Hallo an alle! Hier ist die nächste Folge meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Verliebtindich – aber brauche ich es noch zu sagen? – verdankt ihr dieses in gutem Deutsch geschriebenen Kapitel, also Danke an sie :-)
Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.
Spoiler: Die ersten fünf Bände.
Harry Potter und der Spiegel der Schatten:
Kapitel 12: Rückfahrt nach Hogwarts:
Die Ferien verliefen sehr schnell. Harry verbrachte seine Tage mit Ron und Hermine und alle drei gingen zusammen durch das Ministerium und machten ihre Ferienhausaufgaben fertig.
Am Tag des Schuljahresbeginns waren Wagen des Ministeriums reserviert worden, um sie zu fahren.
„Sind eure Koffer fertig?", fragte Tante Selene. „Ginny, Ron und Hermine warten auf uns im Gang."
„Ja, es geht, alles ist bereit", sagte Harry, indem er Hedwigs Käfig nahm.
„Gut, dann geht zu ihnen, ich bin gleich da."
Harry und Mark nahmen ihre Koffer, um sie in den Gang zu stellen. Lupin, Moody und Tonks warteten auch dort. Sie bildeten die Schutzbegleitung bis zum Zug.
„Es ist schade, dass es schon der Schuljahresbeginn ist!", sagte Ron. „Malfoy und Snape wiedersehen... es läuft mir eiskalt den Rücken herunter, wenn ich nur daran denke."
„Malfoy wird davon begeistert sein, über den Ausbruch seines Dads prahlen zu können", antwortete Harry. „Ich ahne schon, dass er seine Macht als Vertrauensschüler über mich ausnutzen wird, da sein Dad irgendwie meinetwegen nach Askaban geschickt worden ist.
„Er ist nicht der einzige Vertrauensschüler", antwortete Hermine. „Und er sollte seinen Status besser nicht ausnutzen."
Dann kam Mrs Weasley in dem Gang an.
„Gut, ihr seid alle da! Wir müssen gleich los. Wo steckt aber denn deine Tante, Harry?"
„Ich bin da!", antwortete Tante Selene, die in dem Gang ankam. „Ich hatte einige Schwierigkeiten, alles in den Koffer reinzubekommen."
„Aber wo gehst du denn hin, Mum?", fragte Mark. „Du willst uns doch nicht bis Hogwarts begleiten und mich schon am ersten Tag vor allen Leuten blamieren. Die Eltern dürfen uns sowieso nicht begleiten!"
„Die Eltern nicht, Schatz. Aber die Lehrer, was sie betrifft, dürfen den Hogwarts-Express benutzen."
„Sie sind unsere neue Lehrerin für Verteidigung gegen die dunklen Künste?", fragte Ron begeistert.
„Bei Merlin, natürlich nicht, Ron! Ich bin nicht erfahren genug, um euch beizubringen, wie ihr euch verteidigen sollt. Umso weniger jetzt! Ihr braucht einen erfahreneren Lehrer, der das Thema kennt, das ihr bekämpfen sollt."
„Oh nein!", rief Hermine aus, die zu erstarren schien. „Sagen Sie mir nicht, dass..."
„Ich bin eure neue Lehrerin für Zaubertränke. Professor Snape wird die Stelle als Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste übernehmen. Er weiß, wem ihr gegenüberstehen sollt."
Harry, Ron, Hermine und Ginny waren schockiert. Das Fach, das sie in Hogwarts am meisten mochten, würde von dem Lehrer, den sie in Hogwarts am meisten verabscheuten, gelehrt werden.
„Ihr glaubtet doch nicht, dass ich soviel Zeit in der Küche verbrachte, um das Essen zuzubereiten, oder? Ich musste meinen Unterricht schon vorbereiten."
„Aber Mum", griff Mark ein. „Fanely? Wie..."
„Molly hat es angenommen, sich tagsüber um Fanely zu kümmern! Und ich werde jeden Abend mit einem Portschlüssel zurückkehren. Dumbledore hat für mich eine Ausnahme gemacht. Nun! Jetzt müssen wir los. Wir werden uns verspäten."
Sie kamen ein bisschen früher als nötig auf dem Gleis neundreiviertel des Hogwarts-Express an.
„Hermine und ich gehen zum Wagen der Vertrauensschüler", sagte Ron. „Wir sehen uns nachher?"
„Bis später!", sagten Ginny, Mark und Harry gleichzeitig.
„Auf Wiedersehen, mein Schatz!", sagte Tante Selene zu ihrer Tochter. „Mutti kommt heute Abend zurück."
„Widersehn!", sagte Fanely, deren Haar grün und lockig geworden war.
Nachdem alle von Mrs Weasley, Fanely, Tonks, Moody und Lupin Abschied genommen hatten, stiegen sie in den Zug.
„Kinder", sagte Tante Selene, „ich werde zu einem besonderen Abteil gehen, das speziell für die Bewacher des Zugs reserviert wurde. Eine weitere Sicherheitsfrage! Findet ein Abteil für euch. Wir sehen uns heute Abend!"
Tante Selene wandte sich zum reservierten Wagen und die anderen suchten nach einem freien Abteil.
„Schaut mal!", sagte Ginny. „Luna und Neville sitzen hier drin."
Ginny machte die Tür des Abteils auf. Luna hatte ihren gewöhnlichen Stil wieder gefunden, was Harry sehr bedauerte. Die Butterbierkorken bildeten ein Halsband um ihren Hals und sie las in eine Ausgabe des Klitterers.
„Hallo!", sagte Ginny. „Nun, habt ihr gute Ferien verbracht?"
Luna lächelte kurz von hinter ihrer Zeitung und vertiefte sich wieder in ihre Lektüre.
„Ja, es geht. Danke", antwortete Neville. „Na, Harry, hast du deine Ergebnisse gekriegt? Dank dir hatte ich ein Ohnegleichen in Verteidigung gegen die dunklen Künste. Das ist meine beste Note mit Kräuterkunde. Aber ich bin in meiner Prüfung in Zaubertränken ganz schön durchgefallen. Tja, zumindest werde ich Snape dieses Jahr nicht haben."
„Ich denke, dass du ihn im Gegenteil noch dieses Jahr wirst ertragen müssen. Meine Tante übernimmt den Zaubertränkeunterricht und Snape wird also Verteidigungslehrer."
Neville wurde leichenblass, als wäre er von dem niedergeschlagen, was er gerade erfahren hatte.
Während der Reise entschloss sich Harry, die Taschenuhr, die ihm sein Onkel zu seinem Geburtstag geschenkt hatte, aus seiner Tasche zu nehmen.
„Du hast noch keinen Namen auf den Zeigern eingestellt?", sagte Ginny. „Es wäre vielleicht Zeit, dass du daran denkst."
„Das wollte ich gerade tun", antwortete Harry.
Harry entschloss sich dazu, Namen auf die Zeiger zu schreiben, indem er überlegte, wen er schreiben würde. Er schrieb Rons und Hermines Namen auf zwei von denen, die sich langsam zu 'In der Schule' richteten.
„Das ist normal", sagte Ginny, „wir sind auf dem Weg."
Auf den dritten Zeiger entschied sich Harry, Marks Name zu schreiben, der auf Rons und Hermines Zeiger traf. Doch er wusste nicht, welche Namen er auf den beiden letzten Zeigern schreiben sollte. Der Gryffindor steckte also seine Uhr wieder in die Tasche. In jenem Augenblick betraten Hermine und Ron das Abteil.
„ICH KANN IHN NICHT MEHR ERTRAGEN!", schrie Hermine, die wutentbrannt schien.
„Was gibt es?", fragte Harry. „Ist es Malfoy?"
„Ja", antwortete Ron. „Er hat ständig gesagt, dass sein Vater es geschafft hätte, aus Askaban auszubrechen, weil die Dementoren ihn für unschuldig verurteilt gehalten hätten und ihn weggehen ließen."
„ALS KÖNNTEN DIESE DINGE ÜBERLEGEN! NICHTS IST DÜMMER ALS EIN DEMENTOR! WENN JEMAND NOCH DÜMMER IST, DANN IST ES WOHL MALFOY!"
„Beruhige dich, Hermine", sagte Ron. „Es nützt nichts, sich zu ärgern."
„Er hat über seine Argumente gut nachgedacht", sagte Mark. „Ich kenne ihn nicht, aber er soll ein ganz besonderer Kerl sein."
„Es gibt nichts Unangenehmeres und Böseres als Malfoy", antwortete Harry. „Er hat alles von einem Slytherin. Wenn wir bloß wüssten, was er im Schilde führt! Ich würde Vieles geben, um es zu wissen."
„Und du bist nicht der Einzige!", griff Luna ein. „Ich denke, dass auch dein Onkel interessiert wäre."
Harry schaute Luna an. Ihre blaue Augen waren immer noch weit offen, aber die Verrücktheit, die bei ihr charakteristisch war, schien weg zu sein.
„Ich fange an zu verhungern. Ich werde nach etwas zum Essen suchen", sagte Mark.
Er ging aus dem Abteil. Harry beobachtete weiterhin Luna, die weiter las, als wäre nichts passiert. Wie konnte sie bei der Hochzeit so anders gewesen sein? Warum wollte sie nicht sie selbst sein?
Plötzlich hörte man einen langen Piepton.
„Was ist denn dieser Lärm?", fragte Ron.
„Ich glaube, dass es aus deiner Tasche kommt", antwortete Ginny, indem sie zu Harry sprach.
Harrys Uhr hatte angefangen zu piepsen. Als er sie aus seiner Tasche holte, sah er, dass Marks Zeiger zu 'Gefährdet' zeigte.
„Es ist Mark!"
Ein Höllenlärm kam aus dem Gang des Abteils. Harry stürzte zur Tür und machte sie auf. Mark lag auf dem Boden und versuchte wieder aufzustehen, während Malfoy, Crabbe und Goyle ihm gegenüber standen und lachten.
