Hallo an alle! Hier ist die nächste Folge meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Ohne meine wundervolle Beta hätte ich euch dieses Kapitel nicht so gut geschrieben anbieten können, also danke an Verliebtindich!

Disclaimer: Alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.

Spoiler: Die ersten fünf Bände.

Harry Potter und der Spiegel der Schatten:

Kapitel 4: Das Büro des Ministers:

„Sie haben Recht, Albus! Wir werden uns in mein Büro setzen und gemeinsam über die nächsten Handlungsschritte reden können, die wir unternehmen werden, oder?", sagte Neil Evans. „Harry, ich denke, dass es Zeit ist, dass du deinen Koffer vorbereitest. Es sei denn, du willst lieber weiter bei deiner Tante Petunia bleiben?"

Harry schaute seinen Onkel an und lächelte.

„Ich glaube, dass Tante Petunia Ruhe braucht, und", sagte er und drehte sich zu Mark um, „ich will meine neue Familie kennen lernen."

Mark lächelte zurück. Harry war glücklich. Er hätte nie gedacht, dass er nach Sirius' Tod noch hätte lächeln können. Er hatte nicht mal die Zeit gehabt, seinen Koffer auszupacken, und schon ging er wieder weg.

„Gut, gehen wir dann! Nun, nun..."

Lupin schlug Harry vor, ihm zu helfen, den Koffer nach unten zu tragen, während Neil Evans um sich herum schaute, eine Lampe anstarrte und sie schließlich in die Hand nahm.

„So! Ich denke, dass es ein perfekter Portschlüssel sein wird, da Mark und Harry nicht apparieren können", sagte Neil. „Mrs Figg, möchten Sie mitkommen? Ich möchte unbedingt, dass Squibs etwas mehr an der Regierung teilnehmen. Und Sie haben letztes Jahr meinen Neffen geschützt."

Mrs Figg nickte und wurde scharlachrot im Gesicht. Sie sah von dieser Anerkennung sehr geschmeichelt aus. Sie legte ihre Hand auf die Lampe neben die der Zauberer. Neil Evans grüßte zum letzten Mal seine Schwester und dann wurden alle, die ihre Hand auf die Lampe gelegt hatten, sofort in ein riesiges Büro mit raffinierter, aber besonders überladener Dekoration – vor allem ockergelber und khakifarbener Samt mit goldenen Fäden bestickt – befördert. Es war auch ein riesiges Glasfenster da, durch das Sonnenschein sich auf einem grün gefliesten Boden widerspiegelte. Harry bemerkte, dass sein Onkel das Büro gründlich betrachtete. Er war sicher gerade ernannt worden und hatte diesen Raum anscheinend noch nie gesehen.

„Bei Merlins Bart, Fudge hatte einen schrecklichen Geschmack! Ich werde all das ändern müssen. Na ja!", seufzte er. „Ich werde mich später darum kümmern. Aber zuerst brauchen wir etwas zum Sitzen."

Mit einer Bewegung seines Zauberstabs ließ er drei blaue Sofas mit Sternmotiven und in der Mitte einen Tisch erscheinen, auf dem genug lag, dass sieben Leute Tee trinken konnten.

„Setzen Sie sich, bitte! Kekse, Albus?", sagte Mr Evans und reichte ihm einen Teller voller Cookies.

„Ja, Danke, Neil."

Nachdem er allen Tee eingegossen und Kekse angeboten hatte, setzte sich Neil zwischen Mark und Harry mit einem breiten Lächeln auf den Lippen.

„Gut, ich glaube, wir sollten keine Umschweife machen! Harry, ich vermute, dass du eine Menge Fragen hast, die du mir stellen möchtest, bevor du einziehst. Ich werde all deine Fragen beantworten können. Oder zumindest werde ich es versuchen."

Harry wusste nicht, womit er anfangen sollte. Er hatte nämlich eine Menge Fragen, aber eine davon war ihm besonders wichtig.

„Warum konnte ich nicht zu... ähm... Ihnen ziehen, als meine Eltern gestorben sind?"

„Wieso 'zu Ihnen'? Ich bin dein Onkel, Harry, du brauchst nicht solche Höflichkeitsformeln zu benutzen! Übrigens verabscheue ich es! Nenne mich Onkel Neil."

„Sehr gut... Onkel Neil!", antwortete Harry mit einem Lächeln.

Nie hatte er sich so wohl gefühlt wie in jenem Augenblick. Er hatte den Eindruck, dass das Wort 'Onkel' seine ganze Bedeutung fand, wenn es um Neil Evans ging.

Onkel Neils Gesicht fing an sich zu verändern. Er lächelte immer noch, aber sein Lächeln war wie verkrampft. Lupin, Moody und Mrs Figg sahen aus, als würden sie ungeduldig auf die Worte des Ministers warten, während Dumbledore unerschütterlich blieb, obwohl sein Blick zeigte, dass er Interesse an dem hatte, was er hören würde.

„Nun, Harry", fing Onkel Neil an, „vor neunzehn Jahren, als ich mein Studium in Hogwarts abgeschlossen hatte, habe ich eine Stelle im Ministerium gekriegt. Eine Stelle, von der ich seit früher Jugend träumte, und um die ich mich in der Schule besonders angestrengt hatte. Ich wurde zum jüngsten Unsäglichen in der Geschichte des Ministeriums. Ich war wirklich froh, alle Prüfungen bestanden zu haben. Ich dachte aber nicht, dass dieser Traum so anstrengend werden würde."

Neil hörte einen Augenblick auf zu sprechen und trank einen Schluck Tee.

„Ich wollte wie deine Mutter Mitglied des Ordens werden , Harry, aber es war sehr anstrengend, ein Unsäglicher zu sein. Ich durfte zu keiner Gruppe gehören. Lilys Engagement im Orden des Phönix hatte aber so viele Nachwirkungen, dass meine Vorgesetzten alles getan hätten, damit ich gefeuert werde, wenn sie von unserer Verwandtschaft gehört hätten. Ich musste meine Familie oder meine Arbeit bevorzugen."

„Und Sie haben also Ihre Arbeit bevorzugt!", rief Lupin aus. „Sie glauben doch nicht, dass ich Harry bei jemandem lassen werde, der seine Arbeit vor seiner Familie bevorzugt?"

„Nein", antwortete Onkel Neil, „nie hätte ich das getan. Meine Familie ist mein ganzes Leben."

Neil legte liebevoll seine Hand auf den Kopf seines Sohnes.

„Ich wollte meine Stelle kündigen, als der Orden zu öffentlich gehandelt hat. Lily war es, die mich davon abgehalten hat. Sie wusste, wie sehr ich diese Arbeit mochte und sie wollte nicht, dass ich mich ihretwegen aufopferte."

Neil drehte sich zu Harry um und sagte:

„Deine Mutter war ein richtiger Engel, Harry, ich hätte alles für sie getan, genauso wie sie alles getan hat, um dich zu retten."

Harry starrte die glänzenden Augen seines Onkels an, der den Blick abwandte und seine Geschichte weiter erzählte.

„An jenem Tag hatte Lily also die Idee, einen Geheimniswaher zu benutzen. Es war die einzige Lösung, damit jeder von uns seine Aktivitäten weiterführen konnte. Dort kommt Petunia in die Geschichte. Als ich am nächsten Tag Petunia zur Geheimniswahrerin machte, beging ich die schrecklichste Tat, die je begangen habe. Ich musste meine Familie, meine Eltern und meine beiden Schwestern verleugnen. Ich war zu einer Waise geworden und ich musste jeglichen Kontakt zu Lily abbrechen. Ich hatte nur wenige Nachrichten hier und da, dank meiner Arbeit und dem Tagespropheten. Bis zum Tag, als Voldemort deine Eltern ermordet hat. Ich werde mich mein Leben lang an jenen Abend erinnern. Als ich die Nachricht hörte, ging ich zu Dumbledore und flehte ihn an, dass er dich mir anvertraute."

Onkel Neil hörte auf, als hätte ihn die Erschütterung stumm gemacht. Dumbledore ergriff dann das Wort:

„Das stimmt, Neil, ich war mir sicher, dass du Harry zu dir nehmen wolltest, aber du wusstest auch, dass es unmöglich war. Wenn ich die Wahl gehabt hätte, hätte ich ihn dir doch anvertraut, ohne mir Sorgen zu machen. Aber Harry wäre stets unter dem Druck der Medien geblieben und hätte nie eine normale Kindheit leben können, selbst wenn die Dursleys keine ideelle Umgebung waren. Du selbst wärst in Gefahr geraten. Nicht nur, dass du deine Arbeit hättest verlieren können, wenn man deine Verwandtschaft mit Lily erfahren würde, du hättest dazu noch verurteilt und wegen Verrat am Ministerium in Askaban enden können."

„Ja", sagte Neil weiter, „das war die einzige Möglichkeit."

Onkel Neil sah erschüttert aus, als hätte er in den letzten Minuten alle vergangenen Ereignisse wieder erlebt.

„Aber dann", sagte Harry, „gehst du wieder das Risiko ein, in Askaban zu landen, da jetzt jeder weißt, dass du mein Onkel bist!"

„Nein, Harry, mach dir keine Sorgen, die Lage hat sich gründlich geändert, jetzt liegt die Sorge anderswo. Und ich bin der Zaubereiminister geworden."

„Es wird nämlich alles ändern", sagte Moody, dessen magisches Auge in Richtung Tür gerichtet war, „Fudge wird uns nicht mehr im Weg stehen, um uns davon abzuhalten zu handeln... Wir werden Gesellschaft kriegen."

Im gleichen Augenblick klopfte jemand an der Tür.

„Kommen Sie schon rein! Bleiben Sie nicht so hinter der Tür, Weasley!"

Percy kam ins Büro mit einer Menge Akten auf dem Arm.