Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Danke an Verliebtindich, meine Betaleserin.
Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.
Spoiler: Die ersten fünf Bände.
Harry Potter und der Spiegel der Schatten:
Kapitel 38: Gutes Leiden:
Harry hatte die Entscheidung getroffen, zur Bibliothek zu gehen, um dort auf Ron und Hermine zu warten. Er hinkte in seinen Hausaufgaben hinterher und nutzte diese Zeit, um die Lage zu verbessern. Er war etwas verärgert, dass er während der nächsten zwei Wochen würde nachsitzen müssen, denn das überschnitt sich mit dem Quidditchtraining. Außerdem war diese Strafe seiner Meinung nach ungerecht. Es war Snape, der es gewollt hatte, dass er den Cruciatusfluch auf ihn wirken sollte. Aber er würde sich sicher nicht beklagen. Er wollte gerade seine Verwandlungshausaufgabe zur Verwandlung von Kernen in blühende Pflanzen anzufangen, als ihn Ron und Hermine trafen.
„Na, wie war dieser Verteidigungsunterricht?"
„So langweilig wie man es sich wünschen kann", antwortete Ron. „Wir haben den Unterricht damit verbracht zu lesen. Snape war ganz übel gelaunt und hielt sich den Bauch während der ganzen Stunde. Das geschieht ihm recht! Das hatte er verdient!"
„Sprich keine Dummheiten, Ron!", rief Hermine aus. „Er hat ja das, was er getan hat, zu Harrys Vorteil getan."
„Ich hoffe, dass du scherzest! Er hätte Harrys Familie zu seinem Vorteil beleidigt? Was wäre, wenn er ihm übelwollen würde?"
„Du verstehst nicht, Ron! Wenn Snape das getan hat, ist das, damit Harry wirklich in Zorn geriet, und daher konnte er den Fluch erfolgreich wirken."
„Es nützt nichts, dass ihr miteinander darüber streitet!", griff Harry ein. „Mir ist völlig egal, was Snape denkt. Er macht seine Arbeit und demütigt uns, wenn er es kann, Punkt, Schluss, aus. Zumindest werden wir zu etwas Anderem übergehen."
„Zum Glück", sagte Hermine. „Er hat gesagt, dass wir nächste Woche zum Imperiusfluch übergehen würden. Aber diesmal haben wir einen Vorteil, denn wir haben als Viertklässler mehrmals gesehen, wie der falsche Moody ihn gewirkt hat. Ich sollte meine Notizen über meine Beobachtungen wieder lesen."
„Aber zu jener Zeit lernten wir die Art und Weise, uns gegen den Imperiusfluch zu wehren, und nicht, den Fluch zu wirken", sagte Ron.
„Das ändert nichts daran, dass man schauen kann, wie man diesen Fluch wirkt! Das kann nützlich sein."
Harry, den dieses Gespräch zu nerven anfing, traf die Entscheidung, es zu unterbrechen.
„Wir sollten lieber nicht länger darüber reden. Ich erinnere euch daran, dass es immer noch irgendwo einen Spion gibt. Übrigens bin ich Mark soeben begegnet und er drohte Luna mit seinem Zauberstab."
„Schon wieder!", rief Ron aus. „Deine Freundin zieht Marks Angriffe ja geradezu an!"
„Luna ist alt genug, dass sie sich verteidigen kann. Mark hat sowieso nur ein schwaches Zaubereiniveau. Wir werden später darüber reden. Ich erinnere dich daran, Ron, dass wir ein Treffen haben und dass wir am besten sofort dahin gehen sollten, wenn wir uns nicht verspäten wollen."
„Könntest du nicht sagen, dass ich krank bin?", fragte Ron offensichtlich genervt.
„Ron, du musst deine Verantwortungen ernst nehmen."
Sie verabredeten sich zum Abendessen und dann ging Ron Hermine schleppend nach.
Als Harry die Große Halle betrat, waren Ron und Hermine immer noch nicht angekommen. Also ging er zu seinem Tisch, setzte sich neben Seamus und hielt zwei Sitze neben sich frei.
„Wir haben das Datum des Spiels gegen Ravenclaw bekommen", sagte Seamus. „Es ist in der zweiten Woche nach den Ferien. Wir müssen eine Taktik entwickeln und ernsthaft wieder anfangen zu trainieren."
„Tut mir Leid, aber Snape hat mich für die nächsten zwei Wochen nachsitzen lassen. Ihr müsst ohne mich trainieren."
„Das darf doch nicht wahr sein! Ich bin sicher, dass er das getan hat, weil sein Team verloren hat. Er wollte sich rächen. Er glaubt, dass er auf der Tabelle wieder höher steigen kann, wenn wir gegen Ravenclaw verlieren."
„Das ist möglich. Tja, ich werde wenigstens am Wochenende am Training teilnehmen können."
In jenem Augenblick kamen Hermine und Ron an und setzten sich neben Harry.
„Nun, wie war dieses Treffen?", fragte Harry.
„Es war interessant!", antwortete Hermine. „Nicht wahr, Ron?"
„Ja", sagte Ron, der ins Leere schaute. „Tja. Es könnte besser sein."
„Du meckerst ständig über etwas."
„Schließlich", sagte Harry, indem er sich die Stirn rieb, „bin ich froh, kein Vertrauensschüler zu sein. Ich denke, dass mir solche Treffen nicht gefallen würden, und..."
Doch hörte Harry auf zu reden. Es juckte ihn nicht mehr auf der Stirn, aber seine Narbe begann zu brennen und das Lächeln, das er auf den Lippen hatte, verkrampfte sich.
„Harry, alles in Ordnung?", fragte Hermine.
„Es ist nichts, es brennt bloß ein wenig."
„Ist er es?", fragte Ron sofort.
„Wer sonst?"
Hermine stand plötzlich auf.
„Ich werde Professor Evans benachrichtigen."
„Nein, das ist nicht nötig", sagte Harry, indem er aufstand und Hermines Arm ergriff. „Der Schmerz fängt an zu erlöschen."
Harry hatte aber zu schnell gesprochen. Ein zweiter, viel mächtigerer Schmerz als der erste, schien, ihm den Schädel zu durchbohren, und ließ ihn stolpern.
„HARRY! PROFESSOR EVANS! ES IST HARRY, ER FÜHLT SICH UNWOHL!"
Sofort sammelte sich eine Menge Schüler um Harry. Der Schmerz war unerträglich, aber seine Ursache war erfreulich. Voldemort war verärgert. Noch mehr: Er war wutentbrannt. Professor Evans näherte sich Harry.
„Harry? Harry, alles in Ordnung?"
„Er ist wutentbrannt", sagte Harry lächelnd.
Harry versuchte, wieder aufzustehen, aber der Schmerz war zu stark und er fiel in Ohnmacht.
„Harry! Harry!"
Harry wachte auf, aber das Licht des Raums war zu hell und ließ ihn die Augen zusammenkneifen. Er hatte Lunas Stimme wiedererkannt und bald erkannte er den Ort wieder. Er lag im Krankenflügel.
„Luna? Wie spät ist es?"
„Etwa halb neun morgens", antwortete sie, indem sie Harrys Hand ergriff.
Der Gryffindor richtete sich ein wenig auf.
„Was ist geschehen?"
„Deine Narbe hat dir weh getan und dann bist du in Ohnmacht gefallen."
„Nicht das meinte ich. Ich möchte wissen, was geschehen ist, das Voldemort so sehr geärgert hat."
Luna lächelte.
„Das war er mit gutem Grund! Ich habe dir eine Ausgabe der Zeitung meines Dads mitgebracht."
Luna suchte in ihrem Rucksack und gab Harry eine Ausgabe des Klitterers, auf dessen erster Seite stand:
Vereitelter Mordversuch auf den Chef des Koboldverbindungsbüros
„Der Chef des Koboldverbindungsbüros? Warum würde sich aber Voldemort für ihn interessieren?", fragte Harry.
„Lies weiter", antwortete Luna.
Gestern Abend wäre der Vorsitzende des Koboldverbindungsbüros, Mr Knutbert Mockridge, um ein Haar das Opfer eines Mordanschlags gewesen, der von den Auroren des Zaubereiministeriums vereitelt wurde.
Als Mr Mockridge nämlich aus der Bank Gringotts kam, wurde ein Avada Kedavra-Fluch zu ihm gewirkt, aber die neuere Rekrutin der Auroren, Miss Nymphadora Tonks, stellte sich rechtzeitig dazwischen, indem sie einen Schildzauber um Mr Mockridge wirkte. Der Täter dieses Verbrechens konnte nicht identifiziert werden, denn er war laut Miss Tonks unter einem Tarnumhang versteckt. Ihrer Meinung nach scheint es dennoch deutlich, dass Du-Weißt-Schon-Wer diesen Mordversuch organisiert habe. Während seines Interviews hat Mr Knutbert Mockridge über dieses Thema gesprochen:
„Es scheint deutlich, dass Du-Weißt-Schon-Wer darin verwickelt ist. Die Beziehung zwischen den Kobolden und dem Ministerium ist für das Gleichgewicht unseres Landes sehr wichtig. Als er versucht hat, mich zu töten, hat er gewollt, dass die Kobolde allein für schuldig gehalten wurden. Ich möchte jedoch die Bevölkerung beruhigen. Unsere Beziehung zu den Kobolden ist hervorragend und Du-Weißt-Schon-Wer wird es nicht schaffen, Zwietracht zwischen uns zu säen, um von der Lage zu profitieren. Unsere Auroren sind sehr gut ausgebildet und wissen, wo die Gefahr liegt."
Die Lage ist also unter Kontrolle und die Auroren bleiben auf der Hut, damit andere Straftaten vermieden werden können.
„Jetzt verstehe ich besser", sagte Harry. „Wenn er Zwietracht zwischen zwei Arten sät, könnte er danach davon profitieren, um eine gezielter anzugreifen."
„Genau. Aber offenbar hatte dein Onkel alles vorgesehen. Gut, ich muss nun weg. Ich habe in zwanzig Minuten Unterricht. Ich bin froh zu sehen, dass es dir besser geht. Gestern war ich so besorgt."
„Ich bin sehr froh zu leiden, wenn es wegen guter Nachrichten ist", sagte Harry lächelnd.
„Ich aber nicht. Ich möchte lieber, dass du nicht leidest und dass Voldemort ein für allemal stirbt."
„Schließlich", sagte Harry, „ist mir deine Meinung lieber."
„Das hoffe ich doch!"
Sie küsste Harry und schickte sich an, wegzugehen.
„Ich komme etwas später zurück. Erhole dich gut!"
„Bis später!", sagte Harry.
Luna verließ den Krankenflügel. Er schaute ein letztes Mal auf den Titel des Klitterers und entschloss sich, wieder zu schlafen.
