Hallo an alle! Hier kommt die nächste Folge meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Und Danke an Verliebtindich, die mich korrigiert hat!

Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.

Spoiler: Die ersten fünf Bände.

Harry Potter und der Spiegel der Schatten:

Kapitel 5: In den privaten Gängen des Ministeriums:

Percy legte seine Akten auf den Arbeitstisch. Er ignorierte alle Gäste völlig, als wären sie alle Unbekannte, was Harry tief ärgerte. Er dachte, dass sich Percy bei ihm entschuldigen würde, ihn einen Lügner genannt zu haben, nachdem er den Irrtum begangen hatte, sich Fudge anzuschließen. Er verstand nicht mal, warum er sein Amt behalten hatte.

„Hier, Herr Minister. Es gibt unter anderen eine Sache über die Wächter Askabans, die Sie dringend in Ordnung bringen sollten. Die Dementoren scheinen sich seltsam zu verhalten."

„Seltsam!", rief Neil aus. „Das meinen Sie wohl nicht ernst, Weasley! In Bezug auf die letzteren Ereignisse ist es keineswegs seltsam. Gut, ich glaube, ich muss mich sofort an die Arbeit machen."

Neil drehte sich zu Harry um und sagte ihm:

„Es tut mir Leid, aber ich glaube, dass wir mit unserem Gespräch Schluss machen müssen, Harry. Ich denke, dass Mark einige deiner Fragen beantworten kann. Was den Rest betrifft, werde ich versuchen, ein wenig Zeit zu finden. Fudge hat die Dinge zu lange liegen lassen. Percy?"

„Ja, Herr Minister?"

„Könnten Sie bitte Harry und Mark zu ihrem Schlafzimmer bringen? Und auf dem Weg sollten Sie meinen Assistenten herbeirufen. Ich werde ihn brauchen. Ich denke, dass Harry sich sehr freuen wird, ihm zu begegnen."

„Ja, Herr Minister. Folgt mir bitte."

Harry hätte mehr erfahren wollen, aber er dachte nicht, dass er die Sachen eines Ministers verstehen könnte. Er fand sich also damit ab, sich von den anderen zu verabschieden und das Büro zu verlassen. Percy bewegte Harrys Koffer mit seinem Zauberstab und führte die beiden Jungen in einen Gang, der kein Ende zu haben schien. Alles war glänzend weiß, große Fenster säumten den ganzen Weg und eine blendende Sonne schien durch sie.

Percy sprach kein einziges Wort, was Harry höchst ärgerte. Er wollte ihm alles sagen, was er auf dem Herzen hatte, aber Mark fing an zu reden, als Harry den Mund aufmachte.

„Wir werden alle in einer privaten Wohnung im Ministerium bleiben, Harry. Das ist eine Sicherheitsfrage. Es gefällt Dad nicht wirklich, er verabscheut alles Überflüssige. Er hat gesagt, dass er unser Haus hierher mitgebracht hätte, wenn er es gekonnt hätte!"

Dann sah Harry, dass Mark einen Finger auf seinen Mund legte, um ihn darum zu bitten zu schweigen. Mark schien seine Gedanken erraten zu haben. Sie gingen also den Weg entlang bis Percy vor zwei Türen stoppte. Er klopfte rechts und trat ein.

„Der Minister möchte mit Ihnen reden."

„Danke, Percy."

„Mr Weasley!", rief Harry aus.

Arthur Weasley saß allein an seinem Arbeitstisch hinter einem Haufen von Pergamenten, auf denen vier Feder von alleine schrieben.

„Harry!", sagte er. „Entschuldige mich, ich hatte dich nicht gesehen. Hier gibt es so viel Arbeit! Nun, ich vermute, dass du froh bist, dass du deine Familie wieder gefunden hast! Weißt du, Ron war begeistert, als er es erfahren hat. Er ist vor Freude im ganzen Haus herumgesprungen, vor allem, als er erfahren hat, dass ihr Vettern seid."

„Wir sind Vettern? Aber ich..."

„Ich dachte, du wüsstest Bescheid, Harry! Ihr seid keine nahen Vettern, aber naja. Das liegt an einem gemeinsamen Urururgroßonkel. Da jetzt jeder weiß, dass du aus einer Zaubererfamilie stammst, scheint es deutlich, dass wir verwandt sind. Alle Zaubererfamilien sind miteinander verwandt, Harry!"

Harry hätte nicht glücklicher sein können. Mit Ron, seinem besten Freund, verwandt zu sein, selbst wenn es keine nahe Verwandtschaft war, schien ihm die wunderbarste Sache auf der Welt. Er hatte eine große Familie. Das war etwas, was ihm noch vor wenigen Stunden als unvorstellbar erschienen wäre.

„Entschuldige mich, Harry, aber dein Onkel braucht mich. Wir sehen uns sehr bald wieder!"

„Auf Wiedersehen, Mr Weasley!"

Harry und Mark folgten Percy wortlos weiter, da er durch die zweite Tür ging. Sie befanden sich in einem großen runden Raum mit sechs anderen Türen und einem Gang, der zu einem Aufzug führte. Harry verspürte nicht mehr den Bedarf, sich über Percy zu ärgern, selbst wenn Letzterer wie früher seinen Vater zu ignorieren schien.

„Ihr seid angekommen", sagte Percy, als er vor einer goldenen Tür stehen blieb. „Auf Wiedersehen."

Percy drehte sich um und ging durch die Tür, durch die sie gerade angekommen waren, wieder weg.

„Percy wird sich ja nie ändern", seufzte Mark. „Komm! Mum wartet sicher auf uns."

Harry folgte seinem Cousin Mark und sie betraten ein großes Wohnzimmer mit blauen Wänden und Sternmotiven wie auf den Sofas, die im Büro des Ministers erschienen waren. Der Raum war sehr gut beleuchtet und alle Möbel sahen bizarr aus.

„MUM! WIR SIND DA! HARRY IST ANGEKOMMEN!", rief Mark aus.

„ICH KOMME! Ich nehme nur meinen Kessel vom Feuer!"

Die Stimme, die aus einem Nebenzimmer kam, klang melodisch und sehr hoch. Ein paar Sekunden später kam eine junge und sehr schöne Frau herein, die lange blonde Haare hatte und die Hand eines jungen, wahrscheinlich einjährigen Mädchens mit blonden Locken und Rattenschwänzchen hielt.

„Harry", sagte sie, indem sie ihn umarmte, „ich bin so froh, dass ich dich endlich kennenlerne. Ich bin deine Tante Selene und hier ist deine junge Cousine Fanely. Fanely, sag Hallo zu deinem Cousin Harry."

„Hallo, Hally!"

„Nein, Schatz, es ist HAR-RY."

„Mum, lass sie ein wenig in Ruhe!", sagte Mark.

„Du versteht überhaupt nichts! Ich werde bald eine Arbeit bekommen und ich werde sie unter der Obhut einer Fremden lassen müssen, die sich an meiner Stelle um sie kümmern wird! Ich will nicht, dass sie ungebildet wird. Nicht wahr, mein Schatz?"

Fanely lutschte gerade am Daumen und sah ihre Mutter mit runden Augen an.

„Ich glaube, dass Harry vor dem Abendessen gerne ein bisschen ruhen würde, Mum", sagte Mark. „Du solltest seine Koffer in unserem Zimmer hinstellen."

„Ja, du hast Recht. Locomotor Koffer!"

Sofort hob sich der Koffer wie von selbst und flog in den Nebengang.

„Gesagt, getan!", sagte Tante Selene. „Harry, deine Eule hat deine Spur wieder gefunden. Du hattest vergessen, dass sie zur Jagd geflogen war. Sie war nicht sehr erfreut. Du hast einen Brief von Hogwarts bekommen... Es tut mir Leid, Mark, aber du hast deinen nicht gekriegt. Es sind wahrscheinlich die Ergebnisse deiner ZAGs, Harry. Er liegt auf deinem Bett."

„Danke", antwortete Harry.

Nach all diesen Ereignissen hatte er völlig vergessen, dass er die Ergebnisse seiner Prüfungen bekommen sollte. Er folgte also Mark bis zu einem riesigen violetten Schlafzimmer mit zwei Schreibtischen, zwei Betten und Quidditchpostern auf allen vier Wänden. Auf einem der beiden Betten lag ein Umschlag, zu dem Harry ging. Er setzte sich auf sein Bett und schaute den Umschlag an, den er in seine Hände nahm.

„Nun! Worauf wartest du? Mach ihn auf!"

Seine zukünftige Karriere hing von den Ergebnissen ab, die in diesem Brief aufgeschrieben waren. Harry machte den Umschlag auf und fing an, den Brief zu lesen.

Sehr geehrter Mr Potter,

Im Folgenden finden Sie die Ergebnisse Ihrer ZAGs:

Verwandlung: Erwartungen übertroffen

Zauberkunst: Erwartungen übertroffen

Geschichte der Zauberei: Annehmbar

Verteidigung gegen die dunklen Künste: Ohnegleichen

Wahrsagen: Schrecklich

Astronomie: Mies

Kräuterkunde: Annehmbar

Pflege magischer Geschöpfe: Ohnegleichen

Zaubertränken: Erwartungen übertroffen.

Harry las seine Note in Zaubertränken: Erwartungen übertroffen. Snape würde ihn nie im Zaubertränkenunterricht annehmen. Er brauchte unbedingt ein Ohnegleichen, um seinen Unterricht zu besuchen.

Harry ließ seinen Brief fallen und warf sich nach hinten auf sein Bett.

„Das ist super, du hast tolle Noten!", sagte Mark, da er den Brief nahm. „Bis auf Wahrsagen... Es sieht nicht so aus, als wäre es dein Ding. Und du hast auch keine gute Note in Astronomie."

„Ich kann kein Auror werden", sagte dann Harry. „Ich habe kein Ohnegleichen in Zaubertränken. Ich werde nie angenommen werden."

„An deiner Stelle", griff Mark ein, „würde ich den Brief weiter lesen."