentales Weichei geworden?
Slytherinmänner haben eben doch Sinn für intelligente Frauen ;) Und... Geoffrey und Elena... wie wär das? :D
