Liebe Mitleser, es geht weiter... nach langer Pause. Es tut mir unglaublich leid, dass ich euch so lange hab warten lassen. Ich habe seit dem letzten Upload einen Studiumsabschluss, einen Umzug und den Beginn eines Medizinstudiums hinter mich gebracht, sowie einige private Vorfälle. Und seit dem habe ich im Grunde auch nicht mehr wirklich irgendetwas geschrieben, weil mir schlicht und ergreifend Zeit und Muße fehlten. Und sehen wir den Tatsachen ins Auge: Medizin ist unglaublich spannend und mitreißend, aber es zu studieren tötet jede Kreativität. Zwischen Muskeln, Nerven und Biochemie ist mein Kopf in der Regel zu leer zum schreiben.

Ich danke euch viele tausend Mal für das kontinuierliche Interesse und die stetigen Reviews. Ich habe euch, Sev, Hermine und Elena nicht vergessen. Und deswegen, obwohl es unendlich lange gedauert hat (und es nicht das beste Kapitel ist, was ich jemals geschrieben habe und ich nicht besonders zufrieden damit bin): Hier das 34. Kapitel von (In)Sanity.

*Kürbissaft und Kekse hinstell*

34. Ermittlung

Der Trank war so genial wie sein Erfinder und mit jedem weiteren Analyseschritt wurde Hermine aufgeregter. Das würde ein Durchbruch in der Tränkekunde sein, wenn er den Beschleuniger veröffentlichte. Und nicht zum ersten Mal schoss ihr der Gedanke durch den Kopf, dass der Job eines Lehrers eigentlich unter dem Niveau eines Severus Snape war. Weit darunter.

Sie verbrachte den ganzen Nachmittag im Labor und wurde irgendwann dabei unterbrochen, als ihre Tochter den Kopf durch die Tür steckte.

„Mom?!"

„Elena. Hallo, Herz. Ist es schon so spät?"

„Wir warten seit zehn Minuten auf dich, Mom. Professor Snape… also Severus meinte, ich soll mal gucken, ob du hier bist." Sie schlüpfte ganz durch die Tür. „Was machst du hier?"

„Severus hat einen genialen Trank erfunden und ich war damit beschäftigt, ihn zu analysieren."

„Was für einen Trank?"

„Das erzählen wir dir nachher… er ist nämlich wichtig für eure kleine Idee." Hermine lächelte ihre neugierige Tochter an und wusch sich dann die Hände. „Dann wollen wir den Professor mal nicht länger warten lassen."

Sie folgte Elena zurück ins Wohnzimmer, wo Severus bei einer Tasse Kaffee auf dem Sofa saß und mehr als zufrieden mit sich selber aussah.

„Ich nehme an, du bist beeindruckt?"

„Auf die Gefahr hin, dass du noch eingebildeter wirst als du es ohnehin schon bist… ja, ich bin beeindruckt." Sie grinste und sein Gesichtsausdruck ähnelte dem einer Katze, die Sahne geschleckt hatte. „Du solltest das wirklich veröffentlichen, Sev."

„Was ist das denn jetzt für ein Trank?" Elena sah ungeduldig von einem zum anderen. „Und wieso hilft er uns?"

„Kommen wir zur Sache." Severus wies auf die leeren Plätze seiner Sitzecke und Mutter und Tochter setzten sich. „Obgleich sich keine Trottel im Raum befinden, ist es vielleicht gut für einen Überblick, wenn wir die Situation kurz zusammenfassen. Irgendjemand hat eure Unterlagen in die Finger bekommen und dadurch Wind von der Vaterschaft, von eurer wirklichen Identität, aber nicht von der ganzen Wahrheit bekommen und ist damit zu Katrina Crane gegangen, die daraus natürlich augenblicklich die Story des Jahrhunderts machen wollte. Damit wir alle nicht völlig wahnsinnig werden, müssen wir ihr Einhalt gebieten und gleichzeitig der Dame, die uns verraten hat, einen gewaltigen Schrecken einjagen. Zu unserem Glück ist Elena jetzt schon eine bessere Seherin als Sybill Trelawney es jemals sein wird und hat gesehen, wer uns die Suppe eingebrockt hat. Also wissen wir, wen wir im Ministerium in die Mangel nehmen müssen. Dafür brauchen wir Vielsafttrank…"

„…um nicht aufzufallen. Und dabei kommt der Trank ins Spiel." Hermine nickte Elena zu.

„Richtig." Severus' Augenbrauen zuckten unwillig – er mochte es nicht, unterbrochen zu werden. Doch offensichtlich hatte Hermine ihm nur den Übergang zur Erklärung geben wollen, denn sie schwieg nun wieder und er erklärte: „Der Trank ist ein Vorgangsbeschleuniger. Einen Vielsafttrank braut man normalerweise nicht in vier Stunden. Er braucht einen Monat. Der Vorgangsbeschleuniger jedoch rafft, richtig zugegeben, den Reifeprozess des Trankes und verkürzt ihn so enorm. Dadurch sind wir im Stande den Vielsafttrank innerhalb von weniger als zwei Tagen zu brauen. Das heißt, unsere kleine Aktion wird Donnerstag starten, sobald dein Unterricht aus ist, Elena."

„Wessen Haare nehmen wir?" Natürlich hatte Elena sich schon heimlich in der verbotenen Abteilung der Bibliothek belesen.

Hermine und Severus wechselten einen kurzen Blick, Hermine sah stolz aus und Severus sehr zufrieden. Die erlogene Verwandtschaft gefiel ihm immer besser.

„Du hast also deine Hausaufgaben gemacht, Elena." Er schenkte ihr ein schmales Lächeln und sie straffte sich stolz. „Um die Haare kümmere ich mich. Wir werden keine Ministeriumsmitarbeiter mimen – die Gefahr ist zu groß, dass irgendjemand irgendetwas von uns möchte und wir nicht authentisch genug spielen können."

„Also irgendwelche Menschen?"

„Nun… irgendwelche würde ich nicht sagen."

„Sondern?" Elena hibbelte auf ihrem Sitz auf und ab.

„Todesser."

„Wie bitte?!" Hermine fuhr auf.

„Wir nehmen die Haare von Todessern, die mir bekannt waren, von denen ich aber sicher sein kann, dass sie nicht mehr unter uns weilen und nicht mehr erkannt werden… aus dem einfachen Grund, dass sie seit 25 Jahren tot sind."

Elena verzog angewidert das Gesicht. „Ich soll das Haar von einem Toten trinken?"

„Du kannst immer noch hier bleiben." Er sah sie mit hochgezogener Augenbraue herausfordernd an. „Ich kann die Erinnerung an die Frauen per Legilimentik aus deinem Kopf extrahieren und die Aktion ohne dich durch ziehen, wenn dir das zu unangenehm ist."

Das Mädchen wirkte hin und her gerissen, doch für Hermine war die Sache klar.

„Elena macht bei so etwas nicht mit, Severus. Sie kann nicht einen ausgewachsenen Todesser mimen, sie ist 12 Jahre alt und sie ist ein Mädchen und kein Mann. Alleine, sich in dem fremden Körper zu Recht zu finden würde schon mehr Zeit in Anspruch nehmen als uns bleibt."

„Es gibt auch weibliche Todesser, Hermine. Auch von solchen habe ich Haare. Es sind natürlich weniger, aber es gibt sie."

Der Einspruch ihrer Mutter weckte den Trotz in Elena.

„Ich mach's."

„Ich glaube nicht, dass du das machst." Hermines Stimme gewann an Schärfe. „Es besteht immer die Gefahr, dass sich irgendjemand an das Gesicht erinnert, gerade im Ministerium. Ich werde nicht zulassen, dass du in eine Situation gerätst, in der du dich freihexen musst."

„Aber ich bleib doch die ganze Zeit bei euch."

„Das ist wesentlich leichter gesagt als getan."

„Das ist gemein!" Elena sprang auf. „Du kannst mir jetzt nicht verbieten da mit zu machen! Das war eigentlich Professor Snapes Aktion und meine! Wenn ihr mich nicht mitkommen lasst, bekommt ihr auch die Erinnerung nicht!"

„Setz dich wieder hin, Elena." Hermines Mami-Ton sprang an. „Wenn du dich benimmst wie eine Sechsjährige bleibst du ohnehin hier. Wir können das jetzt in angemessenem Ton besprechen oder du kannst zurück in den Turm gehen und wir blasen die Aktion komplett ab. Für so eine Sache müssen wir uns darauf verlassen können, dass du vernünftig bist, sonst kann das Ganze ganz gewaltig in die Hose gehen. Was wir tun wollen, ist illegal, Elena. Dafür kann Professor Snape seinen Job verlieren und ich genauso. Du bist außerdem minderjährig und darfst draußen nicht zaubern, egal ob durch Vielsafttrank verwandelt oder nicht. Wenn du also in eine Situation gerätst, aus der du nur durch Zauberkraft entkommen kannst, haben wir alle ebenfalls ein großes Problem, denn alleine, dass registriert wird, dass du gezaubert hast und das außerhalb der Schule kann uns schon zu einem Strick gedreht werden.

Also entweder du setzt dich jetzt wieder und wir besprechen das wie Erwachsene oder du gehst jetzt."

Elena war wütend, doch ein Blick auf Professor Snape zeigte ihr, dass er die Sache ähnlich sah wie ihre Mutter und ihr deshalb nicht zur Hilfe eilen würde. Und weil sie seine gute Meinung nicht verlieren wollte, gab sie klein bei und setzte sich wieder.

„Gut. Dann werden wir jetzt überlegen, welche Möglichkeiten wir haben. Ich bin weiterhin nicht damit einverstanden, dass du die Gestalt einer Todesserin annimmst, egal wie lange sie tot ist. Wir müssen eine Alternative finden."

„Muggel." Severus sah Hermine an. „Wir nehmen ein Muggelhaar von irgendeiner Frau hier aus Schottland. Und wenn wir grad dabei sind, können wir dann ja für uns auch noch Haare von Muggeln besorgen."

Hermine erwiderte den Blick kurz und nickte dann. „Das klingt besser. Ich erledige das."

Er lächelte auf einmal verhalten. „Pass auf Katzen auf."

Zu Elenas Erstaunen wurde ihre Mutter rot und murmelte nur etwas Unverständliches.

„Also darf ich jetzt mit?"

Hermine nickte ihrer Tochter zu. „Wenn wir Muggelhaare nehmen, ja. Aber: Keine Alleingänge, du bleibst die ganze Zeit bei uns und wenn wir doch getrennt werden sollten, versteckst du dich irgendwo, bis wir kommen, um dich zu holen. Wenn wir den Vielsafttrank genommen haben, haben wir nur eine halbe Stunde Zeit, bevor wir uns zurück verwandeln. In der Zeit müssen wir schnell und effizient handeln."

Elena nickte, sichtlich erleichtert. Sie war wieder im Rennen.


Die nächsten zwei Tage vergingen wie im Flug. Hermine apparierte direkt am nächsten Morgen nach Glasgow, wo sie ein wenig einkaufen ging und dabei den Menschen in den Schlangen unauffällig Haare von den Mänteln zupfte. Am Nachmittag trafen die drei sich erneut zur „Projektstunde" und begannen, den Vielsafttrank zu brauen. Severus zeigte ihnen, wie man den Vorgangsbeschleuniger einsetzen musste und Hermine geriet darüber in völlige Begeisterung, während sie den Vielsafttrank im Kessel betrachtete, der mit jeder Minute, die verging, seinen Farbton etwas änderte.

Elena konnte das Entzücken ihrer Mutter noch nicht so ganz nachempfinden, aber da Professor Snape unglaublich mit diesem Trank angab, musste er etwas ganz Besonderes sein, da ihr neuer Vater in der Regel seine Überlegenheit schweigend zum Ausdruck brachte.

Der Sonderteil in der Zeitung über Hermine und Severus war zum Schämen reißerisch und schlecht recherchiert und Severus musste erneut einen Bann über das Fenster legen, damit sie nicht von Leserbriefen überhäuft wurden.

Hermine war zudem den ganzen Tag damit beschäftigt, Elenas Kette Einhalt zu gebieten, die in einer Tour ansprang, da Elena sie heute anscheinend trug und quasi ununterbrochen auf die Zeitungsartikel und damit auch auf ihren angeblichen Vater angesprochen wurde. Hermine war fast dankbar, als Elena endlich zur Projektstunde kam und sie die Kette mit einem lautlosen Zauberspruch unschädlich machen konnte. Hatte ja viel genützt, das dumme Ding.

Am Mittwochabend war der Trank fertig – er sah eklig aus und roch nicht gut und Elena war nicht so begeistert über den Gedanken, einen Becher von dem Zeug zusammen mit dem Haar einer wildfremden zu trinken… aber sie würde jetzt keinen Rückzieher machen!

Sie wusste nicht, was ihre Eltern – so zu denken war noch immer mehr als ungewohnt – noch alles planten, aber sie musste schon wesentlich früher den schützenden Kerker verlassen als sonst, da die beiden nach eigenen Angaben noch zu tun hatten.

Im Turm warteten Lily und James wie mittlerweile schon gewohnt, um sie vor den neugierigen Blicken und Fragen ihrer Schulkameraden in Schutz zu nehmen. Der Sonderteil in der Zeitung am vorigen Tag hatte die Wellen noch einmal hoch schlagen lassen und gerade einige der Gryffindors schienen es ihr enorm übel zu nehmen, dass Severus Snape angeblich ihr Vater war.

Am Morgen hatte Stefan aus der vierten Klasse ihr im Aufenthaltsraum seine Meinung darüber gegeigt, dass sie die Tochter eines Slytherins und trotzdem in Gryffindor war. Die neugierigen Mitschüler um sie herum hatten nur zugeschaut und sie war zu wütend gewesen, um schlagfertig zu antworten und so hatte sie nur wie ein Idiot dagestanden und geguckt wie ein Hippogreif ohne Flügel. Irgendwann war James rüde dazwischen gegangen und als Stefan auf ihn herab spöttelte, hatte er ihm kurzerhand eins auf die Nase gegeben.

Die folgende Rangelei war von Morgaine, der resoluten Schulsprecherin aus der siebten Klasse, recht unfreundlich beendet worden – beide hatten Strafarbeiten kassiert, aber James hatte deutlich gemacht, dass er es nicht duldete, wenn jemand sich über Elenas Herkunft ausließ. Zwar fragten ihre Mitschüler noch immer und die neugierigen Blicke konnte auch James nicht abstellen, aber immerhin ärgerte sie niemand mehr offen. Und so hielten sich James und Lily nur weiterhin als Bodyguards an ihrer Seite und demonstrierten offen, dass es ihnen nichts ausmachte, wer der Vater ihrer Freundin war. Und da beide, insbesondere aber James, als Sprösslinge des großen Harry Potter eine Vorreiterstellung hatten, ließ man Elena mit spitzen Bemerkungen in Ruhe. Einige wenige hatten Elena sogar erklärt, dass sie es ohnehin geahnt hätten – ihr Talent für Zaubertränke wäre von Anfang an suspekt gewesen… und diese Haarfarbe! Aber selbst Solidaritätsbekundungen mochte Elena nicht mehr hören, sie wollte einfach in Frieden gelassen werden.

„Wie läuft euer kleiner Plan?", erkundigte James sich, als sie zu dritt in einer Ecke des Gemeinschaftsraums saßen.

„Meine Mom und Professor Snape tüfteln noch irgendetwas aus." Elena zuckte die Achseln. „Aber das klappt schon."

„Merlin, ich bin so neidisch." James starrte düster vor sich hin. „Und ausgerechnet Professor Snape schlägt dir sowas vor."

„Er ist eigentlich wirklich nett, James."

Er verdrehte die Augen und Lily kicherte.

„Zu Jamy nicht."

„Du ärgerst ihn ja auch immer."

James wollte sich entrüsten, ließ es dann aber doch. Dann sah er sie fragend an.

„Hör mal, El… ist Snape eigentlich wirklich dein Dad?"

Elena und Lily tauschten einen Blick und Lily nickte ihr aufmunternd zu.

„Ich will hier nicht drüber reden", erwiderte Elena dann mit einem vielsagenden kleinen Blick gen ihrer Mitschüler. Zwar schien niemand besonderes Interesse an der Unterhaltung zu zeigen, bis auf die üblichen scheelen Blicke auf Elena, doch Weasley's Zauberhafte Zauberscherze waren überall.

James nickte verstehend und stand auf. „Kommt mit."

Neugierig folgten die Mädchen ihm aus dem Turm – sie hatten noch anderthalb Stunden bis zur Ausgangssperre und so hielt niemand sie auf. Er führte sie in den 7. Stock und hielt vor einem Wandteppich, auf dem ein großer, hagerer Zauberer sich unter einem Stuhl vor zwei wüst aussehenden Trollen versteckte.

Elena sah zweifelnd zu, wie James begann, auf dem Flur hin und her zu gehen, während Lily sich stirnrunzelnd dem Wandteppich zuwandte.

„Was tun sie da?!", fragte sie den Zauberer, der sie wütend anblinzelte, während die Trolle aufhorchten.

„Sei ruhig. Ich hatte sie fast soweit!"

„Wen hatten sie fast soweit?"

„Die Trolle, dummes Kind, die Trolle!" Er duckte sich rasch, als ein Troll suchend an ihm vorbei schnüffelte und raunte dann: „Verschwindet jetzt. Ich schaffe es noch!"

James schüttelte den Kopf. „Das ist Barnabas der Bekloppte, Lil… Onkel Fred hat gesagt, dass er Trollen Ballett beibringen wollte und dabei drauf gegangen ist. Lass ihn einfach, er ist ein Freak."

Ein Aufleuchten ließ sie sich abwenden. Gegenüber dem Porträt war eine Tür erschienen.

„Da wären wir." James grinste in die Runde und stieß die Tür auf. „Ladies… der Raum der Wünsche."

Staunend traten sie ein und fanden sich in einem kleinen Konferenzzimmer wieder, mit einem runden Tisch mit drei Stühlen, auf dem Kakao aus drei Bechern dampfte und ein Teller mit Keksen stand.

„Perfekt." Er kicherte ob der verdutzten Gesichter der Mädchen. „Sagt bloß, ihr habt noch nichts vom Raum der Wünsche gehört."

„Nö." Lily nahm sich einen Keks und setzte sich hin. „Dad hat mal von ihrem geheimen Treffpunkt im fünften Jahr erzählt, aber nichts von einem Raum der Wünsche."

„Du hättest mal Onkel Fred genauer zuhören sollen."

„Wieso ist der Raum der Wünsche ein Büro?", schaltete Elena sich ein und ließ sich ebenfalls auf einem Stuhl nieder.

„Weil ich wollte, dass er ein Raum ist, in dem wir uns gut unterhalten können. Das schien offensichtlich seine perfekte Lösung für eine ernste Angelegenheit zu sein. Der Raum erscheint immer so, wie du ihn gerade brauchst."

„Das ist ja praktisch." In Elenas Kopf entstanden plötzlich unendliche Möglichkeiten von einem kleinen Zaubertränkelabor, einer Bibliothek nur für sie allein mit allen Büchern, die ihre Mutter ihr noch nicht zu lesen erlaubte…

„Hör auf zu träumen, Streberin." James nippte an seinem Kakao und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. „Du hast eine Geschichte zu erzählen."

„Hmpf. Von mir aus. Also… äh… meine Mom ist ja die Freundin Hermine Granger von eurem Dad, okay?"

„Ja, hab ich mitbekommen."

„Okay… und im Endkampf wurde meine Mom von diesem Todesser überfallen… von Rabastan Lestrange."

In James' Kopf begann es sichtbar zu arbeiten und schließlich wechselte sein Gesichtsausdruck von nachdenklich zu betroffen.

„Scheiße."

Offensichtlich hatte er die richtigen Schlüsse gezogen.

Elena nickte. „Ja. Ziemlich. Meine Mom hat sich vor ihm versteckt und unter einem falschen Namen gelebt und naja… Du hast ja mitbekommen, dass er neulich festgenommen wurde… das war, nachdem er meine Mom entführt hat. Professor Snape, Professor Dumbledore und dein Dad haben sie befreit und dann haben sie sich diese kleine Geschichte ausgedacht, dass ich Professor Snapes Tochter bin, damit niemand die Wahrheit rausfindet."

„Wieso macht Snape da mit?" James runzelte die Stirn. „Wieso sollte er eine Tochter haben wollen?"

Lily begann breit zu grinsen und Elena wurde rot.

„Jetzt lach nicht", warnte sie ihn und er sah misstrauisch drein.

„Ist er etwa in dich verknallt?!"

Lily explodierte in Gelächter und Elena wurde dunkelrot und schlug nach ihm.

„Natürlich nicht, du Idiot! Er ist in meine Mom verknallt!"

Zwar fiel James seine Kinnlade hinunter, doch er sah trotzdem erleichtert aus. „Snape und deine Mom?! Ist ja ekelhaft." Doch der Einwand klang nur halbherzig.

„Es ist nicht ekelhaft." Elena war trotzdem empört. „Er ist total nett und selbstlos!"

„Selbstlos?", echote James. „Snape selbstlos?"

„Ja. Meine Mom sagt, er hat keinerlei Vorteile von dem, was er alles für sie getan hat."

„Außer, dass sie mit ihm ins Bett geht." James wollte eigentlich nur einen flachen Witz machen, doch er hatte nicht damit gerechnet, dass Elena ihm das so übel nahm.

„Pass auf, was du sagst", knirschte sie. „Meine Mom geht mit niemandem ins Bett oder sowas! Kapiert?!"

„Ja, ja… schon gut. War ja nicht böse gemeint, komm wieder runter, El."

Schnaubend sah sie ihn an, doch er sah so übertrieben zerknirscht drein, dass sie nur den Kopf schüttelte.

„Du bist ein Idiot, James." Doch es klang nicht wirklich verletzend und so nickte James nur.

„Wo sie Recht hat", schaltete Lily sich spitz ein und wandte sich dann an Elena. „Uns ist das egal, wer dein echter oder unechter Dad ist. Wenn du Snape magst, ist doch alles in Butter."

Elena lächelte sie an und James nickte pflichtschuldig.


Im Kerker waren Hermine und Severus damit beschäftigt, den Ablauf der kleinen Aktion minutiös durchzuplanen. Sie mussten apparieren, bevor sie sich verwandelten – die Zeit würde zu knapp sein. Severus hatte eine kleine Gasse als Apparierpunkt vorgeschlagen, die zwar nah am Ministerium lag, jedoch trotzdem abgelegen war und quasi nur von der Müllabfuhr benutzt wurde.

Da Hermine keinen besseren Vorschlag hatte, nickte sie den seinen ab. Trotzdem war ihr bei der ganzen Sache nicht ganz wohl und sie fragte sich zwischendurch, ob es nicht sinnvoller wäre, sowohl der Journalistin als auch der Ministeriumsmitarbeiterin einfach einen unfreundlichen Brief mit Konsequenzandrohungen zu schicken.

Doch sie mochte sich vor Severus keine Blöße geben, der offensichtlich ganz wild auf die kleine Aktion war. Er war genauso ein Kindskopf wie Elena… und sie wusste, dass der Gedanke an seine kleine Rache als Entschädigung für die Zeitungsartikel und die schiefen Blicke ihm gerade so zur Genugtuung gereichte.

Und so besprach und plante sie mit ihm, als wäre sie genauso Feuer und Flamme wie er.

Als sie schließlich auch einen dritten Notfallplan ausgearbeitet hatten, sah Severus Hermine an, die auf den kleinen Stapel an Pergamenten starrte und sich die Stirn rieb.

Er lächelte schmal. „Noch kannst du das Ganze abblasen… auch wenn Elena dann für den Rest des Jahres nicht mehr mit dir spricht."

Hermine seufzte. Wie schaffte er es bloß immer auch ohne Legilimentik ihre Gedanken zu lesen?

„Ich will das ja gar nicht abblasen. Ich hab einfach Bedenken, Sev. Immerhin plane ich gerade eine illegale Aktion mit meiner zwölfjährigen Tochter. Wenn ich so etwas alleine oder mit Harry und Ron unternehme ist das etwas anderes."

„Wie gesagt… du kannst es immer noch abblasen." Sein Lächeln wurde diabolischer. „Oder ich hole mir die Erinnerung von Elena und zieh die kleine Aktion alleine durch. Dann würde ich mir den Vielsafttrank mit Freuden sparen."

„Und gleich eine Klage am Hals haben? Für welchen Effekt? Ein bisschen Angst und Schrecken zu verbreiten? Ich bitte dich..."

„Du darfst mich alles bitten, was du möchtest."

Wenn sie es nicht besser wüsste, würde sie vermuten, dass er mit ihr flirtete… flirtete Severus Snape etwa mit ihr?!

Sie konnte nicht verhindern, dass ihr ein Lächeln übers Gesicht huschte. „Da fällt mir bestimmt noch was ein…"

Sein Herz begann ein wenig schneller zu schlagen, als er hörte, wie neckend ihr Tonfall nun war.

Und da der Plan ohnehin fertig war, beschloss er, sie von ihren Bedenken abzulenken.

Hermine war etwas überrumpelt, als er die Hände um ihren Hals legte und sie zu sich heran zog, um sie zu küssen. Für einen kurzen Moment versteifte sie sich, doch als das wohlige Gefühl, von ihm geküsst zu werden, in ihr Gehirn schwappte, entspannte sie sich und erwiderte die federleichte Berührung.

Als er den Kuss etwas vertiefte und mit seinen langen Fingern ihren Nacken massierte, packte sie etwas, was sie lange nicht mehr empfunden hatte. Sie wollte mehr von ihm. Mehr Nähe und mehr Berührung.

Ohne darüber nachzudenken wand sie ihre Arme um seinen Hals und zog ihn noch näher zu sich und allzu bereitwillig folgte er ihrem Ziehen und senkte seinen Oberkörper über den ihren, sodass sie beide die Hitze spürten, die der jeweils andere abstrahlte.

Wie von selbst lagen sie plötzlich beide mehr auf dem Sofa, als dass sie saßen, und wie von selbst kam er zwischen ihren Beinen zu liegen. Und obwohl sie seinen Kuss mit derselben Hitze erwiderte, die auch er spürte, konnte er die kleine Alarmglocke in seinem Hinterkopf nicht abstellen, die unbarmherzig zu schrillen begann, als er ihrer beider Position und die Reaktion seines Körpers darauf registrierte.

Er versuchte, sich ein wenig zurück zu nehmen und ihr den Freiraum zu lassen, den sie brauchte, doch momentan schien sie selbst mit ihrer Position ganz zufrieden zu sein, denn sie war in dem Austausch von Zärtlichkeiten völlig versunken und schien nicht gewillt zu sein, die schraubstockartige Umklammerung ihrer Arme um seinen Hals auch nur ein wenig zu lösen.

Wir sind wieder im Rennen :) Ich kann nicht versprechen, dass es zügig weiter geht (diese und nächste Woche habe ich Prüfungsphase und danach ist erstmal zwei Wochen Urlaub angesagt ;)), aber ich werde versuchen, immer zwischendurch, wenn keine Lernerei mehr in meinen Kopf geht, einige Sätze zu Papier zu bringen.