Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Danke an die liebe Verliebtindich für ihre Korrekturen.
Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.
Spoiler: Die ersten fünf Bände.
Harry Potter und der Spiegel der Schatten:
Kapitel 37: Test bestanden:
Die Gryffindors feierten während des ganzen Wochenendes in ihrem Gemeinschaftsraum den Sieg und da Harrys Anwesenheit unentbehrlich war, konnte er keinen Augenblick lang fliehen, um seinen Sieg mit Luna zu genießen, was er sehr bedauerte. Er hatte bloß die Zeit, mit ihr per Brief zu kommunizieren, um sich zu entschuldigen, dass er sich nicht befreien konnte.
Mein lieber Harry,
Das ist nicht schlimm, ich verstehe völlig, also wirst du natürlich verstehen, dass ich gleich handeln werde, wenn mein Haus gegen Gryffindor siegen wird. Wir treffen uns Montagmorgen zum Mittagessen in der Großen Halle und ich hoffe, dass wir zum Raum der Wünsche zurückkehren werden.
Liebe Grüße
Luna
Harry lächelte. Luna war nicht aus der Fassung zu bringen. Sie war eine Ravenclaw und in diesem Gebiet blieben sie Gegner, doch in freundlicher Stimmung.
Eine neue Woche fing mit einem fesselnden Zaubertränkeunterricht an. Tante Selene wurde von allen Schülern gemocht und genoss eine gewisse Beliebtheit in Hogwarts, vor allem, seitdem sie die Idee eines Balls im Alltag der Schule gebracht hatte.
Als die Schüler am Ende ihres Unterrichts zum Veritaserum anfingen, das Klassenzimmer zu verlassen, um essen zu gehen, näherte sich Tante Selene dem Tisch von Harry, Hermine und Ron und sprach Harry an:
„Ich wollte dir sagen, dass Ron und du die Weihnachtsferien im Ministerium verbringen werdet und dass wir eine große Familienfeier machen werden. Hermine, auch du bist eingeladen, wenn du kommen möchtest."
„Ich wäre begeistert."
„Gut. Eigentlich ist es besser, dass du die Feiertage mit uns verbringst, natürlich aus Sicherheitsgründen. Ich wollte dich aber nicht zwingen zu kommen. Wenn dich deine Eltern begleiten wollen, dann sind sie willkommen."
„Danke, aber sie müssen zu einem Kolloquium im Ausland. Ich habe heute Morgen einen Brief von ihnen bekommen, in dem sie fragten, ob ich mit ihnen dorthin wollte und ob es nicht zu gefährlich wäre. Ich werde antworten, dass ich bei Ihnen bleibe."
„Wir sind sehr erfreut, dich zu empfangen, Hermine. Und wo fliegen deine Eltern denn hin?"
„Nach dem Kanada."
„Einverstanden. Ich muss für ihren Schutz meinen Mann benachrichtigen, wenn deine Eltern reisen. Neil wird mit dem kanadischen Zaubereiminister Kontakt aufnehmen müssen. Zur Zeit empfangen wir viele Leute ausländischer Ministerien und es könnte sein, dass ein kanadischer Regierungsbeamte darunter zählt. Jedenfalls wäre es die ideale Lösung. Wir werden gleich nach dem letzten Unterricht den Portschlüssel nehmen, den ich benutze, um jeden Abend zum Ministerium zurückzukehren. Ron, du solltest Ginny Bescheid sagen."
„Das werde ich tun", antwortete Ron.
„Ihr müsst jetzt gehen. Bis später!"
Harry, Ron und Hermine verließen das Klassenzimmer und gingen zur Großen Halle, um zu essen. Harry dachte, er würde dort Luna treffen, doch sie kam nicht zum Mittagessen.
„Sie ist sicher in der Bibliothek. Wir werden vor den Unterrichtsstunden dorthin gehen", sagte Hermine.
Doch Luna befand sich auch nicht in der Bibliothek.
„Wir haben sie bestimmt nur um wenige Minuten verpasst. Das ist schade, jetzt müssen wir zum Unterricht."
Harry war besorgt. Luna war nicht die Art von Person, die ihrem Wort nicht treu blieb. Er blickte auf seine Uhr, aber Lunas Zeiger hatte sich nicht bewegt.
Als sie die Bibliothek verließen, trafen sie Ginny und Dean.
„Ach, Harry! Ich suchte dich eben! Ich habe eine Nachricht von Luna für dich. Es tut ihr Leid, aber sie musste einen dringenden Brief schreiben. Deswegen ist sie nicht zum Mittagessen gegangen. Sie hat mir gesagt, dass sie dir heute Abend eine Eule schicken würde."
„Danke Ginny", antwortete Harry etwas enttäuscht.
„Bitte. Übrigens muss ich dir etwas sagen, Hermine... unter Mädels... darf ich ein Momentchen mit dir reden?"
„Aber ich..."
„Ich brauche nicht lange", sagte Ginny, indem sie Hermine am Arm zog, um sich zu entfernen.
„Ich verabscheue das!", sagte Ron. „Beiseite gesetzt werden und nichts wissen. Das ist echt nervig!"
„Ja, sie hat mir das gleiche mit Cho Chang, Katie Bell und Susan Bones getan", sagte Dean. „Sie hat mir gesagt, dass sie mir später Bescheid sagen würde."
„Zumindest seid ihr diesmal miteinander einverstanden", antwortete Harry. „Diese kleine Geheimniskrämerei hat doch etwas Gutes."
Hierauf kehrten Hermine und Ginny zurück.
„In Ordnung! Wir können uns aufmachen", sagte Hermine. „Bis später, Ginny!"
„Tschüss!"
Hermine verließ die Bibliothek, von Harry und Ron gefolgt.
„Darf man wissen, was dir meine Schwester gesagt hat?", fragte Ron neugierig.
„Das geht dich nichts an! Denke eher an das Treffen heute Abend, anstatt dich um die Sachen der anderen zu kümmern."
„Ein Treffen? Wovon sprichst du denn?"
„Vom Treffen der Vertrauensschüler! Wie ich sehe, wusstest du nicht mal Bescheid! Ein Glück, dass ich da bin."
„Oh, diese Treffen sind nervig! Sie dauern ewig."
Als die Stunde Verteidigung gegen die dunklen Künste kam, seufzten die im Klassenzimmer sitzenden Schüler vor Langeweile.
„Wir werden schon wieder den Cruciatusfluch versuchen. Ich kann es nicht länger aushalten. Wir müssen zu was anderem übergehen!", seufzte Ron.
„Snape hat völlig Recht zu drängen! Der Cruciatusfluch ist wichtig, und wir werden ihn nur schaffen, wenn wir ihn immer wieder üben. Und eines Tages werden wir ja soviel Hass gegen ihn verspüren, da er so sehr drängt, dass wir es schaffen werden. Wir sollen nur an etwas oder an jemanden denken, den wir hassen."
In jenem Augenblick betrat Snape wortlos das Klassenzimmer und ging mit eiligen Schritten auf seinen Arbeitstisch zu, dann drehte er sich zu seinen Schülern um und sah Harry an.
„Potter, stehen Sie auf! Da jeder aus dieser Klasse schon einmal nach vorne gerufen wurde und gescheitert ist, werden wir es jetzt noch einmal versuchen. Wir fangen mit Ihnen an und jeder bekommt zwei Versuche. Schafft es immer noch keiner, dann müssen Sie diesen Unterricht damit verbringen wieder und immer wieder zu lesen, bis es endlich in Ihren Schädeln bleibt! Ich werde nicht zum nächsten Kapitel übergehen, und wenn es so weiter geht, werden Sie dieses Jahr den vollständigen Lehrstoff nicht gelernt haben und werden alle erbärmlich bei den Prüfungen scheitern."
Hermine schrie vor Schreck auf und Snape fuhr fort:
„Potter, Sie werden diesen Fluch noch einmal auf mich wirken. Und Sie sollten sich am besten konzentrieren."
Harry konzentrierte sich. Hass hatte er mehr als genug: Auf Snape, auf die Malfoys, auf Wurmschwanz, auf Bellatrix Lestrange und vor allem auf Voldemort. Er dachte an alle diese Leute wieder, wegen derer er so sehr gelitten hatte.
„Na, Potter, warten Sie darauf, dass die Gnomen vom Himmel fallen?"
Harry konzentrierte sich und schloss die Augen, um sich an das Gesicht aller Leute zu erinnern, die er hasste, richtete seinen Zauberstab auf Snape und sprach die Zauberformel.
„CRUCIO!"
Ein Lichtstrahl traf Snape. Doch auch diesmal war es ein schmählicher Misserfolg.
„Potter, Sie schaffen ehrlich nichts und werden WIE IHRE GANZE FAMILIE EINES ERBÄRMLICHEN TODES STERBEN!"
Alle Schüler schrien auf. Harry selbst verkniff sich einen empörten Schrei. Wie konnte es Snape wagen, seine Familie so zu beleidigen? Diesmal war Harry entschlossen.
„CRUCIO!"
Sofort fiel Snape gekrümmt mit einer Hand auf dem Bauch zu Boden. Überrascht hörte Harry auf seinen Zauberstab zu schwingen und die ganze Klasse schaute zu, wie Snape, der vor Schmerz gekrümmt war, langsam versuchte wieder aufzustehen.
„POTTER, RAUS HIER! RAUS AUS DIESEM KLASSENZIMMER! ICH ZIEHE 60 PUNKTE VON GRYFFINDOR AB UND SIE WERDEN ZWEI WOCHEN LANG NACHSITZEN MÜSSEN!", rief Snape aus.
„Aber, Professor..."
„KEINE WIDERREDE, POTTER! RAUS JETZT!"
Harry fand keine Erwiderung. Er sammelte seine Sachen und hielt dabei Ron und Hermines Blicken stand. Snapes Stimme erklang wieder im Klassenzimmer.
„Was die anderen betrifft, öffnen Sie Ihre Bücher auf Seite 132 und lesen Sie das Kapitel. UND SEIEN SIE STILL!"
Harry drehte sich nicht um und ging durch die Tür des Klassenzimmers. Snape hatte es verdient und er war öffentlich lächerlich gemacht worden. Ihm waren die Stunden Nachsitzen egal. Sie waren es wohl wert. Er bog um eine Ecke, um zum Gryffindor-Turm zu gehen, und wurde überrascht. Etwas weiter im Gang vor ihm sprach Luna, die ihm den Rücken zugekehrt hatte, gerade mit Mark, der sie plötzlich mit seinem Zauberstab bedrohte.
„Geh mir aus dem Weg, sonst wird es nächstes mal nicht bloß ein Bücherregal sein, das auf dich fallen wird."
Luna drehte sich um und sah Harry.
„Versuche nicht, gegen einen stärkeren Gegner zu kämpfen, Mark. Das könnte sich zu deinem Ungunsten auswirken."
Mark steckte seinen Zauberstab wieder in die Tasche.
„Ich fürchte mich nicht vor dir, Harry. Ich habe bloß was anderes zu tun."
Mark drehte sich um und ging durch den langen Gang weiter. Was Harry betraf, so näherte er sich Luna.
„Alles in Ordnung? Was wollte er?"
„Nichts, wie gewöhnlich suchte er Ärger. Aber du bist wirklich immer da, wenn ich Probleme habe!"
„Das ist doch ganz normal!", sagte er und küsste sie.
„Jedenfalls ist es beruhigend. Ich würde gerne bleiben, aber ich bin zu spät für meinen Unterricht. Aber bist du nicht auch zu spät?"
„Nein. Ich werde es dir später erklären. Na los, beeile dich!"
„Einverstanden. Bis später!"
Luna küsste ihn und lief dann zu ihrem nächsten Unterricht.
