Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Danke an Verliebtindich für ihre Verbesserungen.

Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.

Spoiler: Die ersten fünf Bände.

Harry Potter und der Spiegel der Schatten:

Kapitel 26: Zornessteigerung:

Nach dem Mittagessen gingen die Schüler etwas widerwillig zu Professor Snapes Unterricht.

„Bitte! Dass er uns dieses schreckliche Buch nicht lesen lässt!", rief Ron aus.

„Das Buch ist nicht so schlecht, ich finde es bloß ein bisschen zu einfach, die Zauber sind nicht wirklich interessant. Wir bräuchten viel mehr, da Voldemort jetzt zurück ist!"

„Wie auch immer", griff Harry ein, „ob es zu einfach ist oder nicht, macht keinen Unterschied: Unterricht mit Snape bleibt ein unangenehmer Unterricht."

Die Schüler setzten sich still an ihre Schreibtische und warteten auf die – wie gewohnt – überraschende Ankunft Ihres Lehrers für Verteidigung gegen die dunklen Künste. Jener trat ein und knallte die Tür hinter sich zu. Er ging direkt zu seinem Arbeitstisch und rief aus:

„Bücher heraus!"

Widerwillig zogen die Schüler ihre Bücher aus dem Rucksack. Ron sah besonders enttäuscht aus.

„ACCIO VERTEIDIGUNGSBÜCHER!"

Sofort folgten alle Bücher Professor Snapes Ruf und häuften sich bald auf seinem Arbeitstisch an. Das, was ihr Lehrer gerade getan hatte, ließ die überraschten Schüler erstarren.

„Die brauchen Sie nicht mehr. Schwaches Werk in Kriegszeiten! Ich habe die Erlaubnis des Ministeriums bekommen, damit ich Sie viel nützlichere Sachen lehren kann. Tatsächliche Verteidigung! Feder und Pergamentrollen heraus!"

Die Schüler tränkten eiligst ihre Federn in die Tintenfässer.

„Aufschreiben! Methode zur Wirkung verschiedener verbotener Flüche. Kapitel über den Cruciatusfluch."

Die Schüler erstarrten. Snape würde ihnen die verbotenen Flüche beibringen. Das konnte doch nicht wahr sein.

„Schreiben Sie richtig ab, was an der Tafel steht. Das ist die Basis des Cruciatusfluchs, der es einem erlaubt, den Gegner sich vor Schmerz krümmen und ihn alles, was man will, gestehen zu lassen. Ausnahmsweise wird es keine Hausaufgaben geben, denn es wird laut ministeriellen Gesetzen außerhalb dieses Unterrichts strikt untersagt, diesen Fluch zu benutzen. Fünf Minuten zum Abschreiben sollten reichen!"

Dann fingen alle Federn an, auf den Pergamentrollen zu laufen. Es schien spannend zu sein, die verbotenen Flüche zu lernen. Aber es war sehr gefährlich, sie zu benutzen. Nach fünf Minuten sprach Snape.

„Nun kommen wir zur Praxis. Potter, hierher."

Harry ging mit dem Zauberstab in der Hand zum Podest.

„Sie haben das gelesen, was an der Tafel steht! Erinnern Sie sich also an die eigentliche Bewegung für diesen Zauber, Potter. Vergessen Sie nicht, dass die Bewegung genau so gemacht werden muss wie beschrieben: Heben, senken und dann drei Kreise im Uhrzeigersinn. Und das ganze muss schnell ausgeführt werden. Führen Sie es uns vor."

„Was wird mein Untergrund sein, Professor?"

„Untergrund? Wovon sprechen Sie denn, Potter?"

„Auf welchem Tier soll ich den Fluch wirken? Soll ich ihn einer Spinne aufhalsen?"

Harry erinnerte sich daran, dass ihnen der falsche Moody zwei Jahre zuvor den Fluch mit einer Spinne vorgeführt hatte.

„Eine Spinne? Wer hat Ihnen bloß diese dumme Idee gegeben? Wenn Sie eine Spinne leiden lassen wollen, Potter, so sollten Sie eher nach einem Messer greifen und ihr die Beine abschlagen!"

Harry beherrschte seine Wut.

„Was wird also mein Versuchskaninchen sein, Professor?"

„Sie werden das Experiment mit mir machen, Potter."

Snapes erstaunliche Antwort ließ alle Anwesenden zittern. Harry selbst war das, was ihm Professor Snape gerade gesagt hatte, nicht gleichgültig.

„Aber, Sir..."

„Potter! Sind Sie so hochnäsig, dass Sie denken, Sie könnten schon beim ersten Versuch diesen Fluch wirken? Halsen Sie ihn mir auf! JETZT!"

Snape blieb kaltblütig vor Harry stehen, der entschlossener war als je. Letzterer ging in Stellung und konzentrierte sich auf seinen Fluch. Nach langem Einatmen sprach er die Formel.

„CRUCIO!"

Die Spitze von Harrys Zauberstab leuchtete schwach, ohne irgendetwas zu Snape zu sprühen.

„Erbärmlich, Potter!", rief Snape mit einem Lächeln auf den Lippen. „Mehr Hass! Mehr Entschlossenheit! Sind Sie schüchtern? Wiederholen!"

Harry konzentrierte sich erneut. 'Hass...', dachte er, 'gegen Snape habe ich viel davon. Er hat mich öfters gedemütigt und demütigt mich schon wieder.'

„CRUCIO!"

Harrys Zauberstab leuchtete zum zweiten Mal rot und gleich intensiv.

„Sie sind unfähig. Sie werden es nie schaffen! Ich hätte Zeit gehabt, Sie und diese ganze Menge hier zu töten, wenn wir in einem richtigen Kampf gewesen wären. SIE SIND EINE WAHRE NIETE! Wirken Sie DIESEN FLUCH RICHTIG!"

Harry Wut erreichte ihren Höhepunkt. Wie konnte er sich so beleidigen lassen? Snape wollte leiden, also würde er leiden!

„CRUCIO!"

Dieses Mal leuchtete nicht nur die Spitze von Harrys Zauberstab, sondern ein mächtiger Lichtstrahl kam daraus in Snapes Richtung. Sofort versteckten mehrere Schüler ihre Augen hinter ihren Händen, um die Wirkung von Harrys Fluch nicht zu sehen. Doch das Ergebnis war erstaunlich. Snape war wie eine Statue unbeweglich geblieben. Der Lichtstrahl schien auf ihn wirkungslos zu sein und Harry hob den Fluch auf.

„Einfach miserabel. Wenn das Niveau dieser Klasse dem Ihrigen gleicht, so zweifle ich daran, mit irgendjemandem ein Ergebnis zu erzielen! Kehren Sie zu ihrem Stuhl zurück, Potter. Und da Sie denken, dass es reicht, eine Spinne leiden zu lassen, so ist hier etwas, um bis zum Ende des Stunde zu üben."

Snape ließ vor jedem Schüler eine haarige Spinne erscheinen.

„Bah!", rief Ron aus. „Sie sind scheußlich."

Und bis zum Ende der Stunde übte jeder mit seiner Spinne. Doch zu Hermines Verzweiflung konnte keiner diesen Fluch richtig wirken.