Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Das Korrekturlesen war Verliebtindichs Werk.
Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.
Spoiler: Die ersten fünf Bände.
Harry Potter und der Spiegel der Schatten:
Kapitel 14: Ein unerwarteter Slytherin:
Mark Evans ging zum Tisch von Slytherin. Das gewöhnliche Klatschen wurde von einem langen Flüstern gefolgt, während Professor McGonagall die Liste weiter vorlas.
„Das... das... das ist unmöglich!", sagte Harry. „Nicht Mark, nicht mein Cousin!"
Die anderen blieben stumm. Harry bemerkte, dass Tante Selene ihren Sohn ansah und dass er ihrem Blick standhielt. Dieser Blick dauerte während der ganzen Aufteilung an. Sobald sie vorbei war, ergriff Professor Dumbledore wie jedes Jahre das Wort:
„Guten Abend euch allen! Bevor wir anfangen zu essen, möchte ich Einiges präzisieren. Dieses Jahr hatte Professor Snape die Freundlichkeit, die Stelle als Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste zu übernehmen. Wenn ich die Ereignisse der letzten fünf Jahre betrachte, hoffe ich, dass wir nächstes keinen neuen Lehrer mehr zu suchen brauchen. Der Zaubertränkeunterricht wurde also von Professor Evans übernommen. Ich erinnere noch dazu daran, dass es ausnahmslos allen Schülern streng verboten wird, das Gelände des Verbotenen Waldes zu betreten. Schließlich meint Mr Filch wie jedes Jahr, dass die Regeln von Hogwarts nicht dafür da sind, die Tür seines Büros zu dekorieren. So! Guten Appetit euch allen!"
Das Essen erschien nun auf den verschiedenen Tischen, aber Harry hatte keinen Hunger. Er drehte sich um und schaute zum Tisch der Slytherins. Marks Blick war in seinen leeren Teller vertieft. Harry hatte den Eindruck, dass Mark kurz vor dem Weinen stand. Doch er erhob wieder den Kopf und traf Harrys Blick. Marks Gesicht hatte sich verwandelt. Es war kein netter und freundlicher Blick mehr, sondern ein hasserfülltes Gesicht. Ein Gesicht, das Malfoys ähnlich war. Harrys Lippen bewegten sich und flüsterten langsam „Mark".
„Harry! Harry!", rief Hermine aus. „Ich weiß, was passiert ist! Im Zug! Das war Malfoy! Malfoy hat ihn verhext!"
„Wie?", fragte Harry erstaunt.
„Malfoy muss ihm im Zug einen Fluch aufgehalst haben! Einen Imperiusfluch, vielleicht! Einen Imperiusfluch, der ihn dazu gezwungen hat, Slytherin zu wählen! Wir müssen es deiner Tante sagen, Harry!"
„Das kann doch nicht sein! Wie hat er es geschafft, solch einen schwierigen Fluch zu wirken?"
„Ich weiß nicht, aber es muss so sein. Wie könnte es sonst möglich sein? Oder das ist nicht dein Cousin, was noch schlimmer wäre! Jemand hat Vielsafttrank eingenommen und..."
„Ähm, Hermine!", brach ihr Ron das Wort ab. „Entschuldige, dass ich dir ins Wort falle, aber ich habe gerade an etwas gedacht. Etwas, was eigentlich viel besorgniserregender wäre. Harry, kannst du mir deine Uhr leihen, bitte?"
Harry gab Ron seine Uhr und sein Freund schaute sie aufmerksam an. Rons Blick verfinsterte sich.
„Sieh mal, wo der Zeiger steht, Harry."
Marks Zeiger blieb auf 'In der Schule'
„Er steht, wo er stehen soll! Worauf willst du hinaus?", sagte Harry und sah Hermine an, die genauso erstaunt war.
„Tja, ich denke, dass der Zeiger auf 'Gefährdet' stehen würde, wenn Mark einem Imperiusfluch unterliegen würde. Das ist aber nicht der Fall. Die Uhr bei mir zu Hause hätte das jedenfalls präzisiert. Da der Zeiger also auf 'In der Schule' steht, kann es nur Eines bedeuten. Dein Cousin ist tatsächlich an der richtigen Stelle."
„Mensch, Ron!", antwortete Hermine, die von Rons Rede überrascht war. „Du beeindruckst mich!"
„Ähm... Danke!", antwortete Ron.
Ron und Hermine sahen sich lange an.
Harry aß so gut wie nichts. Er entschied, ein bisschen nach dem Ende des Abendessens zu warten, um mit seinem Cousin zu reden. Ron und Hermine hatten die Halle schon seit einer Weile verlassen und ihm dabei das Passwort zum Gemeinschaftsraum von Gryffindor gegeben, als Mark endlich aufstand. Harry eilte zu ihm.
„Mark, wie geht es dir? Bist du nicht zu enttäuscht, dass du in Slytherin bist?"
„Lass mich los! Ich habe dir nichts zu sagen, ein Slytherin ist mit keinem Gryffindor befreundet, egal, wie nahe Verwandte sie sind!"
Mark eilte zu seiner Gruppe von Erstklässlern und ließ Harry, der von der plötzlichen Reaktion seines Cousins überrascht war, stehen. Malfoy, der die ganze Szene belauscht hatte, reagierte gleich.
„Ach, Potter! Ich dachte nicht, dass ich je so glücklich wäre, jemanden aus deiner Familie in meinem Haus zu haben. Ich glaube, ich werde anfangen, ihn zu mögen."
Draco Malfoy ging zur Gruppe der Slytherins, um sie zu den Schlafsälen zu führen. Mühselig ging Harry zu seinem Gemeinschaftsraum und dachte dabei wieder an das Gespräch, das er gerade mit seinem Cousin geführt hatte.
„Passwort?"
„Expecto Patronum."
Sofort ließ das Gemälde, das den Gang zum Gemeinschaftsraum von Gryffindor beschützte, Harry eintreten. Hermine und Ron, die vor dem Feuer des Kamins saßen, warteten auf ihn.
„Nun, hast du mit ihm geredet?"
„Ja, aber es war nicht, was ich hoffte."
Harry erzählte seinen Freunden, was passiert war.
„Das kann doch nicht sein!", erstaunte sich Hermine. „Heißt das, dass er bis jetzt so getan hat als ob? Das er heuchelte?"
„Ich weiß es nicht, ich verstehe wirklich nichts."
„Wenn er in Slytherin gelandet ist, dann ist es kein Zufall", sagte Ron. „Ein Slytherin ist listig und wird jeden betrügen, solange es ihm was bringt."
„Was bringt es ihm aber?", griff Harry ein.
„Vielleicht", sagte Hermine, „ja, vielleicht hat er seit dem, was im Zug passiert ist, vor Malfoy Angst gekriegt. Und da er nun im selben Haus ist wie er, beschützt es ihn irgendwie."
„Mein Cousin ist kein Feigling!"
„Wie auch immer", sagte Ron, „können wir jetzt nichts dafür. Wir sollten in den Schlafsaal gehen und unsere Sachen für morgen vorbereiten."
Sie gingen alle drei zu den Schlafsälen. Da es noch früh war, waren Harry und Ron alleine in ihrem Zimmer.
„Das ist doch seltsam. Ich kann einfach nicht daran glauben", sagte Harry, indem er seine Sachen aus seinem Koffer auspackte.
„Es ist aber trotzdem so!", sagte Ron. „Ach, du hast dein Kit des perfekten Aurors mitgenommen? Darf ich mal schauen?"
„Mach schon! Weißt du was, ich frage mich, ob Mark sich nicht ein bisschen ausgesetzt fühlte, weil sich seine Mutter zu sehr um Fanely kümmert und dabei stets sagt, sie sei ein Genie. Vielleicht ist er eifersüchtig auf sie? Es hat ihn geärgert und er ist in Slytherin gelandet. Das kann sein, oder? Was denkst du darüber? Ron? Ron, hörst du mir zu?"
Ron, der auf seinem Bett lag und das Dach betrachtete, trug auf der Nase die Brille, die es einem erlaubte, durch die Wände zu schauen.
„Ron, ich spreche mit dir!"
„Eh, Harry! Wusstest du, dass Hermines Zimmer gerade über unserem liegt?"
