Nächste Runde :D
Liesl Snake: Ich stell mir die beiden auch gern vor :D
Yusuria: Wieso nicht? Hermine ist auch mit einem Slytherin-Bengel zusammen ;) Und na klar ist Hermine ein bisschen eifersüchtig. Auf einmal muss sie ihre Tochter mit jemandem teilen ^^
Nicktessfan: Naja... was das Intime angeht... mal gucken, ob wir sobald damit dienen können ^^ Hermine hatte schon ne harte Zeit. (Und ja... den Trank hätte ich auch gerne...)
Weiter geht's :) Bleibt mir treu :D
32. Entblößung
Samstag und Sonntag verliefen ereignislos. Hermine wagte sich in ihr Haus und sah nach dem Rechten, öffnete die liegen gebliebene Post und apparierte anschließend zum Haus der Potters, wo sie sich überzeugen konnte, das Puzzle und Bell noch lebten und sich bester Gesundheit erfreuten. Sie verbrachte einen gemütlichen Nachmittag mit Harry und Ginny, die bei der Interaktion mit Hermine ununterbrochen aussah, als wolle sie Snape auf der Stelle heiraten.
Hier erfuhr Hermine auch, dass Ginny im dritten Monat schwanger war. Sie grinste in sich hinein – hatten sich Severus' finstere Befürchtungen über weitere Pottersprösslinge also doch bewahrheitet.
Sie verbrachten einen schönen Nachmittag zusammen – doch irgendwie fehlte Severus' Präsenz ihr, seine Art zu reagieren, sein dunkler Humor. Doch sie war auch ehrlich mit sich selber – vermutlich würde Severus niemals gemeinsam mit Ginny und Harry an einem Tisch sitzen und mit ihnen lachen und scherzen.
Sie apparierte erst am frühen Abend, als es schon dämmerte, zurück nach Hogwarts.
Severus war nicht anwesend als sie eintrat, aber seine Schutzzauber ließen sie ohne Wenn und Aber ein.
Er war tatsächlich zu den Malfoys appariert, unter dem Vorwand, etwas mit Adrianna besprechen zu wollen – tatsächlich hatte er Glück und sowohl Draco als auch seine Frau waren anwesend. Selbstredend fand sich immer ein Thema zwischen zwei Zaubertrankmeistern und so verbrachten sie einen spontanen, aber interessanten Nachmittag. Trotzdem fehlten ihm während ihrer Diskussionen Hermines Art zu diskutieren, brillante Ideen einzubringen und ihre Art einfach dazu sein und mitzudenken… aber natürlich würde Hermine niemals mit den Malfoys zusammen sitzen und mit ihnen unbeschwert über Zaubertränke fachsimpeln.
Er kehrte erst gegen 8 zurück, nachdem Draco ihn noch förmlich gezwungen hatte, zum Essen zu bleiben. Eigentlich hatte er schon vor Stunden gehen wollen, um vor Hermine dazu sein, falls es ihr nicht gut ging nach dem Besuch in ihrem Haus, doch Dracos Aufforderung gab ihm die Möglichkeit, sich in Abstand zu üben. Er war nicht mehr ihr Krankenpfleger. Sie war mental so gesund, wie sie es mit seiner Hilfe werden konnte – den Rest musste sie wohl oder übel selber übernehmen. Er sollte aufhören, sie zu bemuttern. Also blieb er.
Denn Sonntag wiederum verbrachten sie ruhig, zusammen und doch jeder für sich mit dem, was ihn beschäftigte. Hermine hatte sich einige Versuchsansätze aus ihrem Arbeitszimmer mitgenommen, mit denen sie sich in Severus' Bücher und ihre Exzerpte vertieft beschäftigte. Severus arbeitete weiter den ewigen Berg an Hausaufgaben und Strafarbeiten durch.
Montagmorgen schickte Hermine Phiole und Formulare ab, um den Vorgang abzuschließen.
Severus war im Unterricht und sie saß vor dem Kamin und las.
Als es heftig an die Tür klopfte, sah Hermine auf, doch natürlich würde sie nicht öffnen… nicht auszudenken, wenn ein Schüler sie sehen würde.
„Mine? Mach bitte auf", erklang es nach einem erneuten Klopfen.
Das war Ginnys gedämpfte Stimme und so erhob sich Hermine nun doch, um zu öffnen.
„Ginny? Komm rein…"
Rasch schlüpfte Ginny durch den Spalt, den Hermine ihr geöffnet hatte, und drehte sich dann so gleich zu Hermine um, die leise die Tür schloss.
„Was gibt's denn?", erkundigte Hermine sich ein wenig besorgt und Ginny zog wortlos eine Zeitung aus einer Tasche ihres Umhangs.
„Titelseite und Seite 2", murmelte sie und mit plötzlich rasendem Herzen entfaltete Hermine die Ausgabe des Tagespropheten.
Sie las das Schundblatt noch sporadisch, hatte es jedoch nicht mehr abonniert. In der Regel kam sie im Krankenhaus immer dazu, denn dort lagen immer mehrere Ausgaben im Aufenthaltsraum. Da Severus jedoch den Tagespropheten mied wie die Pest, hatte sie schon ewig keine Ausgabe mehr in den Händen gehalten.
Von der Titelseite scherzte ihre Tochter mit Lilian Potter auf sie herab. Links daneben war ein uraltes Foto von ihr, rechts daneben ein vermutlich noch nicht allzu alter Schnappschuss von Severus Snape. Die Schlagzeile ließ ihr Herz fast stehen bleiben vor Schock und aufspringender Wut:
„Todgesagte leben länger!
Wie es sein kann, dass Hermine Granger lebt und eine 12 jährige Tochter mit Severus Snape hat!"
Unter den Fotos lautete die Beschreibung:
„Aus sicheren Quellen wissen wir, dass Hermine Granger, Gehirn des goldenen Trios um Harry Potter, mitverantwortlich für den Tod des sogenannten Dunklen Lords, postume Trägerin des Merlin-Ordens erster Klasse, angeblich verstorben während der Endschlacht 2000, noch lebt, wohlauf ist und obendrein eine 12 jährige Tochter (links auf dem Bild zusammen mit Lilian Potter) hat, die zurzeit unter einem Decknamen die erste Klasse in Hogwarts besucht. Durch unsere zuverlässige Informantin wissen wir sicher, dass die Behörden momentan an der offiziellen Rückkehr von Hermine Granger an das Licht der Öffentlichkeit arbeiten, nachdem diese nach dem Krieg untertauchen musste (mehr dazu auf Seite 2). Zudem läuft ein Anerkennungsverfahren, nach dem bestätigt wird, dass das Kind, Elena Granger, die Tochter des Zaubertränkeprofessors in Hogwarts, Severus Snape, ehemaliger Todesser, Träger des Merlin-Ordens erster Klasse, maßgeblich beteiligt am Fall und dem Kampf gegen den sogenannten Dunklen Lord, Tränkemeister, ist. Wie es dazu kommen konnte, warum Hermine Granger sich nach dem Krieg versteckt hielt und welche Rolle Severus Snape darin spielt, lesen Sie auf Seite 2."
Zitternd starrte Hermine auf das Kürzel. KC. Katrina Crane. Offensichtlich die neue Rita Kimmkorn.
„Lies Seite 2", meinte Ginny leise und erst jetzt merkte Hermine, dass sie immer noch vor der Tür mitten im Raum standen.
Mit zwei langen Schritten ging sie deshalb zum Couchtisch und breitete die Zeitung dort aus. Auf Seite 2 gab es nur ein kleines Bild von ihr und Severus. Ihr wurde schlecht, als sie es sah.
„Dieses Bild, Hermine…" Ginny gesellte sich zu ihr und ließ sich neben sie auf die Couch sinken.
„…sie hat uns fotographiert", krächzte Hermine fassungslos. „…Unmittelbar vor dem Endkampf?"
Das Bild zeigte ihr altes Ich mit Snape in der großen Halle, wie sie miteinander tuschelten. Die Bildunterschrift lautete: „Schon damals herrschte ein inniges Vertrauensverhältnis zwischen den beiden, obwohl H.G. damals mit Ronald Weasley liiert war."
Der Artikel ging fast über die gesamte Seite, am Rand gab es kurze Artikel mit Überblicken über die anderen „Schlüsselpersonen": Harry, Ron, Severus.
Der Hauptartikel trug die Überschrift:
„Leidenschaftliche Affäre im Kriegstrauma?
Die offizielle Anerkennung einer Liebe und wie es dazu kam"
Hermine wurde langsam schwindelig. Trotzdem las sie weiter.
„Aus gut unterrichteten Quellen wurde übermittelt, dass die todgesagte Hermine Granger, Mitglied und Gehirn des goldenen Trios, lebt. Die beste Freundin von Harry Potter, die lange Jahre als intelligenteste Hexe des letzten Jahrhunderts gehandelt wurde, war nach dem Endkampf am 13.03.2000 spurlos verschwunden. Nachdem intensive Bemühungen des Ministeriums, sie zu finden, fehlschlugen…" Hermine konnte ein aufgebrachtes Schnauben nicht unterdrücken. Intensive Bemühungen! „…wurde sie postum mit dem Orden des Merlins erster Klasse für ihre Verdienste um die Freiheit der Zauberwelt gewürdigt. Während des Krieges hatte sie intensiv mit Professor Severus Snape, Lehrer für Zaubertrankkunde in Hogwarts und Träger des Merlin-Ordens erster Klasse, zusammen gearbeitet. Ihre gemeinsame Arbeit leistete einen großen Beitrag zum Sieg über den, dessen Namen nicht gern genannt wird. Nach unseren neusten Ermittlungen leisteten sie ihren Beitrag jedoch nicht nur auf fachlicher, sondern offenbar auch auf zwischenmenschlicher Ebene. Noch ist unklar, wie tief die Beziehung der beiden zu der Zeit ging – es ist jedoch anzunehmen, dass sie schon dort eine Affäre begannen, trotz der bestehenden Liaison von Hermine Granger und Ronald Weasley. Nach dem Endkampf ergab sich offensichtlich die Notwendigkeit für Hermine Granger unterzutauchen, da ein bisher noch nicht namentlich bekannter Todesser sie verfolgte. Dieser Problematik nahm Severus Snape sich augenscheinlich nur zu gerne an – unseren aktuellen Ermittlungen nach wurde Miss Granger von ihm bis heute versteckt. Das Ergebnis dieser Beziehung steht jetzt vor der offiziellen Anerkennung durch Severus Snape. Hermine Granger, die sich nach dem Krieg nur noch unter dem Decknamen ‚Mina Parker' bewegte, scheint endlich aus dem Dunkel ans Licht treten und sicherstellen zu wollen, dass ihre Tochter den Platz in der Gesellschaft bekommt, der ihr zusteht. Die 12-Jährige, unverkennbar eine Snape (siehe Bild auf der Titelseite), besucht zurzeit die erste Klasse an der Hogwarts Schule für Zauberei und Hexerei. Das Anerkennungsverfahren von Elena Parker alias Granger alias Snape als Tochter des Zaubertränkemeisters Snape läuft aktuell. Bis jetzt sind wir nicht darüber unterrichtet, ob das direkte Umfeld Grangers von ihrem Überleben Kenntnis hat – sollte dies nicht der Fall sein, freuen wir uns darüber, als Überbringer freudiger Botschaften fungieren zu können.
Lesen Sie dazu morgen im Sonderteil auch:
‚Die Notwendigkeit zu töten – das Leben des Spions Severus Snape'
‚Hermine Granger – Mina Parker: Ein Augenzeugenporträt über eine zwiegespaltene Frau'
‚Das Stockholm-Syndrom – warum das Phänomen im Fall von Severus Snape und Hermine Granger Anwendung finden kann'"
Hermine wusste nicht, ob sie lachen oder weinen sollte. Dennis Creevey musste die Sache bei irgendjemandem ausgeplaudert haben.
Sie faltete die Zeitung wieder zusammen.
„Ich würde das gern Severus zeigen", murmelte sie und Ginny nickte.
„Hermine… woher wissen die das alles?"
Das nun wieder war Hermine klar. „Dennis Creevey. Er ist Leiter der Abteilung für Familienangelegenheiten im Ministerium. Ich hab ihm meinen Fall geschildert und ihn um Stillschweigen gebeten, aber offensichtlich hat er irgendwem erzählt, dass es sich bei dem Anerkennungsverfahren von Elena Parker in Wahrheit um das von Elena Granger handelt. Dass Crane weiß, wie alt Elena ist und wie sie mit vollem Namen heißt, lässt darauf schließen, dass es jemand aus der Abteilung war, der Zugriff auf ihre Daten hatte. Dass sie die genaue Geschichte nicht kennt, lässt darauf schließen, dass es nicht Dennis war und dass derjenige auch keinen Zugriff auf meine Begründung und mein Anschreiben hatte. Also hat Dennis die bei sich behalten, während er Elenas Daten zur weiteren Bearbeitung abgegeben hat. Und gegenüber dieser Person muss ihm rausgerutscht sein, dass Elena meine Tochter ist…"
„Und die Person hatte nichts Besseres zu tun, als das direkt an die Presse zu tragen."
Hermine lachte hilflos und Ginny sah sie fragend an, doch sie hob nur in einer unbestimmten Geste die Hände und ließ sie wieder fallen.
„Ich weiß nicht, ob ich dankbar für den Artikel sein soll oder lieber losziehe, um Crane langsam und schmerzhaft zu ermorden. Sie hat mit ihrem Artikel keine andere Option offen gelassen, als das Elena wirklich Severus' Tochter ist. Damit hat sie uns einen Gefallen getan. Andererseits… gibt es diesen Artikel… und die anderen… und den unsäglichen Sonderteil." Sie stockte kurz und sprach dann mit ironischem Unterton weiter: „Ich denke – im Anbetracht der Tatsachen – ich ermorde sie lieber."
„Das übernimmt Professor Snape vermutlich selber." Ginny starrte auf die Zeitung. „Ich hab fast einen Herzinfarkt bekommen, als ich unsere Töchter auf dem Titelblatt gesehen hab."
Das brachte Hermine zu einem weiteren Problem. „Oh Merlin… ich muss sofort mit Elena sprechen."
Ein Blick auf die Uhr sagte ihr, dass die dritte Stunde gleich zu Ende sein musste. Konnte sie es jetzt wagen einfach so durch die Schule zu spazieren auf der Suche nach ihrer Tochter? Im Grunde wusste ohnehin nun jeder, dass sie noch lebte. Andererseits würde es das Getratsche und Gerede vor allem für Elena nur noch schlimmer machen.
„Hermine?" Ginnys Stimme riss sie aus ihren Gedanken. „Da gibt es noch ein Problem."
Hermine starrte Ginny an und sackte dann in sich zusammen. „Ron."
„Er hat schon damals geglaubt, du hättest was mit Professor Snape, Hermine." Ginnys Stimme klang verzagt. „Und du hast ihm nie gesagt, wessen Tochter Elena nun wirklich ist. Er wird glauben, was im Tagespropheten steht."
Weder Ginny noch Hermine wussten, dass Elena längst informiert war. Noch immer gab es genug Schüler – insbesondere unter den Älteren – die den Tagespropheten abonniert hatten. Nachdem schon beim Frühstück ein wahrer Höllenansturm aus neugierigen Fragen und scheelen Blicken auf Elena einstürmte, nahm Lily das Zepter in die Hand. Sie befahl ihrem großen Bruder, die Meute in Schach zu halten und machte sich mit einer Zeitung und Elena aus dem Staub, die völlig durch den Wind war.
„Woher weiß das irgendjemand?" Elena zitterte wie Espenlaub, als sie rennend im Gryffindorturm angekommen waren. „Wieso steht in der Zeitung, dass Mom noch lebt und dass Professor Snape mein Vater ist?"
„Ich hab überhaupt keine Ahnung… irgendwas muss rausgekommen sein." Lily verzog ihr hübsches Gesicht finster. „Mein Dad wird das rausfinden! Er ist Auror!"
„Professor Snape wird durchdrehen." Leise stöhnend ließ Elena den Kopf in die Hände sacken.
Lily warf einen besorgten Blick auf ihre Freundin und einen noch besorgteren auf die Zeitung, bevor sie nur nicken konnte.
„Oh ja… das wird er ganz sicher."
Elena verstand die Welt nicht mehr. Wieso wusste irgendjemand davon? Von dem Vaterschaftstest und von ihrer Mom und alles… und warum stand es heute in der Zeitung und das gleich so groß? Und woher hatten die die Fotos von ihr und Lilian und ihrer Mom und Professor Snape und Onkel Harry und Lilys Onkel? Elena kannte Ronald Weasley nicht – sie wusste nur, dass er und ihre Mom sich vor einer Ewigkeit gestritten hatten und seitdem nicht mehr miteinander sprachen. Sie hatte nicht gewusst, dass ihre Mom und er ein Paar gewesen waren… wobei… doch… sie hatte gewusst, dass Hermine Granger und er ein Paar gewesen waren. Damit war das hinfällig. Aber woher wusste die Presse das?
Und was würde Professor Snape jetzt dazu sagen? Würde er jetzt einen Rückzieher machen und nicht mehr ihr Vater sein wollen, weil er sah, wie viel Ärger ihm das einbrachte? Und ihre Mom? War sie nun in Gefahr, weil ihre Identität aufgedeckt worden war?
Ein Bild durchzuckte ihre Gedanken wie ein Blitz: Eine hellhäutige, hellblonde Frau mit seltsam wässrig scheinenden Augen stand vor einem Geschäft und unterhielt sich mit einer brünetten, kleinen, dicken Frau. Ein paar Zettel wechselten den Besitzer, ebenso wie ein Beutel, der offensichtlich Geld enthielt.
„El?"
Elena sah auf. „Ich glaub, ich weiß, wer uns verraten hat. Ich mein, ich kenn die Person nicht, aber ich hab sie gesehen."
„Wieder einer von deinen Trelawney-Anfällen?"
Elena schlug nach Lily, die kichernd auswich. Natürlich wusste die Freundin mittlerweile von den merkwürdigen Visionen, die Elena manchmal hatte und auch, dass Professor Snape glaubte, dass Elena eine Seherin war. Aber sie nahm die Sache nicht so ernst wie die Erwachsenen.
„Ja."
„Dann solltest du deiner Mom davon erzählen."
„Lieber nicht. Vielleicht weiß sie noch nichts von dem Zeitungsartikel…" Elena schluckte. „Ich warte lieber ab, bis sie es von alleine rausfindet."
„Wir haben gleich Zaubertränke…"
„Oh Merlin… hab ich total vergessen. Ich hoffe, er weiß es noch nicht." Der Tag konnte schlimmer nicht mehr werden.
Zu Elenas unendlicher Erleichterung stellte sie fest, dass Professor Snape offensichtlich ahnungslos war… zumindest in der zweiten Stunde, als die Erstklässler Zaubertränke hatten. Sie hatte ihn auch nicht beim Frühstück gesehen – sie wusste, dass er es manchmal ausfallen ließ. Offensichtlich war heute so ein Tag. Und obwohl an allen Ecken und Enden getratscht wurde, wagte es keiner der Schüler in der Gegenwart des gestrengen Professors eine Bemerkung in Richtung Elenas oder in die seine zu machen.
Umso erstaunter war er, als ihn direkt nach den Erstklässlern eine magische Nachricht von Albus erreichte, die ihn bat, so schnell wie möglich in sein Büro zu kommen.
Noch erstaunter war er, als er Elena und Minerva ebenfalls dort traf.
„Albus?"
„Severus. Bitte komm doch herein." Albus lächelte ihn an. „Tee? Zitronendrops?"
„Albus!"
„Schon gut." Albus nickte Minerva zu und die reichte Severus eine Zeitung, die sie in den Händen gehalten hatte.
Er hatte die Titelseite noch nicht gesehen, als ihm schon leicht übel wurde.
Er überflog die Artikel rasch und mit wachsender Wut und Abscheu, dann knüllte er die Zeitung zusammen.
„Wer hat das ausgeplaudert?", zischte er und Albus sah ihn begütigend an.
„Severus… bitte. Elena, erzählst du ihm bitte, was du gesehen hast?"
„Ja, Direktor…" Elena wandte sich zögernd an Severus, der ihr nun seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkte und ihr auffordernd zunickte. Durch seine Ernsthaftigkeit bestärkt, berichtete sie ihm jedes Detail ihrer Vision.
Als sie geendet hatte, nickte er grimmig.
„Würdest du die Frauen wieder erkennen, wenn du sie sehen würdest, Elena?"
„Ja." Die Antwort kam gerade heraus und selbstbewusst, wieder einmal ein untrügliches Zeichen für ihn, dass das Mädchen wirklich Tochter seiner Mutter war.
„Nichts anderes habe ich erwartet." Er schenkte ihr tatsächlich ein schmales Lächeln und Albus warf Minerva einen triumphierenden Blick zu. „Was weißt du über Vielsafttrank, Elena?"
„Severus!" Entrüstet richtete Minerva sich auf, doch Albus schritt sofort ein.
„Meine Liebe… ich glaube, ich muss gerade dringend mit dir unter vier Augen reden. Ich denke, was Severus und Elena jetzt planen ist nicht von Interesse für uns." Seine durchdringenden blauen Augen zwinkerten die alte Professorin an und obwohl sie unzufrieden aussah, nickte sie und folgte ihm brav nach nebenan.
Mit großen Augen sah Elena Severus an. „Meine Mom hat mir mal davon erzählt. Man kann sich damit in fremde Leute verwandeln."
„Richtig. Genau genommen ist es illegal. Aber genau genommen ist es nur illegal, wenn man erwischt wird." Severus beugte sich vor. „Wenn du mitmachen willst, brauen wir uns was davon. Und dann machen wir mal einen Abstecher ins Ministerium für Familienangelegenheiten. Ich denke, du wirst da jemanden finden, den du kennst."
Elena strahlte. Etwas Illegales unternehmen und einen verbotenen Trankbrauen! Die Tochter von Severus Snape zu sein war so viel besser als sie es sich jemals hätte vorstellen können. Dann fiel ihr ihr anderes Elternteil ein und sie verzog das Gesicht.
„Ich glaub, Mom wird das nicht gut finden… Sie macht niemals was Illegales."
Severus lächelte schmallippig. „Du wärst vielleicht überrascht. Aber das besprechen wir am besten direkt mit ihr. Deine Projektstunde fällt aus. Komm direkt zu mir." Er richtete sich wieder auf und sagte laut: „Du kannst wieder rauskommen, Albus. Wir haben alles nötige für den Augenblick besprochen."
Vergnügt die Hände reibend kam Albus aus dem Nebenzimmer, eine noch immer grummelig drein blickende Minerva McGonagall folgte ihm.
Sie ließen sich beide wieder auf ihre Sessel nieder und Albus sah Elena über seine Halbmondbrille hinweg an.
„Ich werde zum Abendessen ein paar Takte über die neue Situation loswerden, Elena… bis dahin halt dich an deine Freunde und versuch, so gut wie möglich die anderen zu ignorieren. Du brauchst keine Fragen zu beantworten und sollte jemand es zu toll treiben, wende dich an die Vertrauensschüler oder die Schulsprecher. Nur keine Scheu."
Elena nickte. Sie hatte keine Lust zurück in den Unterricht zu gehen, aber seufzend ergab sie sich ihrem Schicksal und erhob sich.
Severus schenkte ihr einen halb aufmunternden, halb verschwörerischen Blick, der ihr Herz sofort höher schlagen ließ vor Aufregung und diebischer Freude. Irgendwie war die Situation doch nicht so übel… schließlich wollte er mit ihr illegale Tränke brauen. Und offensichtlich wollte er immer noch ihr Vater sein.
Die drei Erwachsenen im Raum sahen überrascht (in Minervas Fall) und zufrieden (in Albus' und Severus' Fall), wie Elenas Miene sich nach einem Blick auf ihren Zaubertrankprofessor und quasi-Vater von bedrückt-besorgt in hochfreudig-aufgeregt verwandelte.
Mehr hüpfend als gehend verschwand sie.
Severus rieb sich zufrieden die Hände. „Der Hut hat's vermasselt, Albus. Das Mädchen ist eindeutig eine Slytherin."
„Hermine ist da aber ganz anderer Meinung." Albus lächelte und Severus winkte ab.
„Die ist selber mehr Slytherin als alles andere."
Wieder wollte Minerva sich entrüsten, doch Albus kicherte nur.
„Wenn du das sagst, Severus… wenn du das sagst…"
Soso... Sev will also seine Tochter zu illegalem Zeuchs verführen. Wie finden wir das denn? Und wie wird Hermine das wohl finden? ^^
