Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Vielen Dank an Gabrielle, an Verliebtindich, meine Betaleserin, und an Euch Leser!

Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.

Spoiler: Die ersten fünf Bände.

Harry Potter und der Spiegel der Schatten:

Kapitel 39: Ein Gast im Ministerium – armer Ron:

Nach dem Mordversuch auf Knutbert Mockridge vergingen die Wochen sehr schnell. Harry hatte zwei Wochen Nachsitzen mit Professor Trelawney damit verbracht, die Teetassen der Drittklässler und die Kristallkugel zu putzen. Das wäre kein so schlimmes Nachsitzen gewesen, wenn Professor Trelawney nicht so sehr von der Sauberkeit der Tassen besessen gewesen wäre.

„Die winzigste Schmutzigkeit kann die ganze Deutung ändern", wiederholte sie ständig.

Und darüber hinaus sah sie Harry ständig mit einem betrübten Seufzer an.

„Sie sind so jung. Es ist schade, so früh zu sterben."

Das Nachsitz waren zu einer wahren Qual für Harry geworden. Was Snape betraf, so ignorierte er ihn während seiner Unterrichtsstunden völlig. Der Unterricht zum Imperiusfluch war seiner Meinung nach viel einfacher als der zum Cruciatusfluch. Übrigens war es für alle Schüler der Fall – außer für Neville, der Snape gegenüber immer noch zitterte.

„Longbottom, ich frage mich ehrlich, wie Sie bei Ihrer Prüfung letztes Jahr ein Ohnegleichen erlangen konnten. Ich werde nachforschen müssen, ob Sie nicht bei der Prüfung gemogelt haben. Vielleicht würden Sie mit ein wenig Veritaserum gestehen."

Am ersten Tag der Ferien bat Tante Selene Harry, Ron, Hermine und Ginny darum, sie sehr früh am Morgen in ihrem Büro zu treffen. Mit ihren Koffern beladen gingen sie zu ihrem Büro und klopften.

„Herein!"

Sie betraten das Arbeitszimmer, in das Harry während der vorigen Jahre oft gegangen war, denn es war jenes der Verteidigungslehrer. Noch ein Mal war nun die Dekoration anders. Das Büro sah genauso aus wie die Wohnung im Zaubereiministerium, mit blauem Stoff und Sternemotiven überall und bequemen Sesseln.

Mark stand schon im Büro neben seiner Mutter.

„Ach! Da seid ihr endlich! Dann können wir ja jetzt gehen. Nähert euch bitte, wir machen uns sofort auf. Fanely wird bald wach sein und ich möchte bei ihrem Aufwachen da sein."

Der Portschlüssel war ein kleiner Kessel aus glänzendem Zinn, um den sie sich alle sammelten. Mark blieb still und mied Harrys Blick.

„Können wir?", fragte Tante Selene.

Alle nickten und wurden dann zum Wohnzimmer der Wohnung des Ministers gebracht.

„Alles in Ordnung, wir sind angekommen!", meinte Tante Selene.

„HERMINE! ICH BIN SO FROH, DICH WIEDER ZU SEHEN!"

Eine stattliche Gestalt hatte Hermine umarmt.

„Vi... VIKTOR! Aber... ähm... was für eine Überraschung! Aber was machst du denn hier?"

Viktor Krum schien Hermine nicht loslassen zu wollen, und Letztere blickte aus dem Augenwinkel zu Ron, der die Augen senkte und sich auf die Lippe biss.

„Du wusstest doch schon, dass ich in der bulgarischen Abteilung für Internationale Magische Zusammenarbeit arbeite? Ich sollte nur einen Tag lang bleiben, aber ich wollte dir eine Überraschung machen und eine Freundin von dir hat mir gesagt, dass du deine Ferien im Ministerium verbringst. Da ich Mr Evans geschäftlich treffen musste, habe ich die Gelegenheit genutzt, zwei Wochen Urlaub zu nehmen. Bist du froh, mich zu sehen?"

„Ja, natürlich!", antwortete Hermine etwas unsicher. „Sag mal... ähm... wer hat dir gesagt, dass ich meine Ferien hier verbringe?"

„Das Mädchen, deren Vater eine Zeitung besitzt und mich interviewt hat... eine gewisse Luny Lovely, oder Loony..."

„Luna Lovegood?", fragte Hermine.

„Genau! Dieses Mädchen scheint nett zu sein. Ist sie eine Freundin von dir?"

„Ja. Tja... Vor allem ist sie Harrys feste Freundin."

„Oh!", rief Krum aus, indem er sich umdrehte. „Ich habe euch nicht mal Hallo gesagt. Nun, Harry, wie geht's dir? Hermine erzählt mir oft von dir, weißt du!"

„Hallo Viktor!", antwortete Harry. „Mir geht's gut."

„Und du bist bestimmt der Sohn des Ministers, oder? Du ähnelst ihm."

„Ja. Ich bin Mark Evans. Mr Krum, ich finde, dass Sie der beste Sucher auf der ganzen Welt sind!"

Nach Marks bewunderndem Ton zu schließen, war er ein richtiger Fan von Krum.

„Nenne mich Viktor, das ist mir lieber", sagte Krum, indem er Marks Hand schüttelte.

Viktor drehte sich dann zu Ron um.

„Und du bist..."

„Ronald Weasley", sagte Ron mit einem fälschlich freundlichen Ton.

„Ronald Weasley, Ronald Weasley... das klingt mir bekannt... Habe ich dich vor zwei Jahren schon gesehen?"

„Das ist Ron", griff Hermine ein. „Du weißt schon, Ron! Ich habe dir schon von ihm erzählt!"

„Ach ja! Du bist Treiber, oder?"

„Hüter", antwortete Ron mit einem tiefen Seufzer.

„Natürlich, das meinte ich! Und dieses Mädchen soll deine Schwester Ginny sein, die im Team Jägerin ist."

„Genau!", antwortete Ginny. „Sehr erfreut, dich kennen zu lernen!"

Ron räusperte sich und sprach zu Ginny.

„Ich denke, dass es Zeit wird, dass wir zu unserer Wohnung gehen, Ginny..."

In jenem Augenblick betraten jedoch Mrs Weasley, Fred und George den Raum.

„Ach, da seid ihr!", sagte Mrs Weasley, indem sie ihren Sohn umarmte. „Guten Morgen, Kinder. Ich sehe, dass Viktor schon hier auf euch wartete!"

Mrs Weasley drehte sich zu Viktor Krum um.

„Ich habe Sie überall gesucht und gesehen, dass das Zimmer leer war. Da habe ich mich gewundert."

„Das tut mir Leid, Mrs Weasley. Ich glaubte, dass Sie noch schliefen, also habe ich es nicht gewagt, Sie zu stören."

„Ich war in der Küche, Sie hätten mich nicht aufgeweckt! Mein Sohn Ron bewundert Sie, wissen Sie? Mit ihm werden Sie das Zimmer teilen."

„Wie bitte?", fragte Ron seine Mutter ungläubig.

„Ja, Ron! Ich wollte dir eine Überraschung bereiten. Viktor wird über die Ferien bei uns bleiben. Na los! Es wird Zeit, dass ihr eure Sachen aufräumt. Ich habe euch ein sehr gutes Frühstück zubereitet. Hermine, du wirst in Ginnys Zimmer schlafen. Na! Folgt mir! Mark und Harry, trefft uns für das Frühstück! Bis gleich!"

Mark betrat das Schlafzimmer und Harry blieb mit den laut lachenden Fred und George im Wohnzimmer.

„Ich glaube, Fred, dass es nicht mal nötig ist, Enthüllo zu benutzen. Hast du Rons Gesichtsausdruck gesehen?"

„Da hast du völlig Recht! Auch Hermine war ganz schön verlegen. Ich vermute, dass wir während der Ferien wohl lachen werden."

Harry schaute die Zwillinge an, die anscheinend nicht mehr aufhören konnten zu lachen. Er selbst lächelte. Das war eine tragikomische Lage und es war Luna, die sie verursacht hatte.

„Harry", sagte George, „du solltest dich am besten beeilen. Ich denke, dass die nächste Episode fesselnd sein wird."

Harry ging also zu seinem Schlafzimmer, um seinen Koffer wegzubringen, und sah, wie Mark in seinen Schubladen nach etwas suchte.

„Wo habe ich es denn hingelegt? Wo habe ich es hingelegt?", fragte sich Mark laut.

Harry legte seinen Koffer auf sein Bett und nahm seine Sachen heraus, die er in einen Schrank räumte.

„Harry, hast du nicht mein Poster von Viktor Krum gesehen? Ich möchte gerne, dass er es mir signiert."

Harry, der vom freundlichen Ton seines Cousins überrascht war, antwortete:

„Hm... würde es nicht in der anderen Kommode liegen?"

„Ach ja, das stimmt! Ich danke dir!"

Mark machte die erste Schublade der anderen Kommode auf, faltete ein riesiges Poster auseinander, das darin lag, und ging dann aus dem Zimmer.

Harry blieb überrascht stehen. Er hatte den Eindruck, die Person, die er beim Schuljahresbeginn verloren hatte, wieder zu finden. Einen Augenblick lang hatte er seinen Cousin Mark wieder gefunden.