Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Danke an Verliebtindich für ihre Korrekturen!

Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.

Spoiler: Die ersten fünf Bände.

Harry Potter und der Spiegel der Schatten:

Kapitel 13: Die Warnung des Sprechenden Huts:

„Was hast du ihm angetan?", rief Harry aus und sah Malfoy dabei an.

„Na, Potter!", antwortete Draco. „Ich denke, das Gleichgewicht deines Cousins ist nicht besonders gut. Ich weiß nicht, wie er es geschafft hat, aber er ist von allein gefallen! Wie durch Magie!"

Malfoy, Crabbe und Goyle fingen an laut zu lachen. Harry half seinem Cousin wieder aufzustehen.

„Was hat er dir angetan? Geht es?", fragte Harry Mark.

„Es geht!", murrte Mark als Antwort. „Es ist nichts."

„Sei vorsichtig, Malfoy! Sonst könntest du es bereuen!"

„Und was wirst du machen, Potter? Wirst du es deinem Onkel sagen?"

„Nein, Mr Malfoy, er wird es ihm nicht zu sagen brauchen!", griff Tante Selene ein. „Ich werde es selber tun. Aber ich möchte Ihnen gratulieren, Sie sind der erste Schüler in der Geschichte von Hogwarts, der sein Haus Punkte verlieren ließ, schon bevor er einen Fuß auf das Gelände der Schule stellte. Zehn Punkte Abzug von Slytherin."

Harry konnte sich sein leises Lachen nicht verkneifen.

„Aber ich hatte vergessen, mich vorzustellen. Professor Evans, Ihre neue Lehrerin für Zaubertränke. Kehren Sie zu Ihrem Abteil zurück, meine Herren."

Malfoy und seine Helfer gehorchten.

„Es geht, Mum, ich habe nichts", sagte Mark. „Er hat mich bloß fallen lassen."

„Darüber wollte ich mit dir reden, Mark. Mit dir auch, Harry. Wir werden Hogwarts erreichen und jetzt kommt keine 'Mum' oder 'Tante Selene' mehr in Frage. Ich mag Begünstigungen nicht und es wird keine geben."

Als er Tante Selenes ernsthaften Ausdruck sah, schaute Harry Mark an und lächelte dabei, dann antworteten sie gleichzeitig:

„Natürlich, Professor Evans!"

Harry und Mark gingen zu ihrem Abteil zurück.

„Traue Malfoy nicht", sagte Harry zu Mark, „er wird dich bestimmt angreifen."

„Ich werde mir zu helfen wissen, mach dir keine Sorgen."

Nach einer weiteren Stunde Fahrt hielt der Hogwarts-Express. Dann hörten sie eine wohl bekannte laute Stimme.

„Hierhin, Erstklässler!", rief Hagrid aus. „Na los, beeilt euch!"

„Hallo, Hagrid, wie geht es dir?", sagte Harry.

„Ach, hallo Kinder! Ich hab von euren Ergebnissen gehört, ihr dürft weiter bei mir lernen."

Mark, der Krummbein in den Armen hielt, war ein bisschen erschrocken und fragte:

„Wer ist das, Harry? Ist es..."

„Das ist Hagrid. Er ist Wildhüter und Lehrer für Pflege magischer Geschöpfe."

„Nicht das meinte ich", flüsterte Mark. „Ist es... ein Riese?"

„Oh, nein!", antwortete Harry. „Glaub mir, ein Riese ist viel größer als das."

Während Mark auf den Booten den See überquerte, stiegen Harry und die anderen wie gewöhnlich in die Kutschen ein.

„Habt ihr bemerkt?", sagte Hermine zu Ron und Harry. „Hagrid hat keine blauen Flecken mehr. Grawp muss sich beruhigt haben."

„Das ist eine gute Sache! Dieses Monster hätte die ganze Schule zerstören können", antwortete Ron.

„Er ist kein Monster! Er kann sich einfach nicht kontrollieren!", sagte Hermine, die anfing, in Zorn zu geraten.

„Das stimmt! Du hast Recht. Es tut mir Leid, das ist mir so herausgerutscht", meinte Ron.

Hermine sah ihn erstaunt an. Normalerweise wäre ein einfaches Gespräch wie dieses zu einem Streit ausgeartet. Ron schien Hermine nicht mehr angreifen und sich stattdessen kontrollieren zu wollen. Harry dachte, dass er versuchte, eine bessere Beziehung zu ihr zu haben.

Als sie in der Schule ankamen, hatten sie kaum die Zeit, sich zu setzen, und schon erschienen die Erstklässler hinter Professor McGonagall, die den Sprechenden Hut in der Hand hielt. Sie legte ihn auf einen Stuhl und hüstelte, damit es still wurde. Der Sprechende Hut fing dann mit seinem gewöhnlichen Lied an.

Vor über tausend Jahren
Entschieden vier gute Freunde,
An einem höchst glücklichen Tage
Dies' großart'ge Schule zu gründen.
Ravenclaw, Hufflepuff, Slytherin und Gryffindor
Einigten ihr ganzes Bemühen,
Sammelten dann ein alle Schüler,
Um eine wertvolle Nachfolge zu erziehen.
Wer ahnte es damals bloß?
Diese Freundschaft, so unerschütterlich und groß,
Würde von einem ganz unerwarteten Streit
Bald völlig werden entzweit.
Ravenclaw entschloss sich bald also dazu,
Die Gelehrtesten würden bei ihr lernen.
Gryffindor antwortete geradezu,
Er würde dann nur die Tapfersten lehren.
Der list'ge Slytherin, was ihn betraf, entschied,
Er kümm're sich um Zauberer mit reinem Blut.
Hufflepuff ihrerseits – ihr Herz war gut –
Lehrte sie alle ohne Unterschied.
Das Leben in Hogwarts fuhr fort
Von diesem Tag aber an
Gab es ständig Konflikte dort,
Bis Slytherin zog von dann'n.
Nie war eine Trennung traur'ger als jene,
Die zur Rivalität eurer Häuser führte.
Hört mir deshalb gut zu, meine lieben Freunde,
Das sage ich euch zum zweiten Jahr in Folge.
Denkt über dieses Gedicht nach, denkt darüber,
Denn wir steh'n dem größten Problem gegenüber.
Was die vier Gründer verband, jene Zuneigung
Müssen wir in dieser Halle wiedersehen.
Denn sonst, das sage ich euch voller Verzweiflung,
Wird unser Hogwarts leider zu Grunde gehen.

Am Ende des Lieds klatschten alle Schüler.

„Dieses Jahr war er echt deutlich, der Sprechende Hut!", flüsterte Ron.

In jenem Augenblick ergriff Professor McGonagall das Wort:

„Wenn ich euch aufrufe, setzt ihr den Hut auf und nehmt auf dem Stuhl Platz, damit euer Haus bestimmt werden kann. Patty Adage."

„Na, wo wird dein Cousin deiner Meinung nach gehen?", fragte Ron.

„Keine Ahnung. Er zögerte zwischen Ravenclaw und Gryffindor. Aber tja, das ist der Sprechende Hut, der entscheidet. Er ist gleich dran."

„Mark Evans."

Mark setzte sich sofort auf den Stuhl. McGonagall setzte ihm den Sprechenden Hut auf. Mark schaute Harry aus der Ferne an, schloss die Augen und wartete auf das Urteil des Huts, der ausrief:

„SLYTHERIN!"