Hallo an alle! Hier ist die nächste Folge meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Meine Betaleserin ist wie immer die ganz tolle Verliebtindich.
Disclaimer: Nichts gehört zu mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.
Spoiler: Die ersten fünf Bände.
Harry Potter und der Spiegel der Schatten:
Kapitel 7: Ein schöner Geburtstag:
Hermine warf sich um seinen Hals.
„Gefällt es dir, Harry? Du hattest das nicht erwartet, oder? Es war so schwierig, dir nichts sagen zu können! Wir haben gedacht, dass du diesmal eine richtige Geburtstagsfeier mit deiner neuen Familie würdest haben können."
„Hallo Harry!", sagte Ron. „Wir sind nicht gleich gekommen, weil wir dachten, du würdest ein bisschen Zeit mit deiner Familie verbringen wollen. Hermine und ich haben die Tage gezählt. Und wir wollen dir eine tolle Nachricht mitteilen!"
„Ich freue mich darüber, euch zu sehen!", sagte Harry. „Ihr hättet früher kommen können! Es gibt hier eine Menge zu tun."
„Oh, daran zweifle ich gar nicht, Harry", fuhr Ron fort. „Dad hat mir gesagt, dass du oft den Auroren Gesellschaft leistest, also bist du weiter als ich auf dem Weg dahin, einer von ihnen zu werden! Aber das wird sich ändern!"
„Harry!", sagte Hermine aufgeregt. „Dein Onkel hat Ron und mich eingeladen, hier für den Rest der Ferien zu wohnen."
Harry sah seinen Onkel Neil mit einem breiten Lächeln an. Nichts konnte ihm mehr Freude bereiten. Und außerdem waren alle da, die er liebte. Er dachte einen Augenblick lang an Sirius, er war der Einzige, der an diesem Tisch fehlte.
„Alle zum Tisch!", sagte Tante Selene.
Das Essen war köstlich. Alle lachten viel und erinnerten sich an gute Zeiten.
„Weißt du, Harry", sagte Hermine, „Mrs Figg hat Krummbein beobachtet und hat mir gesagt, er sei vielleicht ein Kniesel und sie solle sein Verhalten gründlicher beobachten, bevor sie sicher war. Es könnte Vieles erklären, wie die Tatsache, dass er Krätze verabscheute."
„Oder er verabscheute ihn bloß, weil er eine Ratte war", erwiderte Ron. „Für einen Kater ist das etwas Natürliches."
Hermine sah gekränkt aus. Harry hatte sich daran gewöhnt, dass sie sich stritten. Manchmal ärgerte es ihn, aber an jenem Tag war er froh zu sehen, dass sich nichts geändert hatte.
An jenem Abend bekam Harry viele Geschenke. Ron und Hermine hatten ihm einen Umhang des nationalen Quidditchteams Irlands geschenkt.
„Hermine wollte dir eins vom Team ihres Vickys kaufen, aber ich denke, dass du das irische Team lieber magst", sagte Ron mit einem Augenzwinkern.
„Oh, du bist so gemein! Er heißt Viktor und ist ein Freund! Du bist manchmal so eifersüchtig!"
„Eifersüchtig? Ich? Warum wäre ich eifersüchtig? Du tust mit ihm, was du willst!", sagte Ron, der scharlachrot wurde.
„Ich meine, dass du sein Talent beim Quidditch beneidest, du Idiot!", rief Hermine aus, deren Gesichtsfarbe einer Tomate ähnlich war.
Ginny brach in lautes Gelächter aus und flüsterte in Harrys Ohr:
„Das ist schon so seit Hermine zu Hause angekommen ist. Fred und George gießen in ihre Gläser ein Derivat vom Veritaserum, ohne dass sie es wissen. Sie haben das Enthüllo genannt. Da sie den Test nicht mit sich selbst machen konnten, haben sie gedacht, dass die beiden perfekte Versuchskaninchen wären. So dass es bei ihnen mal vorkommt, wenn sie miteinander reden und dabei ein starkes Gefühl empfinden – gewöhnlicherweise ist es Zorn –, dass sie Dinge zueinander sagen, die sie dem anderen sonst nie sagen würden. George hat mir gesagt, dass der Zaubertrank stark verdünnt ist, dass wir aber in dieser Form länger lachen würden. Sie haben ihnen eine nicht so starke Dosis gegeben, die aber zumindest bis zum Schuljahresbeginn dauern wird."
Fred näherte sich und flüsterte in Harrys Ohr:
„Ich habe ein bisschen davon in das Päckchen reingetan, das wir dir geschickt haben, also kannst du eine größere Dosis eingießen, wenn sie dich eines Tages wirklich ärgern. Das ist RA-DI-KAL! Keiner hört sie mehr während drei oder vier Stunden. Sie fühlen sich so gestört. Vor einigen Tagen hat Ron zu Hermine beinahe gesagt: „Ich werde dir nie die Gefühle enthüllen, die ich für dich empfinde", aber er hat es sich verkniffen und hat schließlich gesagt: „Ich werde dir nie die Gefühle enthüllen, die ich für Stinkbomben empfinde!"
Harry lachte auch. Das war zwar nicht besonders korrekt, aber so lange es den beiden nicht schadete, störte es ihn nicht. Ganz im Gegenteil hörten sie jetzt auf, miteinander zu streiten, aus Furcht, dass sie sich versprechen könnten. Er fand, dass sich ihr Verhalten mit den Jahren geändert hatte und dass sie immer mehr miteinander stritten, aber er hatte nicht geahnt, dass ihre Gefühle so stark waren.
Die Mitglieder des Ordens schenkten ihm ein Buch mit dem Titel Der perfekte Führer für einen perfekten Auroren: Untersuchungen und Verjagen der dunklen Mächte, von Filius Luterian, so wie ein Untersuchungsset für Auroren mit einem Spickoskop, verschiedenen Fläschchen mit Zaubertränken drin, einer Brille, die es einem erlaubte, durch die Wände zu schauen, einem Ausmacher und einer seltsamen Fernsteuerung.
„Das ist ein Lärmregler", sagte Lupin. „Du kannst dich still machen, wenn du auf diesen Knopf drückst und wenn du auf jenen drückst und deinen Kopfhörer aufsetzt, kannst du Gespräche hören, die bis zu zwei Kilometer von dir entfernt geführt werden. Das Problem ist, dass du lernen musst, ihn richtig zu regeln, sonst hörst du alle Gespräche in einem Umkreis von zwei Kilometern. Das reine Chaos. Ich selbst besitze meinen seit fast fünf Jahren und vor einer Woche wäre ich beinahe taub geworden."
Dobby schenkte Harry ein Paar gestrickter Socken.
„Hermine Granger hat mir das Stricken beigebracht", sagte er stolz.
„Und du warst ein hervorragender Schüler, Dobby!", antwortete sie.
„Das hier ist von Mark, Fanely, deiner Tante Selene und mir selbst", sagte dann Onkel Neil.
Harry stand vor zwei kleinen Päckchen. Er machte das erste auf, das eine Taschenuhr enthielt.
„Das ist eine etwas besondere Uhr, deren Modell das gleiche ist wie Mollys Uhr. Du hast fünf Zeiger. Du wirst dir die Namen gut überlegen müssen, die auf dieser Uhr stehen werden, weil du sie dann nicht mehr ändern kannst."
„Vielen Dank."
„Mach das andere auf, Harry!", sagte Ron ungeduldig.
Harry machte sein zweites Geschenk auf und fand darin zwei Zauberstäbe.
„Das sind die Zauberstäbe deiner Eltern, Harry", sagte Onkel Neil, „ich habe gedacht, sie sind rechtmäßig deine. Der weiße Zauberstab war der deiner Mutter."
Harry konnte seine Tränen nicht unterdrücken. Viel mehr als die Fotos waren die Zauberstäbe seiner Eltern die persönlichsten Sachen, die zu ihnen gehörten. Er warf sich in die Arme seines Onkels.
„Vielen, vielen Dank! Ich... ich kann..."
„Nun, Harry! Ich wollte dich nicht zum Weinen bringen!", antwortete Onkel Neil und schnüffelte.
Eine schwere Stille, die hin und wieder durch Schluchzen gebrochen wurde, fing an im Raum zu herrschen. Diese Lage dauerte mehrere Minuten, bis Mrs Weasley sich dazu entschloss zu reden.
„Will jemand ein Stück Kuchen?", sagte sie mit tränenfeuchten Augen.
„Mum", sagte Bill, „du solltest lieber sitzen. Ich glaube, dass es Zeit wird, dass ich Ihnen eine wichtige Entscheidung mitteile, die ich getroffen habe."
Alle Blicke drehten sich zu Bill um, der seine gewöhnliche Selbstsicherheit verloren zu haben schien. Er wartete einige Augenblicke lang, bis alle ihre Tränen weggewischt hatten.
„So, ich habe entschlossen, dass ich nicht mehr nach Ägypten gehen werde."
„Stimmt das?", sagte Mrs Weasley, deren Blick glänzender wurde. „Oh, Bill, du weißt, wie lange ich hoffte, du würdest endgültig zurück sein! Und Charlie auch ist weit weg. Ich möchte, dass..."
„Mum, lass mich ausreden!", fuhr Bill fort. „Ich werde nicht mehr im Fuchsbau wohnen, ich bin nicht mehr zwölf Jahre alt!"
„Ja, natürlich, Schatz", sagte Mrs Weasley mit etwas Bedauern. „Wo wirst du einziehen?"
„Hier, in London. Das liegt näher von meiner Arbeit in Gringotts. Und ich..."
Er hielt einen Augenblick lang inne und atmete tief ein.
„Fleur und ich haben die Entscheidung getroffen zu heiraten. Wir möchten, dass die Zeremonie vor dem Ende der Ferien stattfindet, so dass alle da sind und bevor die Jüngeren zurück zur Schule gehen. Ich... Mum! MUM! GEHT ES DIR GUT?"
Mrs Weasley ähnelte einem Fisch. Sie machte den Mund stets auf und zu.
„Bill", sagte Fleur, „ich glaube, dass es nicht der richtige Moment war."
„Sie musste doch eines Tages Bescheid wissen! Mum? Geht es dir?"
„Ich glaube, dass deine Mutter etwas schockiert ist", sagte Mr Weasley," das war für sie etwas zu viele Erschütterungen auf einmal. Aber du hast es gut getan, es ihr jetzt zu sagen! Herzlichen Glückwunsch, mein Sohn! Ich freue mich für dich. Nicht wahr, Schatz?"
Mr Weasley fing an, ihren Rücken zu tätscheln. Alle Blicke waren auf Mrs Weasley gerichtet, als wäre ihre Einwilligung nötig, damit sich die anderen über die Nachricht freuen konnten.
„Tja... na... ich... Ja, ja, natürlich bin ich begeistert. Es ist wunderbar! Mein Bill wird heiraten."
„Stimmt das?", sagte Fleur Delacour. „Oh, Mrs Weasley, ich hatte mich so sehr vor ihrer Reaktion gefürchtet! Sie wissen, dass ich Ihren Sohn liebe!"
„Ja, ich weiß es, Fleur", sagte Mrs Weasley, die sich allmählich wieder fasste. „Ich bin begeistert, dich in der Familie zu empfangen."
Die Gäste gratulierten also dem zukünftigen Ehepaar. Jeder sagte den beiden ein paar Worte.
„Das ist toll!", sagte Fred. „Und vielleicht sind wir in einem Jahr Onkel. Nicht wahr, George?"
„Ja, voll richtig!", antwortete jener. „Und Mum wird GROSSMUTTER WERDEN!"
George hatte die beiden letzten Wörter absichtlich lauter gesprochen. Mrs Weasley fing wieder an, den Mund in stiller Zufriedenheit auf- und zuzumachen.
Das Fest war im vollen Gange. Jeder sprach über die Vorbereitungen der Hochzeit. Ron und seine Brüder waren alle Brautführer. Ginny und Hermine waren Brautjungfern.
„Natürlich wird auch meine kleine Schwester Brautjungfer sein", sagte Fleur.
„Harry", sagte Bill, „ich möchte, dass du mein Trauzeuge bist. Ich bin Fleur dank dem Trimagischen Turnier begegnet, das du gewonnen hast. Es würde mich sehr freuen."
„Natürlich, aber..."
„Ich könnte nicht einen meiner Brüder wählen! Die Wahl wäre unmöglich für mich! Es wäre, als müsste ich wählen, welchen Finger ich mir abschneiden müsste!", sagte Bill dann, als hätte er seine Gedanken erraten.
„Doch Dean hat so eine Wahl getroffen!", sagte George und aß ein großes Stück Kuchen.
Ginny sah ihn wütend an.
„Er war nicht daran Schuld: Wenn manche Leute nicht acht Finger an seiner rechten Hand hätten erscheinen lassen, so hätte er keine Wahl treffen müssen!"
„Wir sind auch nicht daran Schuld!", sagte Fred. „Er war doch nicht gezwungen, den verhexten Zauberstab zu probieren."
Harry nahm also an, Trauzeuge zu werden. Alle freuten sich und lachten.
Doch plötzlich öffnete sich die Tür des Aufzugs. Und Percy trat heraus.
„Herr Minister!", sagte er atemlos. „Dad! Eine Alarm ist losgegangen. Es gibt einen Aufruhr in Askaban! Die Dementoren sind unkontrollierbar geworden."
