Hallo an alle! Hier ist die nächste Folge meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Wie immer hat Verliebtindich die Korrekturen gemacht.

Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.

Spoiler: Die ersten fünf Bände.

Harry Potter und der Spiegel der Schatten:

Kapitel 34: Halloween-Ball (Teil 1):

Die Tage vergingen und die Spannung in Hogwarts war spürbar. Der Ball, der immer näher rückte, war eine Ursache dafür, doch war bei den Gryffindors und den Slytherins die Spannung noch heftiger: Einige Tage nach dem Ball würden sie gegeneinander spielen.

Hermine war offensichtlich gespannt. Snape lehnte es ab, im Unterricht fortzufahren, wenn kein Schüler den Cruciatusfluch schaffte. Und nach einigen Wochen war das immer noch nicht der Fall.

„Wir werden es nie schaffen! In den Büchern, die detailliert von den verbotenen Flüchen reden, darf man nicht nachschlagen. Das sind schwarzmagische Bücher. Und ich wollte doch die Aussprache der Formel und die ganz genauen Bewegungen besser kennen!"

Viel mehr als um Snapes Unterricht dachte Harry, dass sie sich um etwas anderes Sorgen machte. Sie war immer die erste beim Training und sie ging als letzte aus dem Stadion.

Auch Ron war nervös. Nachts träumte er von Quidditch und sprach in seinem Schlaf.

„Seamus! Wirf einen Klatscher zu diesem blöden Malfoy!", rief Ron aus, indem er sich in seinem Bett umdrehte.

Harry blieb nicht verschont. Es war nicht das erste Mal, dass er gegen Malfoy kämpfen würde, doch diesmal war es anders. Er war Kapitän und musste dem Spiel gewachsen sein.

Am Tag des Balls jedoch sprach keiner mehr über Quidditch und die Konzentration, die man brauchte, um jede magische Übung zu schaffen, war unmöglich zu erreichen, so dass es für viele Schüler ein sehr, sehr langer Tag war. Die Unterrichtsstunden wurden ausnahmsweise früher beendet, um den Schülern die Zeit zu lassen, sich vorzubereiten.

Ron war binnen zwanzig Minuten bereit, doch der Tanz würde erst eine halbe Stunde später anfangen. Was Harry betraf, so bereitete er sich ruhig vor, während Ron hin- und herging.

„Hör doch mal auf, Ron! Das nervt mich langsam, dich so im Schlafsaal herumgehen zu sehen."

„Ich kann nichts dagegen tun, ich bin nervös. Bist du es nicht?"

„Doch bin ich, aber bloß deswegen, weil du es nicht schaffst, ruhig zu bleiben."

„Stresst es dich nicht, heute Abend mit Luna zusammen zu sein?"

„Doch, aber ich gehe nicht im Schlafsaal herum."

„Ja, aber du verstehst nicht, das ist anders. Das ist Hermine! Und ich muss dir gestehen, dass ich nicht mal weiß, wo unsere Beziehung steht, ich weiß nicht mal mehr, wie ich mich mit ihr verhalten soll. Zwischen Luna und dir ist es viel weniger zweideutig."

„Es ist viel weniger zweideutig im Sinne, dass zur Zeit noch nichts los ist, das weiß ich, danke!"

„Hör doch auf, das zu sagen! Ihr trefft euch ständig in der Bibliothek, ihr lacht ständig zusammen und gestern habe ich eine halbe Stunde lang versucht, dich um deine Zauberkunstnotizen zu bitten, aber du warst in ein Gespräch mit ihr vertieft. Ihr habt nicht mal mitbekommen, dass ich die Bibliothek verlassen hatte und Parvati hat mir gesagt, dass du gestern Abend nach mir suchtest und dabei glaubtest, dass ich zwischen den Regalen herumging, während ich seit fast einer halben Stunde in der Großen Halle zum Abendessen saß! Willst du, dass ich meine Liste weiter aufzähle?"

„Das geht, ich habe verstanden! Aber du weißt, das ist normal, dass wir miteinander reden, wir sind ja Freunde."

Harry und Ron hörten dann auf zu reden. Dean, Seamus und Neville hatten den Schlafsaal betreten, um sich auch vorzubereiten.

„Ihr seid schon bereit?", rief Dean aus. „Ihr habt euch früh vorbereitet!"

„Ja. Und du bist noch nicht bereit?", fragte Ron gleichgültig. „Hat meine Schwester die Entscheidung getroffen, nicht mit dir zum Ball zu gehen?"

„Oh! Natürlich nicht. Ginny ist meine feste Freundin. Das ist normal, dass sie mich begleitet."

Dean und Ron verstanden sich nicht mehr so gut miteinander, seitdem Dean mit Ginny ging. Harry versuchte also, das Gespräch zu ändern, um die Stimmung zu erleichtern.

„Na, Seamus, mit wem gehst du tanzen?"

„Katie Bell wird meine Tanzpartnerin sein."

„Und du, Neville?"

Neville wurde scharlachrot.

„Su... Susan Bones. Aus Hufflepuff."

„Gut! Also haben wir alle eine Tanzpartnerin?"

„Hör auf zu prahlen, Harry!", rief Seamus plötzlich aus. „Jeder weiß, dass Luna Lovegood deine Tanzpartnerin ist. Ich kann dir versichern, dass viele Jungs aus Ravenclaw auf dich sauer sind, dass du ihnen ihre Veela geklaut hast."

„Wie habt ihr es gewusst?"

„Wir haben alle Augen", griff Dean ein. „Ihr seid seit einigen Wochen regelmäßig zusammen. Übrigens hat mich Ginny darum gebeten, dir zu sagen, dass sie mit Parvati Patil eine Galleone gewettet hat, dass Luna und du ab heute Abend zusammen sein würdet, und dass sie gerne gewinnen würde."

„Denkst du immer noch, dass eure Beziehung zweideutig ist?", fragte Ron Harry, indem er zu ihm blinzelte.

Harry war schon nervös, doch alles, was man über ihn und Luna sagte, stresste ihn umso mehr. Er ging mit Ron zum Gemeinschaftsraum von Gryffindor herunter, um auf Hermine zu warten. Ron kaute an seinen Nägeln und bemühte sich darum, sich so wenig unwohl auf der Stelle zu bewegen wie möglich. Er traf schließlich die Entscheidung, sich zu setzen. Doch Hermine kam gleich danach an. Sie trug den orangen Umhang, den sie in Hogsmeade gekauft hatte, hatte ihr sonst strubbeliges Haar geglättet und einige Locken mit kleinen Gänseblümchen zusammengehalten, die zu ihrem Kleid passten.

„Guten Abend", sagte sie schüchtern.

„Guten Abend", antwortete Ron mit aufgerissenen Augen. „Du bist... wunderschön."

„Danke, Ron!", antwortete sie mit einem breiten Lächeln, indem sie seinen Arm nahm. „Gehen wir hinunter? Sonst wird Luna auf uns warten."

Ron schien den Blick nicht von seiner Tanzpartnerin wenden zu können, während er die Treppe hinunterging. Sie kamen vor der mit in der Luft schwebenden Kürbissen prachtvoll dekorierten Halle an. Musik war schon zu hören und manche Paare standen schon da. Luna war noch nicht angekommen.

„Wir sind ein bisschen zu früh da. Sie sollte bald hier sein", sagte Hermine, indem sie sich umsah.

„Geht hinein, wenn ihr wollt! Ich werde hier auf sie warten. Wir treffen euch dann."

Hermine und Ron nickten und betraten den Ballsaal.

Harry wartete dann allein. Und es schien ihm, dass er lange wartete. Er begegnete Mark, seinem Cousin, der den Raum mit einem Mädchen gleichen Alters betrat. Dann war es später Malfoy, der Arm in Arm mit Pansy Parkinson eintrat. Malfoy konnte sich nicht halten, eine Bemerkung zu machen, bevor er eintrat:

„Na, Potter, spielst du den Pott am Eingang?"

Pansy lachte auf eine sehr schrille und unangenehme Weise.

Harry fing an, ungeduldig zu werden, als Luna ankam. Sie trug ein prachtvolles hellgrünes, mit goldenen Fäden besticktes Kleid und hatte ihr Haar in einem Knoten zusammengesteckt, aus dem nur einige Locken fielen, die genauso glänzten wie die gestickten Motiven ihres Kleides. Harry blieb mit offenem Munde stehen.

„Guten Abend! Entschuldige mich, ich habe mich ein bisschen verspätet."

„Das ist nicht schlimm! Luna, du bist... Wow... verblüffend schön."

„Danke Harry! Du siehst auch nicht gerade schlecht aus! Sind Ron und Hermine schon da?"

„Ja. Sie warten drinnen auf uns. Gehen wir hinein, um sie zu treffen. Ich begleite Sie, sehr geehrtes Fräulein."

Mit einer Bewegung hatte ihr Harry seinen Arm geboten.

„Danke, liebenswürdiger junger Mann!", antwortete Luna lachend.

Der Ball hatte noch nicht offiziell angefangen, aber der Raum war schon beinahe voll. Harry und Luna trafen auf Ron und Hermine, die in ein Gespräch vertieft waren.

Nachdem sie einander gegrüßt hatten, beschlossen Ron und Harry, vor dem offiziellen Anfang des Balls etwas zu trinken zu holen.

„Harry, ich denke, dass es die passende Zeit ist, Hermine zu sagen, was ich empfinde. Ich habe es satt, in dieser ständigen Unsicherheit zu bleiben. Das wird langsam nervig."

„Und wie wirst du es tun?"

„Sie haben den Park so dekoriert wie vor zwei Jahren. Vor Ende des Abends werde ich sie dahin führen, um mit ihr reden zu können. Seit dem Tag, an dem wir erfahren haben, dass ein Ball stattfinden würde, habe ich daran gedacht. Übrigens solltest auch du die Gelegenheit nutzen, Luna dahin mitzunehmen."

„Ehrlich gesagt, ich habe bis jetzt nicht wirklich daran gedacht, irgendwas zu tun. Ich habe mich nicht wirklich darauf vorbereitet, was ich heute Abend tun oder ihr sagen würde."

„Nun, jetzt solltest du daran denken, denn Ginny hat mir eben gesagt, dass sie kein Geld hat und dass ich an ihrer Stelle bezahlen muss, wenn sie ihre Wette verliert. Wir sollten zurück gehen. Viel Erfolg, Harry!"

Ron hatte Harry sein Glas gereicht.

„Viel Erfolg, Ron!"

Sie stießen aufeinander zu, bevor sie zu ihren Tanzpartnerinnen zurückkehrten.