Hallo an alle! Hier ist die nächste Folge von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Wie immer hatte die wunderbare Verliebtindich die Aufgabe, das Kapitel zu korrigieren. Ich glaube, ihr könnt bestätigen, dass sie gute Arbeit geleistet hat, oder?
Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.
Spoiler: Die ersten fünf Bände.
Harry Potter und der Spiegel der Schatten:
Kapitel 24: Ein neues Team:
Harry war begeistert, seine Freunde wieder gefunden zu haben. Die Recherchen in der Bibliothek mit Luna am gleichen Abend waren erfolglos gewesen, aber selbst wenn diese Recherchen ihm wichtig waren, enttäuschte es Harry nicht sehr. Er hatte diesen Einklang mit seinen Freunden wieder gefunden und erinnerte sich daran, dass es in einer gleichen Lage gewesen war, dass ihre Freundschaft stärker geworden war: Fast sechs Jahre zuvor, als Ron, Hermine und er sich darum bemüht hatten, Nicolas Flamel aufzuspüren. Und jetzt war Luna bei ihnen. Er hoffte, dass diese neue Freundschaft so stark sein würde wie die, die er für Ron und Hermine empfand. Ron und Hermine waren auch Freunde, selbst wenn die Lage für sie etwas anders war. Harry fragte sich, ob die Lage auch für Luna und ihn anders sein würde. Eigentlich war es keine Frage mehr, die er sich stellte, sondern eher eine kleine Hoffnung.
Nach den erfolglosen Recherchen in der Bibliothek trafen sich Harry, Ron und Hermine im Gemeinschaftsraum von Gryffindor um ein warmes Kaminfeuer. Ron und Harry polierten ihre Rennbesen, während Hermine rasend auf ein Pergamentstück schrieb.
„Du hast doch Professor McGonagall ums Quidditchfeld für morgen gebeten, Harry, oder?", fragte Ron ungeduldig.
„Ja, ich habe sie gerade nach ihrem Unterricht darum gebeten. Es gibt kein Problem. Sie war begeistert, dass wir so früh mit den Ersatztestspielen anfangen."
„Und offenbar werden wir den ganzen Tag brauchen. Ginny hat mir gesagt, dass es mindestens zwanzig Kandidaten für die Stellen als Treiber gibt und genau so viel für die Stellen als Jäger. Übrigens ist es nicht gut für sie, so viel Konkurrenz zu haben. Sie ist so nervös, dass sie jeden anschnauzt, der mit ihr reden will."
„Man kann sie doch verstehen!", griff Hermine ein. „Letztes Jahr hat sie Harry ersetzt. Wenn sie nicht als Jäger angenommen wird, so heißt das, dass ihr Niveau nicht gut genug war, um zum Team zu gehören. Es wäre eine riesige Enttäuschung."
„Ja, tja, selbst, wenn sie meine Schwester ist, werde ich unerbittlich sein! Quidditch ist seriös!"
„Interessiert dich nur das? Quidditch?"
„Natürlich nicht!", erwiderte Ron. „Aber tja, ich werde niemanden bevorzugen. Und ich mag ja Quidditch so sehr wie du Hausaufgaben magst."
„Ich schreibe gerade keine Hausaufgaben!", antwortete Hermine.
„Ach nein? Was begeistert dich so sehr, dass du seit über einer halben Stunde die Nase nicht von diesem Pergament aufgehoben hast?"
Hermine drehte sich zu Ron um, seufzte und antwortete schließlich:
„Das ist ein Brief an Viktor. VIKTOR KRUM!"
Rons Gesicht änderte sich plötzlich. Hermine hatte sich wieder ins Schreiben ihres Briefs vertieft und Ron blieb einen Augenblick lang mit zusammengekniffenem Mund dasitzen, ehe er ein Pergamentstück ergriff, das auf dem Tisch lag, und sich die Feder aus Hermines Hand schnappte.
„Ey! Was machst du denn?"
Ron antwortete nicht und fing an, einige Augenblicke lang rasend zu schreiben, dann knickte er das Pergament zweimal und ließ es und die Feder in Hermines Richtung rutschen. Er kreuzte dann die Arme und Hermine nahm das Pergament, entfaltete es und fing an, es mit einem siegessicheren Lächeln auf dem Gesicht zu lesen. Dann nahm sie ihre Feder und fing an, einige Minuten lang auf dem gleichen Pergamentstück zu schreiben. Dann knickte sie das Pergament mehrmals und sah Ron dabei an, der immer noch offensichtlich verärgert war und vor sich hin schaute. Sie sammelte ihre Sachen, ließ das Pergament in Rons Richtung rutschen und sagte zum Schluss:
„Ich werde meinen sehr, sehr langen Brief zu meinem sehr, sehr, sehr guten Freund VICKY an einem etwas ruhigeren Ort zu Ende schreiben. Gute Nacht!"
Dann ging sie zur Treppe zu den Schlafsälen. Ron entfaltete dann das Pergament und fing an zu lesen. Harry, den die Lage amüsierte und der neugierig war, fragte dann Ron:
„Na? Ihr führt euer Spielchen also weiter? Was hat sie geschrieben?"
Ron, der offenbar sehr verärgert war, reichte Harry das Pergament.
Frage:
Meine liebes Herminchen,
Ich verstehe gar nichts. Ihr Briefaustausch mit Viktor Krum ist schon seit einer Weile nutzlos und ganz unbegründet. Ich dachte, dass unser Briefaustausch für Sie wichtiger und vor allem konstruktiver war. Ist denn meine Wenigkeit nach all dem, was wir einander geschrieben haben, nun nichts mehr als ein einfacher Briefpartner? Ich bin von Ihrem Verhalten sehr enttäuscht.
Ihr sehr teurer und treuer Diener.
Antwort:
Lieber Ron,
Erfahren Sie, dass die Distanz zwischen meinem lieben Vicky und mir nicht verhindert, dass mir unser Briefaustausch viel bringt. Ich würde sogar sagen, dass es mir soviel bringt wie damals, als ich mich in seiner Anwesenheit befand und mit ihm besonders schöne Momente erleben durfte. Unser Briefaustausch ist auf eine tiefe und ehrliche Freundschaft begründet und ich will den Bund nicht brechen, der mich mit ihm verbindet. Sie sollten jedoch wissen, dass ich den Briefaustausch mag, den ich mit Ihnen habe, und ich bitte Sie also darum, meinen lieben Vicky nicht mehr zu beleidigen, denn ich müsste dann diesen Briefaustausch mit Ihnen beenden.
Eine sehr gute Freundin von Viktor Krum.
Harry konnte sich das Lachen nicht verkneifen.
„Harry, das ist wirklich nicht lustig!", sagte Ron, indem er das Pergament aus Harrys Händen riss.
„Oh doch! Wenn du deinen Gesichtsausdruck sehen würdest! Sie hat ihren Streich geschafft."
„Ja, sie will mich lächerlich machen und sich rächen. Sie liebt ihren Vicky!"
„Ich würde sagen, dass sie wusste, dass es dich ärgern würde, darum hat sie das geschrieben. Sie mag es, dich eifersüchtig zu machen, also übertreibt sie so stark. Versuch' dem Ganzen eine gute Seite abzugewinnen!"
„Es gibt keine guten Seiten! Ich gehe ins Bett, das ärgert mich!"
Ron lief zum Schlafsaal hoch und ließ Harry allein im Gemeinschaftsraum.
Am nächsten Tag standen Harry und Ron früh auf, um die verschiedenen Bewerber zu testen. Als sie auf dem Quidditchfeld ankamen, stand Katie Bell schon da mit etwa zehn Kandidaten, zu denen Ginny und ihr fester Freund Dean Thomas zählten.
„Hallo!", rief Katie aus. „Es sind viele Leute da, ich weiß nicht, wie wir es schaffen werden, sie alle heute zu testen!"
Die Jugendlichen versammelten sich langsam und bald waren alle da.
„Kapitän!", griff Ron ein. „Ich denke, dass es Zeit wird anzufangen."
Harry, der etwas ängstlich war, räusperte sich also, um Ruhe zu bekommen, was fast sofort geschah.
„Gut! Hm... Wir werden die Testspiele beginnen. Zuerst die Treiber, denke ich. Dann werden wir die Jäger testen. Also sollt ihr zu zweit sein, dann versucht ihr, den Klatscher zu fangen und die Zielscheibe zu treffen, die Katie steuern wird. Stellt euch einfach vor, dass diese Zielscheibe in Wirklichkeit ein Slytherin ist."
Nachdem die Gruppen gebildet waren, nannte Ron alle nacheinander, während sich Katie um die Zielscheibe kümmerte. Die Testspiele verliefen manchmal katastrophal, aber andere gaben den Eindruck, sich von der Menge positiv zu unterscheiden. Die letzten, die getestet wurden, waren Dean Thomas mit Jimmy Louder, einem Drittklässler. Dean ließ die Zielscheibe innerhalb von zwei Minuten explodieren.
„Dean ist ziemlich gut!", rief Katie Bell aus.
„Tja, kann sein", sagte Ron. „Ich weiß nicht."
„Das meinst du doch nicht ernst? Er ist der einzige, der die Scheibe so schnell getroffen hat! Er ist perfekt."
„Ich denke es auch!", griff Harry ein. „Ich würde gerne zusehen, wie er einen Klatscher zu Malfoy hinschleudert."
„Er meldet sich nur im Team, weil er mit meiner Schwester geht!"
„Vielleicht", griff Katie ein, „aber wir müssen gestehen, dass er talentiert ist. Ich denke, er wäre ganz toll im Team. Und Seamus hat auch nicht schlecht gespielt. Es ist bloß schade, dass er mit Neville gespielt hat. Der Schlag, den ihm Neville mit seinem Schläger auf die Nase verpasst hat, hat ihn ein bisschen aus dem Gleichgewicht gebracht. Ich bin sicher, dass er besser hätte spielen können"
„Ich bin einverstanden. Ron, was denkst du darüber?"
„Ja... tja... ich weiß nicht... Dean..."
„Ron! Er war der Beste! Gut, ich denke, dass wir alle einverstanden sind, die neuen Treiber sind Dean und Seamus. Gehen wir hin, um allen die Nachricht mitzuteilen."
Nachdem er die Namen der neuen Treiber mitgeteilt hatte, begannen die Testspiele für die Jäger. Eine wahre Katastrophe: Bis auf Ginny, die ein gutes Niveau hatte, waren die Pässe ganz schlecht und Ron fing alle Schüsse ab.
„Hallo Harry!"
Colin Creevey hatte sich zu Harry gesetzt, der die Testspiele der Jäger beobachtete.
„Diese Jäger sind nicht gerade toll! Stört es dich, wenn ich zuschaue?"
„Nein, überhaupt nicht."
„Ach, danke! Ich muss ja schauen, wie all das passiert. Da Lee Jordan nun weg ist, hat mich McGonagall zum neuen Spielmoderator ernannt. Laut der Tradition ist es immer ein Gryffindor und McGonagall hat mir gesagt, dass ich meine Zunge scharf genug ist, dass ich das Spiel kommentieren könnte."
Harry lächelte.
„Das würde ich nicht bestreiten."
Nachdem die Testspiele beendet waren, versammelten sich Harry, Ron und Katie.
„Ich weiß nicht, was ihr meint", rief Harry aus, „aber außer Ginny sehe ich niemanden, der die Stelle übernehmen könnte. Was denkst du darüber, Katie?"
„Ja, leider. Aber wir brauchen zwei neue Jäger. Parvati Patil war nicht schlecht. Sie hat ein paar Pässe geschafft."
„Ja, aber sie kontrolliert ihren Besen noch schlecht", erwiderte Ron. „Sie wäre beinahe gegen den Torpfosten gestoßen und als sie dem ausgewichen ist, hat sie Seamus' Klatscher voll im Gesicht getroffen."
„Mit etwas Training wird sie es vielleicht noch schaffen", sagte Harry mit einem wenig überzeugten Ausdruck.
„Darf ich noch am Testspiel teilnehmen?"
Harry, Ron und Katie drehten sich um. Hermine, die außer Atem war und einen Nimbus Zweitausendeins in der Hand hielt, hatte die Frage gestellt.
„Hermine!", rief Ron aus. „Du! Du willst Jäger werden?"
„Warum nicht? Die Hausaufgaben sind nicht das einzige, was im Leben wichtig ist! Darf ich also am Testspiel teilnehmen?"
„Natürlich, Hermine", antwortete Katie. „Dein Besen ist wunderbar!"
„Danke! Ich habe ihn während des Sommers per Eule gekauft."
„Warum hast du uns nichts gesagt?", fragte Ron.
„Wir reden später darüber! Darf ich anfangen?"
„Ja. Los geht's. Auf in die Luft, Hermine!", sagte Harry.
Hermine flog los und stellte sich an Ginnys und Katies Seite. Ron flog zu den Torpfosten und Dean und Seamus nahmen ihre Stelle als Treiber ein.
Harry zeigte, dass es losgehen konnte. Ginny passte zu Hermine, die rasend schnell zu den Torpfosten flog. Harry winkte zu Dean, dass er Hermine den Klatscher zuschleudern sollte. Schnell passte Hermine beeindruckend zu Katie und flog hinunter, während der Klatscher zu ihr flog. Sie war kaum zwanzig Meter vom Boden entfernt... fünfzehn Meter... zehn Meter... fünf Meter... Dann flog sie wieder in die Luft hinauf und ließ den Klatscher sich auf den Boden zermalmen und einen riesigen Krater bilden. Sie wich Seamus' zweitem Klatscher mit einer schnellen Bewegung aus, bat Ginny um den Quaffel und flog zu den Torpfosten.
Nur Ron war ihr noch gegenüber. Da sie sich den Ringen näherte, hob sie den Arm mit dem Quaffel in der Hand. Als er sah, wie sie sich näherte, stürzte sich Ron zum rechten Ring, auf den Hermine zu zielen schien, doch sie kontrollierte ihre Richtung zum linken Ring und landete einen wunderbaren Treffer, der Ron völlig verblüfft da stehen ließ.
Die Spieler versammelten sich in der Mitte des Feldes und Harry traf sie mit seinem Feuerblitz.
„Mensch!", rief Harry aus. „Ich bin beeindruckt. Du spielst wunderbar!"
„Das sagte ich ihr ständig, wenn wir in den ehemaligen Anhörungssälen des Ministeriums trainierten", antwortete Ginny. „Aber du hattest mir gesagt, dass du nicht im Team spielen wolltest, Hermine. Warum hast du deine Meinung geändert?"
„Sagen wir mal, dass mich ein Freund überreden konnte, an den Testspielen teilzunehmen."
„Ach so?", fragte Katie. „Wer denn?"
„Viktor Krum hat mir beigebracht, wie man spielt. Und Ron hat mich überredet, an den Testspielen heute teilzunehmen."
„Aber ich wusste nicht mal, dass du einen Nimbus hattest."
„Und ich wusste nicht, dass Quidditch so ernsthaft ist! Und etwas Sport hat noch keinem geschadet."
Harry griff dann ins Gespräch ein.
„Gut. Ich denke, dass das Gryffindor-Team jetzt komplett ist. Dieses Jahr wird es kinderleicht sein, sie alle zu besiegen!"
