Hallo an alle! Hier ist die nächste Folge meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande.
Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören. Und wie immer wäre dieses Kapitel nicht so gut geschrieben, wenn Verliebtindich nicht einen oder zwei Blicke darüber geworfen hätte.
Spoiler: Die ersten fünf Bände.
Harry Potter und der Spiegel der Schatten:
Kapitel 2: Eine neue Familie:
Harry hatte seinen Zauberstab fallen lassen. Evans... natürlich! Das war der Familienname seiner Mutter, als sie noch unverheiratet war! Aber dann...
„Sprich weiter, Petunia, du musst ALLES gestehen!"
Tante Petunia weinte und schien nicht weiter reden zu wollen. Harry fasste sich dann wieder, er holte seinen Zauberstab vom Boden und näherte sich langsam, indem er zu Petunia sprach.
„Was wurde mir noch verschwiegen? Was ist das für eine Geschichte? Wenn er dein Bruder ist, dann wäre er..."
„Ja", antwortete Tante Petunia zornig, „dieses abscheuliche Wesen ist dein Onkel und ich vermute, dass jene Rotznase neben ihm sein Sohn... dein Cousin ist!"
Mr Evans näherte mit Zorn seinen Zauberstab von Petunias übergroßer Nase.
„Meine liebe Schwester, rede nie mehr auf solche Weise von meinem Sohn! Bin ich deutlich genug?"
Tante Petunia nickte nervös.
„Sprich weiter, du bist noch nicht fertig!"
Nachdem sie einen Augenblick lang überlegt hatte, sprach Petunia weiter:
„Ich habe euch, Lily und dich, immer verabscheut. Ihr prahltet stets über eure magischen Kräfte, während ihr genau wusstet, dass ich keine je kriegen würde, dass ich als... Dass ich eine..."
Petunia stürzte bitterlich weinend auf den Boden zusammen. Harry wollte es aber nicht dabei lassen. Er erhob also den Zauberstab und zielte auf seine Tante.
„SPRICH WEITER!", rief er aus.
Doch dann bemerkte er, dass eine Hand seinen Zauberstab beiseite schob.
„Bleib ruhig, Harry", sagte Mr Evans und lächelte ihm zu. „Du hast schon genug Probleme wegen Magienutzung außerhalb Hogwarts gehabt. Du musst deine Tante verstehen, ihre Lage ist schwierig. Jahre lang hat sie ihre magische Abstammung verschwiegen, auch deinem Onkel und deinem Cousin Dudley. Die Tatsache ist, dass sie es nie geschafft hat, das zu akzeptieren, was sie ist."
„ICH BIN EINE SQUIB, NEIL!", rief Petunia aus. „Und Lily und du habt stets über eure Zauberkräfte geprahlt! Unsere Eltern waren so enttäuscht, als sie sich dessen bewusst wurden, dass ich, die Erstgeborene, keine magische Kräfte besaß! Sie bewunderten ihre „beiden Wunderkinder" und ich war NICHTS!"
Harry verstand nichts mehr und starrte seine weinende Tante an. Wie konnte man ihm das alles verschwiegen haben? Dass er schließlich aus einer Zaubererfamilie stammte, dass seine Mutter kein Schlammblut war.
„Harry, es tut mir Leid! Mir wäre lieber gewesen, wenn du es viel früher gewusst hätte, aber..."
„NEIN! DAS KANN NICHT SEIN!", rief Harry aus. „Warum hat mir niemand irgendwas gesagt? Man hat mir immer gesagt, dass meine Mutter aus einer Muggelfamillie stammte! Wie kann es sein, dass ich während all dieser Jahre nichts gewusst habe?"
„Harry, ich werde es dir erklären. Beruhige dich", antwortete Mr Evans mit sanfter Stimme. „Deine Tante Petunia war bis heute die Wahrerin eines Geheimnisses. Das heißt, dass dir keiner sagen konnte, dass du aus einer Zaubererfamilie stammst, dass du einen Onkel hast und dass deine Tante Petunia eine Squib ist. Meine Eltern, deine Großeltern, Harry, haben deine Mutter und mich immer bevorzugt. Petunia hat es nie ertragen."
Petunia ließ einen erstickten Schluchzer vernehmen. Onkel Vernon und Dudley waren geteilt: Sie wollten sie trösten aber waren von dem entsetzt, was sie gerade gehört hatten, und fragten sich, ob Tante Petunia auch dazu fähig war, sie in irgendein Tier zu verwandeln.
„Als ich vor fast zwanzig Jahren eine Stelle im Zaubereiministerium bekam, wusste ich, dass Lily zum Orden des Phönix gehörte. Nun durfte ich meines Amts wegen mit keinem Mitglied des Ordens verwandt sein. Ich musste daher einen Geheimniswahrer finden und habe deine Tante gewählt."
Tante Petunia lag nun völlig niedergeschlagen am Boden. Harry fing an zu verstehen und Mitleid für seine Tante zu empfinden. Er wusste, was es meinte, wegen einer Verschiedenheit von der Familie ausgeschlossen zu werden. Er hatte es erlebt.
„Petunia war die perfekte Geheimniswahrerin", erklärte Mr Evans, indem er seine Schwester ansah. „Sie verleugnete seit langer Zeit ihre Abstammung, also war es für sie nicht schwierig, ihren Bruder zu verleugnen. Sie hat also angenommen, dieses Geheimnis zu wahren, jedoch unter ein paar Bedingungen. Sie hat in unserer Vereinbarung hinzugefügt, dass keiner mehr wissen durfte, dass sie eine Squib war. Sie wollte lieber, dass jeder glaubt, sie sei eine Muggel. Sie könnte also ein normales Leben haben, heiraten und ein Kind kriegen. Sie ist also für alle Petunia Evans, bloße Muggel aus einer Muggelfamilie aber mit einer Hexe als Schwester geworden.
Harry war überrascht. Er hatte seinen Patenonkel gerade verloren und jetzt gewann er einen Onkel und einen Cousin.
„Und jetzt habe ich deinetwegen NICHTS MEHR!", rief Tante Petunia aus. „Ich werde wieder zu einer Squib werden und keine normale Familie mehr haben!"
Mr Evans näherte sich seiner Schwester und hielt ihre Hand.
„Es tut mir Leid, aber es musste getan werden, Petunia."
Er stand dann wieder auf und sagte zu Harry:
„Nimm deine Sachen mit und gehen wir weg, das ist viel besser für alle."
„WARTEN SIE!", sagte Harry, der sich gerade rechtzeitig wieder gefasst hatte. „Ich kann nicht einfach so weg gehen. Ich kenne Sie nicht und Dumbledore hat mir gesagt, ich dürfte dieses Haus zumindest einen Monat lang nicht verlassen!"
„Deswegen werden wir zuerst mit deinem so genannten Onkel reden, Harry!"
Mrs Figgs Stimme erklang im Wohnzimmer. Sie hielt einen Kater in ihren Armen und war von Professor Lupin und Mad-Eye Moody begleitet, die beide den Zauberstab in der Hand hatten.
„Sehr gut, wenn Sie es wünschen! Ich verstehe völlig", sagte Mr Evans und setzte sich auf den Sofa. „Ich warte auf Ihre Fragen."
