*reinschleich* Es ist soweit... ein neues Kapitel ist da. Ich entschuldige mich tausendmal dafür, dass es solange gedauert hat... und bin völlig baff, dass auch über ein Jahr nach dem letzten Update noch Reviews und FavouriteAlerts reinkommen. Danke, danke, danke dafür :) Euretwegen hab ich mich hingesetzt und weitergeschrieben. Irgendwie hatte ich mich im Laufe des kleinen Vielsaftausflugs verrannt und stand auf dem Schlauch, hab mich im Kreis gedreht, in die eine Richtung, in die andere und kam irgendwie nicht weiter. Ich hab dann mal hier und dort einiges anderes geschrieben, aber wann immer ich vor InSanity saß, war doch wieder nur große Leere in meinem Kopf. Ich hoffe, das ist jetzt vorbei - das Kapitel hier ging dann letzten Endes doch Recht schnell.

Witzigerweise hab ich in der ganzen Zeit, in der InSanity brach lag, eine Sache doch geschrieben - der Epilog steht bereits, auch wenn wir noch lange nicht am Schluss sind ;)

Ich wünsch euch jetzt erstmal viel Spaß mit dem kleinen Ausflug. Das Kapitel ist für fan und Buffy66, die weitergereviewed haben, obwohl sich hier nichts geregt hat. Ich danke euch :)

35. Exkurs

Für eine Weile ergab er sich schlicht dem atemberaubenden Gefühl ihrer Haut an seiner, ihrer Lippen auf den seinen und ihres Körpers an dem seinen. Und doch. Als er spürte, wie der Drang, seine Hände unter ihrer Kleider zu schieben und sie überall zu berühren, größer und drängender wurde, schaltete sich sein Verantwortungsbewusstsein ein. Vor seinem inneren Auge tauchten Bilder aus ihren Erinnerungen auf und in diesem Moment wusste er, dass weder sie noch er soweit waren. Es war nicht gut. Und es war nicht so, wie er es sich für das erste Mal wünschte. Und es würde ein erstes Mal sein, bewusster, gewollter und mit anderen Gefühlen als vor dem Krieg.

Sanft aber bestimmt unterbrach er die innige Berührung und sah sie an.

Ihr verschleierter Blick wurde etwas klarer und als sie seinen Gesichtsausdruck sah, wurde der ihre fragend.

„Was ist?"

Ihre Stimme klang rau und in diesem Moment wollte Severus nichts mehr als sie erneut zu küssen und alle Vernunft zu vergessen. Und doch. Er konnte nicht.

„Meine Selbstbeherrschung ist gerade nicht stark genug für so etwas, Hermine."

Sie lächelte. „Das ist in Ordnung."

„Nein, ist es nicht. Es ist zu früh. Für uns beide. Es gibt nichts, was ich jetzt gerade lieber machen würde, aber es würde dir nicht gut tun und mir auch nicht. Am Ende würdest du es bereuen und ich ebenfalls." Sanft strich er ihr durchs Gesicht und musste fast lachen, als er ihren enttäuschten Gesichtsausdruck sah. „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, Miss Granger."

Für einen Moment hielt sie seinem Blick stand, dann seufzte sie resigniert. „Vermutlich hast du wie immer Recht. Und ich hasse es."

Nun gab er dem Lächeln doch nach. „Ich auch."


Hermine war einigermaßen frustriert nach diesem kleinen Ausflug in die Welt der Körperlichkeit, doch es war, wie sie gesagt hatte: Er hatte Recht und sie wusste es.

Und so gingen sie auch an diesem Abend unverrichteter Dinge ins Bett – ausschließlich, um zu schlafen. Ein anstrengender Tag stand ihnen bevor und so richtig wusste Hermine noch nicht, was das Ergebnis dieses Tages sein würde.

Den Vormittag verbrachte sie abwechselnd damit, sich Sorgen zu machen und mit dem Gedanken zu spielen, die ganze Sache abzublasen, weil sie sinnlos und gefährlich war. Aber so gern sie das tun wollte – die Entrüstung und Enttäuschung ihrer Tochter wollte Hermine sich lieber ersparen.

Mittlerweile war sie sehr froh, dass ihre Eltern nie gewusst hatten, was sie mit Harry und Ron in Hogwarts alles angestellt hatte, denn sie hatte ihren Eltern nie alle Details über ihre Abenteuer mit den beiden Jungen erzählt. Sie hätten sie vermutlich nicht wieder zurück gelassen. Nun befand Hermine sich ebenfalls in dieser Rolle und der Gedanke daran, dass ihre Tochter irgendwie in Gefahr geriet, ließ ihren Blutdruck steigen und trieb ihr den Schweiß auf die Stirn. Es war nicht einfach, Mutter zu sein. Und in ihrer Position noch weniger als in einer „normaleren".

Doch so wenig sie es auch wollte - der Tag verging und kurz vor dem Mittagessen kam Severus zurück in seine Räumlichkeiten. Sie aßen gemeinsam Mittag und packten dann zusammen, was sie für den Ausflug brauchten – die trinkfertigen Phiolen und passende Umhänge und drei – zugegebenermaßen ziemlich illegale – Portschlüssel, die sicherstellen sollten, dass vor allem Elena sich aus jeder unvorhergesehen Situation schnell befreien konnte.

Severus merkte wohl, dass Hermine noch immer eher mit Unbehagen an die ganze Sache ging, aber er für seinen Teil war fest überzeugt, der frechen Journalistin einen Denkzettel zu verpassen. Er war hochmotiviert, die Frau so sehr zu verängstigen, dass es ihr nie wieder einfiel, über ihn oder seine Familie einen Artikel zu veröffentlichen.

Weder Hermine noch Elena wussten davon und er wollte sie nicht dabei haben. Er brauchte keinen Vielsafttrank, um das durchzuführen – der Trank war eher eine kleine Angeberei vor Hermine gewesen und ein Ansporn für Elena (und er wusste, beides war ihm sehr gut geglückt), mit dem sie die Ministeriumsmitarbeiterin zumindest identifizieren konnten, um sie bei Creevey zu melden. Die Journalistin jedoch würde er sich alleine vorknöpfen.

Schließlich verging die Zeit schneller als erwartet mit Nichtigkeiten und dann standen sie auf einmal in der kleinen Seitengasse in der Nähe des Ministeriums.

Elena trug bereits die zu große Robe für ihre Verwandlung und wartete ungeduldig darauf, dass sie ihre Phiole bekam. Sie sah ihrer Mutter an, dass diese gestresster war als sie zugab, doch sie ignorierte es. Das würde ihr keiner verderben.

„Die Verwandlung ist unangenehm", informierte ihr neuer Vater sie, „und du merkst, sobald du dich zurück verwandelst… nimm das als Anlass, dich sofort irgendwohin zurück zu ziehen, wo dich niemand sieht. Falls du uns verlierst, aktivierst du deinen Portschlüssel und wartest dann am Tor auf uns. Wir werden in die Abteilung des Familienministeriums gehen und du wirst uns die Dame zeigen, die uns verpfiffen hat… und wir werden dann später weitere Schritte einleiten."

„Elena… ich möchte, dass du dir absolut sicher bist, wenn du uns die Frau zeigst." Hermine klang ernst. „Der Verkauf dieser kleinen Geschichte wird sie ihren Job und ihren Ruf kosten und deshalb erwarte ich von dir, dass du sie nur erkenntlich machst, wenn du dir wirklich absolut sicher bist. Natürlich wird dein Verdacht hinterher überprüft werden, aber denk daran, dass alleine die Anschuldigung schwer auf ihr liegen wird. Die unsägliche Katrina Crane werden wir in der halben Stunde nicht mehr besuchen können, aber am wichtigsten ist, dass wir herausfinden, wer da so reißerisch mit unseren geheimen Daten umgegangen ist."

Elena nickte. Zwar klang die Sache jetzt nicht mehr halb so spaßig wie vorher, aber alleine die Aussicht auf den Vielsafttrank ließ sie weiter freudig aufgeregt sein.

Als sie ihn schließlich mit zugehaltener Nase herunterschluckte, war sie sich ihrer Sache plötzlich nicht mehr so sicher. Er schmeckte wie zerkochter Kohl und im nächsten Moment begannen ihre Eingeweide sich zu winden, als ob sie lebende Schlangen geschluckt hätte. Dann breitete sich die Hitze aus ihrem Magen in ihren restlichen Körper aus und sie fühlte sich im nächsten Moment als bestünde sie nur noch aus heißem Wachs, das gerade zerfloss. Ihre Gliedmaßen dehnten sich und ihr Kopf kribbelte und sie spürte auf ekelerregende Art und Weise, wie sie größer wurde.

Obwohl sie gerne schreien wollte, unterdrückte sie jeden Laut, um ihre Mutter nicht noch mehr zu stressen.

Als sie schließlich wieder klar sehen konnte, schwankte sie fast sofort. Die Welt war aus gut zwanzig Zentimeter zusätzlicher Höhe doch etwas anders anzusehen und ihre Gliedmaßen erschienen ihr zu lang und zu ungelenk. Außerdem war ihr Kopf zu leicht – ein Griff nach ihren Haaren bestätigte ihr das: Sie hatte einen „flotten" Kurzhaarschnitt.

Suchend wandte sie sich nach ihrer Mutter und Severus um. Ihre Mom stand an die schmutzige Wand gelehnt. Sie war tatsächlich nun ein kleines bisschen kleiner als Elena und hatte strohblonde Haare, eine Stubsnase, einen Wust an Sommersprossen und viele Lachfältchen um die Augen. Und sie war dicker.

Elena lachte und erschrak ob des ungewohnten Tons. Die fremde Frau, die ihre Mutter war, lächelte ihr zu.

„Geht es dir gut, Schatz?"

„Ja, ich denke schon."

Ihrer beider Stimmen waren sehr seltsam. Das Gefühl mit einer fremden Stimme zu sprechen war fast noch unangenehmer als die Verwandlung selbst.

„Ladies… kann ich ihnen helfen?" Ein kleiner, dicker Mann gesellte sich zu ihnen. Er hatte eine Glatze und einen buschigen Haarkranz rund herum. Auf der Nase trug er eine Brille.

„Wir möchten zum Ministerium", gab Elena sich selbstbewusst und er maß sie mit den Augen ab.

„Das ist direkt hier nebenan. Darf ich sie dort hin begleiten?"

„Sehr witzig, Sev", schaltete ihre Mutter ein und der kleine, dicke Mann verneigte sich albern.

Für einen Augenblick war Elena sprachlos, bevor sie in Gelächter ausbrach. Ihre Mutter packte sie an der Schulter, grinste sie kurz an und wurde dann geschäftig.

„Wir haben nicht viel Zeit. Sobald du dich seltsam fühlst, musst du weg, verstehst du, Liebling?"

„Ja, Mom. Und jetzt sei mal eine halbe Stunde nicht so offensichtlich meine Mom, ich bin zu alt, um deine Tochter zu sein."

„Hört, hört", murmelte Hermine in ihren nichtvorhandenen Bart, doch sie ließ Elena wieder los und zu dritt eilten sie zur Telefonzelle, die sie in das Ministerium brachte.

Elena war nur einmal vorher hier gewesen, als Tante Ginny auf sie aufgepasst hatte und Onkel Harry etwas vorbeibringen wollte. Es war für Elena und Lilly ein großer Ausflug gewesen, doch der heutige toppte alles und so war sie während des gesamten Prozederes in der Telefonzelle so hibbelig, dass sie am liebsten auf der Stelle hüpfen wollte.

Der große Springbrunnen erschien ihr viel kleiner – vermutlich, weil sie selber momentan wesentlich größer war.

Severus, bei dessen Anblick sie sich jede Sekunde zusammen reißen musste, um nicht erneut in hysterisches Kichern auszubrechen, eilte zielstrebig voran zur Abteilung für Familienangelegenheiten. Rücksichtslos, wie sie es von ihm kannte, bahnte er sich seinen Weg durch die Menge, doch im Anbetracht seiner geringen Größe und plumpen Figur kam der Effekt seiner wallenden Roben nicht so beeindruckend zur Geltung, wie es bei seiner normalen Gestalt der Fall war.

„Ich merke, dass du lachst", knurrte er sie leise über seine Schulter hinweg an, als sie auf den Aufzug warteten.

„Entschuldige." Trotzdem entfuhr ihr noch ein halblautes Lachen, was ihre Mutter mit einem Stoß strafte, bevor sie den Aufzug mit einigen anderen Menschen betraten.

Aufgeregt versuchte Elena, sich nicht auffällig zu verhalten, doch sie fühlte sich, als müsste man ihr schon aus Meilen Entfernung ansehen, dass ihr Körper nicht zu ihr passte. Das Innere des Aufzugs war klassisch mit Spiegeln verkleidet und sie betrachtete sich unauffällig, dem Drang los zu lachen wieder angestrengt widerstehend.

Sie war groß, hager, hatte kurzes, blondes Haar, das ihr in sanften Wellen kaum bis über die Ohren ging, schmale Lippen und eine gerade Nase. Ihre Augen waren von wässrigem Blau und sie hatte ein völlig unpassendes Grübchen im Kinn. Wenn Lilly und James sie doch bloß sehen könnten!

Ihre Mutter bemerkte die Musterung trotz allem und lächelte ihr über ihr Spiegelbild so schmal zu, dass es wie ein höfliches Lächeln aussah, das man jemand fremdes im Aufzug zu warf. Aber Elena wusste, dass ihre Mom wusste, was sie dachte. Sie war eben ihre Mom… auch wenn sie total seltsam aussah.

Severus sah betont gestresst drein und beachtete die beiden Frauen nicht, wofür Elena sehr dankbar war. Jeder Blick von ihm hätte sie wieder in einen hysterischen Lachanfall geworfen.

Hermine argwöhnte liebevoll, dass er das Aussehen des Mannes nur gewählt hatte, um Elena eine Freude zu machen – ihm musste von Anfang an klar gewesen sein, dass das Mädchen sich vor Lachen kugeln würde, wenn es ihn so sah.

Die Abteilung für Familienangelegenheiten befand sich im fünften Stock und so verließen sie den Aufzug rasch wieder.

„Halt die Augen auf", raunte ihre Mutter ihr leise zu und aufgeregt nickte Elena und widerstand dem Drang, sich durch die seltsam kurzen Haare zu fahren.

Es gingen zwei Flure ab und ein Schild direkt gegenüber dem Aufzug wies sie darauf hin, dass sich die Abteilung für Familienangelegenheiten im rechten Flur befand, während man nach links in die Abteilung für Internationale Magische Zusammenarbeit kam. Dort war deutlich mehr Betrieb als im rechten Flur und Elena war erleichtert, dass sie ihre Detektivarbeit nicht dort durchführen mussten.

Der Flur der Abteilung für Familienangelegenheiten war relativ ruhig, aus den Büros drangen vereinzelt Stimmen und zwischendurch flatterte ein Memo an der Decke entlang.

Viele der Bürotüren waren offen und Elena lugte in jede, an der sie langsam vorbei gingen, neugierig hinein, um zu sehen, ob die Verräterin dort arbeitete.

Als sie das erste Mal vor einer geschlossenen Tür standen, zwinkerte Hermine ihrer Tochter kurz zu, lauschte möglichst unauffällig an der Tür, ob jemand darin war, und als die Geräusche drinnen ihr das bestätigten, riss sie die Tür einfach weit auf, sodass Elena einen Blick auf den Ministerialen in dem Büro erhaschen konnte.

Der Mann sah irritiert drein.

„Oh, Verzeihung", flötete Hermine sogleich. „Ich habe mich in der Tür geirrt, entschuldigen sie vielmals."

Und bevor der verdutzte Mann etwas erwidern konnte, hatte sie die Tür wieder geschlossen.

Elena hüpfte fast vor Vergnügen. Der Ausflug wurde mit jeder Minute besser.

Ihre Mom grinste sie verschwörerisch an, bevor sie weitergingen, während Severus nur den Kopf schüttelte.

Sie verfuhren weiter nach genau diesem Schema, bis sie schließlich am Ende des Flurs angekommen waren.

Elena sah ihre Mutter und Severus zweifelnd an und Hermine warf besorgt einen Blick auf ihre Armbanduhr. Noch zehn Minuten.

„Sie ist nicht hier", flüsterte Elena aufgeregt und Severus knurrte etwas Unverständliches.

„Es ist ganz normale Arbeitszeit", murmelte Hermine. „Sie muss hier sein."

„Vielleicht ist sie krank?"

„Kann ich ihnen helfen?"

Die weibliche Stimme ließ sie kollektiv herumfahren. Eine kleine, brünette, dickliche Frau stand vor ihnen. Sie war offensichtlich aus der Personaltoilette getreten.

Im Affekt packte Elena den Arm ihrer Mutter. Das war die Frau.

Hermine verstand sofort und setzte ein freundliches Lächeln auf. „Ich bin mir nicht sicher, Miss…?"

„Gallaghan. Und es ist Mrs."

„Mrs Gallaghan. Wir suchen das Büro von Mr Creevey."

„Das ist direkt das erste vorne links am Aufzug." Die Hexe lächelte sie süß an und winkte ihnen mit einem kurzen, speckigen Arm, der voller rasselnder Armreifen hing, die nicht so Recht zu ihren ansonsten förmlichen Roben passen wollten. „Kommen sie, ich bringe sie hin."

„Zu freundlich, danke."

Sie folgten der Frau langsam und Elena suchte den Blick ihrer Mutter, die ihn warnend erwiderte. Jetzt nur nichts anmerken lassen.

Severus sah überaus finster drein.

„Da ist es", strahlte Mrs Gallaghan vor der Tür, die ganz offensichtlich zu Dennis' Büro führte. Ein großes Schild mit der Aufschrift

Dennis Creevey

Leiter der Abteilung fürFamilienangelegenheiten bei Magiern und magischen Wesen"

hing daran.

„Offensichtlich", knurrte Severus und Hermine warf auch ihm einen warnenden Blick zu, bevor sie sich strahlend lächelnd an Mrs Gallaghan wandte.

„Vielen Dank, wie dumm von uns. Manchmal ist man aber auch vollkommen blind!"

„Ach, das ist doch kein Problem. Wir geben gerne Auskunft, wenn wir damit helfen können." Mrs Gallaghan lachte und Hermine stimmte ein, aber selbst mit der fremden Stimme konnte Elena heraushören, dass ihre Mutter der Frau eigentlich an die Kehle springen wollte.

„Wir werden ihre Auskunftsfreudigkeit im Hinterkopf behalten", flötete Severus sehr doppeldeutig und die Ministeriale schenkte ihm einen irritierten Blick und nickte dann nur schlicht.

Hermine warf einen Blick auf die Uhr. Sechs Minuten. Sie mussten gehen.

„Herrje, da fällt mir ein, wir sollten doch noch… Alice in der Lobby treffen!" Sie sah Severus und Elena auffordernd an und zum Glück verstanden beide den Wink und nickten. „Mrs Gallaghan, vielen Dank noch einmal für die Auskunft! Wir müssen leider jetzt noch einmal schnell nach unten – wie dumm von uns, wir haben vollkommen vergessen, dass wir noch jemanden erwarten."

Severus war schon beim Aufzug, um den Knopf zu drücken, und während Mrs Gallaghan noch einen irritierten Gruß murmelte, gesellten Hermine und Elena sich schon zu ihm.

„Vier Minuten", flüsterte Hermine nervös und die anderen beiden nickten.

Elena begann unruhig von einem Bein auf das andere zu wackeln, während sie warteten. Warum nur dauerte das jetzt gefühlte Stunden?!

„Gibt es hier keine Treppe?!", zischte Severus ungehalten und Hermine warf ihm einen genervten Blick zu.

„Elena, hast du deinen Portschlüssel?!", raunte sie ihrer Tochter dann zu und Elena nickte aufgeregt, den Kugelschreiber in ihrer Hand umkrampfend.

Ein Tippen auf den Drücker würde den Portschlüssel aktivieren und sie in Sicherheit bringen.

In diesem Moment kam der Aufzug endlich an und sie traten ein. Es waren noch drei andere Leute im Aufzug, die glücklicherweise auch in die Lobby wollten und zu ihrer Erleichterung wollte auch auf den Etagen 6 und 7 niemand mehr einsteigen, so dass sie rasch in der Eingangshalle waren.

Severus packte Elena am Arm und riss sie mit sich durch die Menge an Zauberern und Hexen.

Eine Minute.

An der breiten Wand, an der sich die Flohnetzwerkfeuer befanden, ging es dann los.

„Professor!" Elena keuchte auf und vergaß für den Augenblick, dass sie mit ihrem Zaubertrankprofessor per du war. Ihre Gliedmaßen fühlten sich an, als würden sie in zu enge Schuhe gepresst und irgendwie komprimiert.

Severus sah sie an und auch er begann sich zu verändern.

Wenn Elena nicht so ängstlich und aufgeregt gewesen wäre, hätte sie es lustig gefunden, dass die erste Veränderung an ihm die Größe seiner Nase war.

Ihr Professor reagierte schnell, sah sich um, packte sie dann fester und zog sie mit sich in eine Nische zwischen zwei Kaminen.

Geistesgegenwärtig sprach er einen simplen Ignorierzauber über sie beide, während er mit der anderen Hand Elena an sich gepresst hielt, die sich nun rasend schnell zurück verwandelte.

Für einen Moment verlor er jede Aufmerksamkeit, als die Rückwandlung auch bei ihm voll zu schlug.

Als er wieder klar sehen konnte, war sein erster Impuls, Elena zu untersuchen, ob es ihr gut ging. Sie hatte wieder ihre alte Größe und ihr altes Aussehen, was ihn enorm beruhigte – ihr verwandeltes Aussehen war verstörend gewesen – und der nun viel zu große Umhang hing lax an ihr herunter. Sie hatte das Gesicht in seinem nun viel zu kurzen Umhang vergraben und klammerte sich an ihm fest und er bemerkte, von seltsamem Stolz erfüllt, dass sie während der Verwandlung erneut keinen Mucks von sich gegeben hatte.

Geistesgegenwärtig verlängerte er seinen Umhang mit einem gemurmelten Spruch und drehte Elenas Gesicht dann sanft zu sich.

„Geht es dir gut?", fragte er sie leise und sie nickte, ein wenig verstört drein blickend.

Dann fuhr sie zusammen und drehte sich zur Lobby um. „Wir müssen meine Mom suchen!"

Er packte sie, bevor sie aus der Nische flüchten konnte. „Hiergeblieben. Deine Mutter ist eine erwachsene Frau und kann sich selber helfen. Wir werden jetzt diese Portschlüssel benutzen und verschwinden, bevor uns jemand sieht, hast du verstanden?"

„Aber was ist, wenn sie sich nicht verstecken konnte?!"

„Da draußen ist genug Tumult. Deine Mutter hat sich schon vor ganz anderen Dingen erfolgreich versteckt und schließlich ist sie doch die klügste Mutter der Welt?"

Elena sah nicht begeistert aus, doch er ließ keine Widerrede zu. Hermine war hinter ihnen gewesen, sie hatte gesehen, dass er Elena bei sich hatte. Sie würde wissen, dass er auf Elena Acht geben würde und sich selber in Sicherheit bringen.

„Aktivier jetzt den Portschlüssel."

„Aber…"

„Elena! Aktivier. Deinen. Portschlüssel." Er sah sie streng an und sie gab klein bei, wenngleich sie auch die Unterlippe vorschob.

Er ignorierte das mit jahrelanger Übung und starrte sie schlicht so lange an, bis sie schließlich demonstrativ den Kugelschreiber hervor zog und mit einem Klicken den Portschlüssel aktivierte.

Severus zählte in Gedanken mit und erst, als sie sich in Luft auflöste, aktivierte auch er den seinen.

Ob Hermine es geschafft hat? :)