Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Danke an Verliebtindich für seine Korrekturen. Wie bitte? Für ihre Korrekturen? Tja, ist ja egal, oder?

Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.

Spoiler: Die ersten fünf Bände.

Harry Potter und der Spiegel der Schatten:

Kapitel 21: Zeige mir deine Karten und ich erzähle dir von deiner Zukunft:

Der Unterrichtstag war schrecklich für Harry. Er wollte nicht mit Ron und Hermine reden und tat alles, um sie während des Tages zu meiden. Sein Wahrsageunterricht war der letzte des Tages und er dachte, dass er zumindest da seine Ruhe haben könnte. Als er sich jedoch an seinen gewöhnlichen Platz setzte, setzte sich Ron neben ihn.

„Darf ich hier sitzen?", fragte er schüchtern.

„Mach, was du willst!"

„Ich habe Professor McGonagall gefragt, ob ich Wahrsagen weiter besuchen dürfte. Nur so."

Harry antwortete nicht. Ron hatte nicht nur so Wahrsagen weiter besuchen wollen. Aber er hatte ihn verraten, so dass Harry entschied, ihn völlig zu ignorieren.

„Hallo an alle!", rief Professor Trelawney aus. „Heute werden wir die Tarotkarten studieren. Bitte nehmen Sie alle einen Stapel Arkana. Jeder sollte zweiundzwanzig Karten haben. Wir werden mit einem einfachen Legen anfangen."

Harry verstand wirklich nicht, wozu all diese Karten nutzten. Es war ein wahres Kauderwelsch. Er wusste nicht, wie er sich an all diese Definitionen erinnern würde. Professor Trelawney ging von Tisch zu Tisch und blieb vor Harry stehen.

„Mr Potter! Bitte lassen Sie mich Ihre Karten sehen. Vor allem müssen Sie sie nacheinander umdrehen."

Harry drehte zuerst die erste Karte um.

„Die Stärke. Symbol von Mut, aber auch von Handlung und Berühmtheit... dann haben Sie... Die Sonne... hm... wohltuende Karte... Ein Alliierter... wunderbare Beziehungen, besonders mit einer Freundin. Einer sehr, sehr guten Freundin... und Freunde um Sie herum... vertrauenswürdige."

„Tatsächlich?", sagte Harry. „Ich glaube nicht, nein..."

Er wich Rons Blick aus.

„Dann, in Opposition haben wir... den Herrscher auf dem Kopf... Eine oder mehrere Personen wollen Ihnen übel, Potter. Jemand hat Sie verraten oder wird Sie verraten. Oder sonst will jemand Ihren Tod."

„Ehrlich?"

„Die vorletzte Karte... Der Turm... Schwarze Magie, eine mächtige Magie, die Ihren zukünftigen Tod verursachen könnte. Blut... viel Blut um Sie herum... eine riesige Katastrophe oder ein Sturz! Drehen Sie die letzte Karte um, Potter."

Harry drehte die letzte Karte seines Spiels um.

„Der Tod auf dem Kopf! Mein armer Junge... Nichts Schlimmeres konnte Ihnen geschehen... Ihr Schicksal steht wirklich gänzlich vorgeschrieben. Der Tod steht um Sie herum. Ein riesiger Umsturz."

Harry musste während des ganzen Unterrichts Professor Trelawneys Klagen erleiden. Nichts konnte peinlicher sein. Also entschied er, an jenem Abend nicht zu essen, und ging schlafen, gerade nachdem er seine Wahrsagenaufgabe über den Sinn des Arkanums Nummer siebzehn, des Sterns geschrieben hatte.

Am nächsten Tag hatte Harry genug freie Zeit, um Recherchen in der Bibliothek anzufangen. Er wollte mehr über den Spiegel erfahren, in dem Sirius gestorben war... Vielleicht würde er etwas in den Büchern der Bibliothek finden. Aber die Menge an Recherchen, die dafür nötig war, schien ihm unüberwindlich... Er erinnerte sich daran, wie viel Zeit sie gebraucht hatten, als sie über Nicolas Flamel recherchiert hatten. Und damals war er nicht allein gewesen. Aber diese Recherchen waren ihm wichtig. Er wollte verstehen. Vielleicht würde er Sirius retten können... und vielleicht auch seine Eltern, warum nicht? Wenn er sie gehört hatte, bedeutete das vielleicht, dass sie nicht vollkommen tot waren? Diese winzige Hoffnung ermutigte ihn zu recherchieren.

„Hallo, Harry."

„Ach, guten Tag, Luna!"

„Du siehst sehr beschäftigt aus", sagte Luna, indem sie sich neben ihn setzte. „Was suchst du?"

„Ich recherchiere über einen besonderen Spiegel."

„Möchtest du Hilfe? Ich bin es dir ja schuldig nach dem, was gestern passiert ist."

„Na... tja, wenn du willst... Aber ich denke nicht, dass du mir glauben wirst... Ron und Hermine haben mir nicht geglaubt."

„Erzähl mal! Vielleicht kann ich dir helfen."

Harry erzählte Luna die Geschichte mit allen Details, wie als er sie Ron und Hermine erzählt hatte.

„Schatten, sagst du? Das ist ein bisschen seltsam."

„Du glaubst mir auch nicht", sagte Harry, der offensichtlich enttäuscht war.

„Warum sollte ich dir nicht glauben? Nicht nur du hast letztes Jahr Stimmen hinter diesem Spiegel gehört. Ich habe auch eine gehört! Übrigens habe ich gerade etwas verstanden."

Harry starrte Luna überrascht an. Endlich glaubte ihm jemand und betrachtete ihn nicht als einen Verrückten. Natürlich wurde Luna selbst nicht als geistlich gesund betrachtet, aber es war Harry völlig egal. Sie war nicht verrückt, sie hatte nur eine weitere Anschauung der Dinge.

„Die Stimme, die ich gehört habe, kam mir bekannt vor, aber ich wagte es nicht, mir zu sagen, sie wäre es."

„Wen hast du gehört, Luna?"

„Meine Mutter, die gestorben ist. Sie ist die einzige verstorbene Person, die ich gut kannte. Deswegen habe ich nur eine Stimme gehört und du mehrere, Harry... aber du hast sie nicht wieder erkennen können... es ist schwierig, wenn mehrere Leute gleichzeitig reden. Ich will genauso sehr wie du wissen, was dieser Spiegel ist. Ich möchte so sehr mit meiner Mutter reden, so wie du es tun konntest."

„Vielleicht wirst du dank Sirius' Spiegel mit ihr reden können, wir könnten schauen, ob es funktioniert."

„Danke, Harry... du hast Recht... vielleicht."

„Fangen wir mit unseren Recherchen an? Zu zweit wird es schneller gehen."

„Ja! Nun, ich habe schon eine Theorie. Stellen wir uns vor, Sirius' Spiegel funktioniert wie Flohpulver, wenn man nur den Kopf in den Kamin steckt. Du konntest trotz der Distanz mit ihm kommunizieren. Darum hat er ihn dir gegeben, damit du mit ihm reden konntest. Das hat er dir letztes Jahr gesagt."

„Ja, so ist es, denke ich! Aber ich habe ihn nie benutzt."

„Stellen wir uns jetzt vor, dass Sirius einen anderen Spiegel hatte, der deinem gleicht, als er ins Ministerium gestürzt und hinter den Schleier gefallen ist..."

„Das erklärt, warum ich Licht aus diesem Spiegel habe ausstrahlen sehen. Deswegen habe ich gestern all diese Stimmen gehört... Ja, aber warum hat er vorher nicht versucht, mit mir Kontakt aufzunehmen?"

„Stimmt... Vielleicht konnte er nicht... vielleicht hindern ihn die 'Schatten' daran. Immerhin hätten sie gestern länger mit dir reden können, aber sie haben es nicht getan. Weil sie es nicht konnten. Die Frage ist: Was sind diese Schatten? Und vor allem..."

„Was ist dieser Spiegel? Ein Spiegel, dank dem man mit Toten reden kann. Und warum steht er im Ministerium? Hat er eine andere Besonderheit?"

„Ja, vielleicht ist er noch zu etwas Anderem nütze... Ich denke, dass es die wahrscheinlichste Theorie ist... Unsere Chancen, etwas zu entdecken, sind gering... der Spiegel wird gut überwacht und sehr wenige Leute kennen seine Existenz, da er in der Mysteriumsabteilung steht. Und es gibt etwas Anderes. Wer ist dieser Spion?"

„Ich habe eine Idee darüber...", antwortete Harry traurig.

„Du sprichst von deinem Cousin? Ich weiß nicht... Diese plötzliche Verhaltensänderung ist doch seltsam..."

„Wir hatten an den Imperiusfluch gedacht, aber meine Uhr steht nicht auf 'Gefährdet'. Der Sprechende Hut kann sich nicht irren. Er ist einfach so."

„Deine Tante macht sich keine Sorgen?"

„Nein... aber er ist ihr Sohn... Alle Eltern sind ein bisschen blind, wenn es um ihre Kinder geht."

„Gut, dann sollten wir zuerst über diesen Spiegel recherchieren. Wir werden auch Untersuchungen machen müssen, was den Spion betrifft. Ich glaube, dass ich ein Buch über magische Spiegel gesehen habe, ich schau mal, ob er auf einem der Regale dort drüben steht."

Luna stand auf, um nach den Büchern zu schauen. Harry war begeistert, dass Luna bei ihm war. Ihre Hilfe war ihm viel wert, aber dazu mochte er auch ihre Gesellschaft sehr. Für ihn war sie eine Person, der er alles sagen konnte, ohne zu fürchten, sie würde ihm in die Quere kommen. Nie hätte er gedacht, dass er mit ihr so eng verbunden sein würde, noch dass sie sich so sehr ähnelten. Sie, die Veela, die wegen ihrer Schönheit belästigt wurde, und er, der Junge mit der berühmten Narbe. Beide ertrugen diesen Ruhm nur schwer. Beide hatten geliebte Menschen verloren. Beide sahen und hörten seltsame Dinge.

'Aber haben wir beide die gleichen Gefühle zueinander?', fragte sich Harry.

Plötzlich hörte er ein langes Piepsen. Harry zog seine Uhr heraus. Lunas Zeiger zeigte auf 'Gefährdet'. Harry stand auf und ging eilig durch die Bibliothek.

„LUNA? LUNA, WO BIST DU?"

„HIER!"

Harry folgte dem Klang ihrer Stimme und hörte, wie etwas zu Boden stürzte. Als er ankam, merkte er, dass ein Regal auf Luna heruntergefallen war. Sie sah bewusstlos aus.

„WINGARDIUM LEVIOSA!"

Der Regal erhob sich wieder und Harry legte die Bücher beiseite, die auf Luna gefallen waren. Blut floss aus ihrer Schläfe. Schüler fingen an, sich um sie zu sammeln.

„JEMAND MUSS MADAM POMFREY HERBEIRUFEN! BEEILT EUCH!"

Harry versuchte, Luna zu wecken.

„Luna, antworte mir bitte! Was ist geschehen?"

Luna kniff die Augen mit Schwierigkeit zusammen.

„Ich... ich weiß nicht mehr. Ich glaube... jemanden... gehört."

„WER?"

Doch Luna fiel in Ohnmacht. Madam Pomfrey kam einige Augenblicke später an.