Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Einen ganz lieben Dank an Verliebtindich, meine Betaleserin.

Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.

Spoiler: Die ersten fünf Bände.

Harry Potter und der Spiegel der Schatten:

Kapitel 22: Unterricht mit Dumbledore:

Luna wurde in den Krankenflügel gebracht.

„Es ist nichts", antwortete Madam Pomfrey. „Sie hat fast nichts. Glücklicherweise für sie hat sie gespürt, dass das Regal fiel, und sie konnte ihm teilweise ausweichen. Jetzt erholt sie sich und muss mindestens zwei Tage lang liegen bleiben."

Harry war in seine Gedanken vertieft. Jemand hatte das Regal auf Luna fallen lassen. Aber wer?

„Hast deine Veela schützen wollen, Potter?", rief Malfoy hinter Harry aus. „Deine arme kleine Luna ist unter einen Haufen von Büchern zusammengestürzt... sie braucht wirklich wenig!"

Malfoy, Pansy Parkinson und Mark lachten.

„Du warst es, Malfoy, oder? Du hast das Regal fallen lassen!"

„Ich? Wie kannst du es wagen, mich so anzuklagen? Du hast keinen Beweis! Aber du bist ja daran gewöhnt! Du klagst jeden an!"

„Dein Vater ist ein Todesser. Sogar ein Todesser auf der Flucht. Wenn er unschuldig ist, dann soll er aus seinem Versteck kommen und sich rechtfertigen!"

„Mein Vater braucht nichts vor irgendjemandem rechtfertigen! Wie mir kann man ihm nichts vorwerfen. Nicht wahr, Mark?"

„Sehr wahr, Draco! Du saßt ruhig bei Pansy, während ich nach einem BUCH suchte."

„Du siehst also, Potter, dass ich es nicht war. Du glaubst doch nicht, dass dich dein Cousin belügen könnte. Gehen wir, ich denke, dass Potter noch viel zu tun hat. Wie zum Beispiel verrückte Dinge rumzuerzählen!"

Die drei Slytherin gingen zu ihren Schlafsälen zurück. Harry konnte es nicht fassen. Nicht Draco war für Lunas Unfall verantwortlich, sondern Mark. Er konnte während der nächsten Nacht deswegen nicht schlafen. Es konnte nicht anders sein. Mark war doch der Spion. Er war Malfoy beigetreten. Und Harry konnte mit niemandem darüber reden: Seine Tante hörte ihm nicht zu und er wollte nicht mit Ron und Hermine darüber reden, auf die er noch sauer war. Also verlief dieser Tag unter den schlimmsten Bedingungen. Er konnte im Unterricht nicht zuhören.

Er ging zu seinem Okklumentikunterricht in Dumbledores Büro in der Hoffnung, dass der Schulleiter ihm zumindest zuhören würde. Als er aber die Statue erreichte, wurde ihm plötzlich bewusst, dass er vergessen hatte, Professor McGonagall nach dem Passwort zu fragen. Er wollte zu ihr gehen, um danach zu fragen, als der Mechanismus der Treppe los ging. Harry ging die Treppe bis zu Dumbledores Büro hoch.

„Guten Abend, Harry! Bist du für deinen Okklumentikunterricht bereit? Oder möchtest du zuerst mit mir über etwas reden?"

„Ähm... Ja, Professor."

„Gut, denn es ist wichtig, dass du keine Sorgen hast, das weißt du?"

„Ja, natürlich."

Obwohl Harry verstand, warum man auf ihn so aufmerksam war, fing dieser ständige Überschutz an, ihn zu peinigen.

„Du machst dir Sorgen um deinen Cousin, stimmt das?", sagte Dumbledore plötzlich.

„Ich muss gestehen, dass ich mir nicht mehr um meinen Cousin Sorgen mache", gab Harry zu, „sondern eher um die Folgen seiner Taten auf seine Umgebung."

„Du denkst, dass dein Cousin beeinflussbar ist?"

„Ja, genau."

„Nun, ich denke, dass du völlig Recht hast."

Harry war überrascht. Endlich verstand ihn jemand.

„Dein Cousin ist beeinflussbar, Harry, aber ich denke, dass ihm deine Tante auch beigebracht hat, richtig zu überlegen. Also glaube ich nicht, dass er zu den schlimmen Taten, wegen derer du ihn anklagst, fähig ist."

„Aber er hat..."

„Was hat er getan?", fiel ihm Dumbledore ins Wort. „Hast du ihn etwas tun sehen?"

Harry verkniff sich seinen Ärger. Dumbledore hatte das gleiche Verhalten wie alle anderen. Noch schlimmer: Das, was ihm Dumbledore gerade gesagt hatte, erinnerte ihn an Malfoys Rede.

„Willst du mir noch etwas sagen?", fragte Dumbledore.

„Nein, Professor."

„Gut, dann, fangen wir mit dem Unterricht an! Ich habe den Entschluss getroffen, dir Okklumentik beizubringen, Harry, weil ich denke, dass deine schlechte Beziehung zu deinem Verteidigungslehrer verursacht hat, dass deine Fortschritte weniger groß sind als sie sein sollten."

Dumbledore benutzte dann sein Denkarium und sagte:

„Geh bitte in Stellung. Ich glaube, dass dir Professor Snape die notwendige Basis beigebracht hat. Sag mir, wenn du dich bereit fühlst."

„Sie können loslegen!"

Dumbledore griff an. Die Macht des Angriffs war so stark, dass es für Harry schwierig war, ihn zu bekämpfen, so dass ihn der Zauber schließlich überfiel. Harry erinnerte sich dann an Lunas Unfall am vorigen Tag. Er sah wieder, wie er die Bücher um sie beiseite legte, dann löschte sich alles aus.

„Konzentriere dich besser als das, Harry! Du darfst dich nicht von deinen Gefühlen oder deinen Sorgen überfallen lassen. Bist du bereit?"

Harry fasste sich wieder und ergriff seinen Zauberstab wieder richtig.

„Ich bin bereit!"

Dumbledore griff zum zweiten Mal an. Diesmal fing Harry an zu bekämpfen, aber schließlich war Dumbledores Stärke spürbar. Harry fiel in völlige Dunkelheit. Er hörte die Stimmen seiner Eltern.

„Der Spiegel... das ist das einzige Mittel, damit wir miteinander kommunizieren. Ich denke, dass ein Spion in deiner Nähe ist..."

Harry kämpfte mit aller Kraft. Dumbledore durfte nichts wissen... Er musste Sirius' Spiegel behalten.

„... Harry, vor allem darfst du deinem Onkel und deinem Cousin nichts davon erzählen, das ist sehr wichtig."

„NEIN... ICH WILL NICHT, DASS SIE ES WISSEN!", rief Harry aus.

Doch vergeblich: Dumbledores Macht war zu stark, dass er sie besiegen konnte. Plötzlich sah Harry, wie Sirius' Spiegel ein blendendes Licht widerspiegelte.

„NEIN, ER GEHÖRT MIR!"

Harry war plötzlich wieder bei Sinne.

„Das ist gut, Harry. Du hast es geschafft, die Wirkung meines Zaubers abzuwerfen. Offenbar schreitest du fort."

Harry nickte, aber er blieb misstrauisch. Dumbledore hatte seine Gedanken gesehen und er würde sein Geheimnis ganz bestimmt enthüllen.

„Hast du das getan, worum dich deine Mutter gebeten hat, Harry? Du hast deinem Onkel nichts über dieses Ereignis gesagt?"

Dumbledores Gesicht wurde ernst. Harry, der von diesen plötzlichen Fragen erstaunt war, zögerte einen Augenblick.

„Ich habe nichts gesagt, aber..."

„Sehr gut. Sag niemandem je etwas über diesen Spiegel. Selbst wenn deine drei Freunde Bescheid wissen, darfst du weder deinem Onkel noch irgendwem sonst etwas sagen."

„Aber ich... Sie..."

„Mach dir keine Sorgen, Harry. Ich werde dieses Geheimnis bewahren. Behalte Sirius' Spiegel aufmerksam. Du musst unbedingt gut auf ihn achten."

„Ähm... Ja, Professor."

„Und übe weiter Okklumentik, bevor du ins Bett gehst. Übrigens solltest du das jetzt machen. Der Unterricht ist für heute vorbei, du hast einen mächtigen Zauber bekämpft und du musst dich erholen."

„Aber Professor! Ich möchte verstehen."

„Harry, du weißt, dass ich dir wie dein Onkel nicht alles sagen kann. Ich verdächtige, dass es einen Verräter gibt. Aber wir haben viele Vorteile: Wir haben sehr erstaunliche Alliierte. Eines sollst du wissen: Wenn nur wenige über die Macht dieses Spiegels Bescheid wissen, haben wir gute Chancen, dass der Feind wichtige Elemente nie erfährt. Um dies sicherzustellen, musst du regelmäßig üben."

„Gut, Professor."

„Geh hin und erhole dich jetzt, Harry. Gute Nacht."

„Gute Nacht, Professor."

Harry ging zu seinem Schlafsaal. Er war nicht sicher, ob er alles verstanden hatte, aber vor allem verstand er nicht, warum alle das Offenbare zu leugnen schienen. Mark war der Spion. Es konnte nicht anders sein.