Hallo an alle! Hier ist das neue Kapitel von meiner Übersetzung aus dem Französischen: Harry Potter et le Miroir des Ombres, von Gabrielle Lavande. Wie immer wurden die Fehler in meinem Text unerbittlich von Verliebtindich gejagt, also Danke an sie.
Disclaimer: Nichts gehört mir, alles gehört zu J.K. Rowling bis auf Neil, Selene und Fanely Evans, die zu Gabrielle Lavande gehören.
Spoiler: Die ersten fünf Bände.
Harry Potter und der Spiegel der Schatten:
Kapitel 40: Eine tragische Geschichte:
Als Harry seine Sachen eingeräumt hatte, traf er die Entscheidung, bei den Weasleys zu frühstücken. Er fand seine ganze Familie dort so wie die Familie Weasley. Harry bemerkte, dass Hermine zwischen Krum, der ständig mit ihr sprach, und Ron saß, der den beiden den Rücken zuwendete. Was Mark betraf, so hörte er Viktor, der vom letzten Spiel zwischen Bulgarien und Rumänien erzählte, ganz aufmerksam zu.
„Mein Neffe hat sich entschlossen, zu uns zu kommen!", rief Onkel Neil. „Nun, Harry, geht es dir gut? Deine Tante Selene hat mich davon benachrichtigt, dass dir deine Narbe weh getan hat, als man versucht hat, Knutbert zu ermorden. Empfindest du noch Schmerzen?"
„Nein, es ist alles in Ordnung. Außer dem gewöhnlichen Kribbeln habe ich nichts mehr gespürt."
„Umso besser. Alles wird sowieso in Kürze besser sein. Dumbledore hat mir gesagt, dass du bald keine Okklumentikstunden mehr brauchen wirst."
„Du hattest uns nicht gesagt, dass du so große Fortschritte gemacht hatte", sagte Hermine, die ihrer peinlichen Lage offenbar entgehen wollte. „Mr Evans, dürfte ich Sie um etwas bitten?"
„Ich höre dir zu, Hermine."
„Während der Ferien habe ich viel Arbeit zu tun. Wäre es möglich, Zugang zur Bibliothek des Ministeriums zu bekommen?"
„Natürlich! Du wirst zum öffentlichen Teil gehen können, wenn du es willst."
„Werden wir trotzdem Zeit haben, uns ein wenig zu sehen?", fragte Viktor Krum Hermine.
„Ähm... Natürlich, das werde ich versuchen. Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen."
Ron stand plötzlich auf.
„Ich muss noch meine Sachen aufräumen und an Luna schreiben, um ihr zu danken, dass sie uns deine Anwesenheit geschenkt hat, Viktor. Das war wirklich eine tolle Überraschung für uns alle. Ich werde auch nicht vergessen, ihr von dir zu danken, Hermine. Harry? Möchtest du nicht etwas für deine feste Freundin in meinem Brief hinzufügen?"
„Luna Lovegood ist deine feste Freundin, Harry?", fragte Onkel Neil.
„Ja. Seit dem Halloween-Ball."
Onkel Neil drehte sich dann zu seiner Frau um.
„Na, mein Schatz! Zumindest hat der Ball, den du organisiert hast, es geschafft, Paare zu bilden. Ich mag Mr Lovegood sehr gerne."
Ron seufzte vor Ungeduld und wiederholte dann seine Bitte.
„Harry, willst du etwas für Luna hinzufügen oder nicht?"
„Natürlich!", sagte Harry und stand auf.
Harry folgte Ron zu seinem Schlafzimmer, dann verschloss sein Freund die Tür, stürzte sich zu seinem Bett und blickte zur Decke.
„Gut, ich werde so anfangen: Meine liebe Luna, ich danke dir, dass du mich solch eine Hölle erleben lässt. Nie hätte ich geglaubt, dass ich binnen einer halben Stunde so sehr gedemütigt werden könnte. Ich hätte mir nie solch eine Lage vorgestellt, als du mir gesagt hast, dass du dich um alles kümmern würdest. Freundliche Grüße, Ron. Was denkst du darüber?"
„Luna wollte etwas Gutes tun, als sie mit Krum Kontakt aufgenommen hat", antwortete Harry und setzte sich auf Rons Bett. „Zumindest wird Hermine mit ihm reden können."
„Wenn sie sich dazu entschließt, es zu tun, und es sieht nicht wirklich danach aus", antwortete Ron, indem er aufstand.
„Ich bin sicher, dass sie es tun wird. Viktor ist ständig bei ihr und es wird sie nerven, ihm nichts zu sagen."
„Das Problem ist, dass Weihnachten nicht der beste Moment ist, wenn man jemandem, der an einem hängt, sagen will, dass man ihn nie geliebt hat. Krum wird wahrscheinlich weggehen, ohne irgendwas zu wissen."
Ron hatte angefangen, seinen Koffer zu durchsuchen, und zog eine kleine Schatulle heraus, die er Harry reichte.
„Das wird mir eine Lehre sein, dass man so wertvolle Geschenke nicht kaufen soll. Mach sie auf."
Harry öffnete die kleine Schatulle, in der er einen Anhängerschmuck aus Silber mit eingravierten Blättermotiven und eine durchscheinende Perle in der Mitte fand. Auf der anderen Seite standen die Initialen: RW-HG.
„Ist das das Weihnachtsgeschenk für Hermine? Das ist sehr schön."
„Das ist vor allem sehr dumm von mir!", sagte Ron errötend. „Das ist kein nur so hingeschenktes Geschenk. Die Perle in der Mitte ist eine Gefühlsperle."
„Eine Gefühlsperle?"
„Das ist eine Perle, die mit einem sehr schwierig zu wirkenden Zauber belegt wird. Wenn eine Person ein Schmuckstück mit einer Gefühlsperle verschenkt, so ist es irgendwie eine Art tiefer Verbindung oder ein Beweis intensiver Liebe. Wenn ein Junge so etwas derjenigen schenkt, die er liebt, so leuchtet normalerweise der Stein nach der Intensität der Gefühle, die der Junge für das Mädchen verspürt, sobald sie ihn trägt. Je stärker die Gefühle sind, desto intensiver ist das Licht, das die Perle ausstrahlt."
„Das ist ein echt tolles Geschenk! Wann hast du es aber gekauft?"
„Als wir in Hogsmeade vor dem Halloween-Ball gegangen sind. Ich wollte es ihr am Abend des Balls schenken, aber das ist nicht so gelaufen wie ich es gewollt hätte."
„Und du hast also trotzdem das Geschenk behalten, um es ihr zu Weihnachten zu schenken."
„Genau. Luna hat mir gesagt, dass sie versuchte, die Lage zu verbessern. Aber jetzt glaube ich, dass es schwierig sein wird, mit Krum in der Nähe solch ein Geschenk zu bieten."
„Das stimmt. Das ist schwierig. Aber Hermine wird Krum dieses Geschenk nicht zeigen. Vielleicht wird es sie sogar dazu anspornen, früher mit ihm zu reden. Und... ähm... Kann man ein solches Geschenk per Eulenpost kaufen?"
Ron nahm ihm mit einem schiefen Lächeln die Schatulle aus der Hand.
„Ich gebe dir den Katalog, wenn du ein anderes Modell wählst als ich."
„Alles klar."
Plötzlich klopfte jemand an die Tür.
„Hier ist Hermine. Macht mir auf!"
Ron räumte seine Schatulle ein und machte Hermine die Tür auf.
„Was können wir für dich tun?", fragte Ron, als wäre nichts geschehen.
Hermine blieb auf der Türschwelle stehen. Offensichtlich von Rons Reaktion überrascht, versuchte sie zu reden, ohne dass ein einziger Ton aus ihrem Mund kommen konnte.
„Hermine, ich verstehe nicht, was du sagst. Könntest du deutlich reden?", fragte Ron.
„Ich... ich wusste nicht Bescheid... ich..."
„Das weiß ich. Nicht mal Harry wusste es. Wolltest du sonst noch etwas?"
„Ich habe was Interessantes in der Bibliothek gefunden... Über den Spiegel."
„Okay! Wir folgen dir", sagte Harry, indem er von Rons Bett aufstand, auf dem er immer noch saß.
„Und Viktor? Wo ist er?", fragte Ron.
„Mit Mark. Er spricht über Quidditch. Ich habe ihm gesagt, dass ich lernen muss."
Harry wurde sich bewusst, dass die Lage ins Gegenteil verkehrt war. Diesmal klang Ron sehr selbstsicher und Hermine suchte nach Worten. Die Lage ließ ihn nicht mehr lachen. Sie war sogar verwirrend.
Sie erreichten die Bibliothek und Hermine ging zu einem Tisch, auf dem ein malvenfarbenes Buch lag.
„Ich blätterte dieses Buch durch, als ich ein Kapitel gefunden habe, das von einem Spiegel handelt. Ich denke, dass es einen Zusammenhang gibt."
„Lass mal sehen", sagte Harry.
Harry nahm ihr das Buch aus den Händen und las den Titel.
Wenn Liebe zum Verhängnis wird: Legenden der Zaubererwelt
Harry und Ron blickten zu Hermine, die so tat, als würde sie die Jungen ignorieren.
„Welche Seite ist es?", fragte Harry.
„Seite 285."
Harry blätterte im Buch und gelangte zur richtigen Seite. Er lächelte, als er den Titel des Kapitels sah.
Geschichte von Lamassi und Jeliel im antiken Mesopotamien, oder die Geschichte einer unmöglichen Liebe.
Vor Tausenden von Jahren im antiken Mesopotamien traf ein Zauberer namens Jeliel eine junge Frau namens Lamassi, die zu dieser Zeit seit schon drei Jahren eine Liebesbeziehung zu einem Zauberer namens Umabel engagiert war. Sie verliebten sich ineinander und Lamassi traf die Entscheidung, ihre Beziehung zu Umabel zu lösen, um ihren neuen Geliebten zu heiraten.
Umabel war aber eifersüchtig und entschloss, seinen Rivalen wegen der Beleidigung zu ermorden. Er ging zur Hochzeit mit dem Zauberstab in der Hand, doch Lamassi stellte sich zwischen die beiden, als Umabel seinen Fluch wirkte, und wurde getroffen.
Jeliel erholte sich nicht von diesem Tod und wurde tief depressiv. Er traf dann die Entscheidung, einen magischen Gegenstand zu erschaffen, um mit der Frau seines Lebens zu reden, die er nicht vergessen konnte. Er nahm den Spiegel seiner Geliebten und wirkte darauf zahlreiche Zauberformel, damit die Seelen der ermordeten Zauberer mit den Lebenden kommunizieren konnten. Hinter diesem Spiegel war eine Welt geschaffen worden, die der Unseren glich. Als sein Werk fertig war, traf Jeliel die Entscheidung, über dem Spiegel folgende Worte einzugravieren, um den Zauber zu vollenden:
Ich bin der Sammler der zerrissenen Seelen, genaues Spiegelbild dieser Welt.
Umabel wurde für den Mord an Lamassi zum Tode verurteilt. Im gleichen Augenblick, als Jeliel die Worte eingravierte, wurde Umabel geköpft. Da der Spiegel zwischen Mord und Hinrichtung keinen Unterschied machte, traf die Seele von Umabel die von Lamassi im Spiegel.
Als sich Jeliel der Lage bewusst wurde, war es zu spät. Umabel hatte die Kontrolle über die Welt gewonnen, die sich hinter dem Spiegel befand, und machte daraus einen düsteren Ort, wo die Seelen von Unheil bringenden Zauberern herrschten.
Jeliel wurde sich seines unverzeihlichen Fehlers bewusst, und bevor die unheilvolle Macht zu stark wurde, gravierte er andere Worte über dem Spiegel ein:
In meiner Nähe sind Sie gefährdet, ich bin der Spiegel der Schatten.
Kurze Zeit später hatte sich die Macht des Spiegels vervielfacht und er wurde gefährlich für alle Leute, die sich ihm näherten. Dann entschloss sich Jeliel dazu, zu seiner Geliebten zu gehen, und er näherte sich dem Spiegel, der seine Seele fing. Jeliel stürzte neben den Spiegel zum Boden. Seine Seele war für alle Ewigkeit in dieser düsteren Welt mit Lamassi zusammen.
Harry und Ron hörten auf zu lesen und sahen Hermine an, die beängstigt aussah.
„Das ist eine Legende", präzisierte sie. „Aber es ist trotzdem verwirrend."
„Es ist viel mehr als verwirrend. Es ist besorgniserregend", antwortete Ron.
„Jedenfalls könnte es dem entsprechen, was in der Mysteriumsabteilung steht", sagte Harry. „Ich sollte Luna eine Kopie davon schicken. Ich hoffe, dass manche Leute es nicht so übel nehmen wie Umabel, wenn man mit ihnen Schluss macht."
Ron und Hermine wechselten einen kurzen Blick, bevor sie beide wegblickten und rot im Gesicht wurden.
