Hallo an alle! Hier ist die nächste Folge meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Danke an alle, die lesen, einschließlich meiner Betaleserin Verliebtindich.
Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.
Spoiler: Die ersten fünf Bände.
Harry Potter und der Spiegel der Schatten:
Kapitel 35: Halloween-Ball (Teil 2):
Hermine und Luna waren in ein Gespräch vertieft.
„Also denkst du, dass... Ach, da seid ihr ja. Danke, Ron!"
„Entschuldigt uns, euer Gespräch zu unterbrechen. Worüber habt ihr geredet?", fragte Ron.
„Wir stellten uns Fragen über Marks Tanzpartnerin", erklärte Hermine.
Harry und Ron schauten in die gleiche Richtung wie ihre Tanzpartnerinnen. Mark war in Begleitung des Mädchens, das Harry beim Eingang Arm in Arm mit seinem Cousin gesehen hatte.
„Ja, nun ist sie ziemlich hübsch... für ihr Alter", sagte Harry, der es im letzten Augenblick wieder gut machte und zu Luna blickte, um ihre Reaktion zu beobachten.
„Das ist Liliana Wander, eine Erstklässlerin aus Ravenclaw", rief Luna aus.
„Das ist erstaunlich. Eine Ravenclaw, die es annimmt, die Tanzpartnerin eines Slytherins zu sein", griff Ron ein.
„Das ist nicht das Erstaunlichste. Liliana ist in meinem Haus und ich weiß, dass ihre Mum eine Muggel ist. Was mich erstaunt, ist, dass Malfoy Marks Tanzpartnerin gerne annimmt. Seht mal! Er spricht sogar mit ihr!"
Malfoy redete tatsächlich gerade mit Liliana.
„Nun, was sollte das heißen?", fragte Harry.
„Luna erklärte mir nämlich gerade, dass dein Cousin..."
„Dein Cousin hat Liliana wahrscheinlich eingeladen, um den Harmlosen zu spielen und sein Spiel umso besser zu verstecken", sagte Luna schließlich. „ Was Malfoy betrifft, so soll er als Deckung da sein."
„Das ist sehr wahrscheinlich", sagte Ron mit betrübter Stimme. „Dein Cousin treibt wahrscheinlich etwas mit Malfoy. Wir werden ihn ein bisschen mehr überwachen."
„Ja, das fürchte ich wohl", sagte Harry traurig.
In jenem Augenblick betraten Dumbledore und Tante Selene den Saal und baten um Stille. Dumbledore fing seine Rede an:
„Guten Abend an euch alle, ihr junge Leute, zu diesem ersten Halloween-Ball. Ich werde nicht lange reden, das verspreche ich euch. In der Hoffnung, dass es in Zukunft noch viele davon geben wird, hoffe ich, dass ihr alle diesen Abend genießen werdet. Daher möchte ich, dass ihr alle der Organisatorin dieses Balls Beifall klatscht: Professor Selene Evans!"
Ein langes lautes Klatschen erklang in der Großen Halle. Tante Selene lächelte breit und grüßte die Anwesenden.
„Wir sollten nicht länger warten, Professor Evans. Eröffnen wir den Ball! Darf ich Sie um diesen Tanz bitten?"
Tante Selene nickte und dann erklang Musik. Dumbledore und Tante Selene fingen an zu tanzen und bald folgten ihnen auch manche Schüler.
„Wir sind nicht dazu da, um die Taten meines Cousins Mark zu beobachten. Gehen wir hin und amüsieren wir uns. Darf ich dich um diesen Tanz bitten, Luna?", sagte Harry, indem er seiner Tanzpartnerin die Hand reichte.
„Gerne!"
Sie gingen also zur Tanzfläche, bald von Ron und Hermine gefolgt, und tanzten den größten Teil des Abends. Dann trafen Harry und Luna, die ein wenig müde waren, die Entscheidung, eine Weile zu sitzen.
„Wo sind Ron und Hermine?", fragte Luna.
„Ich denke, dass sie draußen im Park sind. Übrigens ist es hier etwas heiß. Wir könnten auch hin?"
Luna nickte und beide gingen zum von Feen beleuchteten Park. Harry fühlte sich bereit. Er musste mit Luna reden.
Vergeblich suchten sie nach einem Sitzplatz im Park, aber viele Paare saßen schon, und schließlich sahen sie, wie Ron und Hermine miteinander redeten.
„Es wäre besser, wenn wir sie nicht stören", murmelte Luna. „Schade. Lass uns dann zum Ballsaal zurückkehren."
„Ich glaube, dass ich eine bessere Idee habe. Folge mir."
Harry ergriff die Hand seiner Tanzpartnerin und betrat die Schule. Diesmal aber ging er nicht zum Ballsaal sondern zu einem anderen Raum. Dort, wo er sicher war, das zu finden, was er wollte. Der Raum der Wünsche war perfekt.
Nachdem er das gewöhnliche Ritual vollführt hatte, um den Raum der Wünsche erscheinen zu lassen, entdeckten sie die Tür, die Harry für Luna aufmachte. Der Raum ähnelte nicht einem gewöhnlichen Saal, sondern war zu einem Garten geworden. Einem Garten mit einigen Bäumen und Blumen unter einem freien Sternhimmel und mit Kerzen überall.
„Harry! Dieser Raum ist wunderschön", sagte Luna, indem sie sich zu Harry umdrehte.
„Ich habe schon eine Person gesehen, die noch wunderschöner ist", sagte Harry, indem er seinen Blick in Lunas Augen vertiefte, die ihm mit einem breiten Lächeln antwortete.
„Ach ja? Die möchte ich kennen lernen...", antwortete sie lachend.
„Nun, sie ist sehr schön, intelligent, empfindsam, lebensfreudig und lustig. Das ist ein Mädchen, mit dem ich gerne mehr Zeit verbringen würde, um in ihre wunderschönen blauen Augen zu schauen. Um ihre Hand ergreifen zu dürfen..."
Harry drückte Lunas Hand fester, indem er sich ihr näherte.
„Meine Hand in ihr langes goldenes Haar zu legen..."
Dann berührte er leicht eine Locke von Lunas Haar.
„Ihr sanftes Gesicht streicheln zu können..."
Harry legte sanft seine Hand auf Lunas Wange und sagte:
„Und ihren Atem zu hören..."
Harry näherte sein Gesicht dem von Luna und küsste sie sanft auf die Wange. Dann ein weiteres mal näher an Lunas Lippen. Dann noch ein anderes und schließlich küsste er sie eine gute Minute lang.
„Ich denke, dass dieses Mädchen eine riesige Chance hat, dich zu haben. Ich denke, dass sie sich in deine Arme schmiegen möchte..."
Luna näherte sich Harry und umarmte ihn. Er umarmte sie noch fester.
„... und dass sie wollen wird, dass du sie bis zum Ende der Nacht küsst."
Harry und Luna verbrachten lange Minuten wortlos im Raum der Wünsche.
Dann kam die Zeit für sie, zu gehen, bevor der Ball zu Ende ging. Sie liefen Hand in Hand zur Großen Halle und lächelten einander durch die langen Gänge von Hogwarts an. Dann lief plötzlich eine Silhouette durch den Gang an ihnen vorbei.
„War es nicht Hermine, die da gerade lief?", fragte Luna verwirrt.
In jenem Augenblick lief Ron an ihnen vorbei.
„Was ist jetzt schon wieder geschehen?", sagte Harry.
Luna und Harry liefen Ron nach und kamen vor dem geschlossenen Gemälde des Gemeinschaftsraums an. Ron saß in einer Ecke auf dem Boden.
„Ron, was ist los?", fragte Harry besorgt.
„Ich weiß nicht, ich habe nichts verstanden! Alles lief gut, wir haben geredet, das war toll, und dann habe ich sie geküsst. Am Anfang sah sie einverstanden aus, aber ich habe mich geirrt. Sie ist nach hinten gerutscht und hat dann gesagt, dass sie es nicht wollte, und dann ist sie weggelaufen. Ich denke, jetzt ist es sonnenklar."
„Ron, du irrst dich! Es ist nicht, was du denkst", griff Luna ein, die sich neben ihn kniete. „Ich sollte es dir nicht sagen, aber... Ich darf dich nicht so lassen."
Ron hob die Augen und wartete auf ihre Erklärungen.
„Hermine liebt dich sehr. Wirklich! Das hat sie mir gesagt. Aber letztens war sie wegen Viktor Krum etwas verlegen. Beruhige dich, nicht, weil sie ihn liebt, sondern weil er trotz der Distanz an ihr zu hängen scheint. Sie ist ihm gegenüber nicht deutlich genug gewesen, sie hat ihm nicht gesagt, dass sie nichts als Freundschaft für ihn empfindet. Sie wollte die Dinge klären, aber nicht per Brief, sie wollte ihn treffen, um ihm zu erklären, dass er lieber nicht drängen sollte und dass sie an ihrer Freundschaft hängt. Hermine fühlt sich schuldig, denn Krum scheint zu denken, dass es zwischen ihnen mehr gibt als Freundschaft."
Luna atmete wieder ein, bevor sie weiter sprach:
„Verstehe sie. Wenn sie eine Beziehung mit dir anfängt, ohne zuerst mit Krum zu reden, so wäre es, als würde sie ihn betrügen. Sie wollte mit dir zum Ball gehen, aber sie wollte nicht gleich etwas anfangen, daher hat sie getan, als würde sie es übel nehmen, als du sie mit einer Nachricht darum gebeten hast, deine Tanzpartnerin zu werden. Das erlaubte ihr, dir gegenüber eine gewisse Distanz zu wahren. Das ist nicht deine Schuld, Ron, sie ist es, die ihre Probleme lösen muss."
„Und was soll ich tun? Darauf warten, dass sie mit ihm spricht, wo er doch in Bulgarien ist?"
Luna richtete sich wieder auf und sagte:
„Mach zur Zeit nichts. Verhalte dich ihr gegenüber so wie sonst und vor allem sollst du mit eurem kleinen Briefwechsel weitermachen. Ich werde mich darum bemühen, mit ihr zu reden, wenn ihr nächsten Dienstag in Wahrsagen seid. Sonst werde ich versuchen, das auf meine Weise in Ordnung zu bringen. Vertraust du mir?"
Luna reichte Ron die Hand, um ihm wieder aufzuhelfen.
„Danke, Luna. Danke für alles", sagte er mit einem kleinen Lächeln.
„Aber bitte, das ist normal! Jetzt muss ich zum Ravenclaw-Turm zurück. Es wird spät und der Ball ist sicher bald vorbei."
„Ich begleite dich", sagte Harry.
„Nein, bleib bei Ron, das ist nicht schlimm. Ich habe einen wunderbaren Abend verbracht. Danke."
Sie küsste ihn auf die Wange und Harry flüsterte ihr ein letztes Wort ins Ohr.
„Du bist wunderbar."
Er berührte ihre Lippen leicht für einen letzten Kuss, dann entfernte sich Luna mit einer letzten Handbewegung.
„So wie ich das sehe, ist es gut gelaufen, Harry? Luna ist toll", sagte Ron.
„Ja, das stimmt. Und schließlich sollst du bloß noch warten. Luna wird es schaffen, die Lage in Ordnung zu bringen, da bin ich mir sicher."
„Ja... ich soll noch warten", sagte Ron bedauernd.
