Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Danke an meine Betaleserin und an euch Leser.

Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.

Spoiler: Die ersten fünf Bände.

Harry Potter und der Spiegel der Schatten:

Kapitel 25: Der Aufrichtigkeitspakt:

Zwischen den Recherchen über den Spiegel und den Testspielen für das Quidditch-Team hatte Harry keine Zeit gehabt, seine Hausaufgaben zu machen. Er verbrachte den ganzen Sonntag an der Arbeit im Gemeinschaftsraum mit Ron und Hermine, die sich ungewöhnlich verhielten. Seitdem Hermine dem Quidditch-Team beigetreten war, wurde sie von Ron völlig ignoriert. Noch schlimmer: Er sprach nicht mehr mit ihr noch schrieb er ihr Nachrichten.

„Ich verstehe nichts von McGonagalls Aufgabe!", rief er aus. „Was ist noch mal die Zauberstabbewegung, um eine fleischfressende Pflanze in eine einfache Margerite zu verwandeln?"

„Willst du, dass ich es dir erkläre?", bot Hermine freundlich an.

„Nein, es ist nicht nötig, ich werde zuerst meine Wahrsagenaufgabe schreiben. Machen wir die zusammen, Harry?"

„Ähm... Ja."

Harry zog seine Tarotkarten heraus und fing an einen Kartendeck zu legen. Die herrschende Stille war schwer und zwischen Ron und Hermine war die Stimmung höchst gespannt. Selbst, wenn die Streite zwischen Ron und Hermine regelmäßig waren, kannte Harry gewöhnlicherweise ihre Ursache. Doch diesmal war Rons Stille unverständlich. Also versuchte Harry, die Lage zu entspannen.

„Ron? Ich verstehe nichts von diesen Karten! Kannst du mir bei der Deutung helfen?"

„Lass mal sehen! Du hast den aufrechten Hierophanten in negativer Stellung. Hm... warte, kannst du mir das Tarotdeutungsbuch geben? Das Problem mit den Karten ist, DASS SIE NICHT REDEN."

„Ähm... Ja... Hier ist das Buch."

„Findest du nicht, dass ich Recht habe, Harry? Trelawney hat es im Unterricht gesagt: MAN ENTHÄLT IHNEN NICHTS VOR, indem man ihnen die eigenen Geheimnisse erzählt, und sie antworten auf unklarer Weise, und MANCHMAL SAGEN SIE ÜBERHAUPT NICHTS!"

„Ähm ja, tja, sie hat nicht genau das gesagt... Ich glaube..."

„DOCH, DOCH! ICH BIN MIR SICHER. ICH VERSPÜRE DARUM KEINE LUST MEHR, IHNEN ETWAS ANZUVERTRAUEN. ICH VERTRAUTE IHNEN UND ICH DACHTE, DASS SIE MICH EIN BISSCHEN SCHÄTZTEN. ICH HABE MICH VÖLLIG GEIRRT UND DOCH HATTEN SIE MIR VERSPROCHEN, SIE WÜRDEN MIR NICHTS VORENTHALTEN!"

Hermine war vor Scham rot im Gesicht geworden und sah jetzt ganz verstört aus. Rons Wut war jetzt erklärbar. Ron vertraute sich Hermine an und ertrug nicht, dass sie ihm etwas vorenthalten hatte. Hermine war offensichtlich auf sich sauer und hatte nicht gedacht, dass Ron so sauer auf sie sein würde. Sie kam ihm zuvor und fing an, auf ein Pergamentstück zu kritzeln, das sie faltete und Ron mit einem Blick reichte, der ihn um Verzeihung bat. Ron nahm das Pergamentstück und entfaltete es beinahe widerwillig. Er las die Nachricht, legte das Pergament auf den Tisch, sah Hermine mit einem unentschlossenen Ausdruck an, überlegte einige Augenblicke lang und fing dann an, Hermines Nachricht zu beantworten. Nach einigen Minuten faltete er das Pergament und gab es dann Hermine, ohne sie anzusehen. Offensichtlich fürchtete sie, dass es etwas sehr Schlimmes sein würde. Sie entfaltete die Nachricht und las sie langsam. Hermines Gesicht strahlte plötzlich. Sie warf sich an Rons Hals, küsste ihn auf die Wange und rief dann aus:

„Oh! Danke, Ron! Ich liebe dich so sehr! Ich werde sie sofort holen! Ich verspreche es dir, ich werde es nie wieder tun!"

Hermine lief dann zur Treppe zu den Schlafsälen. Ron war scharlachrot geworden und blieb mit offenem Munde da sitzen.

„Zeig es mir, Ron! Was steht da geschrieben?"

Wortlos reichte Ron Harry das Pergament.

Frage:

Mein sehr teuer Ron,

Ich bedauere es sehr, dass ich Ihnen die Tatsache vorenthielt, dass ich einen Nimbus besitze und dass ich Quidditch spielen kann. Ich hatte zuerst kein anderes Streben als Ihrer Schwester beim Trainieren zu helfen, damit sie die Stelle als Jägerin bekommt. Trotz meines Willens, meine Zeit nur meinem Studium zu widmen, hat mir, das sollten Sie wissen, Ihr Beispiel Lust gegeben, mit Ihnen zu spielen und dieses Abenteuer mit Ihnen weiter zu erleben. Darum habe ich gestern den ganzen Tag vor dem Testspiel geübt. Ich hätte es Ihnen kurz vor meinem Testspiel sagen können, aber ich dachte, dass die Überraschung Sie freuen würde, ohne zu denken, dass Sie davon enttäuscht wären, dass ich Ihnen einige Wahrheiten vorenthaltet hatte. Ich bin vom Vertrauen sehr berührt, das Sie zu mir haben und ich hoffe, dass ich das nicht verloren habe, was meinem Herzen am teuersten ist: mein lieber und zarter Freund Ronald Weasley. Wird mein Herz für immer gebrochen sein?

Ihre Freundin auf ewig,

Hermine.

Antwort:

Liebe Hermine,

Die Ereignisse, die gestern geschehen sind, haben mich viel mehr getroffen als Sie es denken. Nie hätte ich gedacht, vor allem nach unserem Aufrichtigkeitspakt, dass ich je Ihretwegen so tief beleidigt worden wäre. Dennoch muss ich gestehen, dass Ihre Absicht nicht böse war, ganz im Gegenteil. Darum verzeihe ich Ihnen, umso mehr, dass ich ohne meine liebe und zarte Freundin nicht leben könnte. Also werde ich Ihr Herz nicht brechen, denn meins könnte nicht überleben, wenn Sie leiden. Unsere gegenseitige Abhängigkeit gibt mir mehr Freude, als ich zu empfinden gedacht hätte.

Was denken Sie also, wenn wir eines Tages ein bisschen mit unseren Besen spazieren fliegen würden, um die Bande wieder zu knüpfen, die wir für kurze Zeit gebrochen haben? Würden Sie mich Ihren Nimbus probieren lassen?

Ihr Busenfreund,

Ron.

„Na! Jetzt wird's ernst", sagte Harry und lächelte Ron zu. „Bist du jetzt immer noch so sehr davon überzeugt, dass sie mit Krum zusammen ist?"

„Tja, ich bin ein bisschen weniger misstrauisch, was ihn betrifft. Immerhin ist er in Bulgarien. Aber es ist noch nichts passiert... Mal schauen, wie es wird!"

Hermine lief die Treppe mit zwei Besen in der Hand herunter.

„Gehen wir, Ron?"

„Warte, wir können das später machen! Ich habe meine Hausaufgaben nicht zu Ende geschrieben und ich habe morgen keine Zeit, sie zu schreiben!"

„Das ist aber nicht schlimm! Ich werde dir heute Abend helfen! Na los, folg' mir!"

Hermine griff Rons Arm und fing an, ihn zum Ausgang zu ziehen.

„Hermine verschiebt die Hausaufgaben! Es ist eine verkehrte Welt! Bis später, Harry!"

„Bis später!"

Hermine und Ron waren kurz vor dem Abendessen von ihrem Spazierflug zurückgekommen, so dass sie die Hälfte der Nacht damit verbrachten, Ihre Hausaufgaben zu Ende zu schreiben. Am nächsten Tag wurde kurz vor dem Zaubertränkeunterricht das erste Wochenende in Hogsmeade, das in der nächsten Woche stattfinden sollte, durch Aushang bekannt gegeben.

„Ich kann es kaum erwarten, da zu sein!", rief Ron aus. „Ich muss Einiges kaufen. Jetzt, da mein Vater Beigeordneter des Ministers ist, werde ich mit meinem Taschengeld einiges Überflüssiges kaufen können."

Der Zaubertränkeunterricht war wirklich lustig. Nach Harrys Meinung war Tante Selene deutlich besser als Professor Snape. Ihr Unterricht war viel lebendiger und lustiger als der, den er während der vorigen Jahre besucht hatte. Daher war die Stunde unglaublich schnell zu Ende.

„Gut. Der Unterricht ist bald aus. Ich bin seit einer Woche da und finde, dass die Atmosphäre in dieser Schule echt traurig ist! Das muss sich ändern. Ein wenig Freude wäre nicht schlecht. Darum hoffe ich, dass ich Ihnen in kurzer Zeit eine gute Nachricht mitteilen werde. Ich werde Professor Dumbledore darum bitten, die etwas älteren Traditionen dieser Schule zu ändern."

Die Schüler hingen an Mrs Evans' Lippen.

„Ich kann Ihnen zur Zeit nichts sagen, denn es ist nicht offiziell. Sie sollten sich dennoch auf eine schöne Überraschung binnen zwei Monaten vorbereiten. Ich denke, dass die Schulleitung keine Nachteile daran sehen wird, und wenn es welche gibt, dann werde ich meine Überredungskunst benutzen, um diese Schule von ihren mittelalterlichen Traditionen zu rücken. Ich werde Ihnen nächste Woche Bescheid sagen. Sie dürfen hinaus!"

Die Jugendlichen verließen allmählich den Raum. Das Mittagessen war kaum zu Ende und schon hatten alle Schüler nur eine Frage im Kopf: Was bereitet uns Professor Evans vor?