Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Habe ich euch schon mal gesagt, dass Verliebtindich daran Schuld ist, wenn ihr immer noch Fehler seht? Wenn nein, dann habe ich es jetzt getan! :-p
Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.
Spoiler: Die ersten fünf Bände.
Harry Potter und der Spiegel der Schatten:
Kapitel 23: Schuldig oder beeinflusst?
Harry ging Ron und Hermine immer noch aus dem Weg. Die Lage wurde immer schwieriger. Mit all den Sorgen, die er hatte, wäre ihm ihre Freundschaft sehr hilfreich gewesen. Rons und Hermines bedrückte Blicke während der Unterrichtsstunden und der Mahlzeiten wurden störend. Er wollte mit ihnen reden, aber nicht er sollte den ersten Schritt machen. Deshalb machte Harry nach dem Abendessen seine Hausaufgaben in seinem Schlafsaal. Aber die angehäufte Müdigkeit schien stärker zu sein. Am vorigen Tag hatte er eine schlaflose Nach verbracht. Seine Augenlider fielen schnell zu.
„Harry?"
„DAD?"
Zum zweiten Mal befand sich Harry im Dunkeln und hörte die Stimme seines Vaters in der Ferne.
„Ja, Harry. Ich kann nicht lange mit dir reden. Ich möchte dir nur sagen, dass du Dumbledore vertrauen musst, er ist der Einzige, der die Lage versteht. Und vergiss deine Okklumentikübungen nicht."
„ABER WOHER WEISST DU DAS ALLES?"
„Wir sind überall... ich muss weg, ich kann es dir nicht erklären, ich werde dich wieder herbeirufen, Harry. Bis bald."
„NEIN! GEH NICHT EINFACH WEG, DAD! DAD!"
Harry erwachte plötzlich und sah Ron neben sich sitzen.
„MEIN SPIEGEL!"
„Da ist er, Harry. Ich habe es gesehen, ich habe das Licht gesehen und ich habe gesehen, wie etwas Purpurnes daraus kommen wollte. Eine Art Dampf. Aber der Spiegel ist vorher verloschen."
Ron gab Harry den Spiegel zurück und entschied sich nach einigen stillen Augenblicken zu reden.
„Es tut mir Leid, Harry. Ich wollte dich nicht beleidigen, aber ich dachte, dass Vold..."
„Es ist nichts. Sagen wir, nichts ist geschehen. Mein Vater hat mir diesmal sowieso fast nichts gesagt."
„Es ist noch früh, die anderen sitzen immer noch im Gemeinschaftsraum und Hermine mit ihnen. Wir könnten zu ihr gehen und ihr all das erzählen."
„Nein, nicht heute Abend, Ron. Ich glaube, mein Vater hatte nicht genug Zeit, um mir alles zu sagen. Ich werde meine Okklumentikübungen machen und schlafen gehen. Vielleicht wird er mich wieder herbeirufen. Offenbar kann er es nur tun, wenn ich schlafe, weil mir meine Mutter letztes Mal gesagt hat, dass es nicht wirklich ein Traum war. Wir werden Morgen früh darüber reden. Geh hin und erkläre es ihr, wenn du es willst."
„Gut. Dann lasse ich dich", sagte Ron etwas enttäuscht und verließ den Schlafsaal mit einem letzten Gruß.
Harry war sich der Enttäuschung seines Freundes bewusst geworden, aber er wollte um jeden Preis seinen Vater hören. Obwohl ihm die Versöhnung mit seinen Freunden höchst wichtig war, war er sich zumindest dessen sicher, dass er sie am nächsten Tag wiedersehen würde... die Stimme seiner Eltern würde er aber vielleicht nie wieder hören. Da er gleichzeitig ungeduldig und besorgt war, hatte Harry Schwierigkeiten einzuschlafen.
Als er also am Freitagmorgen aufwachte, war Harry sehr enttäuscht, dass ihn sein Vater nicht wieder herbeigerufen hatte. Er war als erster aufgestanden, und da er die anderen nicht wecken wollte, bereitete er sich schnell vor, bevor er den Schlafsaal verließ und zur Großen Halle zum Frühstück ging.
Harry, der in seine Gedanken vertieft war, ging die Treppe langsam herunter und blickte ins Leere.
„Noch in deine Gedanken vertieft, Harry?"
Harry drehte sich um.
„Luna! Nun, wie geht es dir? Geht es dir besser?"
„Oh, ja. Nur ein kleiner Schlag auf den Kopf, ich werde bloß eine kleine Narbe an der Schläfe haben!"
Harry lächelte.
„Du wirst sehen, dass man sich schnell daran gewöhnt."
Luna lächelte zurück. Harry traf die Entscheidung, mit ihr vom Unfall zu sprechen.
„Es tut mir Leid, Luna. Es ist Mark, der das Regal auf dich fallen ließ. Es hat es mich deutlich verstehen lassen. Das ist ein Glück, dass du bemerkt hast, dass das Regal fiel und ihm deswegen ein wenig ausweichen konntest."
„Ich habe es nicht bemerkt, Harry. Ich habe eine Stimme gehört, die laut genug sagte 'das Regal wird fallen'. Darum konnte ich ihm ein wenig ausweichen."
„Ich war aber die erste Person, die eingegriffen hat! Wer hätte es sagen können?"
„Die Stimme, die ich gehört habe, flüsterte, also kann ich nicht sicher sein, wer es war. Und es war zumindest eine Person da in meiner Nähe. Ich bin mir nicht sicher, aber..."
„Aber...? Erkläre, was du meinst, Luna!"
„Wenn es Mark ist, der das Regal fallen ließ, dann denke ich, dass er es war, den ich gehört habe. Harry, es war Mark. Er hat von dem Fall des Regals gesprochen, aber ich weiß nicht, mit wem er sprach."
„Malfoy sollte anscheinend nicht bei ihm gewesen sein. Aber vielleicht hat er mich belogen."
„Ich weiß nicht. Ich habe nur eine einzige Stimme gehört. Aber er war nicht besonders diskret, weil es deutlich hörbar war, selbst wenn es ein Flüstern war. Es gibt aber eine andere Möglichkeit."
„Welche?"
„Er hat mich gewarnt. Er hat ziemlich diskret, aber laut genug gesprochen, dass ich ihn hörte. Malfoy hat ihn vielleicht darum gebeten, es zu tun, und er hat es getan, weil er es als eine Herauforderung angesehen hat. Aber vielleicht wollte er unterbewusst nicht, dass ich verletzt werde, und darum habe ich ihn gehört. Er wird von Malfoy manipuliert. Er ist in Slytherin und hat keine andere Wahl als sich dort mit anderen anzufreunden. Und die einzige Möglichkeit, die er hat, um angenommen werden, ist, das zu tun, was man ihm befiehlt, aber tief in sich fühlt er sich schuldig."
Sie kamen vor der Großen Halle an, blieben aber vor den Türen stehen. Harry überlegte einen Augenblick lang.
„Nein, es tut mir Leid, Luna. Diese Theorie kann ich unmöglich glauben. Er ist ein Slytherin. Ein Slytherin ist von Natur aus durchtrieben und listig. Für sie existieren Mitleid und Hilfe mit Schülern anderer Häuser nicht. Er wollte, dass du dich verletzt, und er hat es geschafft. Er sprach wahrscheinlich mit jemandem und dachte nicht, dass du ihn hören würdest."
„Ja... Das stimmt. Du hast sicher Recht. Nie hätte ich gedacht, dass er so ist. Er schien vorher so nett."
„Ich weiß. Ich war auch erstaunt. Er betrügt seine Eltern und seine Lehrer ganz gut."
„Und was den Spiegel betrifft? Hat er noch mal funktioniert?"
„Ja, heute Nacht. Aber nicht sehr lange. Ich konnte mit meinem Vater reden und er hat mir gesagt, dass ich Dumbledore vertrauen muss. Übrigens weiß er über den Spiegel Bescheid."
„Hast du es ihm gesagt?"
„Nein. Eigentlich gibt er mir Okklumentikunterricht, denn Voldemort kann mich mental manipulieren, und das hat er letztes Jahr getan, bevor wir zur Mysteriumsabteilung geflogen sind. Während meines Okklumentikunterrichts mit ihm hat er das in meinen Gedanken gesehen."
Ron und Hermine kamen dann vor der Großen Halle an und gingen zu Harry.
„Hallo, Harry!", sagte Hermine schüchtern. „Es tut mir Leid, weißt du, ich..."
„Es ist in Ordnung, Hermine! Es ist schon vergessen."
Sie lächelten einander etwas verlegen zu und dann griff Luna ein.
„Gut! Dann sehen wir uns später in der Bibliothek. Ich denke, dass wir ein wenig recherchieren müssen. Bis heute Abend!"
Luna ging zum Ravenclaw-Tisch, während Hermine zu Ginny ging, um mit ihr zu reden und Harry und Ron sich an ihren Tisch setzten. Ron sprach dann zu Harry.
„Nun! Es scheint, dass es mit Luna gut läuft!"
„Ich weiß nicht, worüber du redest."
„Ach so... Nun, ich will dir etwas sagen... das gleiche wie das, was du mir vor etwa zwei Monaten gesagt hast."
„Was?"
„Harry... Ron spricht zu dir! Ron Weasley, dein bester Freund! Der, dem du ALLES sagen kannst."
Ron zwinkerte ihm zu, als er den Satz beendete. Harry, offensichtlich leicht verärgert, sah ihn mit einem kleinen Lächeln an.
